Wie gelange ich zu einer fundierten Eigenmeinung? "Pflichtlektüre"

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EselRocktDenBums
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Wie gelange ich zu einer fundierten Eigenmeinung? "Pflichtlektüre"

Beitragvon EselRocktDenBums » Di 30. Jun 2020, 19:44

Hallo,
zuerst einmal freut es mich hier in diesem Forum zum ersten mal schreiben zu können. :thumbup:

Nachdem ich Bücher wie von Roland Baader "Die belogene Generation", "Factfulness" von Hans Rosling oder auch eine kurze Zusammenfassung über den "Wohlstand der Nationen" von Adam Smith las, frage ich mich nun mehr den je was ich überhaupt weiß.
Was auch erst mal nicht schlecht ist. Es stellte halt nur mein damaliges Weltbild auf den Kopf. :D
Hättet ihr da draußen noch Buch-Empfehlungen, die man als "Pflichtlektüre" im weitesten Sinne lesen muss?
Oder eher wie kritisch man bspw. auch oben genannte Bücher sehen könnte, falls bekannt.

Ich danke im voraus für eure Antworten

EselRocktDenBums!
Den Halb-Wissenden erkennt man daran, dass er schon alles weiß.
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NicMan
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Re: Wie gelange ich zu einer fundierten Eigenmeinung? "Pflichtlektüre"

Beitragvon NicMan » Di 30. Jun 2020, 19:55

Es liegt eine gewisse Chance aber auch Gefahr darin, sich sofort in Literatur zu vertiefen, welche gleich ein gewisses Weltbild kolportiert (Baader ist zum Beispiel Minimalstaatler). Solche Lektüre ist zwar wichtig, um die eigenen, fest gefahrenen Denkstrukturen zu überprüfen und neu zu bewerten, allerdings läuft man dann Gefahr, lediglich eine Ideologie durch die andere auszutauschen.

Meines Erachtens sollte man sich zunächst mit recht trockener Erkenntnistheorie befassen. Epistemologie stellt zunächst die Frage danach, was der Mensch überhaupt "wissen" kann und wie man zu gesicherten Erkenntnissen gelangt. Ein Werk welches mich sehr beeinflusst hat, welches aber eher unter "trockene Lektüre" fällt ist "Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus: Eine historische Einführung in die Erkenntnistheorie" von Alan Musgrave.

Außerdem wichtig: Unterscheiden zwischen empirischen und normativen Dingen. Besonders darauf achten, dass viele Ideologien gerne die Empirie zugunsten der eigenen Weltanschauung verzerren. Aber auch wichtig: Sich mit den Grundlagen von Philosophie und Wissenschaftstheorie befassen. Methodik ist hier das Stichwort. Weniger Literatur kaufen, die dir ein (neues) Weltbild vorgibt, sondern lernen, wie man die "Werkzeuge" des Geistes benutzen muss um selbst die "selbstverschuldete Unmündigkeit" (Kant) zu verlassen ;)

Außerdem: Grenzen der Erkenntnis begreifen und wissenschaftliche und erkenntnistheoretische Grundannahmen reflektieren. Zusatztipp als Mathematiker: Kurt Gödel lesen und dessen Gödelschen Unvollständigkeitssatz reflektieren.

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