Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

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schokoschendrezki
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Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 5. Aug 2020, 09:04

... ist vor allem ein Geschäft für die sogenannten "Entwicklungshelfer".
Man hat ausgerechnet, und die Berechnungen wurden auch von ThinkTanks aus der EU gemacht, dass schätzungsweise für jeden Euro Entwicklungshilfe vier Euro wieder ins Geberland zurückkommen. Da kommt vermutlich die Motivation her, das Geld zu geben.
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/geld-fuer-die-welt-100.pdf
Experten wie der kenianische Ökonom james Shikwati unternehmen alles, um Länder wie die Bundesrepublik davon abzuraten, "Entwicklungshilfe" in Afrika zu leisten. Darüber wie beispielsweise die EU-Agrarsubventionen die Landwirtschaft in Afrika kaputtmachen und für fette Gewinne in Europa gesorgt wird, wurde schon oft berichtet. Das ist aber nur ein Beispiel. Ein anderes Problem ist die Finanzierung korrupter Eliten durch "Entwicklungshilfe" in den (sogenannten) "Empfängerländern".

Und das ist auch nur die rein ökonomische Seite. Neben den vier Euro Rücklauf an die Geber für jeden Euro gibt es auch noch einen Rücklauf an eingeforderter "Dankbarkeit". Heuchlerischer gehts nimmer! Und das betrifft auch Teile der großen Charity-Organisationen.

Was aber sollte an die Stelle dieser durch und durch eigennützigen "Entwicklungshilfe-" und "Spenden"-Industrie treten? An Stelle dieser nicht "Non-" sondern "Surplusplus-Profit-Organisationen"? Noch einmal James Shikwaki: "The developing world needs trade, not aid, to help the poor." Was man zuallererst tun könnte: Die EU-Agrarsubventionen stoppen.

Für mich als Europäer gehts aber nicht zuletzt um die Korrektur eines verlogenen und selbsgefälligen Selbstbilds als angebliche "Kulturbringer". Alle Weichenstellungen der modernen Welt haben etwas mit der historischen Rolle des globalen Nordens als Kolonialmacht zu tun.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Maikel » Mi 5. Aug 2020, 12:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2020, 09:04)
Was man zuallererst tun könnte: Die EU-Agrarsubventionen stoppen.

Und dann? Ich nehme an, ein Ziel davon soll sein, daß die Nahrungsmittelproduktion in der EU verringert wird, zugunsten von Importen aus den Entwicklungsländern.
Damit würden wir unsere Grundversorgung abhängig machen von Ländern mit "korrupten Eliten" (deine Formulierung).

Außerdem würde die Kapazitäten zur Lebensmittelproduktion auf der Welt damit verringert; wie war das noch mit dem Hungerproblem auf der Welt?

Aber nehmen wir mal an, das Ganze funktioniert, rein marktwirtschaftlich, die Europäer fahren ihre Produktion zurück, und kaufen in den Entwicklungsländern.
Was passiert dann bei Mißernten?
Dann kaufen die Europäer mit ihrem Geld die knappen Lebensmittel auf, und den Menschen in den Entwicklungsländern bleibt nichts mehr davon, bzw. zu wenig.

Oder werden die Entwicklungsländer erstmal die eigene Bevölkerung versorgen, und nur evtl. Überschüsse verkaufen wollen? Wäre nachvollziehbar; aber dann müßte man das gleiche Recht auch den EU-Ländern zugestehen: Für eine autarke Versorgung der eigenen Bevölkerung mit notwendigen Lebensmitteln zu sorgen (zur Not mit Subventionen und/oder Marktabschottung).
Damit die normalerweise anfallenden Überschüsse nicht weggeschmissen werden müssen, bietet man sie international an. Kein (Entwicklungs)land wird gezwungen, dieses Angebot anzunehmen.
Man vergegenwärtige sich, dass [im Durchschnitt] an jedem Tag seit vierzig Jahren, auch gestern und vorgestern, 170 000 Menschen aus extremer Armut aufgestiegen sind;
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Teeernte » Mi 5. Aug 2020, 13:23

Maikel hat geschrieben:(05 Aug 2020, 12:32)

Und dann? Ich nehme an, ein Ziel davon soll sein, daß die Nahrungsmittelproduktion in der EU verringert wird, zugunsten von Importen aus den Entwicklungsländern.
.


Die "Agrarsubventionen" bezahlen zum Grossteil die "Landlords" - die Eigentümer von landwirtschaftlich genutzen Flächen.

...Weinförderung...Bienenförderung Ohne DIE würde es ja nie wieder was zu essen geben...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon imp » Mi 5. Aug 2020, 14:10

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2020, 09:04)

... ist vor allem ein Geschäft für die sogenannten "Entwicklungshelfer".
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/geld-fuer-die-welt-100.pdf
Experten wie der kenianische Ökonom james Shikwati unternehmen alles, um Länder wie die Bundesrepublik davon abzuraten, "Entwicklungshilfe" in Afrika zu leisten. Darüber wie beispielsweise die EU-Agrarsubventionen die Landwirtschaft in Afrika kaputtmachen und für fette Gewinne in Europa gesorgt wird, wurde schon oft berichtet. Das ist aber nur ein Beispiel. Ein anderes Problem ist die Finanzierung korrupter Eliten durch "Entwicklungshilfe" in den (sogenannten) "Empfängerländern".

Und das ist auch nur die rein ökonomische Seite. Neben den vier Euro Rücklauf an die Geber für jeden Euro gibt es auch noch einen Rücklauf an eingeforderter "Dankbarkeit". Heuchlerischer gehts nimmer! Und das betrifft auch Teile der großen Charity-Organisationen.

Was aber sollte an die Stelle dieser durch und durch eigennützigen "Entwicklungshilfe-" und "Spenden"-Industrie treten? An Stelle dieser nicht "Non-" sondern "Surplusplus-Profit-Organisationen"? Noch einmal James Shikwaki: "The developing world needs trade, not aid, to help the poor." Was man zuallererst tun könnte: Die EU-Agrarsubventionen stoppen.

Für mich als Europäer gehts aber nicht zuletzt um die Korrektur eines verlogenen und selbsgefälligen Selbstbilds als angebliche "Kulturbringer". Alle Weichenstellungen der modernen Welt haben etwas mit der historischen Rolle des globalen Nordens als Kolonialmacht zu tun.

Vom abraten kann ich nur abraten. So ein Geschäft lässt keiner sausen, das muss man glatt verbieten. Neben der Förderung der heimischen Geberwirtschaft geht es bei Entwicklungshilfe oft auch um die Stabilisierung der jeweils favorisierten Fraktionen im Land im Gegenzug zu politischer Gefälligkeit etwa in UN-Gremien.

Die FDP, die aus ideologischen Gründen Entwicklungshilfe als "internationale Sozialhilfe" bezeichnet (und wir wissen ja alle, wie wenig die FDP von Existenzsicherung für die Ärmsten hält), konnte sich bei Regierungsantritt noch nie dazu durchringen, das Entwicklungshilfe-Ministerium aufzulösen zugunsten etwa des Außenministeriums. Das hochprofitable und personell manchmal etwas intransparente Ressort besetzte sie lieber gleich selbst.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon BlueMonday » Mi 5. Aug 2020, 17:48

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2020, 09:04)

... ist vor allem ein Geschäft für die sogenannten "Entwicklungshelfer".
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/geld-fuer-die-welt-100.pdf
Experten wie der kenianische Ökonom james Shikwati unternehmen alles, um Länder wie die Bundesrepublik davon abzuraten, "Entwicklungshilfe" in Afrika zu leisten. Darüber wie beispielsweise die EU-Agrarsubventionen die Landwirtschaft in Afrika kaputtmachen und für fette Gewinne in Europa gesorgt wird, wurde schon oft berichtet. Das ist aber nur ein Beispiel. Ein anderes Problem ist die Finanzierung korrupter Eliten durch "Entwicklungshilfe" in den (sogenannten) "Empfängerländern".


Das ist halt keine populäre Ansicht. Der Mann ist ja praktisch "libertarian". Solche Sichtweisen gibt es sicherlich auch in Afrika. Aber diese besondere Form der Vernunft ist rar gesät, überall auf der Welt.
Der Zeitgeist ist der des Eingriffs, überall Polizei oder die helfende Mutti spielen zu müssen, überhaupt die ganze Welt vor dem nächsten Untergang zu retten, mit viel Geld aus der Gießkanne, Geld, das einem selbst meist gar nicht gehört, Geld, das sicherlich immer irgendwo bei irgendwem hängenbleibt.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 6. Aug 2020, 22:04

Maikel hat geschrieben:(05 Aug 2020, 12:32)

Und dann? Ich nehme an, ein Ziel davon soll sein, daß die Nahrungsmittelproduktion in der EU verringert wird, zugunsten von Importen aus den Entwicklungsländern.
Damit würden wir unsere Grundversorgung abhängig machen von Ländern mit "korrupten Eliten" (deine Formulierung).

Eine solche Formulierung erinnert an die Diskussionen um dieses "Grundlastproblem" in der Energiewirtschaft. Nur mal grundsätzlich; Ein solches Grundversorgungsproblem gibt es in der europäischen Agrarwirtschaft schon lange lange nicht mehr. Es gibt anstelle dessen Butterberge, Milch- und Weinseen und eine extreme und gesundheitsschädliche Überversorgung mit viel zu billigen, viel zu vielen Agrarpordukten. Viel zu viel dicken Grundschulkindern. Und Kindern in anderen Weltregionen, die hungern müssen. Die EU-Agrarsubventionen gehen letztendlich zurück auf die unmittelbare Nachkriegszeit in Europa. Von dieser Bedrohung durch Kalorienunterversorgung sind wir inzwischen weiter weg als von der nächsten Galaxis. Unser Problem ist Überversorgung. Nahrungsmittel müssen teurer werden. Es nützt auch nix, auf Dinge wie die durchaus existierende Kinderarmut in Mitteleuropa zu verweisen. Armut in Mitteleuropa ist unter anderem und paradoxerweise durch Überernährung und speziell durch ein Übermaß von zuckerhaltigen Lebensmitteln speziell bei Kindern gekennzeichnet. Das, was in der Nachkriegszeit als Luxus galt, ist heute - in den sogenannten Wohlstandsländern - ein Symptom von Armut: Zucker.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 6. Aug 2020, 22:18

imp hat geschrieben:(05 Aug 2020, 14:10)

Vom abraten kann ich nur abraten. So ein Geschäft lässt keiner sausen, das muss man glatt verbieten. Neben der Förderung der heimischen Geberwirtschaft geht es bei Entwicklungshilfe oft auch um die Stabilisierung der jeweils favorisierten Fraktionen im Land im Gegenzug zu politischer Gefälligkeit etwa in UN-Gremien.

Die FDP, die aus ideologischen Gründen Entwicklungshilfe als "internationale Sozialhilfe" bezeichnet (und wir wissen ja alle, wie wenig die FDP von Existenzsicherung für die Ärmsten hält), konnte sich bei Regierungsantritt noch nie dazu durchringen, das Entwicklungshilfe-Ministerium aufzulösen zugunsten etwa des Außenministeriums. Das hochprofitable und personell manchmal etwas intransparente Ressort besetzte sie lieber gleich selbst.

Man muss es nicht so groß ideologisieren. Es ist nicht selten davon die Rede, dass Afrika, wenn denn der Einfluss von Entwicklungshilfeorganisationen zurück geht, "den Chinesen überlassen" werde. Mein Gott. Ich bin weit davon entfernt, die Politik Chinas in menschenrechtlicher Hinsicht gut zu heißen: Aber die wollen in Afrika vielleicht einfach nur pragmatisch Geschäfte machen. Und? Ist das schlecht? Natürlich nicht! Weder für China noch für Afrika. Es ist nur schlecht für das Selbstverständnis der sogenannten Entwicklungshilfeorganisationen.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon imp » Do 6. Aug 2020, 22:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Aug 2020, 22:18)

Man muss es nicht so groß ideologisieren. Es ist nicht selten davon die Rede, dass Afrika, wenn denn der Einfluss von Entwicklungshilfeorganisationen zurück geht, "den Chinesen überlassen" werde. Mein Gott. Ich bin weit davon entfernt, die Politik Chinas in menschenrechtlicher Hinsicht gut zu heißen: Aber die wollen in Afrika vielleicht einfach nur pragmatisch Geschäfte machen. Und? Ist das schlecht? Natürlich nicht! Weder für China noch für Afrika. Es ist nur schlecht für das Selbstverständnis der sogenannten Entwicklungshilfeorganisationen.

Das Geschäft der einen ist das entgangene Geschäft der anderen.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Maikel » Fr 7. Aug 2020, 12:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Aug 2020, 22:04)

Eine solche Formulierung erinnert an die Diskussionen um dieses "Grundlastproblem" in der Energiewirtschaft.

Da waren wir ja schon öfters kurz vorm Zusammenbruch des Stromnetzes

Nur mal grundsätzlich; Ein solches Grundversorgungsproblem gibt es in der europäischen Agrarwirtschaft schon lange lange nicht mehr.

Das heißt aber nicht, daß es nicht wieder entstehen kann, wenn das System radikal geändert wird.

Es gibt anstelle dessen Butterberge, Milch- und Weinseen

Das ist lange her. Wo bitte gibt es solche Berge und Seen heutzutage?

Da die Erträge aus der Landwirtschaft stark schwanken, ist es notwendig, die Kapazität so anzulegen, daß man im Normalfall mehr erntet als man benötigt. Damit bei schlechten Ernten noch genügend übrigbleibt.
Das bedingt auch, daß bei überdurchschnittlich guten Ernten ein erheblicher Überschuß entsteht.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Selina » Fr 7. Aug 2020, 14:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Aug 2020, 22:18)

Man muss es nicht so groß ideologisieren. Es ist nicht selten davon die Rede, dass Afrika, wenn denn der Einfluss von Entwicklungshilfeorganisationen zurück geht, "den Chinesen überlassen" werde. Mein Gott. Ich bin weit davon entfernt, die Politik Chinas in menschenrechtlicher Hinsicht gut zu heißen: Aber die wollen in Afrika vielleicht einfach nur pragmatisch Geschäfte machen. Und? Ist das schlecht? Natürlich nicht! Weder für China noch für Afrika. Es ist nur schlecht für das Selbstverständnis der sogenannten Entwicklungshilfeorganisationen.


Meinst du diese Organisationen?

https://www.bmz.de/de/mitmachen/interne ... ionen.html

Die sollte man wegen ein, zwei schwarzen Schafen (zumal deren Schuld meistens gar nicht bewiesen ist, wo Aussage gegen Aussage steht) nicht unter Generalverdacht stellen. Würden sich diese Organisationen nicht um Entwicklungshilfe (oftmals Hilfe zur Selbsthilfe) kümmern, hätte die staatliche deutsche Seite einen weitaus größere Batzen zu schultern.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Papaloooo » Fr 7. Aug 2020, 15:34

Maikel hat geschrieben:(05 Aug 2020, 12:32)

Und dann? Ich nehme an, ein Ziel davon soll sein, daß die Nahrungsmittelproduktion in der EU verringert wird, zugunsten von Importen aus den Entwicklungsländern.
Damit würden wir unsere Grundversorgung abhängig machen von Ländern mit "korrupten Eliten" (deine Formulierung).

Außerdem würde die Kapazitäten zur Lebensmittelproduktion auf der Welt damit verringert; wie war das noch mit dem Hungerproblem auf der Welt?

Aber nehmen wir mal an, das Ganze funktioniert, rein marktwirtschaftlich, die Europäer fahren ihre Produktion zurück, und kaufen in den Entwicklungsländern.
Was passiert dann bei Mißernten?
Dann kaufen die Europäer mit ihrem Geld die knappen Lebensmittel auf, und den Menschen in den Entwicklungsländern bleibt nichts mehr davon, bzw. zu wenig.

Oder werden die Entwicklungsländer erstmal die eigene Bevölkerung versorgen, und nur evtl. Überschüsse verkaufen wollen? Wäre nachvollziehbar; aber dann müßte man das gleiche Recht auch den EU-Ländern zugestehen: Für eine autarke Versorgung der eigenen Bevölkerung mit notwendigen Lebensmitteln zu sorgen (zur Not mit Subventionen und/oder Marktabschottung).
Damit die normalerweise anfallenden Überschüsse nicht weggeschmissen werden müssen, bietet man sie international an. Kein (Entwicklungs)land wird gezwungen, dieses Angebot anzunehmen.

***Gemeint war hier die antwort auf den Vorschlag, EU-Subventionen zurückzufahren***

Nein, die EU-Subventionen machen vor allen Dingen eine Wettbewerbverzerrung zugunten der Mega-Erzeuger.
Kleine Bauernhöfe können da kaum noch mithalten.
EU-Subventionen sollten schon weitergezahlt werden,
aber an die nachweisliche Nachhaltigkeit eines Betriebes gebunden.

Betriebe, die zu viele Tiere haben,
und damit auch zu viel Dung erzeugen,
sollten im Gegenteil EU-Abgaben zahlen,
somit wird das EU-Agrar-Geblilde ökologischer.

Damit die normalerweise anfallenden Überschüsse nicht weggeschmissen werden müssen, bietet man sie international an. Kein (Entwicklungs)land wird gezwungen, dieses Angebot anzunehmen.

In Deutschland wird wegen der Subventionen dermaßen viel Schweinefleich erzeugt,
dass es hier gar nicht mehr abgesetzt wird.
Man wirft mit der EU-Subvention erzeugtes Billigfleisch in nordafrikanischen Ländern auf die Märkte
und macht somit dort einheimische Tierhändler arbeitslos.

Daraus entsteht dann wiederum Armutsmigration.
Klar kann man dann den Menschen dort vorwerfen,
sie müssten ja nicht das subventionierte Billigfleisch aus der EU kaufen,
sondern lieber das teurere aus dem eigenen Land.

Aber wenn ja schon hierzulande viel mehr Billigfleisch gekauft wird,
als das teurere aber umweltverträglichere Biofleisch,
dann ist diese Aussage geradezu vermessen.

Im Übrigen wird ja auch das Kraftfutter für unser Vieh das zu rund 90 % aus Soja besteht,
in diesen Ländern produziert.
10 bis 15 KG Kraftfutter werden zu einem Kilogramm Fleisch "veredelt"!
In einem 300 Gramm-Schnitzel stecken also durchschnittlich 3,375 KG Soja aus den dortigen Feldern.
Felder die diese Länder besser für die eigene Ernährung bräuchten.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon franktoast » Fr 7. Aug 2020, 16:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2020, 09:04)
Und das ist auch nur die rein ökonomische Seite. Neben den vier Euro Rücklauf an die Geber für jeden Euro


Sorry, das macht keinen Sinn. Das ist genauso logisch, wie wenn Deutschland zB. an Italien 1Mrd. Euro überweist, damit VW und Co. jemand die Autos abkauft und somit Deutschland ja der heimliche Profiteur wäre. Äh nein, wenn man einem Land Geld überweist und die davon aus dem eigenem Land Güter kaufen, ist das so, wie wenn man denen die Güter schenkt.

Indirekt könnte ein Geberland profitieren, wenn durch die Hilfe höhere Ziele wie Frieden, politische Stabilität etc. erreicht würden, aber das Geberland würde davon nicht mehr profitieren als ein Land, das nicht spendet. Und Hauptprofiteur wäre natürlich das Zielland.

PS: Dass Spendengelder in die Hände korrupten Gruppen geraten kann, ist klar und ein Problem.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon franktoast » Fr 7. Aug 2020, 16:51

Maikel hat geschrieben:(05 Aug 2020, 12:32)

Und dann? Ich nehme an, ein Ziel davon soll sein, daß die Nahrungsmittelproduktion in der EU verringert wird, zugunsten von Importen aus den Entwicklungsländern.
Damit würden wir unsere Grundversorgung abhängig machen von Ländern mit "korrupten Eliten" (deine Formulierung).

Muss nicht sein. Transport von Lebensmitteln ist immer noch deutlich kostspieliger als von nichtverderblichen Waren. Sollte es weniger Agrarsubventionen in Europa geben, könnte das zum einen dazu führen, dass man in Deutschland zB. statt 10% dann 12% für Lebensmittel ausgibt. Auch, weil weniger Ware nach Afrika verkauft werden könnte. Zum Anderen könnte es auch dazu führen, dass die Argarindustrie zu mehr Effizienz gezwungen würde.

Außerdem würde die Kapazitäten zur Lebensmittelproduktion auf der Welt damit verringert; wie war das noch mit dem Hungerproblem auf der Welt?

Die Kritik ist ja, dass der Bauer in Sierra Leone gar nicht erst Lebensmittel anbaut, weil er mit dem Preis der EU-Waren nicht mithalten kann.

Aber nehmen wir mal an, das Ganze funktioniert, rein marktwirtschaftlich, die Europäer fahren ihre Produktion zurück, und kaufen in den Entwicklungsländern.
Was passiert dann bei Mißernten?

Was passiert denn heute bei Missernten? Also ich denke, in 2020 hat die Menschheit schon so viel Wissen angesammelt und einen so effizienten Markt, dass solche weitgehend vorhersehbare Ereignisse geräuschlos absorbiert werden. Bei so etwas wie Covid19 ist die Nachfrage nach einer geringen Gruppe an Gütern, (langlebige Lebensmittel wie Konserven, Klopapier und Hygieneartikeln) in kurzer Zeit extrem angestiegen, aber nach 2-3 Wochen war das Supermarktregal wieder wie gefüllt voll und die 95% anderen Regalen waren eh gefüllt wie eh und je.
Wenn es heutzutage eine Missernte gibt, dann ist die eh regional. Stell dir vor, in West Afrika wird Hirse und Reis angebaut und nach Europa exportiert. Durch eine Missernte fällt das für ein Jahr komplett aus. Und nun? Sinkt dann der Füllstand der Reislager etwas und der Konsum läuft wie gewohnt oder verzichtet Europa ein wenig auf Reise und Hirse (zB. etwas höhere Preise oder man isst dann eben mehr Kartoffeln).
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Maikel » Fr 7. Aug 2020, 18:06

Papaloooo hat geschrieben:(07 Aug 2020, 15:34)

Im Übrigen wird ja auch das Kraftfutter für unser Vieh das zu rund 90 % aus Soja besteht,
in diesen Ländern produziert.
10 bis 15 KG Kraftfutter werden zu einem Kilogramm Fleisch "veredelt"!
In einem 300 Gramm-Schnitzel stecken also durchschnittlich 3,375 KG Soja aus den dortigen Feldern.
Felder die diese Länder besser für die eigene Ernährung bräuchten.

Warum nutzen diese Länder dann ihre Felder nicht für die eigene Ernährung?
Würden sie weniger Soja anbauen, könnte D weniger günstiges Soja einkaufen; damit würde die Fleischproduktion hierzulande sinken, und nicht mehr (so viele) Überschüsse verkauft werden.

Hab ich damit gerade einen Teil des Ernährungsproblems in Entwicklungsländern gelöst?
Man vergegenwärtige sich, dass [im Durchschnitt] an jedem Tag seit vierzig Jahren, auch gestern und vorgestern, 170 000 Menschen aus extremer Armut aufgestiegen sind;
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Maikel » Fr 7. Aug 2020, 18:23

franktoast hat geschrieben:(07 Aug 2020, 16:51)

Transport von Lebensmitteln ist immer noch deutlich kostspieliger als von nichtverderblichen Waren.

Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, in Anbetracht von Blaubeeren im Winter aus Peru, die günstiger sind als hiesige jetzt zur Saison.

Sollte es weniger Agrarsubventionen in Europa geben, könnte das zum einen dazu führen, dass man in Deutschland zB. statt 10% dann 12% für Lebensmittel ausgibt. Auch, weil weniger Ware nach Afrika verkauft werden könnte.

Ich dachte, dann können wir die Lebensmittel günstig aus Afrika importieren.

Zum Anderen könnte es auch dazu führen, dass die Argarindustrie zu mehr Effizienz gezwungen würde.

In anderen Beiträgen, nicht nur in diesem Thread, steht gerade die aktuelle Effizienz unserer Agrarindustrie in der Kritik.
Wenn die geringeren Subventionen durch Effizienzsteigerung wettgemacht würden, dann würde sich doch kaum etwas ändern bzgl. Überschüssen.

Die Kritik ist ja, dass der Bauer in Sierra Leone gar nicht erst Lebensmittel anbaut, weil er mit dem Preis der EU-Waren nicht mithalten kann.

Bei solchen Äußerungen muß ich immer daran denken, daß wir aktuell also zuviel Kapazität zur Lebensmittelerzeugung auf der Welt haben. Diese Tatsache an sich ist erfreulich, im Gegensatz zu früher kursierenden Hunger-Szenarien

Wenn es heutzutage eine Missernte gibt, dann ist die eh regional.

Das hat man von Covid 19 auch mal gedacht.

Stell dir vor, in West Afrika wird Hirse und Reis angebaut und nach Europa exportiert. Durch eine Missernte fällt das für ein Jahr komplett aus. Und nun? Sinkt dann der Füllstand der Reislager etwas und der Konsum läuft wie gewohnt oder verzichtet Europa ein wenig auf Reise und Hirse (zB. etwas höhere Preise oder man isst dann eben mehr Kartoffeln).

Welche Reislager? Reislager sind teuer. Wer bezahlt die Bauern für den Reis, der eingelagert wird?
Welche Kartoffeln? In meinem Szenario lohnt sich der Anbau von Kartoffeln für Bauern in Europa nicht mehr, da man idR. günstig Reis, Hirse und auch Kartoffeln aus Entwicklungsländern bezieht.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Papaloooo » Fr 7. Aug 2020, 18:45

Maikel hat geschrieben:(07 Aug 2020, 18:06)

Warum nutzen diese Länder dann ihre Felder nicht für die eigene Ernährung?
Würden sie weniger Soja anbauen, könnte D weniger günstiges Soja einkaufen; damit würde die Fleischproduktion hierzulande sinken, und nicht mehr (so viele) Überschüsse verkauft werden.

Hab ich damit gerade einen Teil des Ernährungsproblems in Entwicklungsländern gelöst?

Und wer zahlt dann den Bauern den Verdienstausfall?
Schau mal, meine Familie leitet schon in 2. Generation Entwicklungshilfeprojekte in Südindien.
Ich war 5 Jahre drüben (ich bin quasi die 3. Generation).
Von daher glaube ich schon, einen zumindest kleinen Einblick zu haben.

Wenn ein Bauer für ein Feld Baumwolle (meist für den Export bestimmt) mehr Geld bekommt, als für Reis,
und ein Feld Baumwolle außerdem Baumwolle weit weniger Arbeitsaufwand ist,
und man beim Reis zusätzlich noch Bangen muss, dass der Monsun zu schwach ausfällt,
sodass die Felder zugunsten von Trinkwasser aufgegeben werden müssen,
dann ist einfach Baumwolle attraktiver, als der Reis.

Der globale Marktpreis bestimmt eben schon, was dort angebaut wird.
Denn die Menschen dort wollen ja auch nicht am Hungertuch nagen.
Das macht aber wiederum das Angebot von Reis knapper und somit teurer.

Was kann man dagegen tun?
Wohl kaum etwas.
Die Globalisierung bringt Gewinner und Verlierer mit sich.
Die Subventionierung bringt Gewinner und Verlierer mit sich.

Man kann einem Bauer dort zwar sagen, er solle Reis anbauen,
und dann kann er eben nur ein Kind statt zwei Kinder in die Schule schicken.
Glaubst du, das wäre ein Vorschlag, bei dem der Bauer ausrufen würde:
"Hurra, warum bin ich da nicht selbst darauf gekommen?"

Entwicklungshilfe, wie sie gemeinhin geleistet wird,
vor allem, wenn sie von staatlichen Stellen ausgeht,
und Großfirmen steuerfreie Aufträge in armen Ländern vergibt,
hat oft mit dem abhängig machen zu tun.

Es werden Maschinen geschenkt,
aber bei einer Erweiterung müssen dann teure Maschinen von eben dieser Firma wegen der Kompatibilität eingekauft werden.

Die eigentliche Entwicklungshilfe kann also immer nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.
Die eigentliche Entwicklungshilfe muss vor allen Dingen vielen Kindern eine Bildung ermöglichen.
Das ist es, was wir dort tun.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Maikel » Sa 8. Aug 2020, 08:52

Papaloooo hat geschrieben:(07 Aug 2020, 18:45)

Schau mal, meine Familie leitet schon in 2. Generation Entwicklungshilfeprojekte in Südindien.
Ich war 5 Jahre drüben (ich bin quasi die 3. Generation).
Von daher glaube ich schon, einen zumindest kleinen Einblick zu haben.

Und wieso verwechselst du dann Baumwolle mit Soja?
Man vergegenwärtige sich, dass [im Durchschnitt] an jedem Tag seit vierzig Jahren, auch gestern und vorgestern, 170 000 Menschen aus extremer Armut aufgestiegen sind;
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Papaloooo » Sa 8. Aug 2020, 08:57

Maikel hat geschrieben:(08 Aug 2020, 08:52)

Und wieso verwechselst du dann Baumwolle mit Soja?

Das ist ganz einfach, ich erzähle aus meiner Erfahrung aus Indien, dort wurde die Baumwolle angebaut in anderen Ländern ist es vorwiegend Soja.
Beides aber verdrängt Nahrungsmittel.
Und so ist das generell, der weltmarkt bestimmt viele Preise, wo die einheimische Produktion, die nicht exportiert wird, von den Preisen her nicht mithalten kann.

Wobei das natürlich beim Soja besonders beeindruckend ist, wie gesagt, ein 300g Schnitzel benötigt durchschnittlich mehr als drei Kilogramm Soja.

Es wäre schon einiges für die Entwicklungshilfe getan, wenn die kräftigen fleischesser ihre Fleisch Batzen gelegentlich mal durch beyond-meat-Produkte ersetzen würden.

Denn dann blieben doch einige Anbauflächen frei, und stünden dem einheimischen Markt in armen Ländern für Ernährungsprojekte zur Verfügung.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Adam Smith » Sa 8. Aug 2020, 11:53

Papaloooo hat geschrieben:(07 Aug 2020, 15:34)
Im Übrigen wird ja auch das Kraftfutter für unser Vieh das zu rund 90 % aus Soja besteht,
in diesen Ländern produziert.
10 bis 15 KG Kraftfutter werden zu einem Kilogramm Fleisch "veredelt"!
In einem 300 Gramm-Schnitzel stecken also durchschnittlich 3,375 KG Soja aus den dortigen Feldern.
Felder die diese Länder besser für die eigene Ernährung bräuchten.


Die EU importiert Soja hauptsächlich oder fast nur aus Nordamerika und Südamerika.

https://www.transgen.de/lebensmittel/10 ... chnik.html
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Die sogenannte "Entwicklungshilfe"

Beitragvon Papaloooo » Sa 8. Aug 2020, 12:31

Adam Smith hat geschrieben:(08 Aug 2020, 11:53)

Die EU importiert Soja hauptsächlich oder fast nur aus Nordamerika und Südamerika.

https://www.transgen.de/lebensmittel/10 ... chnik.html

Was willst du denn nun damit sagen?

Soll das nun ein Trost sein für Kinder aus Bolivien,
die auf diesen Feldern arbeiten?

Oder nehmen wir mal die Kakao-Plantagen oder die Bananen-Plantagen.
Häufig in armen Ländern durch Kinderarbeit geerntet.

Oftmals bringt man z.B. in Afrika zunächst die Eltern um,
denn diese würden keine Ruhe geben,
bis sie ihre Kinder wieder gefunden hätten.
Das ist Kapitalismus:
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