Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Apr 2021, 19:09

Selina hat geschrieben:(21 Apr 2021, 15:02)

Wir leben aber schon lange nicht mehr am Anfang der Menschheitsgeschichte. Inzwischen haben sich die Bedingungen der Arbeit, des Wohnens, der Kindererziehung, ja, des gesamten Lebens, so gravierend gewandelt, dass du mit deinen evolutionsbiologischen Erkenntnissen alleine nicht weit kommst. Da müssteste schon die von dir verhasste Soziologie mit hinzunehmen. Die Menschen hocken nicht mehr in Höhlen.

https://soztheo.de/soziologie/allgemeine-soziologie/

Schatzilein, die Evolution - die für unser biologisches Programm verantwortlich ist - interessiert nicht ob wir am "Anfang der Menschheitsgeschichte" leben oder nicht.
Ja welcher Menschheitsgeschichte eigentlich?
Seit der Trennung vom gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschaffe sind nach gegenwärtigen Kenntnisstand mindestens 5 Mio Jahre vergangen.
Ist das der "Anfang der Menschheitsgeschichte"?
Seit Entstehung des Homo sapiens sapiens sind ca. 200.000 Jahre vergangen.
Ist das der "Anfang der Menschheitsgeschichte"?
Seit der Sesshaftwerdung bzw Neolithisierung sind ca 10.000 Jahre vergangen.
Ist das der "Anfang der Menschheitsgeschichte"?
Ja was denn nun, wann ist denn der "Anfang der Menschheitsgeschichte"
Das Dumme ist nämlich, dass sich das biologische Programm, welches in uns abläuft in dieser ganzen Zeit NICHT geändert hat und sich auch in absehbarer Zeit NICHT ändern wird, weil sich als ÜBERLEBENSVORTEIL erwiesen hat.

Wenn es darum geht zu beschreiben was der Mensch ist, dann liefern nur die Evolutionsbiologie und die Evolutionspsychologie nachvollziehbare, an und in der Realität überprüfbare und falsifizierbare Erklärungen evtl noch die vergleichende Primatologie.
Die Allgemeine Soziologie hilft dir da nicht weiter, weil die nur untersucht, was der Mensch entwickelt hat, aber NICHT erklären kann, worauf diese Entwicklung gründet.

Du solltest wirklich mal Deinen Horizont erweitern, statt immer nur aus der Schlüssellochperspektive kleinkarierte Momentaufnahmen zu machen, dann würdest du vielleicht auch verstehen, dass es KEIN "das Biologische UND das Soziale" in der menschlichen Evolution gibt.
Evolution bedeutet Prozesse, die im Zeitraum von Jahrmillionen bis Jahrhundertausenden ablaufen und nicht innerhalb von Jahrhunderten oder gar nur Jahrzehnten. Das ist es was DU nicht begreifst
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Apr 2021, 19:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(21 Apr 2021, 16:28)

Dann kommt auch noch die Vögelquote, furchtbare Vorstellung :dead:

Nee, dann suchen sich Männer das Modell Cherry2000 und sind glücklich und solche Nörgelköppe wie Selina müssen sich auf ihre Hände besinnen und dürfen träumen. :D :cool:
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Apr 2021, 19:18

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2021, 17:30)

Au weia, Selina, ausgerechnet Max Weber, und das von dir?

Tja, sowas passiert, wenn man keine Ahnung hat und nicht versteht, was man verlinkt. :s :?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 21. Apr 2021, 19:21

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2021, 18:49)

Ich hab das schon verstanden, fand aber die "nicht mehr mit Frauen vögelnden Männer" sehr komisch, und vor allem sehr realitätsfern. :D
Außerdem geht diese ganze Debatte völlig am Thema vorbei, es sei denn, Männer und Frauen wären neuerdings verschiedene Rassen.

Passt aber zum Thema Woke, weil da ja auch Sexismus (#metoo) mit reinpasst und die angeblich nicht vorhandene Gleichberechtigung und/oder Chancengleichheit.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Vongole » Mi 21. Apr 2021, 19:27

Dark Angel hat geschrieben:(21 Apr 2021, 19:21)

Passt aber zum Thema Woke, weil da ja auch Sexismus (#metoo) mit reinpasst und die angeblich nicht vorhandene Gleichberechtigung und/oder Chancengleichheit.

Ja leider, denn mit der ursprünglichen Woke-Bewegung hat das nichts zu tun.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 21. Apr 2021, 19:44

Dark Angel hat geschrieben:(21 Apr 2021, 19:09)
Schatzilein, die Evolution - die für unser biologisches Programm verantwortlich ist - interessiert nicht ob wir am "Anfang der Menschheitsgeschichte" leben oder nicht.

Das scheint - wenn man sich ein bisschen mit der Epigenetik/Epigenomik beschäftigt - zumindest nicht mehr ganz so sicher zu sein wie mancher glaubt.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 21. Apr 2021, 20:09

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2021, 18:25)

Die Männer werden alle schwul? :?:

So habe ich das Szenario verstanden :cool:
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 21. Apr 2021, 20:32

Tom Bombadil hat geschrieben:(21 Apr 2021, 20:09)

So habe ich das Szenario verstanden :cool:


Ich nicht.
Ich glaub, alle Frauen sollen sich von der Care-Arbeit zurückziehen, damit die Männer blöd aus der Wäsche gucken und verhungern und verlottern.
Dieses Männerbild ist ziemlich fragwürdig, aber typisch für weinerliche Frauen.
Ich kenne keine Männer, die ohne Frauen wie Penner rumlaufen und ihre alten Eltern im Keller wegsperren. Hab einige Singles im Kollegen-und Freundeskreis. Die kümmern sich, waschen sich und ihre Klamotten, kochen sich was zu essen und halten ihre Buden in Schuß. Natürlich können sie mit der Perfektion und Herrlichkeit der gottgleichen Frauen nicht mithalten, sind aber auch nicht so nervös.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 21. Apr 2021, 20:51

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Apr 2021, 20:32)
Dieses Männerbild ist ziemlich fragwürdig, aber typisch für weinerliche Frauen.

Vielleicht geht es eher um Klischees: Der Hausmann wird als Weichei gesehen und die Karrierefrau als Rabenmutter. Wenn's andersrum läuft, ist alles ok.

Ich gestehe aber, dass mir diese Klischees nicht ganz fremd sind. Nicht zu arbeiten und stattdessen die Kinder ganztägig zu betüddeln, käme mir nicht in den Sinn.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 21. Apr 2021, 20:58

Meine Güte, was ich alles sein soll, wenn es nach einigen Userinnen geht: Weinerlich, jammernd, ahnungslos, nörgelnd und natürlich völlig ungebildet :D Dabei finden mich die Leute aus dem realen Leben allesamt gut aussehend, intelligent, ausgleichend, abwägend, freundlich, belesen, mitfühlend, humorvoll, hilfsbereit und und und :D Vielleicht sind es eher die eigenen Defizite, die man hier voller Genuss auf eine Fremde projiziert.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 21. Apr 2021, 21:01

PeterK hat geschrieben:(21 Apr 2021, 20:51)

Vielleicht geht es eher um Klischees: Der Hausmann wird als Weichei gesehen und die Karrierefrau als Rabenmutter. Wenn's andersrum läuft, ist alles ok.

Ich gestehe aber, dass mir diese Klischees nicht ganz fremd sind. Nicht zu arbeiten und stattdessen die Kinder zu betüddeln, käme mir nicht in den Sinn.


Wenn eine Frau klagt, dass Hausarbeit/Kinder versorgen/Care-Arbeit sehr belastend und anstrengend sind, finde ich es unlogisch, dass Männer, die diesen Job machen, Weicheier sein sollen.
In einer funktionierenden Familie, wo keiner zu kurz kommt, ist es völlig wurscht, wer den Großteil der Hausarbeit macht und wer die Kohle ranschafft. Das geht einzig die betreffende Familie etwas an.

Im Freundeskreis hatten wir diese Konstellation...sie Architektin, sehr schnell fertig mit ihrem Diplom, er Langzeitstudent Maschinenbau , ohne Eile. Sie wurde schwanger, hat nach der Geburt ihrem Langzeitstudenten das Baby in die Arme gedrückt und in der Berufswelt für die kleine Familie das Geld erarbeitet. Er hat zwei Jungs großgezogen und den gesamten Haushalt alleine gewuppt. Sie hat von Wäschewaschen null Ahnung. Sind heute noch zusammen, die Jungs sind groß, er hat mittlerweile sein Studium beendet und arbeitet ebenfalls in der freien Wirtschaft.
Wenn beide sich einig sind, ist alles gut. Es geht Außenstehende schlicht nichts an. Übrigens kamen natürlich im Freundeskreis spitze Bemerkungen, die beide lachend an sich abprallen ließen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 21. Apr 2021, 21:03

Selina hat geschrieben:(21 Apr 2021, 20:58)

Meine Güte, was ich alles sein soll, wenn es nach einigen Userinnen geht: Weinerlich, jammernd, ahnungslos, nörgelnd und natürlich völlig ungebildet :D Dabei finden mich die Leute aus dem realen Leben allesamt gut aussehend, intelligent, ausgleichend, abwägend, freundlich, belesen, mitfühlend, humorvoll, hilfsbereit und und und :D Vielleicht sind es eher die eigenen Defizite, die man hier voller Genuss auf eine Fremde projiziert.


Du bist eine ganz Liebe und Gute. :)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Mi 21. Apr 2021, 21:13

Selina hat geschrieben:(21 Apr 2021, 20:58)
Meine Güte, was ich alles sein soll, wenn es nach einigen Userinnen geht: Weinerlich, jammernd, ahnungslos, nörgelnd und natürlich völlig ungebildet :D Dabei finden mich die Leute aus dem realen Leben allesamt gut aussehend, intelligent, ausgleichend, abwägend, freundlich, belesen, mitfühlend, humorvoll, hilfsbereit und und und :D Vielleicht sind es eher die eigenen Defizite, die man hier voller Genuss auf eine Fremde projiziert.

Also ich finde dich auch gutaussehend :)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon PeterK » Mi 21. Apr 2021, 21:31

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Apr 2021, 21:01)
Wenn eine Frau klagt, dass Hausarbeit/Kinder versorgen/Care-Arbeit sehr belastend und anstrengend sind, finde ich es unlogisch, dass Männer, die diesen Job machen, Weicheier sein sollen.

Ich auch - obwohl es für mich nicht in Frage käme.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 21. Apr 2021, 21:37

PeterK hat geschrieben:(21 Apr 2021, 21:31)

Ich auch - obwohl es für mich nicht in Frage käme.


Für meinen Mann kam das auch nicht in Frage....aber er hat das früh kommuniziert, ich wußte, woran ich bin und hatte die Wahl.
Mich hat es nicht umgebracht, eine Weile Kinder und Haushalt zu wuppen. Hab in der Zeit Homeoffice gemacht, bin also nie raus aus dem Beruf.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 21. Apr 2021, 22:20

Skeptiker hat geschrieben:(21 Apr 2021, 21:13)

Also ich finde dich auch gutaussehend :)


Humor scheinste schon mal zu haben ;)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Uffhausen » Mi 21. Apr 2021, 22:30

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Apr 2021, 21:01)
Wenn eine Frau klagt, dass Hausarbeit/Kinder versorgen/Care-Arbeit sehr belastend und anstrengend sind, finde ich es unlogisch, dass Männer, die diesen Job machen, Weicheier sein sollen.

Der Weicheier-Vorwurf käme, wenn schon, auch von Männern und nicht von Frauen. Da kann man vielleicht noch drüber lachen, wenn man in Stimmung ist = Frauen können dagegen richtiggehend fies werden:

Mein Vater war nach dem Krebstod meiner Mutter alleinerziehend - und arbeitslos. Bis ich 13 Jahre als war, hat er mir nach und nach alles beigebracht, damit ich mich in Zuunft, wenn er wieder Vollzeit arbeiten geht, allein versorgen konnte: Kochen, Waschen, Putzen, Geldumgang usw.

Die Mütter aus unserer Nachbarschaft empfanden den Umstand, dass da ein Mann ein kleinen Jungen großzieht, als inakzeptabel - sie verboten ihren Kindern den Umgang mit mir, schwärzten meinen Vater beim Jugendamt an usw. Wenn's nach denen gegangen wäre, hätte ich meine Jugend in einer internatsähnlichen Erziehungsanstalt weit weg von zuhause verbringen müssen = aber keinesfalls, bei einem Mann, selbst wenn's der leibliche Vater ist! :mad:

Mein Vater fand sogar den Mut und schloß sich dem örtlichen Alleinerziehendentreff an - natürlich war er da als Mann der Hahn im Korb. Die Damenschaft empfahl ihm, die Gruppe wieder zu verlassen - man sei schließlich keine Singlebörse und die hiesigen Frauen kein Freiwild. :rolleyes:

Jahre später kamen dann die besorgten Nachbarsmütter nach und nach auf meinen Vater zu und wollten wissen, wie er es denn geschafft habe, mich so vorbildlich und selbstständig hinzubekommen - ihre Söhne und Töchter klebten immernoch an ihren Rockzipfeln und dass sie noch nicht zu faul wären zu atmen, sei ein Wunder... :p

Mein Vater ist seit dem Tod meiner Mutter nie wieder eine neue Beziehung eingegangen. Bei soviel weiblicher Feindseligkeit, die er über sich ergehen lassen musste...
"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen." Erich Kästner
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Mi 21. Apr 2021, 22:43

Selina hat geschrieben:(21 Apr 2021, 22:20)
Humor scheinste schon mal zu haben ;)

Im Märchen erzählen, kann ich jedenfalls locker mithalten :thumbup:
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Do 22. Apr 2021, 07:00

Uffhausen hat geschrieben:(21 Apr 2021, 22:30)

Der Weicheier-Vorwurf käme, wenn schon, auch von Männern und nicht von Frauen. Da kann man vielleicht noch drüber lachen, wenn man in Stimmung ist = Frauen können dagegen richtiggehend fies werden:

Mein Vater war nach dem Krebstod meiner Mutter alleinerziehend - und arbeitslos. Bis ich 13 Jahre als war, hat er mir nach und nach alles beigebracht, damit ich mich in Zuunft, wenn er wieder Vollzeit arbeiten geht, allein versorgen konnte: Kochen, Waschen, Putzen, Geldumgang usw.

Die Mütter aus unserer Nachbarschaft empfanden den Umstand, dass da ein Mann ein kleinen Jungen großzieht, als inakzeptabel - sie verboten ihren Kindern den Umgang mit mir, schwärzten meinen Vater beim Jugendamt an usw. Wenn's nach denen gegangen wäre, hätte ich meine Jugend in einer internatsähnlichen Erziehungsanstalt weit weg von zuhause verbringen müssen = aber keinesfalls, bei einem Mann, selbst wenn's der leibliche Vater ist! :mad:

Mein Vater fand sogar den Mut und schloß sich dem örtlichen Alleinerziehendentreff an - natürlich war er da als Mann der Hahn im Korb. Die Damenschaft empfahl ihm, die Gruppe wieder zu verlassen - man sei schließlich keine Singlebörse und die hiesigen Frauen kein Freiwild. :rolleyes:

Jahre später kamen dann die besorgten Nachbarsmütter nach und nach auf meinen Vater zu und wollten wissen, wie er es denn geschafft habe, mich so vorbildlich und selbstständig hinzubekommen - ihre Söhne und Töchter klebten immernoch an ihren Rockzipfeln und dass sie noch nicht zu faul wären zu atmen, sei ein Wunder... :p

Mein Vater ist seit dem Tod meiner Mutter nie wieder eine neue Beziehung eingegangen. Bei soviel weiblicher Feindseligkeit, die er über sich ergehen lassen musste...


Aus welcher Ära oder aus welchem Kulturkreis stammst du?

Meine Beobachtung ist, dass alleinerziehende Väter bei beiden Geschlechtern Tränen der Rührung und Bewunderung provozieren.
Ich kenne auch niemanden, der einem Vater den Tod seiner Frau vorwerfen würde oder den Umstand, dass er sein Kind alleine großzieht.

Deine Story mag wahr sein.....ich glaube sie so nicht.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Do 22. Apr 2021, 09:57

Vongole hat geschrieben:(21 Apr 2021, 19:27)

Ja leider, denn mit der ursprünglichen Woke-Bewegung hat das nichts zu tun.

Nein, die ursprüngliche Woke-Bewegung kommt aus der Bürgerrechtsbewegung der späten Sechziger und frühen Siebziger und hatte damit eine ganz andere Zielrichtung.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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