Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

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Aldemarin
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Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Mi 9. Jan 2019, 15:01

Warum sprechen manche gerne von Vollbeschäftigung, obwohl wir noch über 2 Millionen Arbeitslose haben? Warum wird immer noch Einwanderung gefordert und nicht eine Umschulung der Arbeitslosen und warum wird keine Umschulung an staatlichen Universitäten und Hochschulen durchgeführt? Warum fördert man nicht Telearbeit, damit geeignete Bewerber nach Möglichkeit an Ihrem Wohnort bleiben können und weniger Verkehr und Wohnungsbedarf anfällt?
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relativ
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon relativ » Mi 9. Jan 2019, 15:10

Aldemarin hat geschrieben:(09 Jan 2019, 15:01)

Warum sprechen manche gerne von Vollbeschäftigung, obwohl wir noch über 2 Millionen Arbeitslose haben? Warum wird immer noch Einwanderung gefordert und nicht eine Umschulung der Arbeitslosen und warum wird keine Umschulung an staatlichen Universitäten und Hochschulen durchgeführt? Warum fördert man nicht Telearbeit, damit geeignete Bewerber nach Möglichkeit an Ihrem Wohnort bleiben können und weniger Verkehr und Wohnungsbedarf anfällt?

All dies tut man bereits, es gibt aber Ursachen, Sachzwänge und andere Gründe warum es immer Menschen gibt die man nicht vermitteln kann, trotz aller Bemühungen. Daher spricht man ab einer gewissen Arbeitslosenqoute von Vollbeschäftigung, die ist aber in ganz Deutschland noch gar nicht erreicht. Nur in BW, oder Bayern evtl. und in einigen Regionen in Deutschlands.
Aber sicherlich enden die Ideen úm der Kampf gegen diese Arbeitslosigkeit nicht mit diesen Fakt, darum ist es immer gut sich auch neuen Ideen zu öffen und diesbezüglich neue Dinge auszuprobieren.
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franktoast
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon franktoast » Mi 9. Jan 2019, 16:00

Aldemarin hat geschrieben:(09 Jan 2019, 15:01)

Warum sprechen manche gerne von Vollbeschäftigung, obwohl wir noch über 2 Millionen Arbeitslose haben? Warum wird immer noch Einwanderung gefordert und nicht eine Umschulung der Arbeitslosen und warum wird keine Umschulung an staatlichen Universitäten und Hochschulen durchgeführt? Warum fördert man nicht Telearbeit, damit geeignete Bewerber nach Möglichkeit an Ihrem Wohnort bleiben können und weniger Verkehr und Wohnungsbedarf anfällt?


Jedes Jahr wechseln etwa 8Mio. Arbeitnehmer ihre Arbeitsstelle bzw. nehmen eine Neue an oder nie wieder eine (Rentner). Oft kommt es auch vor, dass jemanden plötzlich gekündigt wird oder eben nach der Kündigung noch nicht sofort etwas wieder findet. Stell dir vor, du hast keinen Bock mehr auf deine Arbeit und gehst ab morgen nicht mehr hin. Dann bist du erstmal arbeitslos. Du würdest zwar bis morgen wieder was finden (leicht vermittelbar), jedoch suchst du nach einem optimalen Job, also suchst du erstmal noch ein paar Monate.
Dazu gibt es natürlich die Schwervermittelbaren oder sonst was.

0% Arbeitslosenquote ist demnach unmöglich.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Gruwe » Mi 9. Jan 2019, 20:33

Aldemarin
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Do 10. Jan 2019, 00:06

Aber es ist doch so, daß man auch dann schon von einem Mangel an geeigneten Bewerbern spricht, wenn nicht mindestens drei optimal geeignete Bewerber für eine Stelle zur Verfügung stehen!
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Bielefeld09 » Do 10. Jan 2019, 00:21

Also Arbeitslose!
Und wo ist nun die Frage?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Aldemarin
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Do 10. Jan 2019, 00:59

Eigentlich sollte man nur dann von Vollbeschäftigung sprechen, wenn es mehr offene Stellen als Bewerber gibt.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Skull » Do 10. Jan 2019, 08:20

Vollbeschäftigung

wirtschaftliche Situation, in der das Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft ausreichend genutzt wird.

Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies z. B., dass der Beschäftigungsgrad hoch ist.
Die Zahl der offenen Stellen in der Volkswirtschaft stimmt mit der Zahl der Arbeitssuchenden überein,
d. h., alle arbeitswilligen Arbeitnehmer können einen zumutbaren Arbeitsplatz finden.
In der Praxis wird davon ausgegangen, dass immer eine bestimmte Menge an Arbeitnehmern
den Arbeitsplatz gerade wechselt (friktionelle Arbeitslosigkeit),
sodass Vollbeschäftigung nicht erst bei einer Arbeitslosenquote von 0 % vorliegt, sondern bereits bei 2 %.


http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/l ... haeftigung

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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon relativ » Do 10. Jan 2019, 09:12

Aldemarin hat geschrieben:(10 Jan 2019, 00:06)

Aber es ist doch so, daß man auch dann schon von einem Mangel an geeigneten Bewerbern spricht, wenn nicht mindestens drei optimal geeignete Bewerber für eine Stelle zur Verfügung stehen!

Ja diese Doktrin gab es bei Unternehmen mal, evtl. gibt es sie in einigen Chefetagen teiweise noch, aber sie ist wohl kaum mehr Zeitgemäß. Diese einfache Formel ist m.M. nicht mehr Zukunftsfähig.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Do 10. Jan 2019, 18:23

Vollbeschäftigung

wirtschaftliche Situation, in der das Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft ausreichend genutzt wird.


"ausreichend" ist nicht "optimal". Wann würde das Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft optimal genutzt? Und wie ist es, wenn das Produktionspotenzial nur in geringem Umfang auf menschlicher Arbeit beruht?
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon hawk » Fr 11. Jan 2019, 17:40

Aldemarin hat geschrieben:(10 Jan 2019, 18:23)

"ausreichend" ist nicht "optimal". Wann würde das Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft optimal genutzt? Und wie ist es, wenn das Produktionspotenzial nur in geringem Umfang auf menschlicher Arbeit beruht?


Die Roboter lassen grüßen^^

Zu den 2 Millionen Arbeitslosen würde ich noch die Erwerbslosen dazurechnen, und die welche sich in einer Massnahme befinden.
Dann hat man erst die tatsächliche Zahl. Wieviele würden das sein? 5 Millionen ohne Arbeit? Das Gerede von
Vollbeschäftigung ist also gelogen!
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Echt » Fr 11. Jan 2019, 17:59

Aldemarin hat geschrieben:(09 Jan 2019, 15:01)

Warum sprechen manche gerne von Vollbeschäftigung, obwohl wir noch über 2 Millionen Arbeitslose haben? Warum wird immer noch Einwanderung gefordert und nicht eine Umschulung der Arbeitslosen und warum wird keine Umschulung an staatlichen Universitäten und Hochschulen durchgeführt? Warum fördert man nicht Telearbeit, damit geeignete Bewerber nach Möglichkeit an Ihrem Wohnort bleiben können und weniger Verkehr und Wohnungsbedarf anfällt?



Weil die aktuelle Arbeitslosen nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Deshalb spricht man jetzt schon von (fast) Vollbeschäftigung. Mit anderen Worten. Die momentan Arbeitslosen sind faul und/oder ungebildet.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Jo33 » So 13. Jan 2019, 19:20

Aldemarin hat geschrieben:(10 Jan 2019, 00:59)

Eigentlich sollte man nur dann von Vollbeschäftigung sprechen, wenn es mehr offene Stellen als Bewerber gibt.


Dies ist ja im Süden der Republick bereits der Fall.

Allerdings kannst du dies nicht so stark verallgemeinern.
Momentan ist das Problem dass es zuviele Akademiker gibt, zuviele Studierte gibt, die nicht vermittelbar sind, da in diesem Berufen keine so große Nachfrage besteht, sie sind überqualifiziert. Es gibt aktuell leider viel zu wenig Menschen die mit ihren Händen arbeiten wollen, dort wird händeringend jede einsatzbare Hand gesucht im Süden, egal ob Bäcker, Einzelhandel, Handwerk, Pflege, Produktion, ÖPV usw.
Daher wird es immer Berufe geben in denen du mehr Bewerber als Stellen hast, während anderswo es genügend offene Stellen aber keine Bewerber gibt.
In 10 Jahren kann es wieder ganz anderes aussehen. Dann ändert man die Bildungsstrukturen wieder mehr zu Hauptschule und Ausbildung, weg von Studium und Abi, dann fehlen in 20 Jahren wieder die Akademiker. Im Grunde wie es die Politik versucht zu gestalten, sie kann leider nicht hellsehen und macht es meist immer falsch.
Aber der Ansatz Bildung, Weiterbildung führt die Arbeitslosen zurück in Arbeit, ist leider meist der falsche Ansatz, Umschulung auf die Berufe die aktuell gefragt sind, wäre sinnvoller. Allerdings ob man aus einem Anwalt oder einem Banker, einen Altenpfleger oder einen Bäckereifachverkäufer machen kann, und ob dieser dies auch möchte, ist auch wiederum so ein Problem dass sich stellt. Wir leben halt in keiner Planwirtschaft, nicht immer führt der Traumberuf auch zur Arbeit.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Mo 14. Jan 2019, 20:12

Warum kann man Firmen nicht zwingen oder durch Anreize dazu bringen, ggf. Überqualifizierte einzustellen, wenn sich diese dort beworben haben? Prinzipiell dürfte es in den meisten Fällen keinen Hinderungsgrund geben. Man kann ja auch mit einem Ferrari langsam durch eine Tempo 30-Zone fahren, nicht aber schnell mit einem Traktor auf der Autobahn!
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon H2O » Mo 14. Jan 2019, 20:41

Aldemarin hat geschrieben:(14 Jan 2019, 20:12)

Warum kann man Firmen nicht zwingen oder durch Anreize dazu bringen, ggf. Überqualifizierte einzustellen, wenn sich diese dort beworben haben? Prinzipiell dürfte es in den meisten Fällen keinen Hinderungsgrund geben. Man kann ja auch mit einem Ferrari langsam durch eine Tempo 30-Zone fahren, nicht aber schnell mit einem Traktor auf der Autobahn!


Überqualifizierte Mitarbeiter neigen aber dazu, sehr unglücklich zu sein, wenn das erzielte Einkommen mit einer aus der Not heraus angenommenen Beschäftigung weit ab vom Anspruch liegt, der mit dieser Qualifikation oft verbunden ist. Folglich wird sein Bestreben darin liegen (völlig zu Recht!), sich doch eine seiner Qualifikation gemäße Arbeit zu suchen. Vor allem aber wird er seiner Umgebung bei vielen Gelegenheiten sein Unglück schildern und damit das Betriebsklima beeinträchtigen. Deshalb ist es sinnvoll, Mitarbeiter zu beschäftigen, die auch für sich persönlich gesehen das tun dürfen, was sie wirklich können.

Ähnlich könnte man sagen, daß ein Betrieb einen Menschen einstellen soll, der einer Tätigkeit dort erkennbar nicht gewachsen ist. Dann könnte man verlangen, daß der Betrieb ihn so lange schult und fördert, bis er die Aufgabe wirklich erfüllt. Wie lange? Und das Betriebsklima?

Ein Betrieb ist aber keine Wohltätigkeitsveranstaltung. Da wollen Banken und Eigentümer Erträge für bereitgestellte Investitionen sehen, oder sie lassen den Betrieb abwickeln. Bereitgestellte Mittel kann man auch lustiger verbrauchen als sie in Betrieben zu vernichten, die damit nichts erwirtschaften.
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Misterfritz » Mo 14. Jan 2019, 22:20

Aldemarin hat geschrieben:(14 Jan 2019, 20:12)

Warum kann man Firmen nicht zwingen oder durch Anreize dazu bringen, ggf. Überqualifizierte einzustellen, wenn sich diese dort beworben haben? Prinzipiell dürfte es in den meisten Fällen keinen Hinderungsgrund geben. Man kann ja auch mit einem Ferrari langsam durch eine Tempo 30-Zone fahren, nicht aber schnell mit einem Traktor auf der Autobahn!
Die Firmen würden die Überqualifizierten schon einstellen (so sie die Fähigkeiten mitbringen - also keine zwei linke Hände im Handwerk), wenn diese nicht 1. zu hohe Gehaltsvorstellungen hätten und 2. oft Probleme mit der eigenen Einordnung in eine Firmenstruktur haben.
Tick|Trick|und Track

Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Di 15. Jan 2019, 06:28

Echt hat geschrieben:(11 Jan 2019, 17:59)

Weil die aktuelle Arbeitslosen nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Deshalb spricht man jetzt schon von (fast) Vollbeschäftigung. Mit anderen Worten. Die momentan Arbeitslosen sind faul und/oder ungebildet.


(Hervorhebung in kursiver Schrift von mir)

Wir sind hier nicht beim bundesweiten Stammtisch der BILD-Zeitungsleser.

Deine Behauptung, "die momentan[en] Arbeitslosen" seien "ungebildet" sind, kann ich Dir anhand folgender Grafik widerlegen:

https://www.boeckler.de/41750.htm

Oder willst Du etwa behaupten, dass diejenigen Arbeitslosen, die eine betriebliche/schulische/akademische Ausbildung haben (deren Anteil an allen Arbeitslosen beträgt ca. 50%) alle ungebildet sind?

Zur verlinkten Grafik: Bei den Personen, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung handeln (ca. 50% aller Arbeitslosen), kann es sich auch um Studienabbrecher handeln, die nach dem Studienabbruch keine schulische/berufliche Ausbildung absolviert haben. Diese Leute sind ja auch nicht zwangsläufig ungebildet.

Deine Behauptung, "die momentan[en] Arbeitslosen" seien "faul" kann ich selbstverständlich nicht widerlegen, da die Arbeitsverwaltung keine Statistiken führt über den Grad der Faulheit, den die arbeitslosen Leistungsbezieher an den Tag legen. Ich finde es aber ein starkes Stück, wie Du mal wieder eine ganze Bevölkerungsgruppe (hier: die Arbeitslosen) pauschal und unreflektiert diffamierst. Ich hingehen gehe davon aus, dass 5-10% der Arbeitslosen "keinen Bock" auf Arbeit haben, nur belegen kann ich das nicht.
Aldemarin
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Aldemarin » Di 15. Jan 2019, 13:14

Warum könnten eigentlich nicht bei der betrieblichen Schulung Firmen mit von Steuergeldern finanzierten Hochschulen kooperieren, bzw. dazu gezwungen werden?
Echt
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Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Echt » Di 15. Jan 2019, 13:31

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(15 Jan 2019, 06:28)

(Hervorhebung in kursiver Schrift von mir)

Wir sind hier nicht beim bundesweiten Stammtisch der BILD-Zeitungsleser.

Deine Behauptung, "die momentan[en] Arbeitslosen" seien "ungebildet" sind, kann ich Dir anhand folgender Grafik widerlegen:

https://www.boeckler.de/41750.htm

Oder willst Du etwa behaupten, dass diejenigen Arbeitslosen, die eine betriebliche/schulische/akademische Ausbildung haben (deren Anteil an allen Arbeitslosen beträgt ca. 50%) alle ungebildet sind?

Zur verlinkten Grafik: Bei den Personen, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung handeln (ca. 50% aller Arbeitslosen), kann es sich auch um Studienabbrecher handeln, die nach dem Studienabbruch keine schulische/berufliche Ausbildung absolviert haben. Diese Leute sind ja auch nicht zwangsläufig ungebildet.

Deine Behauptung, "die momentan[en] Arbeitslosen" seien "faul" kann ich selbstverständlich nicht widerlegen, da die Arbeitsverwaltung keine Statistiken führt über den Grad der Faulheit, den die arbeitslosen Leistungsbezieher an den Tag legen. Ich finde es aber ein starkes Stück, wie Du mal wieder eine ganze Bevölkerungsgruppe (hier: die Arbeitslosen) pauschal und unreflektiert diffamierst. Ich hingehen gehe davon aus, dass 5-10% der Arbeitslosen "keinen Bock" auf Arbeit haben, nur belegen kann ich das nicht.


Ich lese die BILD nicht.

Wer gebildet ist und arbeiten will, der findet auch Arbeit. Und wer zu faul ist, der findet nur Ausreden. Für solche Faulpelze wäre das BGE natürlich eine schöne Sache.
Tick|Trick|und Track

Re: Vollbeschäftigung - trotz über 2 Millionen Arbeitslosen?

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Di 15. Jan 2019, 13:35

Echt hat geschrieben:(15 Jan 2019, 13:31)

Ich lese die BILD nicht.


Du hast aber geschrieben "Die momentan Arbeitslosen sind faul und/oder ungebildet." Das ist BILD-Niveau.

Wer gebildet ist und arbeiten will, der findet auch Arbeit.


Schon mal davon gehört, dass selbst Leute mit Bildung, die ab ca. 50 aufwärts ganz schlecht nen neuen Job finden, nachdem sie arbeitslos geworden sind?

Nachtrag:

Schon mal davon gehört, dass Arbeitgeber Arbeitslose zunehmend ungerne einstellen,je länger sie arbeitslos sind?

Schon mal davon gehört, dass Arbeitslose mitunter davor zurückschrecken wegen eines neuen Jobs in eine neue Stadt zu ziehen, weil die Mieten in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind? Die Jobcenter übernehmen nämlich nur bis zu einer gewissen Höhe (je nach Kommune unterschiedlich) die tatsächliche Miete. Wer jetzt umzieht, muss erhebliche Mieterhöhungen im Vergleich zu seiner aktuellen Miete in Kauf nehmen. Und wenn man dann am neuen Ort arbeitslos ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das dortige Jobcenter die dortige Miete nur zum Teil übernimmt.

Du machst es Dir zu einfach.
Zuletzt geändert von Tick|Trick|und Track am Di 15. Jan 2019, 13:52, insgesamt 1-mal geändert.

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