Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Moderator: Moderatoren Forum 2

Domingo
Beiträge: 16
Registriert: So 7. Apr 2019, 00:02

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Domingo » Mi 17. Apr 2019, 18:53

Mit einem selbst erarbeiteten gefestigten Weltbild schwankt man nicht wie ne Fahne im Wind.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 15280
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mi 17. Apr 2019, 19:00

Domingo hat geschrieben:(17 Apr 2019, 16:16)

Schau mal hier:

https://www.fu-berlin.de/studium/studie ... igkeit.pdf

Wenn die sich alle misstrauisch beäugen würden, hätten sie keine Zeit mehr zu studieren

Wo liest du etwas von "misstrauisch beäugen"?
Ich schrieb von neutralem und/oder distanziertem Verhalten, was Unbekannten/Unbekantem gegenüber völlig normal ist.
Jedem einigermaßen normal denkenden und fühlenden Menschen sollte klar sein, dass es sich bei solchem Verhalten um eine Übergangsphase handelt, bis man den/das Fremde(n)/Unbekannte(n) kennen gelernt und dessen Absichten in Erfahrungs gebracht hat. Wie lange diese Übergangsphase dauert ist individuell und situationsbedingt unterschiedlich und zwar völlig unabhängig von der Staatsangehörigkeit des/der Betreffenden.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 15280
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mi 17. Apr 2019, 19:06

Woppadaq hat geschrieben:(17 Apr 2019, 17:13)

Gilt das nicht einfach mal für jeden Menschen?

Natürlich gilt das für jeden Menschen.
Ein Fremder ist JEDER unbekannte Mensch, den man (erst) kennen lernen und dessen Absichten man erst in Erfahrung bringen muss.
Woraus schließt su, dass das nur für bestimmte Menschen gilt/gelten sollte?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Trifels
Beiträge: 77
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 18:24

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Trifels » Mi 17. Apr 2019, 19:28

Dark Angel hat geschrieben:(17 Apr 2019, 18:46)

Es gibt KEIN "Zurückdrehen zu vorgeblich souveränen Nationalstaaten", weil diese existent SIND!
Bisher wurden nirgends Nationalstaaten aufgelöst und daran sich auch nichts, wenn die EU zunehmend Souveränitätsrechte beschneidet.
Bevor du hier wieder irgendwelche haltlosen Definitionen zu staatlicher Souveränität zusammenschwurbelst, informiere dich doch besser, was Souveränität a) im Staatrecht und b) im Völkerrecht bedeutet.
Mit dem, was du mal wieder zusammen fabulierst, hat staatliche Souveränität nämlich nix zu tun.
Im Staatrecht bedeutet Souveränität, dass Staaten frei und unabhängig über ihre Regierung, ihr Rechtssystem, die Gesellschaftsordnung innerhalb ihres Staatsgebietes bestimmen können sowie in der Fähigkeit zu staatlicher Selbstorganisation. (Souveränität nach innen).
Im Völkerrecht bedeutet Souveränität die grundsätzliche Unabhängigkeit von anderen Staaten, bedeutet die Gleichheit aller Staaten bei internationalen Beziehungen.
Souveräne Staaten können sich durch völkerrechtliche Verträge zusammenschließen - was bei der EU der Fall ist - und Hoheitrechte (Souveränitätrechte) an supranationale Organisationen abgeben, was allerdings NICHTS am Status als souveräner Staat ändert.
An der Souveränität der Staaten ändern auch gegenseitige Abhängigkeiten nichts!
Wer hier wieder mal alles zu einem ungenießbaren Obstsalat zusammenmurkst, bist du, weil du Kausalitäten herstellst, die es so nicht gibt.
Dass es einzelne Individuen sind, die aus persönlichen wirtschaftlichen Gründen eine neue/andere Wohn- und Arbeitsstätte suchen, hat mit internationalen Beziehungen per se gar nichts zu tun, es sind und bleiben persönliche wirtschaftliche Gründe!
Da gibt es KEINE Indepedenzen und da wird auch Souveränität NICHT instrumentalisiert!


+++

Kapieren die Schwafler nie.
Trifels
Beiträge: 77
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 18:24

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Trifels » Mi 17. Apr 2019, 19:29

Dark Angel hat geschrieben:(17 Apr 2019, 19:06)

Natürlich gilt das für jeden Menschen.
Ein Fremder ist JEDER unbekannte Mensch, den man (erst) kennen lernen und dessen Absichten man erst in Erfahrung bringen muss.
Woraus schließt su, dass das nur für bestimmte Menschen gilt/gelten sollte?


+++

Kapieren die nie. Die kapieren nicht den Menschen.
Domingo
Beiträge: 16
Registriert: So 7. Apr 2019, 00:02

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Domingo » Mi 17. Apr 2019, 19:45

Ein zugewandtes, freundliches Lächeln schafft mehr Symphatien als ein misstrauischer, distanzierter Blick. Was man gibt bekommt man zurück!
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 35710
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Apr 2019, 19:47

Mag ja sein, dass Fremde nicht von hier sind. Aber die Methoden von 1929 wirken auch etwas befremdlich.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
becksham
Beiträge: 4259
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 10:58
Benutzertitel: Hoolady Tintling

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon becksham » Mi 17. Apr 2019, 19:53

Vongole hat geschrieben:(17 Apr 2019, 17:37)

Ich gehe mal davon aus, dass sie das ist und nicht bereit, so etwas hinzunehmen, auch wenn sich Widerstand nicht immer in Demos und groß angelegten Protestaktionen äußert - oder äußern muss.

Vielleicht wäre so ein Naziaufmarsch in Chemnitz gar nicht möglich gewesen, wenn die ominöse Mitte früher mal deutlich den Mund aufgemacht hätte.
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 3546
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Vongole » Mi 17. Apr 2019, 20:06

becksham hat geschrieben:(17 Apr 2019, 19:53)

Vielleicht wäre so ein Naziaufmarsch in Chemnitz gar nicht möglich gewesen, wenn die ominöse Mitte früher mal deutlich den Mund aufgemacht hätte.


Hat sie doch! Es gab z.B. Demos und Veranstaltungen gegen Pegida und auch gegen die AfD.
Was allerdings wirklich gefehlt hat, war die vereinte klare Positionierung aller demokratischen Parteien gegen die Ansichten und Ziele der AfD und der sie
unterstützenden, bzw. der von ihr geschaffenen rechtsextremen Gruppen.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 35710
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Apr 2019, 20:13

Vongole hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:06)

Hat sie doch! Es gab z.B. Demos und Veranstaltungen gegen Pegida und auch gegen die AfD.
Was allerdings wirklich gefehlt hat, war die vereinte klare Positionierung aller demokratischen Parteien gegen die Ansichten und Ziele der AfD und der sie
unterstützenden, bzw. der von ihr geschaffenen rechtsextremen Gruppen.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin und der sächsische Ministerpräsident übten sich durchaus im Schulterschluß, über Parteigrenzen hinweg.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Vongole
Beiträge: 3546
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Vongole » Mi 17. Apr 2019, 20:16

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:13)

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin und der sächsische Ministerpräsident übten sich durchaus im Schulterschluß, über Parteigrenzen hinweg.


Ja, nachher.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 35710
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Apr 2019, 20:24

Vongole hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:16)

Ja, nachher.

Mittlerweile hat man auch ein System zur Früherkennung entwickelt, nennt sich "3R".

Es ist die Lehre aus den Naziaufmärschen in Köthen und Chemnitz im Spätsommer 2018: Rechtsextreme mobilisieren via Internet in Windeseile zu Großdemonstrationen. „Smart Mobs“ nennen Sicherheitsbehörden die neue, flexible und schnelle Form der Mobilisierung.
https://www.focus.de/regional/magdeburg ... 41312.html
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 9540
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Selina » Mi 17. Apr 2019, 20:54

Uffhausen hat geschrieben:(17 Apr 2019, 18:40)

DOCH Selina - das MUSS sogar getrennt werden (es sei denn, es stellt sich dabei heraus, dass es nichts zu trennen gibt)!

Du als Linke willst ja auch nicht in eine entsprechend passende Schublade gesteckt werden - und rücksichtslos unterstellt bekommen, dass du die DDR, die Stasi und die Mauer wieder haben willst, nur weil du Linke wählst - ist doch auch so, oder? Und WARUM ist das so - weil das heutige Links nicht mit dem damaligen Links in Einklang gebracht werden kann/soll. Warum das aber nicht auch so bei Rechts gehandhabt werden kann/soll, dass kannst du mir nicht und wahrscheinlich auch sonst niemandem GLAUBHAFT erklären. Sondern nur ebendenen, die in der gleichen Schublade stecken wie du - die da in etwa lautet: "Rechts ist immer Nazi, aber Links ist nicht gleich Stasi"

Wie gesagt, hinterher kann man immer noch eines Besseren belehrt werden und sich korrigieren. Aber das muss man WOLLEN, dafür muss man sich ÖFFNEN. Und du willst dich nicht öffnen, auch wenn du krampfhaft behauptest, sogar zu offen zusein!


Verantwortung JA - daran gibt es letztlich nichts zu rütteln. Da habe ich aber auch schon mal hier so ausgesagt.

Aber auch Wähler anderer Parteien wählen nicht zwingend das Gesamtparket - viele CDU-Wähler dürften ihr Kreuzchen bei dieser Partei gemacht haben, obwohl sie die Merkel als Bundeskanzlerin ablehnen. Andere wählen vielleicht die Linke, nur weil die Wagenknecht optisch attraktiver ist, als die Merkel. Weiß man's denn genau, wieso, weshalb, warum? Ja, es gibt entsprechende Statistiken, aber die spiegeln lediglich einen Eindruck wider, nicht die Wahrheit.

Nach der Fukushima-Katastrophe erlebten die Grünen längere Zeit ein Stimmungshoch, welches sich auch in den Wahlen bemerkbar machte - warum, weil plötzlich so viele Menschen Angst vor ähnlichen GAUs auch bei uns hatten und nicht, weil diese Menschen parteiideologisch von Grün überzeugt waren. Das hat sich bei den Grünen aber alles wieder gelegt - derzeit steigen ihre Werte wieder an, aller Wahrscheinlichkeit nach wegen der allgemeinen Klimawandel-Sorge und immer noch nicht aufgrund parteiideologischer Überzeugung. Und es kommt doch auch keiner und steckt die Grünen und ihre Wähler in die Öko- oder Müslifresser-Schublade, oder was man sonst den Grünen noch klischeehaft unterstellt. Da würdest du als Linke doch auch sofort einschreiten und sagen: "Leute, SO nicht! Jeder kann denken, finden und auch wählen, was und wie er es für richtig hält!".


Naja, Linke wollen nun mal keinen neuen Faschismus. Sie (also die, die ich kenne und von denen ich weiß, was sie denken) wollen auch keinen Sozialismus mehr nach DDR-Verschnitt. Sie sind weder fremdenfeindlich noch rassistisch. Mit der Vergangenheit der Partei haben sie sich intensiv auseinandergesetzt. Und das, was an Unrecht im Sozialismus geschehen ist, wird von ihnen entschieden verurteilt. Wenn das nicht der Fall wäre, hätten sich Westlinke 2007 niemals mit Ostlinken zur Partei Die Linke vereinigt. Bei den allermeisten Neurechten dagegen sieht man so eine Distanzierung vom Nationalsozialismus nicht, im Gegenteil, man verwendet eifrig Dritte-Reich-Phraseologie und benimmt sich fremdenfeindlich und rassistisch. Beispiele dafür gibt es hunderte überall, auch hier im Forum. Es gibt auch Äußerungen, wonach man die "Machtübernahme" vorbereitet. Dreimal darfst du raten, was danach geplant ist, wie dann mit Andersdenkenden und Anderslebenden umgegangen werden soll. Leute, die die AfD wegen ihrer Rechtsradikalität und ihrer Demokratiefeindlichkeit enttäuscht verlassen, gibt es auch. Kann man nachlesen, wie die ihren Schritt begründen. Aber davon mal abgesehen: Du kannst die doch gerne wählen. Nur zu. Wär vielleicht ganz gut, damit deine innere Quälerei und Rätselei mal aufhört. Versuch macht klug, sagte der Teufel, und setzte sich in die heiße Bratpfanne :D
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Woppadaq
Beiträge: 2815
Registriert: So 8. Apr 2012, 11:29

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Woppadaq » Mi 17. Apr 2019, 21:04

Dark Angel hat geschrieben:(17 Apr 2019, 19:06)

Natürlich gilt das für jeden Menschen.
Ein Fremder ist JEDER unbekannte Mensch, den man (erst) kennen lernen und dessen Absichten man erst in Erfahrung bringen muss.
Woraus schließt su, dass das nur für bestimmte Menschen gilt/gelten sollte?


Vielleicht aus dem Zusammenhang mit dem, was du davor so von dir gegeben hast, wie Z.B. " alle Flüchtlinge und Migranten haben Schwierigkeiten, unsere Werte zu akzeptieren und zu respektieren", was so pauschalisiert ist wie zu behaupten, Ossis seien nun mal grundsätzlich Nazis.....und ich als geborener Ossi, der jedoch weitaus öfter Opfer von solchen Nazis wurde, aber nie so richtig Opfer von Ausländern, hätte nun eigentlich allen Grund, das zu behaupten. Die Wahrheit ist aber, dass man genauso gut Opfer von Leuten werden kann, die man schon recht lange kennt (oder, meinetwegen, glaubt zu kennen), und die überwiegende Mehrheit der Menschheit sehr wohl die gleichen Werte teilt, ohne dasselbe Sozialisierungsprogramm durchlaufen zu haben.
Uffhausen
Beiträge: 564
Registriert: Mi 14. Dez 2016, 22:33

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Uffhausen » Mi 17. Apr 2019, 21:30

Selina hat geschrieben:(17 Apr 2019, 20:54)
Naja, Linke wollen nun mal keinen neuen Faschismus. Sie (also die, die ich kenne und von denen ich weiß, was sie denken) wollen auch keinen Sozialismus mehr nach DDR-Verschnitt. Sie sind weder fremdenfeindlich noch rassistisch. Mit der Vergangenheit der Partei haben sie sich intensiv auseinandergesetzt. Und das, was an Unrecht im Sozialismus geschehen ist, wird von ihnen entschieden verurteilt. Wenn das nicht der Fall wäre, hätten sich Westlinke 2007 niemals mit Ostlinken zur Partei Die Linke vereinigt.

Du, ich kenne auch die und den und ich weiß, die denken dies und das, weil darum und deshalb und somit ist etwas auch gefälligst so, beschlossene Sache, ungeschriebenes Gesetz, Schluss, Aus, Ende und Basta. :rolleyes:

Bei den allermeisten Neurechten dagegen sieht man so eine Distanzierung vom Nationalsozialismus nicht, im Gegenteil,...

Und du kannst die allermeisten Neurechten dementsprechend be- und verurteilen, weil du dich mit den allermeisten Neurechten freilich diesbezüglich intensivst unterhalten hast, gell? :D :D :D

Du in einer konstruktiven Diskussion auf Augenhöhe mit einem Neurechten und (beiderseits) gänzlich ohne Schubladen-Denken? Wer soll dir denn bitte die Story abkaufen? :x
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
Woppadaq
Beiträge: 2815
Registriert: So 8. Apr 2012, 11:29

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Woppadaq » Mi 17. Apr 2019, 22:09

Uffhausen hat geschrieben:(17 Apr 2019, 21:30)

Und du kannst die allermeisten Neurechten dementsprechend be- und verurteilen, weil du dich mit den allermeisten Neurechten freilich diesbezüglich intensivst unterhalten hast, gell? :D :D :D


Selbst wenn sie es nicht getan hat, muss ihre Behauptung nicht falsch sein. Und was deine immer wieder behaupteten "Provokationen" angeht: wer deftig austeilt, muss auch das deftige Echo vertragen.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 15280
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mi 17. Apr 2019, 22:16

Woppadaq hat geschrieben:(17 Apr 2019, 21:04)

Vielleicht aus dem Zusammenhang mit dem, was du davor so von dir gegeben hast, wie Z.B. " alle Flüchtlinge und Migranten haben Schwierigkeiten, unsere Werte zu akzeptieren und zu respektieren", was so pauschalisiert ist wie zu behaupten, Ossis seien nun mal grundsätzlich Nazis.....und ich als geborener Ossi, der jedoch weitaus öfter Opfer von solchen Nazis wurde, aber nie so richtig Opfer von Ausländern, hätte nun eigentlich allen Grund, das zu behaupten. Die Wahrheit ist aber, dass man genauso gut Opfer von Leuten werden kann, die man schon recht lange kennt (oder, meinetwegen, glaubt zu kennen), und die überwiegende Mehrheit der Menschheit sehr wohl die gleichen Werte teilt, ohne dasselbe Sozialisierungsprogramm durchlaufen zu haben.


Ich habe geschrieben:
"Nicht nur alle Flüchtlinge und Migranten haben Schwierigkeiten, unsere Werte zu akzeptieren und zu respektieren, sondern ausnahmslos JEDER Mensch hat diese Schwierigkeiten, wenn er mit den Werten einer anderen, fremden Kultur konfrontiert wird, insbesondere dann, wenn er die Absicht hat, dauerhaft in dieser Kultur zu leben."

Da steht eindeutig "Nicht nur ..., sondern ausnahmslos jeder ..." und JEDER Mensch, meint jeden Menschen, der mit einer anderen/fremden Kultur konfrontiert wird, als die, in der er sozialisiert wurde, heißt jeder Mensch muss sich "zurecht finden", muss sich anpassen und dieses anpassen bereitet Schwierigkeiten. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger, aber in jedem Fall sind es Schwierigkeiten.
Und die Schwierigkeiten sind um so größer, je unterschiedlicher die Kulturen sind.
Das hat nichts mit "Opfer sein" zu tun, das ist nicht abwertend, sondern ist völlig normal!
Und nein, die überwiegende Mehrheit der Menschen teilt NICHT, die gleichen Werte.
Das ist u.a. daran erkennbar, dass sehr viele Staaten die AEMR - die unsere grundlegenden Werte beinhaltet - NICHT anerkennen, das ist daran erkennbar, dass nicht nur die 57 Staaten der OIC die AEMR NICHT anerkennen, sondern ihre eigene Menschrechtserklärung erarbeitet haben, die für alle Muslime gilt. In dieser Kairoer Menschenrechtserklärung (KEMR) stehen die Menschenrechte unter Vorbehalt der Scharia, heißt die Scharia hat Vorrang vor den Menschenrechten.
Die KEMR kennt keine Gleichberechtigung von Mann und Frau UND sie unterscheidet zudem zwischen gläubigen Muslimen und Ungläubigen. Ungläubige und Frauen haben weniger Rechte.
Nur so viel zu deiner Behauptung!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 15280
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Dark Angel » Mi 17. Apr 2019, 22:23

Domingo hat geschrieben:(17 Apr 2019, 19:45)

Ein zugewandtes, freundliches Lächeln schafft mehr Symphatien als ein misstrauischer, distanzierter Blick. Was man gibt bekommt man zurück!

Ich frage noch einmal: Wo liest du etwas von misstrauisch?
Weise mir bitte nach, wo ich etwas von misstrauisch geschrieben habe!

Es geht immer noch darum, dass niemand die die Absichten eines Fremden/Unbekannten kennt und auch nicht kennen kann.
Es geht nicht um Sympathie, sondern darum, sich von dem Fremden "ein Bild zu machen", seine Absichten in Erfahrung zu bringen.
Es geht um Risikominimierung!
Da hilft auch ein noch so freundliches zugewandtes Lächeln nicht, weil der Fremde "dir" mit dem gleichen freundlichen zugewandten Lächeln ein Messer in den Bauch rammen kann. Gilt übrigens im Umkehrfall genauso!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 35710
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Apr 2019, 22:43

Dieser Pegida-Bachmann hatte bestimmt Schwierigkeiten mit unserer Kultur, so oft wie der straffällig wurde. Nech.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Woppadaq
Beiträge: 2815
Registriert: So 8. Apr 2012, 11:29

Re: Die bürgerliche Mitte - Wie verhält sie sich zum Rechtsruck?

Beitragvon Woppadaq » Mi 17. Apr 2019, 23:07

Europa2050 hat geschrieben:(17 Apr 2019, 09:32)

Da muss ich aber schon einhaken. Letztlich liegt aber der Fehler m.E. schon in dem Rechts-Mitte-Links-Schema und der daraus folgenden Zuordnung des Konservativismus und des Liberalismus zur „Mitte“, obwohl diese im Bereich Menschenbild doch massive Unterschiede aufweisen.

Zu deinem ersten Abschnitt:
Der Konservativismus sieht als Basis erstmal den Iststand, inklusive seiner vorhandenen Hierarchien und Ordnungen. Er will diesen optimieren, ist sonst Änderungen gegenüber eher defensiv. Rechtliche Ungleichheiten werden, wenn sie vermeintlich dem Systemerhalt dienen, durchaus akzeptiert (vgl. Konservative Position zu Homoehe).


Damit gibts du mir im Grunde recht. Ich seh ja die Konservativen als Bremser, wo bei man das ohne Wertung sehen sollte, den Änderungseifer zu bremsen kann ja bisweilen durchaus sinnvoll sein. Wenn es den Leuten gut geht, wollen sie nach Möglichkeit gar nicht so viele Änderungen, was einer der Gründe ist, warum konservative Parteien überhaupt gewählt werden.

Der Liberalismus sieht das Ziel nicht in einem Erhalten der Hierarchien, sondern in einem ständigen Wandel zugunsten derer, die - unter identischen rechtlichen Bedingungen - das Beste aus sich machen. Fortschritt, der dies ermöglicht, wird begrüßt.
Das ist - ohne Wertung - in dem Rechts-Mitte-Links-Schema schwer unterzubringen, insofern liegst Du m.E. nicht falsch, aber auch nicht richtig.


Ich hab so ein bisschen meine Probleme mit dem Begriff "Liberalismus", zum einen weil er mir zu oft zu schwammig genutzt wird, zum anderen weil er ein klassisches Beispiel ist für "gestern progressiv, heute konservativ", aber auch weil er eben eher zum rechten Lösungsansatz des Egoismus tendiert, auch wenn er dabei den gesamtgesellschaftlichen Konsens wahrt, wonach das Erreichte allen in der Gesellschaft zugute kommen soll.

Du hast allerdings recht, dass das Rechts-Mitte-Links-Schema nur ungenügend das Spektrum der Parteien abbilden kann. Es wird so getan, als gäbe es nur eine Richtung, als würde keine Partei je auf den Gedanken kommen, den Rückwärtsgang einzulegen (im Sinne von Retroaktivität, also Wiederbelebung alter Lösungsansätze). Ich seh die Liberalen auch eher als Progressive, wenn es allerdings stimmt, was du sagst, dass die Liberalen einen ständigen Wandel bevorzugen, ist die Frage, warum sie zum eigenen Wandel, hin zu einer Fortschrittsimpulse setzenden Partei, seit Jahren nicht hinbekommen, warum viele Themen, die von den Grünen bedient werden (und mit denen die Grünen auch in Verbindung gebracht werden, wozu auch die Homo-Ehe gehört), nicht schon früher und teilweise bis heute nicht von den Liberalen bedient werden.

Zwischen Konservativismus und Sozialismus sowie auf der anderen Seite Faschismus und Liberalismus sehe ich (in den Jeweiligen Reinformen) die größte Inkompatibilität.


Für mich sind das alles Kampfbegriffe, die wenig konkretes aussagen, aber oft herumplattitüdisiert werden. In Wirklichkeit kann jedes mit jedem kombiniert werden, siehe Nordkorea (extrem konservativer Sozialismus), siehe Pinochet-Diktatur (liberaler Faschismus).....

Zu deinem zweiten Absatz:
Hier einigt Konservativismus und Liberalismus - also die Mitte - die Bejahung des Individualismus. Der Mensch als autonome, selbstverantwortliche Einheit steht im Vordergrund.
Linke und auch faschistische Ideologen - in Reinform - setzen dagegen auf das Kollektiv, da muss ich deiner Aussage wiedersprechen.
Wobei man dem linken Kollektiv durch (ggf. erzwungene) Übereinstimmung beitritt, während man in das rechte Kollektiv hineingeboren wird oder nicht.


Wenn ich deinem Ansatz folge, dann sind die Grünen auch Liberale. Ebenso die AfD.
Gleichzeitig wären Monarchisten und Rock-n-Roller auch Kollektivisten, weil sie auf das Kollektiv setzen, in welchen Zusammenhang auch immer.

Die Wahrheit ist, dass Individualismus ein sehr biegsamer Begriff ist, der höchstens dem Konformismus entgegen sitzt, aber theoretisch so auch von Kollektivisten benutzt werden kann. Kollektivisten können, müssen aber nicht zwingend konformistisch sein, selbiges gilt auch für den Konservativismus wie für rechte Gruppierungen.

Die Wahrheit ist auch, dass der Hinweis auf kollektivistische Merkmale im Auftreten der Nationalsozialisten (ein Zeichen der damaligen Zeit) gerne als fadenscheiniger Grund genommen wird, das eigene Rechtssein zu relativieren, frei nach dem Motto "wir sind nicht so schlimm wie die Nazis, denn wir lehnen wenigstens den Kollektivismus ab". Dabei gibt es in der Ideologie der Nazis praktisch keinerlei kollektivistische Lösungsansätze. Nazi-Ideologie ist politischer Egoismus in Reinstform, daran ändern auch Massen-Fackelzüge, Ferienlager und Volksfront-Aufrufe nichts.

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast