Sparen war gestern

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2400
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Gruwe » Fr 15. Nov 2019, 09:31

odiug hat geschrieben:(15 Nov 2019, 09:19)

Das ist falsch.
Anton Schlecker zog Firmenvermögen ab und versteckte es in den Konten seiner Frau und Kinder, wärend die Angestellten bereits auf Lohn verzichteten ... Lohn, der geschuldet wurde, aber nie ausgezahlt.
Der Mann und sein Sohn wanderten in den Knast, die Ehefrau zahlte eine Strafe ... das hatte einen Grund!
Der Grund heißt Betrug und Insolvenzverschleppung


Das sind aber alles illegale Machenschaften, die korrekterweise illegal sind und daher nichts mit der populistischen Aussage "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert" nichts zu tun haben, da diese Vorgehen ja verhindert werden sollen und nicht akzeptiert sind. Auch ändert es nichts daran, dass auch die Arbeitnehmer jahrelang von der Unternehmung Schlecker profitiert haben.

Das wäre in der Theorie richtig, wenn die Kapitalgewinne proportional zur Produktionssteigerung wachsen würden.
Tun sie aber nicht.
Sie steigen weit überproportional zur Produktionssteigerung.
Und das geht auf Kosten der Arbeitnehmer.


Auch das deckt die Aussage, dass Gewinne privatisiert werden nicht, da ja weiterhin auch die Arbeitnehmer profitieren, auch wenn es da eine "vermeintliche" Schieflage (eine "korrekte" Aufteilung der Zuwächse gibt es ja nicht) geben mag.
Benutzeravatar
odiug
Beiträge: 15130
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Sparen war gestern

Beitragvon odiug » Fr 15. Nov 2019, 10:26

Gruwe hat geschrieben:(15 Nov 2019, 09:31)

Das sind aber alles illegale Machenschaften, die korrekterweise illegal sind und daher nichts mit der populistischen Aussage "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert" nichts zu tun haben, da diese Vorgehen ja verhindert werden sollen und nicht akzeptiert sind. Auch ändert es nichts daran, dass auch die Arbeitnehmer jahrelang von der Unternehmung Schlecker profitiert haben.

Dann wurde halt in Anton Schlecker ein schlechtes Beispiel gewählt ... ein sehr schlechtes

Auch das deckt die Aussage, dass Gewinne privatisiert werden nicht, da ja weiterhin auch die Arbeitnehmer profitieren, auch wenn es da eine "vermeintliche" Schieflage (eine "korrekte" Aufteilung der Zuwächse gibt es ja nicht) geben mag.

Das ist im Prinzip auch richtig, wenn die Schieflage nicht obendrein durch die Politik gefördert würde, zB durch Gesetze, die zur Steuervermeidung von internationalen Unternehmen geradezu einladen.
Die Globalisierung läuft derzeit sehr ... nennen wir das mal kapital-freundlich ab.
Es ist doch zB erstaunlich, dass Gehälter in Konkurrenz zu Billiglohnländern in Osteuropa stehen, während Vorstandbezüge sich an den Hochlohnland USA orientieren.
Es ist erstaunlich, dass Freihandelsabkommen zwar immer auf den freien Warenaustausch abzielen, aber nie die Bedingungen der Produktion aushandeln.
Es kann doch nicht sein, dass wir Kinderarbeit hier verbieten, es aber Firmen erlauben, Waren zu importieren, die unter Umständen produziert werden, die jeden Standards in Europa Hohn sprechen.
Warum tun wir uns das eigentlich an :?:
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 2400
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Gruwe » Fr 15. Nov 2019, 10:54

odiug hat geschrieben:(15 Nov 2019, 10:26)

Dann wurde halt in Anton Schlecker ein schlechtes Beispiel gewählt ... ein sehr schlechtes


Naja, ich habe das Beispiel ja erstmal nur aufgegriffen.
Und nein: Es ist kein schlechtes Beispiel. Denn unabhängig davon, dass Schlecker dann irgendwann gegen Ende solche illegalen Machenschaften gestartet hat (die ja wie gesagt nicht akzeptiert sind), war das Unternehmen jahrzehntelang ein Unternehmen, von dem sowohl die Besitzer als auch die Arbeitnehmer profitiert haben. Von "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren" kann hier daher auch keine Rede sein. Zudem dies ja nur ein Beispiel war - welches gerade hier im Thread diskutiert wurde - für das dem zugrundliegenden System.


Das ist im Prinzip auch richtig, wenn die Schieflage nicht obendrein durch die Politik gefördert würde, zB durch Gesetze, die zur Steuervermeidung von internationalen Unternehmen geradezu einladen.
Die Globalisierung läuft derzeit sehr ... nennen wir das mal kapital-freundlich ab.


Auch dazu gibt es sicher verschiedene Sichtweisen! Diese Kapitalfreundlichkeit trifft hauptsächlich nur dann zu, wenn man aus Sicht des Arbeitnehmers blickt. Wechselt man die Perspektive etwa in die des Konsumenten, sieht das wieder ganz anders aus.


Es ist doch zB erstaunlich, dass Gehälter in Konkurrenz zu Billiglohnländern in Osteuropa stehen, während Vorstandbezüge sich an den Hochlohnland USA orientieren.


Hier wird mal wieder suggeriert, dass Unternehmen für ihre leitenden Angestellten einfach mal so (aus Altruismus oder warum auch immer) MEHR bezahlen als sie müssten.


Es ist erstaunlich, dass Freihandelsabkommen zwar immer auf den freien Warenaustausch abzielen, aber nie die Bedingungen der Produktion aushandeln.
Es kann doch nicht sein, dass wir Kinderarbeit hier verbieten, es aber Firmen erlauben, Waren zu importieren, die unter Umständen produziert werden, die jeden Standards in Europa Hohn sprechen.
Warum tun wir uns das eigentlich an :?:


Das ist nun wieder ein ganz anderes Thema, zu dem ich jetzt gerade nicht die Zeit habe mich hinreichend zu äußern. Das werde ich später nachholen.
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 51105
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Realist2014 » Fr 15. Nov 2019, 13:05

odiug hat geschrieben:(15 Nov 2019, 09:19)


Das wäre in der Theorie richtig, wenn die Kapitalgewinne proportional zur Produktionssteigerung wachsen würden.
Tun sie aber nicht.
Sie steigen weit überproportional zur Produktionssteigerung.
Und das geht auf Kosten der Arbeitnehmer.


Wo steigt die Rendite des Eigenkapitals in den Unternehmen stärker als die Produktivität? ( Was ist "Produktionssteigerung? )

Oder die Dividendenrendite stärker als die Gehälter in den jeweiligen Unternehmen ( BMW, Daimler, usw.)

Liefere doch einfach mal ein paar Quellen....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 51105
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Realist2014 » Fr 15. Nov 2019, 13:07

odiug hat geschrieben:(15 Nov 2019, 10:26)


Es ist doch zB erstaunlich, dass Gehälter in Konkurrenz zu Billiglohnländern in Osteuropa stehen, während Vorstandbezüge sich an den Hochlohnland USA orientieren.



Auf welche Unternehmen trifft das zu in D?

Die Gehälter in D stehen auch in Konkurrenz zu den Gehältern in den USA....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 10147
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Links oben, unten rechts
Wohnort: Deutschland drunter & drüber

Re: Sparen war gestern

Beitragvon unity in diversity » Mo 25. Nov 2019, 02:15

Realist2014 hat geschrieben:(14 Nov 2019, 14:02)

Da wird sich nichts ändern. Es gibt zu viel "Cash" in den(großen) Unternehmen ohne Innovationsdruck .
Die Unternehmen bekommen Geld über Anleihen für praktisch "umsonst"...

Sie sollen sogar noch mehr Geld bekommen.
Zu wenig Arbeitnehmer sorgen für das Alter vor, Riester-Sparen gilt als zu teuer.
Jetzt wird Zwangssparen, mit Widerspruchsrecht, in Erwägung gezogen:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/cd ... 99960.html
Die Gelder sollen vorwiegend in Aktien angelegt werden.
Neben Depotgebühren fallen bei aktiv gemanagten Fonds regelmäßig Umschichtungsgebühren an.
Je öfter, um so mehr.
Vielleicht fallen auch verfassungsrechtliche Bedenken an, die Bürger zur Teilnahme am Börsenkasino zu veranlassen.

Die Aussage, Sparen sei was von Gestern, stimmt übrigens nicht.
Die Leute sparen so viel wie nie:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/servi ... 97986.html
Wobei vage Zinsversprechen keinen mehr interessieren, wenn man dafür mehr oder weniger lange gar nicht, oder nur begrenzt über sein Eigentum verfügen kann.
Und man keine Kontrolle hat, was die „Performer“ mit dem Geld anrichten.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 8876
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Sparen war gestern

Beitragvon firlefanz11 » Di 26. Nov 2019, 11:33

unity in diversity hat geschrieben:(25 Nov 2019, 02:15)

Zu wenig Arbeitnehmer sorgen für das Alter vor, Riester-Sparen gilt als zu teuer.
Jetzt wird Zwangssparen, mit Widerspruchsrecht, in Erwägung gezogen:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/cd ... 99960.html
Die Gelder sollen vorwiegend in Aktien angelegt werden.
Neben Depotgebühren fallen bei aktiv gemanagten Fonds regelmäßig Umschichtungsgebühren an.
Je öfter, um so mehr.

Nicht zu vergessen die Scholz'sche Abzocksteuer, die für den Kauf bzw. Verkuaf auch noch fällig wird, falls er sie durch kriegt...
viewtopic.php?p=4595786#p4595786

viewtopic.php?p=4606757#p4606757

Wenn dann also die Leute keine Aktien kaufen weil es sich nicht mehr lohnt, müssen sie halt dazu gezwungen werden dem Staat die passenden Abgaben ins Säckel zu spülen... :mad2:
Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 10147
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Links oben, unten rechts
Wohnort: Deutschland drunter & drüber

Re: Sparen war gestern

Beitragvon unity in diversity » Do 28. Nov 2019, 02:43

firlefanz11 hat geschrieben:(26 Nov 2019, 11:33)

Nicht zu vergessen die Scholz'sche Abzocksteuer, die für den Kauf bzw. Verkuaf auch noch fällig wird, falls er sie durch kriegt...
viewtopic.php?p=4595786#p4595786

viewtopic.php?p=4606757#p4606757

Wenn dann also die Leute keine Aktien kaufen weil es sich nicht mehr lohnt, müssen sie halt dazu gezwungen werden dem Staat die passenden Abgaben ins Säckel zu spülen... :mad2:

Oder man erlaubt Privatanlegern, eigenverantwortlich global interessante Aktien in ihre Depots zu legen.
Alibaba hat in Hongkong einen märchenhaften Start vollbracht:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fi ... 05100.html
Die wollen Amazon verdrängen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 33057
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Adam Smith » Do 28. Nov 2019, 06:51

unity in diversity hat geschrieben:(28 Nov 2019, 02:43)

Oder man erlaubt Privatanlegern, eigenverantwortlich global interessante Aktien in ihre Depots zu legen.
Alibaba hat in Hongkong einen märchenhaften Start vollbracht:
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fi ... 05100.html
Die wollen Amazon verdrängen.


In Deutschland ist Alibaba unbedeutend. Konkurrenz ist aber vorteilhaft
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 33897
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Sparen war gestern

Beitragvon jack000 » Do 28. Nov 2019, 20:16

odiug hat geschrieben:(15 Nov 2019, 09:19)
Der Mann und sein Sohn wanderten in den Knast, die Ehefrau zahlte eine Strafe ... das hatte einen Grund!
Der Grund heißt Betrug und Insolvenzverschleppung.

M.W. wurden die beiden Kinder zu Knast verurteilt und das Thema Insolvenzverschleppung war nicht der Grund für die Bewährungsstrafe für Anton Schlecker.
DU30:
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 20970
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Sparen war gestern

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 14. Jan 2021, 17:13

mal in einen passenden Thread gepackt.

roli hat geschrieben:(14 Jan 2021, 16:48)

Das ist prima. Dann will ich aber auch kein Gejammer hören, wenn jetzt viele Menschen arbeitslos werden. Ist ja alles halb so schlimm. Man hat ja genug zur Seite gelegt, um Jahre ohne Einkommen überdauern zu können.
Und die Familie ernähren, ein Haus abbezahlen, alles kein Problem.

Ich vestehe auch nicht, wieso gerade jetzt so viele Menschen nun Angst um ihre Existenz haben. Tja, alles übertrieben. Schließlich hat jeder etwas zur Seite gelgt. Auch wenns bei den Meisten eigentlich nicht möglich ist.

Es sei denn, man ist Unternehmer oder Manager oder Ähnliches. Dann ist es klar, daß man heutzutage in einem Jahr schon fast ausgesorgt hat.


Was soll dieses Polemik? Vor allem was hat das mit deiner ursprünglich getätigten Aussage zu tun? Da ging es immerhin um den über 50-jährigen, der eben mal nicht genügend Polster hat um mehrere Jahre zu überstehen.
Ich habe lediglich nüchtern festgestellt, dass es für einen über 50-jährigen kein Problem sein sollte sich so ein Polster anzuschaffen, sofern man halbwegs normal verdient und nicht gerade zum Niedriglohn arbeitet.
Man muss es halt nur machen. Und daran scheiterts eben bei den Meisten. Und man muss konsequent dranbleiben.
Das will aber auch nicht jeder und daher hat man dann halt mit 50 weniger. Das richtet sich ja jeder so ein, wie es ihm am besten passt. Aber nun so tun als wäre die eigene Lebensbiografie alternativlos gewesen, als hätte man nie eine Wahlmöglichkeit gehabt ist vollkommen absurd, genauso wie die weit verbreitete Vorstellung, die "Meisten" könnten gar nichts zur Seite legen. Das kann man natürlich. Man gibt einfach weniger aus als man einnimmt. Das funktioniert bei jedem.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Atue001
Beiträge: 1307
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Atue001 » Do 14. Jan 2021, 23:37

So einfach ist es halt nicht. Es ist ziemlich individuell. Es gibt sehr individuelle Gründe, warum ein 50jähriger auch mal nicht in der Lage ist, sich ein Polster aufzubauen.

Ein Beispiel dafür sind Ehescheidungen.
Ein anderes Beispiel sind gescheiterte Versuche der Selbstständigkeit, die in einer Insolvenz mündeten.
Wiederum andere sind durch unerwartete Krankheit im größeren Umfang in kritische Situationen geraten.....

Es ist eben nicht so, dass alle 50-jährigen einen glatten Lebenslauf hätten, auch wenn das für viele durchaus stimmen mag. Man mag auch sagen:"Dann hätten sie früher anders entscheiden sollen".....nur das hilft den Betroffenen genau gar nicht.

Das Problem ist nicht, dass eine Biografie mit 50 alternativlos wäre - das Problem ist, dass man mit 50 eine Biografie hat, die man nicht mehr so ganz leicht verändern kann - schon gar nicht rückwirkend.

Es geht dabei gar nicht darum, dass man einem gescheiterten 50jährigen den allerwertesten pudern soll.....wohl aber darum, dass man auch noch einem 50jährigen eine Möglichkeit einräumen sollte, wie er mit entsprechendem Verhalten eine deutliche Perspektive für sich erreichen kann.

Es gibt viele Gründe, warum man im Leben scheitern kann.....und es ist wenig ratsam, dass man jeden Gescheiterten gleich abschreibt. Besser wäre es, jedem immer eine Chance einzuräumen, noch was aus seinem Restleben zu machen.
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 20970
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Sparen war gestern

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 15. Jan 2021, 08:48

Atue001 hat geschrieben:(14 Jan 2021, 23:37)

So einfach ist es halt nicht. Es ist ziemlich individuell. Es gibt sehr individuelle Gründe, warum ein 50jähriger auch mal nicht in der Lage ist, sich ein Polster aufzubauen.

Ein Beispiel dafür sind Ehescheidungen.
Ein anderes Beispiel sind gescheiterte Versuche der Selbstständigkeit, die in einer Insolvenz mündeten.
Wiederum andere sind durch unerwartete Krankheit im größeren Umfang in kritische Situationen geraten.....

Es ist eben nicht so, dass alle 50-jährigen einen glatten Lebenslauf hätten, auch wenn das für viele durchaus stimmen mag. Man mag auch sagen:"Dann hätten sie früher anders entscheiden sollen".....nur das hilft den Betroffenen genau gar nicht.

Das Problem ist nicht, dass eine Biografie mit 50 alternativlos wäre - das Problem ist, dass man mit 50 eine Biografie hat, die man nicht mehr so ganz leicht verändern kann - schon gar nicht rückwirkend.

Es geht dabei gar nicht darum, dass man einem gescheiterten 50jährigen den allerwertesten pudern soll.....wohl aber darum, dass man auch noch einem 50jährigen eine Möglichkeit einräumen sollte, wie er mit entsprechendem Verhalten eine deutliche Perspektive für sich erreichen kann.

Es gibt viele Gründe, warum man im Leben scheitern kann.....und es ist wenig ratsam, dass man jeden Gescheiterten gleich abschreibt. Besser wäre es, jedem immer eine Chance einzuräumen, noch was aus seinem Restleben zu machen.


Das ist ja alles ziemlich trivial. Natürlich ist das so. War aber nicht Gegenstand der (Neben-)Diskussion. Lesen hilft.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 51105
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Realist2014 » Fr 15. Jan 2021, 09:47

Atue001 hat geschrieben:(14 Jan 2021, 23:37)
So einfach ist es halt nicht. Es ist ziemlich individuell. Es gibt sehr individuelle Gründe, warum ein 50jähriger auch mal nicht in der Lage ist, sich ein Polster aufzubauen.

Für die große Mehrheit der über 50 Jährigen ist und war das aber kein Problem
Es gibt viele Gründe, warum man im Leben scheitern kann.....und es ist wenig ratsam, dass man jeden Gescheiterten gleich abschreibt. Besser wäre es, jedem immer eine Chance einzuräumen, noch was aus seinem Restleben zu machen.

Diese Chance hat ja jeder.

Auch der arbeitslos werdende über 50 jährige.

ALG I, ALG II, Umschulungen usw.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
roli
Beiträge: 2431
Registriert: Di 9. Jun 2020, 11:59
Wohnort: Hessen

Re: Sparen war gestern

Beitragvon roli » Di 19. Jan 2021, 18:43

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(14 Jan 2021, 17:13)

mal in einen passenden Thread gepackt.



Was soll dieses Polemik? Vor allem was hat das mit deiner ursprünglich getätigten Aussage zu tun? Da ging es immerhin um den über 50-jährigen, der eben mal nicht genügend Polster hat um mehrere Jahre zu überstehen.
Ich habe lediglich nüchtern festgestellt, dass es für einen über 50-jährigen kein Problem sein sollte sich so ein Polster anzuschaffen, sofern man halbwegs normal verdient und nicht gerade zum Niedriglohn arbeitet.
Man muss es halt nur machen. Und daran scheiterts eben bei den Meisten. Und man muss konsequent dranbleiben.
Das will aber auch nicht jeder und daher hat man dann halt mit 50 weniger. Das richtet sich ja jeder so ein, wie es ihm am besten passt. Aber nun so tun als wäre die eigene Lebensbiografie alternativlos gewesen, als hätte man nie eine Wahlmöglichkeit gehabt ist vollkommen absurd, genauso wie die weit verbreitete Vorstellung, die "Meisten" könnten gar nichts zur Seite legen. Das kann man natürlich. Man gibt einfach weniger aus als man einnimmt. Das funktioniert bei jedem.


Komisch. Ich wohne nicht gerade in einer Getto- bzw. Armengegend und Dies trifft auch auf meinen Bekannten- und Verwandtenkreis zu. Aber ich kenne fast niemanden, der mehrere Jahre ohne Einkommen adäquat überleben könnte. Ja selbst im beruflichen Umfeld ist dies nicht der Fall. Natürlich gibts Menschen, Welche ein entsprechendes Polster haben. Oft durch Erbschaft oder Ähnliches.

Wenn Deine These stimmen würde, dann frage ich mich, wieso nicht viel mehr Menschen etwas früher in Rente gehen und von ihrem angesparten Geld in Saus un Braus leben können?
Nicht Alle brauchen die Arbeit um noch einen Sinn in ihrem Leben zu erkennen.
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 51105
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Jan 2021, 18:47

roli hat geschrieben:(19 Jan 2021, 18:43)

Komisch. Ich wohne nicht gerade in einer Getto- bzw. Armengegend und Dies trifft auch auf meinen Bekannten- und Verwandtenkreis zu. Aber ich kenne fast niemanden, der mehrere Jahre ohne Einkommen adäquat überleben könnte. J

Das Problemwort habe ich unterstrichen- und wieso "mehrere Jahre"?

Wer arbeitslos wird, bekommt bis zu 2 Jahre lang ALG I

Wer die richtigen Kompetenzen hat, der findet in diesem Zeitraum auch wieder einen job
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 20970
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: Sparen war gestern

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 19. Jan 2021, 18:52

roli hat geschrieben:(19 Jan 2021, 18:43)

Komisch. Ich wohne nicht gerade in einer Getto- bzw. Armengegend und Dies trifft auch auf meinen Bekannten- und Verwandtenkreis zu. Aber ich kenne fast niemanden, der mehrere Jahre ohne Einkommen adäquat überleben könnte. Ja selbst im beruflichen Umfeld ist dies nicht der Fall. Natürlich gibts Menschen, Welche ein entsprechendes Polster haben. Oft durch Erbschaft oder Ähnliches.

Wenn Deine These stimmen würde, dann frage ich mich, wieso nicht viel mehr Menschen etwas früher in Rente gehen und von ihrem angesparten Geld in Saus un Braus leben können?
Nicht Alle brauchen die Arbeit um noch einen Sinn in ihrem Leben zu erkennen.


Weil man andere Prioritäten hat, ganz einfach. Schon die Vorstellung wie du so schön schreibst, in Saus uns Braus zu leben zeigt ja, wo die Priorität liegt. Wer alles verkonsumiert, hat logischerweise auch nach 30 Jahren Arbeit kein finanzielles Polster. So einfach ist das. Das hat nichts damit zu tun, dass man es nicht könne, sondern lediglich damit, dass es einem wohl nicht wichtig genug ist.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 24073
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: Sparen war gestern

Beitragvon Skull » Di 19. Jan 2021, 18:59

roli hat geschrieben:(19 Jan 2021, 18:43)

Komisch.

Ich wohne nicht gerade in einer Getto- bzw. Armengegend und Dies trifft auch auf meinen Bekannten- und Verwandtenkreis zu. Aber ich kenne fast niemanden, der mehrere Jahre ohne Einkommen adäquat überleben könnte. Ja selbst im beruflichen Umfeld ist dies nicht der Fall.

Natürlich gibts Menschen, Welche ein entsprechendes Polster haben. Oft durch Erbschaft oder Ähnliches.

Ich kenne da dagegen einige, die das können, die das sogar machen.
Die meisten gerade ohne Erbschaft oder ähnliches. Einfach...durch Arbeit. Und Sparen/Vorsorge.
Natürlich sind die alle eher zwischen 40 und 60. Und auch nicht geschieden. ;)

Aber etwas so besonderes ... ist das auch nicht. :)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
roli
Beiträge: 2431
Registriert: Di 9. Jun 2020, 11:59
Wohnort: Hessen

Re: Sparen war gestern

Beitragvon roli » Mi 20. Jan 2021, 10:16

Skull hat geschrieben:(19 Jan 2021, 18:59)

Ich kenne da dagegen einige, die das können, die das sogar machen.
Die meisten gerade ohne Erbschaft oder ähnliches. Einfach...durch Arbeit. Und Sparen/Vorsorge.
Natürlich sind die alle eher zwischen 40 und 60. Und auch nicht geschieden. ;)

Aber etwas so besonderes ... ist das auch nicht. :)

mfg


alle schon in Rente?
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
roli
Beiträge: 2431
Registriert: Di 9. Jun 2020, 11:59
Wohnort: Hessen

Re: Sparen war gestern

Beitragvon roli » Mi 20. Jan 2021, 10:19

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(19 Jan 2021, 18:52)

Weil man andere Prioritäten hat, ganz einfach. Schon die Vorstellung wie du so schön schreibst, in Saus uns Braus zu leben zeigt ja, wo die Priorität liegt. Wer alles verkonsumiert, hat logischerweise auch nach 30 Jahren Arbeit kein finanzielles Polster. So einfach ist das. Das hat nichts damit zu tun, dass man es nicht könne, sondern lediglich damit, dass es einem wohl nicht wichtig genug ist.


Wenn du ein Haus baust bzw. finanzieren must und zusätzlich eine Familie ernähren willst, das trifft wohl für Viele zu, was soll da bei einem normalen EInkommen übrig bleiben?
Wieso haben Viele mehrere Jobs?
Wieso gehen heutzutage oft beide Elternpaare arbeiten?
Um mit 45 oder 50 in Rente zu gehen?
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste