Qassem Soleimani tot?

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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Jan 2020, 09:56

Kardux an Orbiter1 hat geschrieben:(16 Jan 2020, 09:27)

Und die Menschen vorort sind lediglich Statisten - nicht wahr? :rolleyes:

Was hat jetzt deine Meinung das eine mit dem anderen zu tun?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Jan 2020, 10:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Jan 2020, 09:41)

Hätte nichts dagegen, wenn die Europäer es selbst versuchen würden, die Sicherheitsarchitektur im Nahraum und an der Peripherie positiv zu beeinflussen - teilweise wird das ja auch gemacht, in Mali etwa.

Mali ist vor allem für Frankreich von größten strategischen Wert.
Das dortige uranvorkommen brauch Frankreich für seine vielen Kernkraftwerke.
Marli, eine ehemalige französische Kolonie wird auch heute immer noch von Frankreich ausgebeutet.
Und das lassen sich dort eben nicht alle Menschen gefallen und kämpfen gegen diese Dominanz aus Europa.
Sollte man nun wirklich Frankreich dagegen unterstützen, oder sollte man nicht die Bodenschätze den Menschen dort überlassen?
Wenn sich Frankreich mal an Deutschland ein Beispiel nehmen würde, oder besser noch an Schweden, und sich mal von dieser Kernkraft verabschieden, dann wäre auch diese Abhängigkeit von afrikanischen Bodenschätzen gebrochen.
Es ist wie so oft: man vermittelt beim militärischem Interagieren politische oder humanitäre Ziele, und kehrt dabei die eigentlich vorgelagerten wirtschaftlichen Interessen unter den Teppich!
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Bobo » Do 16. Jan 2020, 11:02

Kohlhaas hat geschrieben:(15 Jan 2020, 18:01)

Das sehe ich anders. Die Gutachter ziehen sehr wohl den Schluss, dass die Beseitigung von Soleimani ein Verstoß gegen das Völkerrecht gewesen sein soll. Wie das im Wissenschaftsbetrieb üblich ist, verklausulieren sie das nur mit Formulierungen wie:

"...es gibt keine Hinweise darauf, dass... "...(es kein Verstoß sein könnte)
Oder so: "Ungeachtet der Schwierigkeit zweifelsfreier Zurechnung...." (das stammt übrigens aus dem genannten Gutachten!)
Oder: "...lassen sich nicht ohne weiteres zu einem „bewaffneten Konflikt“ im Sinne des Art. 3 der Genfer Konventionen „zusammenlesen“" (auch aus dem genannten Gutachten)
Oder: "....wird derzeit kontrovers diskutiert..." (ebenfalls aus dem Gutachten)

All das sind "Hintertürchen", mit denen sich die Wissenschaftler absichern, um im Nachhinein bei zu lauter Kritik sagen zu können, dass sie ja schon von vornherein gesagt haben, dass nichts feststeht. Es bleibt aber die Tatsache: Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hält die Tötung von Soleimani für einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Punkt. Das sieht man daran, wie schnell die Linke das "Gutachten" für Propagandazwecke genutzt hat und wie schnell das dann auf Portalen wie Sputnik oder RT gelandet ist...

Mit den diversen Konjunktiven und dezenten Verweisen auf gegenteilige Meinungen in ihrem Gutachten wollen die Leute nur sicherstellen, dass sie darauf nicht festgenagelt werden können. Das ist auch gut so. Der Wissenschaftliche Dienst kann und darf nämlich keinen Verstoß "feststellen". Der soll nur unseren Bundestagsabgeordneten (die ja zumeist keine Experten für Staatsrecht sind!) eine sachlich und fachlich fundierte Grundlage für ihr Abstimmungsverhalten liefern. Und genau das ist der zweite Grund, warum ich Dir an dieser Stelle widerspreche:

Es ist NICHT egal! Man muss dieses Hintergrundwissen haben, um seriös darüber entscheiden zu können, ob Soleimani "ermordet" wurde oder ob er "im Kampf gefallen" ist. Genau darum dreht sich die Diskussion, die wir hier führen. Ich hoffe inständig, dass die Masse der Bundestagsabgeordneten sich ihre Meinung "informierter" bildet, als einige Leute in diesem Forum. Und damit meine ich jetzt nicht Dich!

Meinungsäußerungen, die erkennbar ohne jede Kenntnis von Fakten oder Hintergrundwissen erfolgen, sind nämlich gar keine Meinungsäußerungen. Die sind nur der Versuch der Verbreitung von Vorurteilen.


Lieber Kohlhaas,

es ist dein verbrieftes Recht, Vorgänge anders zu beurteilen. Aber das ändert nichts an den Worten in den Gutachten. Ich erkenne darin keine Freizeichnungsklausel und auch keine Hintertür. Wenn du meinst, es wäre eine Art Religion, die jeder für sich deuten kann, dann muss ich das akzeptieren.

Fakt ist, Soleimani war ein General in einem Konflikt. Er kommandierte Einheiten, die in weiten Teilen der Welt als islamstische Terrorgruppen eingestuft sind und deren einziger Befehl es ist, vermeintliche Feinde iranischer Ideologien zu töten und Frieden, der nicht vom Iran kontrolliert und gestaltet ist, mit Tod und Gewalt zu verhindern. Daraus haben weder Soleimani noch die Mullahs vor Soleimanis Neutralisierung ein Geheimnis gemacht, und sie tun es auch jetzt nicht! Wie jeder, der nicht geistig zurückgeblieben ist weiß, schreiben die derzeitigen iranischen Ideologien den Menschenrecht verachtenden Gottesstaat vor. Der sagt: Ein kleines Beispiel: z. B. Der erste Genuss von Alkohol oder Musik sieht als Strafe die Auspeitschung vor, im Wiederholungsfall die Todesstrafe. Dieses Regime tötet alle Menschen, die sich nach einer unmenschlichen Bestrafung nicht deren Vorstellung von einem göttlichen Staat beugen! :dead:

Der Iran macht ebenfalls kein Geheimnis aus dem Bestreben, diesen Gottesstaat über den gesamten Nahen Osten auszuweiten. Nicht durch Überzeugung, sondern mit tödlicher Gewalt, und der Kopf dieses Bestrebens war Generalmajor Soleimani! Und deshalb war es richtig, diesen Mistkerl ins Nirwana zu blasen und ich hoffe, dass seine Nachfolger und derren Anhänger ihm folgen werden. Besser früher als später. Und keine Verdrehung irgendwelcher vorgeschobener Rechte taugen in meiner Wahrnehmung dazu, einen der größten Feinde der Menschenrechte zu schützen! Ansonsten taugen sie nichts! Nicht eines war auch nur im Ansatz dafür gedacht! Dieser Mann war kein Mensch. Er war nicht mal ein Tier denn die wollen nur überleben. Er war das personifizierte Böse! Dies sind seine Vorgesetzten heute noch! Machtgierige alte Männer, die ihren Machtanspruch durch geistig Rückständige und menschenverachtende Auslegung ihrer Religion zu begründen suchen. Gotteskrieger halt, wie sie in Europa zum Wohle des Volkes schon vor langer Zeit für immer entmachtet wurden.

Es kann uns in der Tag egal sein, was der vorgeschobene „Gottesstaat“ innerhalb seiner Grenzen mit dem eigenen Volk anstellt, solange es sich das gefallen lässt. Aber wenn dieser Gottesstaat wie bisher mit tödlicher Gewalt versucht, seine kranken und rückständigen Ideologien auf die Region oder im Falle des Erfolges gar darüber hinaus auszudehnen, dann ist die Tötung des Generals ganz sicher vom Recht, wie wir es auslegen, gedeckt und darüber hinaus als human anzusehen. Nur so bringt man jemanden endgültig zur Strecke, der sich nur seinem Gott verpflichtet fühlt und dafür über so viele Leichen geht wie nötig. In dem Fall waren Soleimanis Götter die Mullahs. Soleimani hat sich selbst entmenschlicht. Daheim wie in der Region.

Die Krise ist noch nicht verhall, da drohen die Mullahs bereits offen, dass künftig nicht nur US-Soldaten sondern die Soldaten aller Nationen im Nahen Osten gefährlich leben werden. Damit beanspruchen sie unverdrossen das Recht, ihren mörderischen Gottesstaat unverändert mit Gewalt im Nahen Osten gegen die Menschen, die ihn nicht wollen und sich selbst nicht erwehren können, auszuweiten.

Wer schützt diese Menschen davor? Du? Die vielen selbst ernannten Rechtsexperten im Forum oder die realen in der Welt? Das ich nicht lache! Oder gilt dieses Recht alternativ nur für jene Menschen, die dazu in der Lage sind, es für sich selbst durchzusetzen?

Ich denke schon, dass du es gut meinst, aber alle graue Theorie nutzt nichts, solange man die Realität ignoriert, und die wird von Menschen unterschiedlichster Einstellung gemacht und das Fundament nennt man persönliche Interessen. Alles andere beginnt gewöhnlich mit der Zeile. "Es war einmal in einem fernen Land ... " und endet mit: " Und wenn sie nicht gestorben sind..." Nur starben sie bisher alle!
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Cobra9 » Do 16. Jan 2020, 11:18

Papaloooo hat geschrieben:(15 Jan 2020, 15:51)

Hier geht es aber um einen gezielten Mord an einer einzigen Person und das mit drohnengestützter Kriegsführung, das ist mit dem 2. Weltkrieg nicht zu vergleichen.
Ohnehin ist das wie ein zündeln mit dem Feuer direkt neben einem Gastank.
Ohne Absprache, ohne Nachdenken.


Wo ist der Unterschied ob die eine Spitfire tötet oder eine Drohne :?: Jeweils drücken noch immer Menschen den Knopf. Es ist lediglich ein Waffensystem. Es war eine Tötung und keine Mord. Aber ja gezielt. Es wurde ein Kombattant einer gegnerischen Streitmacht ausgeschaltet, was in einem bewaffenten Konflikt legetim ist. Die USA waren mehrfach nachweisbar mit dem Iran in bewaffente Konflikte verwickelt und es gab niemals nachweisbar einen Vertrag über Waffenstillstand oder ähnliches. Aber kann falsch liegen. Dann bitte mir zeigen wann die USA mit den Iran ein Abkommen getroffen haben.

Was hier auch niemand sieht ist das der Irak seinen Verpflichtungen auch absolut nicht nachkommt. Weshalb es auch zu solchen Aktionen wie im Irak kommt. Es ist deshalb auch viel erlaubt. Natürlich nicht alles, weshalb Kriegsrecht und Genfer Konventionen scharfe Grenzen ziehen. Aber möglich ist viel, was unter das Selbstverteidigungsrecht fällt. Zum Beispiel erlaubt es grenzübergreifende Operationen in Pakistan , wenn zweierlei feststeht: dass (a) von dort aus Angriffe gegen Afghanistan oder die USA geplant/ausgeführt werden und (b) Pakistan diese Angriffe nicht verhindern will oder kann.

Weil sich viele immer gerne auch auf das Strafrecht beziehen. Es ist nicht wirlich relevant und vor allem nicht durchsetzbar.
Das StGB oder der US Penal Code setzen Gerichtsbarkeit voraus. Also eineneinen Souverän als Ordnungsmacht, eine Polizei, die den Verdächtigen fängt, ein Gericht, das regelgerecht urteilt. Leider gibt es die in Pakistan , Irak oder im Jemen nicht wirklich oder man will gar nicht seinen Verpflichtungen nachkommen. Dort kann blöde gesprochen kein US-Marshall den Missetäter greifen und ihn nach Carson City vors Gericht bringen. Bei den Vereinten Nationen gibt es bislang keine Bestrebungen, einen gesonderten Vertrag zur halb- oder vollautonomen Kriegsführung zu entwerfen. Nur dadurch könnten Entwicklung und Einsatz von Drohnen reglementiert werden. Oder die Rechtsgrundlagen anzupassen usw.

Eines möchte Ich mal grundsätzlich anmerken. Die USA und der Iran stehen erkennbar seit längerer Zeit in einem bewaffneten Konflikt und Mir ist nichts bekannt was das ändern sollte. Damit ändert sich der gesamte terminologische und juristische Bezugsrahmen. Dadurch ist nämlich klar, dass in einem bewaffenten Konflikt man gegen Feinde kämpft. Dann ist auch klar, dass man gegebenenfalls in feindlichen Kampfhandlungen tötet. Es gilt nicht das Strafgesetzbuch , sondern dann sind wir im Rahmen des Kriegsvölkerrechtes usw.

Gleiches gilt für das Gejaule des Irak als Israel angegriffen hat. Erstens mal sind der Irak und Israel nie offiziell in einen Vertrag getreten der einen Frieden vereinbart. Zweitens hat der Irak mehrfach seine Aufgaben vernachlässigt das von seinem Gebiet aus keine anderen Staaten usw. angegriffen werden dürften. Zumal noch von Streitkräften des Irak. Wenn Israel wollte oder die USA usw. könnte man das sogar als Kreigsgrund werten. Also mal den Ball flachhalten.


Absprache ist nicht erforderlich bei solchen Einsätzen. Glaubst Du wenn das KSK loszieht wird jedesmal die komplette NATO informiert ? Oh Ich glaube schon das die USA nachgedacht haben. Die Auswahl der Ziele belegt das. In der Nacht wurden hochrangige Ziele getötet und in einer anderen Operation gabs Verhaftungen, berichtet habe ich weiter vorne im Thema.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Do 16. Jan 2020, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Jan 2020, 11:32

Sowohl Drohnen wie auch Spitfires sind Luftfahrzeuge.
Aus heutiger Sicht mögen Spitfires irgendwie romantischer sein, zeitgenössisch war die Betrachtung aber wohl eine andere.
Segelschiffe setzt man auch nicht mehr ein - hat das nicht sogar mal Obama so erläutert?
;)
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Cobra9 » Do 16. Jan 2020, 11:36

Achja übrigens warum Ich gewzeifelt habe an der Behauptung des Herr Mahdi zeigt sich deutlich. Wer vermittelt wieder wenn es brennt. Sieht so als als würden die USA nun mal wieder Katar schicken. Nichts neues, nicht falsch.

https://www.aljazeera.com/news/2020/01/ ... 26722.html
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Jan 2020, 11:39

Cobra9 hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:18)

Wo ist der Unterschied ob die eine Spitfire tötet oder eine Drohne :?: Jeweils drücken noch immer Menschen den Knopf. Es ist lediglich ein Waffensystem. Es war eine Tötung und keine Mord. Aber ja gezielt. Es wurde ein Kombattant einer gegnerischen Streitmacht ausgeschaltet, was in einem bewaffenten Konflikt legetim ist. Die USA waren mehrfach nachweisbar mit dem Iran in bewaffente Konflikte verwickelt und es gab niemals nachweisbar einen Vertrag über Waffenstillstand oder ähnliches. Aber kann falsch liegen. Dann bitte mir zeigen wann die USA mit den Iran ein Abkommen getroffen haben.

Absprache ist nicht erforderlich bei solchen Einsätzen. Glaubst Du wenn das KSK loszieht wird jedesmal die komplette NATO informiert ? Oh Ich glaube schon das die USA nachgedacht haben. Die Auswahl der Ziele belegt das. In der Nacht wurden hochrangige Ziele getötet und in einer anderen Operation gabs Verhaftungen, berichtet habe ich weiter vorne im Thema.

Von einer Tötung spricht man dann, denn die Person mit ihrem Tod im Vorfeld einverstanden war.
Beispiel: Ein Arzt verabreicht einem unheilbar kranken Patienten ein tötliches Medikament auf dessen Wunsch.
Alles andere ist Mord, wenn man es auch nicht gerne so bezeichnen mag.
Hier ging es um einen Auftragsmord um andere Morde zu rächen oder weitern vorzubeugen.
Ob die Reaktionen im Iran nicht sogar noch zu vermehrten tötlichen Konflikten führen, bleibt abzuwarten.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Cobra9 » Do 16. Jan 2020, 11:44

Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 10:02)

Mali ist vor allem für Frankreich von größten strategischen Wert.
Das dortige uranvorkommen brauch Frankreich für seine vielen Kernkraftwerke.
Marli, eine ehemalige französische Kolonie wird auch heute immer noch von Frankreich ausgebeutet.
Und das lassen sich dort eben nicht alle Menschen gefallen und kämpfen gegen diese Dominanz aus Europa.
Sollte man nun wirklich Frankreich dagegen unterstützen, oder sollte man nicht die Bodenschätze den Menschen dort überlassen?
Wenn sich Frankreich mal an Deutschland ein Beispiel nehmen würde, oder besser noch an Schweden, und sich mal von dieser Kernkraft verabschieden, dann wäre auch diese Abhängigkeit von afrikanischen Bodenschätzen gebrochen.
Es ist wie so oft: man vermittelt beim militärischem Interagieren politische oder humanitäre Ziele, und kehrt dabei die eigentlich vorgelagerten wirtschaftlichen Interessen unter den Teppich!


Das ist mal größtenteils falsch das es unbdingt gegen Frankreich usw. geht. Die Hauptgruppen nenn Ich gerne mal kurz wo aktiv sind in Mali.

Ansar Dine nennen sich Verteidiger des Islam- . Die "Verteidiger des Islam" fordern Autonomie für den Norden und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia

Al Kaida im islamischen Magrehb kurz AQMI- Terroisten mit dem Ziel für Chaos zu sorgen

Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika oder kurz MUJAO- Ableger obiger Gruppe die eine eigene Region wollen

Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad - Autonomie und Recht der Tuareg auf Selbstbestimmung



Also sorry von wegen es geht vor allem gegen die Dominanz aus Europa ist falsch. Eher möchte jeder seine eigene Zone alleine und primär alle gegen die Regierung

Lies selbst

Terror- und Rebellengruppen begehren in Mali seit vielen Jahren gegen die Regierung auf. Trotz mehrerer Friedensabkommen bleiben gewaltsame Auseinandersetzungen und Anschläge traurige Realität. Die Vereinten Nationen versuchen, im Rahmen der MINUSA-Mission den Frieden in Mali zu sichern. Doch fehlende Reformbereitschaft der Regierung sowie Perspektivlosigkeit der Bevölkerung erschweren die Stabilisierung des Landes.

https://frieden-sichern.dgvn.de/konflik ... nkte/mali/
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Cobra9 » Do 16. Jan 2020, 11:50

Falsch mein Bester. Tötung steht für sehr viele Begriffe, ist aber nicht de facto mit Mord gleichzusetzen einfach. Du kannst einen Menschen auch töten ohne einen Mord zu begehen. Beispiel dafür sind Tötungsdelikte, die kein Mord sind, wie versehentliche oder fahrlässige Handlung mit Todesfolge, nach manchen Rechtsordnungen auch vorsätzliche Tötungen, bei denen der Tatbestand des Mordes nicht erfüllt ist. Soll Ich weitermachen ?

Bitte gerne


Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:39)

Von einer Tötung spricht man dann, denn die Person mit ihrem Tod im Vorfeld einverstanden war.
Beispiel: Ein Arzt verabreicht einem unheilbar kranken Patienten ein tötliches Medikament auf dessen Wunsch.
Alles andere ist Mord, wenn man es auch nicht gerne so bezeichnen mag.
Hier ging es um einen Auftragsmord um andere Morde zu rächen oder weitern vorzubeugen.
Ob die Reaktionen im Iran nicht sogar noch zu vermehrten tötlichen Konflikten führen, bleibt abzuwarten.



Ach der Iran das arme Opfer das keines ist. Die Taten des Iran führten zur Reaktion. Ergo selbst verschuldet. Sollte der Iran reagieren und es übertreiben wird es tatsächlich wieder Reaktionen geben.
Aktion --- Reaktion




Tötung

Tötung steht für:

Tötungsdelikt als Überbegriff
Fahrlässige Tötung
Gezielte Tötung
Tötung eines Gefangenen, siehe Hinrichtung
Kindstötung
Kinder-Euthanasie

Selbsttötung, siehe Suizid
Tötung auf Verlangen
Tötung unwerten Lebens
Tötung von Nutztieren, siehe Schlachtung
Tötung von Wild, jägersprachlich Erlegen oder zur Strecke bringen

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tung




Also Ich glaube kaum das ein Mensch der hingerichtet werden soll in der Regel einverstanden ist. Oder jemand der bei einem Tötungsdelikt das Leben verlor. Generell würde Ich wagen zu behaupten wer nicht freiwillg getötet wird hat was gegen seine Tötung.


Ich behaupte nicht das alle Tötungen gerechtfertigt von Soldaten oder staatlichen Kräften. Es gibt mit Sicherheit auch Morde. Streite Ich nicht ab. Aber aus einer Tötung in einem bewaffneten Konflikt einen Mord machen zu wollen geht zu weit und zu pauschal. Kann sein das Ich den iranischen General falsch bewerte, also den Fall. Aber sorry für Mich war die Tötung gerechtfertigt und warum habe Ich mehrfach erklärt.

Ich bin auch der Letzte wo nicht sagt es müssten endlich mal Regeln aufgestellt werden neu und generell, angepasst an die Lage heute. Passiert aber nicht.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Do 16. Jan 2020, 12:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Papaloooo » Do 16. Jan 2020, 11:53

Cobra9 hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:44)

Das ist mal größtenteils falsch das es unbdingt gegen Frankreich usw. geht. Die Hauptgruppen nenn Ich gerne mal kurz wo aktiv sind in Mali.

Ansar Dine nennen sich Verteidiger des Islam- . Die "Verteidiger des Islam" fordern Autonomie für den Norden und die Umsetzung des islamischen Rechts der Scharia

Al Kaida im islamischen Magrehb kurz AQMI- Terroisten mit dem Ziel für Chaos zu sorgen

Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika oder kurz MUJAO- Ableger obiger Gruppe die eine eigene Region wollen

Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad - Autonomie und Recht der Tuareg auf Selbstbestimmung



Also sorry von wegen es geht vor allem gegen die Dominanz aus Europa ist falsch. Eher möchte jeder seine eigene Zone alleine und primär alle gegen die Regierung

Lies selbst

Terror- und Rebellengruppen begehren in Mali seit vielen Jahren gegen die Regierung auf. Trotz mehrerer Friedensabkommen bleiben gewaltsame Auseinandersetzungen und Anschläge traurige Realität. Die Vereinten Nationen versuchen, im Rahmen der MINUSA-Mission den Frieden in Mali zu sichern. Doch fehlende Reformbereitschaft der Regierung sowie Perspektivlosigkeit der Bevölkerung erschweren die Stabilisierung des Landes.

https://frieden-sichern.dgvn.de/konflik ... nkte/mali/

Das lässt sich nicht von der Hand weißen,
ja, da gibt es viel religiösen Fanatismus.
Aber dem zugrunde liegt oft die fehlenden Perspektiven der Menschen dort, und die kann man ihnen meiner bescheidenen Meinung nach militärisch nicht geben.
Glaubst du nicht, dass es auch heute noch einiges an Ungerechtigkeit im Handel zwischen Nationen gibt?
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Jan 2020, 11:57

Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 10:02)

Mali ist vor allem für Frankreich von größten strategischen Wert.
Das dortige uranvorkommen brauch Frankreich für seine vielen Kernkraftwerke.
Marli, eine ehemalige französische Kolonie wird auch heute immer noch von Frankreich ausgebeutet.
Und das lassen sich dort eben nicht alle Menschen gefallen und kämpfen gegen diese Dominanz aus Europa.
Sollte man nun wirklich Frankreich dagegen unterstützen, oder sollte man nicht die Bodenschätze den Menschen dort überlassen?
Wenn sich Frankreich mal an Deutschland ein Beispiel nehmen würde, oder besser noch an Schweden, und sich mal von dieser Kernkraft verabschieden, dann wäre auch diese Abhängigkeit von afrikanischen Bodenschätzen gebrochen.
Es ist wie so oft: man vermittelt beim militärischem Interagieren politische oder humanitäre Ziele, und kehrt dabei die eigentlich vorgelagerten wirtschaftlichen Interessen unter den Teppich!

Es gibt definitiv so einige Probleme in der Sahelzone bzw. im subsaharischen Raum, darunter die Wanderungsbewegungen von Terroristen, Schmugglern und Flüchtenden.

Die Dinge sich selbst zu überlassen trägt ja gerade entscheidend dazu bei, sich einem "Ring of Chaos" gegenüber zu sehen, der sich um Europa herum legt.
Romantisierungen helfen da nicht wirklich weiter. Der Verzicht auf Engagement bedeutet nichts anderes als das die Außenpolitik zur Innenpolitik wird. Soll heißen, die Probleme kommen näher.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Cobra9 » Do 16. Jan 2020, 12:00

Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:53)

Das lässt sich nicht von der Hand weißen,
ja, da gibt es viel religiösen Fanatismus.
Aber dem zugrunde liegt oft die fehlenden Perspektiven der Menschen dort, und die kann man ihnen meiner bescheidenen Meinung nach militärisch nicht geben.
Glaubst du nicht, dass es auch heute noch einiges an Ungerechtigkeit im Handel zwischen Nationen gibt?
Das ist wohl eines der Hauptübel auf dieser Welt.


Du Ich bin der Erste wo zugibt das es eine sehr massive Ungleichheit bei der Verteilung des Wohlstand bzw. Reichtum gibt. Was zu vielen Problemen führt oder noch führen wird. Darunter natürlich stärkt das auch Fanatismus oder Extemismus. Ganz unzweifelhaft. Viele Menschen lassen sich auch durch missbrauchte Religön ködern. Würde man den Lebenstandard, Bildungslevel und Perpektiven verbessern würde das enorm helfen global. Stell Ich gar nicht in Frage. Man müsste soweit kommen den Level anzugleichen zuminest teilweise.

Nur böse gesagt wer will das wirklich :?: Siehe mal den Irak. Die dortige Regierung hatte wirklich viel Geld zu Verfügung und es nicht geschafft etwas aufzubauen. Wie soll das dann eine Regierung in Afrika schaffen. Korupption, Filz, Lobbywirtschaft und so viel mehr sind Probleme mit echter Schlagkraft. Aber glaubst Du den es juckt ein deutschtes, russisches, US Unternehmen oder irgendwie wenn was da passiert solange das Geschäft funktioniert.

Nein tut es nicht. Wenn diese Grünen Aktivisten mal hinschauen würden wo ein Großteil der Rohstoffe herkommt für EU Autos bsp. und wie die Bedingungen für die Arbeiter sind würde man umdenken eventuell. Ja Wir brauchen einen Wandel. Aber nicht nur bei der Umwelt :(

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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Jan 2020, 12:23

Da hat die Lordkanzlerin Merkel nicht ganz Unrecht, wenn sie Entwicklung zum Sicherheitsthema dazu rechnet.

Das gilt allerdings auch umgekehrt, Entwicklung ist ohne Sicherheit nur sehr bedingt machbar, wenn überhaupt.

Beispiel für eine zivile Mission ist EUCAP, Beispiel für eine militärische Mission ist AMISOM.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Bobo » Do 16. Jan 2020, 12:35

Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:53)

Das lässt sich nicht von der Hand weißen,
ja, da gibt es viel religiösen Fanatismus.
Aber dem zugrunde liegt oft die fehlenden Perspektiven der Menschen dort, und die kann man ihnen meiner bescheidenen Meinung nach militärisch nicht geben.
Glaubst du nicht, dass es auch heute noch einiges an Ungerechtigkeit im Handel zwischen Nationen gibt?
Das ist wohl eines der Hauptübel auf dieser Welt.


Oh! Da hat man grad keine bessere Idee und gibt sich aufgrund fehlender Perspektiven dem religiösen Fanatismus hin? Man,man,man. Hoffentlich langweilen sich die Weltmächte nie übermäßig.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Jan 2020, 12:41

Papaloooo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:39)

Von einer Tötung spricht man dann, denn die Person mit ihrem Tod im Vorfeld einverstanden war.
Beispiel: Ein Arzt verabreicht einem unheilbar kranken Patienten ein tötliches Medikament auf dessen Wunsch.
Alles andere ist Mord, wenn man es auch nicht gerne so bezeichnen mag.
Hier ging es um einen Auftragsmord um andere Morde zu rächen oder weitern vorzubeugen.
Ob die Reaktionen im Iran nicht sogar noch zu vermehrten tötlichen Konflikten führen, bleibt abzuwarten.

Als Mordmerkmal wird ein "niederer Beweggrund" - wie z. B. Lust oder Habgier - angesehen, nicht jedoch einfach alles, was irgendwie eine Todesfolge aufweist.

Selbstverteidigung in einem bewaffneten Konflikt ist grundsätzlich kein Mord, gleichwohl für die beteiligten Parteien ein Risiko für Leib und Leben besteht.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Kohlhaas » Do 16. Jan 2020, 13:15

Bobo hat geschrieben:(16 Jan 2020, 11:02)

Lieber Kohlhaas,

es ist dein verbrieftes Recht, Vorgänge anders zu beurteilen. Aber das ändert nichts an den Worten in den Gutachten. Ich erkenne darin keine Freizeichnungsklausel und auch keine Hintertür. Wenn du meinst, es wäre eine Art Religion, die jeder für sich deuten kann, dann muss ich das akzeptieren.

Fakt ist, Soleimani war ein General in einem Konflikt. Er kommandierte Einheiten, die in weiten Teilen der Welt als islamstische Terrorgruppen eingestuft sind und deren einziger Befehl es ist, vermeintliche Feinde iranischer Ideologien zu töten und Frieden, der nicht vom Iran kontrolliert und gestaltet ist, mit Tod und Gewalt zu verhindern. Daraus haben weder Soleimani noch die Mullahs vor Soleimanis Neutralisierung ein Geheimnis gemacht, und sie tun es auch jetzt nicht! Wie jeder, der nicht geistig zurückgeblieben ist weiß, schreiben die derzeitigen iranischen Ideologien den Menschenrecht verachtenden Gottesstaat vor. Der sagt: Ein kleines Beispiel: z. B. Der erste Genuss von Alkohol oder Musik sieht als Strafe die Auspeitschung vor, im Wiederholungsfall die Todesstrafe. Dieses Regime tötet alle Menschen, die sich nach einer unmenschlichen Bestrafung nicht deren Vorstellung von einem göttlichen Staat beugen! :dead:

Der Iran macht ebenfalls kein Geheimnis aus dem Bestreben, diesen Gottesstaat über den gesamten Nahen Osten auszuweiten. Nicht durch Überzeugung, sondern mit tödlicher Gewalt, und der Kopf dieses Bestrebens war Generalmajor Soleimani! Und deshalb war es richtig, diesen Mistkerl ins Nirwana zu blasen und ich hoffe, dass seine Nachfolger und derren Anhänger ihm folgen werden. Besser früher als später.


Du hast meine volle Zustimmung. Deshalb schrieb ich ausdrücklich, dass ich nicht Dich meinte ;)

Ich habe Dir nur in zwei Punkten widersprochen.

Erstens: Du hast geschrieben, dass das Gutachten für den Bundestag die Tötung Soleimanis NICHT als völkerrechtswidrig einstufen würde. Das sehe ich anders. Die Gutachter haben sehr wohl erklärt, dass die Aktion unrechtmäßig gewesen sei. Ich teile ihre Auffassung ausdrücklich NICHT! Ich bin der Ansicht, dass zwischen den USA und dem Iran schon seit Jahren ein unerklärter Krieg läuft. Soleimani abzuknallen war meiner bescheidenen Meinung nach kein Mord, sondern eine völlig legitime Kriegshandlung. Die hat sogar endlich mal den Richtigen getroffen, und nicht immer nur die kleinen Befehlsempfänger.

Zweitens: Du hast geschrieben, dass es letztlich egal sei, wie das rechtlich zu bewerten ist. Auch hier bin ich anderer Meinung. Ich stelle nämlich fest, dass zum Beispiel hier in unserer Diskussion eine ganze Reihe von Menschen (und wieder meine ich ausdrücklich nicht DICH!) keine Ahnung über die rechtlichen Hintergründe haben, hier aber über angeblichen "Mord" rumheulen. Da machen die Leute meinem Eindruck von ihrer Ahnungslosigkeit Gebrauch, um ihren undifferenziertem Antiamerikanismus und/oder ihre antidemokratischen Grundhaltung auszuleben. Gegen Ahnungslosigkeit hilft nur Bildung! Man sollte sich erstmal über das Thema schlau machen, ehe man jemandem Mord unterstellt.

Zur Sicherheit nochmal: Dich habe ich nicht gemeint.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Jan 2020, 13:31

Die Argumentation des Völkerrechtlers Prof. Talmon halte ich auch für sehr viel schlüssiger als andere Mutmaßungen.

1. Gibt es überhaupt einen bewaffneten Konflikt?
Unbedingt.
Auch rein formal gesehen ist es doch so, dass das US-Verteidigungsministerium vorab eine ausführliche Presse-Erklärung herausgab, welche die Angriffe (!) auf amerikanische Einheiten seit November 2019 benennt.
Die Verteidigungssituation ist somit geltend gemacht.

2. Sind angreifende Milizen Kombattanten?
Natürlich.

3. War General Soleimani Kombattant?
Ohne Frage.

4. Ist ein Luftangriff auf gegnerische Kombattanten legitim?
Sofern es in einem Verhältnis zum militärischen Zweck steht, sicher.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Kohlhaas » Do 16. Jan 2020, 14:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Jan 2020, 13:31)

Die Argumentation des Völkerrechtlers Prof. Talmon halte ich auch für sehr viel schlüssiger als andere Mutmaßungen.

1. Gibt es überhaupt einen bewaffneten Konflikt?
Unbedingt.
Auch rein formal gesehen ist es doch so, dass das US-Verteidigungsministerium vorab eine ausführliche Presse-Erklärung herausgab, welche die Angriffe (!) auf amerikanische Einheiten seit November 2019 benennt.
Die Verteidigungssituation ist somit geltend gemacht.

2. Sind angreifende Milizen Kombattanten?
Natürlich.

3. War General Soleimani Kombattant?
Ohne Frage.

4. Ist ein Luftangriff auf gegnerische Kombattanten legitim?
Sofern es in einem Verhältnis zum militärischen Zweck steht, sicher.

Genauso sehe ich das auch. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat für sein Gutachten aber ausschließlich die beiden Vorfälle untersucht, die man als "direkte" Konfrontation zwischen USA und Iran untersucht. Also den Angriff auf Soleimani und die anschließenden Raketenangriffe von iranischem Boden gegen Stellungen der US-Truppen.

Mir ist nicht ganz klar, warum sie das so eingeengt haben. Hängt möglicherweise damit zusammen, dass die zugrunde liegende internationalen Rechtsnormen ursprünglich nur auf Konflikte zwischen Staaten angewendet wurden. Die Haager Landkriegsordnung wurde immerhin schon im Jahr 1899 beschlossen. Da gab es so Phänomene wie "irreguläre" oder asymmetrische Kriegführung noch nicht. Es mag auch damit zusammenhängen, dass die Haltung der USA, in einen weltweiten "Krieg gegen den Terror" verstrickt zu sein, als zu weitreichend und zu undifferenziert aufgefasst wurde. In der Tat könnten die USA mit dieser Auffassung jegliche Militäraktion als Kriegshandlung darstellen. Das geht auch in meinen Augen zu weit.

Ungeachtet dessen bin ich aber der Ansicht, dass es keinen Zweifel an einem seit Jahren bestehenden bewaffneten Konflikt zwischen USA und Iran geben kann.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon Bobo » Fr 17. Jan 2020, 10:08

Kohlhaas hat geschrieben:(16 Jan 2020, 13:15)

Du hast meine volle Zustimmung. Deshalb schrieb ich ausdrücklich, dass ich nicht Dich meinte ;)

Ich habe Dir nur in zwei Punkten widersprochen.

Erstens: Du hast geschrieben, dass das Gutachten für den Bundestag die Tötung Soleimanis NICHT als völkerrechtswidrig einstufen würde. Das sehe ich anders. Die Gutachter haben sehr wohl erklärt, dass die Aktion unrechtmäßig gewesen sei. Ich teile ihre Auffassung ausdrücklich NICHT! Ich bin der Ansicht, dass zwischen den USA und dem Iran schon seit Jahren ein unerklärter Krieg läuft. Soleimani abzuknallen war meiner bescheidenen Meinung nach kein Mord, sondern eine völlig legitime Kriegshandlung. Die hat sogar endlich mal den Richtigen getroffen, und nicht immer nur die kleinen Befehlsempfänger.

Zweitens: Du hast geschrieben, dass es letztlich egal sei, wie das rechtlich zu bewerten ist. Auch hier bin ich anderer Meinung. Ich stelle nämlich fest, dass zum Beispiel hier in unserer Diskussion eine ganze Reihe von Menschen (und wieder meine ich ausdrücklich nicht DICH!) keine Ahnung über die rechtlichen Hintergründe haben, hier aber über angeblichen "Mord" rumheulen. Da machen die Leute meinem Eindruck von ihrer Ahnungslosigkeit Gebrauch, um ihren undifferenziertem Antiamerikanismus und/oder ihre antidemokratischen Grundhaltung auszuleben. Gegen Ahnungslosigkeit hilft nur Bildung! Man sollte sich erstmal über das Thema schlau machen, ehe man jemandem Mord unterstellt.

Zur Sicherheit nochmal: Dich habe ich nicht gemeint.


Alles Gut! Ich hatte dich schon beim ersten Mal verstanden. Bei manch einem User kommt man iim Angesicht absurdester Behauptungen nicht um die Frage herum, ob die in einer Welt aus Scheiße leben, und uns unsere so sehr neiden, dass ihr Neid keine Grenzen kennt. Unsere Welt muss einfach schlecht und kriminell sein. Freiheit und Wohlstand gibt es gar nicht, schon gar keine eigene Meinung. Alternativ hat man es mit Anhängern der im Mittelpunkt stehenden Personen zu tun.
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Re: Qassem Soleimani tot?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 17. Jan 2020, 12:08

Kohlhaas hat geschrieben:(16 Jan 2020, 14:59)

Genauso sehe ich das auch. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat für sein Gutachten aber ausschließlich die beiden Vorfälle untersucht, die man als "direkte" Konfrontation zwischen USA und Iran untersucht. Also den Angriff auf Soleimani und die anschließenden Raketenangriffe von iranischem Boden gegen Stellungen der US-Truppen.

Mir ist nicht ganz klar, warum sie das so eingeengt haben. Hängt möglicherweise damit zusammen, dass die zugrunde liegende internationalen Rechtsnormen ursprünglich nur auf Konflikte zwischen Staaten angewendet wurden. Die Haager Landkriegsordnung wurde immerhin schon im Jahr 1899 beschlossen. Da gab es so Phänomene wie "irreguläre" oder asymmetrische Kriegführung noch nicht. Es mag auch damit zusammenhängen, dass die Haltung der USA, in einen weltweiten "Krieg gegen den Terror" verstrickt zu sein, als zu weitreichend und zu undifferenziert aufgefasst wurde. In der Tat könnten die USA mit dieser Auffassung jegliche Militäraktion als Kriegshandlung darstellen. Das geht auch in meinen Augen zu weit.

Ungeachtet dessen bin ich aber der Ansicht, dass es keinen Zweifel an einem seit Jahren bestehenden bewaffneten Konflikt zwischen USA und Iran geben kann.

Das Gutachten ist von der Linkspartei beauftragt worden, vielleicht erklärt das eine Verengung der Fragestellung.
Der wissenschaftliche Service liefert quasi juristische Argumente zur Hand, stellt aber keine Rechtsprechung dar.

Die Völkerrechtler mögen sich darum prügeln, was die richtige Ansicht ist, aber es kann doch wohl nicht sein, dass eine Terror-Miliz irgendwo herumspringt, Angriffe durchführt und dann nicht abwehrbar sein soll. Selbst wenn diese Miliz isoliert wäre - was Hisbollah & Quds freilich nicht sind - kann es doch keine Privilegien zur Kriegsführung oder Terrorisierung geben.

So weit mir bekannt, gilt gem. Römischem Statut die Entsendung bewaffneter Banden, vorausgesetzt, der Umfang ist relevant, sogar als Aggressionsverbrechen.
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