Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

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Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Nov 2019, 12:19

Ich lese in einem anderen Strang, dass die Zeit des Kommunismus und entsprechend totalitäterer Auslegungen dieser Ideologie vorbei sei. Ähnliches wird man ggf. von Anhängern rechter Ideologien zum Faschismus hören.

Was mich eigentlich mal interessieren würde, wäre die Sichtweise der unterschiedlichen Fraktionen hier, was genau es ist, das Staaten und Gesellschaften in den Totalitarismus abgleiten lässt, und was im Gegenteil dazu, Staaten zu besonders demokratischen Gesellschaften macht.

Sind es bestimmte Werte, bestimmte geistige/philosophische Grundhaltungen, bestimmte äußere Umstände, Angriffe von außen, Geschichtsvergessenheit, ... ?

Mein Eindruck ist, dass die Menschen aktuell aus den unterschiedlichsten Gründen in extreme Ideologien hineindriften, und es gibt die ersten Stimmen, die behaupten wir würden an einer Zeitenwende weg von liberalen, hin zu totalitären Gesellschaften stehen. Ist das so? Wo kommt das her? Ich teile also die Aussage des Foristen, dass die Auswüchse des Kommunismus der Vergangenheit angehören ausdrücklich NICHT, so wie ich auch die Gefahr faschistischer Einstellungen weiter sehe.

Es soll in diesem Strang nicht zwingend um eine besondere Ideologie gehen. Natürlich werden die prägnanten Ideologien oder auch Religionen behandelt werden. Diese mögen unterschiedliche Sichtweisen auf die Ursachen totalitärer Tendenzen hervorbringen. Es soll aber kein reiner Bashing-Strang gegen links, rechts, Islam oder sonst was sein, sondern herausarbeiten, ob es Ursachen gibt und Maßnahmen wie man diesen begegnet.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon naddy » Sa 30. Nov 2019, 14:25

Skeptiker hat geschrieben:(30 Nov 2019, 12:19)

Was mich eigentlich mal interessieren würde, wäre die Sichtweise der unterschiedlichen Fraktionen hier, was genau es ist, das Staaten und Gesellschaften in den Totalitarismus abgleiten lässt, ...


Das Verlangen der Herde nach einem Führer der für sie denkt und ihrer als unbedeutend empfundenen Existenz einen Sinn gibt.

...und was im Gegenteil dazu, Staaten zu besonders demokratischen Gesellschaften macht.


Die Mündigwerdung dieser Herde und die Besinnung auf den eigenen Verstand. "Sapere aude!".
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Nov 2019, 14:50

naddy hat geschrieben:(30 Nov 2019, 14:25)

Das Verlangen der Herde nach einem Führer der für sie denkt und ihrer als unbedeutend empfundenen Existenz einen Sinn gibt.

Da bin ich mir nicht sicher. Es läuft sicher oft darauf hinaus, aber ich sehe das klassischerweise nicht als die Zielvorstellung. Es ist eher ein typisches Ergebnis.

Letztendlich sehe ich eine Wertentscheidung für ein bestimmtes Ideal, welches man demokratischen Grundprinzipien überordnet, als allgemeine Charakteristik. Allerdings bin ich unsicher woher dieses kommt.
Die Mündigwerdung dieser Herde und die Besinnung auf den eigenen Verstand. "Sapere aude!".

Vollkommen richtig. Das war auch immer meine Schlussfolgerung. Nur eigenes Nachdenken und Pluralismus helfen.

Wie entstehen aber gesellschaftliche Situationen, in der nur eine klassische Demokraten in die Minderheit geraten, so wie ich den Trend aktuell jedenfalls interpretiere?
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon naddy » Sa 30. Nov 2019, 15:09

Skeptiker hat geschrieben:(30 Nov 2019, 14:50)

Da bin ich mir nicht sicher. Es läuft sicher oft darauf hinaus, aber ich sehe das klassischerweise nicht als die Zielvorstellung.


Selbstverständlich ist das niemandes Ziel. Die Masse, die ich hier salopp als "Herde" bezeichnet habe, hat keines, außer ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen und zu diesem Zweck instinktiv irgendeinem Leitbullen hinterher zu traben. Und wenn es diesem Leitbullen in einem späteren Entwicklungsstadium gelingt, die eigene Herde als etwas "ganz Besonderes", gar "Auserwähltes" zu überhöhen und das in deren Bewußtsein zu implantieren, entstehen faschistoide und totalitäre Gesellschaften.

Natürlich stark vereinfacht ausgedrückt. ;)
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Nov 2019, 19:56

naddy hat geschrieben:(30 Nov 2019, 15:09)
Selbstverständlich ist das niemandes Ziel. Die Masse, die ich hier salopp als "Herde" bezeichnet habe, hat keines, außer ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen und zu diesem Zweck instinktiv irgendeinem Leitbullen hinterher zu traben. Und wenn es diesem Leitbullen in einem späteren Entwicklungsstadium gelingt, die eigene Herde als etwas "ganz Besonderes", gar "Auserwähltes" zu überhöhen und das in deren Bewußtsein zu implantieren, entstehen faschistoide und totalitäre Gesellschaften.

Natürlich stark vereinfacht ausgedrückt. ;)

Ich glaube eher, dass es sich bei den jeweils in gewissen Epochen durchgesetzten Ideologien, auf denen Totalitarismen begründet wurden, um die Ideologien handelt, die Antworten auf besonders dringliche Fragestellungen der jeweiligen Gesellschaften gegeben haben.

Nehmen wir zum Beispiel den Kommunismus und den Faschismus. Sie entstanden als Ergebnis der Industrialisierung, bei der sich die gesellschaftliche Struktur von einer bäuerlichen in eine von spezialisierten Berufsständen veränderte. Die Machtverhältnisse in dieser neuen Gesellschaft wurden durch diese beiden Ansätze definiert.
DAS hat die Menschen interessiert, weil es direkt ihre Lebensumstände betraf. Dominante Religiösität war gerade überwunden und Ökologie noch kein Thema.

Das mit dem Faschismus und dem Kommunismus ist bekanntlich in die Hose gegangen, so wie das gleiche Spiel mit der Religiösität zuvor. Nun aber bekommen wir durch die Überbevölkerung einen Cocktail vieler gesellschaftlicher Probleme auf den Tisch. Es gibt globale Ungerechtigkeiten, Kämpfe um Besitzstände, aber auch die offenbar werdende Umweltzerstörung. Und schon gehen die Emotionen hoch und der Glaube an demokratische Prinzipien kommt weltweit unter Druck.

Sind es also "existenzielle Probleme" die gesellschaftlichen Gruppen in Extremismus hineintreiben, der sich letztendlich in radialen Machtstrukturen manifestiert? Dann wäre Demokratie gewissermaßen ein Wohlstandseffekt, besonders beliebt auch wenn man gerade ein großes Desaster hinter sich hat. Ist das nur lange genug her und sind die Probleme dringender, fällt man dann zurück in eher "typisch menschliche" triviale Denkweise, die sich an der Dominanz einer Gruppe oder Ideologie, als an der Dominanz einer gesellschaftlichen Systematik orientieren?

Wäre dem so, dann würde das bei den anstehenden Problemen in der Welt nichts Gutes bedeuten.

Oder sind es garnicht die "existenziellen Probleme"? Oder bilde ich mir diesen Trend nur ein, und ich Wirklichkeit leben wir ein einer Blüte der Demokratisierung und des Liberalismus in der Welt?
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Realist2014 » Sa 30. Nov 2019, 20:14

Skeptiker hat geschrieben:(30 Nov 2019, 14:50)

Da bin ich mir nicht sicher. Es läuft sicher oft darauf hinaus, aber ich sehe das klassischerweise nicht als die Zielvorstellung. Es ist eher ein typisches Ergebnis.

Letztendlich sehe ich eine Wertentscheidung für ein bestimmtes Ideal, welches man demokratischen Grundprinzipien überordnet, als allgemeine Charakteristik. Allerdings bin ich unsicher woher dieses kommt.

Vollkommen richtig. Das war auch immer meine Schlussfolgerung. Nur eigenes Nachdenken und Pluralismus helfen.

Wie entstehen aber gesellschaftliche Situationen, in der nur eine klassische Demokraten in die Minderheit geraten, so wie ich den Trend aktuell jedenfalls interpretiere?


Wo ordnest du denn den Staat mit den 1,4 Mrd Bürgern ein?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Nov 2019, 20:23

Realist2014 hat geschrieben:(30 Nov 2019, 20:14)

Wo ordnest du denn den Staat mit den 1,4 Mrd Bürgern ein?

China ist bekanntlich ein kommunistischer Staat. De facto wird China von einer herrschenden Partei mit einem sehr mächtigen Staatspräsidenten an der Spitze beherrscht.

Diese Machtposition hat sozusagen die kommunistisch/faschistischen Wirren bislang überlebt, wobei ganz klar die Ideologie des Kommunismus nicht mehr gelebt wird, sondern alleine dem Machterhalt dient. China selber ist extrem kapitalistisch organisiert - aber eben nicht westlich liberal.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon conscience » Sa 30. Nov 2019, 20:28

Ich möchte hier mit einem längeren Zitat antworten.

Bedrich Loewenstein: "Rückwärtsgewandtes bei Karl Marx" eine Rezension zu Ernst Noltes "Marxismus und industrielle Revolution" (1983).

"Nach Anlage des Werks erwartet man die Herausarbeitung einer insgeheimer Rückwärtsgewandtheit, eines romantischen Kerns bei Marx. [...] Ich (Bedrich Loewenstein) glaube, daß vieles für sie spricht, vielleicht sogar für das letztlich Illusorische des Marxschen Bündnisses mit industriellem Fortschritt, ja mit ökonomischer Theorie. Beides war ihm auf seinem "Weg zum Marxismus" von Engels vermittelt worden: doch seither stützte er seine immer aufs neue enttäuschten Katastrophenerwartungen auf die schrittweise Ausbreitung des als Kapitalismus bezeichneten "englischen" Industriesystems und seiner inneren Widersprüche.

Gewiß haben sich Marx und Engels’ Revolutionshoffnungen auch an internationalen Krisen entzündet, an Kriegs- und Weltkriegserwartungen, aber ein Revolutionskonzept, das an "lebenserneuernder Allzerstörung" und an individuellem Terror von Berufsrevolutionären ohne vorangegangene bürgerlich-industrielle Entwicklung orientiert war, lehnten sie mit Recht als barbarisch ab. Nolte kommt der Wahrheit sehr nahe, wenn er das Marxsche Gedankensystem als einen großer, unvollendeten Bau bezeichnet, dessen breiter, rationaler Überbau auf einer schmalen Basis emotionaler Grundüberzeugungen ruht.

Diese emotionale Basis revoltiert häufig gegen die Realitäten der modernen Welt und den Gang der Geschichte, wirkt zurück auf Marx’ "Überbau" – als Fehlurteil, vorgefaßte Meinung, Unstimmigkeit, Wunschdenken. Diese Interpolationen etwa das Festhalten an der absoluten Verelendungstheorie, oder der naturrechtliche Affekt gegen Arbeitsteilung und Aneignung der Erde durch eine Klasse von Menschen, werden auf eine überzeugende und oft glänzende Weise herausgearbeitet. Aber war es eigentlich strittig, daß der Marxismus keine werturteilsfreie Wissenschaft ist?

Sind diese vorwissenschaftlichen Grundmotive "antihistorisch", sind sie radikal reaktionär? Dies zu behaupten, hieße die Ambivalenz, die zwischen marxistischer Utopie und marxistischer Wissenschaft herrscht, in einen totalen Gegensatz zu verwandeln, die "Emotionen" und Erlösungshoffnungen aus dem Gesamtgebäude herauszulösen und als unmittelbar politischen Willen zu verselbständigen. Aber Leitbilder müssen nicht immer schon praktische Programme sein. Die Bergpredigt als Anleitung für die politische Praxis verstanden, würde die Ambivalenz des Christentums zu dieser Welt in radikalen Anarchismus verwandeln: ohne Zweifel eine Fehlinterpretation des historischen Christentums. So können wohl auch die "Grundaffekte" des Marxismus nicht aus ihren Zusammenhängen gerissen und etwa als "Vernichtungsdrohung" der modernen bürgerlichen Welt gegenübergestellt werden – es bleibt auch bei Nolte offen, was daran revolutionäre Rhetorik ist und wieviel Ernst hinter der Totengräber-Metaphorik steckt; doch lassen sich diese Fragen letztlich nicht durch eine immanent-philosophische Analyse beantworten. Gerade Noltes "Ausblick" auf den Leninismus zeigt das Entscheidende der geschichtlichen Umstände gegenüber der Doktrin."
https://www.zeit.de/1983/49/rueckwaerts ... ettansicht
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Teeernte » Sa 30. Nov 2019, 20:36

Skeptiker hat geschrieben:(30 Nov 2019, 19:56)

Oder sind es garnicht die "existenziellen Probleme"? Oder bilde ich mir diesen Trend nur ein, und ich Wirklichkeit leben wir ein einer Blüte der Demokratisierung und des Liberalismus in der Welt?


Es sind VERMEINTLICH existenzielle Probleme.

Gruppe A nimmt der Gruppe B "ALLES" weg. (Genau definierter Gegner)

Gruppe B sind natürlich die "Auserwählten/Wissenden" , die ZUKUNFTs - Erleuchteten.... der Menschheit. (Kampf um "Die Sache")

....es geht (vermeintlich) um das ÜBERLEBEN der Gruppe B.

Demokratie/Gesetze innerhalb der Gruppe ist Option - ausserhalb der Gruppe nur wichtig wenn es der Gruppe nutzt.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon unity in diversity » Sa 30. Nov 2019, 21:02

Demokratie scheint tatsächlich eine Schönwetterveranstaltung zu sein.
Sie funktioniert in Wachstumsökonomien, weil das Wohlstandsversprechen eingehalten wird.
Das Bildungssystem ist sozial durchlässig, wer vernünftig lernt, kann alles werden.
Sobald Zweifel auftreten, fragt die „Herde“, wer ihr die drei Grundbedürfnisse garantiert:
Nahrung, Kleidung und Behausung.
Das ist nicht nur die Stunde der Verschwörungstheoretiker und Verschwörungspraktiker.
Allerlei neu/alte Alternativen kriechen unter ihren Steinen hervor, die jeden Menschen in ihre Obhut nehmen wollen, der sich bedroht fühlt.
Das klappt aber nur in Ländern, in denen die traditionell und historisch gewachsenen „Eliten“ die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft stören, bzw. blockieren.
Als mögliche Ursache wird dann oft moralischer Verfall und daraus folgende Käuflichkeit der Politik erwähnt.
Man ordnet die Suche nach Feindbildern an, die am wirtschaftlichen Niedergang Schuld tragen könnten.
Das können innere und äußere Feinde sein.
Oder die vier Jahreszeiten, sowie Tag und Nacht.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Teeernte » Sa 30. Nov 2019, 23:39

unity in diversity hat geschrieben:(30 Nov 2019, 21:02)


Das klappt aber nur in Ländern, in denen die traditionell und historisch gewachsenen „Eliten“ die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft stören, bzw. blockieren.
.


Ein wichtiger Punkt !!


Varianten

...die "Führung" meint eine andere Politik machen zu "müssen"... (Volk ist zu blöd für Demokratie)..

..."Spätrömische "Dekadenz" der Führung...

..."Elitebildung" (Faschismus) bereits angefangen.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » So 1. Dez 2019, 11:51

conscience hat geschrieben:(30 Nov 2019, 20:28)
Vollzitat

Okay, aber was genau möchtest du dann mit diesen Zitat ausdrücken? Du wirst es ja aus bestimmten Gründen ausgewählt haben.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Skeptiker » So 1. Dez 2019, 11:59

unity in diversity hat geschrieben:(30 Nov 2019, 21:02)
Demokratie scheint tatsächlich eine Schönwetterveranstaltung zu sein.
Sie funktioniert in Wachstumsökonomien, weil das Wohlstandsversprechen eingehalten wird.
Das Bildungssystem ist sozial durchlässig, wer vernünftig lernt, kann alles werden.
Sobald Zweifel auftreten, fragt die „Herde“, wer ihr die drei Grundbedürfnisse garantiert:
Nahrung, Kleidung und Behausung.
Das ist nicht nur die Stunde der Verschwörungstheoretiker und Verschwörungspraktiker.
Allerlei neu/alte Alternativen kriechen unter ihren Steinen hervor, die jeden Menschen in ihre Obhut nehmen wollen, der sich bedroht fühlt.
Das klappt aber nur in Ländern, in denen die traditionell und historisch gewachsenen „Eliten“ die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft stören, bzw. blockieren.
Als mögliche Ursache wird dann oft moralischer Verfall und daraus folgende Käuflichkeit der Politik erwähnt.
Man ordnet die Suche nach Feindbildern an, die am wirtschaftlichen Niedergang Schuld tragen könnten.
Das können innere und äußere Feinde sein.
Oder die vier Jahreszeiten, sowie Tag und Nacht.

Ja, das wäre eine sehr bedrückende Vorstellung.

Allgemein erkenne ich ja eher die Ansicht, die Demokratie wäre sozusagen die "höchste Entwicklungsstufe" von Gesellschaften. Wenn Gesellschaften aber bei Problemen im Kern immer wieder auf Totalitarismen zurückfallen, dann ist es ja nur eine Frage der Anzahl und Größe der Probleme von außen, die dann jede Gesellschaft in den Totalitarismus "zurückfallen" ließe. Zurückfallen deshalb in Anführungszeichen, weil es dann überhaupt fraglich wäre, mit welchen Anspruch die Demokratie sich als "höhere Entwicklungsstufe" ansehen kann, wenn sie immer dann beiseite gewischt würde, wenn es ernst wird.

Ich selber bin durchaus der Meinung, dass die Demokratie von allen Gesellschaftssystemen die beste ist - weil sie die Macht letztendlich der stärkesten Grupp, bzw. der besten politischen Position zuordnet. Demokratien sollten relativ stabil sein, weil sei auch keine Machtkonzentration an Personen kennen (sollten). Wenn sie aber die Probleme nicht löst, dann kriegt sie leider ein Problem.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon unity in diversity » Mo 2. Dez 2019, 04:21

Die größte Gefahr für die Demokratie sind die Alternativlosen, weil sie mit ihrem autokratischen Verhalten die Ränder stärken.
Außerdem zeichnen sie sich durch Opportunismus gegenüber diktatorischen Regimes aus. Ursache sind angeblich immer Sachzwänge,
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Progressiver » Di 3. Dez 2019, 23:25

Was stärkt die Demokratie? Ich würde sagen: Soziale Gerechtigkeit, gute Bildung und Aufstiegschancen und das Gefühl, dass die Politiker wirklich die eigenen Interessen ihrer Wähler erkennen und vertreten.

Was lässt die Leute den Glauben an die Demokratie verlieren? Wenn zwar offiziell gewählt werden darf. Gleichzeitig wird aber nur eine kleine Elite immer reicher, während der Rest der Bevölkerung in die Röhre schauen darf. Gute Bildung findet entweder nicht statt oder aber man muss sich trotz Hochschulstudiums als Tellerwäscher verdienen, weil die Jobchancen allgemein so schlecht sind. Die Politiker dagegen lassen sich korrumpieren oder von mächtigen Wirtschaftsinteressen erpressen und tun am Ende das Gegenteil von dem, was sie den Leuten versprochen haben. Dies alles schafft Politikverdrossenheit. Wenn dann irgendwelche selbsternannten Führer ankommen, "teile und herrsche" spielen und den Leuten Sündenböcke präsentieren, vergessen viele Wähler dann, ihren eigenen Interessen nach zu wählen. Wenn die ehemals mündigen Bürger nur noch aus unmündigen Konsumenten bestehen, die jegliche wissenschaftliche Erkenntnis ablehnen, dann ist in der Zeit der Alternativlosigkeit der Platz frei an der Spitze für die Psychopathen, Narzissten etc. wie zum Beispiel Trump, Putin, Orban, Erdogan, Bolsanero und all die anderen, die es genießen, die Leute mit Angstszenarien zu regieren.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 3. Dez 2019, 23:31

Kollektivismus, Nationalismus, Kommunismus, Sozialismus führen in den Totalitarismus.
Individualismus, Globalismus, Kapitalismus stärken die Demokratie.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon naddy » Mi 4. Dez 2019, 01:03

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(03 Dec 2019, 23:31)

Kollektivismus, Nationalismus, Kommunismus, Sozialismus führen in den Totalitarismus.
Individualismus, Globalismus, Kapitalismus stärken die Demokratie.


In deiner Aufzählung demokratiestärkender Elemente fehlt das Wichtigste: Eine Gesellschaft muß sozial und ökonomisch so organisiert sein, dass sie dem Individuum ein "Wir"-Gefühl ermöglicht. "Jeder gegen Jeden" bewirkt den gegenteiligen Effekt.

Das wußte die Souffleuse Merkel auch, als sie ihrem Volk ihr "Wir schaffen das." ins Ohr hauchte. Leider hat sie nicht erklärt, wen sie mit "wir" genau meint. Das hat sich erst später herausgestellt: Es waren die Bewohner kommunaler Ghettos, bei denen die Zuwanderungsproblematik abgeladen wurde. Siehe Marxloh, Neukölln usw. Sie hätte fairerweise also besser sagen sollen: "Ihr schafft das.".
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 02:57

naddy hat geschrieben:(04 Dec 2019, 01:03)

In deiner Aufzählung demokratiestärkender Elemente fehlt das Wichtigste: Eine Gesellschaft muß sozial und ökonomisch so organisiert sein, dass sie dem Individuum ein "Wir"-Gefühl ermöglicht. "Jeder gegen Jeden" bewirkt den gegenteiligen Effekt.
.


Damit sind die Amis aber nicht GROSS geworden....

Die Logik ->> man arbeitet für sich selbst.... nicht GEGEN oder FÜR....

Da reicht es - wenn es JEDER zum Reichtum schaffen kann - wenn er will.
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon naddy » Mi 4. Dez 2019, 14:02

Teeernte hat geschrieben:(04 Dec 2019, 02:57)

Damit sind die Amis aber nicht GROSS geworden....


Wer sind "die Amis" und wer oder was ist da "groß"?

Da reicht es - wenn es JEDER zum Reichtum schaffen kann - wenn er will.


Verstehe. Dann sind jene, die es nicht dahin schaffen, also blöd. Weil sie es ja nur "wollen müssten".

Angesichts der Realitäten scheint eine derart verkürzte Weltsicht bedauerlicherweise tatsächlich die beste Voraussetzung für schnellen Reichtum zu sein. Die Blöden triumphieren, sollte uns das freuen?
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Re: Was führt in den Totalitarismus und was stärkt die Demokratie?

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Dez 2019, 14:07

naddy hat geschrieben:(04 Dec 2019, 14:02)

Wer sind "die Amis" und wer oder was ist da "groß"?



Verstehe. Dann sind jene, die es nicht dahin schaffen, also blöd. Weil sie es ja nur "wollen müssten".

?



Nein, SO sehen es die Amis nicht.

DORT weden auch gescheiterte Unternehmer nicht als "Versager" betrachtet wie in D....

Denn sie haben es ja VERSUCHT- im Gegensatz zu den typischen Nörglern, die immer ANDERE für ihr eigenes Versagen verantwortlich machen ( in D : "das System", "die Regierung", "der Kapitalismus", usw....)
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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