KI Chance oder Risiko

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Atue001
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Atue001 » Sa 12. Okt 2019, 01:02

Heute wird als KI regelmäßig schon beschrieben, wenn es um Algorithmen geht, die sich vor allem auf Mustererkennung spezialisiert haben. Mit Intelligenz hat das aber noch wenig zu tun.

Dazu auch ein Beispiel:
Das Gehirn eines Kleinkindes (Intelligent) ist in der Lage, mit wenigen hundert Versuchen laufen zu lernen.

Vergleichbare Ansätze für "KI-Intelligente Roboter" brauchen zehntausende oder gar millionen Versuche. Der Unterschied zwischen dem Verhalten eines Kleinkindes und dem moderner KI-Ansätze ist, dass das Kleinkind ein intuitives ganzheitliches Verständnis für die ihm erschließbare Wirklichkeit bekommt. Dazu kommt noch, dass das Kleinkind über Gefühle und Schmerzen Rückkopplungen hat, die weit über alles hinausgeht, was wir heute in der KI tatsächlich können.


Was für die KI spricht ist, dass das menschliche Gehirn (Nervensystem) relativ langsam ist. Moderne Prozessoren sind dramatisch schneller - und während ein Kleinkind für seine 100 Laufversuche schnell mal ein paar Wochen braucht, bis es klappt - können moderne KI-Systeme mit gekoppelten Robotern virtuelle zehntausende Trainigsdurchläufe in wenigen Minuten erreichen, und laufen danach scheinbar ähnlich sicher. Und doch ist der Unterschied zwischen dem Kind und dem KI-Roboter, dass das Kind ein Verständnis für die Welt entwickelt, während der Roboter nur Mustererkennung betreibt.....das aber im Massenmodus und verdammt schnell.

Nun darf man Mustererkennung aber nicht kleinreden oder unterschätzen! Vielmehr ist die Erwartung der disruptiven Prozesse durch KI auf leicht einsichtige Vorteile von Technik gegenüber dem Menschen zu erwarten - vieles was wir Menschen heute (noch) tun, ist im Grunde genommen ziemlich stupide Routine - und DIE kann jedes Mustererkennungsprogramm locker und leicht deutlich kostengünstiger und besser umsetzen.

Nur - diese Variante der KI hat mit Intelligenz wenig zu tun - es geht dabei vor allem um Musterkennung und vereinbarten Regeln, wie auf bestimmte Muster reagiert werden soll.
ECHTE intelligente Systeme würden weit darüber hinaus gehen - aber solange wir in der Informatik noch keinen Schimmer davon haben, wie man Gefühle, Emotionen und ähnliches in IT abbildet, solange sind heutige KI-Maschinen eben nur Maschinen - und ob diese uns töten oder uns nützen, das liegt daran, wie wir sie zum Einsatz bringen. Das galt aber ähnlich auch schon für das Feuer oder auch das Messer.

Insofern nur wenig neues seit zig-tausenden von Jahren......
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MoOderSo
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon MoOderSo » Sa 12. Okt 2019, 02:43

Atue001 hat geschrieben:(12 Oct 2019, 01:02)aber solange wir in der Informatik noch keinen Schimmer davon haben, wie man Gefühle, Emotionen und ähnliches in IT abbildet, solange sind heutige KI-Maschinen eben nur Maschinen - und ob diese uns töten oder uns nützen, das liegt daran, wie wir sie zum Einsatz bringen.

Wenn man anfängt ihnen Gefühle zu geben, werden sie erst mal zu autistischen Waffen.
Wie damals bei Tay.
https://www.welt.de/kultur/article15368 ... haelt.html
Man sollte wohl besser nicht versuchen die Grütze in unseren Schädeln in Maschinen abzubilden.
Das endet wahrscheinlich nicht besser als bei uns.
Wir sind uns selbst nicht grün.
Moralisch völlig inkonsistent.
Was sollte da eine KI besser machen?
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon conscience » Sa 12. Okt 2019, 04:01

Die KI wird, wenn die Kohlenstoff-Einheiten nicht aufpassen, diese wegen Unvollkommenheit, Unzuverlässigkeit etc. pp. deaktivieren wollen...
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Okt 2019, 09:51

KI und "laufen lernen", das ist so weit hergeholt. Dass Roboter bisher eher schlecht liefen lag nicht unbedingt daran, dass die KI zu "dumm" wäre.

So sieht das heute aus:


oder



oder



Und in 5-10 Jahren sieht das schon wieder ganz anders aus.

Die KI und Robotic ist derzeit überhaupt nicht in der Lage, einen Menschenersatz zu bauen, vllt. wird es auch nie gelingen, so etwas wie Bewusstsein, Gefühle und Kreativität nachzubauen. Ich bin eh der Meinung, dass wir Menschen das nicht tun sollten, lassen wir KIs und Roboter die Fachidioten sein, die in ihrem Gebiet Spitze sind und uns die lästige Arbeit abnehmen.

Dass seit zig-tausenden von Jahren an KI gearbeitet würde wäre mir jetzt auch neu, das Forschungsgebiet ist doch eher jung und angesichts der Evolution, die zig Millionen Jahre gebraucht hat, um den Menschen zu erschaffen, ist die Forschung nachgerade extrem schnell, wenn man sieht, was schon erreicht wurde.

Mir persönlich würde es für den Anfang ja schon reichen, wenn es auf meinem Arbeitsweg ein paar "intelligente" Ampeln gäbe, die lernen, dass sie nicht "rot" zeigen, wenn auf der anderen Straße kein Auto steht oder fährt. Wenn dann noch Ampeln im Verbund kommunizieren würden, um im Berufsverkehr möglichst viel "grüne Welle" hinzubekommen, wäre das auch richtig toll. Aber ok, wahrscheinlich fehlt für so etwas in Deutschland das Geld.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Atue001 » So 13. Okt 2019, 00:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Oct 2019, 09:51)

KI und "laufen lernen", das ist so weit hergeholt. Dass Roboter bisher eher schlecht liefen lag nicht unbedingt daran, dass die KI zu "dumm" wäre.


Ja schon - nur unterscheidet sich das Laufenlernen einer KI dramatisch vom Laufenlernen einer echten Intelligenz. Letztere braucht regelmäßig um Faktoren weniger Lernzyklen! Punkt für die echte Intelligenz.
Nur - da die Lernzyklen bei einer KI ja nicht mehr jedesmal durchlaufen werden müssen, ist die "erlernte" Intelligenz mittels Copy & Paste natürlich leicht weitervererbbar. Punkt für die KI.

Entscheidend ist aber: Die KI hat nach einem Lernprozess gelernt, wie man unter gegebenen Voraussetzungen läuft - der Mensch hingegen hat das Konzept Fortbewegung verstanden. Das sind zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen.

KI ist noch immer erstaunlich dumm - zeigt aber gleichzeitig auf, mit wie wenig Intelligenz wir extrem viele Dinge unseres Alltags eigentlich bewältigen können.

All diese dummen Tätigkeiten wird KI in den nächsten Jahren zunehmend mehr unterstützen und sogar ersetzen.

ABER: Sag dem laufenden Roboter mal, dass er morgen deine Tochter vom Kindergarten abholen soll....und er kommt an seine Grenzen.
Und dabei hast du noch gar nicht versucht, mit ihm gemeinsam ein vergnügliches Gespräch über DSDS zu führen, oder ein gutes Abendessen zuzubereiten.......

Intelligenz ist weitaus mehr als das, was wir bisher über Mustererkennung erreichen! Es geht um ein ganzheitliches Verständnis zur Welt. Und davon sind KIs heute noch extrem weit weg.

Aber: Es geht bei KI auch schnell voran.....ich bin zwas skeptisch, aber ich will gar nicht ausschließen, dass wir auch so Themen wie Gefühle in absehbarer Zeit dann doch technisch umgesetzt bekommen......wenn wir als Menschen uns davon einen Vorteil versprechen.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Tom Bombadil » So 13. Okt 2019, 09:52

Und noch einmal: die KI und Robotic ist derzeit überhaupt nicht in der Lage, einen Menschenersatz zu bauen und das ist auch gut so. Wer mit so einer Erwartungshaltung an das Thema herangeht wird bitter enttäuscht werden. Zumal es auch gar nicht nötig ist, es gibt sowieso immer mehr Menschen auf der Welt, da braucht man nicht auch noch Robotermenschen.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Kamikaze » Mo 14. Okt 2019, 08:28

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Oct 2019, 09:51)
Mir persönlich würde es für den Anfang ja schon reichen, wenn es auf meinem Arbeitsweg ein paar "intelligente" Ampeln gäbe, die lernen, dass sie nicht "rot" zeigen, wenn auf der anderen Straße kein Auto steht oder fährt. Wenn dann noch Ampeln im Verbund kommunizieren würden, um im Berufsverkehr möglichst viel "grüne Welle" hinzubekommen, wäre das auch richtig toll. Aber ok, wahrscheinlich fehlt für so etwas in Deutschland das Geld.


Das wäre schon damit gewährleistet, wenn im Vorfeld "intelligent" entschieden würde. (Ein Kreisverkehr schafft das ganz ohne Strom und Elektronik...)
Zudem wurde im Bereich der Ampelschaltungen ja aktiv "intelligenz" (damals noch manuell eingestellte, "grüne Wellen") abgebaut, um den Verkehrsfluss zu behindern, und damit mehr PKW-Fahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu animieren. Hat leider nicht wirklich geklappt, aber man kann im jetzigen politischen und gesellschaftlichen Umfeld auch kaum erwarten, dass es in nächster Zeit Erleichterungen für Autofahrer oder den entsprechenden Verkehrsfluss ernsthaft erwogen, geschweige denn umgesetzt werden.
Viel mehr Hoffnung setze ich hier in die Entwicklung "intelligenter" Fahrzeuge, die selbstständig ihren Weg finden, Unfälle auf nahe Null reduzieren und verschiedene Dinge ohne menschliches Zutun erlauben (z.B. Fahrt zur Ladestation für E-Autos).
Bis dahin scheint jedoch noch einige Entwicklungsarbeit nötig - insbesondere bis diese Features in der Masse des Kleinwagen-/Billigpreissegmentes verfügbar sein werden.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Atue001 » Mo 14. Okt 2019, 23:40

Teeernte hat geschrieben:(14 Oct 2019, 09:33)

Teuere Kaffeemaschinen kosten mittlerweile 20.000 € - und die halten die Kondensmilch auch auf +- 0,01 Grad genau temperiert.
Da stellt der BEDIENER dann die Tasse drunter - und zack - blitzartig hat mann® Kaffee in der Tasse.

Welch grosser Fortschritt zu "Früher". :D :D :D


Vielleicht erklärt das ein wenig, warum der Kaffeekonsum in IT-Unternehmen auch und gerade bei der KI verdammt hoch ist..... :thumbup:
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Kamikaze » Mi 16. Okt 2019, 07:21

Warum geht eigentlich der Zubau von weiteren vollautomatisierten Bahnstrecken (zumindest augenscheinlich) nur so schleppend voran?
Es gibt ja schon etliche Linien in U- und S-Bahn-Netzen, die sich seit Jahren bewähren, keinen Lohn (nur Reparaturen) kosten und nicht streiken...
Man möchte meinen da sollten sich die Verkehrsnetzbetreiber stärker dafür interessieren, oder gibt es stichhaltige Gründe dagegen?
Wer viel kluges sagt ist klug,
wer zuhört ist weise.
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Re: KI Chance oder Risiko

Beitragvon Teeernte » Mi 16. Okt 2019, 16:14

Kamikaze hat geschrieben:(16 Oct 2019, 07:21)

Warum geht eigentlich der Zubau von weiteren vollautomatisierten Bahnstrecken (zumindest augenscheinlich) nur so schleppend voran?
Es gibt ja schon etliche Linien in U- und S-Bahn-Netzen, die sich seit Jahren bewähren, keinen Lohn (nur Reparaturen) kosten und nicht streiken...
Man möchte meinen da sollten sich die Verkehrsnetzbetreiber stärker dafür interessieren, oder gibt es stichhaltige Gründe dagegen?


Die PLANUNG dauert rund 10 Jahre.

Es wird jedoch sehr viel dazugebaut - NICHT ganz vollautomatisch - aber eben >>

DB Projekt IKI / TANV II / GSM-R / ESTW .... falls Du was zum Googeln benötigst.

Wenn DAS fertig ist -....kann man die Umstellung Schritt für Schritt durchführen. (Wenn dann dazu auch das rollende Material zur Verfügung steht)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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