Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 17097
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Keoma » Mi 16. Sep 2020, 08:52

Orbiter1 hat geschrieben:(15 Sep 2020, 20:45)

Haben sie immer noch nicht rausgefunden wieso die Bundesregierung 1.553 bereits anerkannte Asylbewerber (also keine Flüchtlinge wie sie schreiben, sondern Migranten) aufnehmen möchte? Dann müssen sie sich weiter den Geifer vom Mund wischen.

Nach 10 Sekunden Suche gefunden. Die ARD schreibt exemplarisch:

"Die griechischen Sicherheitskräfte haben fünf mutmaßliche Brandstifter festgenommen, die vergangene Woche das Lager Moria in Brand gesetzt haben sollen. Das teilte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, mit. "Die Brandstifter sind festgenommen. Es sind junge Migranten. Ein weiterer wird noch gesucht", sagte er im Staatsradio ERT. Aus Kreisen der Polizei hieß es, die fünf mutmaßlichen Brandstifter seien Afghanen, deren Asylanträge abgelehnt worden waren." Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/moria ... n-101.html

Zitieren sie doch mal die die Stelle die den Brand als Naturereignis darstellt.


Endlich sagt es jemand, anerkannt Asylwerber sind Migranten.
Punkt.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
(Martin Gerhard Reisenberg)
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 15023
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Selina » Mi 16. Sep 2020, 09:00

Und ob das Brandstiftung - von wem auch immer - war oder nicht, das ist sekundär. Wer sich auch schon die Monate davor mal die Zustände dort angesehen hat (es gab genügend Berichte), der musste einfach sehen, dass die Lebensverhältnisse dort unwürdig und menschenverachtend waren. Das hätte sowieso eigentlich sofort geändert werden müssen. Schon vor längerer Zeit. Aber was machten wir? Wir schauten zu, gemütlich auf dem Sofa zurückgelehnt.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 09:17

Cobra9 hat geschrieben:(16 Sep 2020, 08:10)

Ich kann Dir auf Anhieb 25.000 Menschen in Baden-Württemberg nennen die ebenfalls unter erbärmlichen Bedingungen leben.

Was ist denn los in Europa? Was ist denn los in Deutschland?

Realität würde Ich sagen hat Einzug gehalten. Wenn Du denn Brandstiftern jetzt nachgibst hast Du ein neues Problem geschaffen und das ist Fakt.

Natürlich würde dann niemand nachziehen und ähnlich handeln. Bestimmt nicht. Die andere Realität ist das auch Deutschland am Ende der Leistungsfähigkeit angekommen ist. Wenn Du hier zündelst während Corona hast Du gewaltige Probleme.

Ich bin primär dafür das man zügig die Lager in Griechenland in Griff bekommt und Menschenwürdig gestaltet. Dann muss die Bundesregierung den Mut aufbringen insgesamt mehr Wohnraum schaffen, Bildungskanäle schaffen und das Konzept für soziale Probleme überarbeiten.

Nicht das die Probleme nicht schon zehn Jahre aktiv sind. Dann muss ein gewisses festes Zahlenwerk ermittelt werden, in dem Rahmen wird aufgenommen.

Anwendung konsequent wer illegal hier ist wird entfernt. Eine europäische Verteilung muss geschaffen werden. Zugleich insgesamt unabhängig ob Flüchtlinge oder Hardcore Sozialfall angesetzt werden mit neuer Sozialen Politik.

Von Mir aus Nenn mich Rechts. Aber mehr als 250.000 Flüchtlinge pro Jahr ca. wirst Du weder gut noch fair sowie mit Perspektive in Deutschland hinbekommen.

Mit Perspektive mein ich Wohnung, Qualifikation, Bildung usw.

Ich würde doch frustriert genervt irgendwann werden ohne Sinn im Leben plus Angst. Allein schon wenn man Sport mal macht mit solchen Menschen ist es nicht getan.


Kleines Beispiel. Ich bin nicht soooo der große Freund gewesen von 2015 und auch heute skeptisch. Vor allem da ohne EU gar nichts passiert.

Egal. Ich habe eine Gruppe von 7 Flüchtlingen, gemischt Geschlecher 16-23 alt, anfangs Ende 2016 kennenlernen dürfen im Rahmen eines Projektes . Die meisten ohne Familie da.

Mein Part war lediglich ein bißchen Sport zu machen mit denen. Aber so hat man sich kennenzulernen vermocht. Ich habe dann teilweise doch mehr gemacht, mal unterbrochen wegen privaten Gründen, dann weitergemacht.

Die staatliche Betreuung ist eigentlich ein Scherz. Ich Nenn es lieber Verwaltung. Bis auf die beiden U18. Da war eine engagierte Betreuung da.

Aber ansonsten Friss oder stirb. Das in unserem System. Wo sollst du das denn dann hinbekommen. Dann haben wir wo mit den Menschen eh zu tun hatten uns engagiert. Ich habe da sehr gemischte Erfahrungen gemacht.

Frust, Freude, Unglauben..... Mischung. Es war ein erheblicher zeitlicher Aufwand, Emotional und manchmal wollte ich hinwerfern. Aber es hat sich für sechs Menschen ausgezahlt.

Dreiiin Lehre oder Beruf gebracht, zwei ins Studium wobei eine Dame lediglich die Qualifikation extern nochmal nachweisen muss.

Einen haben wir nicht hinbekommen. Was schade ist. Aber nicht zu ändern. Aber ich würde das nicht nochmal machen.

Das ist zeitlich nicht möglich sowie da krieg ich Hass, Frust zusätzlich. Teilweise über Menschen, auch mal die Schützlinge und vor allem auf Kommune, Kreis, Land, Bundesregierung.

Ich für meinen Teil mach das nicht nochmal. Für Engagement kriegst noch Knüppel über.

Aber ich hab da was gelernt. Bevor wir anderen wirklich helfen können sollten wir unsere Systeme gründlich reformieren. Wie kann man denn nicht erkennen das es keinen Wohnraum gibt.

Und nichts tun. Oder da hast du ne Lehrstelle für jemanden. Aber das geht nicht weil so eine idiotische Vorschrift sagt nein. 5 Kilometer auseinander, aber geht nicht.


Und so weiter. Nein nicht Flüchtlinge sind eigentlich dad Problem. Unsere xxxxxxxx Politik. Diese verblödeteten, arroganten Menschen.

Die meisten Probleme wissen Sie. Aber weder in Deutschland noch in der EU fähig was zu tun.

Na gut Fressen und Saufen mit Reden schwingen das geht. Tschuldige.


Moin Cobra,
erstmal Respekt, daß du dich in diesen Zeiten engagierst, bzw. hast, ist nicht selbstverständlich , aber doch so wichtig.
Was deine Erfahrungen angeht, gebe ich dir Teilweise recht , nur die Kritik gegen "die" Politik Bürokratie ist mir hier ein wenig zu einfach und undifferenziert.
Natürlich regt man sich über z.B. einige "unlogisch" erscheinenden Regelungen auf, weil sie so gar nicht in sein eigenes Bild passen wollen und mit sicherheit gibt es etliche Regelungen die komplett fürn "Arsch" sind, aber die Regelungswut liegt natürlich auch an unserer Gesellschaft , die Ordnung und Regeln zugetan ist und die ohne diese auch nicht so Funktionieren würde.
Das in Politik und Bürokratie, wie im normalne Leben, auch etliche "Pfeifen" herumlaufen ist wohl auch kein Geheimnis. Aber wie jetzt nur kompetente Politiker Beamte in Positionen gehoben werden könnten, hat mir noch keiner sagen können.
Ich finde es natürlich auch tragisch das durch eine überbordende Bürokratie immer mehr Ehrenamtliche das Hantuch werfen, aber dies ist nur ein Teil der Wahrheit, die Andere ist, daß in vielen Bereichen es eben nicht mehr so viele Ehrenamtliche gibt und somit die Belastung für die Übriggebliebenen oft zu hoch ist. Andere wiederum machen sich evtl. falsche Vorstellung von ihrem Engagement.
Fazit, bei all auch berechtigter Kritik an unseren Politikern und Beamten:
Man sollte nie vergessen , das es in der Politik immer Gegenströmumgen, die man entweder erst überzeugen muss, oder eben Mehrheiten finden muss, gibt. Heraus kommt meist ein "fauler" Kompromiss. Bürger die nicht Kopromissfähig sind empfinden dies wohl eher als störend.
In der Bürokratie gibt es m.M. das immer selbe Problem der Kompetenzaktivierung. D.h. schöpft ein Beamter seine Kompetenz aus, oder wird er durch sich selber , oder durch Vorgesetzte eher daran gehindert bzw. hat er Angst vor möglichen Konsequenzen ect.pp.

Grüße relativ
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Nightrain
Beiträge: 1216
Registriert: Di 1. Mai 2018, 01:36

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Nightrain » Mi 16. Sep 2020, 09:22

Mich würde mal interessieren, ob die Bedingungen in Griechenland wirklich schlechter sind, als in all den UNHCR Camps in Afrika.

Ich würde generell für Europa erwarten, dass die gescheiterte Unterbringung von Millionen Migranten nach den hohen Sozialstandards der jeweiligen EU-Länder beendet wird und für alle EU-Länder ein einheitlicher und verbindlicher Standard für Camps nach UNHCR Vorbild festgelegt wird. Dann gibt es auch keine Gründe mehr innerhalb der EU herumzufahren, um sich sein Lieblingsfluchtland auszusuchen.
Zuletzt geändert von Nightrain am Mi 16. Sep 2020, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
Bobo
Beiträge: 3000
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 10:41

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Bobo » Mi 16. Sep 2020, 09:46

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2020, 13:54)

Unser Grundgesetz stellt an oberster Stelle zu den Grundrechten fest: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und genau unter diesem obersten Grundgesetz unseres menschenrespektierenden Verfassungswerks haben sich andere Grundrechte einzuordnen und auch entsprechend auszurichten. Auch das Recht auf Demonstratiions- und Meinungsfreiheit. Werden diese Grundrechte dazu benutzt, die Menschenwürde anderer in den Staub zu treten,
ist das schlicht und ergreifend menschenverachtend und unwürdig. Und ein Schauspiel besonderer Perversität, sich hinter Grundgesetzen zu verschanzen, um seinen eigenen geistigen Galledreck bei anderen loszuwerden, statt sich selbst vor den Spiegel zu stellen und mit sich selbst zu befassen. Typisches Projektionsverhalten, mit dem man/frau die eigenen, meist ungelösten persönlichen Unzulänglichkeiten auf andere überträgt und verschiebt, um sie loszuwerden.



All das, was sie hier sagen, klingt schlüssig. Aber langsam reicht es mit dem "sich Zeit lassen", finden Sie nicht? - Ich sage, es ist ein gottverdammtes Armutszeugnis dieser EU, solche Lager bewusst und als Abschreckung
für eine nicht zustande kommende Flüchtlings- und Asylpolitik der EU zu missbrauchen und dafür die ganzen armen Menschen dort in einem Zustand der Hoffnungslosigkeit dahinvegetieren zu lassen und jede
Humanität zynisch bis zum Anschlag mit politisch nicht machbaren Vereinbarungen oder wahltaktischen Überlegungen abzuschmettern. Wie erbärmlich klingt es, diese paar tausend armen Menschen, die hier unter
übelsten Bedingungen geradewegs nach langen Jahren in den Raum auch krimineller Abwehr gedrückt werden, einfach in Lagern zu halten. Wenn ich das Wort "Lager" in diesem Zusammenhang höre, kommt mir sowieso schon das Kotzen angesichts dieses Gewöhnungseffekts für dieses Wort und seine unsäglichen Konnotationen. Siehe Gulag, aktuelle chinesische Uigurenlager, Umerziehungslager der roten Khmer oder auch noch weiter zurückliegend, naja, Sie wissen schon, was ich meine...

Es wird Zeit, dass sich die EU, wenigstens die Länder, die ihre Lippenbekenntnisse für eine menschenwürdige Behandlung von Schutzsuchenden und hilfsbedürftigen Menschen auch ernst nehmen, dieses Lager
beenden. All diese armen und bedauernswerten Menschen in ihre Länder aufnehmen und zunächst antisozial eiskalte, fremdenfeindliche Staaten wie Polen, Slowakei und Ungarn und deren nicht hinnehmbares
nationlistisches und rassistisches Abwehrverhalten ignorieren. DAS kann man dann gerne behandeln, wenn der dringend notwendige Akt von Menschlichkeit in dieser akuten Situation wenigstens soweit MENSCHENWÜRDIG gelöst ist. Und mit soviel Zeit und Vorbehaltseinwänden wie Sie wollen. Meinetwegen bis zu St. Nimmerleinstag hinausgezögert oder verschoben.

Eine gemeinsame EU-Flüchtlings- und Asylpolitik (besser Einwanderungspolitik) können Sie sowieso knicken. Die wird es nie geben. In der EU ist man sich in dieser Frage nur über eines einig, dass man sich darüber ewig uneinig sein wird.
Genauso wie eine Demokratie nicht die perfekte Staatsform ist, aber die beste, die wir haben können, ist es mit der EU. Wir haben leider keine andere als diese. Auch wenn sie manchmal sehr an den Nerven zerrt,
zum Verfluchen einlädt, besonders in dieser Frage. Sie ist dennoch ein Friedensprojekt und ein garantierter machtteiliger Rechtsraum, der allemal besser ist, als vieles Andere auf der Welt.

Also, nicht mehr lange rumdiskutieren, die gesamten Schutzsuchenden von Lesbos wegholen und ihnen in aufnahmebereiten EU-Ländern wenigstens ein Mindestmaß an Menschlichkeit und Würde zu geben.
Nein, nicht gewähren. Geben! - Wie lange wollen wir noch so grausam und kaltherzig zu diesen Menschen sein?



Ich stimme deinen Worten insofern zu, als dass Griechenland mir leid tut. Es ist unfreiwilliges Opfer einer Politik, die sagt, Schluss mit Lustig! Es gibt in Europa kein einziges Land, das bereit wäre, sich auf ein „Rettet die Weltszenario 2.0“ Made in Germany einzulassen. Jeder mit einigermaßen Grundbildung konnte sich ausrechnen, wohin es führt, wenn man in Folge der Brandstiftung auf Lesbos populistisches Geschrei anstimmt. Und siehe da! Kaum ertönte es, brennt das nächste Lager! Das ist nichts anderes als der Versuch der kriminellen Erpressung, der man nie und nimmer nachgeben soll. Außer den üblichen deutschen Populisten wissen das offenbar auch alle. Genau deshalb wird Deutschland keine nennenswerten europäischen Mitstreiter finden. Die Regierung weiß das längst. Söder hat seine diesbezügliche Verzweiflung bereits in seine jammervollen Rede zur Menschlichkeit bereits erkennbar gemacht. Deutschland steckt in einem Büßergewand, das aus zwei Komponenten zu bestehen scheint. Zum einen meint man wohl, sich nach dem Dritten Reich besonders menschlich präsentieren zu müssen, obwohl man schon reichlich gebüßt hat. Die zweite Komponente hat Russland gestrickt. Schon mit dem Einsetzen der Flüchtlingswelle 2015 hätte man Russland klipp und klar zu verstehen geben müssen, dass es die direkte Verantwortung für die Flüchtlingswelle trägt. Die Kosten für Versorgung, Unterbringung und Integration der Menschen sind direkte Kriegskosten des russischen Kriegs in Syrien. Diese Kosten wären Russland von anfang an aufzuerlegen gewesen. Freiwillig oder unfreiwillig! ich mag zur Paranoia neigen, aber mir erscheint es seltsam, dass dieses von Russland ausgelöste Desaster ausgerechnet zu einem Zeitpunkt neu aufflammt, zu dem Russland unter massiven internationalem Druck steht. Glückspilz Putin? ich bin mir nicht sicher! Ob Zufall oder nicht. Putin hätte längst zum Zahlmeister des Desasters erklärt werden sollen! Freiwillig oder unfreiwillig. Konsequent durchgezogen hätte sich rasch gezeigt, wie viel Putin sein Krieg in Syrien und der Machthaber ihm wert ist. Deutschland sehe ich in keiner aktiven Pflicht mehr. Es hat mehr als alle anderen geleistet. Wer krimineller Erpressung nachgibt, ist ein populistischer Narr, der sich auf etwas einlässt, dessen Konsequenzen er nicht im Ansatz einschätzen kann. Unsere Regierung weiß, dass sie allein steht. Söder hat das mit seinem Gejammer zur Menschlichkeit in Richtung europäischer Nachbarn erkennbar gemacht.

Wer jetzt falsch reagiert, könnte die Büchse der Pandora öffnen und einen neue unvorstellbare Fluchtwelle auslösen. Ich rate nach wie vor zur Vorsicht und dazu, die wahren Verantwortlichen für das Desaster endlich zur Kasse zu bitten. Dann, so scheint mir, wäre ein Ende des verheerenden Kriegs absehbar. Weder Deutschland noch Europa steht in der Pflicht, die Konsequenzen für den russischen Krieg zu tragen. Das klarzustellen, wäre der erste Schritt in die richtige Richtung. Und sei es, um Russlands Lust auf das Spiel mit dem Feuer einen kräftigen Dämpfer zu verpassen. Erpressungen nachzugeben, von wen auch immer, halte ich für einen unsäglichen und gefährlichen Weg. Deshalb Finger weg!
Lebe, als würdest Du morgen sterben, lerne, als würdest zu ewig leben.
(Mahatma Gandhi)
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 09:57

Bobo hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:46)

Ich stimme deinen Worten insofern zu, als dass Griechenland mir leid tut. Es ist unfreiwilliges Opfer einer Politik, die sagt, Schluss mit Lustig! Es gibt in Europa kein einziges Land, das bereit wäre, sich auf ein „Rettet die Weltszenario 2.0“ Made in Germany einzulassen. Jeder mit einigermaßen Grundbildung konnte sich ausrechnen, wohin es führt, wenn man in Folge der Brandstiftung auf Lesbos populistisches Geschrei anstimmt. Und siehe da! Kaum ertönte es, brennt das nächste Lager! Das ist nichts anderes als der Versuch der kriminellen Erpressung, der man nie und nimmer nachgeben soll. Außer den üblichen deutschen Populisten wissen das offenbar auch alle. Genau deshalb wird Deutschland keine nennenswerten europäischen Mitstreiter finden. Die Regierung weiß das längst. Söder hat seine diesbezügliche Verzweiflung bereits in seine jammervollen Rede zur Menschlichkeit bereits erkennbar gemacht. Deutschland steckt in einem Büßergewand, das aus zwei Komponenten zu bestehen scheint. Zum einen meint man wohl, sich nach dem Dritten Reich besonders menschlich präsentieren zu müssen, obwohl man schon reichlich gebüßt hat. Die zweite Komponente hat Russland gestrickt. Schon mit dem Einsetzen der Flüchtlingswelle 2015 hätte man Russland klipp und klar zu verstehen geben müssen, dass es die direkte Verantwortung für die Flüchtlingswelle trägt. Die Kosten für Versorgung, Unterbringung und Integration der Menschen sind direkte Kriegskosten des russischen Kriegs in Syrien. Diese Kosten wären Russland von anfang an aufzuerlegen gewesen. Freiwillig oder unfreiwillig! ich mag zur Paranoia neigen, aber mir erscheint es seltsam, dass dieses von Russland ausgelöste Desaster ausgerechnet zu einem Zeitpunkt neu aufflammt, zu dem Russland unter massiven internationalem Druck steht. Glückspilz Putin? ich bin mir nicht sicher! Ob Zufall oder nicht. Putin hätte längst zum Zahlmeister des Desasters erklärt werden sollen! Freiwillig oder unfreiwillig. Konsequent durchgezogen hätte sich rasch gezeigt, wie viel Putin sein Krieg in Syrien und der Machthaber ihm wert ist. Deutschland sehe ich in keiner aktiven Pflicht mehr. Es hat mehr als alle anderen geleistet. Wer krimineller Erpressung nachgibt, ist ein populistischer Narr, der sich auf etwas einlässt, dessen Konsequenzen er nicht im Ansatz einschätzen kann. Unsere Regierung weiß, dass sie allein steht. Söder hat das mit seinem Gejammer zur Menschlichkeit in Richtung europäischer Nachbarn erkennbar gemacht.

Wer jetzt falsch reagiert, könnte die Büchse der Pandora öffnen und einen neue unvorstellbare Fluchtwelle auslösen. Ich rate nach wie vor zur Vorsicht und dazu, die wahren Verantwortlichen für das Desaster endlich zur Kasse zu bitten. Dann, so scheint mir, wäre ein Ende des verheerenden Kriegs absehbar. Weder Deutschland noch Europa steht in der Pflicht, die Konsequenzen für den russischen Krieg zu tragen. Das klarzustellen, wäre der erste Schritt in die richtige Richtung. Und sei es, um Russlands Lust auf das Spiel mit dem Feuer einen kräftigen Dämpfer zu verpassen. Erpressungen nachzugeben, von wen auch immer, halte ich für einen unsäglichen und gefährlichen Weg. Deshalb Finger weg!

Bist du auch der Meinung, daß ein Lager welches für ca. 2500 Menschen angedacht war und jetzt mehr als das 4 fache Beherbergen muss nicht in europäische /deutscher Vereantwortung steht (zumal auf europäischen Boden). Ist ja nicht so, daß die erbärmlichen Verhältnisse erst seit Gestern herrschen.
Mal unabhängig von der kriminellen, lebensgefährdenden Brandstiftung, wie lange meinst du, würdest du solche Verhältnisse ertragen können.?
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Bobo
Beiträge: 3000
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 10:41

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Bobo » Mi 16. Sep 2020, 09:58

Selina hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:00)

Und ob das Brandstiftung - von wem auch immer - war oder nicht, das ist sekundär. Wer sich auch schon die Monate davor mal die Zustände dort angesehen hat (es gab genügend Berichte), der musste einfach sehen, dass die Lebensverhältnisse dort unwürdig und menschenverachtend waren. Das hätte sowieso eigentlich sofort geändert werden müssen. Schon vor längerer Zeit. Aber was machten wir? Wir schauten zu, gemütlich auf dem Sofa zurückgelehnt.


Was die Frage zur Brandstiftung betrifft, wage ich zu widersprechen. Sie erscheint mir eminent wichtig! Straftaten dürfen nicht mit Vorteilen belegt werden!

Du bezeichnest die Lebensumstände pauschal als Menschen verachtend. Ich weiß, dass die Dichte der Bewohner oft thematisiert wurde. Dazu meine Frage. ist die Nähe zu Menschen allein schon eine Zumutung? Oder gar Menschen verachtend? Oder worum genau geht es dir?
Lebe, als würdest Du morgen sterben, lerne, als würdest zu ewig leben.
(Mahatma Gandhi)
Bobo
Beiträge: 3000
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 10:41

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Bobo » Mi 16. Sep 2020, 10:08

relativ hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:57)

Bist du auch der Meinung, daß ein Lager welches für ca. 2500 Menschen angedacht war und jetzt mehr als das 4 fache Beherbergen muss nicht in europäische /deutscher Vereantwortung steht (zumal auf europäischen Boden). Ist ja nicht so, daß die erbärmlichen Verhältnisse erst seit Gestern herrschen.
Mal unabhängig von der kriminellen, lebensgefährdenden Brandstiftung, wie lange meinst du, würdest du solche Verhältnisse ertragen können.?


Siehe bitte auch meine Frage an Selina. Ist die Nähe von Menschen für dich per se Menschen verachtend oder unzumutbar? In diese Richtung weist deine Frage. Ich frage auch, weil ich nie vor Ort war. Ich sah nur die üblichen Bilder im TV. Unter anderem sah ich zwischen Zelten und anderen Behausungen gruselige Mengen an Müll, auf denen Ratten umher krabbelten.

Wer hat den Müll dort hingeworfen? ich fragte mich auch, warum Menschen mit sehr viel Zeit nicht dazu bereit waren, zumindest den spärlichen Lebensraum sauber zu halten. Berechtigte Frage? Wie gesagt. ich sehe und höre nur, was die Medien melden. Um eine belastbare Meinung zu den Gesamtlebensumständen liefern zu können, braucht es den persönlichen Eindruck. Sicher ist, dass ich rund um meine Behausung keine Vermüllung zulassen täte. Ein Stück weit hat jeder Einfluss auf sein direktes Umfeld ...
Zuletzt geändert von Bobo am Mi 16. Sep 2020, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe, als würdest Du morgen sterben, lerne, als würdest zu ewig leben.
(Mahatma Gandhi)
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24731
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon ThorsHamar » Mi 16. Sep 2020, 10:10

Bobo hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:46)

....Wer jetzt falsch reagiert, könnte die Büchse der Pandora öffnen und einen neue unvorstellbare Fluchtwelle auslösen. Ich rate nach wie vor zur Vorsicht und dazu, die wahren Verantwortlichen für das Desaster endlich zur Kasse zu bitten....



Komisch, ich dachte bis eben, dass die grösste Gruppe der Menschen in dem Lager, also weit über die Hälfte, aus Afghanistan stammt, die zweitgrösste Gruppe aus Pakistan. Da bleiben kaum noch Syrer übrig ....
Und wenn man den Statistiken glauben darf, dann fliehen die meisten der Moslems vor dem Islam der Konkurrenz.
Wenn wir also immer und immer wieder nach "Schuldigen" suchen, sollten wir endlich mal tatsächlich suchen und finden wollen.

"Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in den Camps sind nach Angaben des griechischen Roten Kreuzes Afghanen, die meist aus dem Iran kommen, wo sie vor Jahren schon vor Krieg und Taliban Zuflucht gesucht hatten. Durch die Krise im Iran wurden sie gezwungen auszureisen und weiter zu fliehen. Die Minderjährigen sind oft mit einem afghanischem Pass im Iran geboren und aufgewachsen.

Die zweitgrößte Gruppe stammt demnach aus Pakistan. Dazu kommen die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak sowie Menschen aus Ländern wie etwa Marokko, Algerien. Doch nur wenige dieser Flüchtlinge - mit Ausnahme der Syrer - haben eine Chance auf Schutz in Deutschland"
https://www.tagesschau.de/ausland/fluec ... d-207.html
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 10:10

Bobo hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:58)

Was die Frage zur Brandstiftung betrifft, wage ich zu widersprechen. Sie erscheint mir eminent wichtig! Straftaten dürfen nicht mit Vorteilen belegt werden!

Du bezeichnest die Lebensumstände pauschal als Menschen verachtend. Ich weiß, dass die Dichte der Bewohner oft thematisiert wurde. Dazu meine Frage. ist die Nähe zu Menschen allein schon eine Zumutung? Oder gar Menschen verachtend? Oder worum genau geht es dir?

Die Frage kannst du dir ganz leicht selbst beantworten. Wenn z.B. in "deinem" Wohnblock, der für 50 Mieter ausgelegt, ist aufeinmal mit 250 Mietern belegt wird, kannst du dir eine ungefähre Vorstellung davon machen welche Auswirkungen dies auf deine Person hätte.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 10:12

Bobo hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:08)

Siehe bitte auch meine Frage an Selina. Ist die Nähe von Menschen für dich per se Menschen verachtend oder unzumutbar? In diese Richtung weist deine Frage. Ich frage auch, weil ich nie vor Ort war. Ich sah nur die üblichen Bilder im TV. Unter anderem sah ich zwischen Zelten und anderen Behausungen gruselige Mengen an Müll, auf denen Ratten umher krabbelten.

Wer hat den Müll dort hingeworfen? ich fragte mich auch, warum Menschen mit sehr viel Zeit nicht dazu bereit waren, zumindest den spärlichen Lebensraum sauber zu halten. Berechtigte Frage? Wie gesagt. ich sehe und höre nur, was die Medien melden. Um eine belastbare Meinung zu den Gesamtlebensumständen liefern zu können, braucht es den persönlichen Eindruck. Sicher ist, dass ich rund um meine Behausung keine Vermüllung zulassen täte. Ein Stück weit hat jeder Einfluss auf sein direktes Umfeld ...

Hm wo würdest du den Müll den abladen , beim Nachbarn.?
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24731
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon ThorsHamar » Mi 16. Sep 2020, 10:16

relativ hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:06)

Wer solche Worte pauschal diesen Menschen entgegenwirft , hat von Leben ausserhalb seiner Wohlfühlblase, hier im wohlhabenden "Westen", nix erlebt. Ich empfehle dir ganz dringend, sich diesbezüglich weiter zu bilden.


Dieser Tip ist für Dein Anliegen eine denkbar schlechte Idee, eher sogar kontraproduktiv, denn wer Deinen Bildungsauftrag tatsächlich umsetzt, wird sehr schnell damit konfrontiert werden, dass die Lebensverhältniss in einem solchen Lager genau die Verhältnisse sind, aus denen die "Insassen" kommen. Man sieht und erlebt ein Abbild der sog. Fluchtursachen!
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 10:19

ThorsHamar hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:10)

Komisch, ich dachte bis eben, dass die grösste Gruppe der Menschen in dem Lager, also weit über die Hälfte, aus Afghanistan stammt, die zweitgrösste Gruppe aus Pakistan. Da bleiben kaum noch Syrer übrig ....
Und wenn man den Statistiken glauben darf, dann fliehen die meisten der Moslems vor dem Islam der Konkurrenz.
Wenn wir also immer und immer wieder nach "Schuldigen" suchen, sollten wir endlich mal tatsächlich suchen und finden wollen.

"Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in den Camps sind nach Angaben des griechischen Roten Kreuzes Afghanen, die meist aus dem Iran kommen, wo sie vor Jahren schon vor Krieg und Taliban Zuflucht gesucht hatten. Durch die Krise im Iran wurden sie gezwungen auszureisen und weiter zu fliehen. Die Minderjährigen sind oft mit einem afghanischem Pass im Iran geboren und aufgewachsen.

Die zweitgrößte Gruppe stammt demnach aus Pakistan. Dazu kommen die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak sowie Menschen aus Ländern wie etwa Marokko, Algerien. Doch nur wenige dieser Flüchtlinge - mit Ausnahme der Syrer - haben eine Chance auf Schutz in Deutschland"
https://www.tagesschau.de/ausland/fluec ... d-207.html

Das ist Richtig und da die Abschiebung dieser Menschen immer noch ein Problem darstellt, sollte man wenigstens bei den Übergangslagern penibel darauf achten, daß sie dort Anständig behandelt werden, solange sie hier Gast sind. Das ist das mindeste was wir, auch für diese Gruppe Menschen, machen sollten und auch können.
Das die Abschreckung mit den schlechten Verhältnissen auf Dauer nicht funktioniert sollte jedem klar sein, der die Verhältnisse ausserhalb unserer Blase kennt.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 17097
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Keoma » Mi 16. Sep 2020, 10:22

relativ hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:12)

Hm wo würdest du den Müll den abladen , beim Nachbarn.?


Kennst du El Shatt?

https://de.wikipedia.org/wiki/El_Shatt

"Das Lager hatte eine Größe von 260 km². Es war in fünf kleinere Lager untergliedert. Die Flüchtlinge wurden in Zelten untergebracht (durchschnittlich ein bis zwei Familien pro Zelt). Trotz der schlechten Bedingungen versuchten die Evakuierten, die Illusion eines normalen Lebens aufrechtzuerhalten. Sie errichteten Schulen, Werkstätten, eine gemeinsame Waschküche und veröffentlichten eine Zeitung. Die Menschen aus Dalmatien hatten große Schwierigkeiten, sich den Bedingungen der Wüste anzupassen. Viele Kinder hatten Darmerkrankungen und viele von ihnen starben. Die britische Regierung unterwarf das Lager strengen Regeln, so dass z. B. das Verlassen der Anlage nur mit Pässen möglich war.

El Shatt wurde mehrmals bombardiert, wobei es viele Opfer gab. Die Flüchtlinge verbrachten 18 Monate in den Flüchtlingslagern, bis sie 1946 in ihre Heimat zurückkehren konnten."

War natürlich einfacher, da das Lager nicht multiethnisch war.
Aber dennoch, nichts ist einfach so alternativlos.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
(Martin Gerhard Reisenberg)
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 10:23

ThorsHamar hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:16)

Dieser Tip ist für Dein Anliegen eine denkbar schlechte Idee, eher sogar kontraproduktiv, denn wer Deinen Bildungsauftrag tatsächlich umsetzt, wird sehr schnell damit konfrontiert werden, dass die Lebensverhältniss in einem solchen Lager genau die Verhältnisse sind, aus denen die "Insassen" kommen. Man sieht und erlebt ein Abbild der sog. Fluchtursachen!

Achso und damit sollen sich diese Menschen dann zufrieden geben?
Schade, daß es bei dir die letzten Monate wohl kein noch so kleines Umdenken stattgefunden hat, immer noch der selbe Zyniker.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Bobo
Beiträge: 3000
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 10:41

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Bobo » Mi 16. Sep 2020, 10:27

relativ hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:12)

Hm wo würdest du den Müll den abladen , beim Nachbarn.?



Meine natürlich improvisierte Antwort lautet. Ich täte mich schlau fragen. Intuitiv spreche ich den Griechen nicht ab, dass sie Möglichkeiten zur ordentlichen Müllbeseitigung auch aus ureigenen Interessen zur Verfügung gestellt haben und stellen. Du bist nicht auf meine Frage eingegangen, ob für dich allein die hohe Dichte an Menschen unzumutbar ist.
Lebe, als würdest Du morgen sterben, lerne, als würdest zu ewig leben.
(Mahatma Gandhi)
Benutzeravatar
d'Artagnan
Beiträge: 3113
Registriert: Mo 23. Jan 2012, 11:21
Benutzertitel: Superintendent Lookout
Wohnort: Packfreies Europa

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon d'Artagnan » Mi 16. Sep 2020, 10:27

Bobo hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:46)
(...)
Wer jetzt falsch reagiert, könnte die Büchse der Pandora öffnen und einen neue unvorstellbare Fluchtwelle auslösen. Ich rate nach wie vor zur Vorsicht und dazu, die wahren Verantwortlichen für das Desaster endlich zur Kasse zu bitten. Dann, so scheint mir, wäre ein Ende des verheerenden Kriegs absehbar. Weder Deutschland noch Europa steht in der Pflicht, die Konsequenzen für den russischen Krieg zu tragen. Das klarzustellen, wäre der erste Schritt in die richtige Richtung. Und sei es, um Russlands Lust auf das Spiel mit dem Feuer einen kräftigen Dämpfer zu verpassen. Erpressungen nachzugeben, von wen auch immer, halte ich für einen unsäglichen und gefährlichen Weg. Deshalb Finger weg!

Bei der Suche nach den "wahren Verantwortlichen" machst Du es Dir meiner Meinung nach zu einfach.
Die Mehrheit der Flüchtlinge in Griechenland sind:
Afghanen (9.935), Syrer belegen nur den 2. Platz (5.260).
Des weiteren folgen:
"Sonstige" (darunter viele Eritreer): 3.531
Kongolesen: 2.422
Iraker: 1.982
Palästinenser: 1.687
(Quelle)
Die "wahren Verantwortlichen" (in Deinem Sinne) für die Fluchtursachen der Afghanen und Iraker welche 54% der gelisteten Personen ausmachen, kann man ja wohl kaum in Russland finden... Das hat die USA und ihre Achse der Willigen verbockt. Ebenso wie Obamas Libyenkrieg die Schleusen dort geöffnet hat und letztlich für das Desaster im Mittelmeer mitverantwortlich ist.
Dann hätten wir da noch die islamistischen Netzwerke und Organisationen, welche den inneren Frieden in deren Heimatländern, vorsichtig formuliert- abträglich sind. Deren Hintermänner finden sich in den GOLFSTAATEN, die sich bei der (im Koran gegenüber Muslimen vorgeschriebenen!) Nächstenliebe auch stark zurückhalten.
Des weiteren gibt es da Erdogan, der in Syrien in etwa die gleiche Rolle spielt wie Frankreich in Deutschland während des 30-jährigen Krieges. Keine gute!
Im Kongo ist es ein de-facto Bürgerkrieg der von ausländischen (westlichen wie chinesischen) Unternehmen instrumentalisiert wird.
Es ist also alles andere als einfach einen einzigen "wahren Verantwortlichen" zu identifizieren. Aber dem Rest Deiner Ausführungen stimme ich zu.
“Most men would rather deny a hard truth than face it.”
(Ser Barristan)
Bitku ne dobiva mač u ruci, već srce u grudima junaka.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 14552
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon Senexx » Mi 16. Sep 2020, 10:28

ThorsHamar hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:10)

Komisch, ich dachte bis eben, dass die grösste Gruppe der Menschen in dem Lager, also weit über die Hälfte, aus Afghanistan stammt, die zweitgrösste Gruppe aus Pakistan. Da bleiben kaum noch Syrer übrig ....
Und wenn man den Statistiken glauben darf, dann fliehen die meisten der Moslems vor dem Islam der Konkurrenz.

Zum Teil, wenn es sich um junge Männer handelt, fliehen sie auch vor der Gefahr, als Soldaten "eingezogen" zu werden.

Wir müssen nur in unserer eigenen Geschichte zurückgehen. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde Millionen deutscher junger Männer eingezogen und im Krieg verheizt. Entzog sich einer, dann war er "fahnenflüchtig", was streng bestraft wurde, zum Teil auch mit dem Tod.

Was gehen uns aber die "Fahnenflüchtigen" der muslimischen Bürgerkriege an?

Würden wir nach dem Muster verfahren, müssten wir Abermillionen junger Männer aus vielen Kontinenten aufnehmen, zumindest aber aus Asien und Afrika.

Die Flüchtigen werden von ihren Familien häufig auch deswegen vorgeschickt, weil sie im Ausland einen Brückenkopf für ihre Familien schlagen sollen, um diese später nachzuholen. Im zweitbesten Fall können sie immer noch Geld nach Hause schicken. Hier sind also rein wirtschaftliche Motive ausschlaggebend.
Benutzeravatar
tarkomed
Beiträge: 1840
Registriert: Mi 23. Okt 2019, 10:03

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon tarkomed » Mi 16. Sep 2020, 10:28

jack000 hat geschrieben:(16 Sep 2020, 09:28)

Die haben ihren Stimmenanteil, im Vergleich zur Wahl davor, verdoppelt.

Reingefallen... :D
Die AfD wollte zweistellig werden, 10 oder 15 Prozent hätte NRW-AfD-Chef Rüdiger Lucassen am liebsten gehabt, sagte er im WDR. Stattdessen nur fünf Prozent landesweit. Die Verdopplung des Ergebnisses von 2014 trügt, denn damals war die Partei in NRW noch nicht flächendeckend aufgestellt.

https://www1.wdr.de/nachrichten/kommuna ... n-100.html
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 27826
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Sammelstrang Flüchtlinge in Deutschland

Beitragvon relativ » Mi 16. Sep 2020, 10:29

Keoma hat geschrieben:(16 Sep 2020, 10:22)

Kennst du El Shatt?

https://de.wikipedia.org/wiki/El_Shatt

"Das Lager hatte eine Größe von 260 km². Es war in fünf kleinere Lager untergliedert. Die Flüchtlinge wurden in Zelten untergebracht (durchschnittlich ein bis zwei Familien pro Zelt). Trotz der schlechten Bedingungen versuchten die Evakuierten, die Illusion eines normalen Lebens aufrechtzuerhalten. Sie errichteten Schulen, Werkstätten, eine gemeinsame Waschküche und veröffentlichten eine Zeitung. Die Menschen aus Dalmatien hatten große Schwierigkeiten, sich den Bedingungen der Wüste anzupassen. Viele Kinder hatten Darmerkrankungen und viele von ihnen starben. Die britische Regierung unterwarf das Lager strengen Regeln, so dass z. B. das Verlassen der Anlage nur mit Pässen möglich war.

El Shatt wurde mehrmals bombardiert, wobei es viele Opfer gab. Die Flüchtlinge verbrachten 18 Monate in den Flüchtlingslagern, bis sie 1946 in ihre Heimat zurückkehren konnten."

War natürlich einfacher, da das Lager nicht multiethnisch war.
Aber dennoch, nichts ist einfach so alternativlos.

Du kannst auch zurückgehen bis zu den Indianerreservaten In den USA, der Vergleich bleibt immer noch hinkend, weil hier wohl niemand weiss wie die Müllentsorgung damals/heute hier und dort von statten geht/ging.
Kommt die Müllabfuhr in meinen angegebenen Beispiel auch nur einmal die Woche und bleibt die Anzahl der Mülltonnen für die angedachte Mieterzahl gleich, dann wird sich auch in meinem Beispiel wohl schnell ein Müllproblem entwickeln, unabhängig davon wieviel "Müllsäue" in der Mietkaserne wohnen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste