Afghanistan 2019 und aktuelles

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Cobra9
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Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » So 8. Sep 2019, 13:37

Guten Morgen werte Gemeinde,

mein Thema im Moment sind die Verhandlungen mit den Taliban. Diese liefen ein Jahr.

Mittlerweile brach Trump die sb

https://m.faz.net/aktuell/politik/ausla ... 73824.html



Glaubt Ihr das es nur wegen den aktuellen Anschlägen passiert ist ?

Ich nicht.
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yogi61
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon yogi61 » So 8. Sep 2019, 13:44

Cobra9 hat geschrieben:(08 Sep 2019, 13:37)

Guten Morgen werte Gemeinde,

mein Thema im Moment sind die Verhandlungen mit den Taliban. Diese liefen ein Jahr.

Mittlerweile brach Trump die sb

https://m.faz.net/aktuell/politik/ausla ... 73824.html



Glaubt Ihr das es nur wegen den aktuellen Anschlägen passiert ist ?

Ich nicht.


Trump ist mit dieser Sache genau so überfordert wie seine Vorgänger. Ohne die Taliban gibt es keine Lösung in Afghanistan und das ist natürlich bitter für alle Anghörigen der Soldaten, die in diesem Land
gefallen sind,oder verkrüppelt wurden. Ein wichtiger Schritt wäre es, wenn man sich das endlich eingestehen würde.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon yogi61 » So 8. Sep 2019, 13:46

Zur Lage:
Nur durch Glück sind Bundespolizisten und deutsche Entwicklungshelfer bei einem Anschlag auf ihre Unterkunft unbeschadet davongekommen. Als Reaktion haben beide Organisationen die meisten ihrer Mitarbeiter abgezogen.
Die Bundespolizei und die deutsche Entwicklungshilfeorganisation GIZ haben ihre Arbeit in Afghanistan nach einem schweren Anschlag in Kabul weitgehend eingestellt.

Nach SPIEGEL-Informationen haben beide Organisationen einen Großteil ihres Personals außer Landes oder ins halbwegs sichere Masar-e-Scharif im Norden Afghanistans gebracht. In Kabul sind nur noch eine Handvoll Mitarbeiter in einem Militärcamp am Flughafen, die deutschen Projekte aber ruhen.


https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 85770.html
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Cobra9
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » So 8. Sep 2019, 15:53

yogi61 hat geschrieben:(08 Sep 2019, 13:44)

Trump ist mit dieser Sache genau so überfordert wie seine Vorgänger. Ohne die Taliban gibt es keine Lösung in Afghanistan und das ist natürlich bitter für alle Anghörigen der Soldaten, die in diesem Land
gefallen sind,oder verkrüppelt wurden. Ein wichtiger Schritt wäre es, wenn man sich das endlich eingestehen würde.



Na Deutschland hat eh nichts mitzureden. Wie Ich das finde sei mal nicht geschrieben, würde eine Sanktion bedeuten. Aber Ich war selber im Einsatz mehrfach dort.

Ohne das Opfer der Soldaten und aller Menschen die sich bemühen schmälern zu wollen, der Einsatz war für den Arsch eigentlich.

Natürlich muss man mit den Taliban auch Verhandlungen führen. Aber es gehören alle wichtigen Vertreter der Gruppen inklusive Regierung einbezogen.

Die echte Mach auf dem Land haben die Stämme
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon unity in diversity » Mo 9. Sep 2019, 00:21

Friedensverhandlungen mit einer Terrororganisation zu führen, ist grotesk, zumal die sich noch nie an Abmachungen gehalten haben.
Der Versuch kann nur ein Zugeständnis an Saudi-Arabien gewesen sein.
Falls es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran kommt, sollten sich die Taliban wenigstens neutral verhalten, war anscheinend die Grundidee. Darauf wäre auch kein Verlaß gewesen. Jetzt sind die Fronten eindeutig klar. Die afghanische Gebirgswelt ist vom Boden betrachtet unübersichtlich, weshalb sich kein Besatzer lange halten konnte.
Wenn man aus dem Weltall Autokennzeichen und Gesichter identifizieren kann, sollte es möglich sein, wenigstens die Anführer auszuschalten. Kollateralschäden unter der Zivilbevölkerung führen allerdings zur Entsolidarisierung mit dem Westen.
In den Bergverstecken und Höhlen muß man die Anführer ausräuchern, bzw. die können sich ja nicht ewig darin verstecken.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Teeernte » Mo 9. Sep 2019, 00:29

Cobra9 hat geschrieben:(08 Sep 2019, 15:53)

Na Deutschland hat eh nichts mitzureden. Wie Ich das finde sei mal nicht geschrieben, würde eine Sanktion bedeuten. Aber Ich war selber im Einsatz mehrfach dort.



Dann weist Du doch vom Geld , was jede Woche rübergereicht wurde.

>>Abbruch >> kein Geld mehr.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon imp » Mo 9. Sep 2019, 08:43

Seit 2001 gibt sich eine Koalition aus Weltmaechten in Afghanistan die Klinke in die Hand. Seit 2002 gibt es ein in Kabul installiertes kooperatives Parlament, seit 2004 einen gleichermaszen abhaengigen gewählten Präsidenten. Die Bezeichnung "Buergermeister von Kabul" war seit damals haeufig treffend fuer seinen realen Einflussbereich. Nachdem alle Sponsoren muede sind und langsam mal ihre Kosten bremsen wollen oder noch andere Weltgegenden "betreuen" moechten, haben die Talibane wieder mehr Spielraum als zuvor. Seit 2014 sind mehr als 45.000 Militaer- und Polizeipersonen in Afghanistan gestorben sowie etwa 80 auswaertige Unterstuetzer. Ein immenser Verlust an Menschenleben.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Mo 9. Sep 2019, 08:52

Teeernte hat geschrieben:(09 Sep 2019, 00:29)

Dann weist Du doch vom Geld , was jede Woche rübergereicht wurde.

>>Abbruch >> kein Geld mehr.






Super Lösung. Man könnte es auch eventuell gescheit machen. Aber gut mein Problem ist es nicht mehr :)


Eigentlich ist es ganz einfach. Es waren Maßnahmen und Aktionen nicht unbedingt gebündelt. Wir haben unsere Maßnahmen - weder die finanziellen, wirtschaftlichen, noch den staatlichen Wiederaufbau - nicht zentral gesteuert und konzentriert.

Wie man es besser macht hat man auf dem Balkan gezeigt.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Mo 9. Sep 2019, 09:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Mo 9. Sep 2019, 08:54

imp hat geschrieben:(09 Sep 2019, 08:43)

Seit 2001 gibt sich eine Koalition aus Weltmaechten in Afghanistan die Klinke in die Hand. Seit 2002 gibt es ein in Kabul installiertes kooperatives Parlament, seit 2004 einen gleichermaszen abhaengigen gewählten Präsidenten. Die Bezeichnung "Buergermeister von Kabul" war seit damals haeufig treffend fuer seinen realen Einflussbereich. Nachdem alle Sponsoren muede sind und langsam mal ihre Kosten bremsen wollen oder noch andere Weltgegenden "betreuen" moechten, haben die Talibane wieder mehr Spielraum als zuvor. Seit 2014 sind mehr als 45.000 Militaer- und Polizeipersonen in Afghanistan gestorben sowie etwa 80 auswaertige Unterstuetzer. Ein immenser Verlust an Menschenleben.



Deine Zahlen hast Du bitte wo bezogen ?

Ich hab andere Zahlen.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon imp » Mo 9. Sep 2019, 09:00

Cobra9 hat geschrieben:(09 Sep 2019, 08:54)

Deine Zahlen hast Du bitte wo bezogen ?

Ich hab andere Zahlen.

BBC. Es gibt dazu alle moeglichen Zahlen, 28.000 seit 2015 ist auch so eine Zahl. Die widersprechen sich alle. Das ist aber normal. Die offizielle Totenzahl von Tschernobyl war glaube ich unter 50, während serioese Schaetzungen eher vier- bis fuenfstellig sind. Bei einem Krieg in Weitweitweglang, der ueber Jahre geht und in viele Teilkonflikte zerfaellt, wo auch jeder stake holder mit seinen Ueber- und Untertreibungen seine Absichten verfolgt, haben wir natuerlich ganz verschiedene Aussagen.

Die UN Assistance Mission hat von 2011 bis heute fuer jedes Jahr von etwa 8.000 bis unter 12.000 Opfer vermerkt in ihrer Statistik. Das ist ein Anhaltspunkt, ob man nun selber eher drunter oder drueber seine Zahlen hat.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Mo 9. Sep 2019, 09:04

imp hat geschrieben:(09 Sep 2019, 09:00)

BBC. Es gibt dazu alle moeglichen Zahlen, 28.000 seit 2015 ist auch so eine Zahl. Die widersprechen sich alle. Das ist aber normal. Die offizielle Totenzahl von Tschernobyl war glaube ich unter 50, während serioese Schaetzungen eher vier- bis fuenfstellig sind. Bei einem Krieg in Weitweitweglang, der ueber Jahre geht und in viele Teilkonflikte zerfaellt, wo auch jeder stake holder mit seinen Ueber- und Untertreibungen seine Absichten verfolgt, haben wir natuerlich ganz verschiedene Aussagen.

Die UN Assistance Mission hat von 2011 bis heute fuer jedes Jahr von etwa 8.000 bis unter 12.000 Opfer vermerkt in ihrer Statistik. Das ist ein Anhaltspunkt, ob man nun selber eher drunter oder drueber seine Zahlen hat.


Na ja Ich gebe Dir Recht das es unterschiedliche Zahlen gibt. Aber ein bisschen zu hoch erscheinen mir deine Zahlen.

Ist aber auch eigentlich nicht wirklich wichtig
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon imp » Mo 9. Sep 2019, 09:47

Cobra9 hat geschrieben:(09 Sep 2019, 09:04)

Na ja Ich gebe Dir Recht das es unterschiedliche Zahlen gibt. Aber ein bisschen zu hoch erscheinen mir deine Zahlen.

Ist aber auch eigentlich nicht wirklich wichtig

Wenn du ein Drittel oder die Haelfte wegnimmst, aendert das am Gesamtbild auch nicht viel. Man weiss nicht, ob die Verhandlungen schlecht laufen wegen den Anschlaegen oder ob die Offensive eine Reaktion auf schlecht laufende Verhandlungen war. Alle Optionen in Afghanistan sind in irgendeiner Weise schlecht. Ich bin immer der Meinung, wenn man es nicht richtig machen kann, sollte man es nicht machen.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Mo 9. Sep 2019, 09:53

imp hat geschrieben:(09 Sep 2019, 09:47)

Wenn du ein Drittel oder die Haelfte wegnimmst, aendert das am Gesamtbild auch nicht viel. Man weiss nicht, ob die Verhandlungen schlecht laufen wegen den Anschlaegen oder ob die Offensive eine Reaktion auf schlecht laufende Verhandlungen war. Alle Optionen in Afghanistan sind in irgendeiner Weise schlecht. Ich bin immer der Meinung, wenn man es nicht richtig machen kann, sollte man es nicht machen.


Zu viel unterschiedliche Auffassungen und Interessen im Spiel. Wie es im Kleinen funktionieren könnte hat man bewiesen. Aber war ja nicht gut genug.

Von daher failed State
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Orbiter1 » Mo 9. Sep 2019, 20:35

Gab es einen Atombombenabwurf auf Afghanistan und keiner hat es mitbekommen? Oder wie ist der Tweet von Trump zu verstehen?

"We have been serving as policemen in Afghanistan, and that was not meant to be the job of our Great Soldiers, the finest on earth. Over the last four days, we have been hitting our Enemy harder than at any time in the last ten years!"

Oder er glaubt der Abbruch der Verhandlungen würde die Taliban irgendwie treffen? Ganz sicher nicht. Die Amis werden sich bald trollen, ob mit oder ohne Abkommen.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon John Galt » Mo 9. Sep 2019, 20:42

Wenn die Amis aus Afghanistan abhauen, wird das gleiche passieren wie im Irak mit ISIS. Die Taliban werden wieder ihren Talibanstaat ausrufen und Terroranschläge in den USA oder Europa finanzieren.

Paar Jahre später ist man wieder vor Ort und fliegt Kampfeinsätze.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 9. Sep 2019, 22:54

Die USA stecken in Afghanistan in einem Dilemma. Auf der einen Seite bietet es Chancen (diplomatische, wirtschaftlich, militärisch) im Kontext Pakistans, Indiens, Irans, Chinas und Russlands, auf der anderen Seite sind die USA durch die Präsenz auch verwundbar und gefesselt.

Aktuell kann man sagen, daß Trump sein Versprechen die Boys und Girls heimzuholen nicht erfüllen kann. Das ist kein Versagen, das war abzusehen. Das zu Versprechen war eine Lüge. Oder vielleicht hat er sich auch tatsächlich als größter Dealmaker eingebildet er könnte alles auf der Welt zu seiner Zufriedenheit mit der Macht seiner Verhandlungsakrobatik lösen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon imp » Di 10. Sep 2019, 08:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Sep 2019, 22:54)

Die USA stecken in Afghanistan in einem Dilemma. Auf der einen Seite bietet es Chancen (diplomatische, wirtschaftlich, militärisch) im Kontext Pakistans, Indiens, Irans, Chinas und Russlands, auf der anderen Seite sind die USA durch die Präsenz auch verwundbar und gefesselt.

Aktuell kann man sagen, daß Trump sein Versprechen die Boys und Girls heimzuholen nicht erfüllen kann. Das ist kein Versagen, das war abzusehen. Das zu Versprechen war eine Lüge. Oder vielleicht hat er sich auch tatsächlich als größter Dealmaker eingebildet er könnte alles auf der Welt zu seiner Zufriedenheit mit der Macht seiner Verhandlungsakrobatik lösen.

In Afghanistan haben die Weltmaechte die bruechige Basis, die ein halbwegs liberales, fortschrittlich orientiertes Modell dort in den 60ern, 70ern vielleicht einmal hatte, gemeinsam bzw im Wettstreit stark zertruemmert. Heute gibt es dort eine Rueckbesinnung auf aeltere Organisationsmodelle. Der Islam "kommt so mit" dabei, im Kern geht es um einen Streit des Partikularismus. "Die Taliban" und "Die Regierung" ist eine Draufsicht, mit der man Karten rot und blau einfaerben kann, damit in der Zeitung alles schoen verstaendlich bleibt. Den meisten ist nicht einmal klar, wo die alte afghanische Regierung aufhoerte und Al Khaida anfing, das ist alles "der Gegner", "das Boese". So kann man keine Politik machen. Donald Trump kann hier nichts verhandeln, er muesste mit vielen, vielen widerstreitenden Gruppen sprechen statt mit einem Buendnis. Donald Trump kann hier nur die Gruende einsammeln, warum seine Truppen leider im Land bleiben muessen.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Di 10. Sep 2019, 10:25

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Sep 2019, 20:35)

Gab es einen Atombombenabwurf auf Afghanistan und keiner hat es mitbekommen? Oder wie ist der Tweet von Trump zu verstehen?

"We have been serving as policemen in Afghanistan, and that was not meant to be the job of our Great Soldiers, the finest on earth. Over the last four days, we have been hitting our Enemy harder than at any time in the last ten years!"

Oder er glaubt der Abbruch der Verhandlungen würde die Taliban irgendwie treffen? Ganz sicher nicht. Die Amis werden sich bald trollen, ob mit oder ohne Abkommen.


Die Amis werden sich nicht bald oder zeitnah trollen komplett. Ein vollständiger Abzug ist schon länger erstmal vom Tisch insgesamt. Derzeit werden die Taliban massiv bekämpft ohne das Medien zugelassen sind.

Luftangriffe, Drohnen, Hunt& Killl Einsätze. Da ist Presse unerwünscht weil es unschöne Szenen gibt. Temporär sorgt das durchaus wieder für Ruhe erstmal.

Die Taliban müssen dann erstmal neues Kanonenfutter dann nachziehen. Den Taliban größere Verluste beizubringen ist kein Problem. Aber das kratzt die nicht wirklich. Drei,vier Monate später gibt's neue Idioten.

Das grundsätzliche Problem liegt darin das niemand eine saubere Strategie und Taktik verfolgt. Das Warum weiß Ich nicht.

Aber zwei, drei Aspekte spielen den Aufständischen in die Hände. Der Zustand insgesamt der afghanischen Sicherheitskräfte ist bedenklich bis mies.

Auf dem Papier lesen sich ca. 350.000 Mann viel. Polizisten und Soldaten. Aber die Mehrheit der Truppen ist nicht . Ausrüstung, Disziplin und taktische Ausrichtung ist veraltet, mies. Schlechte Bezahlung.

Lange Abwesenheitszeiten sind keine Seltenheit bezogen aufs Personal.Die Zahl der Fahnenflüchtigen ist hoch und gibt Überläufer. Hinzu kommt, dass die Afghanen in den meisten Fällen inzwischen ohne ausländische Unterstützung kämpfen müssen.



Auch anders als im Balkan fehlt eine einheitliche Strategie. Schon immer. Es würde anders gehen.

Es gibt Projekte die funktionieren seit vier Jahren. Dort hat man regional die Sicherheit verbessert. Die örtliche Garnision, Polizei und Paras an einen Tisch gebracht. Eine PMC beauftragt für Ausbildung und Unterstützung.
Infrastruktur aufgebaut. Dabei immer darauf geachtet das die Einheimischen sich für voll genommen gefühlt haben.

Den Soldaten usw. größtenteils erstmal lesen beigebracht. Dann grundlegende Ausrüstung beschafft mit denen die auch aber wirklich umgehen können.Funkgeräte, Gps, Karten so on. Keep it simple am Anfang. Step by Step ein kleines Hospital aufgebaut und ähnliches.

Nach drei Jahren hatte man gute Grundlagen geschaffen. Mit den Taliban wurden die Sicherheitskräfte dann alleine auch fertig. Aber das funktioniert nur wenn man wirklich grundlegend arbeiten tut.

Mit drei Monaten Training, einigen Helikoptern ist das nicht machbar. Die Taliban kann nicht gewinnen und die Gegenseite auch nicht.

Nach Syrien der schlimmste Konflikt wahrscheinlich
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Orbiter1 » Di 10. Sep 2019, 15:45

Cobra9 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 10:25)

Die Amis werden sich nicht bald oder zeitnah trollen komplett. Ein vollständiger Abzug ist schon länger erstmal vom Tisch insgesamt. Derzeit werden die Taliban massiv bekämpft ohne das Medien zugelassen sind.

Luftangriffe, Drohnen, Hunt& Killl Einsätze. Da ist Presse unerwünscht weil es unschöne Szenen gibt. Temporär sorgt das durchaus wieder für Ruhe erstmal.
Dann sind das wohl Fake-News was die Tagesschau meldet.

"In Afghanistan sind die Taliban offenbar auf dem Vormarsch. Nach zweitägigen Gefechten in der nördlichen Provinz Tacher seien die Bezirke Jangi Qalah und Darkad an die Taliban gefallen, berichtete der afghanische Fernsehsender TOLO News." Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/afgha ... e-101.html

Oder die Amis kämpfen auf Seiten der Taliban, wenn die in der Lage sind so schnell Gebiete zu erobern.
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Re: Afghanistan 2019 und aktuelles

Beitragvon Cobra9 » Di 10. Sep 2019, 16:46

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 15:45)

Dann sind das wohl Fake-News was die Tagesschau meldet.

"In Afghanistan sind die Taliban offenbar auf dem Vormarsch. Nach zweitägigen Gefechten in der nördlichen Provinz Tacher seien die Bezirke Jangi Qalah und Darkad an die Taliban gefallen, berichtete der afghanische Fernsehsender TOLO News." Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/afgha ... e-101.html

Oder die Amis kämpfen auf Seiten der Taliban, wenn die in der Lage sind so schnell Gebiete zu erobern.



Die Taliban gewinnen einige Bezirke. Und weiter ?
Es wird eine Gegenoffensive geben wo Sie die Bezirke wieder größtenteils verlieren werden. Notfalls verstärkt die ISAF temporär ihre Zahl und Einsätze.

Ist mittlerweile in Afghanistan nichts neues
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