Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 37573
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon JJazzGold » Do 16. Jan 2020, 18:42

Kritikaster hat geschrieben:(16 Jan 2020, 18:27)

Dann werten wir das offensichtlich unterschiedlich.


Definitiv.
Du betrachtest die Nichtwahrnehmung eines freiheitlichen persönlichen Rechts durch die Widerspruchsregelung als Bestrafung.
Ich betrachte es als freiheitliches Recht, ein mir zustehendes Recht nicht wahrzunehmen. :)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Brainiac
Vorstand
Beiträge: 7336
Registriert: Do 30. Jun 2011, 11:41

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Brainiac » Do 16. Jan 2020, 18:44


Interessant. :|

Die Abgeordneten der Groko haben das mit der Freiheit vom Fraktionszwang ernst genommen und zwar überwiegend für den Gesetzentwurf, aber auch in erheblichem Umfang dagegen gestimmt.

Die (kleineren) Oppositionsparteien und ihre Abgeordneten haben hingegen wesentlich loyaler und geschlossener gestimmt, nämlich dagegen.

Ich bin überzeugt, dass auch in der Opposition viele Abgeordnete den Gesetzentwurf im Grunde ok fanden. Nur trauten sie sich nicht, Pro abzustimmen.

Ein Hoch auf die Souveränität von Union und SPD. Muss ich mal so feststellen.
Jeder hat das Recht
Benutzeravatar
Kritikaster
Vorstand
Beiträge: 10431
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 00:55
Benutzertitel: TROLLJÄGER

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 16. Jan 2020, 18:47

Skeptiker hat geschrieben:(16 Jan 2020, 18:40)

Ich selber bin eher dafür von jedem Bürger, notfalls unter Strafandrohung, eine Entscheidung abzufordern.

Ja, SO erzieht man gute Staatsbürger: Wer von seinem Recht, sich zu einem Thema nicht äußern zu wollen, Gebrauch machen will, den kriegen "wir" mit "geeigneten Mitteln" schon so weit, was dazu zu sagen. :rolleyes:

Mir wird gerade schlecht ...
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 13518
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon imp » Do 16. Jan 2020, 18:59

Ich finde es wichtig, dass der Staat nicht einfach so über die Bauteile der Menschen verfügen soll. Sie sind ihr Privateigentum.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 13024
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Selina » Do 16. Jan 2020, 19:00

JJazzGold hat geschrieben:(16 Jan 2020, 18:38)

Sie wissen, ich bin keine Freundin der Spekulation, nichts desto trotz bin ich der Überzeugung, dass die jetzige Regelung keinen einzigen Spender mehr motiviert, als es die Zahlen der letzten Jahre hergeben. Daran wird auch die Aufklärung über Hirntod nur marginal etwas ändern. Auch wenn ich Ihnen beipflichte, dass dies wünschenswert wäre. Selbst die intensivste Aufklärung wird den Spendefürchtenden nicht dazu animieren zu spenden und dem Spendefaulen ist es egal, ob intensivere Aufklärung oder nicht geliefert wird. Und sollte sie/er selbst einst in die Lage kommen, eine Organspende zu benötigen, ist die nächste Befragung im Zehnjahresrhytmus im schlechtesten Fall zu spät. Ist halt so, das muss man hinnehmen.


Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich selbst könnte mich mit mehr und besserer Information jedenfalls auch besser und genauer entscheiden in dieser Frage. Man möchte doch nicht ins Blaue hinein spenden, sondern im eigenen Falle wirklich sehr genau wissen, dass der Tod unausweichlich ist und man also getrost bei erfolgtem Hirntod Organe spenden kann, weil es für einen selbst keine Überlebenschance mehr gibt. Ich höre aber immer noch zu viele vage und widersprüchliche Äußerungen über den Hirntod. Das ist doch keine Nebensächlichkeit und darf auch nicht wilder Googelei von Angehörigen überlassen bleiben. Mal zugespitzt formuliert.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3823
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon McKnee » Do 16. Jan 2020, 19:04

Ich glaube, dass die jetzige Regelung in Kombination mit den notwendigen organisatorischen und strukturellen Maßnahmen die Verfügbarkeit von Organen verbessert.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
Benutzeravatar
BenJohn
Beiträge: 922
Registriert: Fr 13. Dez 2019, 07:58

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon BenJohn » Do 16. Jan 2020, 19:06

Skeptiker hat geschrieben:(16 Jan 2020, 18:40)

Nein, das ist nicht gut so, weil dadurch eben die Bequemlichkeit vieler Menschen höher gewertet wird, als existenzielle Bedürfnisse anderer Menschen. Auch wenn ich die Widerspruchslösung nicht für die beste Lösung halte, so würde sie doch das Mangelproblem lösen.

Ich selber bin eher dafür von jedem Bürger, notfalls unter Strafandrohung, eine Entscheidung abzufordern.

Es gibt sehr viele Handlungszwänge der Bürger dem Staat gegenüber. Man MUSS einen Perso beantragen und bezahlen, man MUSS eine Steuererklärung abgeben, man MUSS sehr viel mehr. In allen diesen Fällen geht es nicht um Leben und Tod, wobei es wesentlich aufwendiger ist die Steuererklärung zu machen, als einfach JA oder NEIN zu sagen.
Wenn es aber darum geht, dass Menschen einfach mal JA oder NEIN sagen müssen, da entdecken Heerschaaren von Politikern und "Freiheitskämpfern" das Recht auf Selbstbestimmung. Warum man sich ausgerechnet dieses Feld für rechthaberische Prinzipienreiterei ausgesucht hat, das weiss der Teufel.

In meinen Augen darf niemand ein Organ erhalten, der nicht die Frage beantwortet hat. Wer dieses Mindestmass an sozialer Verantwortung nicht leisten konnte, der sollte sich dann auch mit niedrigerer Solidarität der von ihm selber nicht solidarisch behandelten Gesellschaft begnügen. Wer dann mit Nein geantwortet hat, das muss sich hinten anstellen - was allerdings kein Problem sein sollte, weil bei der Lösung genug Organe da wären.
Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass man das nicht durchziehen würde, weil es eben heißen würde, jemand würde "definiert" ein lebensrettenes Organ nicht erhalten. Lieber halten wir es nach dem Prinzip, dass die hundertfache Menge Menschen aufgrund von fehlenden Organen stirbt - aber die halt durch belegten Mangel, quasi durch - selbst geschaffene - höhere Macht.


Mit Demokratie hätte das dann allerdings nicht mehr zu tun.
Für manche Linken ist einer schon rechtsradikal, wenn er nur pünktlich zur Arbeit kommt. Heiner Geißler
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 4215
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Skeptiker » Do 16. Jan 2020, 19:07

Kritikaster hat geschrieben:(16 Jan 2020, 18:47)
Ja, SO erzieht man gute Staatsbürger: Wer von seinem Recht, sich zu einem Thema nicht äußern zu wollen, Gebrauch machen will, den kriegen "wir" mit "geeigneten Mitteln" schon so weit, was dazu zu sagen. :rolleyes:

Mir wird gerade schlecht ...

Und mir wird schlecht, wenn man zwar den Bürger unter Strafandrohung dazu zwingen darf eine profane Steuererklärung zu machen, aber glaubt es wäre eine Heilige Kuh, dass der Bürger sich bei Fragen um Leben und Tod zynisch aufs Sofa verkriechen kann.

Für mich ist es ein fast perverses Verständnis von Liberalität dem Bürger bei Fragen um Leben und Tod, keine Entscheidung abverlangen zu dürfen. Das hat nichts mit Bürgerrechten zu tun, sondern eher mit deren fundamentaler Auslegung.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 4215
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Skeptiker » Do 16. Jan 2020, 19:07

BenJohn hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:06)
Mit Demokratie hätte das dann allerdings nicht mehr zu tun.

Was genau wäre daran undemokratisch?
Benutzeravatar
BenJohn
Beiträge: 922
Registriert: Fr 13. Dez 2019, 07:58

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon BenJohn » Do 16. Jan 2020, 19:09

Skeptiker hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:07)

Was genau wäre daran undemokratisch?


Das Prinzip ist undemokratisch. Entweder du spendest oder wir lassen dich abkratzen.
Für manche Linken ist einer schon rechtsradikal, wenn er nur pünktlich zur Arbeit kommt. Heiner Geißler
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 13024
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Selina » Do 16. Jan 2020, 19:09

McKnee hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:04)

Ich glaube, dass die jetzige Regelung in Kombination mit den notwendigen organisatorischen und strukturellen Maßnahmen die Verfügbarkeit von Organen verbessert.


Ja, denke ich auch.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Jessie
Beiträge: 59
Registriert: So 6. Okt 2019, 12:05

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Jessie » Do 16. Jan 2020, 19:16

Ich begrüße, dass sich die Widerspruchslösung nicht durchgesetzt hat. Ich möchte mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht entscheiden, schon garnicht unter Zwang.
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 4215
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Skeptiker » Do 16. Jan 2020, 19:20

BenJohn hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:09)

Das Prinzip ist undemokratisch. Entweder du spendest oder wir lassen dich abkratzen.

Genau das habe ich eben nicht geschrieben. Bitte nochmal lesen.
Benutzeravatar
Kritikaster
Vorstand
Beiträge: 10431
Registriert: Sa 1. Okt 2016, 00:55
Benutzertitel: TROLLJÄGER

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Kritikaster » Do 16. Jan 2020, 19:21

McKnee hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:04)

Ich glaube, dass die jetzige Regelung in Kombination mit den notwendigen organisatorischen und strukturellen Maßnahmen die Verfügbarkeit von Organen verbessert.

Es wäre schon ein guter erster Schritt, wenn man nicht mangels Personal ein Gutteil der heute zur Verfügung stehenden Organe ungenutzt liesse.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
Benutzeravatar
BenJohn
Beiträge: 922
Registriert: Fr 13. Dez 2019, 07:58

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon BenJohn » Do 16. Jan 2020, 19:25

Skeptiker hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:20)

Genau das habe ich eben nicht geschrieben. Bitte nochmal lesen.


Doch. Das hast du geschrieben. Du hast natürlich auch (sinngemäß) geschrieben, dass der Fall wohl nicht eintreten wird, weil es ja genug Spender geben sollte. Das ist aber nur eine Vermutung von dir. Das kann niemand wissen. Theoretisch könnte es auch sein, dass alle die Organspende ablehnen, wenn sie zu einer Entscheidung gezwungen werden sollen. Dann sterben alle, die auf ein Organ angewiesen sind.

Wer spendet, der spendet freiwillig. Das muss so bleiben.
Für manche Linken ist einer schon rechtsradikal, wenn er nur pünktlich zur Arbeit kommt. Heiner Geißler
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 37573
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon JJazzGold » Do 16. Jan 2020, 19:28

Selina hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:00)

Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich selbst könnte mich mit mehr und besserer Information jedenfalls auch besser und genauer entscheiden in dieser Frage. Man möchte doch nicht ins Blaue hinein spenden, sondern im eigenen Falle wirklich sehr genau wissen, dass der Tod unausweichlich ist und man also getrost bei erfolgtem Hirntod Organe spenden kann, weil es für einen selbst keine Überlebenschance mehr gibt. Ich höre aber immer noch zu viele vage und widersprüchliche Äußerungen über den Hirntod. Das ist doch keine Nebensächlichkeit und darf auch nicht wilder Googelei von Angehörigen überlassen bleiben. Mal zugespitzt formuliert.


Ich bin mir sicher, siehe Beitrag von Userin Jessie weiter unten.
Wenn 80% für die Organspende sind und davon 40% keinen Spendeausweis besitzen, dann gehe ich davon aus, dass sich diese 40% aus einer Melange von

- Spende, ja, für mich, wenn ich eine benötige
- Spende ja, aber dazu kann ich selbst mich nicht überwinden
- Spende, ja, aber ich möchte mich momentan doch lieber nicht entscheiden müssen
- Spende, ja, sollte ich vielleicht irgendwann einmal einen Ausweis mitnehmen und irgendwann einmal vielleicht ausfüllen

zusammensetzt. Diejenigen, die sich bewusst dafür entschieden haben, haben längst einen Spendeausweis.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 15775
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Umetarek » Do 16. Jan 2020, 19:29

Ich finde es bedauerlich, dass die Spendenbereitschaft nirgends zusammenfassend registriert wird, soll sich das jetzt ändern? Ich hab zwar son Spendeausweis im Geldbeutel, aber ob ich den immer dabei habe, ist die Frage, und ob die den dann überhaupt finden, selbst wenn ich ihn dabei habe. Es wäre doch sinnvoll sowas zusammenzufassen.

Oder tut sich da was und ich bin bloß uninformiert?
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
Misterfritz
Vorstand
Beiträge: 10813
Registriert: So 4. Sep 2016, 15:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sibirien

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Misterfritz » Do 16. Jan 2020, 19:51

Umetarek hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:29)

Ich finde es bedauerlich, dass die Spendenbereitschaft nirgends zusammenfassend registriert wird, soll sich das jetzt ändern? Ich hab zwar son Spendeausweis im Geldbeutel, aber ob ich den immer dabei habe, ist die Frage, und ob die den dann überhaupt finden, selbst wenn ich ihn dabei habe. Es wäre doch sinnvoll sowas zusammenzufassen.

Oder tut sich da was und ich bin bloß uninformiert?
Es soll wohl eine zentrale Datenbank zur Organspende geben. Aber bis da mal alle erfasst sind, kann das ewig dauern.

Ich frage mich, was Nichtspender nach ihrem Tod eigentlich mit ihren Organen anfangen wollen. Das konnte mir noch niemand erklären.
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 15775
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Umetarek » Do 16. Jan 2020, 19:54

Misterfritz hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:51)

Es soll wohl eine zentrale Datenbank zur Organspende geben. Aber bis da mal alle erfasst sind, kann das ewig dauern.

Ich frage mich, was Nichtspender nach ihrem Tod eigentlich mit ihren Organen anfangen wollen. Das konnte mir noch niemand erklären.

Ja, meinst du die nehmen dich im Himmel, so ohne Herz, Leber und Nieren? :x

Den meisten ist wohl einfach unwohl bei dem Gedanken, also die, die wirklich nicht spenden wollen und es nicht nur einfach versäumt haben eine Spendenausweis auszufüllen-
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 13024
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Spenderorgan-Mangel: Vorstoss Widerspruchslösung

Beitragvon Selina » Do 16. Jan 2020, 19:55

JJazzGold hat geschrieben:(16 Jan 2020, 19:28)

Ich bin mir sicher, siehe Beitrag von Userin Jessie weiter unten.
Wenn 80% für die Organspende sind und davon 40% keinen Spendeausweis besitzen, dann gehe ich davon aus, dass sich diese 40% aus einer Melange von

- Spende, ja, für mich, wenn ich eine benötige
- Spende ja, aber dazu kann ich selbst mich nicht überwinden
- Spende, ja, aber ich möchte mich momentan doch lieber nicht entscheiden müssen
- Spende, ja, sollte ich vielleicht irgendwann einmal einen Ausweis mitnehmen und irgendwann einmal vielleicht ausfüllen

zusammensetzt. Diejenigen, die sich bewusst dafür entschieden haben, haben längst einen Spendeausweis.


Das ist alles richtig. Für mich (und damit bin ich nicht alleine) kommt noch der wichtige Punkt "mehr und bessere Aufklärung und Information über Hirntod und Organentnahme" hinzu. Die meisten Menschen treffen erst dann eine Entscheidung, wenn sie sehr genau über den zu entscheidenden Sachverhalt Bescheid wissen. Logisch. Und da gibt es halt Defizite im Gesundheitswesen und in der Politik. Ich zum Beispiel könnte mich schon morgen entscheiden, wenn man mich heute genau informieren würde.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

Zurück zu „8. Gesellschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste