Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

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Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Skeptiker » Do 11. Jun 2020, 12:18

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie die Taliban damals die Buddha-Statuen von Bamiyan zerstört haben. Was habe ich mich aufgeregt und es als geschichts- und kulturlos beschimpft.

Nun sehen wir im Zuge der Antirassismusproteste wie HBO "Vom Winde verweht" aus dem Programm nimmt. Sicher, die Darstellung der Schwarzen in dem Film entspricht zeitüblichen Stereotypen - keine Frage. Ist aber das Buch nicht ein Klassiker der Weltliteratur?

Wird es nun - konsequenterweise - einen Sturm auf Mediendatenbanken und Bibliotheken geben, um niedergeschriebenen und verfilmten Rassismus aus unserem Gedächnis zu tilgen?

In der Welt geht Ulf Poschardt auf das Thema ein:
...
Das Streamingportal HBO hat sich entschieden, den Filmklassiker „Vom Winde verweht“ erst einmal aus dem Programm zu nehmen. Für mich eine kitschige, barocke Schnulze ohne viel Tiefgang. Dass die aber jetzt wegen ihrer darin zu entdeckenden rassistischen Vorurteile gecancelt wird, ist der Vorschein einer Ästhetik der Unfreiheit und Zensur.

Sie hatte ihren unseligen Anfang in einigen Elite-Universitäten und hat sich nun mit dem Siegel der identitätspolitischen Esoterik in den kulturindustriellen und medialen Mainstream gebückt. Selbstverständlich ist die Darstellung der Rolle der Schwarzen indiskutabel – aber danach kamen Martin Luther King, Chuck D. und Obama. Nichts ist ohne Vorgeschichte denkbar. Auch nicht ohne leidvolle Vorgeschichte.

Die nun modische Cancel Culture will die Sprach-, Denk- und Theorieregimente des politisch Korrekten auch retroaktiv in die Vergangenheit kehren. Deswegen kommt die Bilderstürmerei wieder in Mode, Denkmäler landen im Müll oder in Tümpeln, Straßennamen bekommen Frauenquoten, Museen, Lyrik, Gedichte an Hausfassaden werden gesäubert, unliebsame Autobiografien sollen boykottiert, aus Verlagsprogrammen geworfen werden.

Es geht nicht um eine Debatte: Es geht um die Rodung kultureller Landschaften, die den engherzigen Richtern und Henkern unpassend erscheinen. Es ist der Anfang eines Kulturkampfes, der Amerika gerade teilt: in jakobinische Wüterich*Innen und reaktionäre Trumpisten.
...

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... ensur.html

Ich denke wir sollten uns hüten in Hysterie zu verfallen. Immer wenn Literatur und Kunst vernichtet werden, sollten die Alarmglocken angehen. Es ist nichts anderes als Geschichtsfälschung - aus welchem Anlass auch immer.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus??

Beitragvon DogStar » Do 11. Jun 2020, 12:25

Das wirklich seltsame an der Sache ist für mich, dass ich absolut niemanden kenne, der solche Aktionen unterstützt. Auch nicht in linken SozPäd - Kreisen.
Daher frage ich mich schon lange, wer genau eigentlich diesen Trend befeuert. Es ist irgendwie unheimlich, wenn man den "Gegner" nicht mal kennt.
Ich bin sehr froh, dass ich an einer Schule arbeite. Dort kann man solchen widerlichen Trends sehr gut engegenwirken :) ...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Umetarek » Do 11. Jun 2020, 12:26

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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon NicMan » Do 11. Jun 2020, 12:28

Ich frage mich immer, ob so etwas nicht auch absolut kontraproduktiv ist. Die im Film widergegebenen Sterotype entsprechen leider dem Denken der damaligen Zeit, es ist sozusagen auch ein historisches, nicht nur filmisches Dokument. Und das es solches Denken gegeben hat, sollte man sich durchaus vor Augen führen, anstatt durch Boykott diese Tatsache zu umgehen.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Quatschki » Do 11. Jun 2020, 12:45

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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon imp » Do 11. Jun 2020, 12:46

NicMan hat geschrieben:(11 Jun 2020, 12:28)

Ich frage mich immer, ob so etwas nicht auch absolut kontraproduktiv ist. Die im Film widergegebenen Sterotype entsprechen leider dem Denken der damaligen Zeit, es ist sozusagen auch ein historisches, nicht nur filmisches Dokument. Und das es solches Denken gegeben hat, sollte man sich durchaus vor Augen führen, anstatt durch Boykott diese Tatsache zu umgehen.

Es gibt immer mal so Zeiten. Da werden großflächig Straßen umbenannt, Turnhallen, da werden Statuen geköpft oder umgeworfen. Nancy Pelmeni fordert von Trump jetzt, Jefferson Davis zu entfernen.

Manches Kunstwerk sollte nicht da bleiben, wo es steht, nicht ohne Kommentar oder Einordnung bleiben. Das schon. Aber einfach zerstören oder wegsperren?

Disney und Warner unterbinden auch den Vertrieb einiger Frühwerke. Der Vater Langstrumpf darf kein Negerkönig mehr sein.

Was mit den Werken der Vergangenheit anfängt, könnte in umfangreichen Verboten enden, was neue Kunst nicht mehr darstellen soll.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DogStar » Do 11. Jun 2020, 12:48

Naja ... man (bzw. die GRÜNEN) möchte ja auch den Begriff "Rasse" aus dem Grundgesetz streichen und glaubt, dass damit der Rassismus verschwindet. Das ist so unfassbar arm :( ...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Skeptiker » Do 11. Jun 2020, 12:51

Umetarek hat geschrieben:(11 Jun 2020, 12:26)
In Zeiten des Internets ist es sehr schwierig Literatur oder Filme zu vernichten, zumindest die digitalen, es ist ab einer gewissen Verbreitung geradezu unmöglich.

Es geht dabei wohl mehr um die Symbolik. Wenn HBO das macht, dann ist das als Signal zu verstehen, dass man solche Filme nicht öffentlich zeigen sollte. Tut man es doch, dann läuft man Gefahr in den Fokus derjenigen zu geraten, die sich dadurch angegriffen fühlen. Daher ist es ja auch so problematisch, wenn jemand damit anfängt - am Ende will keiner "schlechter" sein ...

Und wieso sollte man eigentlich die Bücher nun noch weiter in der Bibliothek anbieten? Sollte man sie nicht als Zeichen gegen Rassismus vor der Bibliothek verbrennen? Vielleicht erwischt man nicht alle, aber schon alleine der Symbolik wegen. Oder wäre das kein positives Zeichen?
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Umetarek » Do 11. Jun 2020, 13:03

Sinnvoll wäre es den Film weiter zu zeigen mit Vorspann zur Situation der schwarzen Sklaven zu der Zeit und einzelne besonders rassistische Szenen herausgreifen und sie mit Kontext versehen, im Vorspann versteht sich, im Film braucht man das nicht.

Bücher schmeiß ich nicht mal weg, wenn ich es irgendwie vermeiden kann, da werde ich sie kaum verbrennen.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon NicMan » Do 11. Jun 2020, 13:07

Umetarek hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:03)

Sinnvoll wäre es den Film weiter zu zeigen mit Vorspann zur Situation der schwarzen Sklaven zu der Zeit und einzelne besonders rassistische Szenen herausgreifen und sie mit Kontext versehen, im Vorspann versteht sich, im Film braucht man das nicht.

Bücher schmeiß ich nicht mal weg, wenn ich es irgendwie vermeiden kann, da werde ich sie kaum verbrennen.


Ich meine mich zu erinnern, so etwas ähnliches bei einem Warner-Film im Vorspann gesehen zu haben. Dort war ein kurzer Text zu sehen, der sich kritisch auf rassistische Sterotype bezug, gleichzeitig aber dafür eintrat den Film zu zeigen, weil ansonsten so getan würde, als hätte es diese Weltbilder nie gegeben. Das fand ich ganz gut.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Quatschki » Do 11. Jun 2020, 13:13

Die könnten ja mal eine Parodie drehen:
"Die Entdeckung des Schwarzwaldes", wo ein schwarzer Forscher von weißen Trägern durch die germanische Wildnis getragen wird, sich über die nackten Eingebor*Innen wundert und beinahe in der Kirschtorte landet, bevor er mit den Häuptlingen die neuen Schutzverträge aushandeln kann...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Skeptiker » Do 11. Jun 2020, 13:15

NicMan hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:07)

Ich meine mich zu erinnern, so etwas ähnliches bei einem Warner-Film im Vorspann gesehen zu haben. Dort war ein kurzer Text zu sehen, der sich kritisch auf rassistische Sterotype bezug, gleichzeitig aber dafür eintrat den Film zu zeigen, weil ansonsten so getan würde, als hätte es diese Weltbilder nie gegeben. Das fand ich ganz gut.

Das fände ich auch sinnvoll, aber diesen Weg geht HBO nicht.

Auf der anderen Seite würde das aber auch eine Debatte darüber eröffnen, in welchen Fällen es sinnvoll oder notwendig sei, den Zuschauer oder Leser derart an die Hand zu nehmen. Benötigen wir bei jedem Kulturgenuss die Einordnung einer Moralinstitution? Sollten gewisse Zusammenhänge nicht zur Allgemeinbildung gehören oder gemacht werden?
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Teeernte » Do 11. Jun 2020, 13:22

Skeptiker hat geschrieben:(11 Jun 2020, 12:51)

Es geht dabei wohl mehr um die Symbolik. Wenn HBO das macht, dann ist das als Signal zu verstehen, dass man solche Filme nicht öffentlich zeigen sollte. Tut man es doch, dann läuft man Gefahr in den Fokus derjenigen zu geraten, die sich dadurch angegriffen fühlen. Daher ist es ja auch so problematisch, wenn jemand damit anfängt - am Ende will keiner "schlechter" sein ...

Und wieso sollte man eigentlich die Bücher nun noch weiter in der Bibliothek anbieten? Sollte man sie nicht als Zeichen gegen Rassismus vor der Bibliothek verbrennen? Vielleicht erwischt man nicht alle, aber schon alleine der Symbolik wegen. Oder wäre das kein positives Zeichen?



Grimms Märchen - die würden heute auf dem INDEX stehen.

Hänsel und Gretel >> Kannibalismus

Rumpelstielzchen - Sexuelle erpressung Minderjähriger -......natürlich will der Vater sein Kind !

(Manche Auslegung meint - der Zwerg sei ein Jude..) Das Unbekannte an den Brüdern Grimm: ihr Antisemitismus In: Osthessen-News. 16. Oktober 2014...Gerd Bockwoldt: Das Bild des Juden in den Märchen der Brüder Grimm. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte. Jahrgang 63, Nr. 3, 2011, S. 234–249

usw.


Nach dem Zweiten Weltkrieg war in Westdeutschland die Meinung tonangebend, die Märchen der Brüder Grimm seien mitverantwortlich für die Gräueltaten der Nazis gewesen.

First steps in cruelty ...., die Grimmschen Märchen hätten bei den deutschen Kindern eine unbewusste Neigung zur Grausamkeit erzeugt.


-----------------------------------------------------------------

Immer wenn so ein "Geisteswissenschaftler" den Teufel sieht ....wirft er nach ihm mit dem Tintenfass.

Den ganzen Tag ROMANCE TV nur mit "bunt Gefärbten".... ? Natürlich ohne Verbrenner - Flugzeuge ....und ohne "Böse" Menschen - ohne Sex und Schimpfworte... :D :D :D

Das geht nur als Spartenkino.

Oder als ERSATZ von Bernd, das Brot.

Das "KOPFKINO" der (bekloppten) Geisteswissenschaftler.... legen die HAndlung aus. IRRE sind auch Menschen.
Zuletzt geändert von Teeernte am Do 11. Jun 2020, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DogStar » Do 11. Jun 2020, 13:24

Auf der anderen Seite - das wurde ja nicht staatlich angeordnet. Von daher ... noch alles gut - oder? Dann macht halt Amazon das Geschäft.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Teeernte » Do 11. Jun 2020, 13:29

DogStar hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:24)

Auf der anderen Seite - das wurde ja nicht staatlich angeordnet. Von daher ... noch alles gut - oder? Dann macht halt Amazon das Geschäft.


"Nanny FINE`s" Gutmenschentum - wenn alle Kinder artig sind.

Wenn die "Geisteshaltung" eine politische wird - .....?
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Skeptiker » Do 11. Jun 2020, 13:33

DogStar hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:24)
Auf der anderen Seite - das wurde ja nicht staatlich angeordnet. Von daher ... noch alles gut - oder? Dann macht halt Amazon das Geschäft.

Dann wäre es auch nicht schlimm, wenn HBO alle Filme aus dem Programm nimmt, in denen Schwarze die Hauptrolle spielen? Wäre dann ja auch nicht staatlich angeordnet.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Vongole » Do 11. Jun 2020, 13:39

Umetarek hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:03)

Sinnvoll wäre es den Film weiter zu zeigen mit Vorspann zur Situation der schwarzen Sklaven zu der Zeit und einzelne besonders rassistische Szenen herausgreifen und sie mit Kontext versehen, im Vorspann versteht sich, im Film braucht man das nicht.

Bücher schmeiß ich nicht mal weg, wenn ich es irgendwie vermeiden kann, da werde ich sie kaum verbrennen.

Genau diese Ergänzungen hat HBO auch vor:

Der zu Warner Media gehörende Streamingdienst wolle den Film um eine Erklärung zu dessen rassistischen Vorurteilen und der Darstellungen von Sklaverei ergänzen, sagte ein Sprecher von HBO max. "Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden", hieß es laut Hollywood Reporter in einer Stellungnahme. Es würden jedoch keine Veränderungen an dem Film vorgenommen. Dies käme der Behauptung gleich, "diese Vorurteile hätten nie existiert".
https://www.zeit.de/kultur/film/2020-06 ... mklassiker

Herr Poschardt kann sich also wieder abregen. ;)
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DogStar » Do 11. Jun 2020, 13:40

Skeptiker hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:33)

Dann wäre es auch nicht schlimm, wenn HBO alle Filme aus dem Programm nimmt, in denen Schwarze die Hauptrolle spielen? Wäre dann ja auch nicht staatlich angeordnet.


Hmmm ... da muss ich drüber nach denken ... das wäre ja dann schon irgendwie diskriminierend - oder? Wenn ich einen Film nicht zeige, weil er Rassismus beinhaltet - tue ich damit irgendjemandem weh?

Aber um ehrlich zu sein ... mir gefällt diese Tendenz selber ganz und gar nicht. Und immer noch wüsste ich gerne, wer genau das eigentlich antreibt.
HBO macht sowas ja nicht aus freien Stücken ...

Wir haben an der Schule jetzt auch Anweisungen bekommen, wie in Zukunft korrekt zu schreiben ist mit Gendersternchen* und so ... ausnahmslos alle finden das nervig und abartig. Trotzdem wird`s gemacht. Und selbst die Dame, die es anordnete findet`s blöd. Sie muss aber - sagt sie. Also ... wer steckt nun hinter dem ganzen Affenzirkus?

Und nein - Herr Poschardt muss sich nicht abregen - ich bin froh, dass es noch Journalisten gibt, die nicht auf jeden Zug mitaufspringen ;) ! Die sollen da ruhig drüber schreiben ...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Quatschki » Do 11. Jun 2020, 13:42

DogStar hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:24)

Auf der anderen Seite - das wurde ja nicht staatlich angeordnet. Von daher ... noch alles gut - oder? Dann macht halt Amazon das Geschäft.

Setzt aber voraus, dass man weiß, was man will und was es alles gibt.
Denn nur danach kann man recherchieren.
Wenn jüngere Generationen in eine totalitäre Gesellschaft hineinwachsen, wo bestimmte Schriften oder Filme per Damnatio memoriae tabuisiert sind, werden sie deren Fehlen nicht als Defizit empfinden, also auch nicht danach suchen.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Umetarek » Do 11. Jun 2020, 13:43

Vongole hat geschrieben:(11 Jun 2020, 13:39)

Genau diese Ergänzungen hat HBO auch vor:


Herr Poschardt kann sich also wieder abregen. ;)

Dachte ich mir fast.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!

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