Arabischer Frühling - Teil 2

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Orbiter1
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Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Orbiter1 » Di 5. Nov 2019, 11:19

Im Irak, Libanon, Ägypten und Algerien kommt es zu Massenprotesten gegen die Kleptokratie und exzessive Korruption der führenden Schicht. Ein Aufbegehren einer neuen Generation von Unterdrückten die in ihren Ländern aller Chancen beraubt werden und für die es immer schwieriger wird zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Es zeichnet sich schon ab dass die herrschende Schicht versucht die noch friedlichen Proteste zunehmend gewaltsam zu unterbinden. In den letzten Wochen dürfte es bereits mehrere hundert Tote gegeben haben. Wäre keine allzu große Überraschung wenn auf Europa demnächst die nächste große Flüchtlingswelle zurollt. Und was machen die europäischen Regierungen? Das was sie in so einer Situation immer tun, zugucken was passiert.
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Tom Bombadil
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Tom Bombadil » Di 5. Nov 2019, 12:05

Was sollten sie denn tun?
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Cobra9
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Cobra9 » Di 5. Nov 2019, 12:53

Orbiter1 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 11:19)

Im Irak, Libanon, Ägypten und Algerien kommt es zu Massenprotesten gegen die Kleptokratie und exzessive Korruption der führenden Schicht. Ein Aufbegehren einer neuen Generation von Unterdrückten die in ihren Ländern aller Chancen beraubt werden und für die es immer schwieriger wird zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Es zeichnet sich schon ab dass die herrschende Schicht versucht die noch friedlichen Proteste zunehmend gewaltsam zu unterbinden. In den letzten Wochen dürfte es bereits mehrere hundert Tote gegeben haben. Wäre keine allzu große Überraschung wenn auf Europa demnächst die nächste große Flüchtlingswelle zurollt. Und was machen die europäischen Regierungen? Das was sie in so einer Situation immer tun, zugucken was passiert.


Du vermischst aber ordentlich mein Bester und vergisst gerne was. Irak und Libanon gehts zunehmend gegen den Einfluss des Iran, nicht nur gegen unfähige Regierungen.


Die Proteste im Irak und im Libanon richten sich immer offener gegen die Islamische Republik. Sie könnten es schaffen, den regionalen Einfluss des Irans zurückzudrängen. Bevor Du kommst das ist falsch:

Ausgerechnet in der heiligen Stadt Kerbala, der zentralen Pilgermetropole der Schiiten, ging das Konsulat der Islamischen Republik Iran in Flammen auf, die sich stets als die globale Schutzmacht aller Schiiten inszeniert. Drei der Angreifer starben, als Wachleute sie unter Feuer nahmen.

https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... herrschaft



Im Irak richten Sich die Proteste immer mehr gegen den Iran bzw. dessen Einfluss. Im Libanon sind ähnliche Tendenzen zu sehen. Die Leute dort haben wohl nicht nur von ihrer Regierung die Schnauze voll wie erkennbar wird. Die Gefahr im Irak das es sich auswächst zu einem neuen Bürgerkrieg ist real.

Verwüstete Checkpoints, ausgebrannte Militärfahrzeuge, zerstörte Straßensperren und überall Soldaten die mittlerweile auch tödliche Gewalt anwenden gegen Protestler. Das ist gefährlich. Aber Du kannst das nicht mit Ägypten und Algerien vergleichen einfach. In Algerien ist eine Regierung an der Macht die eine lange Diktatur pflegt. In Ägypten ist es aber wesentlich ruhiger. Massenprotest aktuell nein. Letztmalig mehr im September. Das Al-Sisi ein Autokrat ist wahr. Aber Du vermischt mir da zuviel.

Du verlangst von EU Staaten eine Einmischung. Außer an die Einhaltung der Menschenrechte usw. zu appelieren was willst Du tun ?

Genau das wird getan. Diplomatisch wird protestiert. Die EU Staaten sind nicht der Iran wo sich festzeckt in anderen Ländern und seine Kämpfer einsetzt gegen dessen Menschen. Gott sei Dank!
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon imp » Di 5. Nov 2019, 13:46

Orbiter1 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 11:19)

Im Irak, Libanon, Ägypten und Algerien kommt es zu Massenprotesten gegen die Kleptokratie und exzessive Korruption der führenden Schicht. Ein Aufbegehren einer neuen Generation von Unterdrückten die in ihren Ländern aller Chancen beraubt werden und für die es immer schwieriger wird zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Es zeichnet sich schon ab dass die herrschende Schicht versucht die noch friedlichen Proteste zunehmend gewaltsam zu unterbinden. In den letzten Wochen dürfte es bereits mehrere hundert Tote gegeben haben. Wäre keine allzu große Überraschung wenn auf Europa demnächst die nächste große Flüchtlingswelle zurollt. Und was machen die europäischen Regierungen? Das was sie in so einer Situation immer tun, zugucken was passiert.

Die EU kann nicht und soweit ihre Interessen nicht berührt sind, etwa durch Handelshemmnisse oder Anti-Dumping-Gesetze, will sie auch nicht. Sie lebt gut mit dem status quo. Wenn man schaut, was die letzten Einmischungen der Altmächte so hervorgebracht haben, eben im Irak oder Libyen, wo auch die Regierung auf ihr Volk schießen lässt, vielleicht besser als neue solche Baustellen.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon sünnerklaas » Di 5. Nov 2019, 15:22

Orbiter1 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 11:19)

Im Irak, Libanon, Ägypten und Algerien kommt es zu Massenprotesten gegen die Kleptokratie und exzessive Korruption der führenden Schicht. Ein Aufbegehren einer neuen Generation von Unterdrückten die in ihren Ländern aller Chancen beraubt werden und für die es immer schwieriger wird zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Es zeichnet sich schon ab dass die herrschende Schicht versucht die noch friedlichen Proteste zunehmend gewaltsam zu unterbinden. In den letzten Wochen dürfte es bereits mehrere hundert Tote gegeben haben. Wäre keine allzu große Überraschung wenn auf Europa demnächst die nächste große Flüchtlingswelle zurollt. Und was machen die europäischen Regierungen? Das was sie in so einer Situation immer tun, zugucken was passiert.


Die Kleptokraten kann man irgendwie kontrollieren. Als Geschäftspartner, als Kunden sind sie hoch willkommen, man kennt sie, weiß wie sie ticken. Man kann ihnen vertrauen.
Keine Sorge: die Bevölkerung wird man schon notfalls niederknüppeln und zusammenschießen. Und gerät der Kleptokrat eines geopolitisch wichtigen Landes in Bedrängnis, wird schon irgendein großer Bruder ihm zu Hilfe eilen und beim Bombardieren helfen: aus dem Westen oder aus Russland. Der Bevölkerung der von Kleptokraten regierten Staaten wird man nicht zugestehen, frei zu entscheiden, wer sie regiert.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Adam Smith » Di 5. Nov 2019, 15:36

sünnerklaas hat geschrieben:(05 Nov 2019, 15:22)

Die Kleptokraten kann man irgendwie kontrollieren. Als Geschäftspartner, als Kunden sind sie hoch willkommen, man kennt sie, weiß wie sie ticken. Man kann ihnen vertrauen.
Keine Sorge: die Bevölkerung wird man schon notfalls niederknüppeln und zusammenschießen. Und gerät der Kleptokrat eines geopolitisch wichtigen Landes in Bedrängnis, wird schon irgendein großer Bruder ihm zu Hilfe eilen und beim Bombardieren helfen: aus dem Westen oder aus Russland. Der Bevölkerung der von Kleptokraten regierten Staaten wird man nicht zugestehen, frei zu entscheiden, wer sie regiert.


Und in Bezug auf Libyen war es genau andersrum. Richtig?

http://www.balkanforum.info/f16/sozials ... fi-228829/

War ja auch ein Sozialist.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Orbiter1 » Di 5. Nov 2019, 20:42

Cobra9 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 12:53)

Du vermischst aber ordentlich mein Bester und vergisst gerne was. Irak und Libanon gehts zunehmend gegen den Einfluss des Iran, nicht nur gegen unfähige Regierungen.
Ja klar, kein Wasser, kein Strom, kein Wiederaufbau, keine Arbeitsplätze, keine Perspektive aber die Leute gehen massenhaft auf die Straßen und lassen sich erschießen weil es Milizen im Land gibt die vom Iran beeinflusst werden. Dass viele Iraker (insbesondere die Nicht-Schiiten) ein Problem in diesen Milizen sehen ist klar, aber der überwältigende Grund der Proteste im Irak und im Libanon sind die miserablen Lebensumstände.
Du verlangst von EU Staaten eine Einmischung. Außer an die Einhaltung der Menschenrechte usw. zu appelieren was willst Du tun ?
Z. B. Aufbauhilfe nur gewähren wenn von der EU betriebene Sonderwirtschaftszonen eingerichtet werden in denen die korrupte Elite und der Staat keinen Einfluss hat. Europa kann seine Nachbarregionen nicht weiter ihren Schicksal überlassen und muss den Menschen die dort leben vor Ort Perspektiven bieten.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Adam Smith » Di 5. Nov 2019, 21:45

Orbiter1 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 20:42)
Z. B. Aufbauhilfe nur gewähren wenn von der EU betriebene Sonderwirtschaftszonen eingerichtet werden in denen die korrupte Elite und der Staat keinen Einfluss hat. Europa kann seine Nachbarregionen nicht weiter ihren Schicksal überlassen und muss den Menschen die dort leben vor Ort Perspektiven bieten.


China hat das in seinen Sonderwirtschaftszonen hinbekommen. Ohne dass die EU jetzt China gesagt hat, dass die korrupte Elite und der Staat sich hier rauszuhalten haben.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon sünnerklaas » Mi 6. Nov 2019, 14:34

Adam Smith hat geschrieben:(05 Nov 2019, 15:36)

Und in Bezug auf Libyen war es genau andersrum. Richtig?

http://www.balkanforum.info/f16/sozials ... fi-228829/

War ja auch ein Sozialist.


Mit dem hatte man noch eine Rechnung offen. die wurde auch von der NATO höchstselbst beglichen, danach wurden die Libyer sich selbst überlassen.
Eigentlich wollte man wohl dasselbe in Syrien durchziehen, aber da waren dann auf einem Mal die Russen da und Assad für westliche Regime-Change-Ambitionen hoffnungslos überqualifiziert.
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Re: Arabischer Frühling - Teil 2

Beitragvon Cobra9 » Fr 8. Nov 2019, 13:16

Orbiter1 hat geschrieben:(05 Nov 2019, 20:42)

Ja klar, kein Wasser, kein Strom, kein Wiederaufbau, keine Arbeitsplätze, keine Perspektive aber die Leute gehen massenhaft auf die Straßen und lassen sich erschießen weil es Milizen im Land gibt die vom Iran beeinflusst werden. Dass viele Iraker (insbesondere die Nicht-Schiiten) ein Problem in diesen Milizen sehen ist klar, aber der überwältigende Grund der Proteste im Irak und im Libanon sind die miserablen Lebensumstände.
Z. B. Aufbauhilfe nur gewähren wenn von der EU betriebene Sonderwirtschaftszonen eingerichtet werden in denen die korrupte Elite und der Staat keinen Einfluss hat. Europa kann seine Nachbarregionen nicht weiter ihren Schicksal überlassen und muss den Menschen die dort leben vor Ort Perspektiven bieten.



Ich habe mehrfach belegt das es durchaus Proteste gegen den iranischen Einfluss gibt. Wenn Du das verharmlosen möchtest bitte tue das. Fakt ist tatsächlich aber das dieser Punkt eine wichtige Rolle spielt.

Ich möchte nicht bstreiten das die irakische Regierung wegen der Masse an Problemen am Pranger steht. Nur ein gewaltiger Punkt ist der Einfluss des Iran der den Irakern missfällt. Oder warum brennen immer mehr iranische Einrichtungen den auch ?


Das Konsulat beispielsweise aus der Quelle. Dieser Punkt hat das Potenzial einen Bürgerkrieg auszulösen und die irakische Regierung entlässt einen der wenigen angesehenen Kommandeure. Wumm explodiert ew.

Nö natürlich kein Problem. Ja die Iraker haben chaotische Zustände im Land. Aber der von Mir angeführte Punkt hat das Potenzial für den Ausbruch von Bürgerkrieg. Mittlerweile gehen selbst irakische Schiiten auf Konfrontationskurs zur Regierung und zum Iran.


Was Du von der EU willst ist Blödsinn und nicht erfüllbar. Sonderzonen ohne Einfluss der Regierung in einem eigenständigen Staat sind nicht umsetzbar.
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

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