BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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lili
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:16

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:15)

Welche Löhne sind in welchen Unternehmen ( also Branche) angeblich zu niedrig?

Dann wäre ja der Gewinn des Unternehmers "zu hoch"

Kannst du das mal mit Fakten belegen?


Ich meine den allgemeinen Niedriglohnsektor in Deutschland. Den gibt es doch oder nicht?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 16:19

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:16)

Ich meine den allgemeinen Niedriglohnsektor in Deutschland. Den gibt es doch oder nicht?


Das ist keine Antwort auf meine Frage

"Niedriglohn" ist eine relatibve und keine absolute Größe

Die gab es immer und wird es auch immer geben- diese Löhne hängen an den Preisen, welche die Kunden bereit sind zu bezahlen

Hast du schon mal eine Kalkulation geseen, wie viel Umsatz ein angestellter Friseuer erbringen muss, um seinen Tariflohn ( = Niedriglohn) von 10 Euro zu erwirtschaften?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:27

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:19)

Das ist keine Antwort auf meine Frage

"Niedriglohn" ist eine relatibve und keine absolute Größe

Die gab es immer und wird es auch immer geben- diese Löhne hängen an den Preisen, welche die Kunden bereit sind zu bezahlen

Hast du schon mal eine Kalkulation geseen, wie viel Umsatz ein angestellter Friseuer erbringen muss, um seinen Tariflohn ( = Niedriglohn) von 10 Euro zu erwirtschaften?



Wir haben in Deutschland ein großen Niedriglohnsektor. Es geht nicht um normale Lohnunterschiede. Deswegen müssen die Arbeitnehmer ja aufstocken, damit sie über die Runden kommen. Das wäre mit einem BGE obsolet.

Das ist ja auch das Argument bezüglich der Arbeitslosenzahl. An sich haben wir mehr Leiharbeit.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 16:31

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:27)

Wir haben in Deutschland ein großen Niedriglohnsektor.


Die Alternative wäre wie in anderen Ländern eine höhere Arbeitslosigkeit

Deswegen müssen die Arbeitnehmer ja aufstocken, damit sie über die Runden kommen.

Wer Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet ( = 1200 Euro netto) , der muss oder kann nicht "aufstocken"

Alles das beantwortet aber nicht meine Frage, ob zu Zahlen hast, die belegen, dass die Arbeitgeber ( zum Beispiel Friseuladen-Inhaber) höhere Löhne zahlen könnten als den aktuellen Tariflohn von 10 Euro ( = Niedriglohn)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:36

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:31)

Die Alternative wäre wie in anderen Ländern eine höhere Arbeitslosigkeit


Wer Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet ( = 1200 Euro netto) , der muss oder kann nicht "aufstocken"

Alles das beantwortet aber nicht meine Frage, ob zu Zahlen hast, die belegen, dass die Arbeitgeber ( zum Beispiel Friseuladen-Inhaber) höhere Löhne zahlen könnten als den aktuellen Tariflohn von 10 Euro ( = Niedriglohn)



Ich sehe das pragmatisch: Wir bzw. Deutschland werden nicht jeden in Arbeit bringen können. Ich würde auch nicht wie die Gewerkschaftslinken und auch die CDU staatliche künstliche Arbeit herstellen, damit man z.B. Langzeitarbeitslose beschäftigen soll.

Warum bist du dann gegen das BGE? Dann hätte sie doch nebem ihrem EInkommen ein zusätzliches Einkommen. Dann wäre doch die Arbeitnehmerin und der Arbeitgeber zufrieden.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 16:39

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:36)


Warum bist du dann gegen das BGE? Dann hätte sie doch nebem ihrem EInkommen ein zusätzliches Einkommen. Dann wäre doch die Arbeitnehmerin und der Arbeitgeber zufrieden.


Und das Geld fällt vom Himmel....

Das wären bei 83 Mio Einwohnern bei einem BGE von 1000 Euro in der Summe dann ca 1 Billionen Euro pro Jahr...

Seriös ist anders
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:42

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:39)

Und das Geld fällt vom Himmel....

Das wären bei 83 Mio Einwohnern bei einem BGE von 1000 Euro in der Summe dann ca 1 Billionen Euro pro Jahr...

Seriös ist anders


Nein das Geld fällt nicht vom Himmel. Da man ja auf andere Leistungen wieder verzichtet.

BSP: Kindergeld, ALG2, Pensionen, Diäterhöhung, weniger für die Bundeswehr, keine Rettung für EU Länder, keine Unterstützung bezüglich Liufthansa, keine Rettung von Pleitebanken u.s.w.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 16:45

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:42)
Nein das Geld fällt nicht vom Himmel. Da man ja auf andere Leistungen wieder verzichtet.

Du scheinst die 1 Billionen Euro nicht vorstellen zu können
BSP: , Pensionen, Diäterhöhung,

Vorher hast du noch geschrieben, es kommt auf jedes Einkommen "oben drauf".....
weniger für die Bundeswehr,

Sicher mehr- 2% vom BIP
keine Rettung für EU Länder, keine Unterstützung bezüglich Liufthansa, keine Rettung von Pleitebanken u.s.w.

Das sind /waren alles einmalige Aktionen- das BGE würde aber jedes Jahr 1 Billionen Euro kosten

Schon lustig, wie reralitätsfremd deine "Vorstellungen" sind.....
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:49

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:45)

Du scheinst die 1 Billionen Euro nicht vorstellen zu können

Vorher hast du noch geschrieben, es kommt auf jedes Einkommen "oben drauf".....

Sicher mehr- 2% vom BIP

Das sind /waren alles einmalige Aktionen- das BGE würde aber jedes Jahr 1 Billionen Euro kosten

Schon lustig, wie reralitätsfremd deine "Vorstellungen" sind.....




Ich meinte damit die Friseurin und den Postboten. Die Beamten und Politiker bekommen ja ihr Gehalt. Die Frage ist nur, warum die Beamten eine extra Pension bekommen müssen und die Politiker eine Diäterhöhung. Die kriegen durch das BGE sowieso eine Erhöhung.

Die Regierung ist ja bekannt wenn es darum geht Rettungsaktionen durchzuführen. Selbst wenn die Lufthansa eine einmalige Zahlung war.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 16:52

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:49)
. Die Beamten und Politiker bekommen ja ihr Gehalt. Die Frage ist nur, warum die Beamten eine extra Pension bekommen müssen

Dei bekommen eine Pension gemäß den Veträgen...
und die Politiker eine Diäterhöhung.

Genau wie die Arbeitnehmer. Außerdem sind da Peanuts
Die Regierung ist ja bekannt wenn es darum geht Rettungsaktionen durchzuführen.

Du möchtest also nicht mehr helfen. Sehr sozial....
Selbst wenn die Lufthansa eine einmalige Zahlung war.

Kredit...

Nur was hat das alles mit deinem BGE zu tun?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 16:54

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:52)

Dei bekommen eine Pension gemäß den Veträgen...

Genau wie die Arbeitnehmer. Außerdem sind da Peanuts

Du möchtest also nicht mehr helfen. Sehr sozial....

Kredit...

Nur was hat das alles mit deinem BGE zu tun?


Dann kriegen sie in Zukunft halt neue Verträge.

Warum sollte ich bezüglich den Beamten sozial sein? Sozial bin ich nur den Schwachen gegenüber.


BGE= Du wolltest wissen woher das Geld kommen könnte.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 17:00

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 16:54)
Dann kriegen sie in Zukunft halt neue Verträge.

Beamter zu sein ist ein Vertrag auf Lebenszeit- inklusive Pensionen.
Du möchtest also, dass der Staat diese Verträge bricht?
BGE= Du wolltest wissen woher das Geld kommen könnte.

Das waren Einmalaktionen und in der Summe nur ein Bruchteil von 1 Billionen Euro pro Jahr.
Daher kann es nicht daher "kommen"
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mo 23. Nov 2020, 17:02

Guten Tag,

das ist eine Warnung. Die zwei hiermit ge-(nicht ver-)warnten User wissen somit wieder Bescheid.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 17:04

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 17:00)

Beamter zu sein ist ein Vertrag auf Lebenszeit- inklusive Pensionen.
Du möchtest also, dass der Staat diese Verträge bricht?

Das waren Einmalaktionen und in der Summe nur ein Bruchteil von 1 Billionen Euro pro Jahr.
Daher kann es nicht daher "kommen"


Wir haben wieder eine Warnung, deshalb können wir die Diskussion nicht so fortsetzen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Meruem » Mo 23. Nov 2020, 17:16

lili hat geschrieben:(23 Nov 2020, 17:04)

Wir haben wieder eine Warnung, deshalb können wir die Diskussion nicht so fortsetzen.


Naja weil ihr zwei allzu oft hier im eigentlichen Kernthema abweicht und dann Seiten lang im Grunde nicht wirklich mehr über das Strangthema hier diskutiert. ;)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mo 23. Nov 2020, 17:20

Meruem hat geschrieben:(23 Nov 2020, 17:16)

Naja weil ihr zwei allzu oft hier im eigentlichen Kernthema abweicht und dann Seiten lang im Grunde nicht wirklich mehr über das Strangthema hier diskutiert. ;)



Das Problem ist dass man über Vor und Nachteile spricht. Dann kommt man automatisch in ein anderes Thema. Deswegen schreibe ich ....um das BGE zu finanzieren usw....Damit man noch den Zusammenhang erkennt.
Erlaubt einmal ein König, dass Armut in seiner Nation auftritt, werden die Leute immer stehlen, um zu überleben.

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Realist2014 » Mo 23. Nov 2020, 17:22

Meruem hat geschrieben:(23 Nov 2020, 17:16)

Naja weil ihr zwei allzu oft hier im eigentlichen Kernthema abweicht und dann Seiten lang im Grunde nicht wirklich mehr über das Strangthema hier diskutiert. ;)


Das eigentliche Strangthema ist ja "zweigeteilt".


Einmal das BGE als solches- und dann die Höhe

Bei bleibender Umverteilung wie heute ( Also alle Leistungen der Existenzsicherung = ALG II, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter -> BGE) ergäbe sich ein BGE von 650 Euro für Erwachsene

Wurde hier ja schon durchgerechnet ( unter Beteiligung des Moderators Skull)


Dann kommen aber zusätzliche, realitätsferne "Visionen", woher man noch zusätzliches Geld "beschaffen" könnte, um ein noch höheres BGE zu finanzieren

Das geht von "Einheitsrente" bis Austritt aus der NATO, Maschinensteuer, Transaktionssteuer usw....
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Sa 5. Dez 2020, 00:10

Realist2014 hat geschrieben:(23 Nov 2020, 17:22)

Das eigentliche Strangthema ist ja "zweigeteilt".


Einmal das BGE als solches- und dann die Höhe

Bei bleibender Umverteilung wie heute ( Also alle Leistungen der Existenzsicherung = ALG II, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter -> BGE) ergäbe sich ein BGE von 650 Euro für Erwachsene

Wurde hier ja schon durchgerechnet ( unter Beteiligung des Moderators Skull)


Dann kommen aber zusätzliche, realitätsferne "Visionen", woher man noch zusätzliches Geld "beschaffen" könnte, um ein noch höheres BGE zu finanzieren

Das geht von "Einheitsrente" bis Austritt aus der NATO, Maschinensteuer, Transaktionssteuer usw....



Nicht alles was mal vorgerechnet wurde ist in Stein gemeiselt. Bei durchaus auch nicht völlig verwerflichen Grundannahmen bezüglich einer Berechnung kann man auch auf höhere Zahlen kommen, beispielsweise so:

Der Grundfreibetrag beträgt für einen ledigen Steuerpflichtigen wird im Jahr 2021 auf 9696€ steigen. Verheiratete Steuerpflichtige haben den doppelten Betrag - insofern kann man diesen Wert mal als Grundwert für die Existenzsicherung zugrunde legen. Das entspricht einem monatlichen Betrag von 808€.
Der Grundfreibetrag soll den Mindestbetrag widerspiegeln, den ein Steuerpflichtiger in Deutschland benötigt, um sein Existenzminimum (Wohnung, Strom, Heizung, Nahrung, Kleidung, etc.) sicherzustellen - also das, was man von einem BGE erwarten würde, wobei regelmäßig bei einem BGE-Ansatz noch Gelder für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung und ggf. einigen weiteren Leistungen mit einkalkuliert werden. Also kalkulieren wir auch die:
GKV und die zugehörige Pflegeversicherung haben Einnahmen von knapp 300 Mrd. EUR im Jahr, und ca. 73 Millionen Mitglieder. Als Kopfpauschale kalkuliert entspricht dies einem Betrag von ca. 342€ je Monat. Rechnet man die zu den 808€ dazu, ergibt sich ein Gesamtbetrag von 1.140€ im Monat für Erwachsene - bei Kindern kann man den Kinderfreibetrag von 8.388€ je Jahr ab 2021 zugrunde legen - was bei gleicher Rechnung zu einem BGE in Höhe von 1.041€ führen würde.
Den Betrag für Kinder könnte man auch niedriger ansetzen, wenn man lediglich das sächliche Existenzminimum zugrunde legt, dafür aber die Leistungen für Betreuungs- Erziehungs- und Ausbildungsbedarf im Steuerrecht noch beibehält, bzw. im Sozialrecht über gesonderte passgenaue Zahlungen abbildet. Dann wäre das BGE für Kinder um 220€ niedriger anzusetzen, also bei 821€.

Prinzipiell ist dieser Betrag im heutigen Steuer- und Sozialrecht in gleicher Höhe auch schon finanziert - lediglich die Art der Finanzierung unterscheidet sich, und im Detail gibt es eine Tendenz, dass heute im Sozialrecht bestimmte Sachtatbestände schlechter behandelt werden als im Steuerrecht (beispielsweise Wohnraum). Im Steuerrecht würde eine BGE-Einführung in entsprechender Höhe nicht allein dadurch gegenfinanziert werden dass der Grundfreibetrag entfallen würde, sondern weitere heute existente Steuervorteile müssten kritisch hinterfragt werden.

Umgekehrt wären soziale Leistungen kritisch zu hinterfragen, die heute zu Extra-Geldern beispielsweise bei Hartz IV Empfängern führen können.



Dass zwischen der 650€-Rechnung und meiner Rechnung deutliche Unterschiede bestehen hat vor allem drei Ursachen:

1) Angepasste Sätze (die Werte der 650€-Rechnung sind nicht mehr aktuell)
2) Behandlung der Kranken- und Pflegeversicherung
3) Annahme, dass die Behandlung von Wohnraum wie im Sozialrecht richtig ist, während der gleiche Tatbestand heute im Steuerrecht anders behandelt wird.

Speziell für 3) könnte man Alternativ auch heute schon mal überlegen, ob es wirklich richtig und angemessen ist, dass wir einem Hartz IV Single dauerhaft Wohnraum von ca. 50qm zugestehen. Würde man dies auf 25qm beschränken, hätte man heute schon keinen so dringenden Bedarf mehr, die konkrete Haushaltssituation eines Hartz IV Empfängers so scharf zu kontrollieren und ggf. dann Minderleistungen anzusetzen. Würde man dies konsequent so handhaben, könnte umgekehrt der Steuerfreibetrag im Steuerrecht auch nach unten korrigiert werden. Die sich daraus ergebenden Mehreinnahmen im Steuerrecht wären natürlich durch eine entsprechende Korrektur der Steuerkurve auszugleichen.

Nimmt man umgekehrt an, dass man einem Hartz IV-Empfänger die Beschränkung 25qm nicht zumuten kann, dann sollte man auch annehmen können, dass dies in gleicher Weise auch beispielsweise für Studenten gelten müsste......würde man so denken, hätte das heute auch Konsequenzen.....
wohnungsloser
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon wohnungsloser » Mi 9. Dez 2020, 06:10

Hallo,
ich moechte mich hier mal einklinken und bitte nehmt mir es nicht uebel, wenn ich die 832 Seiten hier nicht gelesen habe. Ich riskiere einfach, dass es Wiederholungen gibt.
Aber so beim ueberfliegen habe ich immer wieder das Thema "Finanzierung" gelesen.
Dann nehme wir doch einmal den Taschenrechner raus:
Wenn Jeder dieses Grundeinkommen haette, waeren Arbeitslosengeld, Harz4, etc. und noch andere Sozialleistungen ueberfluessig.
Und das Beste: Das wuerde dem Staat sogar noch Gelder sparen. Ja, wenn man alles das zusammenrechnet, kommt man (laut dem letzten Haushalt) auf mehr, selbst wenn man 1000.- Euro ansetzt.
Also fuer mich sieht das nicht als "unfinanzierbar" aus.
Es waere praktisch nur eine Umverteilung.
Leider existiert dazu die Lobby nicht. Im Gegenteil, diese Einsparungen fuer den Staat waeren ein Schlag ins Gesicht, fuer Diejenigen, die sich zur Zeit sehr viel von diesem Geld einstecken.
Deshalb wird auch von der Zerstoerung des Sozialstaates geredet.
Nur fuer mich gibt es nichts sozialeres, als ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Aber jetzt mal zu dem zweit wichtigsten Argument:
"Dann wuerde ja niemand mehr arbeiten"
Falsch! Der Hoehlenmensch musste auch nicht die Hoehlen bemalen, hat es aber trotzdem gemacht. Das steckt in den menschlichen Genen.
Und wer denkt, dass das heutzutage nicht mehr gilt, der braucht nur in ein Gefaengnis zu schauen. Dort ist es eine Strafe, wenn man nichts tun darf. Also wer wuerde es dann also freiwillig machen?

Im Gegensatz zu Denjenigen, die mit Verlosungen versuchen das wissenschaftlich zu begruenden, gehe ich einmal als Mensch einfach von mir selbst aus. Ich glaube, so verquert bin ich nicht, dass man das nicht halbwegs verallgemeinern kann.
Am besten man faengt immer mit dem, der einen aus dem Spiegel anschaut an.

Gut, ich bin in einer etwas speziellen Situation, aber ich habe nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch von gesichertem Leben bis wohnungslos alles schon hinter mir.
Also vom 60 Stundenwoche bis arbeitslos. Ich habe drei Kinder, die bis jetzt wirklich nicht auch nur ein bisschen ein leichtes Leben hatten, aber sie sind bis jetzt nicht verhungert oder erfroren, wie die Frau in ihrem Zelt in Mainz.

Ich muss zur Zeit kaempfen, dass ich Steuergelder bekomme, die im SGB IIX zugesichert scheinen, aber effektiv "eingespart" werden, weil die Menschen zum Beispiel versterben, wie die 72 jaehrige in ihrem Zelt.
Das nennt sich dann "Soziale Gerechtigkeit", wenn eine GmbH 4000.- Euro fuer einen Obdachlosen einsteckt, waerend andere ihre Lebensmitteln aus Abfalltonnen stehlen muessen. Ja, das nennt sich Diebstahl in Deuschland.

Und um noch einen drauf zu geben: Wer traeumt nicht davon, sich ohne Ueberlebensdruck verwirklichen zu koennen.

Die Videostreamkonsumierer und meist auch Alkoholiker sind es doch genau aus dem Grund, weil sie sich eben nicht anders verwirklichen koennen. Wer nicht einmal genug zum leben hat (Nicht nur Geld, sondern auch Zeit), wie soll der in seine eigne Kreativitaet investieren?
Da bleibt doch wirklich nur noch, sich vom reinen Ueberleben "wegzubeemen".

Die krasseste Entscheidung hat die Frau in Maiz getroffen. In einem 3-Bett-Kontainer zu ueberleben schien ihr wahrscheinlich nicht ueberlebenswert.
Und jetzt sage noch einmal Jemand, "selber schuld, dass sie gestorben ist".
Meine Meinung ist: "Die Gesellschaft hat sie umgebracht, nicht die Kaelte"

Sozialtraeger, die ihre Angestellte darauf ansetzen Zahlungen zu verzoegern, zu mindern oder sogar zu verhindern agieren nicht nur gesetzwidrig, sondern vorsaetzlich. Es ist nicht nur unterlassene Hilfeleitung, sondern vorsaetzliches kriminelles "Steuersparen", weil ja angeblich kein Geld da ist. Es wurde ja schon vorher Organisationen reingesteckt. Wo, das kann sich jeder denken.

Bitte meine Empoerung zu entschuldigen, aber mein Mutter ist ungefaehr genau so alt, wie diese Frau war. Und sie hatte sicher auch Angehoerige und Freunde.
Und das Schlimmste, sie war und wird wahrscheinlich nicht die einzige diesen Winter bleiben.
_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
_/_/ Das einzige was wirklich existiert ist Liebe _/_/
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Occham

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Occham » Mi 9. Dez 2020, 08:48

wohnungsloser hat geschrieben:(09 Dec 2020, 06:10)

Aber jetzt mal zu dem zweit wichtigsten Argument:
"Dann wuerde ja niemand mehr arbeiten"
Falsch! Der Hoehlenmensch musste auch nicht die Hoehlen bemalen, hat es aber trotzdem gemacht. Das steckt in den menschlichen Genen.
Und wer denkt, dass das heutzutage nicht mehr gilt, der braucht nur in ein Gefaengnis zu schauen. Dort ist es eine Strafe, wenn man nichts tun darf. Also wer wuerde es dann also freiwillig machen?

Ich denke der Mensch besitzt den Trieb zum faulenzen sowie den Trieb zum Arbeiten. Welcher Trieb nun gewinnt, ist von „Mensch“ zu „Mensch“ unterschiedlich. Es wäre ziemlich naiv zu glauben, alle würden nun bei einem BGE weiterhin arbeiten. Manche würden das vielleicht, manche nicht.

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