Betriebsblindheit

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BlueMonday
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Re: Kreditvergabe durch den Staat

Beitragvon BlueMonday » Fr 14. Aug 2020, 14:40

lemonitor hat geschrieben:(13 Aug 2020, 20:59)

Aus meinen Ausführungen geht an keiner Stelle hervor, dass die Weisungsbefugnis über die Kreditvergabe bei der Regierung liegen soll. Die Zentralbank bleibt selbständig.
Davon verspreche ich mir dann allerdings tatsächlich Krisenfreiheit.


Geschrieben hast du jedenfalls zuvor:

"Notwendig ist also eine Rückübertragung des Monopols der Geldschöpfung an den Souverän - und das ist in der Demokratie das Volk und seine Organisation, der Staat, angefangen bei der Kommune bis hin zur übergeordneten Regierung und den sie kontrollierenden Parlamenten und eingesetzten Organen."

Also Staat, Regierung, Kommune usw. soll das Geldschöpfungsmonopol innehaben und offenbar nicht mehr wie aktuell das Bankensystem mit der Zentralbank an der Spitze als Erzeugerin der eigentlichen Geldbasis.

Also was soll's nun sein, worüber wir hier diskutieren?
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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BlueMonday
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Re: Betriebsblindheit

Beitragvon BlueMonday » Fr 14. Aug 2020, 14:47

Dazu kommt dieses verbreitete Unverständis ("Betriebsblindheit"), was Wirtschaft überhaupt ist, also nicht nur ein bewusster Umgang mit der Knappheit von Mitteln, sondern auch mit Unsicherheit. Und gerade um die Bewirtschaftung dieser Unsicherheit geht es in der "Finanzwirtschaft" (allen voran die Versicherungen). Diese "Finanzwirtschaft", die die dann als unreal oder unwirklich oder wertlos im Gegensatz zur "Realwirtschaft" diffamiert wird.
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Re: Betriebsblindheit

Beitragvon lemonitor » Fr 14. Aug 2020, 19:26

BlueMonday hat geschrieben:(14 Aug 2020, 14:47)

Dazu kommt dieses verbreitete Unverständis ("Betriebsblindheit"), was Wirtschaft überhaupt ist, also nicht nur ein bewusster Umgang mit der Knappheit von Mitteln, sondern auch mit Unsicherheit. Und gerade um die Bewirtschaftung dieser Unsicherheit geht es in der "Finanzwirtschaft" (allen voran die Versicherungen). Diese "Finanzwirtschaft", die die dann als unreal oder unwirklich oder wertlos im Gegensatz zur "Realwirtschaft" diffamiert wird.


Der Titel dieses Beitrags lautet "Betriebsblindheit". Deshalb amüsiert mich, dass die meisten der Schreiber überhaupt nicht bemerken, wie sie mich mit ihren Beträgen bestätigen.
Primär ist arbeitsteilige Wirtschaft tatsächlich die Methode zur Lösungen der Knappheit und Endlichkeit der Mittel zum erhalten menschlichen Lebens geworden.
Jedoch sind Finanzwirtschaft incl. der Versicherungswirtschaft nachrangige Mittel, welches zwar historisch gewachsen keineswegs den Anspruch naturgesetzlicher Notwendigkeiten erheben können.

Nun behautest du, dass Versicherungswirtschaft und Finanzwirtschaft nur dem fürsorglichen Zweck der Schadensvermeidung dienen, ohne welche die Realwirtschaft nicht funktionierte.
Wäre dem so, kannst du mir bestimmt die nachfolgenden Fragen beantworten:

1. Wieso konnte es 2007/2009 zur globale Wirtschaftskrise, ausgelöst durch die Banken- und Finanzkrise, kommen wenn doch das Finanzwesen nachgeordnet dem Umgang mit der Knappheit der Mittel dient?
2. Wieso mussten die Staaten Banken retten?
3. Wieso konnte es trotz Versicherungswirtschaft zu den fatalen Folgen des Klimawandels kommen, vor dessen eintreten bereits 1972 von den Wissenschaftlern des Club of Rome gewarnt wurde?
4. Wieso kann die Wirtschaft weltweit durch eine Pandemie lahmgelegt werden, von der man wusste, dass sie kommen wird?
5. Wieso kann eine Pandemie zur wirtschaftlichen Katastrophe werde und deren Folge viele Firmen in die Pleite treiben wird? Wer oder was hat da eigentlich Vorrang?

Müsste nicht ein funktionierendes Finanzsystem oder eine dem von dir postulierten Zweck dienende Versicherungswirtschaft die Auswirkungen solcher Ereignisse abfedern bzw. rechtzeitig warnen, sodass langfristigen wirkende negative Folgen erst gar nicht eintreten?
Wenn Ignoranten die Spitze erklimmen, beginnt ein Wettkampf in Dummheit. Parkinson stellt den wohl beliebtesten Mythos der Wirtschaft in Frage: Den, dass alle Akteure sich rational verhalten.

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