Ein Vorschlag zum Gendersprech

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JosefG
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

Stoner hat geschrieben:(06 Aug 2021, 17:54)

Nein, wären sie nicht. Denn darunter gibt es welche, die sagen: Wenn ich Soldatix bin, weiß jeder, dass ich nicht Soldaton oder Soldatin bin. Das möchte ich nicht.
Ich möchte die Diversen nicht zwangsweise outen. Wer sich als männlich oder weiblich bezeichnen will, möge das tun.
Aber es gibt auch solche, die selber als Divers erkennkbar sein wollen. Sie haben ein Verfassungsgerichtsurteil dazu erstritten.
Die männliche Endung -on ist mir ein Anliegen, die Endung -ix für eine diverse Person ist es nicht.

https://politik-forum.eu/viewtopic.php? ... 8#p5033148
Alle einzuschließen und abzubilden ohne dass jemand als das, was er sich fühlt, gesehen wird. Darum geht es.
Das wird doch durch meinen Vorschlag erreicht, oder nicht?
Wenn es 'Kollegin', 'Kollegon', 'Kollegix' gibt, dann ist klar, dass 'Kollege' neutral ist und alle meint.
Gendern: die Kundin, der Kundon, das Kunde. Neutraler Plural: die Kunden.
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Billie Holiday
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Billie Holiday »

JosefG hat geschrieben:(06 Aug 2021, 20:53)

Ich möchte die Diversen nicht zwangsweise outen. Wer sich als männlich oder weiblich bezeichnen will, möge das tun.
Aber es gibt auch solche, die selber als Divers erkennkbar sein wollen. Sie haben ein Verfassungsgerichtsurteil dazu erstritten.
Die männliche Endung -on ist mir ein Anliegen, die Endung -ix für eine diverse Person ist es nicht.

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Das wird doch durch meinen Vorschlag erreicht, oder nicht?
Wenn es 'Kollegin', 'Kollegon', 'Kollegix' gibt, dann ist klar, dass 'Kollege' neutral ist und alle meint.
Ich kenne niemanden, der ohne Zwang freiwillig so bescheuert reden würde. Ich kenne auch niemanden, der sich hinstellt und sagt, er fühle sich nicht angesprochen. Mag sein, dass das alles Menschen sind, die den ganzen Tag ausgelastet sind.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

Billie Holiday hat geschrieben:(07 Aug 2021, 10:30)

Ich kenne niemanden, der ohne Zwang freiwillig so bescheuert reden würde. Ich kenne auch niemanden, der sich hinstellt und sagt, er fühle sich nicht angesprochen. Mag sein, dass das alles Menschen sind, die den ganzen Tag ausgelastet sind.
Da hätt ich jetzt gern : >>>" Rette sich - wer kann" durchgegendert !!
"Rette sich wer kann" ist ein regelrechter Befehl an eine Schiffsbesatzung, wenn koordinierte Rettungsmaßnahmen abgeschlossen oder aussichtslos geworden sind.
Gilt so ein SIRENENSIGNAL eigentlich für ALLE ? >>"die" Bevölkerung<< ? Bestimmt sollen ALLE mit Vor und Zunamen genannt werden !! Damits kürzer braucht...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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JosefG
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

Billie Holiday hat geschrieben:(07 Aug 2021, 10:30)

Ich kenne niemanden, der ohne Zwang freiwillig so bescheuert reden würde.
Jedenfalls ist der Vorschlag weniger bescheuert als die gegenwärtige Situation zB. im Radio.
Dort höre ich ständig die umständliche Nennung beider Geschlechter (Soldatinnen und Soldaten)
oder den nervigen Gender-Schluckauf (Journalist*innen).

Da ist die hier vorgeschlagene männliche Endung -on ein vergleichsweise kleineres Übel.
Die Plural-Formen -innen und -onnen bräuchte man nur sehr selten.
Die diverse Endung -ix und den Plural dazu, etwa -issen, bräuchte man so gut wie nie.

Dann bräuchte man nicht mehr sagen "Kolleginnen und Kollegen", sondern nur noch "Kollegen",
und das wäre ganz klar neutral und nicht mehr männlich, denn männlich wäre ja "Kollegonnen".
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Stoner

Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Stoner »

JosefG hat geschrieben:(06 Aug 2021, 20:53)

Das wird doch durch meinen Vorschlag erreicht, oder nicht?
Wenn es 'Kollegin', 'Kollegon', 'Kollegix' gibt, dann ist klar, dass 'Kollege' neutral ist und alle meint.
Wie lautet denn dann die Lösung für solche Fälle:

Jemand, der/die/das raucht, sollte höhere Krankenkassenbeiträge zahlen.
Ohne jemanden, der/die/das einem hilft, wäre man aufgeschmissen.
Einer/eine/eins, der/die/das die Sprache von oben her per Dekret ändern möchte, kann kein Demokrat sein.

Oder:

Baerbock ist jemand, der/die/das ....
Laschet ist jemand, der/die/das

(Gleiches gilt für "niemand")
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

Stoner hat geschrieben:(07 Aug 2021, 16:46)

Wie lautet denn dann die Lösung für solche Fälle:

Jemand, der/die/das raucht, sollte höhere Krankenkassenbeiträge zahlen.

Oder:

Baerbock ist jemand, der/die/das ....
Laschet ist jemand, der/die/das

(Gleiches gilt für "niemand")
ob nun Pfeiffe oder Zigarre ...Elektozigarette.. ?

Bei den Menschen scheints vom öffentlich vorgestellten Sexualpartner-INNEN abzuhängen....>>Untergruppen>> Sexualpraxis...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

JosefG hat geschrieben:(07 Aug 2021, 15:00)

Jedenfalls ist der Vorschlag weniger bescheuert als die gegenwärtige Situation zB. im Radio.
Dort höre ich ständig.
Mach n annern Sender an !!
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

Stoner hat geschrieben:(07 Aug 2021, 16:46)

Wie lautet denn dann die Lösung für solche Fälle:
Jemand, der/die/das
Konsequent wäre es wohl, "Jemand, das ..." zu sagen. Aber "Jemand, der ..."
ist auch nicht schlimm, man kann es nicht so missverstehen, dass nur Männer gemeint wären.
Dagegen ist bei "Soldaten" bisher in seltenen Fällen tatsächlich unklar, ob nur Männer oder alle gemeint sind.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

Stoner hat geschrieben:(07 Aug 2021, 16:46)

[...] sollte höhere Krankenkassenbeiträge zahlen.
Müsste es nicht "Krankendenkassenbeiträge" heißen?
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Ammianus
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Ammianus »

Fliege hat geschrieben:(07 Aug 2021, 21:31)

Müsste es nicht "Krankendenkassenbeiträge" heißen?
der Kranke, die Kranke ...
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
Libanesin Anfang August 2020
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Fliege
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

Ammianus hat geschrieben:(07 Aug 2021, 22:11)

der Kranke, die Kranke ...
doch die Kranken ...
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Ammianus
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Ammianus »

... ist der Plural
"Ich möchte an einem Ort sein, an dem es keine Politik gibt, keine Waffen, keine Religion."
Libanesin Anfang August 2020
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

Ammianus hat geschrieben:(08 Aug 2021, 11:31)

... ist der Plural
Ja, und diskriminiert Männer und Diverse.
PeterK
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von PeterK »

Fliege hat geschrieben:(08 Aug 2021, 11:39)
Ja, und diskriminiert Männer und Diverse.
Inwiefern?
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

PeterK hat geschrieben:(08 Aug 2021, 12:32)

Inwiefern?
Ist das generische Femininum bei der Pluralbildung kein Problem?
PeterK
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von PeterK »

Fliege hat geschrieben:(08 Aug 2021, 12:36)
Ist das generische Femininum bei der Pluralbildung kein Problem?
Singular: der Kranke, die Kranke etc.. Wie hättest Du es gern im Singular?
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

Wieder etwas hinzu gelernt:
Beim Plural macht das generische Femininum kein Genderproblem.
PeterK
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von PeterK »

Fliege hat geschrieben:(08 Aug 2021, 13:45)
Wieder etwas hinzu gelernt:
Offensichtlich nicht.
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denkmal
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von denkmal »

JosefG hat geschrieben:(07 Aug 2021, 15:00)

Jedenfalls ist der Vorschlag weniger bescheuert als die gegenwärtige Situation zB. im Radio.
Dort höre ich ständig die umständliche Nennung beider Geschlechter (Soldatinnen und Soldaten)
oder den nervigen Gender-Schluckauf (Journalist*innen).

Da ist die hier vorgeschlagene männliche Endung -on ein vergleichsweise kleineres Übel.
Die Plural-Formen -innen und -onnen bräuchte man nur sehr selten.
Die diverse Endung -ix und den Plural dazu, etwa -issen, bräuchte man so gut wie nie.

Dann bräuchte man nicht mehr sagen "Kolleginnen und Kollegen", sondern nur noch "Kollegen",
und das wäre ganz klar neutral und nicht mehr männlich, denn männlich wäre ja "Kollegonnen".
Aber ist dein Vorschlag nicht auch nur ein genauso hilfloser Versuch, die Sprache willkürlich zu manipulieren...?? - wobei ich dir das nicht als Absicht unterstellen möchte.
Das ist doch nur politische Willkür im Gegensatz zu dem Fall, dass die Sprache sich selbst durch ihren Gebrauch weiter entwickelt, das wäre ok.
Ich erinnere mich an ein Interview im Deutschlandfunk mit dem Linguisten Peter Eisenberg von 2017
...Dann ist es eben so und jemand, der sich erdreistet, in einer der größten Sprachen Europas Formen einzuführen, die es nicht gibt und sie dann zu verordnen, der hat doch irgendwie ein schräges Verhältnis zur Demokratie. Das sind Leute, die sind gewählt worden, um den Willen ihrer Wähler zu verwirklichen. Und was machen sie als Erstes: Sie wollen die erziehen.

Es gibt niemanden, der das Recht hat, in eine Sprache einzugreifen. ...
Grund für seine Aufregung damals war wohl (mMn) - ich weiß aber nicht, ob sich das Verhalten durchgesetzt hat
...vor allen Dingen das unsägliche Gender-Sternchen, das in Berlin in den Bezirken jetzt teilweise obligatorisch gemacht werden soll. Und das bedeutet nichts anderes, als wenn Sie einen Schriftsatz im Bezirksparlament von Berlin-Mitte oder von Berlin-Lichtenberg – da ging es los – einreichen. Dann schmeißen die das in den Papierkorb. Sie erkennen nur noch Texte an, die nach ihrer Regel, die es im Deutschen nicht gibt, die frei erfunden ist, einen gegenderten Text enthält
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Stoner

Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Stoner »

Fliege hat geschrieben:(08 Aug 2021, 13:45)

Wieder etwas hinzu gelernt:
Beim Plural macht das generische Femininum kein Genderproblem.
Doch. Vollpfosten zum Beispiel (der Vollpfosten, die Vollpföstin) ist quite tricky. Da meint die Vollpfosten ja nur die männlichen, daher muss man Vollpfosten und Vollpföstinnen schreiben und davon ausgehen, dass Diverse, die hier untern Tisch fallen, keinen entsprechenden Status erreichen können. Für Dummkopf und Dummköpfin ergibt sich das gleiche Problem. Man könnte die Regel mit den Umlauten abschaffen.
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Fliege
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Fliege »

Stoner hat geschrieben:(09 Aug 2021, 09:27)

Doch. Vollpfosten zum Beispiel (der Vollpfosten, die Vollpföstin) ist quite tricky. Da meint die Vollpfosten ja nur die männlichen, daher muss man Vollpfosten und Vollpföstinnen schreiben und davon ausgehen, dass Diverse, die hier untern Tisch fallen, keinen entsprechenden Status erreichen können. Für Dummkopf und Dummköpfin ergibt sich das gleiche Problem. Man könnte die Regel mit den Umlauten abschaffen.
Nach meiner Beobachtung der seit Jahrzehnten geübten Zuschreibungspraxis wird versucht, Zuschreibungsziele auch geschlechtlich möglichst treffend anzusprechen, indem geeignete Begriffe gewählt werden: der "Depp", die "Nuss', das "Dummchen". Eine vernebelnde Ausdrucksweise, die geeignet ist, die Präzision der Zuschreibung zu mindern, scheidet, da ungeeignet, aus (außer vielleicht "Professörchen").
Atue001
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Atue001 »

Eigentlich haben wir es beim Gendern der deutschen Sprache mit einem typischen Umkehrschlussproblem zu tun.

Korrekt wäre:
Am Anfang war die deutsche Sprache. Dann kamen Forscher, und haben die Sprache zerlegt in Syntax, Semantik, Grammatik, ... ... ..
Dann wurden in diesem Zuge Charakteristiken vergeben wie: Männlich, Weiblich, Sächlich.....

Bis hierhin alles in Ordnung. Nun kommt der Umkehrschlussfehler:
WEIL Dinge männlich, weiblich, sächlich entsprechend der Sprache sind, fühlen sich Menschen mit logischem Umkehrschlussfehler diskriminiert und fordern einen Umbau der Sprache.....


Tatsächlich aber ist die Sache gar nicht so einfach!
Nehmen wir mal die Buchstabenkombination DER. Liest man diese, impliziert man sehr schnell damit den "männlichen" Artikel. Doch schon die kleine Wortkombination: "Das Haus DER Frauen....." macht deutlich, dass DER keineswegs nur ein männlicher Artikel ist, sondern es auf den KONTEXT ankommt.

Nehmen wir mal Begriffe wie "DIE Erde". Ist die Erde nun weiblich? Und: Denkt man in einem Aufsatz über die Planeten des Sonnensystems anders über DIE Erde als über DEN Mars, weil DIE Erde weiblich, aber DER Mars männlich ist?
Man weiß es nicht - aber wahrscheinlich eher nicht. Bei einem Aufsatz über die Planeten des Sonnensystems wird es wohl eher darum gehen, wie die Reihenfolge der Planeten ist, welche in der Habitablen Zone sind, und welche Rolle beispielsweise Jupiter für das Sonnensystem einnimmt......da ist es eher egal, ob ein Planet männlich oder weiblich mit einem Artikel versehen wurde. Es ist schlicht irrelevant.

Sicher sind auch Aufsätze über die Planeten des Sonnensystems denkbar, bei denen es genau um diese männliche und weibliche Attributierung geht......nur, die Menge der Aufsätze, die sich NICHT um die geschlechtereinordnung scheren, dürfte deutlich größer sein.

GENDERN ist in der Sprache ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Nehmen wir mal das harmlose:

"Liebe Frauen, liebe Männer." zu Beginn einer Rede.....

So gesprochen dürfte das aktuell ziemlich korrekt sein, obwohl inzwischen doch noch klar ist, dass es neben Frauen und Männern auch noch Diverse gibt. Besser wäre es also: "Liebe Frauen, liebe Männer, liebe Diverse".

Wobei: Warum diese Reihenfolge, und keine andere?

Im deutschen Kulturkreis hat es sich eingebürgert, dass man Frauen zuerst nennt, dann die Männer. Da die Diversen noch recht neu dazugekommen sind, werden sie, wenn überhaupt, dann doch wohl am Ende ihren Platz haben......
Was aber, wenn Diverse sich dadurch diskriminiert fühlen? Also doch besser:
"Liebe Diversen, liebe Frauen, liebe Männer"...ob das den Frauen so gefällt?
Oder den Männern?

Die könnten ja auf die Idee kommen, bei all dem Gendern auch mal an den Anfang zu gehören, also:
"Liebe Männer, liebe Diversen, liebe Frauen....."

Ihr merkt es schon! Gendern ist eine tolle Sache - aber faktisch ziemlich begrenzt gegenüber dem, was Sprache und Kultur so ausmacht! Es mag noch sein, dass man mit geschickter Wahl von Endungen, Artikeln, *innen oder ähnlichem die Sprache so weiterentwickeln könnte, dass es irgendwie gendergerechter wirken würde......tatsächlich aber endet alles Gendern beim Problem der Reihenfolge, welches kulturellen Prägungen unterliegt.



Hat man den Umkehrschlussfehler des Genderismus verstanden, kommt man auf die eigentliche Thematik:
DENKT der, der etwas sagt, das diskriminierend?
DENKT der, der etwas gesagtes sich anhört, das diskriminierend?

Das kommt garantiert auf den Kontext an!

Wie irritiert wären wir, wenn jemand auf die Idee käme, eine Rede wie folgt zu beginnen:

"Liebe Dumme, liebe Schlaue".
oder:
"Liebe Juden, liebe Nicht-Juden".


Bei ersterem wäre aus dem kulturellen Kontext heraus sofort der Gedanke an eine Unverschämtheit im Raum. Wobei sich nahezu jeder nicht vom "Dumme" angesprochen fühlen würde, aber die armen anderen bemitleidet - während man sich selbst für "schlau" hält....auch deshalb, weil man den Text so diskriminierend empfindet......nur - wo genau liegt jetzt der Unterschied zu einer trennenden Begrüßung a la "Liebe Männer, liebe Frauen....." oder umgekehrt....ich habe bewußt mit den Männern angefangen, damit mir nicht später jemand "Absicht" unterjubelt, wenn ich Männer und Frauen in der Reihenfolge nehme, wie ich zuvor Dumme und Schlaue genutzt habe......

Und bei "Juden" und "Nicht-Juden"?
Entsprechend unserer kulturellen Einbindung würden wir eine solche Art der Begrüßung als extrem unschicklich erleben, als gegebenenfalls rassistisch oder nationalsozialistisch.....

Nur - was genau ist hier passiert?
Begriffe wie "Frau", "Mann", "DER", "DIE", "DAS", "DUMME", "Schlaue", "Juden", "Nicht-Juden" stehen eben NICHT für sich selbst, und sind für sich genommen auch nicht richtig wissenschaftlich in männlich, weiblich, sächlich unterteilt.
Begriffe stehen IMMER im KONTEXT. Und zwar nicht nur in dem Kontext, wie ein Beitrag geschrieben wird, sondern auch (und das ist fast schon wichtiger) im Gesamtkulturellen Kontext UND im Kontext des Beitrages, in dem sie benutzt werden.


Menschen, die im passenden Kontext eine Zigeunersoße oder ein Zigeunerschnitzel bestellen, denken nicht an den diskriminierenden Gebrauch gegenüber einer Volksgruppe von Sinti und Roma. Sie denken an gutes Essen, an Ungarn, an Schärfe......und doch ist der Begriff Zigeuner ursprünglich anders und ziemlich diskriminierend belegt.

Menschen, die im passenden Kontext einen Mohrenkopf oder Negerkuss bestellen oder essen.....denken an all das positive, was man mit einer köstlichen Süßspeise verbindet. Aber regelmäßig eben nicht daran, dass Begriffe wie Neger oder Mohr auch diskriminierend benutzt wurden.

Menschen, die heute den Begriff "geil" nutzen, denken regelmäßig nicht mehr frühere Wortbedeutung von "geil" im Sinne von lüstern, sexuell erregt, sexuell fordernd u.ä. - heute übersetzt man es besser synonym mit "hervorragend" u.ä..
Und auch der Begriff "Alter" ist längst der reinen Jugendsprache entwachsen, und wird im passenden Kontext nicht mehr mit dem Alter der Person gedacht!



Was alles hat das nun mit Gendersprech zu tun?
Gendersprech ist ein Denkunfall! Es entstammt dem Irrtum, dass Sprache entscheidend dafür ist, wie man denkt. Doch das ist noch nicht mal die halbe Wahrheit. Tatsächlich spricht man so, wie man denkt - und man denkt so, wie man spricht. Es ist eine Wechselbeziehung - und die ist auch noch Kontextsensitiv.

Nun einseitig wegen dem Gendern in die Sprache einzugreifen, und DIESE zu verändern - bewirkt gar nichts.
Relevant ist der Gesamtkontext!
Wenn sich unsere Haltungen zu Männlich, Weiblich, Divers etc. entspannt....und wir aus dem jeweiligen Kontext heraus Diskriminierungsfrei über solche Begrifflichkeiten reden und denken - dann ist unsere Sprache Gendergerecht.
Es geht eben nicht um unsere Sprache, es geht um unsere Haltungen!

Wer im Kontext einer Feministinnenparty nicht sorgfältig über die passenden Begrifflichkeiten und die passende Genergerechte Sprache nachdenkt, der hat ziemlich sicher ein Problem!
Wer im Kontext einer reinen Männerrunde in der Sauna mal den ein oder anderen Witz loslässt, der alles andere als Jugendtauglich, Frauengerecht oder auch nur politisch korrekt ist...der hat tendenziell kein so arg großes Problem, weil die meisten in diesen Runden ziemlich gut verstehen, wie das gemeint ist.

Und nach der Sauna kehren all diese Genderinkonsequenten versauten Männer brav zu ihren Ehefrauen zurück und lassen sich sagen, dass sie mal gefälligst den Müll rausbringen sollen.......

Ob wir Gendergerecht sind, das bestimmt nicht unsere Sprache, das bestimmt unser Denken und unsere Haltungen. WENN wir über mehrere Jahrhunderte gendergerecht denken, wird sich unsere Sprache ganz natürlich so anpassen, dass wir es als gendergerecht empfinden.

*innen brauchen wir dafür allenfalls für Gedankenanstöße - aber nicht zum Selbstzweck. In einem journalistischen Beitrag zur Afghanistankrise ist eine gendergerechte Sprache ziemlich irrelevant - da geht es um gänzlich andere Botschaften und Inhalte! In einem journalistischen Beitrag zur Rolle der Frau in einer männlich geprägten Gesellschaft.....sollte die Sprache dann doch angepasst werden.


Insofern: Gerne kann man herumtheoretisieren wie sich die Sprache entwickeln sollte.....am Ende entscheidet, wie sich Sprache tatsächlich entwickelt. Und DAS wird maßgeblich von unseren Haltungen beeinflusst. Wenn wir nun versuchen unsere Haltungen durch die Sprache zu beeinflussen, ist das nicht Chancenlos - aber regelmäßig aufgesetzt und überzogen.

Rightsizing wäre, dass wir uns klar zu Haltungen bekennen, die nicht diskriminierend sind. DANN wird sich die Sprache in der Folge einfach entsprechend mit verändern, weil man einige Begriffe dann nicht mehr diskriminierend denkt.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Atue001 hat geschrieben:(23 Aug 2021, 23:41)





Ob wir Gendergerecht sind, das bestimmt nicht unsere Sprache, das bestimmt unser Denken und unsere Haltungen. WENN wir über mehrere Jahrhunderte gendergerecht denken, wird sich unsere Sprache ganz natürlich so anpassen, dass wir es als gendergerecht empfinden.

.
So in etwas sehe ich es auch. Nicht Sprache diskriminiert sondern Menschen. ***** oder "innen" hinter jedes Wort haengen aendert nichts, das Gegenteil ist der Fall.
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Stoner

Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Stoner »

Atue001 hat geschrieben:(23 Aug 2021, 23:41)

Eigentlich haben wir es beim Gendern der deutschen Sprache mit einem typischen Umkehrschlussproblem zu tun.

Korrekt wäre:
Am Anfang war die deutsche Sprache. Dann kamen Forscher, und haben die Sprache zerlegt in Syntax, Semantik, Grammatik, ... ... ..
Dann wurden in diesem Zuge Charakteristiken vergeben wie: Männlich, Weiblich, Sächlich.....
Kann man hier etwas genauer nachlesen.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

denkmal hat geschrieben:(09 Aug 2021, 09:08)

Aber ist dein Vorschlag nicht auch nur ein genauso hilfloser Versuch, die Sprache willkürlich zu manipulieren...?? [...] Das ist doch
nur politische Willkür im Gegensatz zu dem Fall, dass die Sprache sich selbst durch ihren Gebrauch weiter entwickelt, das wäre ok.
Wie soll denn das gehen, dieses Sich-selbst-weiter-entwickeln? Doch nur, indem einige Leute anfangen,
die neue Sprechweise zu verwenden. Und genau das habe ich mir von meinem Vorschlag erhofft.

Hab ihn auch in zwei anderen Foren präsentiert. Leider hat ihn bisher niemand aufgegriffen.
Selber bin ich ja keine Person des öffentlichen Lebens, die damit anfangen könnte.
Gendern: die Kundin, der Kundon, das Kunde. Neutraler Plural: die Kunden.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von denkmal »

JosefG hat geschrieben:(27 Aug 2021, 21:46)

Wie soll denn das gehen, dieses Sich-selbst-weiter-entwickeln? Doch nur, indem einige Leute anfangen,
die neue Sprechweise zu verwenden. Und genau das habe ich mir von meinem Vorschlag erhofft.

Hab ihn auch in zwei anderen Foren präsentiert. Leider hat ihn bisher niemand aufgegriffen.
Selber bin ich ja keine Person des öffentlichen Lebens, die damit anfangen könnte.
Naj das Sich-selbst-weiter-entwickeln, das passiert eben. :) Nicht durch willkürliche "Anpassung" der Sprache an irgendwelche "Moden".
Man kann begleitend versuchen, die selbstständige Entwicklung der Sprache in den Regeln einzupflegen. Nicht aber, mMn, durch "Umdefinition" der Vorschriften vorab.

Beispiel Duden (Jan 2021)
...Für den Duden ist der Mieter seit neuestem ausschließlich eine männliche Person. Wenngleich es berechtigte Kritik am generischen Maskulinum gibt, sollte das wichtigste Wörterbuch im deutschsprachigen Raum es nicht einfach abschaffen.
...Der Duden will in seiner Online-Ausgabe nun von diesem gelebten Sprachkonzept abweichen. Ein Politiker sei nun eine "männliche Person, die ein politisches Amt ausübt", selbiges gelte bereits für den Arzt oder den Mieter. Alle 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen der Online-Datenbank sollen in dieser Art geändert werden,...
...Denn das, was der Duden gerade macht, ist so oder so anmaßend und schlicht falsch. Es ist nicht die Aufgabe des Duden, Menschen sprachlich zu erziehen....
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

JosefG hat geschrieben:(08 Jul 2021, 12:39)

männlich: der Soldaton, der Kollegon, der Studenton, der Lehreron
weiblich: die Soldatin, die Kollegin, die Studentin, die Lehrerin
divers: die Soldatix, die Kollegix, die Studentix, die Lehrerix

neutral: das Soldat, das Kollege, das Student, das Lehrer
neutraler Plural: Soldaten, Kollegen, Studenten, Lehrer.
Eigentlich sollten die Anhänger der Linkspartei den Vorschlag aufgreifen.
Da "Arbeiter" neutral wäre, müssten sie die "Arbeiterklasse" nicht umbenennen.
Andernfalls müssten sie "Arbeitendenklasse" sagen.
Gendern: die Kundin, der Kundon, das Kunde. Neutraler Plural: die Kunden.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

Der Postillon hat heute auf seiner facebook-Seite seinen alten
satirischen Vorschlag einer männlichen Endung -er nochmal beworben.
https://www.der-postillon.com/2017/11/g ... ng-er.html
https://www.facebook.com/DerPostillon/p ... 7697251526

Ich glaube nicht, dass der Vorschlag reine Satire ist.

Zur konkreten Endung -er: Ich denke, bei -on ist die
Symmetrie zum weiblichen -in besser sichtbar, vor allem im Plural:
Lehrerinnen/Lehreronnen ist symmetrischer als Lehrerinnen/Lehrerer.
Gendern: die Kundin, der Kundon, das Kunde. Neutraler Plural: die Kunden.
https://www.facebook.com/Gendern-ohne-Schluckauf-106416105371324
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

JosefG hat geschrieben:(27 Dec 2021, 00:45)

Der Postillon hat heute auf seiner facebook-Seite seinen alten
satirischen Vorschlag einer männlichen Endung -er nochmal beworben.
https://www.der-postillon.com/2017/11/g ... ng-er.html
https://www.facebook.com/DerPostillon/p ... 7697251526

Ich glaube nicht, dass der Vorschlag reine Satire ist.

Zur konkreten Endung -er: Ich denke, bei -on ist die
Symmetrie zum weiblichen -in besser sichtbar, vor allem im Plural:
Lehrerinnen/Lehreronnen ist symmetrischer als Lehrerinnen/Lehrerer.
Es geht doch um die "Trageweise" der primären Geschlechtsorgane....

- INNEN......-oder AUSSEN...


Also Bäcker- INNEN oder Bäcker-Aussen.

Wird aber am Veto der Aussenminister-INNEN "hängen" bleiben.

Nur wie ist Mehrzahl von. Xxxx "-Innen"...??
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von firlefanz11 »

Auch Rapper sollten sich der Gendersprache anpassen. Also nix mehr mit "Ich ficke Deine Mutter!" sondern "Ich ficke eins von Deinen Elternteilen!"
Und was sagen Sie als Unbeteiligte(r) zum Thema Intelligenz?
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

schokoschendrezki hat geschrieben:(26 Jan 2021, 09:57)

Faszinierende finde ich ja die Aussage des Theaderstelllers in dieser Passage im ersten Beitrag:

------ Das ganze Thema interessiert mich eigentlich nicht. Ich fand nur eben den
------ Vorschlag interessant und möchte ihm hiermit Aufmerksamkeit verschaffen.

Das nennt man glaub ich eine "Übersprungshandlung".
War ungeschickt formuliert. Sollte heissen:

Das Thema Gendersprache im allgemeinen interessiert mich eigentlich nicht.
Ich fand nur eben speziell den Vorschlag interessant und möchte ihm ...
Gendern: die Kundin, der Kundon, das Kunde. Neutraler Plural: die Kunden.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von schokoschendrezki »

JosefG hat geschrieben:(31 Dec 2021, 20:21)

War ungeschickt formuliert. Sollte heissen:

Das Thema Gendersprache im allgemeinen interessiert mich eigentlich nicht.
Ich fand nur eben speziell den Vorschlag interessant und möchte ihm ...
Da hab' ich inzwischen ein wenig den Faden verloren. Aber ich hab noch mal in den Anfangs verlinkten telepolis-Artikel geschaut. "Lehrerer" und "Lehrerin" ... tja. Das Problem ist ja nicht, dass Sprache sich nicht zu verändern hat. Nur: Man kann es nicht anordnen. Die massive Häufung von Anglizismen im letzten halben Jahrhundert ... ja, die hat sich eben gebildet. So sehr ich persönlich eine verordnete Gendersprache nicht benutze so sehr bin ich für eine Genderforschung, die solche Phänomene wissenschaftlich untersucht. Und überhaupt pro Genderforschung.

Der WItz ist ja, dass man bei der "Gendern"-Verweigerung das Argument an den Kopf geknallt bekommt, man rede einem normativen Sprachgebrauch das Wort. Das generische Maskulimum ist einfach nur entstanden, hat sich entwickelt. Und ist übrigens auch ein Musterbeispiel dafür, dass das biologische und das soziale Geschlecht auf verschiedenen Ebenen zu verstehen ist. Eine Frau Professor Meier ist keineswegs gezwungen dazu, eine Frau Professorin Meier zu sein nur weil sie eine Frau ist. Eine Diskussion um nix. Das Beharren auf Nennung akademischer Titel ist an sich und überhaupt verwurzelt in einem maskulin geprägten Sozialmillieu. Das Beharren auf "Professorin" ist so etwas wie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. "Studenten" statt "Studenten und Studentinnen" oder gar "Studierende" zu sagen ... das hat in meiner Wahrnehmung vor allem etwas ganz und gar unmaskulin Gelassenes. Sind es nicht meist Männer, die stur irgendetwas durchdrücken wollen?
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

https://hpd.de/artikel/rolf-schwanitz-u ... tags-20386
Nach einem ersten Themenabend Ende April hatte der Arbeitskreis der säkularen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten
im Unterbezirk Düsseldorf zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen Düsseldorf ...
Wenn Männer Sozialdemokratonnen oder Juristonnen wären, so wie Frauen Sozialdemoktratinnen oder Juristinnen sind, dann könnte
man neutral einfach "Arbeitskreis der säkularen Sozialdemokraten" oder "Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen" sagen.
Zuletzt geändert von JosefG am Di 24. Mai 2022, 03:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

schokoschendrezki hat geschrieben: So 2. Jan 2022, 19:50 Da hab' ich inzwischen ein wenig den Faden verloren. Aber ich hab noch mal in den Anfangs verlinkten telepolis-Artikel geschaut. "Lehrerer" und "Lehrerin" ... tja. Das Problem ist ja nicht, dass Sprache sich nicht zu verändern hat. Nur: Man kann es nicht anordnen. Die massive Häufung von Anglizismen im letzten halben Jahrhundert ... ja, die hat sich eben gebildet. So sehr ich persönlich eine verordnete Gendersprache nicht benutze so sehr bin ich für eine Genderforschung, die solche Phänomene wissenschaftlich untersucht. Und überhaupt pro Genderforschung.

Der WItz ist ja, dass man bei der "Gendern"-Verweigerung das Argument an den Kopf geknallt bekommt, man rede einem normativen Sprachgebrauch das Wort. ...
Es geht bei Sprache ja vorrangig um Informationen herüberzubringen....

Such ich eine FRAU Meyer im neuen Büro - da fallen dann schonmal die Männer weg....

Professix X als Information ?

Was ist "Anders" - wenn ich eine "Schnürsenkel-IN" einfädel ...oder eine Töpf-IN auf DAS Herd-IN stell ?

*IN kann gern mit XX getauscht werden !!

DIE "Bahn" ist weiblich.....Fahrrad und Auto >> sächlich.... Schuhe / Strümpfe männlich ... eine Hose aber weiblich..

Ist die genaue Zuordnung - >> "Artikel" - "Subjekt//Objekt" ......wie zB "das Hemd" - gemacht- für eine bessere Worterkennung ?

Sodass - "DER Hemd" eine Rückfrage generiert - .... Eine "Art" doppeltes Password .

Die Laptöpfin wird keiner suchen oder kaufen wollen...

Na...ich geh dann mal DER Waschmasch anmachen...
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Atue001 »

JosefG hat geschrieben: So 25. Nov 2018, 23:38 Fullquote
Da machen sich viele richtig gute Gedanken.....nur mit der Realität hat das wenig zu tun.

Beispiel:

Nehmen wir den Begriff BRUDER. Wäre die BRUDIN zukünftig die Schwester? Und ist SCHWESTER männlich?

Bei der Bewertung und Einschätzung und klassifizierung der Sprache passiert ein Fehler!

SPRACHE IST!

Die Klassifizierung passiert später......

...und ist hinreichend ungenau.


Nehmen wir mal ein Beispiel aus dem Dialekt:
Im Deutschen ist ES sächlich....so definieren es die Sprachwissenschaftler:innen.....

Im Saarländischen Dialekt aber ist regelmäßig die Rede von "es" wenn es um Frauen geht.....

"Es Margot hat mir geschdern die Hoar geschnied...." macht aus Margot keine sächliche Person, sondern ist korrekt weiblich. ES wird im saarländischen Kontext regelmäßig genutzt, um weibliche Anspracheformen zu definieren - nicht um Frauen zu diskriminieren, weil es sich nach Duden um einen sächlichen Kontext handelt......


Ähnliche Themenstellungen gibt es viele - auch und gerade mit den Dialekten, aber längst nicht nur.

Die Endung -ER ist keine männliche Endung - wie man an Schwest-ER klar erkennt. Allenfalls wird die Endung HÄUFIG im Kontext männlich verwendet - aber eben nicht immer.



Ich habe viel Verständnis dafür, dass es einige Menschen gibt, die die Spache gerne verändern möchten, um bestimmte politische Ziele zu erreichen....ich warne gleichzeitig davor, dem nachzugeben. Sprache ist etwas, was sich entwickelt und was ständig im Fluss ist. Wenn wir die Sprache nun dem Gesetzgeber überlassen....wird vieles nicht besser, aber das meiste schlechter. Nicht der Gesetzgeber kann definieren, wie sich Sprache entwickelt - das müssen die Sprechenden schon selbst übernehmen - und tun sie auch.

Weil das so ist, sollten wir Sprache auch nicht zu einfach den Gernderistinnen überlassen - sondern darauf pochen, dass jeder der Sprache verändern will, auch die Menschen mitnehmen sollte.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Im englischen Sprachbereich gibt es Woke Feministinnen die das Wort WOMAN abschaffen wollen da es das Wort MAN enthaelt.

Verrueckter geht es nicht mehr.

Das hat nichts damit zu tun, das Sprache sich veraendert, entwicklet, anpasst sondern mit einer Ideologie von Leuten ausgedacht, die nicht viel anderes im Leben zu tun haben als krampfhaft ueberall Gender Diskriminierung zu sehen. Sollten besser Zeit und Energie fuer gleiche Loehne und Berufchancen verwenden.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

Atue001 hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 00:56 Nehmen wir den Begriff BRUDER. Wäre die BRUDIN zukünftig die Schwester? Und ist SCHWESTER männlich?
Nein, so ist das nicht gemeint.

Nur da, wo es ein heute als männlich geltendes Grundwort (Lehrer) und eine daraus abgeleitete weibliche Form (Lehrerin) gibt,
soll es künftig auch eine abgeleitete explizit männliche Form (Lehrerer, oder Lehreron, letzteres wäre mein Vorschlag) geben.

Dann wäre das Grundwort (Lehrer) nur noch neutral und man bräuchte weder die umständliche
Doppelnennung (Lehrerinnen und Lehrer), noch Konstrukte wie Lehrer:innen oder Lehrende.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von firlefanz11 »

TheManFromDownUnder hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 03:04 Im englischen Sprachbereich gibt es Woke Feministinnen die das Wort WOMAN abschaffen wollen da es das Wort MAN enthaelt.
Ich hab letztens schon woanders geschrieben, dass es eigtl. Womenstruation heissen müsste, da Men ja gar keine Tage kriegen... :D
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Billie Holiday »

firlefanz11 hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 10:39 Ich hab letztens schon woanders geschrieben, dass es eigtl. Womenstruation heissen müsste, da Men ja gar keine Tage kriegen... :D
Das ist voll transphob. :mad:
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von firlefanz11 »

Billie Holiday hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 10:53 Das ist voll transphob. :mad:
Heul leise! :D
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Billie Holiday »

firlefanz11 hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 11:02 Heul leise! :D
Gemeldet wegen Hatespeech. :x
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Billie Holiday hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 10:53 Das ist voll transphob. :mad:
Nein es ist konsequent.

Es zeigt wie idiotisch diese ganze Gendersprech Diskussion ist.

Die westliche Welt kann sich das nur erlauben da es keine andere Prioritaeten gibt. Die Propagandisten dieses Bloedsinn sind alle gut betucht, sozial abgesichert und woke weil es in ist. Man kann das nur sarkastisch und ironisch behandeln, ansonsten kommt einem das Kotzen. Haben die Menschen in Afrika, Bangladesh, Afghanistan, Ukraine ussw usw fruchtlose und dumme Diskussion ueber Woerter in ihren Sprachen die nicht gendergerecht und """""diskriminierend""""" sind. Wohl kaum.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Billie Holiday »

TheManFromDownUnder hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 11:15 Nein es ist konsequent.

Es zeigt wie idiotisch diese ganze Gendersprech Diskussion ist.

Die westliche Welt kann sich das nur erlauben da es keine andere Prioritaeten gibt. Die Propagandisten dieses Bloedsinn sind alle gut betucht, sozial abgesichert und woke weil es in ist. Man kann das nur sarkastisch und ironisch behandeln, ansonsten kommt einem das Kotzen. Haben die Menschen in Afrika, Bangladesh, Afghanistan, Ukraine ussw usw fruchtlose und dumme Diskussion ueber Woerter in ihren Sprachen die nicht gendergerecht und """""diskriminierend""""" sind. Wohl kaum.
Das war nur ein Scherz.
Ich betrachte das Thema als Wohlstandsverblödung.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Billie Holiday hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 11:20 Das war nur ein Scherz.
Ich betrachte das Thema als Wohlstandsverblödung.
D'Accord :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Atue001 »

JosefG hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 03:54 Nein, so ist das nicht gemeint.

Nur da, wo es ein heute als männlich geltendes Grundwort (Lehrer) und eine daraus abgeleitete weibliche Form (Lehrerin) gibt,
soll es künftig auch eine abgeleitete explizit männliche Form (Lehrerer, oder Lehreron, letzteres wäre mein Vorschlag) geben.

Dann wäre das Grundwort (Lehrer) nur noch neutral und man bräuchte weder die umständliche
Doppelnennung (Lehrerinnen und Lehrer), noch Konstrukte wie Lehrer:innen oder Lehrende.
Das Grundproblem ist aber, dass die Genderisten Sprache nicht hinreichend verstehen.

ZUERST gab es die Sprachen - DANACH haben irgendwelche Wissenschaftler Einteilungen erfunden, die nach männlich, weiblich und sächlich trennen.

Tatsächlich aber kann man Sprache nicht vom Denken trennen. Es ist sicherlich richtig eine intensive Diskussion über solche Themen anzustoßen - und auch mal neue Experimente zu wagen.
Es ist aber falsch, die existente Sprache mit Neusprech aktiv beeinflussen zu wollen.

Gerade bei der Sprache ist regelmäßig nicht das einzelne Wort oder die Klassifizierung im Rahmen eines Grammatikkonstruktes relevant - sondern letzten Endes das, was mehrheitlich bei der Verwendung eines konkreten Konstruktes durch die Nutzer und Zuhörer gedacht wird. DAS aber kann etwas gänzlich anderes sein als das, was die Theorie besagt....


Nochmals ganz praktisch:
Wenn im Saarland im Dialog über "es Lisbeth" geredet wird, ist einem Native-Speaking-Saarländer völlig klar, dass ES nicht für sächlich steht, sondern ES LISBETH klar für eine Frau oder zumindest eine weibliche Person steht. Auf den Kontext kommt es an!

Dass ES für sächlich steht, wurde von Sprachwissenschaftlern definiert - die die entsprechende Definition unabhängig von lokalen Sprachgegebenheiten getroffen haben.

Sprache ist ein lebendiges Gesamtkonstrukt - welches in Wechselwirkung mit sich verändernden Denkweise sich auch weiter entwickelt.

Aktiv theoretisch auf bestehende Sprachen einzuwirken - nur weil man sich einem bestimmten oft noch wenig rationalem Prinzip verschreibt - das lehne ich ab.

Gebt der Sprache ihren Lauf.....wer gendern möchte....sollte sich als Teil der Veränderungsbewegung begreifen, aber definitiv nicht von allen Menschen per se einfordern, dass sie das zukünftig genau so zu machen haben.

Sprache ist ein lebendiges Abbild unserer Gesamtkultur - und unglaublich vielfältig, insbesondere, wenn man die Dialekte mit in die Gesamtbetrachtung aufnimmt.

Auch wenn der regelmäßig verkorkste Deutsch-Unterricht anderes suggeriert - es gibt kaum ein Richtig oder Falsch bei Sprache....tatsächlich ist die Sprache vielmehr Spiegel unserer Denkweisen.

Entscheidend ist damit nicht, dass wir die Sprache gendergerecht machen....sondern dass wir endlich es als normal begreifen, gendergerecht zu denken. Die Sprache wird sich dann automatisch im Laufe der Jahre anpassen......
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von denkmal »

JosefG hat geschrieben: Di 24. Mai 2022, 03:54 Nein, so ist das nicht gemeint.

Nur da, wo es ein heute als männlich geltendes Grundwort (Lehrer) und eine daraus abgeleitete weibliche Form (Lehrerin) gibt,
soll es künftig auch eine abgeleitete explizit männliche Form (Lehrerer, oder Lehreron, letzteres wäre mein Vorschlag) geben.

Dann wäre das Grundwort (Lehrer) nur noch neutral und man bräuchte weder die umständliche
Doppelnennung (Lehrerinnen und Lehrer), noch Konstrukte wie Lehrer:innen oder Lehrende.
Braucht man ja heute eigentlich auch nicht. Das Sprachgefühl sagt einem, ob eine Gruppe (Lehrer) oder ein männlicher Leher gemeint ist.
Aber die akute Verflachung jeglichen Verständnisses heutzutage muss wohl durch detaillierte Benennung der "Betroffenen" kaschiert werden.

Ich habe eigentlich gelernt, Gruppen nur mit ihrer Gruppeneigenschaft anzusprechen, nicht mit Eigenschaften von Teilnehmern. Das gibt nämlich jetzt das nächste Problem: diverse Lehrer. ;)
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von JosefG »

denkmal hat geschrieben: Mi 25. Mai 2022, 12:24 Das gibt nämlich jetzt das nächste Problem: diverse Lehrer. ;)
divers: Lehrerix, Plural Lehrerissen. Problem gelöst.
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 8#p5028688
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von denkmal »

JosefG hat geschrieben: Mi 25. Mai 2022, 13:02 divers: Lehrerix, Plural Lehrerissen. Problem gelöst.
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 8#p5028688
ist das nicht ein bißchen albern?
Liebe Lehrer, Lehrerinnen und Lehrerissen,
...
und dann die nächste Gruppe und die nächste und so weiter...

Wie gesagt, Gruppen nicht mit den individuellen Merkmalen der verschiedenen Gruppenmitglider anzusprechen ist einfacher.
Komplexer Overhead - erschwert die Kommunikation - aber vielleicht ist das ja auch gewollt.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von Teeernte »

denkmal hat geschrieben: Mo 30. Mai 2022, 08:44 ist das nicht ein bißchen albern?
Liebe Lehrer, Lehrerinnen und Lehrerissen,
...
und dann die nächste Gruppe und die nächste und so weiter...

Wie gesagt, Gruppen nicht mit den individuellen Merkmalen der verschiedenen Gruppenmitglider anzusprechen ist einfacher.
Komplexer Overhead - erschwert die Kommunikation - aber vielleicht ist das ja auch gewollt.
Nur weil der Anglizismen "reiche" Raum damit nicht hinkommt - the bridge & the tree

Bleibt es bei DER Baum und DIE Brücke.

...immer diese Sprachnörgelei.
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Re: Ein Vorschlag zum Gendersprech

Beitrag von denkmal »

Teeernte hat geschrieben: Mo 30. Mai 2022, 08:57 Nur weil der Anglizismen "reiche" Raum damit nicht hinkommt - the bridge & the tree

Bleibt es bei DER Baum und DIE Brücke.

...immer diese Sprachnörgelei.
Ich nörgel doch gar nicht. Ich versuche nur, Kommunikation einfach zu halten.
...und der Baum und die Brücke sind Neutrum.
Kein Problem bisher, es sei denn, ein Baum "weiblichen Geschlechts" würde sich bei der Baumbeschwerdestelle über nicht mitgemeinte "Individuen" beschweren ("Ich bin eine Bäumin"). ;)
und im Englschen ist es nun mal nicht so wie im Deutschen.

OK, Alexandra war mit einem Baum befreundet... :cool:
...Strichst du mit deinen grünen Blättern
Mir übers Haar mein alter Freund
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im frühen Morgenrot...
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