Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 13:30

Berlin sollte schleunigst mit Allen EU Ländern sprechen, eine neue Linie einheitlich vereinbaren und dann kann man eventuell was besser machen.


Deutschland soll also mit "allen" Europäern über seine Interessen verhandeln, damit danach eventuell etwas besser gemacht werden kann? Wie verrückt ist das denn? Die EU ist wie sie ist, und das ist nicht so, weil Deutschland sich mit Rußland einen stets zuverlässigen Lieferanten und möglichen Kunden angelt. "Alle" Europäer hätten längst zu mehr Gemeinsamkeit finden müssen, wie das geltende Verträge sogar vorweg genommen haben. Wollten sie aber nicht. Weder die große Lösung noch die kleine Lösung. Also weiter käsen, so lange daraus Honig zu saugen ist.
Benutzeravatar
conscience
Beiträge: 3167
Registriert: Sa 4. Jun 2016, 13:56
Benutzertitel: Ideen-'Geschicht‘ler'

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon conscience » Do 21. Jan 2021, 13:34

Nord Stream 2 sollte fertiggestellt werden - basta.

Putin kann man anschließen immer noch in den Arsch treten - meine Meinung.


Man sollte auch nicht glauben, dass Nord Stream 2 für die Amis der Nabel der Welt sei.
Gegen Antisemitismus und Antizionismus!! Unterstützt Israel!!
Benutzeravatar
Dieter Winter
Beiträge: 17765
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 22:08

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Dieter Winter » Do 21. Jan 2021, 13:39

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 13:30)

Deutschland soll also mit "allen" Europäern über seine Interessen verhandeln, damit danach eventuell etwas besser gemacht werden kann?

Warum nicht. Klappt doch hervorragend, z B. wenn es um die Verteilung von Flüchtenden geht. Alle EU Staaten zeigen sich solidarisch, ganz besonders die in Mittelosteuropa.
Never approach a bull from the front, a horse from the rear, or an idiot from any direction.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 13:58

Dieter Winter hat geschrieben:(21 Jan 2021, 13:39)

Warum nicht. Klappt doch hervorragend, z B. wenn es um die Verteilung von Flüchtenden geht. Alle EU Staaten zeigen sich solidarisch, ganz besonders die in Mittelosteuropa.


Da sehe ich eher das kleinere Problem. Wie ich an anderer Stelle schon anmerkte, daß die Einwohnerzahlen im östlichen Mitteleuropa weg schrumpfen werden... da werden wir vielleicht noch froh sein, daß wir Menschen finden, die gern mit uns zusammmen leben möchten. Ist ja nicht so, daß der Impfstoff eine biodeutsche Errungenschaft ist...

Das größere Problem dürfte im ursprünglichen EU-Ansatz zu finden sein, überall in Europa wirksame Chancengleichheit zu ermöglichen... gegen die überall an zu treffende Korruption auch auf der Grundlage von Gemeinschaftsmitteln. Dagegen kann niemand ernsthaft an arbeiten, so lange die Rechtsstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Justiz und der veröffentlichten Meinungen mit Füßen getreten werden.

Und mit diesen Europäern soll dann über Nordstream 2 verhandelt werden. :?:
Troh.Klaus
Beiträge: 3801
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 21:56

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Do 21. Jan 2021, 15:18

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Jan 2021, 00:27)
Dafür natürlich. Aber ich würde das mit den Verbündeten beraten.
Und als Symbol würde ich NS 2 nicht sehen, es ist ein strategisches Problem.

Strategisch - das ist das entscheidende Stichwort.

Es geht weder den Amerikanern noch den Europäern bei ihrer Opposition zu NS2 um sowas wie "der böse Angriffskrieger, der Menschenrechtsverbrecher Putin". Das sind nur Sprechblasen für die Einfältigen. Russland ist ein geostrategischer Kontrahent und wirtschaftlicher Konkurrent der USA in Sachen Öl und Gas - das ist der wahre Kern. Und die USA erwarten und verlangen, dass ihre "Verbündeten" sich danach richten, was die Vormacht an strategischen Entscheidungen vorgibt, sonst gibt's Haue. Dann ist es aber eigentlich völlig witzlos, nur über NS2 zu lamentieren. Nein, dann bitte den großen Hammer - kein Öl, kein Gas, kein Garnichts mehr aus Russland (was natürlich auch heißt, gar keine Durchleitungsgebühren mehr für Polen und Ukraine), mit allen Konsequenzen. Auch wenn's weh tut.

Sanktionen wegen NS2, aber weiter Putin die Taschen füllen über NS1, das ist so, als ob ich mir jeden Abend in einem Restaurant den Bauch voll schlage, aber auf den Nachtisch verzichte - weil ich das Restaurant sanktioniert habe.

Wenn durch irgendein Ereignis die AfD überraschenderweise im Herbst die Mehrheit erreichen und Höcke Bundeskanzler werden würde, um dann als erste Amtshandlung NS2 zu stoppen, wäre dieser Rechtsaußen ganz schnell der best buddy der Amerikaner. Da wäre es wurscht, was der sonst noch so von sich gibt - hätte aber ja auch eine gewisse Tradition, wenn man sich die best buddies der letzten siebzig Jahre so anschaut.

Also lassen wir das Gesülze mit Menschenrechten, mit Angriffskriegern, etc. Kommen wir zum Kern - It's the economy, stupid.
Zuletzt geändert von Troh.Klaus am Do 21. Jan 2021, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
It's the economy, stupid!
Bleibt gesund!
Kohlhaas
Beiträge: 5056
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Do 21. Jan 2021, 17:20

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 13:30)

Deutschland soll also mit "allen" Europäern über seine Interessen verhandeln, damit danach eventuell etwas besser gemacht werden kann? Wie verrückt ist das denn? Die EU ist wie sie ist, und das ist nicht so, weil Deutschland sich mit Rußland einen stets zuverlässigen Lieferanten und möglichen Kunden angelt. "Alle" Europäer hätten längst zu mehr Gemeinsamkeit finden müssen, wie das geltende Verträge sogar vorweg genommen haben. Wollten sie aber nicht. Weder die große Lösung noch die kleine Lösung. Also weiter käsen, so lange daraus Honig zu saugen ist.

Da hast Du zum Teil Recht. Aber einen Einwand hätte ich: Deutschland hat Beschlüsse bezüglich Sanktionen immer aufgrund von EU-Beschlüssen gefasst, nie aus einsamen Entscheidungen heraus. Einschränkend: Möglich, dass bezüglich Türkei und Saudi-Arabien auch unabgesprochene Sanktionen erfolgt sind... Trotzdem gilt: Wenn jetzt das EU-Parlament und die EU-Kommission Sanktionen fordern, dann kann Deutschland sich dem eigentlich nicht widersetzen oder solche Beschlüsse ignorieren.

Was Nordstream-2 betrifft, ist mir übrigens letztlich sowieso egal, wie da entschieden wird. Wir brauchen diese Röhren nicht. Meinetwegen darf der Bau gern sofort eingestellt werden. Wenn sie fertiggebaut werden, ist das aber auch nicht schlimm. Die erzeugen dann eine weitere gegenseitige Abhängigkeit zwischen Russland und Deutschland. Das hat dann auch Vorteile. Gegenseitige Abhängigkeiten sind friedensstiftend.
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 30559
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 18:19

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 13:30)

Deutschland soll also mit "allen" Europäern über seine Interessen verhandeln, damit danach eventuell etwas besser gemacht werden kann? Wie verrückt ist das denn? Die EU ist wie sie ist, und das ist nicht so, weil Deutschland sich mit Rußland einen stets zuverlässigen Lieferanten und möglichen Kunden angelt. "Alle" Europäer hätten längst zu mehr Gemeinsamkeit finden müssen, wie das geltende Verträge sogar vorweg genommen haben. Wollten sie aber nicht. Weder die große Lösung noch die kleine Lösung. Also weiter käsen, so lange daraus Honig zu saugen ist.



Gut braucht man keine EU. Interesting. In anderen Strängen EU propagiert aber in Sachen der Energieversorgung, Zukunft dieser ect keine EU.

Aber siehst du so sinnlos die EU.

Dazu eigene wirtschaftliche Zukunft vernachlässigen.
Von Mir aus. Fossile Brennstoffe sofort reduzieren, auf Alternativen setzen ist möglich und wäre sogar wirtschaftlich klug.

Aber gut ist von der Politik zuviel erwartet. Lustig ich dachte sugar es gibt gemeinsame Pläne.
Einbildung ist auch eine Bildung. Was heute teilweise als Mensch in Verantwortung kommt.
Ohne Worte

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 18:28

Cobra9 hat geschrieben:(21 Jan 2021, 18:19)

Gut braucht man keine EU. Interesting. In anderen Strängen EU propagiert aber in Sachen der Energieversorgung, Zukunft dieser ect keine EU.

Aber siehst du so sinnlos die EU.

Dazu eigene wirtschaftliche Zukunft vernachlässigen.
Von Mir aus. Fossile Brennstoffe sofort reduzieren, auf Alternativen setzen ist möglich und wäre sogar wirtschaftlich klug.

Aber gut ist von der Politik zuviel erwartet. Lustig ich dachte sugar es gibt gemeinsame Pläne.


Nicht aufregen. Das ist die Sache nicht wert! Da geht es um Geld und Geschäfte und um Wettbewerb. Beinhart!

Fossile Brennstoffe sofort reduzieren, auf Alternativen setzen ist möglich und wäre sogar wirtschaftlich klug.


Das russische Gas ist Teil dieser Strategie der Energiewende. Das Gas wird gebraucht, um Dunkelflauten schnell zu überbrücken, weil Gaskraftwerke sehr schnell Leistung abgeben können. Damit bleibt Zeit für Pufferspeicher und Wasserstofftechnologie & Co.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 18:54

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Jan 2021, 17:20)

Da hast Du zum Teil Recht. Aber einen Einwand hätte ich: Deutschland hat Beschlüsse bezüglich Sanktionen immer aufgrund von EU-Beschlüssen gefasst, nie aus einsamen Entscheidungen heraus. Einschränkend: Möglich, dass bezüglich Türkei und Saudi-Arabien auch unabgesprochene Sanktionen erfolgt sind... Trotzdem gilt: Wenn jetzt das EU-Parlament und die EU-Kommission Sanktionen fordern, dann kann Deutschland sich dem eigentlich nicht widersetzen oder solche Beschlüsse ignorieren.

Deutschland hat doch keinen bestehenden Vertrag gebrochen... mit der EU schon gar nicht. Und nun überlegt sich die EU eine Sanktion gegen ausschließlich deutsche Interessen? Die spinnen ja wohl!
Was Nordstream-2 betrifft, ist mir übrigens letztlich sowieso egal, wie da entschieden wird. Wir brauchen diese Röhren nicht. Meinetwegen darf der Bau gern sofort eingestellt werden. Wenn sie fertiggebaut werden, ist das aber auch nicht schlimm. Die erzeugen dann eine weitere gegenseitige Abhängigkeit zwischen Russland und Deutschland. Das hat dann auch Vorteile. Gegenseitige Abhängigkeiten sind friedensstiftend.

Genau das kommt dabei heraus. Wird gelegentlich auch hervorgehoben, daß im kältesten aller Kalten Kriege der wirtschaftliche Austausch mit der SU immer weiter ging. Daran kann man anknüpfen. Und dafür sorgen, daß das "Heimholen russischer Erde" im Baltikum unterbleibt, indem man die EU so weit ertüchtigt, daß das Spielchen keinen Spaß macht.
Theophan
Beiträge: 286
Registriert: Sa 11. Feb 2012, 13:52

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Theophan » Do 21. Jan 2021, 18:59

H2O hat geschrieben:(23 Sep 2020, 20:30)

Mir können die EU-NS2-Gegner den Buckel herunter rutschen. Wir sollten immer dort Geschäfte machen, wo sie möglich sind und Gewinn versprechen, vor allem langfristig. Mir ist nicht ein EU-Partner bekannt, der seine Wirtschaftspolitik von seinen Nachbarn abhängig macht.

Unser Land sollte sich am Verhalten unserer Visegradskis ein Beispiel nehmen und das tun, was ihm speziell nützt. Gern auch mit Blick auf das Kern-Europa der Gründungsmitglieder und der Euro-Partner. Wenn das nicht möglich ist, dann eben sehr schade drum und Aufbruch zum eigenen Weg in die Zukunft.

Genug ist genug!


Kurzum Germany First.......
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 19:15

Theophan hat geschrieben:(21 Jan 2021, 18:59)

Kurzum Germany First.......


Ja, was denn sonst? Welches Angebot zur vertieften Zusammenarbeit macht die EU denn, damit Nationalstaaten in Europa aufgehen können? Das war der sehr weit verbreitete Zukunftsplan der EU-Gründungsmitglieder. Ich finde den Plan immer noch gut, aber was nicht geht, das muß man irgendwann loslassen.
Kohlhaas
Beiträge: 5056
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Do 21. Jan 2021, 19:31

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 18:54)

Deutschland hat doch keinen bestehenden Vertrag gebrochen... mit der EU schon gar nicht. Und nun überlegt sich die EU eine Sanktion gegen ausschließlich deutsche Interessen? Die spinnen ja wohl!

Genau das kommt dabei heraus. Wird gelegentlich auch hervorgehoben, daß im kältesten aller Kalten Kriege der wirtschaftliche Austausch mit der SU immer weiter ging. Daran kann man anknüpfen. Und dafür sorgen, daß das "Heimholen russischer Erde" im Baltikum unterbleibt, indem man die EU so weit ertüchtigt, daß das Spielchen keinen Spaß macht.

Auf Vertragsbruch wollte ich nicht hinaus. Es ging um die Frage, ob Deutschland sich "unilateral" widersetzen kann, wenn das EU-Parlament und die Kommission einen Baustopp für die Pipeline fordern.
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10725
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Vongole » Do 21. Jan 2021, 19:39

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Jan 2021, 19:31)

Auf Vertragsbruch wollte ich nicht hinaus. Es ging um die Frage, ob Deutschland sich "unilateral" widersetzen kann, wenn das EU-Parlament und die Kommission einen Baustopp für die Pipeline fordern.

Kann es, sollte es aber nicht. Der eskalierende Streit in der EU über die einseitige deutsche Haltung spielt nur einem in die Hände, und das ist Putin.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 19:58

Vongole hat geschrieben:(21 Jan 2021, 19:39)

Kann es, sollte es aber nicht. Der eskalierende Streit in der EU über die einseitige deutsche Haltung spielt nur einem in die Hände, und das ist Putin.


Was bekommt Deutschland für seine Folgsamkeit? Mehr europäische Integration? Mehr abgestimmtes Vorgehen in der Migrationsproblematik? Oder nur zufriedene Mienen ringsum?
Kohlhaas
Beiträge: 5056
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Do 21. Jan 2021, 20:42

Vongole hat geschrieben:(21 Jan 2021, 19:39)

Kann es, sollte es aber nicht. Der eskalierende Streit in der EU über die einseitige deutsche Haltung spielt nur einem in die Hände, und das ist Putin.

Das sehe ich genauso. Deshalb verwies ich darauf, dass Deutschland sich gemeinsamen Sanktionsbeschlüssen der EU bislang noch nie verweigert hat. Wenn die EU einen Stopp für NS2 beschließt, wird Deutschland sicher mitmachen. Das ist aber eben noch nicht passiert.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 35167
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 21:08

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Jan 2021, 20:42)

Das sehe ich genauso. Deshalb verwies ich darauf, dass Deutschland sich gemeinsamen Sanktionsbeschlüssen der EU bislang noch nie verweigert hat. Wenn die EU einen Stopp für NS2 beschließt, wird Deutschland sicher mitmachen. Das ist aber eben noch nicht passiert.


Wenn sich die EU in die Haare gerät, dann knallen überall dort die Korken, wo die EU als künftiger Wettbewerber gesehen wird. Sicher auch in Rußland. Warum nicht aus Nordstream2 ein europäisches Projekt gestalten? Wo ist das Problem?
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 16526
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon schokoschendrezki » Do 21. Jan 2021, 21:19

Cobra9 hat geschrieben:(20 Jan 2021, 23:26)

Wegen NS2 wird es keine Gewalt geben und das Biden ein Feind von Russland ist hab ich nicht gesagt.

Lediglich das Biden auf illegale, miese Aktionen schärfer reagieren wird wie Trump. Zumindest nach meiner Meinung. Das Biden hier auch wirtschaftlich ansetzen wird um notfalls Russland zu zeigen es reicht schließt sich nicht aus.

NS2 wäre in deutliches Zeichen zumindest Symbolik. Was Du schreibst ist aber nicht falsch. Partner in der Wirtschaft hast Du egal wo auf Zeit


Als Katholik und von seiner Herkunft her wird Biden auf jeden Fall zu mindestens zwei Staaten in Europa ein gutes Verhältnis pflegen: Irland und Polen. Und Freundschaft zu Polen und NS2 schließen sich irgendwie aus.

Bereits seit 2019 wird verflüssigtes Erdgas aus den USA am LNG-Terminal in Swinemünnde angelandet, einen Katzensprung vom NS2-Endpunkt entfernt und dann auch nur ein paar Kilometer parallel zum schon bestehenden Land-Teil Richtung Süden z.B. in die Ukraine geliefert. D hat kein LNG-Terminal und ökonomisch, technologisch wie auch ökologisch ist das ganze auch an sich usinnig. Nur eben politisch nicht. Und nicht für die, die damit Geld verdienen.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Troh.Klaus
Beiträge: 3801
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 21:56

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Do 21. Jan 2021, 22:20

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 19:58)
Was bekommt Deutschland für seine Folgsamkeit? Mehr europäische Integration? Mehr abgestimmtes Vorgehen in der Migrationsproblematik? Oder nur zufriedene Mienen ringsum?

Zufriedene Mienen ringsum. Und den Lacher des Jahres.

Danach können alle wieder fröhlich zur Tagesordnung übergehen. Wie 2018, als Deutschland im Gefolge des Kashoggi-Mordes wirtschaftliche Sanktionen gegen Saudi-Arabien verhängt hat, was aber ansonsten bei unseren europäischen und amerikanischen Partnern, namentlich Frankreich, Großbritannien und den Trump-USA, nach ziemlich kurzer Zeit nur noch ein müdes Lächeln hervor gerufen hat. It's the economy, stupid. Und wenn sich Deutschland selbst ein Bein stellt, umso besser für unsere "Partner und Verbündete".
It's the economy, stupid!
Bleibt gesund!
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 44368
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 22:53

Cobra9 hat geschrieben:(21 Jan 2021, 12:31)

Nachträglich aus dem Fiasko noch jene Einheit zu bewirken ist fast unmöglich. Aber genau der gleiche Gedanke war Mir im Kopf.

Ich glaube aber nicht daran

Das EU-Parlament hat entschieden, gegen Enthaltungen oder Kontras der Deutschen.

Könnte mir schon vorstellen, dass dies die geschätzte Bundeskanzlerin zum Nachdenken anregen könnte.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 44368
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 23:14

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 13:01)

Die können oder wollen sich keinen Streit mit der Finanzindustrie der USA leisten.

Eben weil es nicht rentabel ist.

Ach, diese böse Schweiz... die gibt es ja auch noch. Ein Glück, daß die umgeben ist von so vielen redlichen Wirtschaftsmächten. Was sollte das denn nun?

Bedeutet, man möge mit der Welt umgehen, wie sie ist.

Das tut doch niemand. Ich sehe da keine Geschenke über den Tresen gehen. Die ganze Welt ist ein einziges Risiko... wenn ich rund um Europa herum sehe. Aber bestimmt nicht deshalb, weil Deutsche und Russen mit dem handeln, was sie anbieten können und wollen.
Es ist das, was sich das Putin-Regime wünscht. Und nicht nur, weil das harte Währung in die Kassen spülen soll, der strategische Dividor dürfte noch bedeutsamer sein.

Immerhin hat die russische Seite den Aufrührer (aus deren Sicht ist er das ja wohl) in Deutschland so weit gesund pflegen lassen. Daß sie auch anders kann, das ist Ihnen doch sicher nicht verborgen geblieben. Und es ist ja gar nicht ausgeschlossen, daß sich Leute ohne Megaphon über mögliche Lösungen austauschen.
Hat man ihn nicht vergiftet?
Die russische Seite sieht angekündigten Protesten in 60 Städten entgegen. Die Behörden werden vorab aktiv.

Finden Sie das überraschend? Unser Land möchte auch gern exportieren... vielleicht ja sogar das, was Menschen sich in Rußland so sehr wünschen? Und wir müssen nichts verschenken, sondern bekommen Energieträger ohne Ende.
Ein genialer Coup. Das Regime lässt sich dafür bezahlen, gegen Europa zu agieren.
Aber klar, außer Gas, Propaganda und Waffen hat man nicht viel. Daher will das ja gut verkauft sein.

Jetzt schlägt es aber 13! Präsident Biden als der große Versöhner in der EU! Als ob der nichts zu Hause zu tun hätte! 74 Mio Republikaner müssen von "America first! abgebracht werden. Vorher wird das nix mit Europa und echter Versöhnung über den Atlantik hinweg.
Die Amis haben auch im Nahen Osten Interessantes vermittelt.

Die EU muß sich schon allein zusammenraufen, sich selbst organisieren, ihren eigenen Weg suchen und finden.
Die EU ist Passivität gewohnt, schöne Reden auch, nur an außenpolitischer Substanz hapert es traditionell.

Frau Merkel ist bald nicht mehr die Königin von Europa. Sie hat insgesamt eine sehr gute Bilanz, mit zwei großen Krisen, die sie oder unser Land nicht zu verantworten haben. Nein, 3 große Krisen; die Flüchtlingskrise hat sie auch ins Beherrschbare geführt. Tja, wer hat die Flüchtlingskrise ausgelöst? Europa war's nicht.

Die Frau Bundeskanzlerin wird geschätzt, auch international.
Man kann aber Europa nicht auf eine einzige Person begrenzen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste