Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

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relativ
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon relativ » Do 24. Sep 2020, 07:46

Atue001 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 00:13)

In den 80ern wurde damit Wahlkampf betrieben, was ein klares Indiz dafür ist, dass es damals gesellschaftlich schon heftig diskutiert wurde. Reicht dir das? Wenn zumindest bezweifelt wird, dass die gesetzliche Rente noch reicht, dann sollte sich eigentlich einem wachen Geist sofort die Frage stellen: Und nun? Auf private Vorsorge kann man dann schon mal kommen. Ich stimme allerdings zu, dass Blüms Satz definitiv kontraproduktiv war.
Also, zwischen kann man schon mal drauf kommen und muss man drauf kommen, klafft ne riesige Lücke.


Ganz gleich welche Gehaltsklasse du bist - wenn du jung bist, und sonst nichts tust, und du gar nicht weißt, wie sich deine gehaltliche und vor allem auch persönliche Situation in den nächsten 30 -40 Jahren verändert, dann ist Riestern besser als nichts tun. Wenn du dich in Gelddingen besser auskennst, kannst du natürlich auch andere Formen wählen, um für dich selbst vorzusorgen - ich sage nicht, dass Riestern die beste Wahl ist. Vor allem in den ersten Jahren war Riester auch ein bürokratisches Monster. Die Papierberge aus den ersten Jahren habe ich noch immer im Schrank, die füllen ganze Ordner. Insofern hält sich meine Begeisterung für Riester in Grenzen - aber spätestens mit Riester sollte für jeden die Situation klar zu erkennen gewesen sein, und da hätte man, wenn man sonst nichts besseres weiß, wenigstens Riester abschließen können.
Ja war ja auch meine Aussage, 2002 ging es so richtig durch die Gesellschaft mit der privaten Vorsorge.

Das ist schon richtig - aber die Alternative "Nichts tun" ist noch schlechter als Riestern. Nur um den Part geht es mir - ich kenne in meinem Bekanntenkreis viel zu viele, die eben genau nichts gemacht haben, aber heute kräftig jammern. Und selbst heute sehe ich viel zu viele junge Menschen, die schlicht und einfach die Rententhematik ausblenden und ignorieren - obwohl gerade bei der Rententhematik vor allem der Faktor Zeit ein enormer Hebel ist. Wer da zu spät anfängt, hat schlicht und einfach keine richtige Chance mehr die Lücke zu schließen - oder es wird dann enorm teuer. Ich sehe sogar Menschen, die nicht nur nicht Riestern, sondern auch noch ein nahezu Nettoneutrales Angebot für eine betriebliche Rente mit zusätzlichen Fördergeldern durch den Betrieb einfach nicht abschließen, obwohl es vor allem eine Unterschrift kostet. Im Prinzip so auf Gelder zu verzichten, da blutet mir schon ein wenig das Herz.
Also die jetzt schon in Rente sind und kein Auskommen haben, liegt die Problematik nicht an der privaten Vorsorge, sonder in der Regel an der Erwerbsbiographie. Dies wird sich in dne kommenden Jahren natürlich dramatisch ändern orakel ich mal. Die ganzen geburtenstarken Jahrgänge werden massive Renteneinbrüche haben vermute ich mal.
Btw. Staatliche Fördergelder gibbet so viel ich weiss nur einmalig. Also wenn du schon riesters , bekommst du für weitere Abschlüsse keine staatlichen Zuschüsse. Kann mich irren, aber ich glaub so ist das geregelt.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:47

Atue001 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 00:36)

Du denkst ziemlich eindimensional. Wie wäre es mit einem Blick nach Österreich oder Frankreich, in denen die Politik etwas andere Wege eingeschlagen hat, bei nahezu ähnlicher Grundproblematik. In Frankreich ist es gesellschaftlich akzeptierter, dass man höhere Rentenbeiträge zahlt, und in Österreich ....https://rentenbescheid24.de/renten-abc/auslandsrenten/rentensystem-von-oesterreich/
Ich will dabei das französische System gar nicht als Vorbild sehen - nur aufzeigen, dass es durchaus anders geht! Österreich finde ich hingegen durchaus als ein System, welches man sich ruhig auch mal aus deutscher Sicht anschauen könnte.

Erhöhung der Rentenbeiträge von heute 18% auf 24%?
Die AN werden sich sicher freuen...
Woraus ich keinen Hehl mache ist, dass ich ein Fan davon bin, bei der Renten klar zwischen der Grundversorgung und dem zu trennen, was man über diese hinaus noch an Rente haben möchte. Denn eigentlich ist nicht die Rente an und für sich unser Problem, sondern das Kernproblem liegt in der Grundversorgung (Existenzgrundsicherung). n.


Da gibt es kein Problem. Das ist heute gerecht gelöst- gemäß Bedürftigkeit basierend auf dem individuellen Bedarf ( unter Berücksichtigung der eigenen Leistunsgsfähigkeit)
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:51

Atue001 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 00:45)

Meines Erachtens nach sollte man Mindestlohn und Rente nicht getrennt betrachten. Ich hätte die Erwartungshaltung, dass man, wenn man 45 Jahre lang einen Vollzeit-Mindestlohn bekommt, und dafür auch in eine Rentenversicherung einzahlt, dass man dann in jedem Fall Rentenansprüche hat, die höher sind als die Grundsicherung.


Das ist keine Problem, wenn die Rentner wieder so früh sterben wie "früher". Ich frage mich, warum bei diesem einfachen mathamatischen Modell die Bezugsdauer immer außen vor gelassen wird.

Wenn dies die Kombination aus Regelungen zur Rente und zum Mindestlohn nicht hergeben, haben wir meines Erachtens nach ein Gerechtigkeitsproblem. Denn: Die Mindestlohnempfänger zahlen dann über das Umlagesystem die Renten der laufenden Rentnergeneration, aber haben keine Chance, mit ihrem eigenen Einkommen in gleicher Form Rentenansprüche zu erwerben, die für die Grundsicherung ausreichend sind. So gesehen wäre es dann fairer, man würde sie aus dem Umlagesystem entlassen, damit sie stärker für sich selbst vorsorgen können.

"Entlassen" geht natürlich nicht- wieder so eine nicht zu Ende geachet Forderung
Durch die Absenkung des Rentenniveaus wäre aber damit ein Mindestlohn von mehr als 12€ notwendig, um dieses Kriterium zu erfüllen. https://www.focus.de/politik/deutschland/berechnung-der-bundesregierung-12-63-euro-mindestlohn-braeuchte-es-fuer-eine-rente-oberhalb-der-grundsicherung_id_8916484.html

Löhne sind HEUTE Lohnosten und müssen HEUTE erwirtschaftet werden. Was daraus in 40 Jahren wird, kann heute niemand sagen
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:54

Atue001 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 01:02)

Die Aussage ist richtig - allerdings gibt es speziell bei der deutschen Einheit wenigstens zwei Aspekte, die doch relevant waren. Denn in der Anfangszeit gab es durchaus viele Ost-Rentner, aber auch für längere Zeit sehr viele Ost-Arbeitslose, die somit nicht in die Umlage eingezahlt haben. Das wurde dann vor allem (aber nicht nur) über höhere Beiträge der arbeitenden Bevölkerung ausgeglichen.

Das spielt heute keine Rolle mehr
Der zweite Aspekt ist, dass an dem Umlagesystem der Rente halt nicht alle teilnehmen. Die, die nicht teilnehmen, sind somit an dieser Form der Transferleistungen nicht beteiligt - was wieder dazu führt, dass man die Frage stellen kann, ob die anderen Formen der Beteiligung zu vergleichbaren Mehrbelastungen geführt haben, wie bei den Teilnehmern.....

Die Rente wurd primär für AN geschaffen. Wenn hier auch Selbsständige einzahlen (müssen), erhöht sich auch die Zahl der Anwärter.
Es hätte gewisse Vorteile, wenn man das Umlagesystem einheitlich über alle Bevölkerungsgruppen organisieren würde.

Nein, es würde nur Veränderungen auf der Zeitachse geben.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:56

Sören74 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 01:05)

Da staune ich nicht schlecht :eek: aber begrüße diese Sichtweise. :)

Wieso?
es hat sich herausgestellt, dass große Teile der AN mit der Eigenverantwortung überfordert sind. Daher ist die RV-Pflicht bei AN auch sinnvoll.
Bei Selbständigen dagegen nicht. Die leben ja von eigenverantwortung schon bei der Einkommenserzielung
Oder höhere Rentenbeiträge.

korrekt- die werden auch kommen...
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:57

Atue001 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 01:42)

Man könnte noch eine wachsende (arbeitende und in das Rentensystem einzahlende) Bevölkerung als Option einkippen....Zuwanderung kann insofern auch eine Option sein, wenn Arbeitskräfte fehlen.



Lass das die AfD nicht hören.... :D
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 08:59

Atue001 hat geschrieben:(23 Sep 2020, 23:57)

Es ist schon auch mit eine Ursache, dass wir in dieser Einstiegsbranche Löhne generieren, die zu Renten führen, die unterhalb der Grundsicherung liegen! Es ist nicht die einzige Ursache - aber schon eine.


Inwiefern gerechtfertigt die Gewinn/Rendite-Situation des Einzelhandels höhere Löhne?
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Sören74 » Do 24. Sep 2020, 09:27

Realist2014 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 08:56)

Wieso?
es hat sich herausgestellt, dass große Teile der AN mit der Eigenverantwortung überfordert sind.


So kann man seinen guten Eindruck wieder kaputt machen. :p
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 09:33

Sören74 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 09:27)

So kann man seinen guten Eindruck wieder kaputt machen. :p



das ist doch das, was von einigen hier ausführlich begründet wurde. Viele AN haben die Chance nicht genutzt.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon naddy » Do 24. Sep 2020, 11:39

Sonst noch jemand, der die immer gleiche Leier "Jeder ist seines Glückes Schmied" unter Ausblendung aller Tatsachen allmählich satt hat? :|
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 24. Sep 2020, 11:40

naddy hat geschrieben:(24 Sep 2020, 11:39)

Sonst noch jemand, der die immer gleiche Leier "Jeder ist seines Glückes Schmied" unter Ausblendung aller Tatsachen allmählich satt hat? :|



außer dir hat den Satz niemand verwendet.

Wobei die Tatsachen beim Rentensystem nichts mit "Glück", sondern mit bezahlten Beiträgen zu tun haben.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Fr 25. Sep 2020, 00:48

Realist2014 hat geschrieben:(24 Sep 2020, 08:59)

Inwiefern gerechtfertigt die Gewinn/Rendite-Situation des Einzelhandels höhere Löhne?


Was genau spricht gegen höhere Löhne?

Das Kernproblem ist, dass Löhne im Einzelhandel vor allem entsprechend Angebot und Nachfrage organisiert sind. Die Gewinn/Rendite-Situation ist dafür regelmässig irrelevant. (Warum sollte sie auch relevant sein?)
Der Einzelhandel in Deutschland konkurriert bei den Kosten nicht mit den Lohnkosten in anderen Ländern. Kostenunterschiede entstehen durch andere Kriterien - vor allem durch lokal relevante Kriterien und durch unterschiedlich hohe Prozesskosten.
Die Kosten für Löhne sind hingegen für die Preisdifferenzierung innerhalb Deutschlands insofern irrelevant, wenn wir über Unternehmen sprechen, die sich am Tarif ausrichten.

Würden also beispielsweise dramatisch simuliert mal die Lohnkosten im Einzelhandel sich verdoppeln - dann würden sie sich bei Aldi, Lidl, Netto, Rossmann, dm, Müller, Kaufland, Globus, REWE, Edeka, Media Markt, Saturn, Kaufhof, ... ..... verdoppeln. Das würde zu Preiserhöhungen führen - die der Verbraucher zahlen und tragen muss. Eine echte Differenzierung dieser Handelsteilnehmer ergäbe sich aber nicht - sondern nur dann, wenn aufgrund unterschiedlich effizienter Prozesse der eine mehr und der andere weniger Personal für seine Prozesse braucht.
Nur - diese unterschiedlichen Prozesskosten gibt es auch schon unabhängig von den Tariferhöhungen! Fehlende ausreichende Tariferhöhungen verschleiern insofern nur die Kostenunterschiede zwischen hoch effizienten Unternehmen, und denen, die da nicht mithalten können.

Durch höhere Löhne würde sich also vor allem ein Prozess beschleunigen, der eh stattfindet! Da fehlende Lohnsteigerungen diesen Prozess nicht wirklich verhindern oder aufhalten, spricht absolut alles dafür, dass man im Einzelhandel bedenkenlos locker auch mal deutlich höhere Abschlüsse machen sollte!
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Fr 25. Sep 2020, 16:26

Atue001 hat geschrieben:(25 Sep 2020, 00:48)
Was genau spricht gegen höhere Löhne?

Löhne sind Kosten und müssen erwirtschaftet werden.
Das Kernproblem ist, dass Löhne im Einzelhandel vor allem entsprechend Angebot und Nachfrage organisiert sind. Die Gewinn/Rendite-Situation ist dafür regelmässig irrelevant. (Warum sollte sie auch relevant sein?)
Der Einzelhandel in Deutschland konkurriert bei den Kosten nicht mit den Lohnkosten in anderen Ländern. Kostenunterschiede entstehen durch andere Kriterien - vor allem durch lokal relevante Kriterien und durch unterschiedlich hohe Prozesskosten.
Die Kosten für Löhne sind hingegen für die Preisdifferenzierung innerhalb Deutschlands insofern irrelevant, wenn wir über Unternehmen sprechen, die sich am Tarif ausrichten.

Siehe oben.
Das Primärziel ALLER Unternehmen ist Gewinne zu erzielen und Rendite für das EK
Würden also beispielsweise dramatisch simuliert mal die Lohnkosten im Einzelhandel sich verdoppeln - dann würden sie sich bei Aldi, Lidl, Netto, Rossmann, dm, Müller, Kaufland, Globus, REWE, Edeka, Media Markt, Saturn, Kaufhof, ... ..... verdoppeln. Das würde zu Preiserhöhungen führen - die der Verbraucher zahlen und tragen muss.

Der wird dann über die erhöhten Preise sicher jubilieren....
Durch höhere Löhne würde sich also vor allem ein Prozess beschleunigen, der eh stattfindet! Da fehlende Lohnsteigerungen diesen Prozess nicht wirklich verhindern oder aufhalten, spricht absolut alles dafür, dass man im Einzelhandel bedenkenlos locker auch mal deutlich höhere Abschlüsse machen sollte!

Man kann also bedenkenlos die Preise erhöhen.
Interessant...
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Fr 25. Sep 2020, 22:08

Realist2014 hat geschrieben:(25 Sep 2020, 16:26)

Löhne sind Kosten und müssen erwirtschaftet werden.

Siehe oben.
Das Primärziel ALLER Unternehmen ist Gewinne zu erzielen und Rendite für das EK

Der wird dann über die erhöhten Preise sicher jubilieren....

Man kann also bedenkenlos die Preise erhöhen.
Interessant...


Wenn du im Einzelhandel die Löhne um 10% erhöhen würdest, was meinst du ernsthaft, was das an den Preisen ausmacht? Der Lohnkostenanteil liegt im erweiterten LEH bei deutlich unter 15% - hoch produktive Unternehmen schaffen auch einen Anteil unter 10% (darunter sind so die Großen zu finden.....). Wenn du also ein Duschgel für 1€ kaufst, sind darin Lohnkosten von vielleicht 15 Cent enthalten. Wenn die auf 16,5 Cent steigen würden, würde das Duschgel dich dann 1,02€ kosten.....überlege im Gegenzug, was es bedeuten würde, wenn mit einer Erhöhung von 10% mehr der Angestellten im Einzelhandel zukünftig sich ihre eigene Rente selbst bezahlen könnten.....und nicht staatliche Zuschüsse, die dann wieder der Steuerzahler aufbringt, nutzen müsste.

Was passieren würde - und darauf wollte ich hinweisen - ist dass die Einzelhändler, die mit kostengünstigeren Prozessen unterwegs sind, die anderen, die mit höherem menschlichen Aufwand unterwegs sind, schneller verdrängen würden. Aber genau das ist ein Prozess, der eh passiert - nur sterben die Ineffizienten halt derzeit langsamer.....
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Senexx » Fr 25. Sep 2020, 22:23

Sie haben die Sozialabgaben unterschlagen. Zusammen sind es 14,3%. Die Gewinnspannen sind marginal, die Wertschöpfung ist gering.

Ihre Milchmädchenrechnung geht nicht auf.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Fr 25. Sep 2020, 22:45

Senexx hat geschrieben:(25 Sep 2020, 22:23)

Sie haben die Sozialabgaben unterschlagen. Zusammen sind es 14,3%. Die Gewinnspannen sind marginal, die Wertschöpfung ist gering.

Ihre Milchmädchenrechnung geht nicht auf.


Irrtum! Die Sozialabgaben sind bei meinem Rechenansatz darin schon enthalten, da ich die 10% vollständig auf die Personalkosten im Sinne der Kostenrechnung der Einzelhandelsunternehmen gerechnet habe. Allenfalls ein marginaler Effekt entsteht in die gegensätzliche Richtung, weil der ein oder andere gut verdienende im Einzelhandel auch heute schon Sozialabgaben hat, die dem Maximalbeitrag entsprechen. (Es sind wenige, aber es gibt sie) Bei denen ist meine Berechnung etwas zu hoch, weil die Kosten für die Sozialabgaben dort eben nicht mehr steigen.

An den Gewinnspannen (die gering sind) würde sich aber gerade nichts verändern, wenn man die Mehrkosten an die Verbraucher weitergibt. Die Wertschöpfung im Einzelhandel liegt im Übrigen ungefähr rund um die 20% - so gering ist das nicht. Ich habe keine Milchmädchenrechnung aufgemacht - aber selbst dann, wenn ihre falsche Idee, dass die Sozialabgaben nicht enthalten wären stimmen würde, können sie ihr Milchmädchen mal nachrechnen lassen, wie viel das an den 1,5 Cent Mehrkosten beim Duschgel noch verändern würde.....könnte sein, dass sie das Ergebnis überrascht. Als kleiner Hinweis: Wenn die Lohnkosten um 20% steigen würde, und es bei 10% 1,5 Cent ausmacht - was würde dann bei 20% passieren?
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Sa 26. Sep 2020, 16:57

Atue001 hat geschrieben:(25 Sep 2020, 22:08)

Wenn du im Einzelhandel die Löhne um 10% erhöhen würdest, was meinst du ernsthaft, was das an den Preisen ausmacht? Der Lohnkostenanteil liegt im erweiterten LEH bei deutlich unter 15% -

Die EK-Rendite ist dort eh schon niedrig...

.
überlege im Gegenzug, was es bedeuten würde, wenn mit einer Erhöhung von 10% mehr der Angestellten im Einzelhandel zukünftig sich ihre eigene Rente selbst bezahlen könnten... ....

bedeutet gar nichts in einem Umlagesystem
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 26. Sep 2020, 17:24

Realist2014 hat geschrieben:(26 Sep 2020, 16:57)

Die EK-Rendite ist dort eh schon niedrig...

.
bedeutet gar nichts in einem Umlagesystem


Die EK-Rendite spielt überhaupt keine Rolle! Einkommenserhöhungen treffen alle Händler, allenfalls differenziert es schneller zwischen denen, die niedrige Prozesskosten haben, und denen, die da nicht mithalten können.
Die Verbraucher können und werden bei den ohnehin eher marginalen Auswirkungen von EK-Erhöhungen auf die Preise keine Ausweichbewegungen im großen Stil in Richtung Ausland machen - zumal viele Preise im Ausland auch nicht niedriger sind als in Deutschland.

Selbstverständlich macht es auch in einem Umlagesystem einen großen Unterschied, ob die Mitarbeiter im Einzelhandel sich zu einem größeren Anteil eine höhere eigene Rente erwirtschaften oder nicht. In jedem Fall für die Betroffenen - aber auch für die Thematik, ob die Rente über den Staatshaushalt stärker oder weniger stark aufgestockt werden muss.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Sa 26. Sep 2020, 17:35

Atue001 hat geschrieben:(26 Sep 2020, 17:24)




In der Summe ist es egal, welcher Betrag als Rente und welcher Betrag als Steuer für die "Rentner" verwendet wird.

BEIDES muss ja in der Zukunft immer vom BIP abgezwackt werden.

Es gibt ja keinen Kapitalstock
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 26. Sep 2020, 17:52

Realist2014 hat geschrieben:(26 Sep 2020, 17:35)


Die Menge der Renteneinzahler ist nicht identisch mit der Menge der Steuerzahler. Und die Einzahlungen nach Steuerrecht verteilen sich anders auf die Bürger, als die Einzahlungen nach Rentenrecht. Insofern ist dies auf keinem Fall egal.
Da die Einzelhandelsbeschäftigten bei einer kräftigen Lohnerhöhung HEUTE mehr in das Rentensystem einzahlen würden, würde dies außerdem mehr Geld in die Rentenkasse spülen - was dann entweder zu höheren Renten oder zu niedrigeren Beiträgen führen kann. Auch deshalb ist es nicht egal.
Und: Aus Sicht der Rentner ist es nicht egal - weil du je nach Situation auch mit der Grundrente (an die ja nicht jeder kommt) heute Ansprüche an die Rentenkasse haben kannst, die aber dann nach Auflösung deines Vermögens mit der Grundsicherung verrechnet werden.

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