Wohnungspolitik

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busse
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon busse » Do 11. Feb 2021, 08:45

Aldus hat geschrieben:(10 Feb 2021, 16:07)

Ist im Grunde aber auch nachvollziehbar - wer will sich schon jede Menge Probleme ins Kuckuksnest setzen. Ich habe selbst eine Zeitlang in einem Genossenschaftshaus gewohnt. Probleme gab´s da immer nur mit den "Alteingesessenen" vom Jobcenter - und zwar ständig und immer wieder. Die "neu hinzugezogenen" von der Genossenschaft wußten sich dagegen normalerweise zu benehmen.

Also, kein Wunder.


Das Problem ist , das darfst Du so sagen und auch in der Mitgliederversammlung so anbringen (was viele Genossen tun), nur darf um Himmels Willen der Vorstand der Genossenschaft nicht so reagieren wie ihr wollt, er verstößt sonst gegen das AGG.
Die "guten" Genossenschaften reagieren im Hintergrund, setzen alte gewiefte Vermieter ein die das in diesen Quartieren so schon regeln. Aber immer können die nicht ins Hirn derjenigen reinschauen.
Da ist dann die Initiative des Genossen gefragt, dem ein Wohnungsangebot vorliegt und mal klingeln geht im Haus, meistens reichts 1-2 x aus, um den Zustand der Mieterschaft zu hinterfragen.
busse
Senexx

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Senexx » Do 11. Feb 2021, 13:21

Nächster Schlag gegen das Wohnen geplant

Mit einer Explosion der Deponiegebühren für Erdaushub sollen die Bürger weiter in Massenwohnformen gehalten werden.

Abenteuerliche Zahlen werden genannt

https://www.welt.de/finanzen/immobilien ... ahler.html
Aldus
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Aldus » Fr 12. Feb 2021, 17:15

busse hat geschrieben:(11 Feb 2021, 08:45)
Die "guten" Genossenschaften reagieren im Hintergrund, setzen alte gewiefte Vermieter ein die das in diesen Quartieren so schon regeln. Aber immer können die nicht ins Hirn derjenigen reinschauen.
Da ist dann die Initiative des Genossen gefragt, dem ein Wohnungsangebot vorliegt und mal klingeln geht im Haus, meistens reichts 1-2 x aus, um den Zustand der Mieterschaft zu hinterfragen.

Das mag so sein - und wenn da gute "Vermieter" bei der Genossenschaft arbeiten, ist das sicher Gold wert. Aber bei mir seinerzeit war die Lage so, das es sich wohl um Häuser handelte, die ehemals direkt zum Sozialamt gehört hatten und dann irgendwann samt "Insassen" von der örtlichen Genossenschaft übernommen wurden. Bindet einem natürlich bei der Neuvermietung keiner auf die Nase (und klingeln gehen hilft denke ich nur bedingt, wenn sowieso niemand die Tür aufmacht...)

Auch wenn zu dem Zeitpunkt ein Großteil der Mieter bereits gewechselt hatte, gab es eben immer noch ein par alte Fälle, die noch direkt vom Amt zugewiesen worden waren. Was sich - gelinde gesagt, als sehr problematisch herausstellte. Wie gesagt, das die Genossenschaften keine Lust haben, sich derartige Altlasten aufzubürden - quasi die Nachsorge der Sozialämter zu machen, ist im Grunde nachvollziehbar.
"Nur eine Maschine kann eine Maschine verstehen." - Alan Turing
"Wir müssen die gar nicht verstehen, die haben zu gehorchen." - Prof. Harald Lesch
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Senexx » Mi 17. Feb 2021, 10:49

Lässt man die Wohnungspolitik und die Wohnungssituation so Revue passieren stellt sich eine Frage: Deutschland eine Wohneigentumsquote von ca. 42 Prozent (2018).

Warum geben sich die Deutschen damit zufrieden und rebellieren sie nicht?

Und wieso wählen sie Partien, die genau diese Verhältnisse zementieren wollen und die für Nachverdichtung, Geschosswohnungsbau und Mietwohnungsbau plädieren?

So viel Selbstbetrug hat man lange nicht gesehen.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Senexx » Sa 20. Feb 2021, 15:43

In einer ehemals reichen Nachbarstadt, inzwischen hochverschuldet aufgrund der Enteignung durch die rotgrüne Landesregierung, planen sie ein neues Viertel für bis zu 1500 Menschen. Wegen der "sozialen Durchmischung" soll nur 1/3 für Gutverdiener vorgesehen werden, 1/3 für "Einkommensschwache". Man plant also schon bei Bau neue Belastungen für den Sozialetat.

Wie im Irrenhaus. Im Interesse der Stadt wäre es, nur für Gutverdiener zu planen. Diese zahlen hohen Einkommenssteuer und belasten nicht die öffentlichen Kassen.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Teeernte » Sa 20. Feb 2021, 15:53

Senexx hat geschrieben:(20 Feb 2021, 15:43)

In einer ehemals reichen Nachbarstadt, inzwischen hochverschuldet aufgrund der Enteignung durch die rotgrüne Landesregierung, planen sie ein neues Viertel für bis zu 1500 Menschen. Wegen der "sozialen Durchmischung" soll nur 1/3 für Gutverdiener vorgesehen werden, 1/3 für "Einkommensschwache". Man plant also schon bei Bau neue Belastungen für den Sozialetat.

Wie im Irrenhaus. Im Interesse der Stadt wäre es, nur für Gutverdiener zu planen. Diese zahlen hohen Einkommenssteuer und belasten nicht die öffentlichen Kassen.


Welcher "Gutverdiener" zieht in solch viertel ?
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Senexx » Sa 20. Feb 2021, 15:57

Teeernte hat geschrieben:(20 Feb 2021, 15:53)

Welcher "Gutverdiener" zieht in solch viertel ?

Das neue Viertel schließt ja zudem noch an eine bereits bestehende Hochhaussiedlung an, die zu den verrufensten in der Stadt gehört

Man sollte da eher eine "Gated Community" hinstellen.

Die Lage ist sonst recht attraktiv: Neben einem Badesee und vielen Sportvereinen, mit Straßenbahnanschluss.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » Sa 20. Feb 2021, 16:36

Aldus hat geschrieben:(12 Feb 2021, 17:15)
Wie gesagt, das die Genossenschaften keine Lust haben, sich derartige Altlasten aufzubürden - quasi die Nachsorge der Sozialämter zu machen, ist im Grunde nachvollziehbar.

In München können sich die Wohnungsbaugenossenschaften, die neu bauen, ihre Mitglieder selbst aussuchen. Für die subventionierten Sozialwohnungen und die Wohnung gemäß München Modell bedarf es nur eines Wohnberechtigungsscheines. Oft verlangen die Neubauprojekte der Genossenschaften eine aktive Teilnahme bei der Planung von jedem Interessierten und am Ende der Bauphase gab es in meinem Projekt eine Pflicht zu 40 Stunden Arbeitsbeteiligung bei der Endreinigung, um schneller einziehen zu können. 1/3 freifinanzierte Wohnungen im Projekt bedeutet auch die Teilnahme von Gutverdienern. Einige sollten hier einmal von ihrem hohen Ross herunterkommen.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Realist2014 » Sa 20. Feb 2021, 16:39

Wähler hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:36)

In München können sich die Wohnungsbaugenossenschaften, die neu bauen, ihre Mitglieder selbst aussuchen. Für die subventionierten Sozialwohnungen und die Wohnung gemäß München Modell bedarf es nur eines Wohnberechtigungsscheines. .



Und wer such sich hier irgendwelche "Problem-Hartzis" aus?

Wohl niemand
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » Sa 20. Feb 2021, 16:44

Wähler hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:36)
In München können sich die Wohnungsbaugenossenschaften, die neu bauen, ihre Mitglieder selbst aussuchen. Für die subventionierten Sozialwohnungen und die Wohnung gemäß München Modell bedarf es nur eines Wohnberechtigungsscheines. Oft verlangen die Neubauprojekte der Genossenschaften eine aktive Teilnahme bei der Planung von jedem Interessierten und am Ende der Bauphase gab es in meinem Projekt eine Pflicht zu 40 Stunden Arbeitsbeteiligung bei der Endreinigung, um schneller einziehen zu können. 1/3 freifinanzierte Wohnungen im Projekt bedeutet auch die Teilnahme von Gutverdienern. Einige sollten hier einmal von ihrem hohen Ross herunterkommen.

Realist2014 hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:39)
Und wer such sich hier irgendwelche "Problem-Hartzis" aus?

Was heißt hier denn Problem-Hartzi? In unserem Projekt hat das Arbeitsamt oder das Wohnungsamt zum Teil Bürgschaften für das Eigenkapital übernommen. Auf der niedrigsten EOF-Stufe waren das maximal 10 000 Euro für eine 60-Quadratmeter-Wohnung. Den einmaligen Mitgliedsbeitrag von 1000 Euro musste jeder Wohnungsbaugenosse aus eigener Tasche zahlen.
Zuletzt geändert von Wähler am Sa 20. Feb 2021, 16:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 20. Feb 2021, 16:49

Senexx hat geschrieben:(20 Feb 2021, 15:43)

In einer ehemals reichen Nachbarstadt, inzwischen hochverschuldet aufgrund der Enteignung durch die rotgrüne Landesregierung...

Was wurde dort gemacht?
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Realist2014 » Sa 20. Feb 2021, 16:50

Wähler hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:44)

Was heißt hier denn Problem-Hartzi? I .


Aldus hat geschrieben:
(12 Feb 2021, 17:15)
Wie gesagt, das die Genossenschaften keine Lust haben, sich derartige Altlasten aufzubürden - quasi die Nachsorge der Sozialämter zu machen, ist im Grunde nachvollziehbar.


Darauf habe ich mich bezogen.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Wähler » Sa 20. Feb 2021, 16:57

Realist2014 hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:50)
Darauf habe ich mich bezogen.

Das mag ein Sonderfall gewesen sein. Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnungsamt und Arbeitsamt sind in der Regel an einer sinnvollen Zusammenarbeit interessiert. Der Staat subventioniert wahrscheinlich nicht Hartz-IV-Empfänger, von denen er weiß, dass sie eine Bürgschaft nie zurückzahlen werden. Für die Wohnungsbaugenossenschaften geht es um Subventionen für den Grundstückskauf und die Bürgschaft für das Eigenkapital. Also ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Dass eine Genossenschaft sich ihre möglichen Mitglieder anschaut, hat auch nichts mit Hartz-IV zu tun, sondern geschieht aus Menschenkenntnis. Unter Gutverdienern gibt es nämlich auch schräge Typen.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Realist2014 » Sa 20. Feb 2021, 17:02

Wähler hat geschrieben:(20 Feb 2021, 16:57)

Das mag ein Sonderfall gewesen sein. Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnungsamt und Arbeitsamt sind in der Regel an einer sinnvollen Zusammenarbeit interessiert. Der Staat subventioniert wahrscheinlich nicht Hartz-IV-Empfänger, von denen er weiß, dass sie eine Bürgschaft nie zurückzahlen werden. Für die Wohnungsbaugenossenschaften geht es um Subventionen für den Grundstückskauf und die Bürgschaft für das Eigenkapital. Also ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Dass eine Genossenschaft sich ihre möglichen Mitglieder anschaut, hat auch nichts mit Hartz-IV zu tun, sondern geschieht aus Menschenkenntnis. Unter Gutverdienern gibt es nämlich auch schräge Typen.


Sicher.

Nur bezog sich Aldus eben auf die Problemfälle in "Sozialhilfebezug".

Und wie du ja oben beschreibst, findet ja ein Auswahlprozess bezüglich möglicher "Genossen" stat.

Diese Möglicheit haben Eigentümer von normalen Eigentumswohnungen einer WEG ja nicht....
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Thurax » So 21. Feb 2021, 15:30

Realist2014 hat geschrieben:(01 Feb 2021, 15:56)

Hat nun was damit zu tun, dass nur der Eigentümer entscheidet, wen er als Mieter nimmt?
richtig- NICHTS
Wäre ja noch schöner, wenn "der Staat" da Vorschriften machen würde.
Die gibt es nicht und wird es auch nicht geben
Diese seltsamen "Interpretation" bezüglich "zum Wohle der Allgemeinheit" sind wirklich zum Lachen

Welche Immobilenpreise fallen denn unter "Wucher"?

Du solltest deine "Wunschvorstellung" nicht mit der Realität verwechseln

Es gibt weder irgendeine gesetzliche Vorgabe an Vermieter, an wen sie zu vermieten haben, noch ein Grundrecht auf "Annehmbares Wohnen in einer bestimmten Region oder Gegend



Ursprünglich ging es bei diesem Diskussionspunkt ja um die FDGO im Sinne von Art. 21 Abs. 2 GG.
Also um die Frage welchen Handlungsspielraum der Gesetzgeber bei Vorgaben an Eigentümer hat.
Also gerade nicht um die konkrete Gesetzeslage.
Sondern darum welche Beschränkungen das Grundgesetz dem Gesetzgeber in Fragen des Wohnens setzt.
Also sowohl im Interesse der Miet- willigen als auch der Vermieter.
Das hängt letztinstanzlich natürlich von der konkreten Verfassungsrechtlichen Rechtsprechung ab.
Also mit der Frage, wie man "Eigentum verpflichtet" und "Eigentum wird gewährleistet" zu einander gewichtet.
In Art 14 GG heißt es ja: "Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt."

Und diese Definition für Wucher finde ich recht passend:

Um einen Preis als Wucher zu bezeichnen, muss er mindestens doppelt so hoch sein wie marktüblich.
Außerdem muss der Anbieter eine Notlage ausnutzen.
Ob Wucher vorliegt, muss in jedem Einzelfall juristisch geprüft werden.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Thurax » So 21. Feb 2021, 15:39

Senexx hat geschrieben:(01 Feb 2021, 16:16)

Könnten Sie einmal einen konkreten Fall nennen, wo diese Forderung nach dem "Wohl der Allgemeinheit dienen" eine konkrete Beschränkung der Verfügungsgewalt darstellen würde?


Spontan fällt mir da ein Besitzer der einzigen Fähre über einen Fluss ein. Wenns auf der einen Seite brennt wird er wohl hoffentlich zum "Wohle der Allgemeinheit" hier von staatlicher Seite aus angehalten werden können, seine Fähre zeitlich begrenzt den Behörden zur Verfügung zu stellen. Die Polizei darf ja auch in Notlagen "Autos" zur direkten Verwendung beschlagnahmen.
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Realist2014 » So 21. Feb 2021, 15:41

Thurax hat geschrieben:(21 Feb 2021, 15:30)

Ursprünglich ging es bei diesem Diskussionspunkt ja um die FDGO im Sinne von Art. 21 Abs. 2 GG.
Also um die Frage welchen Handlungsspielraum der Gesetzgeber bei Vorgaben an Eigentümer hat.
Also gerade nicht um die konkrete Gesetzeslage.
Sondern darum welche Beschränkungen das Grundgesetz dem Gesetzgeber in Fragen des Wohnens setzt.
Also sowohl im Interesse der Miet- willigen als auch der Vermieter.
Das hängt letztinstanzlich natürlich von der konkreten Verfassungsrechtlichen Rechtsprechung ab.
Also mit der Frage, wie man "Eigentum verpflichtet" und "Eigentum wird gewährleistet" zu einander gewichtet.
In Art 14 GG heißt es ja: "Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt."


Und es bleibt dabei, ich suche mir meine Mieter zu 100% selbst aus und bin bezüglich der Aúswahl zu NICHTS "verpflichtet".

Daher bekommen immer die Interessenten mit der besten Bonität den Zuschlag.

Und diese Definition für Wucher finde ich recht passend:

Um einen Preis als Wucher zu bezeichnen, muss er mindestens doppelt so hoch sein wie marktüblich.
Außerdem muss der Anbieter eine Notlage ausnutzen.
Ob Wucher vorliegt, muss in jedem Einzelfall juristisch geprüft werden.


Tja, dann schau dir mal an was zur Zeit "marktüblich" ist beim Verkauf von Immobilien in D

Und du kannst gerne mal erklären , wie ein Anbieter einer Immobilie ( mit hundert Interessenten) überhaupt die " Notlage" von wem ausnützen könnte
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Realist2014 » So 21. Feb 2021, 15:42

Thurax hat geschrieben:(21 Feb 2021, 15:39)

Spontan fällt mir da ein Besitzer der einzigen Fähre über einen Fluss ein. Wenns auf der einen Seite brennt wird er wohl hoffentlich zum "Wohle der Allgemeinheit" hier von staatlicher Seite aus angehalten werden können, seine Fähre zeitlich begrenzt den Behörden zur Verfügung zu stellen. Die Polizei darf ja auch in Notlagen "Autos" zur direkten Verwendung beschlagnahmen.



Es ging um Wohnungen und deren Vermietung....
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Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Teeernte » So 21. Feb 2021, 15:48

Thurax hat geschrieben:(21 Feb 2021, 15:39)

Spontan fällt mir da ein Besitzer der einzigen Fähre über einen Fluss ein. Wenns auf der einen Seite brennt wird er wohl hoffentlich zum "Wohle der Allgemeinheit" hier von staatlicher Seite aus angehalten werden können, seine Fähre zeitlich begrenzt den Behörden zur Verfügung zu stellen. Die Polizei darf ja auch in Notlagen "Autos" zur direkten Verwendung beschlagnahmen.


DAS was bei Wohnungen passiert - ist über Jahrzehnte selbstverschuldete Politikversagen >>- zum Wohle der Allgemeinheit - ists da einfacher - die Deppenregierung der Stadtstaaten zentral wegzuschliessen.

Aber - die Bevölkerung will das so. Also kein "Brand" - keine NOT. - gewollter selbstverschuldeter Schittepegel.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Senexx

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Senexx » Mo 22. Feb 2021, 07:55

Lambrecht will Wohnungsmarkt weiter kaputtregulieren

https://www.zeit.de/news/2021-02/21/jus ... en-sichern

Sie nennt es "bezahlbaren Wohnraum sichern". Nach zahlreichen Eingriffen in den Wohnungsmarkt, die alle In die Hose gingen, will sie nun die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen weiter erschweren. Wird wieder einmal genau das Gegenteil bewirken.

Konkret seien die Kaltmieten für einfache Wohnungen von Hartz-IV-Empfängern zwischen 2015 und Oktober 2020 von 5,43 Euro auf 6,96 Euro pro Quadratmeter gestiegen.


Sie sollte sich vielleicht mal fragen, woran das liegt. Aber dazu ist diese [Mod: Hetze entfernt], frühere Mieteranwältin nicht in der Lage.

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