Für derartige Darstellungen ist der Thread ja da. Wenn heutzutage jemand ernsthaft glaubt, was hier so verkündet wird, dann muss man ihn vielleicht einfach lassen. Es ist nicht verboten, so zu denken.
Mittlerweile setzt sich auch in der Union eine pragmatischere Haltung durch. Die stark überschätzte "kommunistische Plattform", in den 90ern noch ein geeignetes Vehikel für Wagenknecht, um sich wichtig zu machen, interessiert seit ihrer Wandlung zur Karrierepolitikerin ab 2007 Jahren kaum mehr wen. Das Netzwerk "Antikapitalistische Linke" wird diese Prominenz nicht erreichen. Wenn einzelne Politiker da weitgehend folgenlos Mitglied sind, wie etwa die neu ernannte Verfassungsrichterin Barbara Borchardt, dann hält das auch die Union nicht mehr davon ab, solche Personalien mitzutragen im Rahmen einer größeren Paketlösung.
Der "Kampf gegen Linke" ist zunehmend ein Hobby schrulliger älterer Männer. Dabei gibt es durchaus Dinge, um die man sich Sorgen machen könnte. In den 80ern galt in vielen linksradikalen Kreisen die breite Überzeugung, dass politische Auseinandersetzung keine Gewalt gegen Personen einschließen dürfe. Diese Ansicht ist in den letzten Jahren zunehmend in den Hintergrund geraten. Galt der Gewaltaufruf zunächst eher abstrakten und fiktiven Szenarien ("Bomber Harris, do it again", "Krieg der deutschen Friedensbewegung!") oder gegen das Ausland (Gewaltphantasien gegen den Iran etwa, Sympathien mit kurdischen Terroristen in der Türkei) so gibt es zunehmend auch Sabotagen an Fahrzeugen und Sicherheitseinrichtungen oder aktive Gewalthandlungen etwa gegen Rechtsradikale. Hier findet offenbar ein Generationswechsel statt.