Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

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Xexes
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Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Xexes » Mi 25. Mär 2020, 15:52

Hallo,

ich habe mich in letzter Zeit gefragt, welchen Plan die Bundesregierung gegen den Virus anstrebt, aber abgesehen von einigen Maßnahmen, habe ich bisher keinen Artikel gefunden, wie das Problem gelöst und nicht nur aufgeschoben werden soll.

Ein Beispiel sind die Ausgangssperren, die zwar helfen die Anzahl an Neuinfektionen (temporär) zu reduzieren, aber das ursprüngliche Problem (eine Bevölkerung ohne Immunisierung und damit zukünftige Infizierte) bleibt erhalten. Ist also der Plan die Sperren so lange aufrecht zu erhalten, bis es einen Impfstoff gibt, bzw. bis die Bevölkerung durch natürliche Infektionen einen Herdenschutz entwickelt, ohne Krankenhäuser zu überlasten. Beides sind meines erachtens keine brauchbaren Optionen aufgrund der Dauer der dafür benötigen Ausgangssperren.

Sollte jemand von euch mehr darüber wissen, wäre ich Dankbar, wenn ihr mir mehr dazu mitteilen könnt. Sollte dieses Thema bereits in einem anderen Thread thematisiert sein, bitte diesen hier löschen, konnte aber noch keinen finden.
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BenJohn
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon BenJohn » Mi 25. Mär 2020, 16:46

Der große Plan wurde uns nicht mitgeteilt. Der besteht wahrscheinlich zum großen Teil aus Hoffnung.
! Am Israel Chai !
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Teeernte
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon Teeernte » Mi 25. Mär 2020, 16:57

https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... us-1716188

Wichtigster Faktor >> Zeit !

Die Kurve ist im Artikel drin. Gleich am Anfang ! Es geht darum den Anstieg der Fälle abzuschwächen und unter das händelbare Maß zu bringen.

Das ist das Ganze "Geheimnis".
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon Xexes » Mi 25. Mär 2020, 17:18

Teeernte hat geschrieben:(25 Mar 2020, 16:57)

https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... us-1716188

Wichtigster Faktor >> Zeit !

Die Kurve ist im Artikel drin. Gleich am Anfang ! Es geht darum den Anstieg der Fälle abzuschwächen und unter das händelbare Maß zu bringen.

Das ist das Ganze "Geheimnis".


Ok, solange aber die Neuinfektionen ohne Ausgangssperre wieder steigen, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die Sperre entweder für uns erhalten bleibt, bis alle immun sind, oder aber in "kurzen" Intervallen beendet und dann wenn der Virus sich wieder zu stark verbreitet wieder erlassen werden. So lange bis der Herdenschutz in signifikantem Maße erreicht wird (ob durch Impfung oder natürliche Durchseuchung).
Gibts dazu auch eine Abschätzung wie lange das so gehen soll?
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon NicMan » Mi 25. Mär 2020, 17:29

Xexes hat geschrieben:(25 Mar 2020, 17:18)

Ok, solange aber die Neuinfektionen ohne Ausgangssperre wieder steigen, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die Sperre entweder für uns erhalten bleibt, bis alle immun sind, oder aber in "kurzen" Intervallen beendet und dann wenn der Virus sich wieder zu stark verbreitet wieder erlassen werden. So lange bis der Herdenschutz in signifikantem Maße erreicht wird (ob durch Impfung oder natürliche Durchseuchung).
Gibts dazu auch eine Abschätzung wie lange das so gehen soll?


Es gibt Modellrechnungen (beispielsweise vom Imperial College) die sagen, man müsse das 6 bis 18 Monate durchhalten. Alle wissen, dass nicht zu schaffen ist, deshalb sucht man händeringend nach alternativen Lösungen.
sünnerklaas
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 20:40

NicMan hat geschrieben:(25 Mar 2020, 17:29)

Es gibt Modellrechnungen (beispielsweise vom Imperial College) die sagen, man müsse das 6 bis 18 Monate durchhalten. Alle wissen, dass nicht zu schaffen ist, deshalb sucht man händeringend nach alternativen Lösungen.


Das ist zu schaffen. Man muss es nur wollen. Da ist Kreativität gefragt. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds gibt der Bundesregierung so einige Instrumentarien in die Hand.

Und man darf nicht vergessen: viele Branchen sind - dank Corona - eh kaputt und verbrannt. Insbesondere im Dienstleistungssektor.
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon Skeptiker » Do 26. Mär 2020, 20:54

Xexes hat geschrieben:(25 Mar 2020, 17:18)
Ok, solange aber die Neuinfektionen ohne Ausgangssperre wieder steigen, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die Sperre entweder für uns erhalten bleibt, bis alle immun sind, oder aber in "kurzen" Intervallen beendet und dann wenn der Virus sich wieder zu stark verbreitet wieder erlassen werden. So lange bis der Herdenschutz in signifikantem Maße erreicht wird (ob durch Impfung oder natürliche Durchseuchung).
Gibts dazu auch eine Abschätzung wie lange das so gehen soll?

Letztendlich ZU lange. Mit den aktuellen Maßnahmen kann man die Zahlen zeitweise einbremsen. Die Epidemie hält es nicht auf.

Ich denke es bleibt nur folgendes:
  • Risikogruppen besonders schützen
  • Weitgehende verpflichtende Maßnahmen zur Hygiene im öffentlichen Raum
  • Schnellstmöglich weitere Intensivkapazitäten schaffen
  • Impfstoffe und Testmethoden mit Hochdruck entwickeln um Herdenschutz herzustellen und Datenlage zu sichern

Darüber hinausgehend sollte man sich klarmachen, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein wird. Es gilt ein effektives weltweites Seuchenschutzsystem aufzubauen, welches mit massiver medizinischer Kapazität und finanzieller Unterstützung Seuchenschutz auf ganz anderem Niveau betreiben kann, sodass wir vielleicht endlich dahin kommen Epidemien im Keim zu ersticken (wenn das überhaupt realistisch ist - aber ich denke das könnte es sein).
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon Xexes » Fr 27. Mär 2020, 01:25

Skeptiker hat geschrieben:(26 Mar 2020, 20:54)

Letztendlich ZU lange. Mit den aktuellen Maßnahmen kann man die Zahlen zeitweise einbremsen. Die Epidemie hält es nicht auf.

Ich denke es bleibt nur folgendes:
  • Risikogruppen besonders schützen
  • Weitgehende verpflichtende Maßnahmen zur Hygiene im öffentlichen Raum
  • Schnellstmöglich weitere Intensivkapazitäten schaffen
  • Impfstoffe und Testmethoden mit Hochdruck entwickeln um Herdenschutz herzustellen und Datenlage zu sichern

Darüber hinausgehend sollte man sich klarmachen, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein wird. Es gilt ein effektives weltweites Seuchenschutzsystem aufzubauen, welches mit massiver medizinischer Kapazität und finanzieller Unterstützung Seuchenschutz auf ganz anderem Niveau betreiben kann, sodass wir vielleicht endlich dahin kommen Epidemien im Keim zu ersticken (wenn das überhaupt realistisch ist - aber ich denke das könnte es sein).


Also dem schwedischem Vorbild folgen, nur dass das Gesundheitssystem stärker gefördert werden soll.
Ist auch meiner Meinung nach derzeit die einzig machbare Option. Wird natürlich mit Kollateralschäden verbunden sein.

Zu dem internationalen Seuchenschutz: Die Idee ist gut, nur wenn jede Seuche und Krankheit so stark unterdrückt wird, wird ein künstliches Vakuum erzeugt, das nur von besonders starken Seuchen/Krankheiten genutzt werden kann, und deren Konsequenzen sind deutlich schlimmer. Ist also meines Erachtens nur ein Tausch: Viele kleine Seuchen gegen wenige Starke. (Volatilität kann nicht verschwinden, nur seine Ausprägungen ändern)
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon odiug » Fr 27. Mär 2020, 02:17

Kann mir hier mal einer darlegen, woher die Herrenimmunität denn bitte kommen soll :?:
Es ist keineswegs gesagt, dass dies ein natürlicher Prozess ist.
Das war es bei der Pest nicht, bei der Cholera nicht und auch nicht bei der Syphilis oder AIDS .
Woher kommt diese religiöse Hoffnung auf ein Wunder ?
Was wir brauchen ist ein Impfstoff und eine Therapie.
Die Masern sind nur unter Kontrolle, weil es einen Impfstoff gibt.
Die Pocken sind ausgerottet, weil es einen Impfstoff gibt und nicht, weil magischer weise eine Herdenimmunität durch die Durchseuchung der Bevölkerung entstand.
Es ist noch nicht einmal geklärt, wie lange ein Genesener weiter infektiös für andere ist und ob eine Genesung überhaupt eine langfristige Immunität garantiert.
In China hat man bereits Mehrfachinfektionen festgestellt.
Auch die Vererbung von Antikörpern von der Mutter auf das Neugeborene ist nicht belegt ... wie auch :?:
Zu denken, das verschwindet von alleine ist Voodooglaube :rolleyes:
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epedemie

Beitragvon odiug » Fr 27. Mär 2020, 03:41

Xexes hat geschrieben:(27 Mar 2020, 01:25)

Also dem schwedischem Vorbild folgen, nur dass das Gesundheitssystem stärker gefördert werden soll.
Ist auch meiner Meinung nach derzeit die einzig machbare Option. Wird natürlich mit Kollateralschäden verbunden sein.

Zu dem internationalen Seuchenschutz: Die Idee ist gut, nur wenn jede Seuche und Krankheit so stark unterdrückt wird, wird ein künstliches Vakuum erzeugt, das nur von besonders starken Seuchen/Krankheiten genutzt werden kann, und deren Konsequenzen sind deutlich schlimmer. Ist also meines Erachtens nur ein Tausch: Viele kleine Seuchen gegen wenige Starke. (Volatilität kann nicht verschwinden, nur seine Ausprägungen ändern)

Kollateralschäden ... ja sehr schön :rolleyes:
Seit die Amis im Golfkrieg feststellen mussten, dass auch ihre Laserbomben mal aus versehen ein Wohnhaus treffen, haben wir und an diese Wort gewöhnt und finden das in Ordnung so :dead:
Sei mal Arzt in Nord Italien und entscheide darüber, wer denn nun Kollateralschaden sein soll und wer nicht und dann schwätz mir nochmal von Kollateralschäden :rolleyes:
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Alexyessin » Fr 27. Mär 2020, 08:07

odiug hat geschrieben:(27 Mar 2020, 02:17)

Das war es bei der Pest nicht, bei der Cholera nicht und auch nicht bei der Syphilis oder AIDS .
Woher kommt diese religiöse Hoffnung auf ein Wunder ?


Bitte hier nicht Sachen vermischen.
Pest, Cholera und Syphilis sind bakterielle Erkrankungen.

Covid19 ist, wie Aids, ein Virus.

Der Unterschied liegt daran, das bakterielle Erkrankungen durch Antibiotika bekämpft / eingedämmt werden können.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Skeptiker » Fr 27. Mär 2020, 08:22

odiug hat geschrieben:(27 Mar 2020, 02:17)
Kann mir hier mal einer darlegen, woher die Herrenimmunität denn bitte kommen soll :?:

:rolleyes:
Es ist keineswegs gesagt, dass dies ein natürlicher Prozess ist.
Das war es bei der Pest nicht, bei der Cholera nicht und auch nicht bei der Syphilis oder AIDS .
Woher kommt diese religiöse Hoffnung auf ein Wunder ?
Was wir brauchen ist ein Impfstoff und eine Therapie.
Die Masern sind nur unter Kontrolle, weil es einen Impfstoff gibt.
Die Pocken sind ausgerottet, weil es einen Impfstoff gibt und nicht, weil magischer weise eine Herdenimmunität durch die Durchseuchung der Bevölkerung entstand.
Es ist noch nicht einmal geklärt, wie lange ein Genesener weiter infektiös für andere ist und ob eine Genesung überhaupt eine langfristige Immunität garantiert.
In China hat man bereits Mehrfachinfektionen festgestellt.
Auch die Vererbung von Antikörpern von der Mutter auf das Neugeborene ist nicht belegt ... wie auch :?:
Zu denken, das verschwindet von alleine ist Voodooglaube :rolleyes:

Zur Erklärung: Herdenschutz bedeutet nicht, dass niemand mehr Krank wird, oder die Krankheit ausgerottet wird. Herdenschutz beendet letztendlich nur eine akute Epidemie und verhindert neue epidemische Ausbreitungen in Gesellschaften mit ausreichend vielen immunen Personen, sodass die Krankheit nur noch in Einzelfällen auftritt.
Herdenimmunität (von englisch herd immunity) bezeichnet eine indirekte Form des Schutzes vor einer ansteckenden Krankheit, die auftritt, wenn ein hoher Prozentsatz einer Population immun wurde – sei es durch Infektion oder durch Impfung – sodass ein erhöhter Schutz auch für die nicht-immunen Individuen entsteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Herdenimmunit%C3%A4t
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Progressiver » Fr 27. Mär 2020, 09:32

Skeptiker hat geschrieben:(27 Mar 2020, 08:22)

:rolleyes:

Zur Erklärung: Herdenschutz bedeutet nicht, dass niemand mehr Krank wird, oder die Krankheit ausgerottet wird. Herdenschutz beendet letztendlich nur eine akute Epidemie und verhindert neue epidemische Ausbreitungen in Gesellschaften mit ausreichend vielen immunen Personen, sodass die Krankheit nur noch in Einzelfällen auftritt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Herdenimmunit%C3%A4t


Stichwort Herdenschutz: durch Immunität: Wenn man deine Ratschläge befürworten würde, dann hätte man ja alles so weiterlaufen lassen können. Dies ohne Ausgangssperre und Kontaktverbot. Deutschland hat aber 80-83 Millionen Einwohner. Wenn man die Pandemie sich ungebremst hätte ausbreiten lassen, um dadurch "Herdenimmunität" zu erreichen, wäre das verheerend gewesen. Wenn nur zehn Prozent der Bevölkerung eine Krankenhausbehandlung in solch einer Situation bräuchten, dann müssten die Ärzte und Krankenschwestern bis zu acht Millionen Patienten gleichzeitig behandeln. Wenn zudem nur ein Prozent der Kranken an der Krankheit stirbt, dann haben wir es innerhalb weniger Wochen mit 800.000 Toten zu tun, die alle beerdigt werden müssen. Wenn es aber schlecht läuft, dann ist die Sterblichkeitsrate viel höher. Das Gesundheitswesen ist sowieso nur auf einen Bruchteil davon an Kranken ausgelegt. Sonst bricht es schlichtweg zusammen. Und dann erhöht sich die Sterblichkeitsrate enorm. Wenn wegen mangelnder medizinischer Kapazitäten die Leute nach Hause zum Sterben geschickt werden, dann hätte ich auch die italienische Variante parat. Dort beträgt die Sterblichkeitsrate sogar zehn Prozent. Um eine sogenannte "Herdenimmunität" zu erreichen, müssen also mit bis zu acht Millionen Toten alleine nur hier in Deutschland gerechnet werden. Wer will das verantworten? Im Übrigen ist es eine Legende, dass nur die über sechzigjährigen zur Risikogruppe gehören. Es gibt auch zig junge und bis dahin kerngesunde Menschen, die an dieser Krankheit versterben können.

Eine sogenannte Normalität kann also sowieso nicht aufrechterhalten werden. Zig Millionen Menschen würden in solch einem Falle gleichzeitig zu Hause im Bett liegen, weil sie diese Krankheit hätten. Die restlichen würden nicht zur Arbeit kommen können, weil die Straßen durch massenweise Militärfahrzeuge verstopft wären, die die zig Millionen Tote zu den Krematorien befördern müssten. Und auch die bisherigen Krematorien sind auf solche Lasten gar nicht vorbereitet. Man müsste wohl die Toten in Massengräbern begraben. Wenn man jede Leiche einzeln verbrennen wollte, dann lägen auch noch Monate später die halb verwesten Leichen herum. Oder man bevorzugt größere Krematorien, die mehrere Menschen gleichzeitig einäschern. Aber was sagt man dann den überlebenden Angehörigen?

Mit unserem Grundgesetz ist solch eine Vorgehensweise glücklicherweise nicht vereinbar. Das ist einfach zu unmenschlich. Wir sind hier auch nicht in den USA, wo die Politiker die Alten und Kranken auffordern, sich aufzuopfern, damit die Wirtschaft dadurch angeblich weiter am Laufen gehalten werden kann.

Und noch einen Punkt will ich in diesem Zusammenhang loswerden: Es gibt Wissenschaftler, die meinen, dass wir jetzt konsequent sein müssen. Wenn das Kontaktverbot weiterhin aufrechterhalten wird, dann kann man schon vielleicht Mitte Mai erste Ergebnisse sehen. Meiner eigenen Einschätzung nach kann es auch Anfang Juni werden, bis so langsam wieder ein Hauch von Normalität eintreten kann. Die Wirtschaftsbosse drängen aber oft schon jetzt darauf, die Wirtschaft wieder ab Ostern oder Ende April hochzufahren. So wie das jetzt aussieht, ist die Wirtschaft quasi nur schrottreif, wenn sie im Mai oder Juni wieder hochgefahren wird. Ohnehin wird es danach eine große Depression geben. Wenn man aber auf die Wirtschaftsbosse oder Leute wie Carsten Linnemann hört, die dem Wirtschaftsflügel der CDU angehören und die ganze Sache sowieso nur als Hysterie abtun, wird die Lage noch viel schlimmer werden. Wenn wir zu früh zu einer scheinbaren alten "Normalität" zurückkehren werden, dann riskiert man eine zweite Welle an Erkrankungen. Und dann wird es nicht nur noch mehr Tote geben, sondern die Quarantäne muss noch einmal ein paar Wochen und Monate länger aufrechterhalten werden. Und dies wäre im Endeffekt dann wirklich der Genickschuss für die deutsche Wirtschaft.
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Skeptiker » Fr 27. Mär 2020, 09:52

Progressiver hat geschrieben:(27 Mar 2020, 09:32)

Stichwort Herdenschutz: durch Immunität: Wenn man deine Ratschläge befürworten würde, dann hätte man ja alles so weiterlaufen lassen können. Dies ohne Ausgangssperre und Kontaktverbot. ..,

Genau so weit habe ich gelesen, weil da klar war, dass du meine Beiträge garnicht gelesen hast.

Mir ist meine Zeit zu schade auf das zu antworten, was die Strohmänner in deinem Kopf dich haben schreiben lassen.
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Wähler » Fr 27. Mär 2020, 09:54

SZ 27. März 2020 Innenministerium dringt auf massive Ausweitung von Corona-Tests
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.4858950
"Nach dieser Phase des Holzhammers, also etwa zum Ende der Osterferien, könnte dann die "Dance"- oder Tanzphase beginnen: Kindergärten und Schulen würden wieder öffnen, die Infektion würde dann durch intensives Testen, Nachverfolgung von Kontakten und Isolation kontrolliert. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kehre dann "weitgehend zurück zur Normalität", heißt es in dem Papier."
Sehr ehrgeiziger Plan.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Jo33 » Fr 27. Mär 2020, 11:24

Der große Plan gibt es wohl noch nicht bzw. es wird halt noch dran gearbeitet.

Es igbt ja verschiedene Ansätze:

1. Wohl Hoffnung dass sich die Ausbreitung durch den Sommer generell gegen Null geht und man im Herbst dann vielleicht noch keinen Impfstoff aber zumindest ein Medikament hat um stärke Fälle besser und insbesondere auch kürzer zu behandeln. Die Aussichten hierzu stehen nicht schlecht, aktuell werden die Beatmungsgeräte meist 10-20 Tage bei Covid benötigt, wenn man nun ein Medikament findet welches die Zeit um 50 % reduziert, bzw. man hat wohl schon eines gefunden, und welche eben das Sterben mininiert, wobei hierbei das gefundene bei Älteren wohl noch nicht so ganz überzeugen kann. Hat man schon viel geleistet, sprich die Kapazität der Beatmungsgeräte um 100 % erhöht, was wiederum Menschen leben rettet. Daher hier die Devise abwarten und Tee trinken.

2. Strategisch vorgehen, man könnte wenn die Kurve abgeflacht ist, der Gesundheitsektor mit der Anzahl zurecht kommt, Maßnahmen lockern, sprich Geschäfte und Kinos, Schulen etc. wieder öffnen, aber mit der Bitte Abstand zu halten, bzw. Vorzuschreiben wenn möglich min. 1 m Dauerhaft Abstand zu halten, im Kino in der Schule eben jeden 2ten Platz frei, leer lassen etc. schauen ob es so funktioniert ob das Gesundheitssystem damit klar kommt, wenn gut so weiter, falls die Zahlen weite runter gehen weiter lockern und wenn sie steigen wieder die Maßnahmen verschärfen.

3. Die Vorbeugung, lernen von den Asiaten: Überlegen ob es nicht sinnvoll ist für die nächsten Jahre dass jeder außer Haus Handschuhe und Mundschuh tragen soll, am besten noch eine Brille, gerne auch mit Fensterglas. Damit könnte auch viel erreicht werden, weil man zwar nicht vor einer Ansteckung direkt schützt, aber man geschützt ist vor den Menschen welche den Virus verteilen. Das selbe könnte so fast normal weiterlaufen, außer eben man beschützt nun durch das tragen von Sicherheitsausrüstung die Mitmenschen, falls man selbst ansteckend ist.

4. Die wissenschaftliche medizinische Lösung. Es wird an Tests gearbeitet welche man wie einen Schwangerschaftstest auch zu Hause machen kann, einmal um festzustellen hat man Corona, aber auch ist man bereits gegen Corona Immuns, sprich man hat bereits Antikörper gegen Corona entwickelt. Die Tests sollen wohl in 2-3 Monaten spätestens Verfügbar sein. Damit kann man wesentlich schneller auf Fälle reagieren und somit auch weitere Ansteckungen vermeiden. Dazu weiß man nun welche Personen bereits immun sind gegen dass Virus. Der Vorteil die Immunen können nun auch ohne Schutzausrüstung arbeiten, brauchen sich nicht um Abstände kümmern. Sprich für sie könnte das Leben fast so gestalten, wie vor der Krise.

4. Die Hightechlösung, Bigbrotherlösung auch hierbei die Asiaten Regierungen, es gibt staatliche Apps fürs Handy. Welche Klassifieren, wieviel sozial Kontakte jemand hatte, ob er systemrelevant ist, welchen Status er hat, Corona gehabt und geheilt, noch kein Corona, Risikogruppe Ja oder Nein etc. Und dementsprechend gilt für jede Gruppe unterschiedliche Regelungen, wie sie sich zu verhalten haben, bsp. sie dürfen in den Park zum spielen einmal pro Woche, einmal die Woche gemeinsam mit Freunden feiern gehen etc. Müssen Schutzkleidung tragen, brauchen keine Schutzkleidung etc. kann man rumspielen, spinnen wie man will. Eine Stuffe härter, bzw. da gehts schon teils ethisch verwerflich, Stichwort Kranke wie Aussätzige zu behandeln: Was es in China wohl auch gibt, Alarmapps, wenn sich eine Infizierte Person im Umkreis von 20 m Aufhält, schlagen alle anderen Handys Alarm mit Richtungsweisung wohin man ausweichen soll. Oder eine Art Detektor welches die Schläge, beats erhöht wenn die Person näher kommt, bzw. still wird wenn man außer Gefahr ist. Jedenfalls auf Handy und Hightech gibt es mittlerweile auch sehr viele Möglichkeiten da Infizierte zu isolieren. Wobei die Frage bleibt wie versorgt sich dann der Infizierte gerade in D. wenn er eben Single ist und die Verwandschaft und Freund teils über Deutschland verteilt ist. Genauso ist die Gefahr dann groß dann sich viele Menschen dann eben nicht testen würden, wenn sie dann als Aussätzige behandelt wurden, außer man kehrt die Beweislast um und Alle sind zuerst gefährlich, Aussätzige erst bei negativen Test, gibt es grünens Licht.

Daher am Ende wird es wohl eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen sein, welche uns wieder in eine verändertes neues Zeitalter führt. Aber eins sollte klar sein, so wie letztes Jahr wird unsere Leben das kommende Jahr sicherlich nicht mehr werden. Wir müssen uns auf weitere Veränderungen in unserem Alltag, auf der Arbeit und in der Kulur einstellen.
Insbesondere die Reisbranche wird wohl nie mehr so sein, bzw. erst in Jahrzehnten wie sie noch letztes Jahr war. Aber immer in solchen Krisen gab es neben Verlierern eben auch neue Gewinner.
Man sollte sich eben auch nichts vormachen, wenn ein Betrieb keine Rücklagen für 2-3 Monate hat, dann war er vorher schon auf dem Sprungbrett von 100m Turm, sprich es hätte den Betrieb vermutlich so oder so vermutlich demnächst wenn nicht ein Wunder geschieht, dahin gerafft, nun ist er eben wegen Corona schon früher über die Klippe gesprungen.
Es wird sicherlich einige Pleiten geben, aber es wird auch vermutlich sehr viele neue Jobs geben in anderen Sektoren. Bspw. gerade in der Herstellung von Hygienmaterial, auch Klopapier, aber auch bei Schutzausrüstungen, Handschuhen, Medizin etc. welche man nun durch die Krise gelernt hat, dass es doch besser ist systemrelevantes vor Ort zu produzieren und eben nicht am anderen Ende der Welt. Was auch der Umwelt als solche gut tun wird, wenn man sich über manche Produktlieferketten gedanken machen wird. Die Weltwirschaft, insbesondere der globale Handel wird sicherlich stark darunter leiden, die nächsten Jahre, aber dafür wird der nationale Handel wieder verstärkt zu nehmen.
Wir entwickeln uns eben weiter und wachsen an unseren Herausförderungen.
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon odiug » Fr 27. Mär 2020, 12:54

Skeptiker hat geschrieben:(27 Mar 2020, 08:22)

:rolleyes:

Zur Erklärung: Herdenschutz bedeutet nicht, dass niemand mehr Krank wird, oder die Krankheit ausgerottet wird. Herdenschutz beendet letztendlich nur eine akute Epidemie und verhindert neue epidemische Ausbreitungen in Gesellschaften mit ausreichend vielen immunen Personen, sodass die Krankheit nur noch in Einzelfällen auftritt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Herdenimmunit%C3%A4t

Ah ha ... weil ich ja nicht googeln kann. :?
Wie willst du 84% ohne Impfstoff erreichen, wenn es bereits Anzeichen gibt, dass eine natürliche Immunität nur sehr beschränkt wirkt bei Covid 19, eine Weitergabe von Antikörpern von Mutter zu Kind nicht geklärt ist und die Langzeitfolgen einer überstandenen Infektion noch gar nicht erforscht wurden :?:
Was du hier vorschlägst ist ein Freilandversuch mit Millionen von Menschen :eek:
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Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Skeptiker » Fr 27. Mär 2020, 13:04

odiug hat geschrieben:(27 Mar 2020, 12:54)

Ah ha ... weil ich ja nicht googeln kann. :?
Wie willst du 84% ohne Impfstoff erreichen, wen es bereits Anzeichen gibt, dass eine natürliche Immunität nur sehr beschränkt wirkt bei Covid 19, eine Weitergabe von Antikörpern von Mutter zu Kind nicht geklärt ist und die Langzeitfolgen einer überstandenen Infektion noch gar nicht erforscht wurden :?:
Was du hier vorschlägst ist ein Freilandversuch mit Millionen von Menschen :eek:

Wo genau schlage ich was vor? Willst du hier den goldenen Strohmann bekommen?

Lese erst einmal was ich überhaupt schreibe. Es ist echt nervig ständig Leuten von außen in die Blase hineinwinken zu müssen :rolleyes:
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon odiug » Fr 27. Mär 2020, 13:21

Skeptiker hat geschrieben:(27 Mar 2020, 13:04)

Wo genau schlage ich was vor? Willst du hier den goldenen Strohmann bekommen?

Lese erst einmal was ich überhaupt schreibe. Es ist echt nervig ständig Leuten von außen in die Blase hineinwinken zu müssen :rolleyes:

Ja ja ... ich bin zu blöd zu verstehen, was du in deiner Herrlichkeit hier schreibst :|
Aus meiner Sicht, wenn du darauf bestehst, dass ich dich nicht verstanden hätte, bist du aber unfähig zu erklären was du meinst.
Eine auch nur begrenzte Aussetzung der Quarantäne mit der Hoffnung auf eine natürliche Herdenimmunität ist beim derzeitigen Stand des Wissens um Covid 19 Voodooglaube.
Kann funktionieren, so wie ein Voodooprister sein Opfer so sehr verängstigen kann, dass es genau das tut, was der Voodoopriester will, oder es kann ordentlich daneben gehen, wenn das Opfer nicht daran glaubt und eine Pistole hat, um dem Spuk ein schnelles Ende zu bereiten.
Wir wissen nicht, ob eine natürliche Herdenimmunität bei Covid 19 überhaupt greift.
Kann dir keiner sagen ... auch Experten nicht.
Wir wissen aber, dass ein Immpfstoff dabei hilft, die Pandemie einzugrenzen ... nur haben wir gerade keinen ... dauert noch.
Bis dahin erden wir mit den Einschränkungen zurecht komme müssen.

Dein Experiment gibt es eh in Ländern wo nicht ausreichend getestet wird und die Bevölkerung mit Falschinformationen "beruhigt" wird.
Nur wird das niemand erfahren, weil FSB die wenigen, die berichten, in den Kellern der Lubiana entsorgt.
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Re: Covid 19 Langzeitplan gegen die Epidemie

Beitragvon Sören74 » Fr 27. Mär 2020, 13:35

Wähler hat geschrieben:(27 Mar 2020, 09:54)

SZ 27. März 2020 Innenministerium dringt auf massive Ausweitung von Corona-Tests
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.4858950
"Nach dieser Phase des Holzhammers, also etwa zum Ende der Osterferien, könnte dann die "Dance"- oder Tanzphase beginnen: Kindergärten und Schulen würden wieder öffnen, die Infektion würde dann durch intensives Testen, Nachverfolgung von Kontakten und Isolation kontrolliert. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kehre dann "weitgehend zurück zur Normalität", heißt es in dem Papier."
Sehr ehrgeiziger Plan.


Aber ein Plan, mit der man die Wirtschaft nicht komplett abwürgt. Südkorea macht es vor. Trotzdem müssen wir im persönlichen Umgang vorsichtig bleiben. Ich denke über kurz oder lang brauchen wir einen Mundschutz, wenn wir uns unter Menschen begeben.

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