Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

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Förderung: A ein Jahr vor Einschulung, B bei Einschulung, C bei mangelh. Sprachkenntnis 1J danach?

A: Freiwillige Sprachförderung
2
6%
A: Verpflichtende Sprachförderung
6
19%
B: Einschulung und freiwillige Sprachförderung
0
Keine Stimmen
B: Einschulung und verpflichtende Sprachförderung
9
28%
B: Keine Einschulung und verpflichtende Sprachförderung (ein Schuljahr)
4
13%
C: (Einschulung und) freiwillige Sprachförderung
0
Keine Stimmen
C: (Einschulung und) verpflichtende Sprachförderung
4
13%
C: Verpflichtende Sprachförderung und Einschulung erst mit ausreichender Sprachkenntnis
7
22%
 
Abstimmungen insgesamt: 32
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 09:45

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:39)

Die Medien haben diesen "Klopfer" zu einem "Grundschulverbot" aufgeblasen. Es stellt sich mir die Frage, ob hier wirklich die KInder oder nicht vielleicht eher die Erwachsenen ein Bildungsdefizit haben.


Wie das so ist, wenn man nur von der dpa abschreibt, um schnell Schlagzeilen zu generieren. Recherche scheint out zu sein.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 09:46

imp hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:42)

Viele Iren sprechen gar kein gaelisch oder kennen hoechstens ein paar Sprüche.

Ja gut. Ein bissel komisch ist es aber trotzdem.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 09:47

imp hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:43)

In den meisten Kitas wirst du kaum Leute finden, die nebenher auf Lehramt studiert haben.


Das betrifft den bereits erfolgten Schulbesuch ohne deutsche Sprachkenntnisse.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 09:50

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:45)

Wie das so ist, wenn man nur von der dpa abschreibt, um schnell Schlagzeilen zu generieren. Recherche scheint out zu sein.

Man kauft Vorprodukte wie von DPA oder konzerninternen Resourcen ein, um nicht alles selbst zu machen. Das ermöglicht, Felder abzudecken, die man nicht in seiner Kernkompetenz hat. In der Spargelzeit kann auch jede Pommesklitsche plötzlich Sauce Hollandaise - das ist meist ein zugekauftes Produkt, das mit der echten Sauce nur die Farbe teilt. Die wäre arbeitsintensiv und kann dem Ungeübten auch misslingen.

Die dpa hat hier einen Fehler gemacht, aber die Originalaussage ist ebenfalls Junk Food. Da haben sie nur noch den Ketchup beigegeben und dafür bekommen sie nun verdiente Kritik.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 09:51

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:47)

Das betrifft den bereits erfolgten Schulbesuch ohne deutsche Sprachkenntnisse.

Ja, da passt es. Ich kannte das aber als Wahlmodul. Schoen, wenn es nun Pflicht ist.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 09:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:46)

Ja gut. Ein bissel komisch ist es aber trotzdem.

Irisches gaelisch ist derart unter Artenschutz, dass man den Rundfunk zu Fensterprogrammen zwingen muss. Selbst die Popliteratur im Land macht sich darueber dauernd lustig (zB Ross o Carrol Kelly-Reihe)
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 7. Aug 2019, 09:58

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 08:37)

Der erste Satz ist Schwachsinn. Oder sollen z.B. Brexitflüchtlinge oder Arbeitsangebotannehmer aus aller Welt ihren Kindern von Asien bis USA ihren Kindern präventiv schon mal die deutsche Sprache beibringen und dann geht es, huch, doch nach Frankreich, in die UAE oder Japan?


Klar. Du hast das Problem echt erfasst. Es sind gar nicht die Personen aus den Parallelgeselschaften, die kein Deutsch lernen. Es sind die Kinder von eingewanderten Facharbeitern.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 10:07

VaterMutterKind hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:58)

Klar. Du hast das Problem echt erfasst. Es sind gar nicht die Personen aus den Parallelgeselschaften, die kein Deutsch lernen. Es sind die Kinder von eingewanderten Facharbeitern.


Auch Ihre Eindimensionalität ließe sich erweitern, wenn sie in jede Richtung ginge.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 7. Aug 2019, 10:18

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:07)

Auch Ihre Eindimensionalität ließe sich erweitern, wenn sie in jede Richtung ginge.


Ich denke nicht eindimensional. Ich negiere allerdings auch nicht die Hauptprobleme.

Facharbeiter aus dem Ausland fallen in Deutschland eher weniger negativ auf. Das gilt auch für den Spracherwerb. Natürlich kann auch ein amerikanisches Kind nicht direkt Deutsch, aber es lernt schnell Deutsch. Auch ohne Vorschulklasse. Diese Kinder gehen auch in der Regel in einen Kindergarten.

Jeder hier weiss, dass diese Kinder nicht das Problem sind.

Die Kinder, die kein Deutsch lernen, lernen kein Deutsch, weil die Eltern absolut kein Interesse daran haben, dass ihre Kinder Deutsch lernen. Es wird weder gefördert noch gefordert. Ganz im Gegenteil. Es wird verhindert. Diese Kinder werden von den Eltern solange wie möglich von der einheimischen Bevölkerung ferngehalten.

Normalerweise lernen Kinder schnell eine Sprache. Wenn Kinder also kein Deutsch lernen, dann steckt mehr dahinter.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 10:23

Ich war meine ganze Kindheit hindurch auch mit Kindern ungarischer Gastdozenten in Berlin befreundet. DIe konnten anfangs kein Wort Deutsch. Dann saßen die einen oder zwei Monate lang stumm in der Klasse. Aber nach spätestens einem halben Jahr waren sämtliche Lern-Rückstände aufgeholt und alle Sprachbarrieren beseitigt.

Liegt das nun daran, dass diese Kinder aus - wie man so sagt - akademischen Familien kamen?

Oder ist die sprachfördernde Wirkung des Umgangs der Kinder miteinander und untereinander eben tausendmal effektiver als jeder Sprachförderungsunterricht? Dann wäre so eine Grundschulzurückstellung eher kontraproduktiv.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Keoma » Mi 7. Aug 2019, 10:27

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:23)

Ich war meine ganze Kindheit hindurch auch mit Kindern ungarischer Gastdozenten in Berlin befreundet. DIe konnten anfangs kein Wort Deutsch. Dann saßen die einen oder zwei Monate lang stumm in der Klasse. Aber nach spätestens einem halben Jahr waren sämtliche Lern-Rückstände aufgeholt und alle Sprachbarrieren beseitigt.

Liegt das nun daran, dass diese Kinder aus - wie man so sagt - akademischen Familien kamen?

Oder ist die sprachfördernde Wirkung des Umgangs der Kinder miteinander und untereinander eben tausendmal effektiver als jeder Sprachförderungsunterricht? Dann wäre so eine Grundschulzurückstellung eher kontraproduktiv.


Probleme entstehen erst durch die Anzahl.
Wenn zwei, drei in der Klasse nicht Deutsch als Muttersprache haben, ist das keine große Geschichte, dann funktioniert das meist wie beschrieben.
Wenn aber, wie in manchen Schulen, über 50% eine andere Muttersprache haben, wird's schwierig.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 10:28

Ich war meine ganze Kindheit hindurch auch mit Kindern ungarischer Gastdozenten in Berlin befreundet. DIe konnten anfangs kein Wort Deutsch. Dann saßen die einen oder zwei Monate lang stumm in der Klasse. Aber nach spätestens einem halben Jahr waren sämtliche Lern-Rückstände aufgeholt und alle Sprachbarrieren beseitigt.

Liegt das nun daran, dass diese Kinder aus - wie man so sagt - akademischen Familien kamen?

Oder ist die sprachfördernde Wirkung des Umgangs der Kinder miteinander und untereinander eben tausendmal effektiver als jeder Sprachförderungsunterricht? Dann wäre so eine Grundschulzurückstellung eher kontraproduktiv.

Ich habe schon häufig die Äußerung gehört, dass eine Ganztagsschulförderung oder sogar -verpflichtung die besssere Lösung sei. Mädchen aus der Türkei oder dem arabischen KUlturkreis zum Beispiel werden nicht mehr für Haushalt und Kleinkinderbehütung eingespannt sondern kommunizieren mit Gleichaltrigen.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 7. Aug 2019, 10:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:28)
Ich habe schon häufig die Äußerung gehört, dass eine Ganztagsschulförderung oder sogar -verpflichtung die besssere Lösung sei. Mädchen aus der Türkei oder dem arabischen KUlturkreis zum Beispiel werden nicht mehr für Haushalt und Kleinkinderbehütung eingespannt sondern kommunizieren mit Gleichaltrigen.


Für alle oder nur für die Kinder mit Sprachdefiziten? Für alle lehne ich so eine Regelung ganz klar ab. Nur, weil fremde Kinder kein Deutsch können will ich nicht, dass mir wertvolle Zeit gestohlen wird, die ich mit meinen eigenen Kinder verbringen könnte.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Selina » Mi 7. Aug 2019, 10:41

Skeptiker hat geschrieben:(06 Aug 2019, 21:38)

Und was wenn's nicht langt? Ich denke Linnemann ging es um den Zeitpunkt der Einschulung. Was, wenn das Kind - ggf. trotz Fördermaßnahmen im Kindergarten - einfach immernoch mangelhafte Sprachkenntnisse hat?


Sorry, von Zurückstellung und späterer Einschulung halte ich nichts. Und: Kinder lernen die Sprache nur miteinander und untereinander richtig gut. Und das natürlich spielerisch. Alte richtige Pädagogen-Erkenntnis. Und wo ist der Platz für spielerisches Lernen? In der Kita. Ergo sollte alles dafür getan werden, das letzte Kita-Jahr zur Vorschule auszubauen. So etwas gabs alles schon mal und gibt es anderswo auch. Wenn dieses Kita-Vorschul-Jahr genügend gefördert wird durch die Länder und Kommunen, auch finanziell, wenn dort also auch genügend gut ausgebildetes Personal eingesetzt wird, kann das durchaus gelingen. Das müsste auch deshalb gut gelingen, weil ein Großteil der Kinder aus Familien, die vor Kurzem erst aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind, die Kitas besucht. Hab ich zumindest gelesen. Alle wird man damit natürlich nicht erreichen können, aber einen großen Teil der Kinder schon.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 10:44

VaterMutterKind hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:30)

Für alle oder nur für die Kinder mit Sprachdefiziten? Für alle lehne ich so eine Regelung ganz klar ab. Nur, weil fremde Kinder kein Deutsch können will ich nicht, dass mir wertvolle Zeit gestohlen wird, die ich mit meinen eigenen Kinder verbringen könnte.

Wenn man das nur für Kinder mit Sprachdefiziten durchzieht, ist es logischerweise sinnlos. Die können sich, was Sprachdefizite anbelangt, ja nicht selbst aus dem Wasser ziehen.

Da gibts bestimmt ein wüstes Pro und Kontra. Ich bin (momentan noch) persönlich so gut wie unbetroffen von dem Thema. Ganz grundsätzlich sehe ich aber "Überbehütung" und ein völlig absurd hypertrophiertes Sicherheitsbedürfnis als das größere Problem. Vom elterlichen Haus ins Auto, in die Schule, zum Klavierunterricht und wieder nach Hause im Auto. Und das inzwischen oft bis zur Immatrikulation.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 7. Aug 2019, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 10:45

VaterMutterKind hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:18)

Ich denke nicht eindimensional. Ich negiere allerdings auch nicht die Hauptprobleme.

Facharbeiter aus dem Ausland fallen in Deutschland eher weniger negativ auf. Das gilt auch für den Spracherwerb. Natürlich kann auch ein amerikanisches Kind nicht direkt Deutsch, aber es lernt schnell Deutsch. Auch ohne Vorschulklasse. Diese Kinder gehen auch in der Regel in einen Kindergarten.

Jeder hier weiss, dass diese Kinder nicht das Problem sind.

Die Kinder, die kein Deutsch lernen, lernen kein Deutsch, weil die Eltern absolut kein Interesse daran haben, dass ihre Kinder Deutsch lernen. Es wird weder gefördert noch gefordert. Ganz im Gegenteil. Es wird verhindert. Diese Kinder werden von den Eltern solange wie möglich von der einheimischen Bevölkerung ferngehalten.

Normalerweise lernen Kinder schnell eine Sprache. Wenn Kinder also kein Deutsch lernen, dann steckt mehr dahinter.


Sich nur auf ein Problem zu fokussieren, statt auf alle Problemstellungen, ganz zu schweigen von der Erweiterung auf Lösungsansätze, ist an Eindimensionalität nicht zu überbieten.
Passt aber als Beispiel gut ins Forum Bildung, denn auch hier sind Versäumnisse, ob selbstverschuldet, oder offeriert bildungstechnisch vernachlässigt, zu beklagen.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 10:51

Selina hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:41)

Sorry, von Zurückstellung und späterer Einschulung halte ich nichts. Und: Kinder lernen die Sprache nur miteinander und untereinander richtig gut. Und das natürlich spielerisch. Alte richtige Pädagogen-Erkenntnis. Und wo ist der Platz für spielerisches Lernen? In der Kita. Ergo sollte alles dafür getan werden, das letzte Kita-Jahr zur Vorschule auszubauen. So etwas gabs alles schon mal und gibt es anderswo auch. Wenn dieses Kita-Vorschul-Jahr genügend gefördert wird durch die Länder und Kommunen, auch finanziell, wenn dort also auch genügend gut ausgebildetes Personal eingesetzt wird, kann das durchaus gelingen.

Nur: "Genügend gut ausgebildetes Personal" wird es mit Sicherheit nicht geben. Wir steuern gegenwärtig auf den Bildungskatastrophenzustand zu. Die POlitik wird froh sein, wenn sie wenigstens den totalen Schiffbruch vermeiden kann. Hier in Berlin spricht man, zu Anfang des neuen Schuljahrs bereits von "lediglich verwaltetem Notstand". Zwei von drei neu eingestellten Lehrern sind Quereinsteiger. Bei denen sich die Lehrerkollegen häufig fragen, wer hilfloser ist: Die oder Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen. Und es wird noch schlimmer kommen. Denn anders als im Pflegebereich hilft es hier zumindest kurzfristig auch kaum, Leute aus dem Ausland anzuwerben.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Nightrain » Mi 7. Aug 2019, 11:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:51)
Nur: "Genügend gut ausgebildetes Personal" wird es mit Sicherheit nicht geben. Wir steuern gegenwärtig auf den Bildungskatastrophenzustand zu. Die POlitik wird froh sein, wenn sie wenigstens den totalen Schiffbruch vermeiden kann. Hier in Berlin spricht man, zu Anfang des neuen Schuljahrs bereits von "lediglich verwaltetem Notstand". Zwei von drei neu eingestellten Lehrern sind Quereinsteiger. Bei denen sich die Lehrerkollegen häufig fragen, wer hilfloser ist: Die oder Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen. Und es wird noch schlimmer kommen. Denn anders als im Pflegebereich hilft es hier zumindest kurzfristig auch kaum, Leute aus dem Ausland anzuwerben.


Tja es gibt schlichweg nicht genügend Betreuer, um den plötzlich stark angestiegenden Bedarf zu decken. Manche Politiker müssen noch lernen, dass man selbst mit Geld nicht immer eine Lösung aus dem Hut zaubern kann.

Als Bürger sucht man sich dann halt selber eine Lösung: die Wohngegend wird haupsächlich nach integrationsfähigem Migrantenanteil (~10%) ausgesucht und ansonsten sind Privatschulen weniger teuer als man denkt. 9% ist bundesweit schon jetzt der Anteil an Privatschulen aber ich kann mir vorstellen, dass das probemlos im nächsten Jahrzehnt auf 20% hochgehen wird.
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Selina » Mi 7. Aug 2019, 11:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 10:51)

Nur: "Genügend gut ausgebildetes Personal" wird es mit Sicherheit nicht geben. Wir steuern gegenwärtig auf den Bildungskatastrophenzustand zu. Die POlitik wird froh sein, wenn sie wenigstens den totalen Schiffbruch vermeiden kann. Hier in Berlin spricht man, zu Anfang des neuen Schuljahrs bereits von "lediglich verwaltetem Notstand". Zwei von drei neu eingestellten Lehrern sind Quereinsteiger. Bei denen sich die Lehrerkollegen häufig fragen, wer hilfloser ist: Die oder Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen. Und es wird noch schlimmer kommen. Denn anders als im Pflegebereich hilft es hier zumindest kurzfristig auch kaum, Leute aus dem Ausland anzuwerben.


Dass es dieses Personal "mit Sicherheit nicht geben" wird, glaube ich nicht. Das ist zunächst einmal eine Frage des politischen Willens. Ich hab mich neulich mit kleinen Kindern (geschätzt zwischen fünf und acht Jahren) aus Afghanistan unterhalten, die in einer schönen parkähnlichen Anlage an einem kleinen Teich spielten (die Eltern saßen im Hintergrund im Schatten unter Bäumen, es war Wochenende, meine Leute spielten inzwischen in Sichtweite Tischtennis). Wir redeten über alles Mögliche, über die von Mietern in den Teich ausgesetzten Goldfische, über das mitgebrachte Fladen-Brot, über das Deutschlernen, über das Leben im Allgemeinen. Ich war begeistert. So toll und gut, wie diese Kinder, die erst seit drei Jahren hier leben, sprechen, so gut sprechen hier manche Deutsche nicht. Ein Mädchen meinte, sie habe die Sprache vor allem beim Spielen im Kindergarten und nachmittags hier draußen gelernt. Ich war baff und dachte, da scheint es ja doch recht gute Bedingungen zu geben. Gut, das ist sicher von Ort zu Ort unterschiedlich.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Audi » Mi 7. Aug 2019, 11:13

Skeptiker hat geschrieben:(06 Aug 2019, 21:38)

Und was wenn's nicht langt? Ich denke Linnemann ging es um den Zeitpunkt der Einschulung. Was, wenn das Kind - ggf. trotz Fördermaßnahmen im Kindergarten - einfach immernoch mangelhafte Sprachkenntnisse hat?

Das kommt von parallel Gesellschaft. Viele Erwachsene die hier geboren worden sind, schule.genossen haben können teilweise keine ordentliche Sätze bilden

Bei vereinzelten Migranten klappt es ganz gut. Bei einer großen Anzahl an Migranten wird es Katastrophe wie man es in Berlin und anderswo sehen kann
In Bayern gab es in Schulen die Übergangsklasse wo verschiedene Nationalitäten lernen sollten. Die Idee lag darin, wenn man sich unterhalten wolle müsse man das auf einer Sprache und die wäre ja deutsch. Das Resultat? Die Tschechen, yugos, usw. Haben am ende des ersten Schuljahres besser russisch gesprochen als deutsch.
Man müsste jeden Migranten einzeln in eine Klasse stecken, so kann er erst die Sprache richtig lernen. Aber bei den Migranten Quoten auf bestimmten Schulen wird es schwierig

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