Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

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Mehr, weniger?

Ja, mehr Politik, weniger Ökonomie
4
31%
Ja, mehr Politik, weniger MINT
0
Keine Stimmen
Ja, mehr Politik, weniger _________
1
8%
Es sollte alles in etwa so wie jetzt bleiben
1
8%
Nein, weniger Politik, mehr Ökonomie
1
8%
Nein, weniger Politik, mehr MINT
4
31%
Nein, weniger Politik, mehr _________
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Keine Stimmen
Sonstiges -> Kommentar
2
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shanti
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » Sa 16. Dez 2017, 21:31

ryu1850 hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:14)

Aber wenn sie wollen, dass finanziell besser gestellter Schüler und "arme" auf die gleiche Schule gehen, warum wollen sie dann Privatschulen vom Staat bezahlen lassen und nicht einfach die Schüler von der Privatschule auf die Staatliche schicken? Dann wäre die soziale Mischung doch auch erreicht.

Es geht eben nicht nur um die soziale Mischung. Schule vermittelt ja ganz nebenbei auch Inhalte.
Ich finde, es müssen nicht alle das Gleiche denken und gleich erzogen werden. Ich finde, Eltern dürfen mitentscheiden, ob Schulnoten der Bildung dienlich, Frontalunterricht sinnvoll und jahrgangsübergreifende Klassen ein Fortschritt sind und ihre kinder auf die schule Schicken, die sie pädagogisch für angemessen halten.
Es dürfen auch, von mir aus je nach Elternhaus, unterschiedliche Schüler aus der Schule rauskommen. In der einen Familie spielt Musik, in der nächsten jüdische Religion, in der dritten Sport oder Politik eine große Rolle. Warum dürfen Schulen nicht unterschiedliche Bildungsschwerpunkte und pädagogische konzepte haben?
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shanti
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » Sa 16. Dez 2017, 21:34

kaka hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:21)

Ich habe gehört, dass Bafög das bereits heute möglich macht.

Das weiß ich leider nicht.

Wäre schön, wenn jemand hier darüber etwas wüsste.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » Sa 16. Dez 2017, 21:35

shanti hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:31)

Es geht eben nicht nur um die soziale Mischung. Schule vermittelt ja ganz nebenbei auch Inhalte.
Ich finde, es müssen nicht alle das Gleiche denken und gleich erzogen werden. Ich finde, Eltern dürfen mitentscheiden, ob Schulnoten der Bildung dienlich, Frontalunterricht sinnvoll und jahrgangsübergreifende Klassen ein Fortschritt sind und ihre kinder auf die schule Schicken, die sie pädagogisch für angemessen halten.
Es dürfen auch, von mir aus je nach Elternhaus, unterschiedliche Schüler aus der Schule rauskommen. In der einen Familie spielt Musik, in der nächsten jüdische Religion, in der dritten Sport oder Politik eine große Rolle. Warum dürfen Schulen nicht unterschiedliche Bildungsschwerpunkte und pädagogische konzepte haben?


Das geht heute auch schon. Jede staatliche schule hat ein anderes (Zusatz)Programm. Alle Schule haben nur den Kernlehrplan, gemeinsam. Alles was darüber hinaus geht steht doch jedem zur Wahl frei.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » Sa 16. Dez 2017, 21:45

ryu1850 hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:35)

Das geht heute auch schon. Jede staatliche schule hat ein anderes (Zusatz)Programm. Alle Schule haben nur den Kernlehrplan, gemeinsam. Alles was darüber hinaus geht steht doch jedem zur Wahl frei.


Nein, das erlebe ich ganz anderst.
Jede Schule wirbt mit ihrem besonderen Profil, dann jedoch hat das gymnasium mit Französisch Schwerpunkt keine einzige Stunde Französisch mehr und die musisch orientierte Schule keinen Pfennig mehr für eine Atelierausstattung.
Der Unterschied zwischen sprachlich und naturwissenschaftlich orientiertem Gymnasium tendiert gegen Null.

Ich wünsche mir ECHTE Unterschiede, nicht nur Werbegags
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » Sa 16. Dez 2017, 21:54

shanti hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:45)

Nein, das erlebe ich ganz anderst.
Jede Schule wirbt mit ihrem besonderen Profil, dann jedoch hat das gymnasium mit Französisch Schwerpunkt keine einzige Stunde Französisch mehr und die musisch orientierte Schule keinen Pfennig mehr für eine Atelierausstattung.
Der Unterschied zwischen sprachlich und naturwissenschaftlich orientiertem Gymnasium tendiert gegen Null.

Ich wünsche mir ECHTE Unterschiede, nicht nur Werbegags


Weil sich alle Schulen an den Kernlehrplan halten müssen, können echte Unterschiede nur bei dem was darüber hinaus geht angeboten werden. Und alles was darüber hinaus geht ist halt freiwillig.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » Sa 16. Dez 2017, 22:10

ryu1850 hat geschrieben:(16 Dec 2017, 21:54)

Weil sich alle Schulen an den Kernlehrplan halten müssen, können echte Unterschiede nur bei dem was darüber hinaus geht angeboten werden. Und alles was darüber hinaus geht ist halt freiwillig.


Könnte man den Kernlehrplan nicht wirklich auf einen Kern stutzen? Ob barocke Versmaße, Berechnung von Flächeninhalten eines Kreises oder Architektur der Postmoderne so kernwichtig sind, wer weiß das schon.

Ich habe die Bedeutung des Begriffs "Auschwitz" auch nicht in der Schule gelernt.
es gibt Themen, für die man keine Schule braucht. da hilft schon Zeitung lesen.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » Sa 16. Dez 2017, 22:29

shanti hat geschrieben:(16 Dec 2017, 22:10)

Könnte man den Kernlehrplan nicht wirklich auf einen Kern stutzen? Ob barocke Versmaße, Berechnung von Flächeninhalten eines Kreises oder Architektur der Postmoderne so kernwichtig sind, wer weiß das schon.

Ich habe die Bedeutung des Begriffs "Auschwitz" auch nicht in der Schule gelernt.
es gibt Themen, für die man keine Schule braucht. da hilft schon Zeitung lesen.


Unser ganzes Bildungssystem muss reformiert und ans 21gste Jahrhundert angepasst werden. Wir haben alle Smartphones, das bedeutet jeder Mensch hat einen "Anschluss" an das Internet. Und das Internet ist ca. die Sammlung des gesamten Wissens der Menschheit.
Das heißt, es hat sich erübrigt "Wissen" zu lernen, weil man alles immer jederzeit überall nachschlagen kann.
Das wichtigste was man in der Schule heutzutage "lernen" oder eher üben sollte ist das "denken". Und genau da sind wir wieder beim Fach Politik, es ist das einzige Fach, dessen primäres Ziel es ist "richtiges(systematisches) Denken" zu lehren.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » Sa 16. Dez 2017, 22:50

ryu1850 hat geschrieben:(16 Dec 2017, 22:29)

Unser ganzes Bildungssystem muss reformiert und ans 21gste Jahrhundert angepasst werden. Wir haben alle Smartphones, das bedeutet jeder Mensch hat einen "Anschluss" an das Internet. Und das Internet ist ca. die Sammlung des gesamten Wissens der Menschheit.
Das heißt, es hat sich erübrigt "Wissen" zu lernen, weil man alles immer jederzeit überall nachschlagen kann.
Das wichtigste was man in der Schule heutzutage "lernen" oder eher üben sollte ist das "denken". Und genau da sind wir wieder beim Fach Politik, es ist das einzige Fach, dessen primäres Ziel es ist "richtiges(systematisches) Denken" zu lehren.

Ich gebe dir recht, dass das Denken lernen die Aufgabe der Schule im 21 Jhdt ist.
Aber ehrlich gesagt, ich lerne richtiges Denken in der Kunst.
Ich halte das aber nicht für die exklusiv einzig mögliche Methode. denken lernen kann man in jedem fach mit tausend Themen.
Was genau der Lehrplan an Dingen enthält, die man nie wieder im Leben brauchen wird, ist unterschiedlich und meist völlig egal.
Gerade deshalb dürfte man die Leute gerne mehr das und so lernen lassen, was und wie es ihnen entspricht.

Dieses " die Schüler wissen nicht mehr, was Auschwitz bedeutet" handelt gar nicht von Schule. Es ist nur eine Pathosformel, mit der sich ein paar Geschichtsprofessoren ihre bedeutung unterstreichen möchten.
Wahrscheinlich meldet morgen irgendein Zahnarzt Fachmagazin, deutsche Schüler können nicht mehr auf Anhieb sagen, wieviele Zähne der Mensch hat.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » Sa 16. Dez 2017, 23:26

shanti hat geschrieben:(16 Dec 2017, 22:50)

Ich gebe dir recht, dass das Denken lernen die Aufgabe der Schule im 21 Jhdt ist.
Aber ehrlich gesagt, ich lerne richtiges Denken in der Kunst.
Ich halte das aber nicht für die exklusiv einzig mögliche Methode. denken lernen kann man in jedem fach mit tausend Themen.
Was genau der Lehrplan an Dingen enthält, die man nie wieder im Leben brauchen wird, ist unterschiedlich und meist völlig egal.
Gerade deshalb dürfte man die Leute gerne mehr das und so lernen lassen, was und wie es ihnen entspricht.

Dieses " die Schüler wissen nicht mehr, was Auschwitz bedeutet" handelt gar nicht von Schule. Es ist nur eine Pathosformel, mit der sich ein paar Geschichtsprofessoren ihre bedeutung unterstreichen möchten.
Wahrscheinlich meldet morgen irgendein Zahnarzt Fachmagazin, deutsche Schüler können nicht mehr auf Anhieb sagen, wieviele Zähne der Mensch hat.


https://www.wissensdialoge.de/was_ist_k ... es_denken/

Genau diese Fähigkeit ist in meinen Augen "richtiges Denken". Deswegen ja im Politikunterricht, in dem Fach geht es nicht um Themen sondern um die Methodik die vermittelt wird. Man kann als Lehrer in Politik behandeln was man möchte, solange am ende die Methoden hängen bleiben.

Das es völlig irrelevant ist, zu wissen was Auschwitz ist da stimme ich 100% zu. Man weiß auch ohne Auschwitz, dass Völkermord nicht in Ordnung ist.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon Vongole » So 17. Dez 2017, 00:31

ryu1850 hat geschrieben:(16 Dec 2017, 23:26)

https://www.wissensdialoge.de/was_ist_k ... es_denken/

Genau diese Fähigkeit ist in meinen Augen "richtiges Denken". Deswegen ja im Politikunterricht, in dem Fach geht es nicht um Themen sondern um die Methodik die vermittelt wird. Man kann als Lehrer in Politik behandeln was man möchte, solange am ende die Methoden hängen bleiben.

Das es völlig irrelevant ist, zu wissen was Auschwitz ist da stimme ich 100% zu. Man weiß auch ohne Auschwitz, dass Völkermord nicht in Ordnung ist.


Im Politikunterricht geht es nicht um Themen?
Kein Wunder, dass heute Abiturienten Adenauer für den deutschen Außenminister irgendwann in den Sechzigern halten, nicht wissen, wie der Bundestag zusammen gesetzt wird, die Verfassung nicht kennen und was darauf fußt,
von europäischer Politik weniger Ahnung als von der neuesten Fitnessapp haben, von politischer Geschichte ganz zu schweigen.

Auschwitz ist irrelevant? Völkermord ist nicht in Ordnung?
Wissen Sie eigentlich, was Sie da völlig ungerührt von sich geben?
Wenn ich Sie nicht im 35er Thread gelesen hätte, wüsste ich eine Menge dazu zu sagen.
Nur fehlt mir bei diesem Thema vollkommen die Methodik, die Ihren Kopf erreichen könnte.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon shanti » So 17. Dez 2017, 00:44

Vongole hat geschrieben:(17 Dec 2017, 00:31)


Wissen Sie eigentlich, was Sie da völlig ungerührt von sich geben?

Rührung also. Das macht die Aussage gehaltvoller.
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Re: Zu wenig Politik in deutschen Schulen?!

Beitragvon ryu1850 » So 17. Dez 2017, 01:23

Vongole hat geschrieben:(17 Dec 2017, 00:31)

Im Politikunterricht geht es nicht um Themen?
Kein Wunder, dass heute Abiturienten Adenauer für den deutschen Außenminister irgendwann in den Sechzigern halten, nicht wissen, wie der Bundestag zusammen gesetzt wird, die Verfassung nicht kennen und was darauf fußt,
von europäischer Politik weniger Ahnung als von der neuesten Fitnessapp haben, von politischer Geschichte ganz zu schweigen.


Über Adenauer lernt man in Geschichte, im Politikunterricht soll man ja gerade lernen wie man von selbst auf die Prinzipien unserer Verfassung kommt.
Auschwitz ist irrelevant? Völkermord ist nicht in Ordnung?
Wissen Sie eigentlich, was Sie da völlig ungerührt von sich geben?
Wenn ich Sie nicht im 35er Thread gelesen hätte, wüsste ich eine Menge dazu zu sagen.
Nur fehlt mir bei diesem Thema vollkommen die Methodik, die Ihren Kopf erreichen könnte.


Glauben sie, dass man auch ohne Kenntnis von Auschwitz zu der Einsicht kommen kann, dass Völkermord moralisch verwerflich ist?

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