Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

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Kohlhaas
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Mo 22. Feb 2021, 13:24

relativ hat geschrieben:(22 Feb 2021, 13:00)

Oder es läuft wie bisher. Einem Teil gehts gut bis sehr gut, der Rest vegetiert vor sich hin.

Genau da liegt das eigentliche Problem. Hierzulande sind wir über unseren Reichtum und durch Einrichtungen wie Rentenversicherung auch im Alter ganz gut abgesichert. In der sogenannten "Dritten Welt" sind immer noch die vielen Kinder das wichtigste Mittel, für das eigene Alter vorzusorgen. China ist als Beipspiel ja schon genannt worden. Als die Leute dort noch bettelarm waren, wuchs die Bevölkerung rasant. Jetzt, wo ein gewisser Wohlstand eingetreten ist, ist das nicht mehr so.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass genau die Länder, in denen Wohlstand herrscht, die Welt am stärksten verdrecken und zerstören. Genau die Länder sind auch am ehesten gerüstet, mögliche Verteilungskämpfe oder Kriege um Ressourcen zu gewinnen. Überbevölkerung ist nicht unser Problem. Die Wirtschaftsweise der industrialisierten Länder ist das Problem. NS2 ist ein Symptom dafür.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Mo 22. Feb 2021, 14:40

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Feb 2021, 13:24)

Genau da liegt das eigentliche Problem. Hierzulande sind wir über unseren Reichtum und durch Einrichtungen wie Rentenversicherung auch im Alter ganz gut abgesichert. In der sogenannten "Dritten Welt" sind immer noch die vielen Kinder das wichtigste Mittel, für das eigene Alter vorzusorgen. China ist als Beipspiel ja schon genannt worden. Als die Leute dort noch bettelarm waren, wuchs die Bevölkerung rasant. Jetzt, wo ein gewisser Wohlstand eingetreten ist, ist das nicht mehr so.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass genau die Länder, in denen Wohlstand herrscht, die Welt am stärksten verdrecken und zerstören. Genau die Länder sind auch am ehesten gerüstet, mögliche Verteilungskämpfe oder Kriege um Ressourcen zu gewinnen. Überbevölkerung ist nicht unser Problem. Die Wirtschaftsweise der industrialisierten Länder ist das Problem. NS2 ist ein Symptom dafür.



Treffer, Schiff versenkt. Vor allem wäre es wirtschaftlich sinnvoll eher mit Afrika zu arbeiten als mit Russland.

In Afrika Wasserstoff zu produzieren und durch vorhandene Pipeline-Projekte zu schicken wäre ganz gut. Vor allem würde man wirtschaftliche Möglichkeiten ermöglichen gegenseitig. Und ob mega Anlagen in der Wüste stehen kratzt niemand.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Mo 22. Feb 2021, 14:54

roli hat geschrieben:(22 Feb 2021, 10:27)

also ich möchte nicht, daß jeder mit Pellets heizt. Erdwärme wäre schon eine bessere Lösung.



Pellets = Biomasse. Biomasse kann lediglich Teil eines Mix verschiedener Art von Energie sein.


Nicht überall ist es möglich oder wirtschaftlich sinnvoll die Leitungen für Erdgas oder ähnliches zu verbuddeln. Weshalb in der ländlichen Struktur eher Öl, Holz ihren Platz haben.

Mir ist es auch klar das nicht jeder die Möglichkeit hat wie Ich quasi autark zu werden. Das geht nur wenn es bezahlbar ist, das Objekt passt und Geothermie Sinn macht.

Jedes Objekt von der Wohnung bis zum Hochhaus muß differenziert betrachtet werden. Dann muss man das Budget sehen, Anforderungen und grundsätzlich was ist vor Ort möglich umsetzbar.

In der 3 Zimmer Wohnung im Bunker mit mehr als nem Dutzend Parteien im der City macht eher Gasbrennwert Sinn derzeit. Aber man kann dazu trotzdem Dämmung anbringen, Fenster, Türen modernisieren.

Wo es möglich ist zusätzlich Solarthermie und Pv.

Wenn es sinnvoll ist auch Pellets in Kombination. Für mich war eben das Beste Geothermie WP mit Pv und Bwk Einbindung mit Holz./Pellets, Solarthermie ect.

Aber hätte ich noch den Wohnsitz wie vor Jahren in Stuttgart mit 4 Zimmern nicht. Da hätte ich lediglich ne gute Brennwert genommen.

Andere Sache wäre dann wieder wenn es die Eigentümer gemeinsam schaffen was in die Hand zu nehmen. Was selten umfassend passiert.

Den Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu minimieren halte ich für die beste Lösung erstmal. Und beim Strom soviel Potential nutzen im Alternativ Bereich.

Dann braucht man was wie Ns2 nicht im Ansatz. Nur bezweifle ich das die Länder schnell genug sind mit weg von Erdgas
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Mo 22. Feb 2021, 21:39

Ob Ns2 weiterhin ausreichend versichert ist?


Mindestens 18 Unternehmen ziehen sich aus Nord Stream 2 zurück

Die USA wollen die Fertigstellung der Ostseepipeline verhindern. Nun zeigt ein Bericht des Außenministeriums in Washington: Aus Furcht vor US-Sanktionen haben sich mehrere Unternehmen aus dem Projekt zurückgezogen

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... 97210f9d6d


Behörde sieht keine Gründe für Eile

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -99-548418
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Di 23. Feb 2021, 02:02

Revision in der Russland-Politik - die neue Lesart reagiert auf den Konfrontationskurs Moskaus.

Noch vor wenigen Wochen wollten Berlin, Paris und Rom von neuen Sanktionen wegen Nawalnyj nichts wissen. Damit ist es jetzt vorbei.
https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... ageIndex_3

Mitte März wollen die europäischen Regierungschefs über eine gemeinsame Linie beraten.
Auch die Abstimmung mit der US-Administration darf als äußerst wahrscheinlich gelten. Bereits am Montag war auf Außenminister-Ebene der neue Kollege Tony Blinken zugeschaltet.

Lawrow kann auf die EU verzichten, ja, aber nur, wenn soetwas wie NS 2 als bilateraler Sonderweg funktioniert und die Unions-Europäer - einschließlich Deutschland - auf den Trick zur Entsolidarisierung hereinfallen.

Litauen schlug einen Baustopp bis zu den russ. Wahlen vor, um zu einer Beteiligung der Opposition zu ermuntern. Ein exponierter Vorschlag.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon relativ » Di 23. Feb 2021, 08:19

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Feb 2021, 13:24)

Genau da liegt das eigentliche Problem. Hierzulande sind wir über unseren Reichtum und durch Einrichtungen wie Rentenversicherung auch im Alter ganz gut abgesichert. In der sogenannten "Dritten Welt" sind immer noch die vielen Kinder das wichtigste Mittel, für das eigene Alter vorzusorgen. China ist als Beipspiel ja schon genannt worden. Als die Leute dort noch bettelarm waren, wuchs die Bevölkerung rasant. Jetzt, wo ein gewisser Wohlstand eingetreten ist, ist das nicht mehr so.

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass genau die Länder, in denen Wohlstand herrscht, die Welt am stärksten verdrecken und zerstören. Genau die Länder sind auch am ehesten gerüstet, mögliche Verteilungskämpfe oder Kriege um Ressourcen zu gewinnen. Überbevölkerung ist nicht unser Problem. Die Wirtschaftsweise der industrialisierten Länder ist das Problem. NS2 ist ein Symptom dafür.

Du hast das schon richtig beschrieben, nur bleibt Überbevölkerung in unser jetzigen Lage natürlich das Problem schlecht hin. Ich mache mal ein Rechenbeispiel auf.
Wenn ca 800 Millionen Menschen der westlichen Industrieländer für ihren Wohlstand 40% der weltweiten Ressourcen für sich beanspruchen, dann bleiben noch 60%. Jetzt kommt aber noch China mit über 1 Milarden menschen und das aufstrebende Indien mit auch bald fast 1 Millarden Menschen dazu. Die wollen dann auch ca. 40% der weltweiten Ressourcen, da sie ja auch den westlichen Lebensstandart wollen. :?: Die restlichen ca 4 -5 Millarden Menschen gehen dann sowieso leer aus.
Fazit: Es sind gar nicht genug Recourcen vorhanden um alle Menschen auf dieser Erde auf unseren Standart zu bringen. Da bleiben nicht mehr viel Lösungen übrig, die wir zur Zeit als Möglichkeit hätten um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu bekommen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Orbiter1 » Di 23. Feb 2021, 08:20

Cobra9 hat geschrieben:(22 Feb 2021, 21:39)

Ob Ns2 weiterhin ausreichend versichert ist?


Mindestens 18 Unternehmen ziehen sich aus Nord Stream 2 zurück

Die USA wollen die Fertigstellung der Ostseepipeline verhindern. Nun zeigt ein Bericht des Außenministeriums in Washington: Aus Furcht vor US-Sanktionen haben sich mehrere Unternehmen aus dem Projekt zurückgezogen.
Interessanterweise wurden ja in dem Bericht des US-Außenministeriums entgegen der Erwartungen keine weiteren Unternehmen genannt, die sanktioniert werden sollen. D. h. man kann die Pipeline vorerst fertig verlegen.

"The State Department in a report to Congress didn’t name new companies as targets for sanctions related to an $11 billion pipeline designed to transmit Russian natural gas to Germany, allowing work on the pipeline to continue unabated for now. ....

The report was expected to provide a list of companies involved in pipeline construction and are therefore subject to U.S. sanctions. Instead, the State Department named two entities previously sanctioned by the Trump administration—the main pipe-laying vessel and its owner—along with 18 companies, mostly insurers, that already have left or were leaving the project.

The failure to name any new targets for sanctions allows the work to continue while also providing the administration with time for discussions with germany about the project and to formulate its own policy to the pipeline." Quelle: https://www.wsj.com/articles/u-s-report ... 1613931416
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Di 23. Feb 2021, 10:18

Orbiter1 hat geschrieben:(23 Feb 2021, 08:20)

Interessanterweise wurden ja in dem Bericht des US-Außenministeriums entgegen der Erwartungen keine weiteren Unternehmen genannt, die sanktioniert werden sollen. D. h. man kann die Pipeline vorerst fertig verlegen.

"The State Department in a report to Congress didn’t name new companies as targets for sanctions related to an $11 billion pipeline designed to transmit Russian natural gas to Germany, allowing work on the pipeline to continue unabated for now. ....

The report was expected to provide a list of companies involved in pipeline construction and are therefore subject to U.S. sanctions. Instead, the State Department named two entities previously sanctioned by the Trump administration—the main pipe-laying vessel and its owner—along with 18 companies, mostly insurers, that already have left or were leaving the project.

The failure to name any new targets for sanctions allows the work to continue while also providing the administration with time for discussions with germany about the project and to formulate its own policy to the pipeline." Quelle: https://www.wsj.com/articles/u-s-report ... 1613931416


Wenn Du keine Versicherung hast, niemand der die Umwelt Gutachten macht und Zertifizierungen der Bauabschnitte Bau mal. Zumindest in Deutschland baust Du dann nicht oder in unseren Gewässern.

Stand gestern war es noch nicht wieder alles neu versichert. Je mehr Unternehmen raus gehen desto besser und Biden wird auch noch nachlegen.

Es sei denn Berlin wird kompatibel. Aber um Ns2 zu schlucken muss das schon ein guter Deal sein.
Aber da gibt's ja noch durchaus viele Möglichkeiten.

F18 Jets, Helikopter, Luftverteidigungs-Systeme........

Wenn Wir das kaufen, wonach es aussieht, hat Biden doch Argumente. Deutschland tut was für die Sicherheit.

Muss ich nicht unbedingt gut finden. Aber immerhin mag Ich nicht jede Diktatur. Selbst wenn es weiter geht mit Ns2 und fertig gebaut wird unterstütze Ich jede Form des legalen Widerstand.

Ich Spende gern Greenpeace für die geplante Prozess Kampagne. Man kann Gazprom das Leben sehr unangenehm machen. Ich bin ja gespannt ob die Polen wirklich vor Gericht die Milliarden Strafe durchringen können.

Und dann ein schöner Wert an Vermögen zur Pfändung. Da Russland ja nicht zahlen würde. Wäre ja auch nicht so schlecht. Ns2 wird es geben.

Muss und werde ich auch nicht gut finden. Aber nicht nur weil ich Russland ablehnen muss unter Putin. Wer jetzt noch mehr Gas will hat was nicht verstanden
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Di 23. Feb 2021, 10:19

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 08:19)

Du hast das schon richtig beschrieben, nur bleibt Überbevölkerung in unser jetzigen Lage natürlich das Problem schlecht hin. Ich mache mal ein Rechenbeispiel auf.
Wenn ca 800 Millionen Menschen der westlichen Industrieländer für ihren Wohlstand 40% der weltweiten Ressourcen für sich beanspruchen, dann bleiben noch 60%. Jetzt kommt aber noch China mit über 1 Milarden menschen und das aufstrebende Indien mit auch bald fast 1 Millarden Menschen dazu. Die wollen dann auch ca. 40% der weltweiten Ressourcen, da sie ja auch den westlichen Lebensstandart wollen. :?: Die restlichen ca 4 -5 Millarden Menschen gehen dann sowieso leer aus.
Fazit: Es sind gar nicht genug Recourcen vorhanden um alle Menschen auf dieser Erde auf unseren Standart zu bringen. Da bleiben nicht mehr viel Lösungen übrig, die wir zur Zeit als Möglichkeit hätten um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu bekommen.




Und wie löst mehr Gas importieren das Problem
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon relativ » Di 23. Feb 2021, 10:25

Cobra9 hat geschrieben:(23 Feb 2021, 10:19)

Und wie löst mehr Gas importieren das Problem

Konkret als Einzelfall natürlich gar nicht. Nord Stream ist ins leben gerufen worden, da war Putin offiziell noch ein halber Demokrat und eine annäherung Russlands an Europa waren gewollt. Mittlerweile muesste man Nordstream 2, mit Putin an der politischen Macht, begraben. D.h. fertig bauen, aber eben erstmal nix durchleiten. Das wäre auf jedenfall man Konsequent, aber mit Konsequent in der Politik ist das so eine Sache, gerade wenn auch wirtschaftliche interessen betroffen sind. Siehe China ect.pp.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Tom Bombadil » Di 23. Feb 2021, 10:39

NS2 hätte sofort mit der Annektion der Krim gestoppt werden müssen. Es ist ein Hohn, dass da einfach weitergebaut wurde.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Di 23. Feb 2021, 11:05

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 10:25)

Konkret als Einzelfall natürlich gar nicht. Nord Stream ist ins leben gerufen worden, da war Putin offiziell noch ein halber Demokrat und eine annäherung Russlands an Europa waren gewollt. Mittlerweile muesste man Nordstream 2, mit Putin an der politischen Macht, begraben. D.h. fertig bauen, aber eben erstmal nix durchleiten. Das wäre auf jedenfall man Konsequent, aber mit Konsequent in der Politik ist das so eine Sache, gerade wenn auch wirtschaftliche interessen betroffen sind. Siehe China ect.pp.



Da kann ich nur zustimmen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon schokoschendrezki » Di 23. Feb 2021, 11:55

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 10:25)

Konkret als Einzelfall natürlich gar nicht. Nord Stream ist ins leben gerufen worden, da war Putin offiziell noch ein halber Demokrat und eine annäherung Russlands an Europa waren gewollt. Mittlerweile muesste man Nordstream 2, mit Putin an der politischen Macht, begraben. D.h. fertig bauen, aber eben erstmal nix durchleiten. Das wäre auf jedenfall man Konsequent, aber mit Konsequent in der Politik ist das so eine Sache, gerade wenn auch wirtschaftliche interessen betroffen sind. Siehe China ect.pp.

Auch die wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Saudi Arabien (vorübergehender Stop von Waffenlieferungen z.B.) nach der Ermordung Kashoggis waren mehr als halbherzig. Aber ich gebe dir prinzipiell recht. Regionalisiertere Wirtschaftskreisläufe. Regionale Energieerzeugung. Eine ganz allgemein wachstumskritische Wirtschahftshaltung ... das wäre gut und das würde politisch konsequenteres Handeln befördern. Ich fürchte nur, das wird keine Mehrheit finden. Pandemiebedingt wurden an einigen Stellen Grenzen geschlossen. Es dauert keine Stunde und es bilden sich kilometerlange LKW-Rückstaus. Lagerhaltung im großen Stil gibts nicht mehr. Die Straße ist das Lager. Woher all der Fluss an Waren kommt und wohin er geht ... das weißt du längst nicht mehr. Eine Auflösung der Wertschöpfungsketten ist selbst für den Fachmann schwieirg. Und deshalb ist "boykottieren" grundsätzlich ein Stochern im DUnkeln. Auch wenn die Dinge bei NS2 verhältnismäßig klar sind.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon relativ » Di 23. Feb 2021, 12:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Feb 2021, 11:55)

Auch die wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Saudi Arabien (vorübergehender Stop von Waffenlieferungen z.B.) nach der Ermordung Kashoggis waren mehr als halbherzig. Aber ich gebe dir prinzipiell recht. Regionalisiertere Wirtschaftskreisläufe. Regionale Energieerzeugung. Eine ganz allgemein wachstumskritische Wirtschahftshaltung ... das wäre gut und das würde politisch konsequenteres Handeln befördern. Ich fürchte nur, das wird keine Mehrheit finden. Pandemiebedingt wurden an einigen Stellen Grenzen geschlossen. Es dauert keine Stunde und es bilden sich kilometerlange LKW-Rückstaus. Lagerhaltung im großen Stil gibts nicht mehr. Die Straße ist das Lager. Woher all der Fluss an Waren kommt und wohin er geht ... das weißt du längst nicht mehr. Eine Auflösung der Wertschöpfungsketten ist selbst für den Fachmann schwieirg. Und deshalb ist "boykottieren" grundsätzlich ein Stochern im DUnkeln. Auch wenn die Dinge bei NS2 verhältnismäßig klar sind.

Richtig, die globalisierte Wertschöpfungskette ist mittlerweile schon so vernetzt, daß jeder kleine Boykott, oder Krise immense Auswirkungen hat. Also mittlerweile alles andere als einfach, es sei denn man hat gerade mit diesem Land diesbezüglich nix oder wenig am Hut. Für Deutschland dürfte dies in vielen Fällen aber nicht der Fall sein.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Di 23. Feb 2021, 12:25

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 08:19)

Du hast das schon richtig beschrieben, nur bleibt Überbevölkerung in unser jetzigen Lage natürlich das Problem schlecht hin. Ich mache mal ein Rechenbeispiel auf.
Wenn ca 800 Millionen Menschen der westlichen Industrieländer für ihren Wohlstand 40% der weltweiten Ressourcen für sich beanspruchen, dann bleiben noch 60%. Jetzt kommt aber noch China mit über 1 Milarden menschen und das aufstrebende Indien mit auch bald fast 1 Millarden Menschen dazu. Die wollen dann auch ca. 40% der weltweiten Ressourcen, da sie ja auch den westlichen Lebensstandart wollen. :?: Die restlichen ca 4 -5 Millarden Menschen gehen dann sowieso leer aus.
Fazit: Es sind gar nicht genug Recourcen vorhanden um alle Menschen auf dieser Erde auf unseren Standart zu bringen. Da bleiben nicht mehr viel Lösungen übrig, die wir zur Zeit als Möglichkeit hätten um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu bekommen.

Deine Rechnung ist schon richtig. Allerdings nur unter der Prämisse, dass wir so weiter wirtschaften wie bisher. Hinsichtlich der Energieversorgung gibt es ja inzwischen ernsthafte Schritte, davon wegzukommen und künftig "nachhaltiger" zu wirtschaften. Ich denke, dass uns heute alle wesentlichen Technologien bekannt sind, um zu Wirtschaftsweisen zu gelangen, die nicht auf rücksichtsloser Ausbeutung von Ressourcen beruhen. Deshalb gibt es ja so ausgeprägte Kritik an NS2.

Der technologische Fortschritt nutzt den Menschen ja auch. Nehmen wir nur die Landwirtschaft. Da konnten die Erträge durch neues Saatgut, neue Anbaumethoden etc. massiv gesteigert werden. Würden die Bauern in der westlichen Welt heute noch so wirtschaften wie vor hundert Jahren, wäre es nicht möglich, die Weltbevölkerung zumindest "statistisch" zu ernähren. Ich weiß, hier herrscht Überfluss und woanders verhungern die Menschen. Ein "Zurück auf die Bäume" kann es nicht geben. Unsere Probleme werden wir nur durch Einsatz von Technologie lösen können.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon relativ » Di 23. Feb 2021, 12:44

Kohlhaas hat geschrieben:(23 Feb 2021, 12:25)

Deine Rechnung ist schon richtig. Allerdings nur unter der Prämisse, dass wir so weiter wirtschaften wie bisher. Hinsichtlich der Energieversorgung gibt es ja inzwischen ernsthafte Schritte, davon wegzukommen und künftig "nachhaltiger" zu wirtschaften. Ich denke, dass uns heute alle wesentlichen Technologien bekannt sind, um zu Wirtschaftsweisen zu gelangen, die nicht auf rücksichtsloser Ausbeutung von Ressourcen beruhen. Deshalb gibt es ja so ausgeprägte Kritik an NS2.

Ich spreche von Rohstoffen die wir auch brauchen um z.B. der Energiewechsel von Rohöl und Erdgas hin zu bekommen. Gas und Öl sind ja nicht die einzigen endlichen Rohstoffe auf die in unserer Wohlstnadsgesellschaft verbraucht werden.
Aber natürlich wo ein wille ist ist auch ein weg, aber an den wirklichen Willen , da habe ich beim Menschen noch so meine Zweifel.

Der technologische Fortschritt nutzt den Menschen ja auch.
Absolut , m.M. unsere einzige Hoffung.

Nehmen wir nur die Landwirtschaft. Da konnten die Erträge durch neues Saatgut, neue Anbaumethoden etc. massiv gesteigert werden. Würden die Bauern in der westlichen Welt heute noch so wirtschaften wie vor hundert Jahren, wäre es nicht möglich, die Weltbevölkerung zumindest "statistisch" zu ernähren. Ich weiß, hier herrscht Überfluss und woanders verhungern die Menschen. Ein "Zurück auf die Bäume" kann es nicht geben. Unsere Probleme werden wir nur durch Einsatz von Technologie lösen können.
Ein Bevölkerung die in einer Globalen Welt lebt, indem es kaum mehr Geheimnisse gibt, will so leben wie das obere Drittel der welt, daß kann man diesen menschen gar nicht verdenken, also reicht Ernährung in Gesamtkontext allein nicht mehr aus um das Ressourcen und Verteilungsproblem zu lösen. Meiner Meinung muss eine ganze andere Denke des Miteinanders eingeläutet werden und das fängt bei der Erziehung und Bildung an. Dieser m.M. nötige globale Prozess benötigt natürlich Zeit und den Willen dazu, zu dem ich mich gerade auch schon Kritisch geäußert habe.
Ich habe auch keine wirkliche Idee wie man das nötige jetzt schaffen könnte ausser stetig und hartnäckig dran zu arbeiten und zu hoffen, daß uns in Zwischenzeit die Welt nicht um die Ohren fliegt.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Di 23. Feb 2021, 13:54

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 12:44)

Ich spreche von Rohstoffen die wir auch brauchen um z.B. der Energiewechsel von Rohöl und Erdgas hin zu bekommen. Gas und Öl sind ja nicht die einzigen endlichen Rohstoffe auf die in unserer Wohlstnadsgesellschaft verbraucht werden.
Aber natürlich wo ein wille ist ist auch ein weg, aber an den wirklichen Willen , da habe ich beim Menschen noch so meine Zweifel.

Absolut , m.M. unsere einzige Hoffung.

Ein Bevölkerung die in einer Globalen Welt lebt, indem es kaum mehr Geheimnisse gibt, will so leben wie das obere Drittel der welt, daß kann man diesen menschen gar nicht verdenken, also reicht Ernährung in Gesamtkontext allein nicht mehr aus um das Ressourcen und Verteilungsproblem zu lösen. Meiner Meinung muss eine ganze andere Denke des Miteinanders eingeläutet werden und das fängt bei der Erziehung und Bildung an. Dieser m.M. nötige globale Prozess benötigt natürlich Zeit und den Willen dazu, zu dem ich mich gerade auch schon Kritisch geäußert habe.
Ich habe auch keine wirkliche Idee wie man das nötige jetzt schaffen könnte ausser stetig und hartnäckig dran zu arbeiten und zu hoffen, daß uns in Zwischenzeit die Welt nicht um die Ohren fliegt.

Ja, im Moment läuft alles darauf hinaus, dass uns das ganze System irgendwann um die Ohren fliegt. Es gibt aber eben technische Lösungsmöglichkeiten. Die werden nur (noch) nicht genutzt, weil es gemäß der kapitalistischen Logik einfach "rentabler" ist, so weiter zu machen wie bisher. Die Lebensmittelversorgung hatte ich nur als ein Beispiel genannt. Das lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen.

Stichwort: Nachhaltigkeit. Der Ressourcenverbrauch hängt ja nicht nur damit zusammen, dass wir bestimmte Rohstoffe für bestimmte Produkte einfach nur benötigen. Er hängt vor allem auch damit zusammen, dass wir viele dieser Produkte nach einmaligem Gebrauch wegwerfen. So landen Millionen Tonnen an Plastik, das aus teurem Erdöl hergestellt worden ist, im Meer und verdrecken auch noch unsere Umwelt. Ist jetzt auch wieder nur ein Beispiel von vielen. Das ganze Plastikzeug könnte man durch andere Materialien ersetzen, eine Kreislaufwirtschaft einführen... Es gibt ja auch Schritte in diese Richtung. Ist nur im Moment noch alles "teurer" als nach den althergebrachten Methoden weiter zu wurschteln.

Wir rutschen gerade ins OT ab. Mir ging es eigentlich nur darum, dass die sogenannte "Überbevölkerung" in den Entwicklungsländern mit stark wachsenden Einwohnerzahlen nicht das Problem ist. Den meisten Dreck produzieren "wir", also die Industrienationen. Wir verbrauchen auch die meisten Ressourcen und kippen den Müll dann ins Meer. Hier, in den Entwicklungsländern, müssen deshalb alternative Methoden entwickelt werden, um zu nachhaltigen Verhältnissen zu kommen. Davon werden dann auch die Länder profitieren, die ganz berechtigt ein Interesse daran haben, sich auch zu Ländern zu entwickeln, in denen Wohlstand und Sicherheit herrschen.

Damit ist wieder der Bogen zu NS2 geschlagen: NS2 steht für eine Wirtschaftsweise, mit der wir nicht fortfahren dürfen. Deshalb bin ich gegen das Projekt. Das Argument, Europa würde sich durch das Projekt von Russland abhängig machen, halte ich für falsch, bzw nicht durchdacht. Gegenseitige Abhängigkeit ist eine gute Sache, denn die sichert den Frieden...
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Di 23. Feb 2021, 19:57

relativ hat geschrieben:(23 Feb 2021, 08:19)
Du hast das schon richtig beschrieben, nur bleibt Überbevölkerung in unser jetzigen Lage natürlich das Problem schlecht hin. Ich mache mal ein Rechenbeispiel auf.
Wenn ca 800 Millionen Menschen der westlichen Industrieländer für ihren Wohlstand 40% der weltweiten Ressourcen für sich beanspruchen, dann bleiben noch 60%. Jetzt kommt aber noch China mit über 1 Milarden menschen und das aufstrebende Indien mit auch bald fast 1 Millarden Menschen dazu. Die wollen dann auch ca. 40% der weltweiten Ressourcen, da sie ja auch den westlichen Lebensstandart wollen. :?: Die restlichen ca 4 -5 Millarden Menschen gehen dann sowieso leer aus.
Fazit: Es sind gar nicht genug Recourcen vorhanden um alle Menschen auf dieser Erde auf unseren Standart zu bringen. Da bleiben nicht mehr viel Lösungen übrig, die wir zur Zeit als Möglichkeit hätten um mehr Verteilungsgerechtigkeit zu bekommen.

China hat eine Bevölkerung von ca. 1,44 Milliarden. Indien liegt mit 1,38 Milliarden nur noch knapp dahinter.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Di 23. Feb 2021, 21:53

Troh.Klaus hat geschrieben:(23 Feb 2021, 19:57)

China hat eine Bevölkerung von ca. 1,44 Milliarden. Indien liegt mit 1,38 Milliarden nur noch knapp dahinter.

Über Indien:
Das Land hat sich im Zuge der Pariser Klimaziele verpflichtet, den Anteil nicht fossiler Energie-Quellen am Stromverbrauch bis 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen.
https://www.giz.de/de/mediathek/76150.h ... n%20Indien.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Di 23. Feb 2021, 23:09


Deutschland hat diese Marke bereits überschritten.
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