Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 9791
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 09:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Quatschki » Mi 4. Dez 2019, 21:59

PeterK hat geschrieben:(04 Dec 2019, 21:35)

Richtig. Dabei ist es doch ganz einfach, darauf zu verzichten, Menschen oder Staaten so zu nennen, wie sie nicht genannt werden möchten.

Uns nennt doch auch jeder wie er will?!

Und aufregen tun sich immer nur hiesige, die zu wissen meinen, was irgendwelche Ausländer gerne hören wollen würden, sofern sie bei der Konversation zugegen wären, was sie in der Regel aber nicht sind.
Ebiker
Beiträge: 2585
Registriert: Mo 16. Mai 2016, 11:06
Benutzertitel: Elektrowitsch 1. Ordnung

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Ebiker » Mi 4. Dez 2019, 22:00

Kann ja einen Beratungshilfeschein beim Amtsgericht beantragen.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 9791
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 09:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Quatschki » Mi 4. Dez 2019, 22:13

Ebiker hat geschrieben:(04 Dec 2019, 22:00)

Kann ja einen Beratungshilfeschein beim Amtsgericht beantragen.

Da besteht bestimmt auch Anspruch auf Beratungshilfescheinantragsausfüllbeihilfe.
(Natürlich nur auf Antrag)
naddy
Beiträge: 396
Registriert: Mo 18. Mär 2019, 11:50

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon naddy » Mi 4. Dez 2019, 22:18

Quatschki hat geschrieben:(04 Dec 2019, 21:59)

Uns nennt doch auch jeder wie er will?!

Und aufregen tun sich immer nur hiesige, die zu wissen meinen, was irgendwelche Ausländer gerne hören wollen würden, sofern sie bei der Konversation zugegen wären, was sie in der Regel aber nicht sind.


Das ist ein altes Phänomen und nicht nur in Bezug auf Ausländer zu beobachten. Während meines Studiums wurden mir die Interessen der Arbeiterklasse überwiegend von Arzt- und Rechtsanwaltskindern erklärt.
"In der Sprache sind die Grundirrtümer der Vernunft versteinert." (Nietzsche).
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78001
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Dez 2019, 23:48

PeterK hat geschrieben:(04 Dec 2019, 21:22)

Ich nehme an, weil Du nicht wusstest, dass viele Tschechen das nicht so toll finden. Vielleicht sagst Du ja - nun, da Du es weißt - "Tschechien", ohne dass Dir ein Zacken aus der Krone bricht ;).


Nein, liegt an der Herkunft. Böhmen oder Tschechei. So hab´s ich halt auch gelernt und es ist schwierig mir das abzugewöhnen. Und Tschechien klingt doof - sorry.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78001
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Dez 2019, 23:50

watisdatdenn? hat geschrieben:(04 Dec 2019, 21:07)

oO!
Du traust dir was!

Ich sage Böhmen oder Tschechien und kenne das auch nur so.
Bin aber der Meinung, dass du sagen sollen darfst was du willst!


Böhmen ist halt daham - also da, wo die Großeltern her waren. Und damit verbinde ich es auch. Selten mal sag ich "an der böhmischen Grenze" wenn ich die Gegend am Bayrischen / Oberpfälzer Wald mein.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3518
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 4. Dez 2019, 23:56

Alexyessin hat geschrieben:(04 Dec 2019, 23:50)
Böhmen ist halt daham - also da, wo die Großeltern her waren. Und damit verbinde ich es auch. Selten mal sag ich "an der böhmischen Grenze" wenn ich die Gegend am Bayrischen / Oberpfälzer Wald mein.

„Böhmen“ finde ich als Wort eh viel schöner als „Tschechien“, weil da unser Erbe der keltischen Boier noch sehr deutlich mitschwingt:

https://www.academia.edu/22334192/Boier ... _Donauraum
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78001
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Alexyessin » Do 5. Dez 2019, 00:32

watisdatdenn? hat geschrieben:(04 Dec 2019, 23:56)

„Böhmen“ finde ich als Wort eh viel schöner als „Tschechien“, weil da unser Erbe der keltischen Boier noch sehr deutlich mitschwingt:

https://www.academia.edu/22334192/Boier ... _Donauraum


Obwohl ich durchaus keltoaffin bin, liegt es bei mir halt eher in der familiären Nostalgie.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
MoOderSo
Beiträge: 8135
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 23:54
Benutzertitel: (•̀ᴗ•́)و

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon MoOderSo » Do 5. Dez 2019, 00:57

Zu Ost-Zeiten war war der Begriff wesentlich diskriminierender.
Zumindest für die Slowaken, die da immer unter den Tisch fielen.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
Benutzeravatar
Kritikaster
Vorstand
Beiträge: 9979
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 00:55
Benutzertitel: TROLLJÄGER

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Kritikaster » Do 5. Dez 2019, 01:42

Irgendwie scheint es Mode zu sein, wirklich jeden Hirnfurz zu skandalisieren, oder? :?

Es gibt in unserem Forum einen Strang, der sich mit der Frage beschäftigt, woran man erkennen kann, dass eine Gesellschaft ... ich sag mal: "Am Ende ist". Wenn ich auf Stränge wie diesen stosse wird, zumindest mir, deutlich, dass manche in unserer Gesellschaft offenbar keine echten Probleme haben und das Ende also weit entfernt ist. :)
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
Benutzeravatar
Alexyessin
Ehrenpräsident
Beiträge: 78001
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Phönix
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Alexyessin » Do 5. Dez 2019, 01:49

MoOderSo hat geschrieben:(05 Dec 2019, 00:57)

Zu Ost-Zeiten war war der Begriff wesentlich diskriminierender.
Zumindest für die Slowaken, die da immer unter den Tisch fielen.


Die waren doch mit drin - im ei. Tschech/oslowak/ei
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
MoOderSo
Beiträge: 8135
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 23:54
Benutzertitel: (•̀ᴗ•́)و

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon MoOderSo » Do 5. Dez 2019, 02:14

Alexyessin hat geschrieben:(05 Dec 2019, 01:49)

Die waren doch mit drin - im ei. Tschech/oslowak/ei

:?
So hab ich das noch gar nicht betrachtet.
Dann ist die Ablehnung der Tschechen gegen den Begriff also mehr eine Abgrenzung zu den Slowaken als zu Hitler?
Das ist wenig inklusiv.
Erschüttert mich moralisch zu tiefst.
Sollte man nicht unterstützen.
Als Deutscher hat man da eine besondere Verantwortung.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
Politics
Beiträge: 554
Registriert: So 20. Okt 2019, 11:08

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Politics » Do 5. Dez 2019, 07:29

Kritikaster hat geschrieben:(05 Dec 2019, 01:42)

Irgendwie scheint es Mode zu sein, wirklich jeden Hirnfurz zu skandalisieren, oder? :?

Es gibt in unserem Forum einen Strang, der sich mit der Frage beschäftigt, woran man erkennen kann, dass eine Gesellschaft ... ich sag mal: "Am Ende ist". Wenn ich auf Stränge wie diesen stosse wird, zumindest mir, deutlich, dass manche in unserer Gesellschaft offenbar keine echten Probleme haben und das Ende also weit entfernt ist. :)


....es sei denn ein Gauland oder ein Höcke würden öffentlich Tschechien sagen. Das wäre dann natürlich....weil Hitler....1938....
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

Voltair
Benutzeravatar
Kritikaster
Vorstand
Beiträge: 9979
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 00:55
Benutzertitel: TROLLJÄGER

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Kritikaster » Do 5. Dez 2019, 07:33

Politics hat geschrieben:(05 Dec 2019, 07:29)

....es sei denn ein Gauland oder ein Höcke ...

Deren Gehirnfürze werden bereits andernorts ausführlich behandelt.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3625
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon McKnee » Do 5. Dez 2019, 07:37

https://www.czech-tourist.de/tschechei.htm

...Laut der Staatenliste auf der Internetseite des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Kurzform 'Tschechien' jedoch nur im nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Die Tatsache, dass die Kurzform im Ausland als nicht offiziell gilt, ist wohl darauf zurückzuführen, dass die tschechischsprachige Kurzform in der entsprechenden Tabelle des Kartographischen Dienstes der UNO fehlt. Jeder Staat muss hier selbst eine Kurzform angeben, der Kartographische Dienst hat dazu keine Befugnis. Gerade dies hat die Tschechische Republik jedoch nicht getan, so dass nach Ablauf einer Frist hier nur die Langform eingetragen wurde. Der Grund für die Nichtangabe eines Kurznamens liegt darin, dass in Tschechien selbst die tschechischsprachige Entsprechung zu 'Tschechien', nämlich 'Česko', amtlich nicht verwendet wird....
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 15866
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 11:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Billie Holiday » Do 5. Dez 2019, 07:38

Ich sage aus Gewohnheit und weil die Tschechen es bevorzugen grundsätzlich Tschechien, erstarre aber nicht, wenn jemand Tschechei sagt. Für die meisten Deutschen unvorstellbar, aber man kann die Kirche auch im Dorf lassen. Dieses lustvolle, orgastische Hervorheben der eigenen Befindlichkeiten nervt allmählich wirklich.
Ich gehe das Risiko ein, dass jemand mit meiner Aussage nicht 100%ig glücklich ist, es ist mir schlicht scheißegal.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 12259
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon odiug » Do 5. Dez 2019, 08:05

Na ja ... ich habe mal eine Zeitlang in Prag gelebt und habe dort gelernt, dass Tschechei eine herabwürdigende Bezeichnung aus den Zeiten der K&K Herrlichkeit ist.
Wir kamen bei einer Diskussion darauf, weil ich meinte, dass die Tschechei doch eigentlich die korrektere deutsche Bezeichnung für Tschechien sei, da in slawischen Sprachen das Geburtsland auch weiblich sei, also das Mutterland und nicht das Vaterland wie im Deutschen, wo das Geburtsland männlich ist.
Ich persönlich finde die Tschechei auch schöner ... aber wahrscheinlich deshalb, weil ich in Wien studierte und man dort der K&K Herrlichkeit bis heute nachtrauert.
Und dem kann man sich auch als Piefke nicht entziehen.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 12259
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon odiug » Do 5. Dez 2019, 08:08

Politics hat geschrieben:(05 Dec 2019, 07:29)

....es sei denn ein Gauland oder ein Höcke würden öffentlich Tschechien sagen. Das wäre dann natürlich....weil Hitler....1938....

Es wäre ein weiterer Beleg für deren Ignoranz ... aber das ist auch kaum noch News.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Politics
Beiträge: 554
Registriert: So 20. Okt 2019, 11:08

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Politics » Do 5. Dez 2019, 08:10

Billie Holiday hat geschrieben:(05 Dec 2019, 07:38)

Ich sage aus Gewohnheit und weil die Tschechen es bevorzugen grundsätzlich Tschechien, erstarre aber nicht, wenn jemand Tschechei sagt. Für die meisten Deutschen unvorstellbar, aber man kann die Kirche auch im Dorf lassen. Dieses lustvolle, orgastische Hervorheben der eigenen Befindlichkeiten nervt allmählich wirklich.
Ich gehe das Risiko ein, dass jemand mit meiner Aussage nicht 100%ig glücklich ist, es ist mir schlicht scheißegal.


Eine total entartete Einstellung.


:D
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

Voltair
Politics
Beiträge: 554
Registriert: So 20. Okt 2019, 11:08

Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Politics » Do 5. Dez 2019, 08:12

odiug hat geschrieben:(05 Dec 2019, 08:08)

Es wäre ein weiterer Beleg für deren Ignoranz ... aber das ist auch kaum noch News.


Genau. Mein Reden. DAS wäre dann Ignoranz. Aber mächtig, gewaltig Egon. :D
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

Voltair

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste