Wie werden wir in 25 Jahren leben?

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syna
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Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 01:05

Wir haben jetzt 2019. Eine interessante Frage ist: Wie werden
wir in 25 Jahren, also im Jahre 2044, leben?

Ich habe diese Frage hier im Wirtschaftsforum platziert, weil ja
doch das Alltagsleben und die Möglichkeiten des Einzelnen
stark von der Wirtschaft - also vom erarbeiteten Wohlstand -
von dem, was "wirtschafltich möglich ist", abhängen.

Wie wird es also 2044 wohl sein? Da kann jeder mal seine
Vorstellungskraft und seine Vorausdenkfähigkeit trainieren ...

--------------------------------------------------------------------------
Meine Antwort
--------------------------------------------------------------------------

Naja, ich glaube das Hauptthema, welches zunehmend
alles bestimmen wird, ist der Klimawandel. Weil - so zeichnet
es sich momentan ab - wir Menschen auf dieser Erde es
nicht schaffen, unseren CO2-Ausstoß insgesamt so wie es nötig
wäre zu reduzieren.

Wir überschreiten gerade wichtige "Tipping Points". "Tipping
Points" sind Kipp-Punkte, die ein System "kippen" lassen und so
ein katastrophales Szenario einleiten, das nicht mehr umgekehrt
werden kann.

So ein "Tipping Point" ist das Auftauen des sibirischen Permafrost-
bodens. Zur Zeit taut er auf - und wenn er erstmal aufgetaut ist,
dann geht es mit dem Temperaturanstieg flugs voran.

Aber auch das Abholzen des Urwalds in Brasilien sowie die
Ignoranz des amerikanischen Präsidenten sind besorgniserregend.

--------------------------------------------------------------------------
Was wird also passieren?
--------------------------------------------------------------------------

Naja, die Folgen des Klimawandels werden alle Bereiche des
Gesellschaft und der Politik dominieren. Es geht darum,
Landwirtschaft, Gesundheitssystem, Soziales und Sicherheit ganz
neu auszurichten. Gegen den zunehmenden Zuwanderungsdruck
werden sich die EU-Staaten nur noch militärisch wehren können.
Gegen die extrem steigenden Preise und den Zusammenbruch
wirtschaftlicher Bereiche werden soziale Ausgleichs-
maßnahmen versucht, die aber nur ein Tropfen auf einen heißen
Stein sind.

Hier gilt das, was immer gilt: Wer finanziell nicht gerade sehr potent
ist, wird sich auf einen viel niedrigeren, demütigeren Lebensstandard
einstellen müssen. Das "Drawback"-Szenario wird dramatisch sein -
weil keiner will sich irgendwie einschränken. Das führt zu extremen
Unruhen, die nur mit konsequenter Law-und Order-Politik
einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden können.

Unsere heutige Larifahri-Freiheit - unsere heutigen Probleme in der
Politik - mit Gender, PKW-Maut, Exzellenz-Unis usw. - werden aus
der Zukunft betrachtet lächerlich wirken. Der Sozialstaat muss auf
ganz rudimentäre Funktionen zurückgestuft werden. Mit dem
extremen Sinken des Lebensstandards gehen einher ein Wandel zu
eher fundamentalen Bedürfnissen: Habe ich genug zu essen? Kann
ich mir die bevorstehende Operation leisten? Überlebe ich den
nächsten Sommer? Die Lebenserwartung wird erstmals sinken, aber
nicht nur ein bißchen, sondern dramatisch.

--------------------------------------------------------------------------
Wird es wirklich so schlimm?
--------------------------------------------------------------------------

Was denkst Du? Glaubst Du, so eine kleine Erhöhung der
Temperatur um einige Grade wird schon nicht so schlimm sein,
schließlich muss man ja auch weniger heizen?

Erzähl uns, wie wir Deiner Meinung nach - hier in Deutschland -
in 25 Jahren leben werden. :)
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon ThorsHamar » Di 30. Jul 2019, 02:06

syna hat geschrieben:(30 Jul 2019, 01:05)


..... Erzähl uns, wie wir Deiner Meinung nach - hier in Deutschland -
in 25 Jahren leben werden. :)


Ich bin dann mit Sicherheit tot, zum Glück. :thumbup: Sonst hätte euch gerne etwas berichtet ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Ewu » Di 30. Jul 2019, 09:14

Lebensstandard hängt von der Energieflussdichte ab, d.h. davon, wie teuer der elektrische Strom ist. Im Moment (und anscheinend auch noch längerhin, darauf sind die Weichen gestellt) tut man alles, um den Strom jedes Jahr teurer zu machen, was unweigerlich eine schrittweise Senkung des Lebensstandards impliziert. Das Klima, soviel kann man jetzt schon prophezeien, wird sich nicht großartig von unseren komischen Anstrengungen der Kohlendioxydreduktion beeindrucken lassen. Das Ganze ist vielmehr ein Trick der Eliten vom Club of Rome und der Finanzjongleure der Green Economy, uns nach und nach höhere Steuern aufzuhalsen und uns so von Mal zu Mal langsam aber sicher zu pauperisieren; denn ohne geldpotenten Mittelstand kann die Oberschicht schalten und walten wie sie will.
Dem Ohrfeignhuber vom Potsdam-Institut geht es um die komplette Dekarbonisierung der Energiesysteme. Selbst Schulkinder könnten verstehen, was das im Klartext bedeutet: dass der Elite-Club of Rome und die Finanzjongleure der Green Economy die Zeit zurückdrehen wollen – mindestens auf den Stand vor der Verwendung von Dampfmaschinen, zurück in eine Zeit, wo es statt acht Milliarden Menschen nur eine Milliarde gab. Ohne günstige Energieversorgung wird automatisch die Bevölkerungszunahme gestoppt, was eben auch von oben gewünscht ist. Und auch das eilt. Es ist kein Zufall, daß der grüne Prinz Charles bei dem Treffen der Außenminister des Commonwealth am 11. Juli 2019 erklärte "no time!" – das Klima lasse uns 18 Monate, dann sterbe der Planet. Erinnert euch doch bitte daran, dass die Bundesregierung unter Merkel stets den vom WBGU im Jahre 2011 vorgelegten „Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ unterstützt hat, in welchem dazu aufgerufen wird, alles aufzugeben, was man 250 Jahre lang unter Fortschritt verstanden hat! Laut Prof. Ohrfeigenhuber sollen wir zum Beispiel bis 2030 den Verbrennungsmotor auslaufen lassen. Und wir müssen den Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung komplett ausschalten. Bis 2040 müssen wir wahrscheinlich Beton und Stahl für den Bau durch Holz, Ton und Stein ersetzen "und tun wir das nicht..., es wäre das Ende der Welt, wie wir es wissen, und ich habe alle Beweise...“.
China, aber auch Afrika, Lateinamerika und selbst die Vereinigten Staaten fassen dagegen längst die Zukunft ins Auge und haben sich für den Weg des Fortschritts entschieden, während wir hier wieder in vorindustrielle Zeiten zurückwollen! Präsident Putin wies Anfang Juli bei einem internationalen Wirtschaftstreffen in Jekaterinenburg deutlicher als sonst auf diesen Umstand hin, als er dort sagte: „Natürlich können wir niemanden daran hindern, in Tierfellen herumzulaufen oder in Höhlen zu wohnen, aber es ist erstens unmöglich und dann auch völlig absurd, den Fortschritt der Menschen aufhalten zu wollen"
“Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Menge getötet.” - Platon
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Liegestuhl » Di 30. Jul 2019, 09:51

Versuche, in die Zukunft zu schauen, sind schon bei Karl Marx schiefgegangen.
Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Iwan der Liebe » Di 30. Jul 2019, 10:04

Ewu hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:14)

Lebensstandard hängt von der Energieflussdichte ab, d.h. davon, wie teuer der elektrische Strom ist. Im Moment (und anscheinend auch noch längerhin, darauf sind die Weichen gestellt) tut man alles, um den Strom jedes Jahr teurer zu machen, was unweigerlich eine schrittweise Senkung des Lebensstandards impliziert. Das Klima, soviel kann man jetzt schon prophezeien, wird sich nicht großartig von unseren komischen Anstrengungen der Kohlendioxydreduktion beeindrucken lassen. Das Ganze ist vielmehr ein Trick der Eliten vom Club of Rome und der Finanzjongleure der Green Economy, uns nach und nach höhere Steuern aufzuhalsen und uns so von Mal zu Mal langsam aber sicher zu pauperisieren; denn ohne geldpotenten Mittelstand kann die Oberschicht schalten und walten wie sie will.
Dem Ohrfeignhuber vom Potsdam-Institut geht es um die komplette Dekarbonisierung der Energiesysteme. Selbst Schulkinder könnten verstehen, was das im Klartext bedeutet: dass der Elite-Club of Rome und die Finanzjongleure der Green Economy die Zeit zurückdrehen wollen – mindestens auf den Stand vor der Verwendung von Dampfmaschinen, zurück in eine Zeit, wo es statt acht Milliarden Menschen nur eine Milliarde gab. Ohne günstige Energieversorgung wird automatisch die Bevölkerungszunahme gestoppt, was eben auch von oben gewünscht ist. Und auch das eilt. Es ist kein Zufall, daß der grüne Prinz Charles bei dem Treffen der Außenminister des Commonwealth am 11. Juli 2019 erklärte "no time!" – das Klima lasse uns 18 Monate, dann sterbe der Planet. Erinnert euch doch bitte daran, dass die Bundesregierung unter Merkel stets den vom WBGU im Jahre 2011 vorgelegten „Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ unterstützt hat, in welchem dazu aufgerufen wird, alles aufzugeben, was man 250 Jahre lang unter Fortschritt verstanden hat! Laut Prof. Ohrfeigenhuber sollen wir zum Beispiel bis 2030 den Verbrennungsmotor auslaufen lassen. Und wir müssen den Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung komplett ausschalten. Bis 2040 müssen wir wahrscheinlich Beton und Stahl für den Bau durch Holz, Ton und Stein ersetzen "und tun wir das nicht..., es wäre das Ende der Welt, wie wir es wissen, und ich habe alle Beweise...“.
China, aber auch Afrika, Lateinamerika und selbst die Vereinigten Staaten fassen dagegen längst die Zukunft ins Auge und haben sich für den Weg des Fortschritts entschieden, während wir hier wieder in vorindustrielle Zeiten zurückwollen! Präsident Putin wies Anfang Juli bei einem internationalen Wirtschaftstreffen in Jekaterinenburg deutlicher als sonst auf diesen Umstand hin, als er dort sagte: „Natürlich können wir niemanden daran hindern, in Tierfellen herumzulaufen oder in Höhlen zu wohnen, aber es ist erstens unmöglich und dann auch völlig absurd, den Fortschritt der Menschen aufhalten zu wollen"



Ich habe den Eindruck, dass Du von dem Thema gar nichts verstanden hast.

Der Verbrennungsmotor bei Neuzulassungen wird in China, Indien, Norwegen, Schweden und den Niederlanden bereits 2030 verboten.

Im übrigen generiert Deutschland bereits jetzt mehr Strom als vor der Abschaltung der marodesten Kernkraftwerke im Lande. Wenn also die Strompreise trotzdem steigen, dann liegt es keinesfalls an der zu geringen Menge an Strom, sondern es liegt am Oligopol der Energieriesen. Und das gab es auch schon vor 2011, weshalb auch damals die Preise gestiegen sind, nur halt eben mit anderen, ebenso verschwurbelten Begründungen.
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Gruwe
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Gruwe » Di 30. Jul 2019, 10:10

Ewu hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:14)

Lebensstandard hängt von der Energieflussdichte ab, d.h. davon, wie teuer der elektrische Strom ist. Im Moment (und anscheinend auch noch längerhin, darauf sind die Weichen gestellt) tut man alles, um den Strom jedes Jahr teurer zu machen, was unweigerlich eine schrittweise Senkung des Lebensstandards impliziert.


Komisch!
Ich habe in den letzten Jahren meinen Stromverbrauch um die Hälfte reduziert (die Preissteigerungen also überkompensiert). Dies ist bei mir allerdings in keinster Weise mit einer Senkung des Lebensstandards einhergegangen, eher umgekehrt. Nach meiner Erfahrung ist das eher so, dass da in vielen Köpfen eine große Hürde vorhanden ist, die einem sagt, dass das was du hier behauptest zutrifft. Überwindet man allerdings erstmal diese Hürde, stellt man plötzlich fest, dass man sich geirrt hat und das alles nicht so wirklich schlimm ist, man eben nur in seinen Glaubenssätzen gefangen war.

Ist natürlich jetzt erstmal nur meine subjektive Sicht. Allerdings kenne ich auch viele Leute, denen es genau so erging. Zudem denke ich nicht, dass ich eine Art Sonderling bin sondern es durchaus einen relevanten Anteil der Bevölkerung gibt, der in dieser Hinsicht ähnlich Eigenschaften wie ich aufweist.

Allerdings glaube ich auch nicht, dass der Strom so extrem teuer wird, wie du es hier behauptest. Ich könnte mir langfristig sogar reale Kostensenkungen vorstellen. Insb. die EEG-Anlagen taugen - für sich alleine betrachtet - durch ihre geringen Grenzkosten zu Preissenkungen ( siehe etwa Zipp, A. (2015) - Die Marktfähigkeit von fluktuierenden erneuerbaren Energien im liberalisierten Stromsektor). Wir bezahlen zwar mit den EEG-Umlage wohl noch ein gutes Jahrzehnt die Entwicklungskosten ab, aber das läuft für mich unter "kurzfristig" und hier geht es ja um das Jahr 2044. Zur Entwicklung dieser gab es vor einiger Zeit mal ein Paper in der Zeitschrift für Energiewirtschaft, auf welches ich mich hier beziehe. Bei Bedarf suche ich es gerne raus. Im Zuge der Energiewende geht man nun auch endlich mal Stromspeicher und das Thema Sektorkopplung an, bei denen ich als Energietechniker sehr hohe Potentiale zur Effizienzverbesserung sehe, was ebenso zu sinkenden realen Kosten sinken würde. Aber das wird man alles noch genau sehen müssen. Das Bild, welches du malst, sehe ich allerdings nicht.

Es wird auch jeden Fall eine gesellschaftliche Wende geben, diese hat bereits begonnen. Sowas gab es eben immer schon mal, hat uns nicht umgebracht und hat auch eigentlich nie zu einem geringeren Lebensstandard geführt, eher umgekehrt. Was vorbei sein mag ist, dass der Mensch seinen steigenden Wohlstand (weil man es eben so macht) nicht mehr auf Teufel komm raus verkonsumieren wird (Hauptsache die Kohle kommt irgendwie weg) und übersättigt, sondern das ganze wieder sinnvoller gestaltet wird. Das dürfte allerdings nichts grundlegend Schlechtes sein!
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Gen_Y » Di 30. Jul 2019, 10:10

syna hat geschrieben:(30 Jul 2019, 01:05)

Naja, die Folgen des Klimawandels werden alle Bereiche des Gesellschaft und der Politik dominieren. Es geht darum, Landwirtschaft, Gesundheitssystem, Soziales und Sicherheit ganz neu auszurichten. Gegen den zunehmenden Zuwanderungsdruck werden sich die EU-Staaten nur noch militärisch wehren können.


Ganz normaler Kreislauf:

Weströmisches Reich (Überdehnung + Klimaerwärmung)
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Heiliges Römisches Reich (Überdehnung + Kleine Eiszeit)
Reset
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Wie werden wir also in 25 Leben? Auch nicht anders, als unsere Vorfahren.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 30. Jul 2019, 10:15

Liegestuhl hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:51)

Versuche, in die Zukunft zu schauen, sind schon bei Karl Marx schiefgegangen.

Naja. Kann schon sein. Aber die Fragen im Eingangsbeitrag sind schon ernst zu nehmen und berechtigt.

Es sind im allgemeinen Dummköpfe die, die sich keine Gedanken um die Zukunft machen.

Fatalerweise haben wir um die Jahrtausendwende herum die Debatte um Waldsterben und Ozonloch hinter uns. Und das befeuert einen Glauben daran, dass man nun zukünftig gegen Debatten dieser Art gewappnet sein müsste. Und sie zu ignorieren hätte um als "vernünftig" zu gelten.

Ich persönlich sehe die kritischste Entwicklung in der Rolle der großen IT-Unternehmen. Sie sind schon jetzt das, was der übermächtige Staat in den Ländern des Staatssozialismus war: Allesbeherrschend. Nur eben auf eine scheinbar konziliante Art und Weise. Ich würde sagen: Estland heute ist das traurige Zukunftsmodell. Totale Digitalisierung. Totaler Nationalismus.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Gruwe » Di 30. Jul 2019, 10:22

syna hat geschrieben:(30 Jul 2019, 01:05)
Naja, die Folgen des Klimawandels werden alle Bereiche des
Gesellschaft und der Politik dominieren. Es geht darum,
Landwirtschaft, Gesundheitssystem, Soziales und Sicherheit ganz
neu auszurichten. Gegen den zunehmenden Zuwanderungsdruck
werden sich die EU-Staaten nur noch militärisch wehren können.
Gegen die extrem steigenden Preise und den Zusammenbruch
wirtschaftlicher Bereiche werden soziale Ausgleichs-
maßnahmen versucht, die aber nur ein Tropfen auf einen heißen
Stein sind.


Das ist sicher richtig, sehe ich allerdings sehr positiv und als erstrebenswert an.


Hier gilt das, was immer gilt: Wer finanziell nicht gerade sehr potent
ist, wird sich auf einen viel niedrigeren, demütigeren Lebensstandard
einstellen müssen. Das "Drawback"-Szenario wird dramatisch sein -
weil keiner will sich irgendwie einschränken. Das führt zu extremen
Unruhen, die nur mit konsequenter Law-und Order-Politik
einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden können.


Das kann ich nur sehr eingeschränkt teilen.
Ökonomisch betrachtet ist dieses Marktversagen im Bezug auf Umweltverschmutzung/Klimaproblematik
eine Umverteilung von Arm nach Reich. Es hat seine Gründe, warum "die Linke" eine entsprechende
Position vertritt.

Das Problem ist:
Führe ich jetzt etwa einen CO2-Preis ein, wird sich erstmal jeder dagegen wehren, da dieser eine unmittelbare Folge
von Politik ist und man ihn - wenn man die politische Möglichkeit hat - einfach entfernen könnte. Er hat sozusagen
keine natürliche Ursache, ist transparent und zuordenbar.

Die Gegenseite ist allerdings für Niemanden ersichtlich: Erhöhen sich etwa die Preise für landwirtschaftliche Güter
(etwa weil die Bodenrente in der Landwirtschaft durch die Erwärmung absinkt) steigen eben die Preise. Über steigende
Preise mokiert sich zwar auch jeder, man kann aber "nix" dagegen machen. Entweder man nimmt es so wie es ist, oder
man kauft es nicht. Dass eine Preiserhöhung durchaus Folge von Klimaerwärmung sein kann, wäre für Niemanden
ersichtlich.


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Wird es wirklich so schlimm?
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Was denkst Du? Glaubst Du, so eine kleine Erhöhung der
Temperatur um einige Grade wird schon nicht so schlimm sein,
schließlich muss man ja auch weniger heizen?

Erzähl uns, wie wir Deiner Meinung nach - hier in Deutschland -
in 25 Jahren leben werden. :)


Nein, es wird nicht so schlimm!
Der Mensch hat nur immer Angst vor Veränderung und das alles muss natürlich immer was Negatives sein. Das ist vielleicht menschlich!

Natürlich werden wir im Rahmen der Systemtransformation einiges an volkswirtschaftlichem Vermögen ad acta legen können, was zeitweise sicherlich zu
entsprechenden Kosten führt. Auf lange Sicht dürfte es sich allerdings lohnen. Ob das im Jahre 2044 schon ist? Sehen wir dann! ;)
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 30. Jul 2019, 10:36

Gruwe hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:22)
Die Gegenseite ist allerdings für Niemanden ersichtlich: Erhöhen sich etwa die Preise für landwirtschaftliche Güter
(etwa weil die Bodenrente in der Landwirtschaft durch die Erwärmung absinkt) steigen eben die Preise. Über steigende
Preise mokiert sich zwar auch jeder, man kann aber "nix" dagegen machen. Entweder man nimmt es so wie es ist, oder
man kauft es nicht. Dass eine Preiserhöhung durchaus Folge von Klimaerwärmung sein kann, wäre für Niemanden
ersichtlich.


Es mokiert sich durchaus nicht jeder. Sobald Dienste wie etwa Whatsapp tatsächlich einen Geldpreis haben, werde ich sie auch nutzen. Bis dahin gehe ich davon aus, dass der Preis in der Bereitstellung meiner persönlichen Daten liegt. Und den zahle ich nicht!
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Gruwe » Di 30. Jul 2019, 10:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:36)

Es mokiert sich durchaus nicht jeder. Sobald Dienste wie etwa Whatsapp tatsächlich einen Geldpreis haben, werde ich sie auch nutzen. Bis dahin gehe ich davon aus, dass der Preis in der Bereitstellung meiner persönlichen Daten liegt. Und den zahle ich nicht!


Ich bezweifle, dass man auch im Falle eines Preises nicht mit seinen Daten bezahlt!
Warum sollte Facebook nicht beides nehmen, wenn sie beides haben können?

Wenn ich mir Sky hole um etwa die Bundesliga zu schauen, bezahle ich auch monatlichen einen gewissen Preis. Das hindert Sky aber nicht daran, zusätzlich noch Werbung zu schalten. Klar, würde Sky komplett auf Werbung verzichten, wäre die Abo-Gebühr sicher höher. So haben sie eben eine Kombinfinanzierung, die für sie einen guten Kompromiss bzgl. der Akzeptanz der Kunden darstellt.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 30. Jul 2019, 11:01

Gruwe hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:43)

Ich bezweifle, dass man auch im Falle eines Preises nicht mit seinen Daten bezahlt!
Warum sollte Facebook nicht beides nehmen, wenn sie beides haben können?

Wenn ich mir Sky hole um etwa die Bundesliga zu schauen, bezahle ich auch monatlichen einen gewissen Preis. Das hindert Sky aber nicht daran, zusätzlich noch Werbung zu schalten. Klar, würde Sky komplett auf Werbung verzichten, wäre die Abo-Gebühr sicher höher. So haben sie eben eine Kombinfinanzierung, die für sie einen guten Kompromiss bzgl. der Akzeptanz der Kunden darstellt.


Der Einwand ist natürlich berechtigt. Wenn ich mir bei Mediamarkt oder Saturn Batterien kaufe muss ich auch den ganz normalen Preis bezahlen. Immerhin: Wenn ich nach meiner Postleitzahl gefragt werde, gebe ich nach einer Idee von irgendjemanden grundsätzlich die von Anklam an. 17389. Obwohl ich mit der Stadt nix zu tun habe. Zur Nachahmung empfohlen. Sollen sie sehen, wie sie mit diesen gefälschten Statistiken klarkommen.

So. Das sind natürlich nur Spaß-beiseite-Sachen. Nochmal: Wir werden in 25 Jahren vermutlich in einer Welt leben, in der große IT-Unternehmen endgültig die Rolle von Staaten eingenommen haben werden. Nur eben in keinster Weise demokratisch legitimiert sondern lediglich als Ergebnis von Kaufentscheidungen. Es wird irgendeine Art von Gutartigkeitskonsens geben. Man wird es gut und cool finden zu glauben müssen.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 13:21

Ewu hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:14)
Lebensstandard hängt von der Energieflussdichte ab, d.h. davon, wie teuer der elektrische Strom ist. Im Moment (und anscheinend auch noch längerhin, darauf sind die Weichen gestellt) tut man alles, um den Strom jedes Jahr teurer zu machen, was unweigerlich eine schrittweise Senkung des Lebensstandards impliziert.

Falsch. Der Lebensstandard hängt von "der Kaufkraft", die die Menschen haben, ab.

Ewu hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:14)
Das Klima, soviel kann man jetzt schon prophezeien, wird sich nicht großartig von unseren komischen Anstrengungen der Kohlendioxydreduktion beeindrucken lassen.

Doch doch. Unser CO2-Ausstoß ist direkt für die derzeitige Erwärmung verantwortlich. Das ist genau so
sicher, wie die Tatsache, dass ein Gegenstand im Gravitationsfeld der Erde nach unten fällt, wenn man
ihn loslässt.

Ewu hat geschrieben:(30 Jul 2019, 09:14)
Das Ganze ist vielmehr ein Trick der Eliten vom Club of Rome und der Finanzjongleure der Green Economy, uns nach und nach höhere Steuern aufzuhalsen und uns so von Mal zu Mal langsam aber sicher zu pauperisieren; ...

Genau. Mit Hilfe der Chemtrails versuchen Aliens alle Erdenbewohner zu versklaven. Die Erde ist in
Wirklichkeit eine Scheibe, nur wird das vom Club of Rome, den Eliten, der Green Economy und Schellenhuber
verheimlicht, um die Herrschaft auszuüben ... ach - alle sind ja so verlogen und bööööhhhse! :D :D :D
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 13:24

Gen_Y hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:10)

Ganz normaler Kreislauf:

Weströmisches Reich (Überdehnung + Klimaerwärmung)
Reset
Heiliges Römisches Reich (Überdehnung + Kleine Eiszeit)
Reset
Europäische Union (Überdehnung + Klimaerwärmung)

Wie werden wir also in 25 Leben? Auch nicht anders, als unsere Vorfahren.


Ach nee, ich korrigiere mal:

Weströmisches Reich (Überdehnung + Klimaerwärmung)
Reset
Heiliges Römisches Reich (Überdehnung + Kleine Eiszeit)
Reset
Menschheit insgesamt (CO2-Overkill + Klimaerwärmung)

Wie werden wir also in 25 Leben? Etwa so, wie unsere Vorfahren
vor 200 Jahren (wenn wir Glück haben).
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Papaloooo » Di 30. Jul 2019, 13:25

Eine Vision:

Klimatisch:
In 25 Jahren werden Italien und Spanien Wüstenstaaten sein.
Die Alpen und die Pyrenäen werden zu wenig Wasser speichern, um in diesen Ländern noch Landwirtschaft zu betreiben.
Sie werden nördlich und östlich ziehen müssen.
Viele Küstenstädter müssen dem steigenden Meeresspiegel und den Unwettern mit mehr Kraft weichen.
Die Nordstaaten (Holland, Dänemark, und Friesen werden vom Meer wegziehen in den Süden.
Die Saudis werden das letzte Öl abgepumpt haben und merken, dass Wüstensand alleine keinen Reichtum beschert.
Vermutlich werden sie sich fruchtbarere Gegenden erobern, denn sie sind ja mit Deutschen Hochleistungswaffen bestens ausgestattet.
In Afrika werden Kriege um Wasser statt um Öl geführt.
Es werden Dutzende Millionen Menschen in gemäßigtere Zonen abwandern.

Technisch/wirtschaftlich:
Die großen Konzerne haben mittlerweile fast alle kleineren Konzerne vom Markt gedrängt.
Sie können es, weil sie danke Robotik in Herstellung und Versand keine Menschen mehr benötigen.
Eine zunehmende Zahl von Menschen bleibt dabei auf der Strecke.
Dadurch verlieren die Konzerne wieder viele Kunden.
Es bahnt sich eine Revolution an, die großen Konzernchefs haben vorgesorgt und ziehen sich mit ihren Familien
in Refugien zurück, die mit Abwehrraketen gesichert sind.

Politisch:
Die Polarisierung zwischen Rechts und Links wird immer harscher und führt zu immensen politischen Grabenkämpfen,
teilweise mit Guerilla-Methoden.

Religiös:
Religionen spielen eine immer mindere Rolle was auch allmählich den Fundamentalismus schwächt,
es finden sich stattdessen gewisse Interessensgemeinschaften zusammen, die jedoch nicht minder militant sind.

Wissenschaftlich:
Die Wissenschaft forscht am Heiligen Gral:
Allen Menschen genügend an Nahrung, Wasser und Medizin bieten zu können,
gestützt durch Robotik um so unbewohnbare Gegenden wieder bewohnbar zu machen,
und so den globalen Konflikt zu entschäften.

Der wünsche ich am meisten Erfolg und Weitsicht.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 13:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:15)

Ich persönlich sehe die kritischste Entwicklung in der Rolle der großen IT-Unternehmen. Sie sind schon jetzt das,
was der übermächtige Staat in den Ländern des Staatssozialismus war: Allesbeherrschend. Nur eben auf eine
scheinbar konziliante Art und Weise.

Der Überwachungskapitalismus durch Google, Facebook, Amazon und
Apple ist ein anderes Problem (für einen anderen Thread)!

Ich bin aber überzeugt, dass das Problem "Klimawandel" in wenigen
Jahren alles andere dominieren wird.
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 13:39

Syna hat geschrieben:Wer finanziell nicht gerade sehr potent ist, wird sich auf einen viel niedrigeren, demütigeren Lebensstandard
einstellen müssen. Das "Drawback"-Szenario wird dramatisch sein - weil keiner will sich irgendwie einschränken.
Das führt zu extremen Unruhen, die nur mit konsequenter Law-und Order-Politik einigermaßen unter Kontrolle
gehalten werden können.

Gruwe hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:22)
Das Problem ist:
Führe ich jetzt etwa einen CO2-Preis ein, wird sich erstmal jeder dagegen wehren, da dieser eine unmittelbare Folge
von Politik ist und man ihn - wenn man die politische Möglichkeit hat - einfach entfernen könnte. Er hat sozusagen
keine natürliche Ursache, ist transparent und zuordenbar.

Naja, in der Diskussion war ein CO2-Preis mit Nullsummenspiel. D.h. alles, was über die zusätzliche CO2-Bepreisung
ausgegeben wird, wird auch wieder als Pauschale an alle Bürger ausgezahlt. Wenn das so durchgeführt würde,
wäre es eine nahezu perfekte Lösung: Wer viel SUV fährt, Flugreisen durchführt und viel Fleisch isst, zahlt die
CO2-Steuer, alle anderen haben sogar Netto mehr Geld.

Gruwe hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:22)
Die Gegenseite ist allerdings für Niemanden ersichtlich: Erhöhen sich etwa die Preise für landwirtschaftliche Güter
(etwa weil die Bodenrente in der Landwirtschaft durch die Erwärmung absinkt) steigen eben die Preise. Über steigende
Preise mokiert sich zwar auch jeder, man kann aber "nix" dagegen machen. Entweder man nimmt es so wie es ist, oder
man kauft es nicht. Dass eine Preiserhöhung durchaus Folge von Klimaerwärmung sein kann, wäre für Niemanden
ersichtlich.

Die landwirtschaftlichen Güter werden weltweit erheblich ansteigen, weil viele viele Anbaugebiete wegfallen.
Alle Geringverdiener dieser Welt - d.h. Alle Drittweltländer (!) - können das nicht mehr bezahlen. Bei uns sinkt
dann "nur" der Lebensstandard, das Sinken wird aber beträchtlich sein.

Gruwe hat geschrieben:(30 Jul 2019, 10:22)
Nein, es wird nicht so schlimm!
Der Mensch hat nur immer Angst vor Veränderung und das alles muss natürlich immer was Negatives sein. Das ist vielleicht menschlich!
Natürlich werden wir im Rahmen der Systemtransformation einiges an volkswirtschaftlichem Vermögen ad acta legen können, was zeitweise sicherlich zu
entsprechenden Kosten führt. Auf lange Sicht dürfte es sich allerdings lohnen. Ob das im Jahre 2044 schon ist? Sehen wir dann! ;)

Schön, dass Du so ein Optimist bist. ;)
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon syna » Di 30. Jul 2019, 13:52

Papaloooo hat geschrieben:(30 Jul 2019, 13:25)
Eine Vision:

Klimatisch: ...

Technisch/wirtschaftlich: ...
Es bahnt sich eine Revolution an, die großen Konzernchefs haben vorgesorgt und ziehen sich mit ihren Familien
in Refugien zurück, die mit Abwehrraketen gesichert sind.

Politisch: ...

Religiös: ...

Wissenschaftlich: ...

Hört sich realistisch an.
Wo werden denn die Refugien der "Konzernchefs" wohl sein?

Papaloooo hat geschrieben:(30 Jul 2019, 13:25)
Viele Küstenstädter müssen dem steigenden Meeresspiegel und den Unwettern mit mehr Kraft weichen.
Die Nordstaaten (Holland, Dänemark, und Friesen werden vom Meer wegziehen in den Süden.
Die Saudis werden das letzte Öl abgepumpt haben und merken, dass Wüstensand alleine keinen Reichtum beschert.
Vermutlich werden sie sich fruchtbarere Gegenden erobern, denn sie sind ja mit Deutschen Hochleistungswaffen bestens ausgestattet.
In Afrika werden Kriege um Wasser statt um Öl geführt.
Es werden Dutzende Millionen Menschen in gemäßigtere Zonen abwandern.

Wenn das so kommen wird, wie würde uns das hier in Deutschland
beeinflussen? Denn wohin sollen denn die Holländer, Dänen und Friesen
wandern? Was bedeutet das für uns persönlich - für unseren Alltag?
--~~/§&%"$!\~~--
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 30. Jul 2019, 14:06

syna hat geschrieben:(30 Jul 2019, 13:28)

Der Überwachungskapitalismus durch Google, Facebook, Amazon und
Apple ist ein anderes Problem (für einen anderen Thread)!

Ich bin aber überzeugt, dass das Problem "Klimawandel" in wenigen
Jahren alles andere dominieren wird.

Ich hab ' das Wort "Überwachung" gar nicht benutzt. "Allesbeherrschung" bezieht sich gar nicht so sehr oder nur auf "Fremdüberwachung" sondern viel eher und viel mehr auf "Selbstunterwerfung".

Phänomene wie Sandknappheit, Wassermangel, Bodenerosion, Desertifikation sind schon jetzt dominant.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Wie werden wir in 25 Jahren leben?

Beitragvon Papaloooo » Di 30. Jul 2019, 14:11

syna hat geschrieben:(30 Jul 2019, 13:52)

Hört sich realistisch an.
Wo werden denn die Refugien der "Konzernchefs" wohl sein?


Wenn das so kommen wird, wie würde uns das hier in Deutschland
beeinflussen? Denn wohin sollen denn die Holländer, Dänen und Friesen
wandern? Was bedeutet das für uns persönlich - für unseren Alltag?

Keine Ahnung, preisgeben würden sie das vorher wohl kaum.
Bevorzugt dünn besiedelte Gegenden mit bei Klimaerwärmung gemäßigten Zonen.

***

Es wird ein Zusammenrücken in ganz neuen Dimensionen bedeuten.
Und eben die zunehmende Polarisierung zwischen Rechts und Links.
Es wird wohl auch bedeuten, dass Ultrarechte einen Guerilla-Krieg mit automatisierten Drohnen mit Rassenpolemik aus dem Untergrund führen werden.
Zugleich werden die als "Gutmenschen" verschrienen Linken noch viel stärker als heute eine neue auf Gemeinschaft basierende multikulturelle Gesellschaft anmahnen.
Aber es wird schwieriger sein, sich diesem Widerstreit ganz zu entziehen.
Vermutlich werden in dieser Polarisierung Ultrarechte mit Kommunisten gemeinsam Regieren,
die "Volksparteien" werden nur noch Splitterparteien sein.
Zunehmend wird es auch technokratische Parteien geben, die die Lösung für alles nur noch in K.I. sehen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers

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