Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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Keoma
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 14:54

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:48)

Nein, natürlich nicht. Solange die Herkunft nicht das Einzige ist, was einen am anderen interessiert, ist das doch völlig ok. Und selbstverständlich gehört die Herkunft zur Sozialisation des Menschen mit dazu, genauso, wie Elternhaus, Familie, Beruf, Freundeskreis, Bildung, Hobbies dazu gehören. Ich würde nur niemals jemanden auf seine Herkunft reduzieren wollen.

Na also, dann ist das Wort "Herkunft" doch nicht ausschließlich rechts.
Aber wenn z.B. jemand einen Akzent hat, interessiert es mich einfach, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.
Das hat ja mit Rassismus nichts zu tun.
Dass "er ist ein Chinese, damit ist er weniger wert" rassistisch ist, ist eine Binse.
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Selina
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 13. Okt 2021, 14:57

Keoma hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:54)

Na also, dann ist das Wort "Herkunft" doch nicht ausschließlich rechts.
Aber wenn z.B. jemand einen Akzent hat, interessiert es mich einfach, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.
Das hat ja mit Rassismus nichts zu tun.
Dass "er ist ein Chinese, damit ist er weniger wert" rassistisch ist, ist eine Binse.


Das Wort "Herkunft" ist - wie weiter oben schon gesagt - dann rechts, wenn es zur Ausgrenzung und Abschottung benutzt wird. Was oft genug geschieht. Eigentlich völlig klar.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 15:05

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:57)

Das Wort "Herkunft" ist - wie weiter oben schon gesagt - dann rechts, wenn es zur Ausgrenzung und Abschottung benutzt wird. Was oft genug geschieht. Eigentlich völlig klar.


Ich kann es nicht sagen, was oft genug ist, tatsächlich ist es einmal ein unbelastetes Wort.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon BlueMonday » Mi 13. Okt 2021, 15:29

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)

Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff. Und linke Politik ist grundsätzlich nur mit einem universalistischen Menschenbild machbar.


Herkunft kommt von ... Herkommen. Jeder, der sich bewegt, kommt von wo her.
Von daher wird die Frage nach der Herkunft in zwei Fällen offensichtlich gegenstandslos: Bei Menschen, die sich nie und niemals bewegen und bei Menschen, die sich in einem Maße bewegen, so dass sie nirgendwo ankommen und bleiben und etwas annehmen, mitnehmen, weitertragen könnten.

Worüber sollte ein Herkommender berichten, wenn nicht über irgendeine Struktur, ein erkennbares Muster, eine "Ordnung", die hinter ihm liegt, etwas Bleibendes, sich Wiederholendes - und vor allem sich Unterscheidendes? Wenn alles überall ("universal") egal und gleich-gültig wäre, wozu sich bewegen, wozu dann noch von irgendwo herkommen und sich zu irgendwas hinbewegen wollen? Bewegungen finden nur in der Differenz, zwischen einem (Reiz)Gefälle, zwischen Unterschiedlichem statt.

Das ist die eigentliche Dialektik der "Herkunft": Bewegung zwischen unterscheidbaren Strukturen. Ist nun das "Rechte" oder das "Linke" näher an dieser lebbaren Art der Welt zu begegnen? Was meinst du?
Zuletzt geändert von BlueMonday am Mi 13. Okt 2021, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Zunder » Mi 13. Okt 2021, 15:33

Die Herkunft ist für das Recht auf Asyl übrigens durchaus essentiell.
Das Asylrecht ist wahrscheinlich auch so ein rechter Kampfbegriff.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 13. Okt 2021, 15:43

Wenns schon philosophisch-soziologisch wird, dann halte ich solche Kategorien wie Aufbruch, Ankunft, Dasein, Angenommen-Sein und Miteinander für wichtiger als Herkunft.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 15:46

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 15:43)

Wenns schon philosophisch-soziologisch wird, dann halte ich solche Kategorien wie Aufbruch, Ankunft, Dasein, Angenommen-Sein und Miteinander für wichtiger als Herkunft.


Ohne Herkunft keine Ankunft.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Liegestuhl » Mi 13. Okt 2021, 15:54

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:57)

Das Wort "Herkunft" ist - wie weiter oben schon gesagt - dann rechts, wenn es zur Ausgrenzung und Abschottung benutzt wird. Was oft genug geschieht. Eigentlich völlig klar.


Jedes Wort ist diskriminierend, wenn es zur Ausgrenzung und Abschottung genutzt wird. Entscheidend ist immer der Kontext, in dem dieses Wort steht.

Ein "per Definition" gibt es da nicht.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Michael_B » Mi 13. Okt 2021, 16:31

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:48)

Nein, natürlich nicht. Solange die Herkunft nicht das Einzige ist, was einen am anderen interessiert, ist das doch völlig ok. Und selbstverständlich gehört die Herkunft zur Sozialisation des Menschen mit dazu, genauso, wie Elternhaus, Familie, Beruf, Freundeskreis, Bildung, Hobbies dazu gehören. Ich würde nur niemals jemanden auf seine Herkunft reduzieren wollen.


Das stimmt natürlich. Wenn das die erste Frage wäre: Ey, wo kommst du her ey, das wäre kein guter Einstieg.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 16:34

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:35)

In was?

Im walken und posen und stylish sein :D
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Michael_B » Mi 13. Okt 2021, 16:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:34)

Im walken und posen und stylish sein :D


Heieiei, besser altersgerechte Sprache, die beiden Omas kommen sonst bestimmt nicht mit, wenn die Darnell nicht mal kennen. :cool:
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 16:53

Okay. Im Mannequingang, im Posieren vor der Kamera und im Stilvoll sein :D
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Okt 2021, 16:53

Michael_B hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:48)

Heieiei, besser altersgerechte Sprache, die beiden Omas kommen sonst bestimmt nicht mit, wenn die Darnell nicht mal kennen. :cool:


Vielleicht sind die Omas nur wählerischer, was das TV Programm angeht. Oder gucken überhaupt kein TV. :cool:
Ich glaub, die anwesenden Omas beherrschen die englische Sprache.
Muß ja nicht jeder seine Zeit mit Heidi Klum verschwenden. ;)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 16:55

GNTM war das einzige Trashformat, das ich mir aus familiären Gründen ansehen musste, finde das aber bis heute witzig :D Das Format ist so dermaßen daneben, das kann man nur witzig finden.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 13. Okt 2021, 17:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:53)

Okay. Im Mannequingang, im Posieren vor der Kamera und im Stilvoll sein :D


Sympathischer Typ. Ist der denn überhaupt noch irgendwo drin, wo diese Talente-Show nebst Bohlen ja krachengegangen ist? Die Neuauflage mit anderen Leuten scheint ja in die Hose zu gehen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Okt 2021, 17:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:55)

GNTM war das einzige Trashformat, das ich mir aus familiären Gründen ansehen musste, finde das aber bis heute witzig :D Das Format ist so dermaßen daneben, das kann man nur witzig finden.


Meine Töchter haben das als Teenies geguckt. Ich hab mal aus dem Nebenzimmer die Dialoge in der Sendung gehört :dead: und mich dann wieder anderen Dingen gewidmet.
Die Töchter befanden sich in Telkos mit anderen Mädchen während der Sendung, um sich eingehend zu beraten. Ich selbst habe um Desinformation gebeten.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Vongole » Mi 13. Okt 2021, 17:13

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:55)

GNTM war das einzige Trashformat, das ich mir aus familiären Gründen ansehen musste, finde das aber bis heute witzig :D Das Format ist so dermaßen daneben, das kann man nur witzig finden.

Nur auf GNTM bezogen: wohl dem, der Söhne hat :D
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 17:19

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 17:05)

Ist der denn überhaupt noch irgendwo drin, wo diese Talente-Show nebst Bohlen ja krachengegangen ist?

Keine Ahnung, ich habe keine Glotze mehr.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon JJazzGold » Mi 13. Okt 2021, 19:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:34)

Im walken und posen und stylish sein :D


Wenn Leute bereit sind dafür zu zahlen, ok.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 19:26

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 19:16)

Wenn Leute bereit sind dafür zu zahlen, ok.

Über den Werbeetat diverser Unternehmen bezahlst auch du dessen Gage.
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