BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

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lemonitor
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon lemonitor » Sa 29. Aug 2020, 10:02

Occham hat geschrieben:(28 Aug 2020, 09:33)

BGE ist kein Motivationsbringer. Motivation ist es, selbst in die puschen zu kommen und wenn man dann zu lange Hartz4 bezieht, macht das geistig krank, auf der anderen Seite, anders geht es auch nicht. Da sehe ich in Hartz4 und BGE keine Besserung. Da kann man nur warten. Selbst in die puschen zu kommen, ist leider keine Tablette die man verabreicht bekommt, irgendwann fällt der letzte Groschen und man begreift, das man zu lange gewartet hat, aber man muss es auch den dummen recht machen und das passiert nicht.


In die Puschen kommen hört sich gut an. Geht jedoch am Problem vorbei. Denn wozu soll denn jemand in die Puschen kommen, wenn der Erfolg davon weiterhin Armut bleibt?

Mir scheint, dass Probleme von heute mit den Metoden von gestern gelöst werden sollen. Und das ging noch nie gut. Wirtschaftswachstum um jeden Preis? - Das geht nichr lange gut. Technischer Fortschritt als Mittel und Garant des Wirtschaftswachstums? Das wird auch nicht mehr lange funktionieren.

Die Umbrüchen unserer Zeit werden gewaltiger sein als es die Umbrüche der 1. Industrialisierung waren. In deren Gefolge gab es zwar einen enormen Zuwachs an matrielle Güter- aber es gab auch all die Kriege und Irrtümer und Umweltzertörungen des 19. und 20. Jahrhunderst.
Eine Restauration alter Verhältnisse- wie sie sich in allen populitischen Bewegungen andeutet- nach der Devise "amerika first" oder "Deutchand über alles" sollte sich wirklich keiner wünschen.

Deshalb ist die Frage längst nicht mehr: Wie soll das BGE finanziert werden- sondern was ist zu bedenken und was muss getan werden, um es einzuführen.
Wir werden zur Existezsicherung aller um eine BGE nicht herumkommen.
Zuletzt geändert von lemonitor am Sa 29. Aug 2020, 12:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Mendoza » Sa 29. Aug 2020, 10:29

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:02)

In die Puschen kommen hört sich gut an. Geht jedoch am Problem vorbei. Denn wozu soll denn jemand in die Puschen kommen, wenn der Erfolg davon weiterhin Armut bleibt?

Mir scheint, dass Probleme von heute mit den Metoden von gestern gelöst werden sollen. Und das ging noch nie gut. Wirtschaftswachstum um jeden Preis? - Das geht nichr lange gut. Technischer Fortschritt als Mittel und Garant des Wirtschaftswachstums? Das wird auch nicht mehr lange funktionieren.

Je schneller verstanden wird, dass die Umbrüchen unserer Zeit gewaltiger sein werden als es die Umbrüche der 1. Industrialisierung waren. In deren Gefolge gab es zwar einen enormen Zuwachs an matrielle Güter- aber es gab auch all die Kriege und Irrtümer und Umweltzertörungen des 19. und 20. Jahrhunderst.

Eine Restauration alter Verhältnisse- wie sie sich in allen populitischen Bewegungen andeutet- nach der Devise "amerika first" oder "Deutchand über alles" sollte sich wirklich keiner wünschen.

Deshalb ist die Frage längst nicht mehr: Wie soll das BGE finanziert werden- sondern was ist zu bedenken und was muss getan werden, um es einzuführen.
Wir werden zur Existezsicherung aller um eine BGE nicht herumkommen.


Ich übersetze das für mich: Wer im Leben bisher finanziell schlecht da steht soll um Gottes Willen nichts selbst unternehmen- hat ja sowieso keinen Sinn- sondern aufs BGE warten. Interessante Lebenseinstellung.
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon lemonitor » Sa 29. Aug 2020, 10:55

Mendoza hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:29)

Ich übersetze das für mich: Wer im Leben bisher finanziell schlecht da steht soll um Gottes Willen nichts selbst unternehmen- hat ja sowieso keinen Sinn- sondern aufs BGE warten. Interessante Lebenseinstellung.


Dass viele ähnlich argumentieren wie du es tust, kann ich verstehen- und sogar nachvollziehen. Aber heute nutzt es nichts mehr, fleisig sein zu wollen- heute braucht es andere Voraussetzungen, um eine Arbeit zu finden die zwei kriterien genügt: Für alle UND das eigene Einkommen nützlich zu sein. Was nutzt es, wenn zb. jemand unbezahlt und ohne sonstiges Einkommen im Ehrenamt 25 Stunden am Tag arbeitet oder sogar schuftet? Der wird binnen kürzester Zeit obdachlos und verhungert sein.

Aber: Warum braucht die Gesellschaft inzwischen soviel ehrenamtliches Engagement? Doch bestimmt nicht, weil die Arbeit ausgeht. Im Gegenteil: Wir haben tatsächlich mehr Arbeit als je zuvor. Was uns ausgeht, ist die bezahlte Arbeit. Und das wird sich auch nicht mehr ändern- sondern beständig an Brisanz zunehmen, welche sich heute schon im populistischen Rechtsruck, in "amerika first" und in der Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich auswirkt.

Wollen wir wirklich solange abwarten, bis das eintritt, was ein ehemaliger Bänker sagte:

„Das fliegt uns irgendwann um die Ohren. Und Entweder fliegt es uns finanztechnisch um die Ohren- oder gesellschaftspolitisch um die Ohren. Aber dass das ein gutes Ende kriegt- das glaube ich keine Sekunde.
Rainer Voss im Dokumentarfilm "Master of Univers"

Ich möchte nicht, dass der Mann recht behält.
Zuletzt geändert von lemonitor am Sa 29. Aug 2020, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Wähler » Sa 29. Aug 2020, 11:11

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:55)
Warum braucht die Gesellschaft inzwischen soviel ehrenamtliches Engagement? Doch bestimmt nicht, weil die Arbeit ausgeht. Im Gegeteil: Wir haben tatsächlich mehr Arbeit als je zuvor. Was uns ausgeht, ist die bezahlte Arbeit.

Dann brauchen wir aber kein BGE, sondern eine Ausweitung des Öffentlichen Dienstes mit neuen Berufsfeldern und Tariflöhnen. Das BGE wird in der Realität immer weit unterhalb des Mindestlohnes, der Mindestrente oder des Mindesttarifes liegen. Ich jedenfalls möchte nicht mit einem BGE für ehrenamtliche Arbeit als Gnadenbrot ab 50 abgespeist werden. Ohne gewerkschaftlichen Kampf für ordentliche Tariflöhne wird und soll es nicht abgehen. Das BGE ist eine bequeme Lösung für diejenigen, die mehr als das Durchschnittsgehalt verdienen, also das obere Drittel der Erwerbstägigen, und für die Sozialstaatsbürokratie.
Ich lebe mit einem chronisch kranken Menschen zusammen, der eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Hartz-IV-Niveau bekommt und um jede medizinisch notwendige IGeL-Gesundheitsleistung mit den Krankenkassen hart kämpfen muss. Mit BGE wäre dieser Kampf nur noch brutal.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon lemonitor » Sa 29. Aug 2020, 11:58

Wähler hat geschrieben:(29 Aug 2020, 11:11)

Dann brauchen wir aber kein BGE, sondern eine Ausweitung des Öffentlichen Dienstes mit neuen Berufsfeldern und Tariflöhnen. .


Von was soll die Ausweitung des öffentlichen Dienstes mit neuen Berufsfeldern und Tariflöhnen bezahlt werden? Ich will damit nur aufzeigen, dass die Problematik eines solchen Vorschlags die gleiche ist wie beim Bürgergeld.
Das BGE wird in der Realität immer weit unterhalb des Mindestlohnes, der Mindestrente oder des Mindesttarifes liegen.


Genau das gilt es zu vermeiden, indem jedem die Möglichkeit gegeben wird, sich dort einzubringen, wo Arbeitszeit benötigt wird die den Kriterien genügt: Der Gesellschaft UND dem eigene Einkommen zu nutzen.

h jedenfalls möchte nicht mit einem BGE für ehrenamtliche Arbeit als Gnadenbrot ab 50 abgespeist werden.


Ich arbeite seit 2012 ehrenamtlich bei einer Tafel - und seit 2018 eherenamtlich in einem Reparaturcafe mit. In beiden Fällen wird ohne Bezahlung für eine bessere Gesllschaft gearbeitet. Nicht einmal die mir dafür entstehenden Kosten werden ersetzt. 50 € wären eine Steigerung der Einnahmen aus ehernamtlicher Tätigkeit um 100%

Ohne gewerkschaftlichen Kampf für ordentliche Tariflöhne wird und soll es nicht abgehen. Das BGE ist eine bequeme Lösung für diejenigen, die mehr als das Durchschnittsgehalt verdienen, also das obere Drittel der Erwerbstägigen, und für die Sozialstaatsbürokratie.


Das sehe ich anders. Die Gewerkschaften werden mit ihren alten Konzepten immer unglaubwürdiger werden. Sie befürchten allerdings, dass sie - wie die SPD auch- überfüssig werden. Denn ein BGE wird die Umverteilung von unten nach oben beenden - und damit sozialen Sprengstoff aus der Bevölkerung herausnehmen. Aus berechtigter Wut randalierende "Wutbürger" werden wir nur verhindern oder abschaffen können, wenn wir die Ursachen zu deren Wut abschaffen. Und deren (hilfose) Wut richtet sich auf die verheernde sozialen Entwicklungen innerhalb des Sozialstaates (und wird von Politikhassdeuren schamlos ausgenutzt).

Ich lebe mit einem chronisch kranken Menschen zusammen, der eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Hartz-IV-Niveau bekommt und um jede medizinisch notwendige IGEL-Gesundheitsleistung mit den Krankenkassen hart kämpfen muss. Mit BGE wäre dieser Kampf nur noch brutal.


Du erlebst selbst, welches erbärmliche Bild die - übrigens auf Bismarck zurückgehende Sozialversicherung- heute bietet. Der Konstruktionsfehler unserer Sozialsysteme hängt eng mit seiner Entstehungsgeschichte zusammen: Bismarck wollte die dem Konglomerat aus feudalistischer und bürgerlicher Gesellschaft gefährlich werdende Sozialdemokraten beseitigen. Deshalb kam er auf die Idee, diesen eines der wichtigsten Argument zu nehmen, indem er- selbstverständlich von der Arbeiterklasse selbst finanziert- der Arbeiterschaft eine soziales System verpassen lies.

Das erklärt auch, weshalb die Beamten, Selbständigen und Freiberufler aus der allgemeinen (sozial) Versicherungspflicht herausgenommen worden sind. Sie haben zwar die Idee der Sozialversicherung übernommen- aber die Beteiligung an einem solidarischen Gesamtsozialsystem verweigern sie bis heute.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Wähler » Sa 29. Aug 2020, 12:16

Wähler hat geschrieben:(29 Aug 2020, 11:11)
Dann brauchen wir aber kein BGE, sondern eine Ausweitung des Öffentlichen Dienstes mit neuen Berufsfeldern und Tariflöhnen. Das BGE wird in der Realität immer weit unterhalb des Mindestlohnes, der Mindestrente oder des Mindesttarifes liegen. Ich jedenfalls möchte nicht mit einem BGE für ehrenamtliche Arbeit als Gnadenbrot ab 50 abgespeist werden. Ohne gewerkschaftlichen Kampf für ordentliche Tariflöhne wird und soll es nicht abgehen. Das BGE ist eine bequeme Lösung für diejenigen, die mehr als das Durchschnittsgehalt verdienen, also das obere Drittel der Erwerbstägigen, und für die Sozialstaatsbürokratie.
Ich lebe mit einem chronisch kranken Menschen zusammen, der eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Hartz-IV-Niveau bekommt und um jede medizinisch notwendige IGeL-Gesundheitsleistung mit den Krankenkassen hart kämpfen muss. Mit BGE wäre dieser Kampf nur noch brutal.

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 11:58)
Von was soll die Ausweitung des öffentlichen Dienstes mit neuen Berufsfeldern und Tariflöhnen bezahlt werden? Ich will damit nur aufzeigen, dass die Problematik eines solchen Vorschlags die gleiche ist wie beim Bürgergeld.
Das sehe ich anders. Die Gewerkschaften werden mit ihren alten Konzepten immer unglaubwürdiger werden. Sie befürchten allerdings, dass sie - wie die SPD auch- überfüssig werden. Denn ein BGE wird die Umverteilung von unten nach oben beenden - und damit sozialen Sprengstoff aus der Bevölkerung herausnehmen.
Das erklärt auch, weshalb die Beamten, Selbständigen und Freiberufler aus der allgemeinen (sozial) Versicherungspflicht herausgenommen worden sind. Sie haben zwar die Idee der Sozialversicherung übernommen- aber die Beteiligung an einem solidarischen Gesamtsozialsystem verweigern sie bis heute.

Eine Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge, vor allem in der Infrastruktur, kann nur durch höhere Steuereinnahmen finanziert werden.
Das gemeinnützige Bürgergeld, nicht zu verwechseln mit dem Bürgergeld der FDP, bezahlt ehrenamtliche Tätigkeiten mit Mindesttarif.
Das BGE wird nicht annähernd die Höhe der Medianlohnes erreichen, dessen Abstand zum Durchschnittslohn übrigens immer größer wird. Hier hilft nur gewerkschaftliches Engagement für höhere Tariflöhne.
Die private Krankenversicherung und die Beamtenalimentation verursachen oder fördern eine Zweiklassen-Sozialversicherung.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon lemonitor » Sa 29. Aug 2020, 12:30

Wähler hat geschrieben:(29 Aug 2020, 12:16)

Eine Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge, vor allem in der Infrastruktur, kann nur durch höhere Steuereinnahmen finanziert werden.
Das gemeinnützige Bürgergeld, nicht zu verwechseln mit dem Bürgergeld der FDP, bezahlt ehrenamtliche Tätigkeiten mit Mindesttarif.
Das BGE wird nicht annähernd die Höhe der Medianlohnes erreichen, dessen Abstand zum Durchschnittslohn übrigens immer größer wird. Hier hilft nur gewerkschaftliches Engagement für höhere Tariflöhne.


Du übersiehst, dass ein Zugewinn an Wohlstand immer eine materielle Basis haben muss. Mit Dienstleitungen alleine ist das nicht zu schaffen, denn das führt dazu dass es irgenwann mehr (zuschauenden) Häuptlinge als (arbeitende) Indianer gibt. Würde zB. eine gemeinützioges Bürgergeld nach dem Modell der FDP mit mindetstarif geben, würde - nicht nur ich- ich die ehrenamtliche Tätigkeit sofort aufgeben.

Aber für die folgende Behauptung kannst du keinerlei Beweise antreten:
1. Das BGE wird nicht annähernd die Höhe der Medianlohnes erreichen, dessen Abstand zum Durchschnittslohn übrigens immer größer wird.
2. Hier hilft nur gewerkschaftliches Engagement für höhere Tariflöhne.
(Dazu wären flächenübergreifende und allgemeinverbindliche Tarifverträge erforderlich.)

Aber für die weitere Dikussion wichtig ist die Erkenntnis wichtig:
Die private Krankenversicherung und die Beamtenalimentation verursachen oder fördern eine Zweiklassen-Sozialversicherung.

Und nicht nur das: Sie fördern eine 2 Klassen Gesellschaft. Und die ist alles- nur nicht freiheitlich, demokratisch und sozial.
Zuletzt geändert von lemonitor am Sa 29. Aug 2020, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » Sa 29. Aug 2020, 13:27

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:02)

In die Puschen kommen hört sich gut an. Geht jedoch am Problem vorbei. Denn wozu soll denn jemand in die Puschen kommen, wenn der Erfolg davon weiterhin Armut bleibt?

Seh ich auch so

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:02)

Mir scheint, dass Probleme von heute mit den Metoden von gestern gelöst werden sollen. Und das ging noch nie gut. Wirtschaftswachstum um jeden Preis? - Das geht nichr lange gut. Technischer Fortschritt als Mittel und Garant des Wirtschaftswachstums? Das wird auch nicht mehr lange funktionieren.

Ich glaube nicht mehr an Wirtschaftswachstum. Der Mensch ist gierig und das aus irgendwelchen Gründen die man verinnerlichen muss, erst wenn man verinnerlicht hat ist man wunschlos glücklich.

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:02)

Die Umbrüchen unserer Zeit werden gewaltiger sein als es die Umbrüche der 1. Industrialisierung waren. In deren Gefolge gab es zwar einen enormen Zuwachs an matrielle Güter- aber es gab auch all die Kriege und Irrtümer und Umweltzertörungen des 19. und 20. Jahrhunderst.
Eine Restauration alter Verhältnisse- wie sie sich in allen populitischen Bewegungen andeutet- nach der Devise "amerika first" oder "Deutchand über alles" sollte sich wirklich keiner wünschen.

Kann sein

lemonitor hat geschrieben:(29 Aug 2020, 10:02)
Deshalb ist die Frage längst nicht mehr: Wie soll das BGE finanziert werden- sondern was ist zu bedenken und was muss getan werden, um es einzuführen.
Wir werden zur Existezsicherung aller um eine BGE nicht herumkommen.

Eben, was ist zu bedenken und was muss getan werden.
Occham

Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » Sa 29. Aug 2020, 17:07

Wenn die Reichen ihre Gewohnheiten aufgeben müssen, die Macht missbrauchen zu können, wann es ihnen beliebt, wird sich diese Seite irgendwann überlegen müssen, alles auf Ausgangspunkt zurückzusetzen und an der Psyche ansetzen und Unsicherheiten schüren. Was kein Standbein hat, ist zu Ungerechtigkeiten verdammt… wenn es also wirklich eine Umwälzung gibt, werden die Reichen Arm und die Armen Reich, was ja eigentlich gerecht ist, weil die reiche Seite garantiert den Sinn von Verantwortung nicht verinnerlicht hat. Ich muss das sagen… weil nur was ein Standbein hat… auch Verantwortung übernimmt…
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Billie Holiday » Sa 29. Aug 2020, 17:24

Occham hat geschrieben:(29 Aug 2020, 17:07)

Wenn die Reichen ihre Gewohnheiten aufgeben müssen, die Macht missbrauchen zu können, wann es ihnen beliebt, wird sich diese Seite irgendwann überlegen müssen, alles auf Ausgangspunkt zurückzusetzen und an der Psyche ansetzen und Unsicherheiten schüren. Was kein Standbein hat, ist zu Ungerechtigkeiten verdammt… wenn es also wirklich eine Umwälzung gibt, werden die Reichen Arm und die Armen Reich, was ja eigentlich gerecht ist, weil die reiche Seite garantiert den Sinn von Verantwortung nicht verinnerlicht hat. Ich muss das sagen… weil nur was ein Standbein hat… auch Verantwortung übernimmt…


Wer Arbeitsplätze schafft, übernimmt keine Verantwortung? Ziemliche schlichte Denkweise. Es wäre einfacher, Leute rauszuschmeißen, als 7 Tage die Woche sich anzustrengen, Aufträge an Land zu ziehen. Ist auch einfacher, nicht auszubilden. Du kennst offenbar keine Handwerksmeister. Und wenn doch, guckst du nur neidisch auf seinen Neuwagen. Komisch, auf die 60-70-Stunden-Woche guckt keiner neidisch, bloß auf den bescheidenen Wohlstand, den diese sich erarbeitet haben, um von Neidern und Faulpelzen als reich bezeichnet zu werden.
Ich kenne viele, die schlaflose Nächte haben, wenn aufgrund schlechter Auftragslage Entlassungen im Raum stehen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Occham

Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » Sa 29. Aug 2020, 17:40

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Aug 2020, 17:24)

Wer Arbeitsplätze schafft, übernimmt keine Verantwortung? Ziemliche schlichte Denkweise. Es wäre einfacher, Leute rauszuschmeißen, als 7 Tage die Woche sich anzustrengen, Aufträge an Land zu ziehen. Ist auch einfacher, nicht auszubilden. Du kennst offenbar keine Handwerksmeister. Und wenn doch, guckst du nur neidisch auf seinen Neuwagen. Komisch, auf die 60-70-Stunden-Woche guckt keiner neidisch, bloß auf den bescheidenen Wohlstand, den diese sich erarbeitet haben, um von Neidern und Faulpelzen als reich bezeichnet zu werden.
Ich kenne viele, die schlaflose Nächte haben, wenn aufgrund schlechter Auftragslage Entlassungen im Raum stehen.

du würfelst ja schon fleißig
Occham hat geschrieben:(29 Aug 2020, 17:07)
und an der Psyche ansetzen und Unsicherheiten schüren.

ich beschleunige es einfach nur.
Meruem
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Meruem » So 30. Aug 2020, 09:46

Occham hat geschrieben:(29 Aug 2020, 17:40)

du würfelst ja schon fleißig

ich beschleunige es einfach nur.


Was beschleunigt?
Occham

Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » So 30. Aug 2020, 12:07

Wie wäre es damit wenn man einfach mal ein Arbeitsgeld erfindet, jeder der Arbeitet steht es zu und kann damit überall einkaufen und jeder der durch Spielsucht wie zum Beispiel Lotto einen Gewinn erzielt, das nennt man dann Spielsucht und man kann damit nur bekommen, was man der Spielsucht zuschreiben will. Vielleicht hohe Positionen wie zum Beispiel Politiker? Genauso wie man Reiche Leute zum investieren verpflichten muss, damit es keine Arbeitslosen sind. Nicht arbeiten ist so das... was eine Gesellschaft zugrunde gehen lässt :D und damit muss sich nun jede Seite auseinander setzen :p
Occham

Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » So 30. Aug 2020, 12:52

Meruem hat geschrieben:(30 Aug 2020, 09:46)

Was beschleunigt?

Wenn verantwortungslose "Leute" in hohen Positionen sind, dann weil es nicht anders geht und weil ihnen keiner das Wasser reichen kann. Diese Seiten schüren dann Unsicherheiten, um ihre Position zu verfestigen, wenn ich mich verunsichern lasse, dann bin ich selber schuld... wenn ich mich nicht verunsichern lasse assoziiere ich mit und beschleunige somit einen Umbruch und um mal beim Thema zu bleiben, ein BGE ist ein Wunsch aus einer Unsicherheit heraus

:D :p
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Billie Holiday » So 30. Aug 2020, 13:26

lemonitor hat geschrieben:(30 Aug 2020, 11:36)



Wenn keiner mehr schuftet, kann keiner Ansprüche stellen an andere.
Niemand zwingt dich zu arbeiten, ich befürchte nur, wer nicht arbeitet, spekuliert auf den Fleiß anderer.
Wer kein Schuft sein will, ist davon abhängig, dass andere schuften. Konsequenterweise verzichtet der Nicht-Schuft auf die Wohltaten des Sozialstaates. Aber dafür will man trotz Nicht-Schuftetei dennoch gern teilhaben am Konsum.
Keine Schufterei, kein BGE. Geld fällt immer noch nicht vom Himmel. Ich bin in Steuerklasse I - zu toll. Vermutlich will kein BGE Anhänger, dass ich weniger Steuern zahle.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Skull » So 30. Aug 2020, 13:40

Guten Tag,

einen Spam-Beitrag in die Ablage verschoben.

Bevor ich noch weitere Beitrãge verschiebe, bitte ich ein weiteres mal darum,
beim Thema zu bleiben und die Intention des Threaderstellers zu respektieren.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Bielefeld09 » So 30. Aug 2020, 17:18

lemonitor hat geschrieben:(27 Aug 2020, 02:12)

Es geht genau nicht um eine BGE für Bedürftige- es geht um die angstfreie Existensicherung für Alle.
Der Anstoß für ein BGE sind die Ungereimtheiten im bestehenden System. Die Notwendigkeit für ein BGE jedoch ergeben sich aus dem durch die Digitalisierung ausgelösen grundlegenden Wandlungen der Arbeistwelt und (endlich auch) auch der Einsicht, dass es Grenzen des Wachstums tatsächlich gibt.

Eine Zustimmung um die 50% binnen weniger Jahre ist deshalb ein Erfolg, weil das BGE aus dem poliotischen Diskurs im öffentlich Raum nicht mehr verbannt werden kann. Je mehr jedoch der Bekanntheitsgrad steigt, desto offenere wird der politische Diskurs geführt werden können.

Der Ansatz von Atue001 ist (inzwischen) für mich nachvollziehbar, weil vor einer Änderung eine Bestandsaufnahem notwendig ist, welche die Nachteile und Ungerechtigkeiten des bestehenden System enthüllt. Das Ziel jedoch muss ein, eine zeitlich und inhaltlich planbare Alternativeanzubieten, welches die Befürworter des Status Quo in Erklärungsnöten bringt, wenn sie ein marode gewordenen System ohne Zukunftsperspektive aufrecht erhalten wollen.

Wir leben wirtschaftlich und gesellschaftlich an einer historischen Schnittstelle, deren wirklicher Umfang vielen noch gar nicht klar ist.

Sorry, aber wir haben Hartz4 und Grundsicherung im Alter!
Das zu reformieren, wäre zielgerichtet!
Warum nicht bestehendes verbessern,
als mit einem BGE Halbmillioninäre zu beglücken?
Sorry, das ist dann keine Sozialpolitik mehr!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Meruem » So 30. Aug 2020, 17:27

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Aug 2020, 17:18)

Sorry, aber wir haben Hartz4 und Grundsicherung im Alter!
Das zu reformieren, wäre zielgerichtet!
Warum nicht bestehendes verbessern,
als mit einem BGE Halbmillioninäre zu beglücken?
Sorry, das ist dann keine Sozialpolitik mehr!



So ein Quatsch natürlich wäre dass Sozialpolitik nur eben anderes,gedacht statt Bedürftigkeit nach Bedarf, Hartz4 ist ja,au h nur eine Grundsicherung für Bedürfrige , ein BGE wie es vielen Befürwortern dieses Modells vorschwebt ist eine EXISTENZGRUNDSICHERUNG für alle Bürger nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft, ein ganz anderer Ansatz als die gegenwärtige ( A)sozialpolitik, wer immer noch Hartz4 bei den zukünftigen Problemen und Herausforderungen ( demografische Entwicklung, eine digitalisierte Arbeitswelt, K.I. statt menschlicher Arbeitskraft usw) für der Weisheit letzten Schluss hält, der hat wohl den kommenden Ernst der künftigen Lage noch immer nicht wirklich verstanden.
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Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon lemonitor » So 30. Aug 2020, 17:59

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Aug 2020, 17:18)

Sorry, aber wir haben Hartz4 und Grundsicherung im Alter! Das zu reformieren, wäre zielgerichtet!
Warum nicht bestehendes verbessern, als mit einem BGE Halbmillioninäre zu beglücken?
Sorry, das ist dann keine Sozialpolitik mehr!


Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Bevölkerungswachstum und die Umwälzung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung mit ihrem immensen Zuwachs an von Maschinen erledigbarer Arbeit werden uns das BGE aufzwingen. Nicht die Arbeit wird uns ausgehe- aber uns geht die nach dem überlieferten Modell profitmaximierende Arbeit aus.
Mit purer Umverteilung a la HarzIV oder Reförmchen wie 40 € mehr wird das Klientel angepassten und hoffnungslos veraltete und zerstückelte Sozialsystem aus Bismarcks Zeiten den Anforderungen der Zukunft nicht gerecht.

Du schreibst selbst: "Das ist keine Sozialpolitik mehr." Aber welche soll es denn sein, wenn die kapitalbasierte Wirtschaft von 43 Millonen arbeitsfähigen Menschen nur noch 20 Millionen Menschen für die Wertschöpfung braucht? Eine gemeinsame Sozialversicherung ALLER, also auch der Beamten, Freiberufler und Menschen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze will auch keiner. Eine Vermögensteuer wird auch abgelehnt. Und die Industrie kann höchstens noch andere- aber mengenmäßig keine neuen Arbeitsplätze mehr schaffen. Wie also soll für mehr als 83 Millionen Menschen eine existenzsicherndes Einkommen zur Verfügung Gestellt werden?

Das zu lösende Problem lautet nicht: Wie Fütter ich die Arme durch ohne dass es den besser gestellten weh tut- sondern wie können die notwednigen Einkommen geschaffen werden, damit Menschen in Würde leben können und die Gesellschaft als ganzes nicht an den Folgen sozialer und politischer Unzufriedenheit und Unruhen zugrunde geht.
Wenn Ignoranten die Spitze erklimmen, beginnt ein Wettkampf in Dummheit. Parkinson stellt den wohl beliebtesten Mythos der Wirtschaft in Frage: Den, dass alle Akteure sich rational verhalten.
Occham

Re: BGE als Alternative zu Hartz IV und BGE als Alternative und Ergänzung zur Sozialpolitik von heute

Beitragvon Occham » So 30. Aug 2020, 18:21

Bielefeld09 hat geschrieben:(30 Aug 2020, 17:18)

Sorry, aber wir haben Hartz4 und Grundsicherung im Alter!
Das zu reformieren, wäre zielgerichtet!
Warum nicht bestehendes verbessern,
als mit einem BGE Halbmillioninäre zu beglücken?
Sorry, das ist dann keine Sozialpolitik mehr!

Hartz4 ist ein Abstellgleis für die dummen und der dummen Seite muss man es auch recht machen und das passiert nicht.

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