Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

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Marienberger
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Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:36

Hallo,

dazu habe ich einmal eine Frage, ob und wie man dagegen vorgehen kann?

Es geht um folgendes:
Ein Bekannter von mir hatte eine Klage beim Zivilgericht eines Amtsgerichts eingelegt, und damit einhergehend auch Antrag auf Prozeßkostenhilfe gestellt.

Der Prozeßkostenhilfeantrag wurde zwar abgelehnt, aber im Beschluß des Amtsgerichts benutzt die Richterin eine herablassende Äußerung, die gerne von den Nazis bis 1945 gebraucht wurde, und worin sich die angesprochene Personengruppe diskriminiert fühlt.
Jedenfalls entspricht das den Tatsachen, und auch der Duden und Wikipedia bestätigen das.

Der Antragsteller auf Prozeßkostenhilfe gehört übrigens auch dieser Personengruppe an, bzw. wohnt in dem Land.

Im Beschluß ist übrigens auch noch eine Rechtsbehelfsbeschwerde mit 1 Monat Zeit, gegen den Beschluß Beschwerde beim Landgericht einzulegen.
Zuletzt geändert von Marienberger am Mi 4. Dez 2019, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Quatschki » Mi 4. Dez 2019, 19:44

Geht es um Du weißt schon wen?
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Politics » Mi 4. Dez 2019, 19:44

Was genau möchtest du wissen? Es wäre hilfreich, wenn du den Begriff welcher von der Richterin angeblich genutzt wurde, einmal benennen könntest.
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 19:45

Mit Prozesskostenhilfe ?

Oder willst Du den Anwalt aus selbsterarbeitetem Einkommen zahlen ?

Vorgehen/vorlaufen/vorfahren ....kannst Du immer....
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:45

Quatschki hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:44)

Geht es um Du weißt schon wen?


Verstehe die Antwort / Frage nicht.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:46

Politics hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:44)

Was genau möchtest du wissen? Es wäre hilfreich, wenn du den Begriff welcher von der Richterin angeblich genutzt wurde, einmal benennen könntest.


https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/ ... nhilfe.jpg

[/img]https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/XefzAgzsMlI/AAAAAAAAABc/91c49ONqdZ8sNJOYuLF27_UpvSsqzXxMwCEwYBhgL/s1600/Amtsgerichts-Beschluss%2BTschechei%2Bprozesskostenhilfe.jpg[/img]
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 19:47

Politics hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:44)

Was genau möchtest du wissen? Es wäre hilfreich, wenn du den Begriff welcher von der Richterin angeblich genutzt wurde, einmal benennen könntest.


Ich hätt lieber seinen Antrag auf PKH gelesen - den die Richterin so aufgebracht haben muss... :D :D :D
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 19:50

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:46)


https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/ ... nhilfe.jpg

[/img]https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/XefzAgzsMlI/AAAAAAAAABc/91c49ONqdZ8sNJOYuLF27_UpvSsqzXxMwCEwYBhgL/s1600/Amtsgerichts-Beschluss%2BTschechei%2Bprozesskostenhilfe.jpg[/img]


Die hat doch nur DIREKT aus dem Antrag ABGESCHRIEBEN.

Sie MUSS sich ja auf den Antrag beziehen.

Da der Wohnsitz nicht in D liegt .....sondern Im Land - das der Antragsteller genannt hat - gibt es keine PKH.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:51

Teeernte hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:47)

Ich hätt lieber seinen Antrag auf PKH gelesen - den die Richterin so aufgebracht haben muss... :D :D :D


Der Antragsteller wohnt übrigens in Tschechien, ist mit einer Frau aus Tschechien verlobt, und erst vor kurzem (wieder) nach Tschechien gezogen.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Quatschki » Mi 4. Dez 2019, 19:52

Zuletzt geändert von Quatschki am Mi 4. Dez 2019, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:53

Teeernte hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:50)

Die hat doch nur DIREKT aus dem Antrag ABGESCHRIEBEN.

Sie MUSS sich ja auf den Antrag beziehen.

Da der Wohnsitz nicht in D liegt .....sondern Im Land - das der Antragsteller genannt hat - gibt es keine PKH.


Es geht auch nicht um den Prozeßkostenhilfe Antrag und dessen Ablehnung, sondern um die Wortwahl "Tschechei"
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 19:54

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:51)

Der Antragsteller wohnt übrigens in Tschechien, ist mit einer Frau aus Tschechien verlobt, und erst vor kurzem (wieder) nach Tschechien gezogen.


Hat er das im Antrag so geschrieben ? BEANTRAGT ?

Nicht ?

Die Richterin kann nur auf Basis des ANTRAGs entscheiden !
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Beitragvon Politics » Mi 4. Dez 2019, 19:56

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:51)

Der Antragsteller wohnt übrigens in Tschechien, ist mit einer Frau aus Tschechien verlobt, und erst vor kurzem (wieder) nach Tschechien gezogen.


Jetzt hast du das Wort 3 mal geschrieben. Vorsicht.


:D
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Skeptiker » Mi 4. Dez 2019, 19:56

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:46)


https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/ ... nhilfe.jpg

[/img]https://1.bp.blogspot.com/-fP56HzO2_r8/XefzAgzsMlI/AAAAAAAAABc/91c49ONqdZ8sNJOYuLF27_UpvSsqzXxMwCEwYBhgL/s1600/Amtsgerichts-Beschluss%2BTschechei%2Bprozesskostenhilfe.jpg[/img]

Also anstatt „Tschechien“ hat der Richter „Tschechei“ geschrieben. :|

Ich hoffe dein Bekannter bekommt seelischen Beistand. Soetwas kann einen ganz schön aus der Bahn werfen, wenn man keine Familie und Freunde hat die einen auffangen. Warum bist du nicht bei deinem Kumpel in dieser schweren Zeit? Nicht, dass der sich noch was antut. :rolleyes:
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 19:56

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:53)

Es geht auch nicht um den Prozeßkostenhilfe Antrag und dessen Ablehnung, sondern um die Wortwahl "Tschechei"


Wenn ich einen PKH Antrag für "Oberkanackistan"/Kümmeltürkei/oder Bubumustan abgebe - bekomm ich den auch abgelehnt - weil mein Wohnsitz laut Antrag ja
"Oberkanackistan"/Kümmeltürkei/oder Bubumustan ist.

OMG.
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 19:57

Teeernte hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:54)

Hat er das im Antrag so geschrieben ? BEANTRAGT ?

Nicht ?

Die Richterin kann nur auf Basis des ANTRAGs entscheiden !


Noch einmal und wiederholend:
Es geht nicht um den Prozeßkostenhilfeantrag der abgelehnt wurde, sondern einzig und alleine um die Wortwahl "Tschechei" im Beschluß.

Und meine Threadfrage ist, ob und was man dagegen tun kann?
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Politics » Mi 4. Dez 2019, 19:57

Politics hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:56)

Jetzt hast du das Wort 3 mal geschrieben. Vorsicht.


:D


Oh mein Fehler. Tschechei. Tschechei ist ein schlimmes Wort?
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Ebiker » Mi 4. Dez 2019, 20:02

Politics hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:57)

Oh mein Fehler. Tschechei. Tschechei ist ein schlimmes Wort?


Alle Wörter die Nazis gebraucht haben sind schlimme Wörter
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Marienberger » Mi 4. Dez 2019, 20:03

Politics hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:57)

Oh mein Fehler. Tschechei. Tschechei ist ein schlimmes Wort?


1.) Warum Tschechen die Tschechei ablehnen

Quelle: https://www.welt.de/debatte/kolumnen/wo ... ehnen.html
Zitat aus http://www.welt.de :Wir sehen: Geografische Namen sind oft, je nach Blickwinkel, politisch nicht korrekt. Das gilt auch für die Tschechische Republik. Dort legt man Wert darauf, dass die Deutschen das Land in der Kurzform Tschechien nennen und nicht Tschechei, weil dieser Begriff bei den Nazis beliebt war; Hitler hatte schließlich nachweislich "von der Zerschlagung der Rest-Tschechei gesprochen". Die tschechische Argumentation hat sich in Deutschland durchgesetzt, Tschechei sagen heute nur noch wenige, nämlich Ewiggestrige und Provokateure.


2.) Kommentar: Tschechien! Bitte nicht Tschechei!

Quelle: https://www.merkur.de/politik/kommentar ... 13343.html
München - Können Sie sich vorstellen was passiert, wenn Sie in Gegenwart eines Tschechen „Tschechei“ sagen? Er wird Sie entsetzt anschauen. Ein Kommentar von Merkur.de-Autorin Christine Novotny.

Warum das so ist, weiß ich. Ich bin selber Tschechin und kenne das Gefühl nur zu gut. Denn immer wieder sagen Menschen um mich herum „Tschechei“.

Wir Tschechen verbinden mit dem Begriff „Tschechei“ die NS-Besatzung in unserem Land ab dem Frühjahr 1939. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde auch noch unser „Schwesterstaat“, die Slowakei, von uns getrennt. Außerdem war es 1938 zu einer Abtrennung des Sudetenlandes gekommen. Was von der Tschechoslowakei übrig blieb wurde von den Nazis „Rest-Tschechei“ oder „Tschechei“ genannt. Bis heute ist der Begriff negativ belegt, wird aber weiterhin verwendet.

Deutschlands Nachbarland heißt Tschechien. Nicht Tschechei. Wenn Sie in Zukunft den richtigen Namen aber immer noch nicht beherrschen sollten, sagen Sie lieber Tschechoslowakei. Das wirkt deutlich weniger ignorant und herablassend, als Tschechei.


3.) "Tschechei" in der Wikipedia:

Quelle: https://www.czech-tourist.de/tschechei.htm
Auszug aus obiger Website: Bereits 1993 empfahl das Außenministerium aber in einem Memorandum an die tschechischen Botschaften die Verwendung der Kurzform 'Tschechien' in deutscher Sprache als legitim und äquivalent. Laut Duden sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist 'Tschechien' also eine übliche Kurzform des Staatsnamens."
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Re: Nazi-Sprachgebrauch im Beschluß eines Amtsgerichts

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 20:04

Marienberger hat geschrieben:(04 Dec 2019, 19:57)

Noch einmal und wiederholend:
Es geht nicht um den Prozeßkostenhilfeantrag der abgelehnt wurde, sondern einzig und alleine um die Wortwahl "Tschechei" im Beschluß.

Und meine Threadfrage ist, ob und was man dagegen tun kann?


Es kommt auf das WORT im ANTRAG an - den wiederholt die Richterin .

Wenn der ANTRAG auf "Führerhauptquartier" lautet - wird der abgelehnt - weil der Wohnsitz ausserhalb der BRD liegt - im "Führerhauptquartier".

KLINELING ?

Du kannst auch einen Antrag als Adolf Hitler mit der Bitte um PKH abgeben.

Dann bekommt A.H. keine PKH. Addi den PKH Bescheid NEGATIV entschieden...

NUN ?
Zuletzt geändert von Teeernte am Mi 4. Dez 2019, 20:06, insgesamt 1-mal geändert.
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