Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 08:37

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jan 2021, 23:23)

Wenn man es ernst meint, muss man dann auch Nordstream-1 boykottieren. Hier verdient Putin die Milliarden. Ob über Nordstream-2 noch nennenswert was dazu kommt ist zweifelhaft. Schließlich wird ja behauptet, dass die Pipeline auch ökonomisch unsinnig sei, weil doch gar kein zusätzliches Gas benötigt wird.

Im Übrigen: Von wem könnten wir denn das vielleicht doch benötigte Gas kaufen, wenn wir alle Angriffskrieger und Menschenrechtsverbrecher von der Lieferantenliste streichen?


Es gibt eben gute Tyrannen und böse. Böse sind die, die bei den USA in Ungnade gefallen sind, gute Tyrannen kloppen sich mit den Persern.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 08:40

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 08:37)

Es gibt eben gute Tyrannen und böse. Böse sind die, die bei den USA in Ungnade gefallen sind, gute Tyrannen kloppen sich mit den Persern.

Es gibt sinnige und widersinnige Strategien.
Die Strategie, gegen die eigene Sicherheit zu arbeiten, ist widersinnig.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 09:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Jan 2021, 08:40)

Es gibt sinnige und widersinnige Strategien.
Die Strategie, gegen die eigene Sicherheit zu arbeiten, ist widersinnig.


Das hat Präsident Trump des öfteren gesagt. Daraus kann man auch etwas für die weitere Zukunft lernen: Ja, sicher. Wir Europäer müssen für unsere Sicherheit selbst sorgen. Das bleibt eine Wahrheit.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 09:07

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 09:01)

Das hat Präsident Trump des öfteren gesagt. Daraus kann man auch etwas für die weitere Zukunft lernen: Ja, sicher. Wir Europäer müssen für unsere Sicherheit selbst sorgen. Das bleibt eine Wahrheit.

Das EU-Parlament ist ja dabei, zu dieser Selbständigkeit einen Inhalt liefern zu wollen. Darunter die Forderung, NS 2 zu stoppen.

Der neue US-Präsident will sich bereits in den kommenden Tagen telefonisch mit Verbündeten ins Vernehmen setzen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 09:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Jan 2021, 09:07)

Das EU-Parlament ist ja dabei, zu dieser Selbständigkeit einen Inhalt liefern zu wollen. Darunter die Forderung, NS 2 zu stoppen.

Der neue US-Präsident will sich bereits in den kommenden Tagen telefonisch mit Verbündeten ins Vernehmen setzen.


Dem sollte man erst einmal sehr gelassen entgegen sehen. Wenn Nordstream 2 seine Hauptsorge ist, dann muß man sich im Weghören üben.

Wenn das EU-Parlament das rechtmäßig und ordnungsgemäß begonnene Vorhaben anhalten will, dann muß der entstandene wirtschaftliche Schaden auch beglichen werden. Wobei ich mich nicht um diese politische Kulisse kümmern würde: Neid der Besitzlosen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 09:28

Wie es aussieht, opponieren die Europäer gegen die deutsch-russische Röhre und werden dabei wahrscheinlich von der Biden-Administration Unterstützung bekommen.

Deutschland verliert den Poker

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/we ... 2-101.html
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 09:43

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 09:27)

Dem sollte man erst einmal sehr gelassen entgegen sehen. Wenn Nordstream 2 seine Hauptsorge ist, dann muß man sich im Weghören üben.

Wenn das EU-Parlament das rechtmäßig und ordnungsgemäß begonnene Vorhaben anhalten will, dann muß der entstandene wirtschaftliche Schaden auch beglichen werden. Wobei ich mich nicht um diese politische Kulisse kümmern würde: Neid der Besitzlosen.

Man ist in Sorge, dass natürliche Ressourcen als politisches Druckmittel und zum "bösartigen Einfluss gegen Westeuropa" genutzt werden könnten.

Allein der Bau verschlingt Unsummen an Milliarden. Derweil sind einige Firmen ausgestiegen.
Um die Sanktionswirkungen abzumildern hat das Land Mecklenburg-Vorpommern eine umstrittene Stiftung gegründet. Da sind Steuermittel involviert, gleichwohl die Russen eine Art Spende dazu gaben.
Ob das wirklich so preisgünstig ist, wenn man am Poker festhalten will?
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 10:28

Wenn die Aussage zutrifft, daß das Projekt zu 95% fertiggestellt ist, dann werden da genau die genannten Summen vernichtet, wenn man das Projekt stoppt. Abgesehen davon, daß wohl alle freien Staaten dieser Welt mit schrecklichsten Herrschaftssystemen offen und verdeckt große Geschäfte machen, sich hier oder da lumpig verhalten.

Und nun soll eine seit vielen Jahrzehnten bewährte Energiepartnerschaft abgebrochen werden, damit diese Welt eine bessere wird? Lächerlich!

Außerdem meine ich, daß die Rohrleitung einen Anfang, aber auch ein Ende hat. Auf beiden Seiten kann man das Ding öffnen oder schließen... und muß dann eben miteinander reden. Aber immerhin können Dritte nicht ohne Anwendung platter Gewalt daran herum drehen. Gab es nicht? Ach, nee.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 10:29

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 09:27)

Dem sollte man erst einmal sehr gelassen entgegen sehen. Wenn Nordstream 2 seine Hauptsorge ist, dann muß man sich im Weghören üben.

Wenn das EU-Parlament das rechtmäßig und ordnungsgemäß begonnene Vorhaben anhalten will, dann muß der entstandene wirtschaftliche Schaden auch beglichen werden. Wobei ich mich nicht um diese politische Kulisse kümmern würde: Neid der Besitzlosen.



Hatten wir schon. Bei Sanktionen ist das so nicht automatisch der Fall
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 10:30

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Jan 2021, 23:45)

Hm. Ich habe nicht einmal in erster Linie an Saudi-Arabien gedacht, aber bitte - Du schlägst also vor, statt russisches Gas saudisches Gas zu kaufen. Kann man machen. Und die können dann 55 Milliarden m³ im Jahr liefern?


Ließ im Strang. Da ist über Alternativen bei Lieferanten mehrfach geschrieben worden
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 10:53

Cobra9 hat geschrieben:(21 Jan 2021, 10:29)

Hatten wir schon. Bei Sanktionen ist das so nicht automatisch der Fall


Darüber entscheiden zwei Parteien; mehr nicht. Das ist ein Vorteil, den ich nie und nimmer aus der Hand geben würde.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 11:12

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 10:53)

Darüber entscheiden zwei Parteien; mehr nicht. Das ist ein Vorteil, den ich nie und nimmer aus der Hand geben würde.



Nein über mögliche Entschädigungen im Fall des Wegfall von NS2 würden Gerichte entscheiden. Denke da sind Wir uns einig.

Aber bei rechtlich fairen Sanktionen sieht es mit Entschädigungen schlecht aus.

Wenn die Nutzung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 im Zuge von EU-Sanktionen gegen Russland unterbunden würde, müsste dafür voraussichtlich kein finanzieller Ausgleich bezahlt werden, analysiert Christian Rath.

https://www.lto.de/recht/kanzleien-unte ... haedigung/


Außerdem über Sanktionen entscheiden mehrere Parteien und Institutionen.
Erstens mal die EU, dann die einzelnen Staaten wo im Thema beteiligt sind.

NS2 war das dümmste Projekt der letzten 20 Jahre für die Bundesrepublik Deutschland. Soviel Ärger mit anderen Ländern und Mittelfinger kassieren ist es nicht wert.

Nebeneinander mit Polen gibt's ja auch so nicht in Sachen Energie und vielen anderen Staaten. Aber für wenn man was durchsetzen das mies ist, will mit Gewalt bitte.

Dann kann man aber aufhören über ein EU Projekt zu schreiben und aufhören zu behaupten man beachte Interessen anderer.

Das ist nämlich falsch. Oder hat man nicht der Ukraine viele Versprechen gemacht. Die in der Realität dann puff machen sobald NS2 aktiv ist.

Oder was mit Osteuropa an Ärger herrscht.
Noch ein paar solcher Projekte dann macht jeder was Er will national wieder
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 11:32

Cobra9 hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:12)

Nein über mögliche Entschädigungen im Fall des Wegfall von NS2 würden Gerichte entscheiden. Denke da sind Wir uns einig.

Aber bei rechtlich fairen Sanktionen sieht es mit Entschädigungen schlecht aus.

Wenn die Nutzung der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 im Zuge von EU-Sanktionen gegen Russland unterbunden würde, müsste dafür voraussichtlich kein finanzieller Ausgleich bezahlt werden, analysiert Christian Rath.

https://www.lto.de/recht/kanzleien-unte ... haedigung/


Außerdem über Sanktionen entscheiden mehrere Parteien und Institutionen.
Erstens mal die EU, dann die einzelnen Staaten wo im Thema beteiligt sind.

NS2 war das dümmste Projekt der letzten 20 Jahre für die Bundesrepublik Deutschland. Soviel Ärger mit anderen Ländern und Mittelfinger kassieren ist es nicht wert.

Nebeneinander mit Polen gibt's ja auch so nicht in Sachen Energie und vielen anderen Staaten. Aber für wenn man was durchsetzen das mies ist, will mit Gewalt bitte.

Dann kann man aber aufhören über ein EU Projekt zu schreiben und aufhören zu behaupten man beachte Interessen anderer.

Das ist nämlich falsch. Oder hat man nicht der Ukraine viele Versprechen gemacht. Die in der Realität dann puff machen sobald NS2 aktiv ist.

Oder was mit Osteuropa an Ärger herrscht.
Noch ein paar solcher Projekte dann macht jeder was Er will national wieder


Nö, über unsere deutsche Wirtschaftspolitik hat kein Gericht etwas zu bestimmen. Darüber bestimmt die Bundesregierung und da wir ja demnächst Wahlen haben werden, das deutsche Wahlvolk. Das kann ja sagen: "Schluß damit, koste es, was es wolle!" Also: Entweder Entschädigung oder Fortsetzung. Kein Gericht.

Woher nehmen Sie die Erkenntnis, daß heute unsere östlichen Partner sich um Bewertungen des EuGH kümmern? Da klappt doch nur etwas, wenn plötzlich auf Gemeinschaftsbeschluß die Kasse nicht mehr stimmt. Und die stimmt, weil wirtschaftlich erfolgreiche Länder dort Geld nachschieben.

Man kann die Interessen anderer gern beachten, sollte das sogar ausdrücklich tun, wenn die nicht unseren deutschen Interessen zuwider laufen. Ansonsten müssen wir den Handschuh entschlossen aufnehmen. Wir tun niemandem etwas Böses; uns Deutschen aber entsteht ein Vorteil: Wir können wählen, wer uns zu welchen Kosten versorgen darf. Und wir haben einen Anknüpfungspunkt für weitere Handelsgespräche und weitergehende Zusammenarbeit. Über die berühmten Lieferketten sind dann auch unsere Partner daran beteiligt. Das finden die meist ganz gut.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Dieter Winter » Do 21. Jan 2021, 11:44

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:32)
uns Deutschen aber entsteht ein Vorteil: Wir können wählen, wer uns zu welchen Kosten versorgen darf.

Das ist ja gerade der Grund weswegen Uncle Sam so not amused ist.....
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 11:48

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 10:28)

Wenn die Aussage zutrifft, daß das Projekt zu 95% fertiggestellt ist, dann werden da genau die genannten Summen vernichtet, wenn man das Projekt stoppt. Abgesehen davon, daß wohl alle freien Staaten dieser Welt mit schrecklichsten Herrschaftssystemen offen und verdeckt große Geschäfte machen, sich hier oder da lumpig verhalten.
Namhafte Unternehmen werden wohl nicht deshalb aussteigen, weil sie sich den großen Reibach erwarten. Und die staatliche Stiftung ist nicht auf Gewinn ausgelegt, sondern auf Ausgaben.

Aber ja, der größte Teil der Welt ist nicht wie die Schweiz. Wenn also Fatalismus die Außenpolitik sein soll, könnte man sich die schmutzigsten Geschäfte angeln und womöglich auch was verdienen.

Und nun soll eine seit vielen Jahrzehnten bewährte Energiepartnerschaft abgebrochen werden, damit diese Welt eine bessere wird? Lächerlich!
Die Friedenspartnerschaft wurde beendet. Das zu belohnen, birgt Risiken.

Außerdem meine ich, daß die Rohrleitung einen Anfang, aber auch ein Ende hat. Auf beiden Seiten kann man das Ding öffnen oder schließen... und muß dann eben miteinander reden. Aber immerhin können Dritte nicht ohne Anwendung platter Gewalt daran herum drehen. Gab es nicht? Ach, nee.

Man könnte JETZT zudrehen und z. B. über Nawalny reden. Bislang hat der Kreml jedenfalls nicht zugehört.
Die "Kommunikationsröhre" ist wohl auch eher als Geldruckmaschine gedacht. Der russische Staatshaushalt ist auf Exporterlöse angewiesen. Man hat Ausgaben und Unkosten.

Evtl. kommen Biden und Merkel ins Gespräch. Oder Biden vermittelt in dieser Sache zwischen Europäern und Merkel.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 11:50

Dieter Winter hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:44)

Das ist ja gerade der Grund weswegen Uncle Sam so not amused ist.....


Na ja, nicht nur dieser Wettbewerber. Auch andere Lieferquellen müssen sich bescheiden, und auch Abnehmer, die sich darauf festgelegt haben, die machen auch lange Gesichter. Ich kann das alles nachfühlen, so ist das ja nicht. Dann muß man eben beizeiten miteinander reden und eine gemeinsame gute Lösung suchen. Die Methode: "Der eine bestellt und der andere bezahlt!" ist kein Dauerbrenner.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Do 21. Jan 2021, 11:59

Die Europäer sollten sich auf eine gemeinsame Linie verständigen und sich nicht durch Putins Röhre auseinanderdividieren lassen.

Zum andern hat man wichtige Verbündete in Übersee, die Sicherheitsbestellungen in Europa mitfinanzieren.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 12:29

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:32)

Nö, über unsere deutsche Wirtschaftspolitik hat kein Gericht etwas zu bestimmen. Darüber bestimmt die Bundesregierung und da wir ja demnächst Wahlen haben werden, das deutsche Wahlvolk. Das kann ja sagen: "Schluß damit, koste es, was es wolle!" Also: Entweder Entschädigung oder Fortsetzung. Kein Gericht.

Woher nehmen Sie die Erkenntnis, daß heute unsere östlichen Partner sich um Bewertungen des EuGH kümmern? Da klappt doch nur etwas, wenn plötzlich auf Gemeinschaftsbeschluß die Kasse nicht mehr stimmt. Und die stimmt, weil wirtschaftlich erfolgreiche Länder dort Geld nachschieben.

Man kann die Interessen anderer gern beachten, sollte das sogar ausdrücklich tun, wenn die nicht unseren deutschen Interessen zuwider laufen. Ansonsten müssen wir den Handschuh entschlossen aufnehmen. Wir tun niemandem etwas Böses; uns Deutschen aber entsteht ein Vorteil: Wir können wählen, wer uns zu welchen Kosten versorgen darf. Und wir haben einen Anknüpfungspunkt für weitere Handelsgespräche und weitergehende Zusammenarbeit. Über die berühmten Lieferketten sind dann auch unsere Partner daran beteiligt. Das finden die meist ganz gut.



Weil der deutsche Wähler grundsätzlich Einfluss hat auf die Außenpolitik :p

Du kannst ein Wahlprogramm wählen von dem maximal 50% umgesetzt werden. Da ist die Schweiz etwas besser. Aber trotzdem wenn es Entschädigungen gibt, jemand unzufrieden ist [youtube][/youtube]dann entscheidet das Gericht oder die Instanzen.

Rechtsstaat. Wenn Du ein Urteil in der Hand hast das Dir Entschädigungen zustehen dann gilt das. Unabhängig von der Meinung bsp der Bundesregierung .


Das Nord Stream 2, Russland ein Streitpunkt ist mit anderen EU Ländern, sowie Schwerpunkt Osteuropa ist im Thema bestimmt 12 mal inklusive Quellen behandelt worden.


Natürlich ist man ganz begeistert von NS2. Oder doch nicht?


Auf der anderen Seite stehen die bisherigen Transitländer, allen voran die Ukraine, aber auch Polen und die baltischen Staaten. Ihnen entgehen in Zukunft Einnahmen. Zusätzlich befürchten gerade diese Länder in der östlichen Hälfte Europas, dass sich Russland und Deutschland auf ihre Kosten einigen. Dies sind nicht nur wirtschaftliche Sorgen, sondern auch tiefe sicherheitspolitische Ängste, die bis zu den Zeiten des Hitler-Stalin-Paktes vor 80 Jahren zurückreichen.

Der Streit geht aber weit über die kommerziellen Interessen hinaus. Polen zum Beispiel wird Probleme mit der Gasversorgung der südöstlichen Gebiete haben, falls kein russisches Gas nach der Inbetriebnahme der Nord Stream 2 über die Ukraine transportiert wird. Die baltischen Staaten gehören zu den vehementesten Gegnern des Projekts, da sie höhere Abhängigkeit der EU von Russland befürchten.

https://m.dw.com/de/nord-stream-2-der-e ... a-51270076

https://www.google.com/url?q=https://ww ... 4d2nXrkhTX



Aus aktuellen Medien


Die USA laufen Sturm gegen die Gas-Pipeline, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer Partner in Europa von Russland sehen. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... am534.html


https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... 15883c6e70



Ja ne ganz klar Osteuropa steht gaaaaaaaaannnnnnz fest im europäischen Sinne hinter Nord Stream 2.

Ist zwar nicht so, aber wenn man es schreibt oft genug passt es bestimmt. Oder doch nicht. Also bitte präsentiere die Lösung wie alle Interessen berücksichtigt werden. Bin gespannt.

Ich bin aus diversen Gründen gegen NS2 und unterstütze jegliche akzaptble Form von Opposition.

Über Umweltschutz bis zur falschen Politik sowie Wirtschaft. NS2 muss beendet werden.

Ich sage nicht kauft US Gas oder Öl, lasst die USA unsere Entscheidungen treffen. Aber das die USA nun gegen Russland eine Schippe drauflegen ist in Sachen NS2 für mich okay. Es ist auch kein Zwang direkt.
Aber wenn Du in den USA eben den Mark willst musst Du gewisse Punkte einhalten. In Russland ja auch.


Wir können sehr wohl unsere Eigenständigkeit stärken und noch wirtschaftlich profitieren. Aber Gut unsere Politik in Deutschland wohl tatsächlich nicht.


Ich steh dazu was ich als Meinung habe und sag Wir agieren Wirtschaftlich dumm.

Nimm die Pv Branche. Große Chancen, aber mittlerweile ist das Buisness im Land tot. Mit freundlichen Grüßen auch aus Berlin. Genau so Intilligenz zeigt man jetzt wieder und dann sitzt der Alti da und wundert sich was is denn los.

Ich denke die Bundesregierung verliert das Spiel.


Die USA wollen in Sachen Nord Stream 2 erstmals ein konkretes Unternehmen bestrafen und ein halbes Dutzend an Firmen springt ab . Deutschland droht zum Verlierer in diesem geopolitischen Poker zu werden sowie wirtschaftlich. Zumindest heftige Nachteile.

Stand heute ist Deutschland wieder Unglücklich ins Spiel geraten. Wenn ich höre mit Biden wird sich was ändern wahrscheinlich. Bei NS2 mit großer Wahrscheinlichkeit no. Das wäre politisch Selbstmord.


Ohne Argumentation ist die US Politik nicht. Am deutschen Gashahn sitzt Wladimir Putin. Noch mehr Einfluss auf die europäische Energieversorgung zu gewähren ist dumm. Naiv.

Natürlich behauptet Berlin NS2 sei ein wirtschaftliches Projekt. Zum Lachen. Diese Pipeline ist hochpolitisch, längst zum Objekt in jenen geostrategischen Spielen geworden geworden unserer Zeit. Einem Spiel, in dem Deutschland, wieder mal selbstverschuldet, gerade eine äußerst dumme, unglückliche Figur abgibt.


Wenn man Trümpfe in der Hand hält vergibt man die.
Nawalny wäre wunderbar nutzbar gewesen. Tiergarten Mord ect.

Aber Berlin schön naiv brav.

Der Mann im Kreml dürfte die Botschaft verstanden haben und im Forum ist man auch schön Pro. Die Deutschen werden nichts tun, was Russland weh tut.

Freispiel, weiter so. Dazu sprechen Wir von Interessen, EU und so weiter. Das ist doch ein Witz.

Natürlich haben die USA in diesem Spiel natürlich eigene, knallharte Geschäftsinteressn. Nur leider nicht nur Aber die Kritik wird auf Gas reduziert. Vergessen Wir ruhig wie gerade Osteuropäer und die Ukraine auf dem Kriegspfad sind. Ignorieren das Skandinavier und die EU-Kommission das Pipeline-Projekt fast geschlossen für falsch halten in der Realität.


Das Berlin noch versucht der deutsch-russischen Pipeline einen europäischen Anstrich zu verleihen, ist eine miese Nummer.




NS2 ist Dummheit und Getrickse. Deutschland hat viel falsch gemacht. Die steuropäer vor den Kopf gestoßen gleich mehrfach. Die Ukraine im Stich gelassen
Den transatlantischen Graben noch weiter vertieft aber richtig. Dazu kastriert man sich offenbar öffentlich gern.

Ja jetzt muss Deutschland langsam Farbe bekennen. Konflikt mit Biden gleich aus falschen Gründen und dann wieder aufheulen wenn es Feuer gibt oder ein Statement abgeben das man Aggressor Russland nicht noch hofiert.

Mir ist das nicht egal, meine Meinung hab ich. Aber da ich mittlerweile für gewisse idiotische Aktivitäten aus Berlin nicht mehr den Kopf hinhalten muss - soll Berlin tun was es für richtig hält.


Berlin sollte schleunigst mit Allen EU Ländern sprechen, eine neue Linie einheitlich vereinbaren und dann kann man eventuell was besser machen.

Passiert das. Bestimmt nicht
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Do 21. Jan 2021, 12:31

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:59)

Die Europäer sollten sich auf eine gemeinsame Linie verständigen und sich nicht durch Putins Röhre auseinanderdividieren lassen.

Zum andern hat man wichtige Verbündete in Übersee, die Sicherheitsbestellungen in Europa mitfinanzieren.


Nachträglich aus dem Fiasko noch jene Einheit zu bewirken ist fast unmöglich. Aber genau der gleiche Gedanke war Mir im Kopf.

Ich glaube aber nicht daran
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2021, 13:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:48)

Namhafte Unternehmen werden wohl nicht deshalb aussteigen, weil sie sich den großen Reibach erwarten. Und die staatliche Stiftung ist nicht auf Gewinn ausgelegt, sondern auf Ausgaben.

Die können oder wollen sich keinen Streit mit der Finanzindustrie der USA leisten.
Aber ja, der größte Teil der Welt ist nicht wie die Schweiz. Wenn also Fatalismus die Außenpolitik sein soll, könnte man sich die schmutzigsten Geschäfte angeln und womöglich auch was verdienen.

Ach, diese böse Schweiz... die gibt es ja auch noch. Ein Glück, daß die umgeben ist von so vielen redlichen Wirtschaftsmächten. Was sollte das denn nun?

Die Friedenspartnerschaft wurde beendet. Das zu belohnen, birgt Risiken.

Das tut doch niemand. Ich sehe da keine Geschenke über den Tresen gehen. Die ganze Welt ist ein einziges Risiko... wenn ich rund um Europa herum sehe. Aber bestimmt nicht deshalb, weil Deutsche und Russen mit dem handeln, was sie anbieten können und wollen.

Man könnte JETZT zudrehen und z. B. über Nawalny reden. Bislang hat der Kreml jedenfalls nicht zugehört.

Immerhin hat die russische Seite den Aufrührer (aus deren Sicht ist er das ja wohl) in Deutschland so weit gesund pflegen lassen. Daß sie auch anders kann, das ist Ihnen doch sicher nicht verborgen geblieben. Und es ist ja gar nicht ausgeschlossen, daß sich Leute ohne Megaphon über mögliche Lösungen austauschen.

Die "Kommunikationsröhre" ist wohl auch eher als Geldruckmaschine gedacht. Der russische Staatshaushalt ist auf Exporterlöse angewiesen. Man hat Ausgaben und Unkosten.

Finden Sie das überraschend? Unser Land möchte auch gern exportieren... vielleicht ja sogar das, was Menschen sich in Rußland so sehr wünschen? Und wir müssen nichts verschenken, sondern bekommen Energieträger ohne Ende.
Evtl. kommen Biden und Merkel ins Gespräch. Oder Biden vermittelt in dieser Sache zwischen Europäern und Merkel.

Jetzt schlägt es aber 13! Präsident Biden als der große Versöhner in der EU! Als ob der nichts zu Hause zu tun hätte! 74 Mio Republikaner müssen von "America first! abgebracht werden. Vorher wird das nix mit Europa und echter Versöhnung über den Atlantik hinweg.

Die EU muß sich schon allein zusammenraufen, sich selbst organisieren, ihren eigenen Weg suchen und finden.

Frau Merkel ist bald nicht mehr die Königin von Europa. Sie hat insgesamt eine sehr gute Bilanz, mit zwei großen Krisen, die sie oder unser Land nicht zu verantworten haben. Nein, 3 große Krisen; die Flüchtlingskrise hat sie auch ins Beherrschbare geführt. Tja, wer hat die Flüchtlingskrise ausgelöst? Europa war's nicht.

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