Pflege- und Gesundheitsreform

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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Moses
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon Moses » Do 23. Feb 2017, 14:41

yogi61 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:35)

Die Verweise auf die globalisiert Märkte stören mich immer. Wir haben in Deutschland genug Pharmakonzerne die im Stande sind das zu leisten und die grossen Unternehmen ziehen sich auch nicht zurück, weil man nicht mehr die tausendfache Rendite sondern nur noch die hundertfache Rendite erwirtschaftet. Man kann die Zeitspanne für Generika Zulassungen verkürzen, es müssen nicht unbedingt 15 Jahre sein. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen sparen zur Zeit ungefähr 11 Milliarden Euro, es müssten aber mindestens 20 Milliarden sein, wenn man die Lücke von vierzige Prozent Nichtgenerika wenigstens auf 20 Prozent reduziert und nicht immer wieder neue Medikamente zulässt, die keinen Vorteil haben und man sich stumpf auf die Gutachten der Industrie verlässt. Die Pharmalobby ist aber nur ein Problem im Gesundheitswesen.


Die Verkürzung der Zulassungszeiten erscheint mir wiederum ein interessanter Ansatz - - weißt Du warum die so lang sind, ich weiß das nicht.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon yogi61 » Do 23. Feb 2017, 14:48

Moses hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:41)

Die Verkürzung der Zulassungszeiten erscheint mir wiederum ein interessanter Ansatz - - weißt Du warum die so lang sind, ich weiß das nicht.


Sie sind so lang, weil die Pharmalobbyisten die Gesetzentwürfe praktisch ausgeabeitet haben und sie immer wieder mit einem Forschungsstopp drohen. Global bewirkt so etwas, dass Millionen von Menschen keinen Zugang zum Beispiel zu antiretroviralen Arzneien habe, obwohl gerade in bestimmten Ländern die HIV Rate sehr hoch ist. Patentrecht gegen das Recht auf Leben, völliger Irrsinn. Für unser Land bedeutet das, das jeder Arbeitnehmer, aber auch jeder Betrieb zu viel für die Gesundheit aufwenden muss.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon Moses » Do 23. Feb 2017, 14:54

yogi61 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:48)

Sie sind so lang, weil die Pharmalobbyisten die Gesetzentwürfe praktisch ausgeabeitet haben und sie immer wieder mit einem Forschungsstopp drohen. Global bewirkt so etwas, dass Millionen von Menschen keinen Zugang zum Beispiel zu antiretroviralen Arzneien habe, obwohl gerade in bestimmten Ländern die HIV Rate sehr hoch ist. Patentrecht gegen das Recht auf Leben, völliger Irrsinn. Für unser Land bedeutet das, das jeder Arbeitnehmer, aber auch jeder Betrieb zu viel für die Gesundheit aufwenden muss.

Puhhhh . . . wo, in diesem Redeschwall ist jetzt die Antwort auf meine Frage versteckt . . . . "weil die Pharmalobbyisten die Gesetzentwürfe praktisch ausgeabeitet haben und sie immer wieder mit einem Forschungsstopp drohen"
was genau steht denn in diesen Gesetzentwürfen, was den Prozess so sehr verlängert, wo kann denn die Politik ansetzen?

PS: danke yogi! für den neuen Strang!
Zuletzt geändert von Moses am Do 23. Feb 2017, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon yogi61 » Do 23. Feb 2017, 14:57

Moses hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:54)

Puhhhh . . . wo, in diesem Redeschwall ist jetzt die Antwort auf meine Frage versteckt . . . . "weil die Pharmalobbyisten die Gesetzentwürfe praktisch ausgeabeitet haben und sie immer wieder mit einem Forschungsstopp drohen"
was genau steht denn in diesen Gesetzentwürfen, was den Prozess so sehr verlängert, wo kann denn die Politik ansetzen?


Die Politik kann eigene Gutachten zu neuen Medikamenten erstellen lassen und die Lobbyisten vor die Tür setzen. Man muss das nur wollen. Dazu benötigt man aber einen Minister der sich auskennt.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon Moses » Do 23. Feb 2017, 15:00

yogi61 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:57)

Die Politik kann eigen Gutachten zu neune Medikamenten erstellen lassen und die Lobbyisten vor die Tür setzen. Man muss das nur wollen. Dazu benötigt man aber einen Minister der sich auskennt.


Ja zu erstem
jein zu zweiterem
und ein glasklares nein zu letzterem

1. ja aber keine Antwort auf meine Frage
2. Die Politik braucht das Fachwissen der Lobbyisten (btw. auch der Gewerkschaftslobbyisten - gleiches recht für alle!)
3. Der Minister bringt nur die politischen Richtlinien ins Ministerium ein, das Fachwissen sitzt im Ministerium, das braucht der Minister nicht (ist manchmal sogar schädlich)
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon yogi61 » Do 23. Feb 2017, 15:09

Moses hat geschrieben:(23 Feb 2017, 15:00)

Ja zu erstem
jein zu zweiterem
und ein glasklares nein zu letzterem

1. ja aber keine Antwort auf meine Frage
2. Die Politik braucht das Fachwissen der Lobbyisten (btw. auch der Gewerkschaftslobbyisten - gleiches recht für alle!)
3. Der Minister bringt nur die politischen Richtlinien ins Ministerium ein, das Fachwissen sitzt im Ministerium, das braucht der Minister nicht (ist manchmal sogar schädlich)


Deine Argumentation ist der Hauptgrund warum nichts passiert. Nein, die Lobbyisten werden in der Stärke sicher nicht benötigt und nein, es ist nicht schädlich, wenn ein Minister etwas von seine Gebiet versteht. Ein Mediziner im Gesundheistministerium wäre schon gut, denn im Endeffekt hat er zu entscheiden.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon Brainiac » Do 23. Feb 2017, 15:10

Moses hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:54)
PS: danke yogi! für den neuen Strang!

Bitte. ;)
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » Do 23. Feb 2017, 15:28

Um dann mal zum Kern zu kommen und nicht nur auf die Pharmalobby einzudreschen, (denn sie ist nicht das einzige Problem) stelle ich mir immer wieder folgenden Fragen.
Warum ist das Thema trotz seiner Brisanz nicht im Fokus der Öffentlichkeit.? Warum macht man einen Parteisoldaten ohne Ahnung zum Gesundheitsminister, obwohl man weiss, dass die Zahl der Krebserkrankungen, Demenz und Alzheimer-Erkrankungen explodieren wird und das bei sinkenden Zahlen von Beitragszahlern.
Warum ist man nicht einmal in der Lage die Trennung zwischen Krankenhäusern und Praxisärzten wenigstens Teilweise anzugehen und Doppelstrukturen zu eleminieren?

Die Politik hat seit dem Jahr 2005 keinerlei Antworten und das gesamte Thema wird verdrängt, eigentlich unglaublich.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Moses » Do 23. Feb 2017, 18:40

yogi61 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 15:28)

Um dann mal zum Kern zu kommen und nicht nur auf die Pharmalobby einzudreschen, (denn sie ist nicht das einzige Problem) stelle ich mir immer wieder folgenden Fragen.
Warum ist das Thema trotz seiner Brisanz nicht im Fokus der Öffentlichkeit.? Warum macht man einen Parteisoldaten ohne Ahnung zum Gesundheitsminister, obwohl man weiss, dass die Zahl der Krebserkrankungen, Demenz und Alzheimer-Erkrankungen explodieren wird und das bei sinkenden Zahlen von Beitragszahlern.
Warum ist man nicht einmal in der Lage die Trennung zwischen Krankenhäusern und Praxisärzten wenigstens Teilweise anzugehen und Doppelstrukturen zu eleminieren?

Die Politik hat seit dem Jahr 2005 keinerlei Antworten und das gesamte Thema wird verdrängt, eigentlich unglaublich.


Ich fang (mal wieder) mit Deiner ersten Frage an, weil ich nicht müde das immer und immer wieder zu schreiben:

Der Minister bringt die politische Richtungsentscheidung in das Ministerium und dort sitzen die Fachleute. Der Minister muss also Politiker sein (obs da gute gibt muss jeder für sich entscheiden) ein Fachman in Bezug auf sein Ministerium muss er also nicht sein.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Cobra9 » Do 23. Feb 2017, 19:03

Mal als Laie. Sind lange Testreihen usw. nicht eher auch der Sicherheit geschuldet ?
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Moses » Do 23. Feb 2017, 19:12

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 19:03)

Mal als Laie. Sind lange Testreihen usw. nicht eher auch der Sicherheit geschuldet ?


Darauf wollte ich hinaus und war eher erschrocken, dass dies dem Eingreifen der Lobbyisten zu zu schreiben wäre . . . ich hatte da eher europäische Oberbedenkenträger im Blick . . . .
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon Cobra9 » Do 23. Feb 2017, 19:37

Moses hat geschrieben:(23 Feb 2017, 19:12)

Darauf wollte ich hinaus und war eher erschrocken, dass dies dem Eingreifen der Lobbyisten zu zu schreiben wäre . . . ich hatte da eher europäische Oberbedenkenträger im Blick . . . .


Wie gesagt Ich bin da Laie und nur eigentlich Konsument. Gut durch meine Aktive Zeit beim DRK weiss Ich schon etwas über Wirkstoffe usw. ---> aber mich würde doch interesseren ab welchem Zeitraum ein Medikament als "sicher" gilt für den Verbaucher.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon harry52 » Do 23. Feb 2017, 21:16

Moses hat geschrieben:Mir ist diese Thema viel zu wichtig um es mit Worthülsen ala "Besserverdienende und Arbeitgeber in die Pflicht nimmt", "nicht mehr vor den Lobbyisten im Gesundheitswesen gebuckelt wird" oder "die Lasten ein wenig von der jungen Generation nimmt."
echte, umsetzbare Vorschläge hatte ich von Dir erwartet und es kam nur warme Luft - anscheinend ist Dir das Thema nicht wichtig genug . . . denn der rüpelhafte Verweis auf auf "Stimmvieh" zeigt doch sehr deutlich Deine Einstellung zu demokratischen Prozessen - - - sehr schade yogi.

Moses,
du sprichst mir aus dem Herzen und ich frage mich, was "Linke" wie yogi in Wahrheit sind, wenn sie millionen Menschen als "Vieh" bezeichnen? Ich gehöre ja offensichtlich auch zu dem Vieh. Ich will ja nicht angeben, aber ich habe mein Abitur mit Mathe- und Physik-Leistungskurs gemacht und ich war da der Beste und meine Durchschnittsnote war 1,6. Ich liebe Mathe, Physik, Stephen Hawking, Richard Dawkins, Daniel Dennett... und außerdem habe ich zwei Töchter alleine groß gezogen und mache mir vielleicht auch deswegen viele Gedanken über die Zukunft.

Linke wie Yogi verachten aber nicht nur Nerds und Eliten, sie hassen ja auch witzigerweise den BILD-Leser, also auch die mit wenig Geld und Bildung, für die sie angeblich Politik machen.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon frems » Do 23. Feb 2017, 21:26

harry52 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 21:16)
Ich will ja nicht angeben, aber ich habe mein Abitur mit Mathe- und Physik-Leistungskurs gemacht und ich war da der Beste und meine Durchschnittsnote war 1,6.

Lol. :p

Das Thema ist aber Gesundheit und Pflege. Und gerade in ersterem haben wir gerade den teuersten Bundesminister aller Zeiten. Aber lass mal die Kosten durch die Decke schießen und Rücklagen plündern. Dann steigen irgendwann die Beiträge und man kann's monokausal auf Nachfolger schieben.
Labskaus!

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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon jorikke » Do 23. Feb 2017, 22:05

frems hat geschrieben:(23 Feb 2017, 21:26)

Lol. :p

Das Thema ist aber Gesundheit und Pflege. Und gerade in ersterem haben wir gerade den teuersten Bundesminister aller Zeiten. Aber lass mal die Kosten durch die Decke schießen und Rücklagen plündern. Dann steigen irgendwann die Beiträge und man kann's monokausal auf Nachfolger schieben.


Die Kosten- u. damit die Beitragssteigerungen sind System bedingt.
Solange dem Riesenbeitragstopf, deren Einzahler ohne richtige Interessenvertretung sind, Interessengruppen gegenüber stehen (Ärzteschaft, Krankenhäuser usw.) die jede für sich über starke Interessenvertreter mit großem Einfluss verfügen, kann die Kostenspirale sich nur in eine Richtung drehen: Nach oben.
Ich schreibe das ganz ohne Groll, es ist einfach so. Man kann natürlich das System beklagen und für die Zukunft irgendwelche Katastrophen an die Wand malen; Tatsache ist aber, im Moment funktioniert es noch und zwar nicht schlecht.
Deshalb gehen die (durchaus berechtigten Warnungen) ja auch ins Leere.
Zumal es die Mahner ja auch nicht fertig bringen Konkretes zu äußern. Z.B eine Liste aller selber zu zahlenden Untersuchungen, Behandlungen, Medikamente usw. mal aufzuschreiben, mit der dann gesparten Kohle die Mittel für z.B. die Pflege aufgebracht werden kann.
Die Kritik würde sofort massiv einsetzen, dann wären sie in der gleichen Lage wie Politiker, die auch keine schlafenden Hunde wecken wollen.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon frems » Do 23. Feb 2017, 22:12

jorikke hat geschrieben:(23 Feb 2017, 22:05)

Die Kosten- u. damit die Beitragssteigerungen sind System bedingt.

Demographie würde ich nicht als System bezeichnen, aber sei's drum: für die Reformen, die die Kostensteigerungen noch weiter in die Höhe schießen, sind schon die jeweiligen Politiker verantwortlich.

Die Versicherten bekämen dafür allerdings keine bessere Gesundheitsversorgung, sondern vielmehr steigende Zusatzbeiträge und Bürokratie, gab Schneider zu bedenken. "Statt sich mit einer langfristigen Ausgabenreduktion im Sinne der Beitragszahler zu beschäftigten, hat Minister Gröhe mehr Kosten geschaffen."

Die Terminservicestellen seien ein überteuertes und unnötiges Bürokratiemonstrum, verdeutlichte Schneider. "Allein in Nordrhein-Westfalen wurden dafür zu Jahresbeginn die zusätzlichen Bürokratiekosten auf 1,4 bis 3,7 Millionen Euro geschätzt." [...]

Schneider warf Gröhe vor, sich bei der Frage nach der Gegenfinanzierung seiner Politik aus der Verantwortung zu stehlen. Stattdessen wolle er durch einen einmaligen Eingriff in die von den Versicherten angesparten Rücklagen des Gesundheitsfonds den Anstieg der Zusatzbeiträge bis zur Bundestagswahl abbremsen. Schneider konstatierte: "Die Zeche für diese Politik zahlen die Beitragszahler."

https://www.liberale.de/content/groehe- ... ragszahler

Aber der ist ja in der CDU und damit darf er nicht kritisiert werden. Hauptsache eine Schulnote vor Jahrzehnten war mal anständig. Dann steht man da drüber. Und die Kritik seitens der FDP ist sicherlich eh linksgrün versifft und irgendwas mit Kommunismus.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon Boracay » Do 23. Feb 2017, 22:54

yogi61 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 14:57)

Die Politik kann eigene Gutachten zu neuen Medikamenten erstellen lassen und die Lobbyisten vor die Tür setzen.


Du meinst allen ernstes die gigantischen Kosten für klinische Studien solle die Politik tragen? Oder wie ist das zu verstehen? Hältst du das BfArM für "gekauft" oder für nicht kompetent? Oder was denkst du was deren Aufgabe ist?
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon yogi61 » Fr 24. Feb 2017, 08:35

Boracay hat geschrieben:(23 Feb 2017, 22:54)

Du meinst allen ernstes die gigantischen Kosten für klinische Studien solle die Politik tragen? Oder wie ist das zu verstehen? Hältst du das BfArM für "gekauft" oder für nicht kompetent? Oder was denkst du was deren Aufgabe ist?


Ich halte das BfArM nicht für gekauft, sondern für unterbesetzt und in seinen Kompetenzen so beschnitten, dass sie praktisch keine Chance gegen die Lobbyisten der Pharmaindustrie haben. Dort arbeiten deutlich mehr und besser bezahlte Leute. Die US-Zulassungsbehörde FDA kontrolliert zum Beispiel deutlich strenger, und es wird nur ein Bruchteil der Medizinprodukte zugelassen. Vor allen die neuen Produkte die keine Verbesserung erwarten lasen und nur die Gewinnmarge erhöhen sollen.
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Re: Wahlumfragen.

Beitragvon yogi61 » Fr 24. Feb 2017, 08:46

harry52 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 21:16)

Moses,
du sprichst mir aus dem Herzen und ich frage mich, was "Linke" wie yogi in Wahrheit sind, wenn sie millionen Menschen als "Vieh" bezeichnen? Ich gehöre ja offensichtlich auch zu dem Vieh. Ich will ja nicht angeben, aber ich habe mein Abitur mit Mathe- und Physik-Leistungskurs gemacht und ich war da der Beste und meine Durchschnittsnote war 1,6. Ich liebe Mathe, Physik, Stephen Hawking, Richard Dawkins, Daniel Dennett... und außerdem habe ich zwei Töchter alleine groß gezogen und mache mir vielleicht auch deswegen viele Gedanken über die Zukunft.

Linke wie Yogi verachten aber nicht nur Nerds und Eliten, sie hassen ja auch witzigerweise den BILD-Leser, also auch die mit wenig Geld und Bildung, für die sie angeblich Politik machen.


Das ist kein links-rechts-Thema, auch wenn Du das in bester McCarthy-Manier immer vermutest liebe harry52. Selbst der letzte neoliberale Holzkopf sollte einsehen, dass dieses Thema grosse Teile der Bevölkerung und auch die Unternehmen berührt. Da wird bei der Erbschaftssteuer Zeter und Mordio gerufen, weil man angeblich inhabergeführte Unternehmen schützen möchte, gleichzeitig werden auch diese Firmen aber durch die verfehlte Gesundheitspolitik zur Kasse gebeten. Wenn Mathematik Dein Hobby ist, dann solltest Du endlich mal anfangen zu rechnen.
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Re: Pflege- und Gesundheitsreform

Beitragvon yogi61 » Fr 24. Feb 2017, 08:53

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2017, 19:37)

Wie gesagt Ich bin da Laie und nur eigentlich Konsument. Gut durch meine Aktive Zeit beim DRK weiss Ich schon etwas über Wirkstoffe usw. ---> aber mich würde doch interesseren ab welchem Zeitraum ein Medikament als "sicher" gilt für den Verbaucher.


Es geht nicht um die Sicherheit, es geht darum, dass heute schon jedes dritte neue Medikament ohne Zusatznutzen ist. Der GKV-Spitzenverband rechnete aus, dass statt der seit 2012 gesetzlich verankerten Preisverhandlung nicht die angestrebten 10 Milliarden Euro,sondern insgesamt nur 2,5 Milliarden Euro eingespart wurden. Alles zu Lasten der Beitragszahler.
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