US-Todesstrafe - allgemein

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JJazzGold
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 18:01

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 17:37)

Du eierst rum :).


Mitneffen.
Was Du willst, ist eine fixierte schwarz-weiß Verhaltenschablone analog zu Deiner und die kann ich Dir nicht liefern, weil ich ein Mensch bin.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Unité 1 » Mi 29. Mai 2019, 18:11

Es ist für mich unklar, worüber die letzten Seiten eigentlich diskutiert wird.
Die Todesstrafe oder Folter wird durch staatliche Organe durchgeführt - wird man seinem Kindsentführer habhaft, werden Gesetzesbücher wohl eine untergeordnete Rolle in der Erwägung der nächsten Schritte spielen.

Aber das ist doch eh so gut wie ausgeschlossen. Der erheblich wahrscheinlichere Fall ist, dass der Täter (sagen wir um des Arguments willen, er war geständig oder es bestehen sonstwie keine Zweifel daran) sich in den Händen der Polizei befindet. Betroffene haben auf den Täter keinen Zugriff. Das bedeutet, dass etwaige Folter, um das Kind zu retten (sagen wir um des Arguments willen, dass das definitiv möglich sei), durch die Exekutive eines Staates durchgeführt wird. "Der Staat" würde zum Folterknecht. Wäre ich in der konkreten Situation ein Elternteil, ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass ich die Folter wollte, um mein Kind wieder in meinen Armen halten zu können. Und eben weil das so ist, will ich jetzt, bevor sowas passiert, ein absolutes Folterverbot, auch wenn das in der konkreten Situation bedeutet, dass mein Kind eventuell stürbe. Alles andere bedeutet die Wiedereinführung der Folter, man mache sich da nichts vor. Emotionale Ausnahmezustände gibt es immer - und warum sollte die Folter dann nur in solchen Fällen möglich sein? Der Täter hatte Komplizen: kann es gewollt sein, dass die rumlaufen und eventuell ein nächstes Kind entführen? Wäre es nicht ungerecht den anderen Eltern gegenüber, in dem Fall auf Folter zu verzichten? Uswusf. Und die Exekutive handelt üblicherweise mit den Instrumenten, die ihr zur Verfügung stehen und versucht, die Anwendungsgebiete zu erweitern. Kann ich wollen, dass ein Staat foltern darf? Oder exekutieren?

Vielleicht erinnert sich noch jemand an Daschner, der Folter androhte, um ein entführtes Kind zu retten. Das ist seine persönliche Entscheidung gewesen - ich kann sie nachvollziehen. Und ich bin trotzdem froh, dass er deswegen verurteilt wurde.

Das Ganze ist analog zur Todesstrafe zu betrachten.
Unten stand ein Gummibaum.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Teeernte » Mi 29. Mai 2019, 18:25

Unité 1 hat geschrieben:(29 May 2019, 18:11)

Das Ganze ist analog zur Todesstrafe zu betrachten.


Irgendwas gefällt anderen - ohne Verantwortung - immer NICHt.

https://noizz.de/news/amnesty-auch-deut ... te/177l5sb
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 18:29

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 18:01)
Mitneffen.
Was Du willst, ist eine fixierte schwarz-weiß Verhaltenschablone analog zu Deiner und die kann ich Dir nicht liefern, weil ich ein Mensch bin.

Du "lieferst" Ansichten (Sondergesetze zur Todesstrafe, Folter), die ich eher in Saudi-Arabien als in Bayern erwartet hätte.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Adam Smith » Mi 29. Mai 2019, 18:33

Teeernte hat geschrieben:(29 May 2019, 18:25)

Irgendwas gefällt anderen - ohne Verantwortung - immer NICHt.

https://noizz.de/news/amnesty-auch-deut ... te/177l5sb


Hier mal Amnesty International selber.

Mitarbeiter haben über starken Druck und Stress geklagt und die Arbeitsbedingungen oft als "toxisch" beschrieben. Es gab auch Suizide.


https://www.kleinezeitung.at/internatio ... ehrung-aus
Das ist Kapitalismus:

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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Teeernte » Mi 29. Mai 2019, 18:39

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 18:29)

Du "lieferst" Ansichten (Sondergesetze zur Todesstrafe, Folter), die ich eher in Saudi-Arabien als in Bayern erwartet hätte.


Was ist in Saudi anders als in Hamburg wenn 1000 Polizisten nicht reichen ?

Stimmt - in Saudi hat man dazu ein Urteil.....zum Steine gegen Menschen werfen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 18:42

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 18:29)

Du "lieferst" Ansichten (Sondergesetze zur Todesstrafe, Folter), die ich eher in Saudi-Arabien als in Bayern erwartet hätte.


In Bayern?
In Bayern ist sowohl Todesstrafe, als auch Folter untersagt.
(Hast Du ein wenig zu viel tt gelesen?)
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Adam Smith » Mi 29. Mai 2019, 18:47

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 18:42)

In Bayern?
In Bayern ist sowohl Todesstrafe, als auch Folter untersagt.
(Hast Du ein wenig zu viel tt gelesen?)


Es ist natürlich was dran.

Nein, natürlich nicht. Rein formal wurde sie aber erst 1998 abgeschafft.


https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 17312.html
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 18:57

Adam Smith hat geschrieben:(29 May 2019, 18:47)

Es ist natürlich was dran.



https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 17312.html



Und in Hessen erst 2018.

Deshalb würde ich in einem persönlichen Meinungsaustausch trotzdem nicht das Bundesland des Gesprächspartners in Bezug zu dessen persönlicher Meinung setzen.
Wir haben in Bayern eine treffende Bezeichnung für solche Vorgehensweise.

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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 18:59

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 18:42)
In Bayern?
In Bayern ist sowohl Todesstrafe, als auch Folter untersagt.

Eben. Daher hätte ich das, was Du hier so zum Besten gibst, eher in (oder aus) Saudi-Arabien erwartet.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 19:10

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 18:59)

Eben. Daher hätte ich das, was Du hier so zum Besten gibst, eher in (oder aus) Saudi-Arabien erwartet.


Oder den USA? Oder Japan? Oder Israel?
Interessant, dass Du mir keine individuelle Meinung zugestehst, sondern nur eine staatlich geprägte.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon unity in diversity » Mi 29. Mai 2019, 19:57

How to wear or carry a gun?
Mit dieser Frage dürfen sich seit den letzten Amokläufen amerikanische Lehrer auseinandersetzen.
Zum Beispiel, um sich gegen Eltern durchzusetzen, deren Kinder ungenügende Noten erhalten haben.
What if the Kids strike back?
Kann das auch in Deutschland zum Thema werden?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon jellobiafra » Mi 29. Mai 2019, 20:36

Ich kann keinen Fall konstruieren, in dem man "Folter analog zur Todesstrafe" betrachten kann, Folter beabsichtigt ja gerade das Überleben des Gefolterten, damit man von ihm noch Informationen erhält. Tote können nicht mehr reden. Vielleicht ist es möglich, durch Folter Menschenleben zu retten, durch eine Hinrichtung eher nicht.
Eine generelle Foltererlaubnis staatlicherseits hat auch seine Nachteile.
Unter Folter gestanden Frauen, Sex mit dem Teufel gehabt zu haben. Ob das wirklich so war, da hab ich meine Zweifel.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon unity in diversity » Mi 29. Mai 2019, 20:39

jellobiafra hat geschrieben:(29 May 2019, 20:36)

Ich kann keinen Fall konstruieren, in dem man "Folter analog zur Todesstrafe" betrachten kann, Folter beabsichtigt ja gerade das Überleben des Gefolterten, damit man von ihm noch Informationen erhält. Tote können nicht mehr reden. Vielleicht ist es möglich, durch Folter Menschenleben zu retten, durch eine Hinrichtung eher nicht.
Eine generelle Foltererlaubnis staatlicherseits hat auch seine Nachteile.
Unter Folter gestanden Frauen, Sex mit dem Teufel gehabt zu haben. Ob das wirklich so war, da hab ich meine Zweifel.

Unter der Folter gibt jeder alles zu.
Und die wirklichen Täter grinsen sich eins.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon jellobiafra » Mi 29. Mai 2019, 20:50

Die Todesstrafe war bis 2018 Bestandteil der hessischen Verfassung. Das war folgenlos, da Bundesrecht Landesrecht bricht. Das erste Mal als die Hessen Gelegenheit über diesen Verfassungsartikel abzustimmen, nämlich 2018, stimmten ca. 80 Prozent dafür diesen Passus aus der hessischen Verfassung zu streichen. Das war ein klares Votum gegen die Todesstrafe. Ich erwähne das, einerseits um zu zeigen, dass die Todesstrafe in Deutschland ziemlich unpopulär ist, und zum zweiten ein häufig gehörtes Argument gegen mehr plebiszitäre Elemente zu entkräften welches lautet: "Wenn es über alles Volksabstimmungen gäbe, dann hätten wir wieder die Todesstrafe." Wir hätten vielleicht vielen anderen Unsinn, die Todestrafe bekämen wir nicht.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 20:54

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 19:10)
Interessant, dass Du mir keine individuelle Meinung zugestehst, sondern nur eine staatlich geprägte.

Ich gestehe Dir jegliche Meinung zu. Ich hatte nur gehofft, Deine Ansichten seien "aufklärungsgeprägter".

Apropos: Was hältst Du eigentlich von Sondergesetzen zu Körperstrafen für Terroristen (analog zu Deinen Vorstellungen zur Todesstrafe)?
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon jellobiafra » Mi 29. Mai 2019, 20:59

Ein konstruktiver Vorschlag: Wenn man Folter gestattet wird, sollte diese auf die Freiheitsstrafe angerechnet werden (wie z.B. die Untersuchungshaft). Wenn man einen Bankräuber foltert, um herauszukriegen, wo die Beute ist, und er es verrät, kann er danach als freier Mann das Gefängnis verlassen.

Bei dieser Alternative könnte man dann vielleicht sogar auf die Folter verzichten.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 21:05

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 20:54)

Ich gestehe Dir jegliche Meinung zu. Ich hatte nur gehofft, Deine Ansichten seien "aufklärungsgeprägter".

Apropos: Was hältst Du eigentlich von Sondergesetzen zu Körperstrafen für Terroristen (analog zu Deinen Vorstellungen zur Todesstrafe)?


Eigenartig, wie viele gesetzlich untersagte Sonderstrafgesetze Dir im Kopf spuken, an die noch nie gedacht habe.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 21:13

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 21:05)
Eigenartig, wie viele gesetzlich untersagte Sonderstrafgesetze Dir im Kopf spuken, an die noch nie gedacht habe.

Naja, wenn Du schon die Todesstrafe nach Sondergesetzen befürwortest ...

Übrigens: Ich halte es nicht für korrekt, in diesem Zusammenhang die USA und Israel (auch wenn Du es nur der Diskussion halber tatst) in einen Topf werfen zu wollen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon jellobiafra » Mi 29. Mai 2019, 21:16

jellobiafra hat geschrieben:(29 May 2019, 20:59)

Ein konstruktiver Vorschlag: Wenn man Folter gestattet wird, sollte diese auf die Freiheitsstrafe angerechnet werden (wie z.B. die Untersuchungshaft). Wenn man einen Bankräuber foltert, um herauszukriegen, wo die Beute ist, und er es verrät, kann er danach als freier Mann das Gefängnis verlassen.

Bei dieser Alternative könnte man dann vielleicht sogar auf die Folter verzichten.


Um jetzt einmal auf den Fall Daschner zurückzukommen, scheint mein Vorschlag durchaus eine Anreizverstärkung darzustellen. Herr Daschner drohte dem Entführer Schmerzen an, das nützte nichts.
Wirksamer wäre gewesen, Ihm nicht nur Schmerzen anzudrohen sondern diese sozusagen auch als Teil der Bestrafung zu sehen (Marterstrafe oder Körperstrafe). Daschners Drohung wäre wirksamer gewesen, wenn er zusätzlich für die Information dem Entführer auch noch die Freiheit versprochen hätte. Gerade Eltern, denen es darum geht das Leben ihres Kindes zu retten, können da nichts dagegen haben.

Wenn wir um ein Kind zu retten, bereit sind Folter zu akzeptieren, warum sollten wir nicht, um ein Kind zu retten, gänzliche Strafbefreiung akzeptieren.

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