Rente mit 70

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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H2O
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Do 12. Mai 2016, 16:02

Realist2014 hat geschrieben:(12 May 2016, 15:39)

was verstehst du unter "Leistungen für die Gesellschaft erbracht hat"?

Steuern bezahlt?


Da bringen Sie mich auf einen weiteren Gedanken: Was heißt "Leistungen für die Gesellschaft erbracht haben"?

Tja, klassisch gedacht heißt das sicher erst einmal zeitlebens gearbeitet haben, seine Steuern gezahlt und zum Gelingen der Gesellschaft beigetragen haben. Da ergeben erzielte Einkommen und vor allem dementsprechende Pflichtabgaben für Alterssicherung meßbare Größen. Das ist doch keine ganz dumme Grundlage!

Wie aber umgehen mit der Pflegearbeit an Familienmitgliedern, ohne die die Gesellschaft auch nicht gelänge? Die Mutter, die die Familie täglich versorgt, die Alten und die Jungen? Ja, dafür gibt es auch Rentenpunkte, schon heute. Ist also auch bemessen. Ob das paßt... weiß ich nicht!

Nun ja, ich muß hier ja nicht in einem Aufwasch alle gesellschaftspolitischen Einzelheiten aufräumen. Dazu könnten Sie ja einmal etwas mehr beisteuern :)
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BlueMonday
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Re: Rente mit 70

Beitragvon BlueMonday » Do 12. Mai 2016, 16:20

H2O hat geschrieben:(12 May 2016, 14:58)

Damit befinden Sie sich auf einem Holzweg; es gibt leider zu viele Zeitgenossen, die sich diese Vorsorge aus eigener Verantwortung nicht auferlegen, weil sie freiwilligen Verzicht hier und heute bedeutet. Deshalb muß der Staat hier fürsorglich eine Pflicht einführen.


Einen Zwang, ja. Hat er doch. Nennt sich Besteuerung. Jeder, der was kauft, zahlt schon mal kräftige 7% bzw 19%.
Oder Einkommenssteuer.
Diesen kräftigen Anteil holt er sich also, und dieser steht den Menschen dann ja nicht mehr zur Verfügung, um für sich selbst sorgen zu können.
Mit diesem Geld hat dann eben der Staat Sorge zu tragen (ALGII/Grundsicherung). Das ist doch die Pointe dran.

Man kann sich doch nicht darüber beschweren, dass die Menschen immer unselbstständiger und zukunftsvergessender werden und dann andererseits genau diese staatliche Bemutterung extra fordern, die dann als eigentliche Ursache zu dieser Veränderung des moralischen Benehmens("Moral hazards") führt.
Der Staat ersetzt, verdrängt (sog. "crowding out"). Wenn man davon als "Lösung" noch mehr fordert, verschärft man die Verhaltensänderungen natürlich noch weiter. Die Menschen werden immer abhängiger vom Staat. Sehen mehr und mehr staatliche Leistungen als ihr angestammtes Recht qua Staatsbürger an. Das wird ja teilweise sogar als "modern und progressiv" angesehen, diese Entwicklungen, dass also das einzelne Schicksal mehr und mehr vom eigenen Tun entkoppelt wird und die Handlungsfolgen auf ein immer weitreichenderes Gemeinwesen übertragen werden und das möglichst ohne jede Wahlmöglichkeit, sondern als unausweichliche "Pflicht"-Veranstaltung, die freilich immer "gut gemeint" ist. Der moderne Mensch hat verlernt würdevoll unterzugehen, mit Risiken zu leben, wenn es sein muss, auch früher als gehofft abzutreten, oder sich wenigstens ohne großes Geheul zu bescheiden. Der Mensch hat sich mittlerweile zu sehr eingerichtet. Das ist das eigentliche Problem unserer Zeit.

Ich meine, da gibt es schon eine Grundsicherung, die man aus dieser etatistischen Innensicht ja als große Errungenschaft bejubeln müsste, aber dann wird dieses Auffangnetz gleich wieder problematisiert und stigmatisiert, wenn es tatsächlich von den Menschen in Anspruch genommen wird.
Wie gesagt, dazu ist es ja da, eben aufzufangen, mit allen zu erwartenen Nebeneffekten inkl. Nichts ist kostenlos. Und die Kosten des Staates ist die Veränderung des Menschen.
But who would build the roads?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Do 12. Mai 2016, 17:04

BlueMonday hat geschrieben:(12 May 2016, 16:20)

Einen Zwang, ja. Hat er doch. Nennt sich Besteuerung. Jeder, der was kauft, zahlt schon mal kräftige 7% bzw 19%.
Oder Einkommenssteuer.
Diesen kräftigen Anteil holt er sich also, und dieser steht den Menschen dann ja nicht mehr zur Verfügung, um für sich selbst sorgen zu können.
Mit diesem Geld hat dann eben der Staat Sorge zu tragen (ALGII/Grundsicherung). Das ist doch die Pointe dran.

Man kann sich doch nicht darüber beschweren, dass die Menschen immer unselbstständiger und zukunftsvergessender werden und dann andererseits genau diese staatliche Bemutterung extra fordern, die dann als eigentliche Ursache zu dieser Veränderung des moralischen Benehmens("Moral hazards") führt.
Der Staat ersetzt, verdrängt (sog. "crowding out"). Wenn man davon als "Lösung" noch mehr fordert, verschärft man die Verhaltensänderungen natürlich noch weiter. Die Menschen werden immer abhängiger vom Staat. Sehen mehr und mehr staatliche Leistungen als ihr angestammtes Recht qua Staatsbürger an. Das wird ja teilweise sogar als "modern und progressiv" angesehen, diese Entwicklungen, dass also das einzelne Schicksal mehr und mehr vom eigenen Tun entkoppelt wird und die Handlungsfolgen auf ein immer weitreichenderes Gemeinwesen übertragen werden und das möglichst ohne jede Wahlmöglichkeit, sondern als unausweichliche "Pflicht"-Veranstaltung, die freilich immer "gut gemeint" ist. Der moderne Mensch hat verlernt würdevoll unterzugehen, mit Risiken zu leben, wenn es sein muss, auch früher als gehofft abzutreten, oder sich wenigstens ohne großes Geheul zu bescheiden. Der Mensch hat sich mittlerweile zu sehr eingerichtet. Das ist das eigentliche Problem unserer Zeit.

Ich meine, da gibt es schon eine Grundsicherung, die man aus dieser etatistischen Innensicht ja als große Errungenschaft bejubeln müsste, aber dann wird dieses Auffangnetz gleich wieder problematisiert und stigmatisiert, wenn es tatsächlich von den Menschen in Anspruch genommen wird.
Wie gesagt, dazu ist es ja da, eben aufzufangen, mit allen zu erwartenen Nebeneffekten inkl. Nichts ist kostenlos. Und die Kosten des Staates ist die Veränderung des Menschen.


Kann man wohl wirklich so sehen. Ich meine, daß in einigen westlichen Nachbarländern unsere Versicherungsleistungen aus Steuergeldern bezahlt werden. In Belgien ist das Rentensystem in sehr große Schwierigkeiten geraten, in UK der National Health Service desgleichen. Da ist unser Umlagesystem vielleicht doch nicht so dumm.

Die Kanzlerin hatte schon einmal erwähnt, daß unsere Grundsicherung doch auch als eine Mindestrente oder auch als Mindesteinkommen angesehen werden könne. Die kommt ja aus Steuermitteln... nicht die Kanzlerin, sondern die Grundsicherung.

Vielleicht bin ich zu sehr auf das bewährte Umlagesystem für unsere RV und GKV festgelegt... ich würde nicht ohne Not auf dieses Element verzichten wollen. Aber wahr ist sicher auch, daß andere Systeme auch funktionieren. Alle aber kommen durch dem "demograpphischen Faktor" an ihre Belastungsgrenzen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 13. Mai 2016, 14:53

Orwellhatterecht hat geschrieben:(11 May 2016, 14:21)

Richtig, Riester hat seine eigene Rente natürlich richtig durchgerechnet. Heraus kommt dabei etwas mehr als beim sog. Eckrentner.


http://www.welt.de/politik/article19837 ... Rente.html


Was ist ein Eckrentner ? Ich wäre froh würde ich heute 43 % von meinem letzten Gehalt als gesetzl. Rente beziehen .
Die Rentenhöhe wird nicht nach dem letzten Gehalt vor Renteneintritt berechnet . Wäre schön ist leider nicht so. Betragsjahre und Beitragshöhe
sind entscheidend .
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Fr 13. Mai 2016, 15:06

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 14:53)

Was ist ein Eckrentner ? Ich wäre froh würde ich heute 43 % von meinem letzten Gehalt als gesetzl. Rente beziehen .
Die Rentenhöhe wird nicht nach dem letzten Gehalt vor Renteneintritt berechnet . Wäre schön ist leider nicht so. Betragsjahre und Beitragshöhe
sind entscheidend .


Dazu gibt es google und wikipedia. Dort finden Sie unter "Eckrentner" alle Antworten auf Ihre Fragen. Nur Mut; so schwierig ist das gar nicht! ;)

Ihnen wird sicher aufgefallen sein, daß Ihre Rentenbeiträge sich nur auf das "sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt" bezogen. Wenn Sie zu den gut verdienenden Erwerbstätigen gehört haben, dann lag Ihr Gehalt/Lohn deutlich über dieser Beitragsbemessungsgrenze. Rente gibt es aber nur für die angesammelten Rentenpunkte nach Maßgabe des Renteneintrittsalters.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 13. Mai 2016, 15:24

H2O hat geschrieben:(13 May 2016, 15:06)

Dazu gibt es google und wikipedia. Dort finden Sie unter "Eckrentner" alle Antworten auf Ihre Fragen. Nur Mut; so schwierig ist das gar nicht! ;)

Ihnen wird sicher aufgefallen sein, daß Ihre Rentenbeiträge sich nur auf das "sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt" bezogen. Wenn Sie zu den gut verdienenden Erwerbstätigen gehört haben, dann lag Ihr Gehalt/Lohn deutlich über dieser Beitragsbemessungsgrenze. Rente gibt es aber nur für die angesammelten Rentenpunkte nach Maßgabe des Renteneintrittsalters.


Richtig ,nur deshalb ist die Frage was ein Eckrentner sein soll nicht beantwortet. Den gibt es nicht . Übrigens ich muss im Gegensatz zu den Jahrgängen bis 1941 und nach 1948
auch noch 7,2 % Abzüge verkraften .Sozis nennen das Gerechtigkeit .Mag ja sein dass man Ihr Gehalt seit Einstig ins Berufsleben nie angehoben hat .Kann man als Einzelfall betrachten .
Die Bemessungsgrenzen liegen eh zu hoch .Davon 43 % wäre schön.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Fr 13. Mai 2016, 15:33

Positiv Denkender hat geschrieben:(13 May 2016, 15:24)

Richtig ,nur deshalb ist die Frage was ein Eckrentner sein soll nicht beantwortet. Den gibt es nicht . Übrigens ich muss im Gegensatz zu den Jahrgängen bis 1941 und nach 1948
auch noch 7,2 % Abzüge verkraften .Sozis nennen das Gerechtigkeit .Mag ja sein dass man Ihr Gehalt seit Einstig ins Berufsleben nie angehoben hat .Kann man als Einzelfall betrachten .
Die Bemessungsgrenzen liegen eh zu hoch .Davon 43 % wäre schön.


Na, Sie sind ja mit gar nichts zufrieden zu stellen! Gleich der erste Satz in wiki sagt, was eine Eckrente ist und wozu das gut ist. Hinter der Eckrente hätte ich glatt den "Eckrentner" vermutet. Wen oder was vermuten Sie dahinter?

    Die Standardrente (oft auch 'Eckrente' genannt) ist – gemäß (§ 154 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 SGB VI) – eine Regelaltersrente mit genau 45 Entgeltpunkten. Sie ist eine im Rentenrecht verwendete Rechengröße. Sie wird dazu verwendet, das Standardrentenniveau sowie den Nachhaltigkeitsfaktor zu berechnen.