Künstliche Intelligenz

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BlueMonday
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Do 7. Feb 2019, 13:37

Hier wurde auch schon einiges zum Thema geschrieben: viewtopic.php?f=41&t=66340&start=40
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon van Kessel » Do 7. Feb 2019, 13:49

BlueMonday hat geschrieben:(07 Feb 2019, 13:37)

Hier wurde auch schon einiges zum Thema geschrieben: http://www.politik-forum.eu/viewtopic.p ... 0&start=40
seitdem hat aber eine Bundeskanzlerin extra einen Experten für KI installiert. Themen abwürgen, weil schon mal darüber etwas gepostet wurde, ist nicht so der Clou.
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Kamikaze
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Kamikaze » Do 7. Feb 2019, 13:59

BlueMonday hat geschrieben:(07 Feb 2019, 13:37)

Hier wurde auch schon einiges zum Thema geschrieben: viewtopic.php?f=41&t=66340&start=40


Dort geht es hauptsächlich um die philosophische Betrachtung des Themas.
Hier sollte es doch (trotz des Abschweifens in den letzten Beiträgen) eher um die technischen Gesichtspunkte des Themas gehen.
Beide sind wichtige Seiten der selben Medallie, aber in sich doch grundverschieden.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Tom Bombadil » Do 7. Feb 2019, 14:41

van Kessel hat geschrieben:(07 Feb 2019, 11:42)

Ein zufälliges Quarzkorn, welches er sich bei seiner Arbeit auf der Platine einfängt, mag schon genügen, dass 'er' sich fragt, warum er sich eigentlich diese stumpfsinnige Arbeit antut..

Ja, so wird das kommen, ganz bestimmt :D
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 7. Feb 2019, 15:34

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(06 Feb 2019, 21:34)

Das sehe ich nicht. Ich habe bis vor kurzem bei einem bekannten Automatisierungsspezialisten gearbeitet. Weder der noch die direkten Konkurrenten haben ihre Lösungen jemals als KI bezeichnet.

Na ja. Bei B to B macht man dass sicher nicht. Aber im consumer markt wird jede, aber auch wirklich jede Maschine und jeder Sensor als smart beworben. Ist eben hip.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 7. Feb 2019, 15:42

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2019, 07:03)

Auf Philosophischer Ebene muss man sich natürlich fragen, ob es überhaupt das Ziel der Entwicklungen sein kann, eine sog. "starke" KI zu erzeugen. Immerhin soll die Technik ja primär dazu dienen, den Menschen Arbeit zu erleichtern oder ab zu nehmen. Immer bessere Werkzeuge, wenn man so will - evtl. sogar soweit, dass das Werkzeug selbstständig in geeigneter Weise tätig wird.
Eine "starke" KI hingegen würde, wie schokoschendrezki bereits klargestellt hat, auch in der Lage sein, Tätigkeiten zu verweigern.
Man stelle sich hier als Beispiel einen Schraubenschlüssel vor, den man erst bitten muss, ehe man eine Schraube damit lösen will - immer mit dem Risiko, dass der Schraubenschlüssel gerade nicht mag, und die Schraube dann eben zu bleiben muss.
(Von den ganzen Implikationen in Sachen "Menschenrechte", "Leben", "Tod" und "Meinung" innerhalb einer Maschine mal ganz abgesehen...)
In meinen Augen sollte KI primär als "schwache" (zweckgebundene) KI entwickelt werden, um eben Maschinen zu erschaffen, die dem Menschen dienen, ohne eigene Meinung, ohne Persönlichkeit, etc. - auch um das Thema "Sklaverei" nicht neu auf zu kochen.
Ob es natürlich bei immer besseren "schwachen" KI-Systemen sozusagen versehentlich zur Entwicklung einer "starken" KI kommt, steht au einem anderen Blatt. Ich denke aber, dass das nicht das Primärziel sein sollte.


Sogar noch schwächer. Es geht eigentlich nur darum unter definierten Ausgangsbedingungen ein erwünschtes Ergebnis zu erhalten ohne sich um den Rechenweg Gedanken machen zu müßen. Nur der Rechenweg wird den Algorithmen überlassen. Und dass ist ja auch das was Prozessoren schon vom Aufbau her gut können. Denn eigentlich sind Prozessoren ja unglaublich primitive Werkzeuge und man sollte die Rechenpower die man braucht um diese Maschinen einigermassen intelligent aussehen zu lassen nicht unterschätzen. Dieser Ansatz verbraucht unvorstellbar viel Energie. Das wird gerne verschleiert indem man z.B. Alexa nicht selber rechnen läßt sondern dies in Rechenzentren geschehen läßt mit Stromrechnungen in Millionenhöhe.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Do 7. Feb 2019, 17:00

van Kessel hat geschrieben:(07 Feb 2019, 13:49)

seitdem hat aber eine Bundeskanzlerin extra einen Experten für KI installiert. Themen abwürgen, weil schon mal darüber etwas gepostet wurde, ist nicht so der Clou.


Ein Verweis würgt eine Diskussion ab? Wie kommst du auf so einen Blödsinn?
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Do 7. Feb 2019, 17:12

Kamikaze hat geschrieben:(07 Feb 2019, 13:59)

Dort geht es hauptsächlich um die philosophische Betrachtung des Themas.
Hier sollte es doch (trotz des Abschweifens in den letzten Beiträgen) eher um die technischen Gesichtspunkte des Themas gehen.
Beide sind wichtige Seiten der selben Medallie, aber in sich doch grundverschieden.


Nun, in dem verwiesenen Thread ging es schon mehr als hier um technische Details und die Erklärung, was eine KI überhaupt ist. Darum der Verweis. Niemand muss ihm folgen, ist nur ein freundliches Angebot, eben auch dort zu lesen, wenn einem das Thema KI interessiert.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Do 7. Feb 2019, 17:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Feb 2019, 21:41)

So sieht das heute aus, Es geht um wirklich diffizile politische Betrachtungen. Kaczynski, Putin, Salvini. Es liest sich sprachlich und inhaltlich erstmal wesentlich geschlossener als der Kauderwelsch, den man noch bis vor kurzem bekam. Aber die Frage ist; Werden durch Massendatenauswertungen nicht einfach nur vorhandene Sprachdeutungsmuster erkannt und dann in Übersetzungen wiedergegeben? Muss man da nicht absolut kritisch und skeptisch bleiben?


Letztlich "funktioniert" unsere Sprache inkl. Spracherwerb schon so: durch Nachahmung. Die KI entsteht im Wesentlichen ebenso durch Nachahmung, also durch eine sehr große Zahl von Wiederholungen bis sich eine gehirnähnliche interne Struktur herausbildet, die einen Output erzeugt, wie ihn ein "normaler" oder typischer Mensch beim gleichem/ähnlichen Input erzeugen würde.


Hier ein Beispiel höchsten Niveaus dieser Nachahmung: https://www.youtube.com/watch?v=S5t6K9iwcdw
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon van Kessel » Do 7. Feb 2019, 23:21

BlueMonday hat geschrieben:(07 Feb 2019, 17:00)
Ein Verweis würgt eine Diskussion ab? Wie kommst du auf so einen Blödsinn?
nicht ein Verweis, sondern ein Hinweis. Sollte ich mich in der Beurteilung geirrt haben, nehme ich dies natürlich zurück.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 8. Feb 2019, 08:08

BlueMonday hat geschrieben:(07 Feb 2019, 17:41)

Letztlich "funktioniert" unsere Sprache inkl. Spracherwerb schon so: durch Nachahmung. Die KI entsteht im Wesentlichen ebenso durch Nachahmung, also durch eine sehr große Zahl von Wiederholungen bis sich eine gehirnähnliche interne Struktur herausbildet, die einen Output erzeugt, wie ihn ein "normaler" oder typischer Mensch beim gleichem/ähnlichen Input erzeugen würde.

Nein. Das stimmt absolut nicht. Es lässt sich abstrakt mathematisch zeigen, dass Maschinen, die auf deterministischen Algorithmen beruhen, ganz grundsätzlich nicht aus einer exakt definierbaren Klasse von Problemen herausführen. Völlig unabhängig von Rechenleistung und Datenkapazität. Ganz grundsätzlich nicht.

Menschen, Lebewesen verfügen neben der Möglichkeit des Lernens durch Nachahmung vor allem über etwas, dass man als Spontanität bezeichnen kann. Also echte Spontanität. Nicht eine z.B. durch Pseudozufallszahlen erzeugte Scheinspontanität. Das kann ein deterministischer Algorithmus ganz grundsätzlich nicht. Diese Zusammenhänge sind aber schon seit langem bekannt.

Was (mir jedenfalls) nicht so ganz klar ist, ist die Rolle eines sozialen (oder auch raumzeitlichen) Bewusstseins. Es wird zum Teil behauptet, dass starke künstliche Intelligenz ohne den irgendwie natürlichen Erwerb eines solchen Bewusstseins nicht möglich sei.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Kamikaze » Fr 8. Feb 2019, 08:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Feb 2019, 08:08)

Nein. Das stimmt absolut nicht. Es lässt sich abstrakt mathematisch zeigen, dass Maschinen, die auf deterministischen Algorithmen beruhen, ganz grundsätzlich nicht aus einer exakt definierbaren Klasse von Problemen herausführen. Völlig unabhängig von Rechenleistung und Datenkapazität. Ganz grundsätzlich nicht.

Menschen, Lebewesen verfügen neben der Möglichkeit des Lernens durch Nachahmung vor allem über etwas, dass man als Spontanität bezeichnen kann. Also echte Spontanität. Nicht eine z.B. durch Pseudozufallszahlen erzeugte Scheinspontanität. Das kann ein deterministischer Algorithmus ganz grundsätzlich nicht. Diese Zusammenhänge sind aber schon seit langem bekannt.


Um das Pferd mal anders herum auf zu zäumen: Wurde denn schon stichhaltig bewiesen, dass es "echte" (nicht aus irgend etwas abgeleitete) Spontanität in irgend welchen Lebewesen oder Menschen überhaupt gibt?

Das reine Unverständnis, wie scheinbar spontane Entscheidungen zustande kommen klammere ich hier ganz bewusst aus, da z.B. ein plötzlicher (von außen betrachtet spontan wirkender) Richtungswechsel in der Fußgängerzone durchaus einen deterministischen Hintergrund haben kann (z.B. plötzliches Hungergefühl, erkennen eines Hindernisses, das der Betrachter nicht sehen kann, Erinnerung an vergessenes Handy, o.ä.).
Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern jemals auch nur eine Entscheidung, die über reine Reflexe hinaus geht wirklich spontan (also völlig ohne erkennbaren Grund) getroffen zu haben - auch wenn einige Entscheidungen von außen betrachtet vermutlich sehr spontan gewirkt haben dürften...

Ist es also womöglich nur die Unfähigkeit "in die Köpfe" unserer Mitmenschen schauen zu können, die die Illusion echter Spontanität erzeugt, während eben die genaue Erfassbarkeit der "Gedankengänge" von künstlichen Intelligenzen zeigt, dass es wahre Spontanität gar nicht gibt, bzw. nicht geben muss?
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon BlueMonday » Fr 8. Feb 2019, 14:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Feb 2019, 08:08)

Nein. Das stimmt absolut nicht. Es lässt sich abstrakt mathematisch zeigen, dass Maschinen, die auf deterministischen Algorithmen beruhen, ganz grundsätzlich nicht aus einer exakt definierbaren Klasse von Problemen herausführen. Völlig unabhängig von Rechenleistung und Datenkapazität. Ganz grundsätzlich nicht.

Menschen, Lebewesen verfügen neben der Möglichkeit des Lernens durch Nachahmung vor allem über etwas, dass man als Spontanität bezeichnen kann. Also echte Spontanität. Nicht eine z.B. durch Pseudozufallszahlen erzeugte Scheinspontanität. Das kann ein deterministischer Algorithmus ganz grundsätzlich nicht. Diese Zusammenhänge sind aber schon seit langem bekannt.


Hmm, Ich hatte ja nicht geschrieben, dass Mensch und KI völlig gleich sind und keine Unterschiede bestehen, sondern lediglich, dass das Lernen als Begriffsbildung (hier Spracherwerb) ähnlich abläuft.
Ein Kleinkind wird nun auch nicht spontan und kreativ-selbständig seine Muttersprache erzeugen, sondern es ahmt die Sprache seiner Mutter nach, durch viele Wiederholungen, die wiederum in seinem Gehirn eine geeignete interne Vernetzung/Struktur erzeugen. Die Determinismusfrage ist da auch unerheblich, wie ich auch schon im verwiesenen Thread schrieb. Als Mensch kannst du gar nicht feststellen, ob dein Leben nun völlig determiniert ist oder ob es da irgendeine Offenheit gibt.
Und ein Algorithmus läuft andererseits ja auch nicht im luftleeren Raum ab, sondern auf irgendeiner physischen Hardware und da können Bits kippen etc, was so gesehen "echter" Zufall wäre, sprich das Ergebnis ist nicht völlig sicher. Was nicht heißen muss, dass es nicht determiniert ist. Man kann das nur schlicht nicht feststellen.

Auf rein logischer Ebene hingegen: Ein determinierter Algorithmus ist ein determinierter Algorithmus... das muss nicht extra zeigen oder experimentell nachweisen.
Das Besondere an einer KI ist nur, dass die interne Struktur ("hidden layer") von außen praktisch nicht mehr (semantisch) nachzuvollziehen ist, im Gegensatz zu einem klassisch erzeugten Programm.



Was (mir jedenfalls) nicht so ganz klar ist, ist die Rolle eines sozialen (oder auch raumzeitlichen) Bewusstseins. Es wird zum Teil behauptet, dass starke künstliche Intelligenz ohne den irgendwie natürlichen Erwerb eines solchen Bewusstseins nicht möglich sei.


Mir ist jedenfalls noch keine "starke KI" mit Bewusstsein oder der Fähigkeit zu verstehen begegnet. Das ist mit der Art und Weise wie KI heute funktioniert, m.E. auch nicht möglich.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 8. Feb 2019, 15:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Feb 2019, 08:08)

Nein. Das stimmt absolut nicht. Es lässt sich abstrakt mathematisch zeigen, dass Maschinen, die auf deterministischen Algorithmen beruhen, ganz grundsätzlich nicht aus einer exakt definierbaren Klasse von Problemen herausführen. Völlig unabhängig von Rechenleistung und Datenkapazität. Ganz grundsätzlich nicht.

Menschen, Lebewesen verfügen neben der Möglichkeit des Lernens durch Nachahmung vor allem über etwas, dass man als Spontanität bezeichnen kann. Also echte Spontanität. Nicht eine z.B. durch Pseudozufallszahlen erzeugte Scheinspontanität. Das kann ein deterministischer Algorithmus ganz grundsätzlich nicht. Diese Zusammenhänge sind aber schon seit langem bekannt.

Was (mir jedenfalls) nicht so ganz klar ist, ist die Rolle eines sozialen (oder auch raumzeitlichen) Bewusstseins. Es wird zum Teil behauptet, dass starke künstliche Intelligenz ohne den irgendwie natürlichen Erwerb eines solchen Bewusstseins nicht möglich sei.


Wir können Zusammenhänge erfassen indem wir Dingen ohne berechenbare Zusammenhänge in Bezug zueinander bringen. Einfach so. Das ist Kreativität.

Und ich dass auch das Intelligenz ohne Bewußtsein keine Intelligenz ist. Aber ein Bewußtsein ist ja gar nicht erwünscht. Schließlich will man beim autonomen Fahren nicht mit unerklärlichen Reaktionen der KI überrascht werden.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon van Kessel » Fr 8. Feb 2019, 16:32

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Feb 2019, 15:33)
Wir können Zusammenhänge erfassen indem wir Dingen ohne berechenbare Zusammenhänge in Bezug zueinander bringen. Einfach so. Das ist Kreativität.
Und ich dass auch das Intelligenz ohne Bewußtsein keine Intelligenz ist. Aber ein Bewußtsein ist ja gar nicht erwünscht. Schließlich will man beim autonomen Fahren nicht mit unerklärlichen Reaktionen der KI überrascht werden.
jau, und damit wir nicht abheben, gibt es solche 'Zufälle'? https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... kC6jPx_mpa
empfehle sich den gesamten Bericht durchzulesen. Das koreanische Brettspiel ist wesentlich komplizierter als Schach übrigens.

Übrigens hat nie eine KI erklärt, den Menschen abschaffen zu wollen; ist einfach zu lästig wenn man etwas Besseres zu tun hat.

Wenn man darüber hinaus noch einmal das menschliche Denken unter die Lupe nimmt, wird man feststellen (zumindest haben dies schon Wissenschaftler getan), dass der größte Teil dieses Denkens von der kulturellen Entwicklung abhängt, welcher Menschen unterlegen sind. Der Mensch ist nicht per se 'schlau', sondern wird es erst nach der Geburt aufgrund sozialer Kontakte.

Wenn also das Denken eine sozialer Transfer ist, ist nicht einzusehen, warum ein maschineller transfer dies nicht auch leisten könnte.

Bei der sozialen Komponente ist nun so, dass Lernen auch Imitation ist. Lernen ist danach eine Rückkopplung von Aktionen, welche von der einen auf eine andere Person übergeht; vice versa. Lernen wird als menschliche Übertragung verstanden. Dies schließt aber - imho - nicht aus, dass Lernen (welches ja zwischen 9 und 14 Monaten ein vornehmlich nicht kommunikatives Beobachten ist) nicht auch ohne menschliche Zuwendung erfolgen könnte. Schimpansen lernen in diesem Zeitraum auch in ihrer 'Umgebung' die Dinge, welche für die spätere Kommunikation mit der Gruppe notwendig sind. Man lernt schon vor der Sprache, eine eigentlich simple Sache.

Kinder verstehen mit einem Jahr, dass es noch andere Akteure gibt, aber sie benötigen weitere zwei bis vier Jahre, bevor sie diese Akteure, als geistige Akteure verstehen, welche auch andere 'Ansichten' haben als sie selbst. Das Verständnis moralischer und sozialer Handlungen (bei Kindern) ist noch nicht grundsätzlich geklärt. Da sind sich die Wissenschaftler nicht einig, wie diese erfolgen.

Die künstliche Intelligenz kann aber alle diese Schritte simulieren. Und wahrscheinlich schneller und fehlerfreier als es Menschenskinder tun.
Es wäre jetzt Quatsch zu argumentieren, dass diese Darlegung menschenfeindlich oder so wären, weil es ja Beschreibungen sind, wie Denken überhaupt entsteht. Und was gedacht werden kann, kann auch getan werden.

Wenn die Menschheit überhaupt eine Chance haben sollte, den Verlust ihres Planeten zu kompensieren, dann müsste sie sich auf die Socken machen um eine andere Erde verseuchen zu können. Und bei den Entfernungen/ Zeit, welche dazu benötigt würde, könne dies nur eine KI schaffen. Aus der Evolution des Menschen kann gefolgert werden, dass schon winzige Vorteile eines Individuums, einen neuen 'Ast' ermöglichen. Eine Selbstzüchtung (Evolution) ist auch wohl bei KI möglich um eine (scheinbar unabdingbare) Individualität zu erreichen.

Scheinbar war AlphaGo kreativer als der koreanische Meisterspieler; was deine Sorge um Kreativität einen schweren Schlag versetzen müsste; wenn wir es denn ernst meinen würden mit der KI. :)
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 8. Feb 2019, 17:58

van Kessel hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:32)

jau, und damit wir nicht abheben, gibt es solche 'Zufälle'? https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... kC6jPx_mpa
empfehle sich den gesamten Bericht durchzulesen. Das koreanische Brettspiel ist wesentlich komplizierter als Schach übrigens.

Übrigens hat nie eine KI erklärt, den Menschen abschaffen zu wollen; ist einfach zu lästig wenn man etwas Besseres zu tun hat.

Wenn man darüber hinaus noch einmal das menschliche Denken unter die Lupe nimmt, wird man feststellen (zumindest haben dies schon Wissenschaftler getan), dass der größte Teil dieses Denkens von der kulturellen Entwicklung abhängt, welcher Menschen unterlegen sind. Der Mensch ist nicht per se 'schlau', sondern wird es erst nach der Geburt aufgrund sozialer Kontakte.

Wenn also das Denken eine sozialer Transfer ist, ist nicht einzusehen, warum ein maschineller transfer dies nicht auch leisten könnte.

Bei der sozialen Komponente ist nun so, dass Lernen auch Imitation ist. Lernen ist danach eine Rückkopplung von Aktionen, welche von der einen auf eine andere Person übergeht; vice versa. Lernen wird als menschliche Übertragung verstanden. Dies schließt aber - imho - nicht aus, dass Lernen (welches ja zwischen 9 und 14 Monaten ein vornehmlich nicht kommunikatives Beobachten ist) nicht auch ohne menschliche Zuwendung erfolgen könnte. Schimpansen lernen in diesem Zeitraum auch in ihrer 'Umgebung' die Dinge, welche für die spätere Kommunikation mit der Gruppe notwendig sind. Man lernt schon vor der Sprache, eine eigentlich simple Sache.

Kinder verstehen mit einem Jahr, dass es noch andere Akteure gibt, aber sie benötigen weitere zwei bis vier Jahre, bevor sie diese Akteure, als geistige Akteure verstehen, welche auch andere 'Ansichten' haben als sie selbst. Das Verständnis moralischer und sozialer Handlungen (bei Kindern) ist noch nicht grundsätzlich geklärt. Da sind sich die Wissenschaftler nicht einig, wie diese erfolgen.

Die künstliche Intelligenz kann aber alle diese Schritte simulieren. Und wahrscheinlich schneller und fehlerfreier als es Menschenskinder tun.
Es wäre jetzt Quatsch zu argumentieren, dass diese Darlegung menschenfeindlich oder so wären, weil es ja Beschreibungen sind, wie Denken überhaupt entsteht. Und was gedacht werden kann, kann auch getan werden.

Wenn die Menschheit überhaupt eine Chance haben sollte, den Verlust ihres Planeten zu kompensieren, dann müsste sie sich auf die Socken machen um eine andere Erde verseuchen zu können. Und bei den Entfernungen/ Zeit, welche dazu benötigt würde, könne dies nur eine KI schaffen. Aus der Evolution des Menschen kann gefolgert werden, dass schon winzige Vorteile eines Individuums, einen neuen 'Ast' ermöglichen. Eine Selbstzüchtung (Evolution) ist auch wohl bei KI möglich um eine (scheinbar unabdingbare) Individualität zu erreichen.

Scheinbar war AlphaGo kreativer als der koreanische Meisterspieler; was deine Sorge um Kreativität einen schweren Schlag versetzen müsste; wenn wir es denn ernst meinen würden mit der KI. :)


AlphaGo verfolgt einen BruteForce Ansatz und tja es macht dass was Computer gut können:Einfach nur rechnen. Und sonst nichts.

Bei den Partien gegen Fan Hui lief die verteilte Variante von AlphaGo auf einem Rechnerverbund mit insgesamt 1202 CPUs und 178 GPUs und nutzte 40 Such-Threads (search threads).[5] Bei den späteren Matches gegen Lee Sedol wurden 1920 CPUs und 280 GPUs verwendet.[6] Um die während der Lernphase benötigte massive Rechenleistung bereitzustellen, wurden die Google Cloud Platform und TensorFlow Processing Units (ASICs für die Software-Sammlung TensorFlow) eingesetzt

Was für ein Aufwand um den Menschen der nur ein paar Watt für ein Go-Spiel verbraucht zu schlagen. Mit dem massiven Einsatz von primitivster Elektronik die immer noch auf dem von Neumann Prinzip beruht kann man ganz sicher keine KI beweisen. Oder gar Kreativität.

Und eine Evolution mit dieser Steinzeittechnik ist wohl auch kaum zu bewerkstelligen. Wenn man die Distanz zwischen den Sternen überwinden will ohne dass einem der Saft ausgeht muß man einen ganz anderen Ansatz verwenden. Eine echte KI kann nur biologisch sein. DEnn die Bilologie ist an Effizienz nicht zu überbieten udn hat auch nicht die Einschränkungen einer deterministischen Maschine.

Und wenn man das menschliche Denken unter die Lupe nimmt stellt man fest dass das gar nicht geht. Das Denken ist überhaupt nicht verstanden und jeder der etwas anderes behauptet ist ein Scharlatan. Man hat nur Puzzleteile. Und an keiner Stelle unseres Gehirn gibt es Strukturen die denen auf einer CPU oder GPU ähneln. Dass hat auch seinen Grund mit solch primitiver Ineffizienz könnten wir unser eigenes Gehirn wohl kaum mit uns herumschleppen geschweige denn mit Energie versorgen.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Sören74 » Fr 8. Feb 2019, 18:12

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Feb 2019, 17:58)

Eine echte KI kann nur biologisch sein. DEnn die Bilologie ist an Effizienz nicht zu überbieten udn hat auch nicht die Einschränkungen einer deterministischen Maschine.


Man darf aber auch nicht vergessen, wie viel Zeit es für Lernprozesse benötigt. Die volle Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns wird gar erst nach über 20 Jahren erreicht. In dieser Zeit können wieder etliche Generationen an künstlichen Systemen entwickelt werden. So schön auch das biologische System ist und in vielen Dingen das Vorbild bleibt, es ist auch für ganz andere Aufgabenanforderungen spezifiziert als das, was wir eigentlich in Industrie und Haushalt bräuchten. ;)
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon z4ubi » Fr 8. Feb 2019, 19:08

van Kessel hat geschrieben:(07 Feb 2019, 11:42)
Eine KI ist der notwendige, evolutionäre Schritt des Menschen, sich von diesem Planeten zu verabschieden, wenn das Leben auf einer Kohlenstoff/Sauerstoffbasis nicht mehr möglich ist. Intelligenz ist - imho - nicht an einen biologischen Träger gebunden?


Ob wir es schaffen, eine nicht-biologische Maschine mit einer Intelligenz zu versehen, die unserer entspricht, muss sich erst noch zeigen.
Entscheidend wird dabei sein, herauszufinden, wie das menschliches Gehirn unser Bewusstsein produziert.
Die "Entschlüsselung" unseres Denkens könnte die Entwicklung einer "wahren" nicht-biologischen Intelligenz ermöglichen.
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon Dissident » Fr 8. Feb 2019, 19:16

wenn man viel user kommentare im internet liest, kanns passieren, dass man den glauben an natürliche intelligenz verliert...- :p
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watisdatdenn?
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Re: Künstliche Intelligenz

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 8. Feb 2019, 19:32

Wen es interessiert:
Es gibt aktuell auch eine Enquete-Komission zu KI im Bundestag:

https://www.bundestag.de/ausschuesse/we ... enquete_ki

Teilweise interessante Vorträge.
z.B. das hier: https://dbtg.tv/cvid/7286213


Wer kein Bock auf Blabla hat, kann sich hier gleich in die Javascript-KI-Framework von Google stürzen:
https://github.com/tensorflow/tfjs

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