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Re: Rente mit 70

Verfasst: Do 12. Mai 2016, 16:02
von H2O
Realist2014 hat geschrieben:(12 May 2016, 15:39)

was verstehst du unter "Leistungen für die Gesellschaft erbracht hat"?

Steuern bezahlt?


Da bringen Sie mich auf einen weiteren Gedanken: Was heißt "Leistungen für die Gesellschaft erbracht haben"?

Tja, klassisch gedacht heißt das sicher erst einmal zeitlebens gearbeitet haben, seine Steuern gezahlt und zum Gelingen der Gesellschaft beigetragen haben. Da ergeben erzielte Einkommen und vor allem dementsprechende Pflichtabgaben für Alterssicherung meßbare Größen. Das ist doch keine ganz dumme Grundlage!

Wie aber umgehen mit der Pflegearbeit an Familienmitgliedern, ohne die die Gesellschaft auch nicht gelänge? Die Mutter, die die Familie täglich versorgt, die Alten und die Jungen? Ja, dafür gibt es auch Rentenpunkte, schon heute. Ist also auch bemessen. Ob das paßt... weiß ich nicht!

Nun ja, ich muß hier ja nicht in einem Aufwasch alle gesellschaftspolitischen Einzelheiten aufräumen. Dazu könnten Sie ja einmal etwas mehr beisteuern :)

Re: Rente mit 70

Verfasst: Do 12. Mai 2016, 16:20
von BlueMonday
H2O hat geschrieben:(12 May 2016, 14:58)

Damit befinden Sie sich auf einem Holzweg; es gibt leider zu viele Zeitgenossen, die sich diese Vorsorge aus eigener Verantwortung nicht auferlegen, weil sie freiwilligen Verzicht hier und heute bedeutet. Deshalb muß der Staat hier fürsorglich eine Pflicht einführen.


Einen Zwang, ja. Hat er doch. Nennt sich Besteuerung. Jeder, der was kauft, zahlt schon mal kräftige 7% bzw 19%.
Oder Einkommenssteuer.
Diesen kräftigen Anteil holt er sich also, und dieser steht den Menschen dann ja nicht mehr zur Verfügung, um für sich selbst sorgen zu können.
Mit diesem Geld hat dann eben der Staat Sorge zu tragen (ALGII/Grundsicherung). Das ist doch die Pointe dran.

Man kann sich doch nicht darüber beschweren, dass die Menschen immer unselbstständiger und zukunftsvergessender werden und dann andererseits genau diese staatliche Bemutterung extra fordern, die dann als eigentliche Ursache zu dieser Veränderung des moralischen Benehmens("Moral hazards") führt.
Der Staat ersetzt, verdrängt (sog. "crowding out"). Wenn man davon als "Lösung" noch mehr fordert, verschärft man die Verhaltensänderungen natürlich noch weiter. Die Menschen werden immer abhängiger vom Staat. Sehen mehr und mehr staatliche Leistungen als ihr angestammtes Recht qua Staatsbürger an. Das wird ja teilweise sogar als "modern und progressiv" angesehen, diese Entwicklungen, dass also das einzelne Schicksal mehr und mehr vom eigenen Tun entkoppelt wird und die Handlungsfolgen auf ein immer weitreichenderes Gemeinwesen übertragen werden und das möglichst ohne jede Wahlmöglichkeit, sondern als unausweichliche "Pflicht"-Veranstaltung, die freilich immer "gut gemeint" ist. Der moderne Mensch hat verlernt würdevoll unterzugehen, mit Risiken zu leben, wenn es sein muss, auch früher als gehofft abzutreten, oder sich wenigstens ohne großes Geheul zu bescheiden. Der Mensch hat sich mittlerweile zu sehr eingerichtet. Das ist das eigentliche Problem unserer Zeit.

Ich meine, da gibt es schon eine Grundsicherung, die man aus dieser etatistischen Innensicht ja als große Errungenschaft bejubeln müsste, aber dann wird dieses Auffangnetz gleich wieder problematisiert und stigmatisiert, wenn es tatsächlich von den Menschen in Anspruch genommen wird.
Wie gesagt, dazu ist es ja da, eben aufzufangen, mit allen zu erwartenen Nebeneffekten inkl. Nichts ist kostenlos. Und die Kosten des Staates ist die Veränderung des Menschen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Do 12. Mai 2016, 17:04
von H2O
BlueMonday hat geschrieben:(12 May 2016, 16:20)

Einen Zwang, ja. Hat er doch. Nennt sich Besteuerung. Jeder, der was kauft, zahlt schon mal kräftige 7% bzw 19%.
Oder Einkommenssteuer.
Diesen kräftigen Anteil holt er sich also, und dieser steht den Menschen dann ja nicht mehr zur Verfügung, um für sich selbst sorgen zu können.
Mit diesem Geld hat dann eben der Staat Sorge zu tragen (ALGII/Grundsicherung). Das ist doch die Pointe dran.

Man kann sich doch nicht darüber beschweren, dass die Menschen immer unselbstständiger und zukunftsvergessender werden und dann andererseits genau diese staatliche Bemutterung extra fordern, die dann als eigentliche Ursache zu dieser Veränderung des moralischen Benehmens("Moral hazards") führt.
Der Staat ersetzt, verdrängt (sog. "crowding out"). Wenn man davon als "Lösung" noch mehr fordert, verschärft man die Verhaltensänderungen natürlich noch weiter. Die Menschen werden immer abhängiger vom Staat. Sehen mehr und mehr staatliche Leistungen als ihr angestammtes Recht qua Staatsbürger an. Das wird ja teilweise sogar als "modern und progressiv" angesehen, diese Entwicklungen, dass also das einzelne Schicksal mehr und mehr vom eigenen Tun entkoppelt wird und die Handlungsfolgen auf ein immer weitreichenderes Gemeinwesen übertragen werden und das möglichst ohne jede Wahlmöglichkeit, sondern als unausweichliche "Pflicht"-Veranstaltung, die freilich immer "gut gemeint" ist. Der moderne Mensch hat verlernt würdevoll unterzugehen, mit Risiken zu leben, wenn es sein muss, auch früher als gehofft abzutreten, oder sich wenigstens ohne großes Geheul zu bescheiden. Der Mensch hat sich mittlerweile zu sehr eingerichtet. Das ist das eigentliche Problem unserer Zeit.

Ich meine, da gibt es schon eine Grundsicherung, die man aus dieser etatistischen Innensicht ja als große Errungenschaft bejubeln müsste, aber dann wird dieses Auffangnetz gleich wieder problematisiert und stigmatisiert, wenn es tatsächlich von den Menschen in Anspruch genommen wird.
Wie gesagt, dazu ist es ja da, eben aufzufangen, mit allen zu erwartenen Nebeneffekten inkl. Nichts ist kostenlos. Und die Kosten des Staates ist die Veränderung des Menschen.


Kann man wohl wirklich so sehen. Ich meine, daß in einigen westlichen Nachbarländern unsere Versicherungsleistungen aus Steuergeldern bezahlt werden. In Belgien ist das Rentensystem in sehr große Schwierigkeiten geraten, in UK der National Health Service desgleichen. Da ist unser Umlagesystem vielleicht doch nicht so dumm.

Die Kanzlerin hatte schon einmal erwähnt, daß unsere Grundsicherung doch auch als eine Mindestrente oder auch als Mindesteinkommen angesehen werden könne. Die kommt ja aus Steuermitteln... nicht die Kanzlerin, sondern die Grundsicherung.

Vielleicht bin ich zu sehr auf das bewährte Umlagesystem für unsere RV und GKV festgelegt... ich würde nicht ohne Not auf dieses Element verzichten wollen. Aber wahr ist sicher auch, daß andere Systeme auch funktionieren. Alle aber kommen durch dem "demograpphischen Faktor" an ihre Belastungsgrenzen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 14:53
von Positiv Denkender
Orwellhatterecht hat geschrieben:(11 May 2016, 14:21)

Richtig, Riester hat seine eigene Rente natürlich richtig durchgerechnet. Heraus kommt dabei etwas mehr als beim sog. Eckrentner.


http://www.welt.de/politik/article19837 ... Rente.html


Was ist ein Eckrentner ? Ich wäre froh würde ich heute 43 % von meinem letzten Gehalt als gesetzl. Rente beziehen .
Die Rentenhöhe wird nicht nach dem letzten Gehalt vor Renteneintritt berechnet . Wäre schön ist leider nicht so. Betragsjahre und Beitragshöhe
sind entscheidend .

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 15:06
von H2O
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 14:53)

Was ist ein Eckrentner ? Ich wäre froh würde ich heute 43 % von meinem letzten Gehalt als gesetzl. Rente beziehen .
Die Rentenhöhe wird nicht nach dem letzten Gehalt vor Renteneintritt berechnet . Wäre schön ist leider nicht so. Betragsjahre und Beitragshöhe
sind entscheidend .


Dazu gibt es google und wikipedia. Dort finden Sie unter "Eckrentner" alle Antworten auf Ihre Fragen. Nur Mut; so schwierig ist das gar nicht! ;)

Ihnen wird sicher aufgefallen sein, daß Ihre Rentenbeiträge sich nur auf das "sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt" bezogen. Wenn Sie zu den gut verdienenden Erwerbstätigen gehört haben, dann lag Ihr Gehalt/Lohn deutlich über dieser Beitragsbemessungsgrenze. Rente gibt es aber nur für die angesammelten Rentenpunkte nach Maßgabe des Renteneintrittsalters.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 15:24
von Positiv Denkender
H2O hat geschrieben:(13 May 2016, 15:06)

Dazu gibt es google und wikipedia. Dort finden Sie unter "Eckrentner" alle Antworten auf Ihre Fragen. Nur Mut; so schwierig ist das gar nicht! ;)

Ihnen wird sicher aufgefallen sein, daß Ihre Rentenbeiträge sich nur auf das "sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt" bezogen. Wenn Sie zu den gut verdienenden Erwerbstätigen gehört haben, dann lag Ihr Gehalt/Lohn deutlich über dieser Beitragsbemessungsgrenze. Rente gibt es aber nur für die angesammelten Rentenpunkte nach Maßgabe des Renteneintrittsalters.


Richtig ,nur deshalb ist die Frage was ein Eckrentner sein soll nicht beantwortet. Den gibt es nicht . Übrigens ich muss im Gegensatz zu den Jahrgängen bis 1941 und nach 1948
auch noch 7,2 % Abzüge verkraften .Sozis nennen das Gerechtigkeit .Mag ja sein dass man Ihr Gehalt seit Einstig ins Berufsleben nie angehoben hat .Kann man als Einzelfall betrachten .
Die Bemessungsgrenzen liegen eh zu hoch .Davon 43 % wäre schön.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 15:33
von H2O
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 15:24)

Richtig ,nur deshalb ist die Frage was ein Eckrentner sein soll nicht beantwortet. Den gibt es nicht . Übrigens ich muss im Gegensatz zu den Jahrgängen bis 1941 und nach 1948
auch noch 7,2 % Abzüge verkraften .Sozis nennen das Gerechtigkeit .Mag ja sein dass man Ihr Gehalt seit Einstig ins Berufsleben nie angehoben hat .Kann man als Einzelfall betrachten .
Die Bemessungsgrenzen liegen eh zu hoch .Davon 43 % wäre schön.


Na, Sie sind ja mit gar nichts zufrieden zu stellen! Gleich der erste Satz in wiki sagt, was eine Eckrente ist und wozu das gut ist. Hinter der Eckrente hätte ich glatt den "Eckrentner" vermutet. Wen oder was vermuten Sie dahinter?

    Die Standardrente (oft auch 'Eckrente' genannt) ist – gemäß (§ 154 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 SGB VI) – eine Regelaltersrente mit genau 45 Entgeltpunkten. Sie ist eine im Rentenrecht verwendete Rechengröße. Sie wird dazu verwendet, das Standardrentenniveau sowie den Nachhaltigkeitsfaktor zu berechnen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 15:38
von Fadamo
H2O hat geschrieben:(12 May 2016, 16:02)

Da bringen Sie mich auf einen weiteren Gedanken: Was heißt "Leistungen für die Gesellschaft erbracht haben"?

Tja, klassisch gedacht heißt das sicher erst einmal zeitlebens gearbeitet haben, seine Steuern gezahlt und zum Gelingen der Gesellschaft beigetragen haben. Da ergeben erzielte Einkommen und vor allem dementsprechende Pflichtabgaben für Alterssicherung meßbare Größen. Das ist doch keine ganz dumme Grundlage!

Wie aber umgehen mit der Pflegearbeit an Familienmitgliedern, ohne die die Gesellschaft auch nicht gelänge? Die Mutter, die die Familie täglich versorgt, die Alten und die Jungen? Ja, dafür gibt es auch Rentenpunkte, schon heute. Ist also auch bemessen. Ob das paßt... weiß ich nicht!

Nun ja, ich muß hier ja nicht in einem Aufwasch alle gesellschaftspolitischen Einzelheiten aufräumen. Dazu könnten Sie ja einmal etwas mehr beisteuern :)


Und dann noch die vielen vielen Stunden der ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Gesellschaft,die viele Bürger erbringen.
Honoriert wird das vom Staat so gut wie gar nicht.
Ein Dankeschön vor der Front ist einfach lächerlich.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 16:08
von Positiv Denkender
H2O hat geschrieben:(13 May 2016, 15:33)

Na, Sie sind ja mit gar nichts zufrieden zu stellen! Gleich der erste Satz in wiki sagt, was eine Eckrente ist und wozu das gut ist. Hinter der Eckrente hätte ich glatt den "Eckrentner" vermutet. Wen oder was vermuten Sie dahinter?

[list]


Sie erzählen nichts Neues . 45 Rentenpunkte bedeutet nach Ihrer Version 43 % Rente vom letzten Einkommen ? Sie gehen lediglich von immer gleichen
Einkommen während der 45 Berufsjahre aus?Aufstieg und Einkommenssteigerungen schließen Sie aus oder ? Das letzte Gehalt vor dem Renteneintritt
hat überhaupt keinen Einfluss auf die Rentenhöhe ,sondern allein die erzielten Rentenpunkte sind entscheidend und die werden halt nach dem jeweils festgelegten
Durchschnittseinkommen erzielt . Bedeutet, jemand der viele Jahre 0,7 oder weniger Rentenpunkte erzielt hat zum Schluss ständig über der Bemessungsgrenze gelegen hat
kommt ev. auch lediglich auf 45 Rentenpunkte . Die Rentenhöhe liegt dann sicher nicht annähernd bei 43 % des letzten Gehalts .Im Umkehrschluss wenn jemand 30
Jahre oder länger über der jeweiligen Bemessungsgrenzen gelegen hat ,die letzten 2-3 Jahre bis zur Rente Teilzeit oder einen Halbtagsjob ausgeübt hat ,wird sicher mehr
als 43 % seines letzten Einkommens von der gesetzl. Rente erhalten . Deshalb nochmals, die Höhe der Rente wird nicht nach dem letzten Einkommen berechnet.
Deshalb sind prozentuale Aussagen " zum letzten Gehalt nichts Wert.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 16:12
von H2O
Fadamo hat geschrieben:(13 May 2016, 15:38)

Und dann noch die vielen vielen Stunden der ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Gesellschaft,die viele Bürger erbringen.
Honoriert wird das vom Staat so gut wie gar nicht.
Ein Dankeschön vor der Front ist einfach lächerlich.


Ja, wenn da ein empfindlicher Mangel in gesellschaftlich wichtigen Bereichen herrschen sollte, warum dann nicht von Staats wegen Anreize setzen mit Rentenpunkten nach ehrenhafter Entlastung aus diesem Ehrenamt? Habe ich nicht zu Ende gedacht... aber so blöde fände ich das jetzt erst einmal gar nicht.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 16:18
von H2O
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 16:08)

Sie erzählen nichts Neues . 45 Rentenpunkte bedeutet nach Ihrer Version 43 % Rente vom letzten Einkommen ? Sie gehen lediglich von immer gleichen
Einkommen während der 45 Berufsjahre aus?Aufstieg und Einkommenssteigerungen schließen Sie aus oder ? Das letzte Gehalt vor dem Renteneintritt
hat überhaupt keinen Einfluss auf die Rentenhöhe ,sondern allein die erzielten Rentenpunkte sind entscheidend und die werden halt nach dem jeweils festgelegten
Durchschnittseinkommen erzielt . Bedeutet, jemand der viele Jahre 0,7 oder weniger Rentenpunkte erzielt hat zum Schluss ständig über der Bemessungsgrenze gelegen hat
kommt ev. auch lediglich auf 45 Rentenpunkte . Die Rentenhöhe liegt dann sicher nicht annähernd bei 43 % des letzten Gehalts .Im Umkehrschluss wenn jemand 30
Jahre oder länger über der jeweiligen Bemessungsgrenzen gelegen hat ,die letzten 2-3 Jahre bis zur Rente Teilzeit oder einen Halbtagsjob ausgeübt hat ,wird sicher mehr
als 43 % seines letzten Einkommens von der gesetzl. Rente erhalten . Deshalb nochmals, die Höhe der Rente wird nicht nach dem letzten Einkommen berechnet.
Deshalb sind prozentuale Aussagen " zum letzten Gehalt nichts Wert.


Mit einem Rechenmodell können Sie sich also gar nicht anfreunden, um zu einer statistisch zutreffenden Aussage zu kommen? Die 43% vom letzten Netto des Eckrentners als Erstrente in 2030 sind auch nicht meine Aussage, sondern die Angabe stammt aus der Politik, und um diese Standardrente geht es. Nicht um Ihre höchstpersönliche Rente hier und jetzt.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:04
von Positiv Denkender
H2O hat geschrieben:(13 May 2016, 16:18)

Mit einem Rechenmodell können Sie sich also gar nicht anfreunden, um zu einer statistisch zutreffenden Aussage zu kommen? Die 43% vom letzten Netto des Eckrentners als Erstrente in 2030 sind auch nicht meine Aussage, sondern die Angabe stammt aus der Politik, und um diese Standardrente geht es. Nicht um Ihre höchstpersönliche Rente hier und jetzt.

Auch 2030 wird das nicht anders .Die Einkommen (Gehälter ) vor dem Eintritt in die Rente sind für die Rentenhöhe unerheblich .

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:07
von Realist2014
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 16:08)

Sie erzählen nichts Neues . 45 Rentenpunkte bedeutet nach Ihrer Version 43 % Rente vom letzten Einkommen ? Sie gehen lediglich von immer gleichen
Einkommen während der 45 Berufsjahre aus?Aufstieg und Einkommenssteigerungen schließen Sie aus oder ? Das letzte Gehalt vor dem Renteneintritt
hat überhaupt keinen Einfluss auf die Rentenhöhe ,sondern allein die erzielten Rentenpunkte sind entscheidend und die werden halt nach dem jeweils festgelegten
Durchschnittseinkommen erzielt . Bedeutet, jemand der viele Jahre 0,7 oder weniger Rentenpunkte erzielt hat zum Schluss ständig über der Bemessungsgrenze gelegen hat
kommt ev. auch lediglich auf 45 Rentenpunkte . Die Rentenhöhe liegt dann sicher nicht annähernd bei 43 % des letzten Gehalts .Im Umkehrschluss wenn jemand 30
Jahre oder länger über der jeweiligen Bemessungsgrenzen gelegen hat ,die letzten 2-3 Jahre bis zur Rente Teilzeit oder einen Halbtagsjob ausgeübt hat ,wird sicher mehr
als 43 % seines letzten Einkommens von der gesetzl. Rente erhalten . Deshalb nochmals, die Höhe der Rente wird nicht nach dem letzten Einkommen berechnet.
Deshalb sind prozentuale Aussagen " zum letzten Gehalt nichts Wert.



niemand hat was vom "letzten Einkommen" geschrieben...

die Rechenmodelle gehen bei den 43% von dem Netto als Basis aus, was bei Renteneintritt einem Brutto entspricht, für das zu diesem Zeitpunkt ( Jahr) 1 Rentenpunkt erworben wird.

Also ungefähr die "Mitte" der BBG zur RV zu diesem Zeitpunkt

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:09
von Realist2014
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 22:04)

Auch 2030 wird das nicht anders .Die Einkommen (Gehälter ) vor dem Eintritt in die Rente sind für die Rentenhöhe unerheblich .


es ist ein RECHENMODELL beim "Eckrentner"

logischerweise ergibt sich die monatliche Rentenhöhe aus Rentenpunkte Mal Rentenwert gemäß der Rentenanpassungsformel zu diesem Zeitpunkt

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:19
von DieBananeGrillt
So eine blöde Rechnerei hier !
Das das Lebensende eines Menschen nicht berechenbar ist und der Bezug der Rentendauer ebenfalls nicht, macht die schönsten Gebilde und Modelle nichtig.
Genauso wie Fallpauschalen in Krankenhäusern.

Rechenkünstler sollen sich lieber mit Menschlichkeit beschäftigen und kapieren, das Arbeit mit 70 zwar möglich sein kann, aber nicht wirklich Sinn macht.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:23
von Realist2014
DieBananeGrillt hat geschrieben:(13 May 2016, 22:19)

So eine blöde Rechnerei hier !
Das das Lebensende eines Menschen nicht berechenbar ist und der Bezug der Rentendauer ebenfalls nicht, macht die schönsten Gebilde und Modelle nichtig.
.



logischerweise MUSS die ( monatliche) Rente berechnet werden.

und für den einzelnen ist es natürlich eine "Wette"..

diejenigen, die früher sterben, "subventionieren" die Rente derjenigen, die sehr lange leben

anders geht es ja nicht- genau aus den von dir angeführten Gründen....

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 13. Mai 2016, 22:42
von Positiv Denkender
DieBananeGrillt hat geschrieben:(13 May 2016, 22:19)

So eine blöde Rechnerei hier !
Das das Lebensende eines Menschen nicht berechenbar ist und der Bezug der Rentendauer ebenfalls nicht, macht die schönsten Gebilde und Modelle nichtig.
Genauso wie Fallpauschalen in Krankenhäusern.

Rechenkünstler sollen sich lieber mit Menschlichkeit beschäftigen und kapieren, das Arbeit mit 70 zwar möglich sein kann, aber nicht wirklich Sinn macht.


Mag für Sie stimmen .Nur über Sinn und Unsinn entscheiden Sie glücklicher Weise nicht . Faulenzen ist halt nicht Jedermanns Sache. .
Einziges Manko, die Pauschale an die Knappschafft kommt nicht denen zu Gute ,die für diese Pauschale arbeiten, sondern versickert in der Rentenversicherungskasse.
Sie meinen Arbeit ist unmenschlich ? 70 Jährige sind heute fitter als 50 Jährige in den ersten 30 Nachkriegsjahren . Bei einer schrumpfenden Bevölkerung wird es
nicht mehr zu vermeiden sein ,dass die Menschen länger berufstätig sind .

Re: Rente mit 70

Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 10:00
von H2O
Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 22:04)

Auch 2030 wird das nicht anders .Die Einkommen (Gehälter ) vor dem Eintritt in die Rente sind für die Rentenhöhe unerheblich .


Wer sagt das denn hier? Dennoch ist eine solche Modellrechnung statistisch aussagefähig! Müssen Sie aber auch nicht verstehen; Ihre Rente kommt dennoch. :)

Re: Rente mit 70

Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 10:07
von H2O
DieBananeGrillt hat geschrieben:(13 May 2016, 22:19)

So eine blöde Rechnerei hier !
Das das Lebensende eines Menschen nicht berechenbar ist und der Bezug der Rentendauer ebenfalls nicht, macht die schönsten Gebilde und Modelle nichtig.
Genauso wie Fallpauschalen in Krankenhäusern.

Rechenkünstler sollen sich lieber mit Menschlichkeit beschäftigen und kapieren, das Arbeit mit 70 zwar möglich sein kann, aber nicht wirklich Sinn macht.


Ihre Gedanken sind etwas abgesetzt von der Lebenswirklichkeit; jede Versicherung ist eine Sache, die auf Statistik beruht. Fast könnte ich Sie mir vorstellen, wie Sie einen Wutanfall bekommen, wenn nach vielen Jahren ihr Haus/Wohnung nicht wenigstens einmal abgebrannt ist, damit Sie Ihre Versicherungsbeiträge wieder "heraus bekommen". :)

Re: Rente mit 70

Verfasst: Sa 14. Mai 2016, 11:10
von BlueMonday
Auf Seiten der Versicherung hat man "class probability", also spekulative Wahrscheinlichkeitsaussagen über große Zahl von als homogen klassifizierten möglichen Fällen.
Auf Seiten des Versicherungnehmers hat man dagegen den Einzelfall, "case probability". Niemand weiß sicher, was im einzelnen Fall passieren wird.
Der Versicherungsnehmer hat idealerweise keinerlei Einfluss auf seinen Fall.
Durch diese zwei Umständen wird eine Versicherung(spekulative Wette) erst sinnvoll.
Praktisch ein reziprok zueinander passendes Sicherheits/Unsicherheitsgefälle zwischen dem Einzelfall(hohe Unsicherhheit) und einer Gruppe von vielen homogen angesehenen Fällen(als Gruppe geringere Unsicherheit). Mehr Sicherheit durch eine Versicherung eben :). Wobei doch immer Unsicherheit auch auf Seiten der Versicherung bleibt.
Und Sicherheit hat auch ihre Kosten. Eine Gesellschaft kann sich praktisch auch "kaputtversichern", einen viel zu hohen Aufwand für Sicherheit betreiben.

Da hatte ich es auch mal näher ausgeführt:
viewtopic.php?f=4&t=30782&p=2685028&hilit=class+probability#p2685028

oder auch: http://dd.pangyre.org/i/insurance.html