Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

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Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Skeptiker » Di 5. Mär 2019, 23:46

Mir ist dieser Artikel im Focus aufgefallen:
Politisch korrekter Fasching: Hamburger Kita verbietet Indianer-Kostüme
Auch in der Narrenzeit ist nicht alles erlaubt. Zum Karneval ist im Rheinland längst eine Debatte über politisch korrekte Kostüme entbrannt – und die schwappt jetzt auch nach Hamburg. In einer Elbkinder-Kita sind zum Fasching unter anderem Indianer-Kostüme verboten worden.

https://www.focus.de/familie/hamburg-po ... 08378.html

Früher hat man "Negerkuss" gesagt, heute stören sich manche Menschen daran. Müssen wir uns nun an den Gedanken gewöhnen furchtbare Rassisten gewesen zu sein, weil wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben?

„Wir achten im Kitaalltag sehr auf eine kultursensible, diskriminierungsfreie und vorurteilsbewusste Erziehung“, heißt es in dem Schreiben. Das Faschingsfest solle dabei keine Ausnahme sein. Zur ausführlichen Begründung verweist die Kita auf einen Fachartikel von „Kids aktuell“.
Demnach habe es Indianer als solche nie gegeben. „Der Begriff wurde im Zuge der Kolonialisierung Nord- und Südamerikas der damaligen Bevölkerung aufgezwungen und steht somit in Zusammenhang mit der brutalen Vernichtung großer Teile dieser Personengruppe“, heißt es im Beitrag.
Damals wie heute würde „die so benannten Gruppen und Stämme eine Vielzahl unterschiedlicher Bräuche, Sprachen, Trachten und alltäglicher Handlungen“ kennzeichnen. „Sie mit einem Überbegriff zu benennen, ergibt so viel Sinn, wie sich als ,Europäer‘ zu verkleiden und ein Kostüm mit Dirndl, Holzschuhen und Baskenmütze auszudenken“, steht in dem Artikel, der vom Familienministerium herausgegeben wurde. Federschmuck und Gesichtsbemalung sei schlicht „respektlos“.

Das ist natürlich starker Tobak! Wer will sich schon an der Vernichtung einer Menschengruppe in irgendeiner Form nachträglich mit versündigen. Das Familienministerium weist jedenfalls darauf hin, dann sollten wir es uns wohl zu Herzen nehmen.

Mädchen als Piratinnen, Jungs als Mehrjungmänner – das ist super
Auch dass sich Mädchen als Prinzessin und Jungs als Piraten verkleiden wird kritisiert. Mädchen als Piratinnen und Jungs als Mehrjungmänner finden die Autoren dagegen super – weil nicht „geschlechtsstereotyp“. Generell empfehlen sie Fabelwesen, Tiere etc. als „diskriminierungssensible Alternative“.
Nach MOPO-Informationen verzichtet aus gleichen Gründen eine andere Kita in Hamburg seit vergangenem Jahr komplett auf Kostüme. Stattdessen sollen die Kinder weiße T-Shirts mitbringen, die dann in der Kita bemalt werden. Nicht allen Eltern gefällt das – genauso wie in der Eulenstraße. Was sagt der Träger dort zur Faschings-Vorgabe?


Ist das die Selbstoptimierung einer Gesellschaft und ihrer Werte, oder ist das moralinsaures ideologisches Gequatsche im Auftrag des Staates? Gibt es im Ausland ähnlich gelagerte Fälle, oder haben wir es mit einer moralischen Hysterie im deutschen Elfenbeinturm zu tun?
Zuletzt geändert von Skeptiker am Di 5. Mär 2019, 23:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich konstümieren?

Beitragvon Benutzername » Di 5. Mär 2019, 23:48

Es heisst Meerjungmänner und nicht Mehrjungmänner.

Zu dieser Thematik fallen mir nur zwei Worte ein. Linksradikaler Schwachsinn.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Keoma » Mi 6. Mär 2019, 07:22

Wieder so ein Scheiss, der von jenseits des Atlantiks kommt.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon JJazzGold » Mi 6. Mär 2019, 07:39

Skeptiker hat geschrieben:(05 Mar 2019, 23:46)

Mir ist dieser Artikel im Focus aufgefallen:

https://www.focus.de/familie/hamburg-po ... 08378.html

Früher hat man "Negerkuss" gesagt, heute stören sich manche Menschen daran. Müssen wir uns nun an den Gedanken gewöhnen furchtbare Rassisten gewesen zu sein, weil wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben?


Das ist natürlich starker Tobak! Wer will sich schon an der Vernichtung einer Menschengruppe in irgendeiner Form nachträglich mit versündigen. Das Familienministerium weist jedenfalls darauf hin, dann sollten wir es uns wohl zu Herzen nehmen.



Ist das die Selbstoptimierung einer Gesellschaft und ihrer Werte, oder ist das moralinsaures ideologisches Gequatsche im Auftrag des Staates? Gibt es im Ausland ähnlich gelagerte Fälle, oder haben wir es mit einer moralischen Hysterie im deutschen Elfenbeinturm zu tun?


Mit letzterem, es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann Karl Mays Winnetou Bücher erst verboten und dann verbrannt werden.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 6. Mär 2019, 09:19

Wenn man schon liest, wie sich über die flachen Toiletten-Witze von AKK aufgeregt wird, dann weiß man doch schon alles. Dafür werden aber die "künstlerischen" Düsseldorfer Rosenmontagswagen bejubelt...
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Mär 2019, 09:20

Und wenn man sich als Sioux versucht, müsste das doch gehen?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Milady de Winter » Mi 6. Mär 2019, 09:26

Ich erinnere mich an unseren Kinderfasching. Der war immer am Faschingsdienstag nachmittags in der lokalen Mehrzweckhalle. Da gab es zu einem Zeitpunkt x immer das Cowboy-gegen-Indianer-Schießen, weil das damals die am häufigsten vertretenen Kostüme aus einer bestimmten Gruppe waren. Die Cowboys mussten auf eine Seite, die Indianer auf die andere. Und bei 3 mussten alle aus ihren Pistolen aufeinander feuern, was das Zeug hielt. Heute betrachte ich das als absoluten Skandal. Ich war Prinzessin, Robin Hood, Zorro, Mexikaner, Clown und was nicht alles und durfte da nie mitmachen, obwohl ich auch eine Pistole besaß. Eine ganz klare Benachteiligung von Minderheiten.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Keoma » Mi 6. Mär 2019, 09:34

Milady de Winter hat geschrieben:(06 Mar 2019, 09:26)

Ich erinnere mich an unseren Kinderfasching. Der war immer am Faschingsdienstag nachmittags in der lokalen Mehrzweckhalle. Da gab es zu einem Zeitpunkt x immer das Cowboy-gegen-Indianer-Schießen, weil das damals die am häufigsten vertretenen Kostüme aus einer bestimmten Gruppe waren. Die Cowboys mussten auf eine Seite, die Indianer auf die andere. Und bei 3 mussten alle aus ihren Pistolen aufeinander feuern, was das Zeug hielt. Heute betrachte ich das als absoluten Skandal. Ich war Prinzessin, Robin Hood, Zorro, Mexikaner, Clown und was nicht alles und durfte da nie mitmachen, obwohl ich auch eine Pistole besaß. Eine ganz klare Benachteiligung von Minderheiten.


Pistole kannst du heute schon vergessen.
https://www.sn.at/salzburg/politik/kind ... e-66694414
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 6. Mär 2019, 09:37

Nüchtern betrachtet ist doch der eine Auswuchs nur die andere Seite des anderen Auswuchses. In der kommerziellen Warenwelt vor allem auch für Kinder sind Geschlechterklischees heute so verbreitet wie - meiner Erinnerung nach - niemals in der jüngeren Geschichte. Nichtmal in der Zeit als es noch "Haushaltstage" und "Frauentage" gab. :p

Aber auch in der Erwchsenenwelt. Neulich las ich auf einem Werbekärtchen für irgendwelches Biogeflügel nach einem Tip fürs nächste Sonntagsgericht: "Ihr Ehemann wird staunen!" Klasse!
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Dark Angel » Mi 6. Mär 2019, 10:08

Skeptiker hat geschrieben:(05 Mar 2019, 23:46)

Mir ist dieser Artikel im Focus aufgefallen:

https://www.focus.de/familie/hamburg-po ... 08378.html

Früher hat man "Negerkuss" gesagt, heute stören sich manche Menschen daran. Müssen wir uns nun an den Gedanken gewöhnen furchtbare Rassisten gewesen zu sein, weil wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben?


Das ist natürlich starker Tobak! Wer will sich schon an der Vernichtung einer Menschengruppe in irgendeiner Form nachträglich mit versündigen. Das Familienministerium weist jedenfalls darauf hin, dann sollten wir es uns wohl zu Herzen nehmen.

Das Familienministerium sollte sich mal etwas besser informieren:
1. wurden die amerikanischen Ureinwohner - wenn schon dann sollte der korrekte Ausdruck verwendet werden und nicht von "Menschengruppe" zusprechen. Auch wenn es die politisch Superkorrekten nicht akzeptieren wollen, es gab und gibt in "der neuen Welt" verschiedene Ethnien unter den Ureinwohnern, die sich als genau diese sehen und gegen andere Ethnien abgrenzen, um ihre Traditionen zu bewahren. Cheyenne, Dakote, Seminolen etc empfinden es als diskriminierend, als indifferente, beliebig zusammen gewürfelte "Menschengruppe" bezeichnet zu werden.

2 gibt es in den USA immer noch (wenn auch etwas in Vergessenheit geraten) eine Organisation, die sich American Indian Movement nennt.


Skeptiker hat geschrieben:(05 Mar 2019, 23:46)Ist das die Selbstoptimierung einer Gesellschaft und ihrer Werte, oder ist das moralinsaures ideologisches Gequatsche im Auftrag des Staates? Gibt es im Ausland ähnlich gelagerte Fälle, oder haben wir es mit einer moralischen Hysterie im deutschen Elfenbeinturm zu tun?

Mit Selbstoptimierung einer Gesellschaft hat das nichts zu tun, viel eher zeigt sich in einer offenen Gesellschaft (Karl Popper), wer wirklich ihre Feinde sind - diejenigen, die für alles und jedes Toleranz einfordern, aber selbst in höchstem Maße intolerant sind, die bevormunden, verbieten regulieren wollen.
Bei solchen Aktionen geht es schon lange nicht mehr um die Werte einer offenen, augeklärten Gesellschaft, auch nicht um den Schutz von Minderheiten oder die Sensibilisierung für Minderheiten, sondern nur noch um die Durchsetzung einer Ideologie.
Es geht nicht darum, ob Minderheiten durch Kostümierung beim Fasching/Karneval tatsächlich diskriminiert werden, sondern darum, ob sich Minderheiten - im Verständnis der Hypermoralisten - diskriminiert fühlen könnten.

Das Tragische dabei ist, dass diejenigen, die sich als Bewahrer von Demokratie und offener Gesellschaft aufspielen, ihre eigentlichen Totengräber sind.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Ein Terraner » Mi 6. Mär 2019, 10:27

"Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?"

Als Bischof oder Papst.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 6. Mär 2019, 11:01

Ein Terraner hat geschrieben:(06 Mar 2019, 10:27)

"Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?"

Als Bischof oder Papst.


Hier ist was ich in der Weinstube schrieb

Aber darum geht es nicht. Es geht um political correctness gone totally mad!

Vielleicht ist Karneval, Fasching, Fastnacht die letzte Bastion gegen diese uebertriebene political correctness wo man Witze oeffentlich erzaehlen kann, die man sonst nur unter vorgehaltener Hand erzaehlen darf. Die Leute scheinen es zu moegen, sie lachen und klatschen und sie tun nicht buhen. Vielleicht ist Karneval, Fastnacht, Fasching die letzte Bastion wo Kinder und Eewachsene sich fuer ein paar Stunden mit ihren "Idolen" Winetou, Wyatt Earp, Laurence of Arabia, Alladin usw identifizieren koennen ohne das diese humorlose fun police der politisch Korrekten aufheult!

Irgendwann muss mal ein Aufstand gegen diese politisch korrekten Idioten kommen


Ein Kind kostuemiert sich als native American weil es ihn bewundert. Der Winetou ist ein Held und nicht weil es seine Ethnicity veralbert. Ist das diesen Idioten nicht bewusst?

Deshalb meine Bemerkung ueber Fasching Fastancht, Karneval als letzte Bastion gegen die politisch korrekte Fun Police
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 6. Mär 2019, 11:07

Manche sind auf dem Weg von PC zu Fanatismus. Das ist schon pathologisch.
Im Grunde sind diese Extremisten auf der Suche nach Feindbildern und das macht auch vor Kindern und ihren Eltern nicht halt.
Ich war als Kind sowohl Indianer als auch eine sehr hübsche :cool: Squaw mit langen, schwarzen Zöpfen. Nicht eine Sekunde habe ich negatives oder diskriminierendes über die Ureinwohner Nordamerikas gedacht, ich fand die damals cool, sonst hätte ich mich nicht als solche verkleiden wollen.
Meine ältere Tochter ging mal als Prinzessin, der königliche Palast hat aber aus London keine Beschwerde geschickt, sie hätte ihre Kompetenzen überschritten.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Odin1506 » Mi 6. Mär 2019, 11:19

Milady de Winter hat geschrieben:(06 Mar 2019, 09:26)

Ich erinnere mich an unseren Kinderfasching. Der war immer am Faschingsdienstag nachmittags in der lokalen Mehrzweckhalle. Da gab es zu einem Zeitpunkt x immer das Cowboy-gegen-Indianer-Schießen, weil das damals die am häufigsten vertretenen Kostüme aus einer bestimmten Gruppe waren. Die Cowboys mussten auf eine Seite, die Indianer auf die andere. Und bei 3 mussten alle aus ihren Pistolen aufeinander feuern, was das Zeug hielt. Heute betrachte ich das als absoluten Skandal. Ich war Prinzessin, Robin Hood, Zorro, Mexikaner, Clown und was nicht alles und durfte da nie mitmachen, obwohl ich auch eine Pistole besaß. Eine ganz klare Benachteiligung von Minderheiten.


Ich stelle es mir gerade bildlich vor, eine Prinzessin mit Revolver und ballert auf Cowboys und Indianer :D
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 6. Mär 2019, 11:32

Ich würde halt als Apache gehen, wenn man als Indianer nicht gehen darf.

Problem gelöst.

Oder wenn die Kultur als zu minderwertig angesehen wird, dass man sie nicht tragen darf, dann eben als Wikinger ;)
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon MoOderSo » Mi 6. Mär 2019, 11:50

Wenn sie unbedingt Piraten sehen wollen.
Dann gebt ihnen doch welche.
:)
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Inspyration » Mi 6. Mär 2019, 11:59

In einem Land, in dem kleine Mädchen , die einfach gut erzogen sind, einen Rock tragen und dann noch Zöpfe, fast als Nazikinder durchgehen, wundert mich auch das nicht mehr. Die BRD hat sich in einen fragwürdigen Sumpf übler Ideologien verwandelt, mit den Grünen als Taktgebern.
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 6. Mär 2019, 12:01

Inspyration hat geschrieben:(06 Mar 2019, 11:59)

In einem Land, in dem kleine Mädchen , die einfach gut erzogen sind, einen Rock tragen und dann noch Zöpfe, fast als Nazikinder durchgehen, wundert mich auch das nicht mehr. Die BRD hat sich in einen fragwürdigen Sumpf übler Ideologien verwandelt, mit den Grünen als Taktgebern.


Greta trägt aber auch BDM-Zöpfe, ich dachte, diese Frisur sei nun rehabilitiert? :?:
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Alexyessin » Mi 6. Mär 2019, 12:02

Was ist denn das für eine bescheuerte Begründung.
Das erzähl ich dann mal meinem Sohn mit 6 Jahren.
Hey, du kannst nicht als Indianer gehen, weil die Bezeichnung ehrverletzend ist gegenüber den Ureinwohnern des Amerikanischen Kontinent. Und Federn und Kriegsbemalung gibts auch nicht.

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Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
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Re: Karneval: Als was darf der weltoffene Mensch sich kostümieren?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 6. Mär 2019, 12:09

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(06 Mar 2019, 12:04)

Das ist genaus so.

Es wird immer mehr zu einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung in der eine Minderheit einer Mehrheit vorschreiben will was gesellschaftlich akzptabel ist und was nicht und einer Gruppe von Leuten deren Agenda eine Gleichschaltung aller Gender ist. Hier gibt es tatsaechlich Eltern die ihr Kind nicht als Junge oder Maedchen aufziehen sondern als ein "It" ein "Es" mit der Egruendung irgendwann wird das Kind entscheiden welches Geschlecht es ist wenn ueberhaupt. Pervers.


Ich glaube, 99% aller Jungs und Mödchen haben keinerlei Probleme damit, wenn sie als Jungs oder Mödchen bezeichnet werden.
Nichts gegen Minderheitenschutz, aber doch nicht in pervertierter Form.
Ob ein Kind damit glücklich ist, als Sache oder Ding genannt zu werden? Das klingt in meinen Ohren unwürdig und in der Tat pathologisch.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

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