Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

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Alster
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Alster » Sa 18. Mai 2019, 21:56

Aldemarin hat geschrieben:(17 Apr 2017, 01:10)

Warum steigt denn Deutschland nicht aus dem Eurovisions Song Contest nicht aus? Ein Ausstieg hin oder her wäre doch auch nicht schlecht.

Weil das deutsche staatliche Fernsehen nicht noch das letzte Thema aufgeben möchte, mit dem es ein Minimum an Aufmerksamkeit schinden kann.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
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Ammianus
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Ammianus » Sa 18. Mai 2019, 22:11

Im Paket tu ich mir das nicht an. Meist sind es die üblichen Jaulsongs mit nervigem Backroundgetue der übelsten Art. Aber in den slowenischen Beitrag bin ich reingezappt und der war wirklich gut sowohl von Komposition, Arrangement wie auch Präsentation ...
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Selina
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Selina » So 19. Mai 2019, 07:53

Jedes Jahr nehme ich mir vor, das Zeuchs im nächsten Jahr ganz bestimmt nicht mehr anzuschauen, aber was mache ich? :D Also ich bin wieder einmal darin bestärkt worden, dass das Ganze nicht mit rechten Dingen zugeht bzw. allein irgendwelche gegenseitigen Ländersympathien eine Rolle spielen oder auch Umstände, die der Außenstehende nicht so leicht durchschauen kann. Denn der deutsche Beitrag war doch gut. Da sind ganz andere Leute viel weiter oben platziert worden, die beiweitem nicht so gut singen können. Vor allem zeichnete sich der deutsche Beitrag der beiden Mädchen durch Originalität aus. Gut gesungen, Text gut, gutes Arrangement. Ich hatte mindestens mit einem der ersten zehn Plätze gerechnet. Alles andere - vielleicht bis auf den Siegertitel - hat doch wieder wie ein gleichförmig arrangierter Einheitsbrei geklungen: Laut, schrill, musikalisch wenig ausdifferenziert, langweilig. Also: Das nächste Mal gucke ich ganz bestimmt nicht mehr :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Skeptiker » So 19. Mai 2019, 09:37

Selina hat geschrieben:(19 May 2019, 07:53)
Jedes Jahr nehme ich mir vor, das Zeuchs im nächsten Jahr ganz bestimmt nicht mehr anzuschauen, aber was mache ich? :D Also ich bin wieder einmal darin bestärkt worden, dass das Ganze nicht mit rechten Dingen zugeht bzw. allein irgendwelche gegenseitigen Ländersympathien eine Rolle spielen oder auch Umstände, die der Außenstehende nicht so leicht durchschauen kann. Denn der deutsche Beitrag war doch gut. Da sind ganz andere Leute viel weiter oben platziert worden, die beiweitem nicht so gut singen können. Vor allem zeichnete sich der deutsche Beitrag der beiden Mädchen durch Originalität aus. Gut gesungen, Text gut, gutes Arrangement. Ich hatte mindestens mit einem der ersten zehn Plätze gerechnet. Alles andere - vielleicht bis auf den Siegertitel - hat doch wieder wie ein gleichförmig arrangierter Einheitsbrei geklungen: Laut, schrill, musikalisch wenig ausdifferenziert, langweilig. Also: Das nächste Mal gucke ich ganz bestimmt nicht mehr :D

Ich hatte mir den deutschen Beitrag gestern wirklich zum ersten mal angesehen und angehört. Ja, auch ich fand den eigentlich gut. Der hätte es in meinen Augen verdient gehabt weiter vorne zu landen, aber das Publikum scheint da anders gedacht zu haben.

Die Gesetze des ESC sind wohl nur Experten im Showbusiness zu durchschauen. Stefan Raab war soeiner. Daher bin ich mir auch sicher, dass es fair zugeht, nur eben nicht mit den Regeln die man sich so vorstellt. Es braucht hat das Vorgeplänkel, ansonsten ist man bei der Veranstaltung aufgeschmissen. Und DA verliert Deutschland offenbar immer. Spätestens als man im Interview beim ESC nur bestätigen konnte auf dem Thema vom letzten Jahr aufzusetzen, waren die letzten möglichen Punkte des Publikums weg …

Was mir extrem gut gefällt ist der Modus der Abstimmung. Der ist grandios gut und verspricht fast immer Spannung bis zuletzt. Damit hat man wirklich ein einzigartiges Format.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Selina » So 19. Mai 2019, 09:46

Skeptiker hat geschrieben:(19 May 2019, 09:37)

Ich hatte mir den deutschen Beitrag gestern wirklich zum ersten mal angesehen und angehört. Ja, auch ich fand den eigentlich gut. Der hätte es in meinen Augen verdient gehabt weiter vorne zu landen, aber das Publikum scheint da anders gedacht zu haben.

Die Gesetze des ESC sind wohl nur Experten im Showbusiness zu durchschauen. Stefan Raab war soeiner. Daher bin ich mir auch sicher, dass es fair zugeht, nur eben nicht mit den Regeln die man sich so vorstellt. Es braucht hat das Vorgeplänkel, ansonsten ist man bei der Veranstaltung aufgeschmissen. Und DA verliert Deutschland offenbar immer. Spätestens als man im Interview beim ESC nur bestätigen konnte auf dem Thema vom letzten Jahr aufzusetzen, waren die letzten möglichen Punkte des Publikums weg …

Was mir extrem gut gefällt ist der Modus der Abstimmung. Der ist grandios gut und verspricht fast immer Spannung bis zuletzt. Damit hat man wirklich ein einzigartiges Format.


Letzteres stimmt natürlich. Aber bei allem Hin und Her und bei allem Vorgeplänkel und so weiter: Trotzdem traue ich mir immer noch zu, gute Stimmen und guten Gesang von schlechten Stimmen und schlechtem Gesang unterscheiden zu können. Und da kommt man eben auf so Gedanken, wenn nachweislich schwach gesungene Songs und mittelmäßige Interpreten so weit nach oben rutschen ;)
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Skeptiker » So 19. Mai 2019, 10:03

Selina hat geschrieben:(19 May 2019, 09:46)
Letzteres stimmt natürlich. Aber bei allem Hin und Her und bei allem Vorgeplänkel und so weiter: Trotzdem traue ich mir immer noch zu, gute Stimmen und guten Gesang von schlechten Stimmen und schlechtem Gesang unterscheiden zu können. Und da kommt man eben auf so Gedanken, wenn nachweislich schwach gesungene Songs und mittelmäßige Interpreten so weit nach oben rutschen ;)

Ja, das traue ich Dir auch zu. Aber mal anders gesagt, kommt es nicht darauf an das beste Lied zu schreiben und am besten zu singen. Der Gewinner sammelt die meisten Punkte und DAS zählt.

Überspitzt formuliert würde auch eine Gruppe onanierender Teenager in Büffelkostümen gewinnen, wenn das die Leute in Europa maximal polarisiert. Daher ja das geteilte Voting, welches eben Exzesse abmildern soll.

Das scheint ja mit Ausnahme weniger Staaten auch gut zu gelingen. Man muss aber auch sehen, dass Staaten wie Grossbritannien und Spanien unser Leid typischerweise teilen. Was die Briten als Popnation erreichen ist wirklich lächerlich.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Selina » So 19. Mai 2019, 10:27

Skeptiker hat geschrieben:(19 May 2019, 10:03)

Ja, das traue ich Dir auch zu. Aber mal anders gesagt, kommt es nicht darauf an das beste Lied zu schreiben und am besten zu singen. Der Gewinner sammelt die meisten Punkte und DAS zählt.

Überspitzt formuliert würde auch eine Gruppe onanierender Teenager in Büffelkostümen gewinnen, wenn das die Leute in Europa maximal polarisiert. Daher ja das geteilte Voting, welches eben Exzesse abmildern soll.

Das scheint ja mit Ausnahme weniger Staaten auch gut zu gelingen. Man muss aber auch sehen, dass Staaten wie Grossbritannien und Spanien unser Leid typischerweise teilen. Was die Briten als Popnation erreichen ist wirklich lächerlich.


Stimmt. Ich wünsche mir einfach wieder so was Tolles wie Abba. Aber das ist vielleicht ne Oma-Vorstellung, geb ich zu :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Alexyessin » So 19. Mai 2019, 10:36

Ammianus hat geschrieben:(18 May 2019, 22:11)

Im Paket tu ich mir das nicht an. Meist sind es die üblichen Jaulsongs mit nervigem Backroundgetue der übelsten Art. Aber in den slowenischen Beitrag bin ich reingezappt und der war wirklich gut sowohl von Komposition, Arrangement wie auch Präsentation ...


Wenn sie das gespielt hat, dann war es wirklich eine gute Darstellung, aber ich glaube, die ist wirklich in den verknallt.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Alexyessin » So 19. Mai 2019, 10:38

Selina hat geschrieben:(19 May 2019, 07:53)

Jedes Jahr nehme ich mir vor, das Zeuchs im nächsten Jahr ganz bestimmt nicht mehr anzuschauen, aber was mache ich? :D Also ich bin wieder einmal darin bestärkt worden, dass das Ganze nicht mit rechten Dingen zugeht bzw. allein irgendwelche gegenseitigen Ländersympathien eine Rolle spielen oder auch Umstände, die der Außenstehende nicht so leicht durchschauen kann. Denn der deutsche Beitrag war doch gut. Da sind ganz andere Leute viel weiter oben platziert worden, die beiweitem nicht so gut singen können. Vor allem zeichnete sich der deutsche Beitrag der beiden Mädchen durch Originalität aus. Gut gesungen, Text gut, gutes Arrangement. Ich hatte mindestens mit einem der ersten zehn Plätze gerechnet. Alles andere - vielleicht bis auf den Siegertitel - hat doch wieder wie ein gleichförmig arrangierter Einheitsbrei geklungen: Laut, schrill, musikalisch wenig ausdifferenziert, langweilig. Also: Das nächste Mal gucke ich ganz bestimmt nicht mehr :D


Ich habs mir auch wieder reingezogen. Aber 0 Punkte aus dem Publikum war sogar für mich überraschend.
Ich fand den Spanier gut und die Dänin.
Das natürlich wieder die Seuselnummer gewinnt war klar.
FYROM hätte es verdient gehabt, aber das Thema war wohl für das Publikum schwerer zu verdauen.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon yogi61 » So 19. Mai 2019, 10:39

Skeptiker hat geschrieben:(19 May 2019, 10:03)

Ja, das traue ich Dir auch zu. Aber mal anders gesagt, kommt es nicht darauf an das beste Lied zu schreiben und am besten zu singen. Der Gewinner sammelt die meisten Punkte und DAS zählt.

Überspitzt formuliert würde auch eine Gruppe onanierender Teenager in Büffelkostümen gewinnen, wenn das die Leute in Europa maximal polarisiert. Daher ja das geteilte Voting, welches eben Exzesse abmildern soll.

Das scheint ja mit Ausnahme weniger Staaten auch gut zu gelingen. Man muss aber auch sehen, dass Staaten wie Grossbritannien und Spanien unser Leid typischerweise teilen. Was die Briten als Popnation erreichen ist wirklich lächerlich.


In Großbritanien gilt der ESC als Karrierekiller. Die Zeiten von Clif Richard sind vorbei. Der Titel wird irgendwo hinter verschlossenen Türen augeküngelt und es gibt auch keinen Hype, weil die Hälfte der Briten schon beim Wort Europa Schüttelfrost bekommt.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon schokoschendrezki » So 19. Mai 2019, 11:45

Skeptiker hat geschrieben:(19 May 2019, 09:37)
Die Gesetze des ESC sind wohl nur Experten im Showbusiness zu durchschauen.

Beim Publikum scheints da nur ein Gesetz zu geben: Wer trägt am dicksten auf. Der ESC ist wirklich nicht meine Veranstaltung, aber gestern habe ich mir aufgrund von akuter Mattigkeit die komplette Übertragung gegeben. Interessant und unterhaltsam ist das schon. Der einzige Beitrag, der mich musikalisch wenigstens irgendwie erreicht hat, der Tschechiens, landete nicht wie vermutet ganz am Ende sondern im Mittelfeld. Relativ gute Jurybewertung und so gut wie ohne Resonanz beim Publikum. Also nach "Manipulation" riecht das insofern für mich nicht.

Der Belarus-Beitrag war musikalisch nichtssagend aber so ziemlich der einzige Beitrag, bei dem der Lebensfrohsinn ("Frohsinn", schönes altmodisches Wort ...) für mich irgendwie authentisch und nicht aufgesetzt und inszeniert rüberkam.

Das Zweiitdanebenste war für mich der Beitrag Albaniens und das Erstdanebenste der Beitrag Australiens. Der schmeckte irgendwie nach Vanessa Mae, David Garrett oder Lang Lang. Ich höre sehr gern auch anspruchsvolle Musik, gehe in Jazz- oder Klassik-Konzerte ... aber mit diesem Zeug möge man mich in Frieden lassen.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon yogi61 » So 19. Mai 2019, 11:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 May 2019, 11:45)

Beim Publikum scheints da nur ein Gesetz zu geben: Wer trägt am dicksten auf. Der ESC ist wirklich nicht meine Veranstaltung, aber gestern habe ich mir aufgrund von akuter Mattigkeit die komplette Übertragung gegeben. Interessant und unterhaltsam ist das schon. Der einzige Beitrag, der mich musikalisch wenigstens irgendwie erreicht hat, der Tschechiens, landete nicht wie vermutet ganz am Ende sondern im Mittelfeld. Relativ gute Jurybewertung und so gut wie ohne Resonanz beim Publikum. Also nach "Manipulation" riecht das insofern für mich nicht.

Der Belarus-Beitrag war musikalisch nichtssagend aber so ziemlich der einzige Beitrag, bei dem der Lebensfrohsinn ("Frohsinn", schönes altmodisches Wort ...) für mich irgendwie authentisch und nicht aufgesetzt und inszeniert rüberkam.

Das Zweiitdanebenste war für mich der Beitrag Albaniens und das Erstdanebenste der Beitrag Australiens. Der schmeckte irgendwie nach Vanessa Mae, David Garrett oder Lang Lang. Ich höre sehr gern auch anspruchsvolle Musik, gehe in Jazz- oder Klassik-Konzerte ... aber mit diesem Zeug möge man mich in Frieden lassen.


Wenn Du anspruchsvolle Musik magst, dann musst Du auch zugeben, dass das Lied aus Deutschland unter alle Kanone war, nicht die Performance der beiden bemitleidenswerten Damen. Zu retten war da aber nichts mehr.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon schokoschendrezki » So 19. Mai 2019, 11:56

Alexyessin hat geschrieben:(19 May 2019, 10:38)

Ich habs mir auch wieder reingezogen. Aber 0 Punkte aus dem Publikum war sogar für mich überraschend.

Der Song, die Tanzchoreographie, das ganze Konzept ist sofort und unmittelbar - eben - als "Konzept" durchschaubar. Insofern war das nicht überraschend.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Skeptiker » So 19. Mai 2019, 11:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 May 2019, 11:45)
Beim Publikum scheints da nur ein Gesetz zu geben: Wer trägt am dicksten auf. Der ESC ist wirklich nicht meine Veranstaltung, aber gestern habe ich mir aufgrund von akuter Mattigkeit die komplette Übertragung gegeben. Interessant und unterhaltsam ist das schon. Der einzige Beitrag, der mich musikalisch wenigstens irgendwie erreicht hat, der Tschechiens, landete nicht wie vermutet ganz am Ende sondern im Mittelfeld. Relativ gute Jurybewertung und so gut wie ohne Resonanz beim Publikum. Also nach "Manipulation" riecht das insofern für mich nicht.

Der Belarus-Beitrag war musikalisch nichtssagend aber so ziemlich der einzige Beitrag, bei dem der Lebensfrohsinn ("Frohsinn", schönes altmodisches Wort ...) für mich irgendwie authentisch und nicht aufgesetzt und inszeniert rüberkam.

Das Zweiitdanebenste war für mich der Beitrag Albaniens und das Erstdanebenste der Beitrag Australiens. Der schmeckte irgendwie nach Vanessa Mae, David Garrett oder Lang Lang. Ich höre sehr gern auch anspruchsvolle Musik, gehe in Jazz- oder Klassik-Konzerte ... aber mit diesem Zeug möge man mich in Frieden lassen.

Wer am dicksten aufträgt - nö - das alleine kann es nicht sein. Bei den letzten drei ESC haben zwei mal* langsame Balladen gewonnen - bei Portugal sogar EXTREM langsam.

Mir scheint es eher ein Effekt des Bekanntmachens uns Polarisierens sein. Man muss in aller Munde sein, noch bevor der ESC startet. Alle müssen eine Meinung haben und die muss lauten, DIE/DER oder EINER DER ANDEREN. Bekommt man das hin, kombiniert mit einer passablen musikalischen Qualität, dann hat man Siegchancen.

Edit: 'zwei mal' hinzugefügt. Der israelische Beitrag war natürlich alles andere als eine langsame Ballade :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Selina » So 19. Mai 2019, 12:01

Die ganze Veranstaltung ist ein einziger musikalischer Einheitsbrei. Und das seit Jahren. Frag mich, ob das ernstzunehmenden Pop-Produzenten nicht auffällt. Man kriegt Kopfschmerzen von dieser Einheitlichkeit. Grell, laut, bonbonbunt, dümmlich. Selbst die ursprünglich mal grandiose Gesamtshow einschließlich Farb- und Lichteffekten wird allmählich immer gleichförmiger. Insgesamt ragen höchstens mal ein, zwei Songs, ein zwei Interpreten ein wenig heraus. Aber ansonsten: Musikalisch das Letzte. Wie oft sich die Veranstalter vorgenommen haben, dass das besser werden muss... Vergeblich. Wie gesagt: Man kann davon halten, was man will, aber das Abba-Songcontest-Niveau ist eben unerreicht. Einen Sinn sehe ich in dieser Schaffe nur noch insofern, dass sich da ganze Gruppen vergnügt vor den Fernseher setzen und gemeinsam kräftig ablästern :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon schokoschendrezki » So 19. Mai 2019, 12:07

yogi61 hat geschrieben:(19 May 2019, 11:49)

Wenn Du anspruchsvolle Musik magst, dann musst Du auch zugeben, dass das Lied aus Deutschland unter alle Kanone war, nicht die Performance der beiden bemitleidenswerten Damen. Zu retten war da aber nichts mehr.


Ja, aber was heißt schon "anspruchsvoll". Rein stimmtechnisch genügte die Australierin auch den allerhöchsten Ansprüchen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Albanierien eigentlich auch. Für mich dennoch das Danebenste. Dann lieber drei-Akkorde-Punk.

Und wie grad geschrieben. Der Deutschland-Beitrag war einfach ein Billigfließbandartikel aus dem Produzenten-Millieu.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon yogi61 » So 19. Mai 2019, 12:08

Selina hat geschrieben:(19 May 2019, 12:01)

Die ganze Veranstaltung ist ein einziger musikalischer Einheitsbrei. Und das seit Jahren. Frag mich, ob das ernstzunehmenden Pop-Produzenten nicht auffällt. Man kriegt Kopfschmerzen von dieser Einheitlichkeit. Grell, laut, bonbonbunt, dümmlich. Selbst die ursprünglich mal grandiose Gesamtshow einschließlich Farb- und Lichteffekten wird allmählich immer gleichförmiger. Insgesamt ragen höchstens mal ein, zwei Songs, ein zwei Interpreten ein wenig heraus. Aber ansonsten: Musikalisch das Letzte. Wie oft sich die Veranstalter vorgenommen haben, dass das besser werden muss... Vergeblich. Wie gesagt: Man kann davon halten, was man will, aber das Abba-Songcontest-Niveau ist eben unerreicht. Einen Sinn sehe ich in dieser Schaffe nur noch insofern, dass sich da ganze Gruppen vergnügt vor den Fernseher setzen und gemeinsam kräftig ablästern :D


Liebe Selina, die Zeiten sind eben vorbei. Heute werden kaum noch Tonträger verkauft und einige dieser Künstler versuchen über die Performance später ein paar Auftritte und Tantiemen zu ergattern.
Warum schickt Großbritanien nicht einfach Elton John, Rod Stewart oder Coldplay dahin? Ganz einfach, weil die es nicht machen würden. :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon Billie Holiday » So 19. Mai 2019, 12:12

Der Wunsch, sich zu langweilen oder seinen Ohren weh zu tun, ist offenbar größer als der Wunsch, einen schönen Abend zu verbringen. :D
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon schokoschendrezki » So 19. Mai 2019, 12:14

Skeptiker hat geschrieben:(19 May 2019, 11:59)

Wer am dicksten aufträgt - nö - das alleine kann es nicht sein. Bei den letzten drei ESC haben langsame Balladen gewonnen - bei Portugal sogar EXTREM langsam.

Ja, gut, das hab ich nicht gesehen und gehört. Gestern jedenfalls wurde ununterbrochen dick aufgetragen. Und da gehts ja nicht nur um schnell oder langsam. Der balladenhafte niederländische Beitrag hat einigermaßen verdient gewonnen. Aber "dick aufgetragen" ist das trotzdem. Nicht durch extravagantes Äußeres sondern durch diese Emotionsaufwallungsattitüde.
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Re: Eurovision Song Contest - alle Jahre wieder

Beitragvon schokoschendrezki » So 19. Mai 2019, 12:24

Selina hat geschrieben:(19 May 2019, 12:01)

Die ganze Veranstaltung ist ein einziger musikalischer Einheitsbrei. Und das seit Jahren. Frag mich, ob das ernstzunehmenden Pop-Produzenten nicht auffällt. Man kriegt Kopfschmerzen von dieser Einheitlichkeit. Grell, laut, bonbonbunt, dümmlich. Selbst die ursprünglich mal grandiose Gesamtshow einschließlich Farb- und Lichteffekten wird allmählich immer gleichförmiger. Insgesamt ragen höchstens mal ein, zwei Songs, ein zwei Interpreten ein wenig heraus. Aber ansonsten: Musikalisch das Letzte. Wie oft sich die Veranstalter vorgenommen haben, dass das besser werden muss... Vergeblich. Wie gesagt: Man kann davon halten, was man will, aber das Abba-Songcontest-Niveau ist eben unerreicht. Einen Sinn sehe ich in dieser Schaffe nur noch insofern, dass sich da ganze Gruppen vergnügt vor den Fernseher setzen und gemeinsam kräftig ablästern :D

mmmh ... nein. Das hätte man vielleicht von diesem berühmten Munich Sound Ende der 70er sagen können. Giorgio Moroder & Co. Wie hier schon erwähnt: DIe Bedingungen und Umstände der Musikindustrie heute sehen komplett anders aus. Und möglicherweise (ich weiß es nicht) kannst Du dir kaum vorstellen, wie hoch die technisch-musikalischen Ansprüche gerade auch in der U-Musik heute eigentlich sind. VIele gefeierte Gitarrenhelden der 70er würde heute bei einer Bewerbung für eine Glitzershow wie z.B. die im Berliner Friedrichstadtpalast glatt durchfallen. Musikalisch so gesehen eigentlich das erste.
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