Großbritannien - post Brexit

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Adam Smith
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Adam Smith » So 3. Jan 2021, 20:44

Misterfritz hat geschrieben:(03 Jan 2021, 20:26)

Hatte ich bisher auch immer gedacht.
Aber man lernt ja nie aus ;)


Fische und Meeresfrüchte machen 10% der norwegischen Exporte aus.

Fisch und Meeresfrüchte machen inzwischen zehn Prozent der norwegischen Warenexporte aus, einschließlich Öl und Gas. 65 Prozent der norwegischen Meeresfrüchte gehen in die EU. Frankreich ist der wichtigste Abnehmer. “Dies unterstreicht die Bedeutung des EWR-Abkommens. Gemeinsame Regeln und Standards


https://businessportal-norwegen.com/201 ... fruechten/
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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H2O
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » So 3. Jan 2021, 21:09

Adam Smith hat geschrieben:(03 Jan 2021, 20:36)

Großbritannien nimmt im Moment schon sehr viele Kredite auf. Dieses dürfte auch 2021 andauern, weil es im Laufe des Jahres viel mehr Arbeitslose geben soll.


Diese finstere Aussicht kann uns Europäern doch aber auch drohen. Deshalb ist doch das gemeinsame Finanzierungskonzept zur Bewältigung der durch die Pandemie angerichteten Schäden entwickelt worden. Hoffen wir, daß wir damit das rettende Ufer erreichen!

Die Briten haben sich doch klipp und klar gegen die Gemeinschaft entschieden; dann müssen sie sich eben allein ihren Weg durch schwere Zeiten bahnen. Ich wünsche ihnen dabei viel Erfolg!
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » So 3. Jan 2021, 21:49

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Jan 2021, 18:11)

In Zukunft nicht mehr. Das Brexit-Ziel "take back control" ist doch erfolgreich abgeschlossen. Alles was ab jetzt schief geht, können Johnson und seine Spießgesellen nicht mehr auf die EU abschieben.


Der Nrrativ läuft anders: hätten die Deutschen nicht Merkel gewählt, hätten die US-Amerikaner nicht Obama gewählt, hätte Merkel nicht die "Grenze geöffnet" und hätten die Franzosen nicht Macron gewähl, wäre das alles nicht passiert. Es hätte keinen Trump und keinen Brexit gegeben.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » So 3. Jan 2021, 22:03

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Jan 2021, 18:18)

Das habe ich jetzt nicht verstanden. Meinst Du, die Briten produzieren genug Lebensmittel, um ihre Inselbevölkerung zu versorgen? Ich fürchte, das geht nichtmal dann, wenn die Briten den ganzen Fisch, den sie aus dem Meer ziehen, selbst essen würden...

https://www.spiegel.de/panorama/brexit- ... 0002714475

Die Briten sind auf Lebensmittelimporte angewiesen. Mögliche Zölle würden die Sache bei ohnehin steigender Nachfrage nur noch teurer machen.


Wird halt Zeit das die Briten mehr auf die Felder gehen.
Die meinen ja eh das die EU Ausländer ihnendie Arbeitsplätze wegnehmen. Nun denn rauf auf die Felder.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » So 3. Jan 2021, 22:06

Fliege hat geschrieben:(03 Jan 2021, 19:08)

Nun wird es Zeit, mir meinen Wunsch zu erfüllen, Britannien nach "Brexit is done" einen Besuch abzustatten, um die Briten zum vollzogenen Brexit zu beglückwünschen. Mein Reiseziel ist der Snowdon in Wales (mit den Zug nach Oostende, mit der Fähre nach Dover, mit dem Zug über London nach Bangor, mit dem Bus zum Talbahnhof der Snowdon-Bergbahn).


Und du wirst dann überall aussteigen und mit einem Megafon Glückwünsche verbreiten?
Oder schüttelst du überall Hände????? :?:
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » So 3. Jan 2021, 22:07

Adam Smith hat geschrieben:(03 Jan 2021, 20:44)

Fische und Meeresfrüchte machen 10% der norwegischen Exporte aus.



https://businessportal-norwegen.com/201 ... fruechten/


Wobei man dazu sagen muss, dass die Norweger bein Fischfang auf zwei ganz entscheidende Momente setzen können: zum einen auf die besonderen Gewässer, zum anderen auf die Aquakultur in den Fjorden.
Mit norwegischen Fischmärkten kommt kein Fischmarkt weltweit mit. Einen Besuch auf dem Fischmarkt in Bergen kann ich nur empfehlen! Hinzu kommt: Fisch ist als Lebensmittel in Norwegen - selbst für unsere Verhältnisse - nicht teuer, im Gegenteil. Und das in einem Land, das als Urlaubsland hochpreisig (nicht zu verwechseln mit teuer, denn in Norwegen ist jeder ausgegebene Euro sein Geld wert) ist.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Fliege » So 3. Jan 2021, 23:11

Eiskalt hat geschrieben:(03 Jan 2021, 22:06)

Und du wirst dann überall aussteigen und mit einem Megafon Glückwünsche verbreiten?
Oder schüttelst du überall Hände????? :?:

Danke für deine Aufmunterung zu dieser Reise. :-)
"Im Kanzleramt regiert eine No-Covid-Sekte" (Susanne Gaschke, Ex-SPD-Mitglied). — "Wir glauben euren Versprechungen nicht mehr" (Demonstranten, Italien).
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Vongole » Mo 4. Jan 2021, 00:26

Ich habe hier zwei Beiträge mit pauschalen Verunglimpfungen verschoben, die mit politischer Kritik rein gar nichts mehr zu tun hatten.
Im Wiederholungsfall läuft das nicht so leise ab!

-Mod.-
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Mo 4. Jan 2021, 12:00

Fliege hat geschrieben:(03 Jan 2021, 23:11)

Danke für deine Aufmunterung zu dieser Reise. :-)


Das war eine Frage.
Wie sonst willst du die Briten den beglückwünschen? :?:
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon peterkneter » Mo 4. Jan 2021, 12:31

sünnerklaas hat geschrieben:(03 Jan 2021, 21:49)

Der Nrrativ läuft anders: hätten die Deutschen nicht Merkel gewählt, hätten die US-Amerikaner nicht Obama gewählt, hätte Merkel nicht die "Grenze geöffnet" und hätten die Franzosen nicht Macron gewähl, wäre das alles nicht passiert. Es hätte keinen Trump und keinen Brexit gegeben.


wow. so sehr hat Frau Merkel also die Weltpolitik beeinflußt. Nicht zu vergessen. eigentlich ist Schröder an allem Schuld. Hätte er Harz IV nicht gemacht, hätte man nicht Frau Merkel gewählt... ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » Mo 4. Jan 2021, 12:43

peterkneter hat geschrieben:(04 Jan 2021, 12:31)

wow. so sehr hat Frau Merkel also die Weltpolitik beeinflußt. Nicht zu vergessen. eigentlich ist Schröder an allem Schuld. Hätte er Harz IV nicht gemacht, hätte man nicht Frau Merkel gewählt... ;)

Schröder kann nicht schuld sein, weil der ja ein Duz-Freund Putins ist. Es war die SPD, es waren die Grünen. Ergo: die Kausalketten müssen zwischendurch immer so herumgedreht werden, dass es auch passt. ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Michael Alexander » Mo 4. Jan 2021, 18:16

H2O hat geschrieben:(03 Jan 2021, 21:09)

Diese finstere Aussicht kann uns Europäern doch aber auch drohen. Deshalb ist doch das gemeinsame Finanzierungskonzept zur Bewältigung der durch die Pandemie angerichteten Schäden entwickelt worden. Hoffen wir, daß wir damit das rettende Ufer erreichen!

Die Briten haben sich doch klipp und klar gegen die Gemeinschaft entschieden; dann müssen sie sich eben allein ihren Weg durch schwere Zeiten bahnen. Ich wünsche ihnen dabei viel Erfolg!


Die Briten werden das meistern, wie sie alles andere auch in ihrer Geschichte gemeistert haben. Das Vereinigte Königreich ist politisch stabil und reif wie wenige andere Länder, die Verwaltung effizient, die Wege kurz, die Verantwortlichkeiten klar. Das Mehrheitswahlrecht sorgt für ein Zweiparteiensystem mit einem transparenten Wechselspiel zwischen Regierung und Opposition.

Ich würde mir da eher Sorgen um die EU machen. Derzeit wird ja in Italien das Geld verpulvert, das Merkel versprochen hat - leider für völlig sinnlose Dinge. Man kann darauf warten, bis es zu nationalistischen Hassausbrüchen zwischen den EU-Ländern kommen wird, wenn es um die Wurst geht. Solange der deutsche Michel im Zweifelsfall - obwohl ärmer an Vermögen als beispielsweise die Italiener - die Geldbörse öffnet, wird es noch eine Weile gehen.

Die meisten EU-Staaten sind schon aufgrund ihres politischen Systems behindert. Das Verhältniswahlrecht sorgt für Parteienzersplitterung, unklare Mehrheitsverhältnisse, Klientelpolitik und Hinterzimmerabsprachen.

Auch die Wirtschaft in Großbritannien ist viel innovativer als in großen Teilen der EU. Welche Innovationen erwartet man denn aus Spanien und Portugal, aus Italien und Griechenland, ganz zu schweigen von Rumänien und Bulgarien? Überall korrupte Strukturen, ineffiziente Betriebe aus dem letzten Jahrhundert, demographischer Niedergang und kein Wille, etwas zu verändern.

Ja, Großbritannien wird kurzfristig wirtschaftlichen Schaden nehmen durch den Brexit. Es könnte aber langfristig politisch und wirtschaftlich gewinnen, weil es sich rechtzeitig dem EU-Chaos entzogen hat und sich nicht wie Deutschland in falsch verstandener Solidarität in Abhängigkeiten begibt und sich Mühlsteine um den Hals hängt.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Mo 4. Jan 2021, 19:17

Das ist doch gar keine Frage, ob die Briten eine schwierige Zukunft meistern werden. Eher drängt sich doch die Frage auf, wie und unter welchen Rahmenbedingungen für Andy Cap. Und wo in der Reihenfolge erfolgreicher Wettbewerber das Land am Ende dieser Roßkur stehen wird.

Die EU besteht im Westen aus Staaten mit ziemlich großer Vergangenheit, die nun ihre gemeinsame Zukunft gestalten, ohne daß die Briten sie mit Veto davor bewahren können. Darin spielt Deutschland eine mitgestaltende und impulsgebende Rolle ohne als Nationalstaat eine beherrschende Rolle zu übernehmen. Mitgestalten heißt, einen Kontinent zum Teil wirtschaftlich zu erschließen, seine Infrastruktur in Forschung und Entwicklung auf die Höhe unserer Zeit zu bringen,
die Menschen in Arbeit und Brot zu halten in einem gemeinsamen Markt zu fairen Bedingungen. Auch daran mit zu wirken, daß bestimmte Mißstände zurück gedrängt werden... etwa die Korruption.

Wie kann es denn anderes sein, als daß in der sich verändernden EU nicht von Zeit zu Zeit alte Befindlichkeiten aufbrechen, schon als Widerstandshandlung gegen Veränderungen, die zugleich auch Zumutung bedeuten? Solche Leidenschaften sind aber auch Briten nicht fremd. Warten wir einmal ab, wie sich das Miteinander und Gegeneinander der großen Volksgruppen entfaltet.

Jedenfalls haben wir Europäer unsere inneren Grenzen aufgegeben, haben eine gemeinsame Währung entwickelt, entwickeln gemeinsame grenzüberschreitende Verkehrsnetze und Standards. Seit etwa 20 Jahren entwickeln wir auch gemeinsame Schutzmechanismen gegen äußere Bedrohungen. Die gemeinsame Währung und der gemeinsame Wirtschaftsraum führen auch dazu, daß unvernünftige Gewohnheiten der Haushaltsführung allmählich abgebaut werden. Ich halte wenig davon, auf Italien oder Griechenland herum zu treten. Es ist nun einmal ein schwieriges Geschäft, aus stolzen Nationalstaaten mit ihren Schutzversprechen Europäer mit europäischem Gemeinsinn zu entwickeln. Und das alles ohne Unterordnung unter einen fremden Willen, wohl aber unter eine gemeinsame Willensbildung, in der jeder Partner, ob nun zahlenmäßig groß oder klein, seine Belange vertreten kann.

Uns Deutschen hängen keine Mühlsteine um den Hals, so wenig wie Italienern, Spaniern oder Franzosen. Aber wir Europäer bilden einen Verbund von Kräften, die einen gemeinsam abgestimmten Generalkurs verfolgen. Ziemlich überzeugend gerade im Umgang mit dem BREXIT und wiederholten Versuchen, an der EU vorbei zu Sondervereinbarungen zu kommen. Die EU hat das gemeinsame Handeln entwickelt und durchgehalten bis zum allerletzten Tag.

Und nun stehen wir Europäer im Wettbewerb mit den Briten. Das wird Ansporn und Meßlatte für alle Europäer sein, es den Briten wenigstens gleich zu tun... oder sie gemeinsam zu übertreffen. Geht nicht? Na, schau'n wir 'mal!
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Senexx » Mi 6. Jan 2021, 17:12

BoJo vor nächstem Sieg über die EU

Nachdem er der EU einen Last-Minute-Deal abgetrotzt hat, steht BoJo vor dem nächsten Sieg über die EU

https://www.bild.de/bild-plus/politik/a ... 0241436982
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Mendoza » Mi 6. Jan 2021, 18:07

Senexx hat geschrieben:(06 Jan 2021, 17:12)

BoJo vor nächstem Sieg über die EU

Nachdem er der EU einen Last-Minute-Deal abgetrotzt hat, steht BoJo vor dem nächsten Sieg über die EU

https://www.bild.de/bild-plus/politik/a ... 0241436982



https://www.fxstreet.de.com/news/boe-ba ... 2101061457
BoE Bailey: 5.000 bis 7.000 Arbeitsplätze im Finanzbereich sind wegen Brexit in die EU abgewandert


Ein wahrhaft großartiger Erfolg... :s
Mal davon abgesehen ist der Bild-Artikel a) hinter der Bezahlschranke und ich finde b) nirgends andere Infos zu diesem angeblichen Deal - weder auf deutschen noch auf britischen Seiten!
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Mi 13. Jan 2021, 19:49

Ist zwar auch hinter der Bezahlschranke, aber nicht weniger aussagekräftig:

"Rund sechs Milliarden Euro tägliches Handelsvolumen wanderten am ersten Börsentag des Jahres aus London nach Amsterdam, Paris und anderen EU-Standorten ab. Damit verlor das britische Finanzzentrum auf einen Schlag fast die Hälfte seines Aktienhandels."

https://www.handelsblatt.com/finanzen/b ... fd2rjE-ap6

Das ist keine Kleinigkeit. Die Finanzmärkte waren in den vergangenen Jahren der wichtigste Motor der britischen Wirtschaft. London war der wichtigste Handelsplatz in Europa. Wenn das jetzt wegbricht, ist GB ganz arm dran.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Mi 13. Jan 2021, 20:58

Kohlhaas hat geschrieben:(13 Jan 2021, 19:49)

Ist zwar auch hinter der Bezahlschranke, aber nicht weniger aussagekräftig:

"Rund sechs Milliarden Euro tägliches Handelsvolumen wanderten am ersten Börsentag des Jahres aus London nach Amsterdam, Paris und anderen EU-Standorten ab. Damit verlor das britische Finanzzentrum auf einen Schlag fast die Hälfte seines Aktienhandels."

https://www.handelsblatt.com/finanzen/b ... fd2rjE-ap6

Das ist keine Kleinigkeit. Die Finanzmärkte waren in den vergangenen Jahren der wichtigste Motor der britischen Wirtschaft. London war der wichtigste Handelsplatz in Europa. Wenn das jetzt wegbricht, ist GB ganz arm dran.
Und da die Finanzbeziehungen zwischen EU und GB nicht in dem deal geregelt sind, könnte das noch viel mehr werden.
Denn im Endeffekt ist es den Finanzinstituten egal, wo sie das Geschäft tätigen, wenn sie es denn machen können.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Do 14. Jan 2021, 13:09

Misterfritz hat geschrieben:(13 Jan 2021, 20:58)

Und da die Finanzbeziehungen zwischen EU und GB nicht in dem deal geregelt sind, könnte das noch viel mehr werden.
Denn im Endeffekt ist es den Finanzinstituten egal, wo sie das Geschäft tätigen, wenn sie es denn machen können.

So ist es. Der EU ist das aber nicht egal. Es wurde immer wieder klar gesagt, dass die EU sich nicht mit einem Finanzzentrum abfinden wird, das außerhalb der EU liegt.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Do 14. Jan 2021, 14:58

Und weiter geht es mit den "unerwarteten" Folgen des Brexit. Nach "Global Britain" und dann der abgeschwächten Variante "take back control" wird nun immer deutlicher, dass GB immer kleiner werden und die Kontrolle vollends verlieren könnte:

In Schottland sind die Separatisten im Aufwind
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... cce0d38cca


In Nord-Irland wird die Lebensmittelversorgung knapp.
https://www.tagesschau.de/ausland/nordi ... l-101.html

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Iren das lange hinnehmen werden.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 14. Jan 2021, 19:52

Kohlhaas hat geschrieben:(14 Jan 2021, 14:58)

Und weiter geht es mit den "unerwarteten" Folgen des Brexit. Nach "Global Britain" und dann der abgeschwächten Variante "take back control" wird nun immer deutlicher, dass GB immer kleiner werden und die Kontrolle vollends verlieren könnte:

In Schottland sind die Separatisten im Aufwind
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... cce0d38cca


In Nord-Irland wird die Lebensmittelversorgung knapp.
https://www.tagesschau.de/ausland/nordi ... l-101.html

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Iren das lange hinnehmen werden.


London wird mit allen Mitteln verhindern in die Bedeutungslosigkeit zu fallen. Scotland hat schon angedroht, wenn London den Weg nicht frei macht für ein erneutes Referendum alle Rechtsmittel auszuschöpfen. Nordirland überlegt den Anschluß an Irland.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

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