Parlamentswahl in Polen

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naddy
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon naddy » Fr 24. Jan 2020, 16:45

Europa2050 hat geschrieben:(24 Jan 2020, 15:32)

Irrtum.

Weil es „die Deutschen“ nicht gibt.

Entschuldigung, hab' den Ironiemarker vergessen. ;)
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon H2O » Fr 24. Jan 2020, 20:42

In sofern würde ich das deutsch-russische Verhältnis - insbesondere was Norddeutsche betrifft, im historischen Kontext eher als eines der Besseren betrachten. Und das erweckt dazwischen eben eher Argwohn.


Diese zarten Anmerkungen lösen auch in mir ziemlichen Argwohn aus, wenn ich den Stillstand der Entwicklung der EU sehe. Die EU hat versäumt, die Nationalstaaten weiter auf zu lösen in Richtung einer unauflösbaren europäischen Gemeinschaft. Der Stillstand und anhaltende Streitigkeiten könnten Deutschland dazu verleiten, bei günstiger Gelegenheit enger an Russland heran zu rücken als unseren EU-Nachbarn lieb sein könnte. Der Brexit sollte in der Hinsicht als Alarmzeichen verstanden werden.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon H2O » So 26. Apr 2020, 14:44

Tja, es ist an der Zeit, die Entwicklung der EU mit dem nachbarlichen Verhältnis Deutschlands zu Polen wieder zu betrachten.

Wir lernen derzeit, daß Polen und Deutschland wirtschaftlich und menschlich so tief verbunden sind, daß beide Seiten sich auf Ausnahmeregeln im Grenzverkehr verständigen müssen. Ohne polnischen Nachschub und ohne polnische Lastwagenfahrer ist die deutsche Logistik nur ein Schatten ihre selbst. Ohne polnische Windradwerker wird das mit der Energiewende wohl auch nix! (siehe DIE ZEIT, #18).
Und auf der polnischen Seite gehen den Pendlern Einkünfte verloren, von denen das Wohl und Wehe ganzer Familien abhängt. Schadenfreude beiderseits der Oder muß so als krankhaft empfunden werden.

Der polnische PM Morawiecki breitet seine Gedanken zur Finanzierung der Folgelasten der Pandemie in der FAZ aus, um doch wohl deutsche Leser zu erreichen und ihnen seine polnischen Vorstellungen zu verdeutlichen. So berichtet das heute die Rzeczpospolita. Vor 14 Tagen hat dies der italienische PM Conte in der DIE ZEIT getan. Beide PM erhoffen offenbar von deutscher Seite die Einsicht, daß sie sich ganz erheblich im Rahmen der EU und der Eurogruppe an den Lasten beteiligen muß, um gemeinsam wieder auf einem guten Wege aus der Wirtschafts- und Finanzkrise heraus zu kommen. Ähnliche Anliegen werden auch von französischer Seite vorgetragen, allerdings mehr als Reden zum offenen Fenster hinaus. Auch die sind zu hören und zu bedenken.

Wir Deutschen, die gibt es offenbar wirklich, sind Teil von Hoffnungen unserer europäischen Nachbarn! Wir sollten nach Kräften versuchen, diese Hoffnungen zu erfüllen. Aber wir sollten unsererseits auch Hoffnungen vortragen, die die EU zu einer Wertegemeinschaft und zu einer Wirtschafts- und Finanzgemeinschaft weiter entwickeln. Wir sind bereit, unsere Nachbarn an unseren wirtschafts- und finanzpolitischen Entscheidungen auf der Ebene der EU zu beteiligen... erwarten unsere Mitsprache aber auch in deren Angelegenheiten in gleicher Weise. Will sagen, beide Seiten verzichten auf Teile ihrer Selbstbestimmung zugunsten ihrer Mitbestimmung in Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse. Wenn im Grundsatz darüber Einigkeit besteht, dann sollten inhaltliche Gespräche im Wirtschafts- und Finanzwesen ohne Vorbehalte möglich sein. Verträge der einen Art beruhen auf Verträgen der anderen Art; so zu besiegeln und zu verkünden.

Aus meiner Sicht wäre das ein großer Schritt in die gemeinsame Zukunft im europäischen Projekt, der Opfer aller Beteiligten rechtfertigt! Damit muß dann ja noch lange nicht Schluß sein, aber ein Anfang wäre gemacht... warum nicht mit Polen, Niederlanden, Finnland, Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Griechenland und Spanien? Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen!
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon zollagent » So 26. Apr 2020, 18:00

In der Tat, die EU-Verträge schließen nicht aus, daß einzelne oder Gruppen von Mitgliedern miteinander die Union enger knüpfen und damit auch die Zusammenarbeit.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon H2O » Do 7. Mai 2020, 08:05

Meldung im DLF 2020-05-07 früh: Die polnischen Präsidentschaftswahlen wurden überraschend verschoben. In der Corona-Krise hatte sich Amtsinhaber Duda als oberster Kümmerer reichlich im Vordergrund aufhalten können; seine Mitbewerber und auch Teile der polnischen Öffentlichkeit drängten auf Verschiebung der angesetzten Briefwahl und auf Wahlenthaltung. Da kippte die Mehrheit der Regierungskoalition im Sejm.

Ein neuer Wahltermin ist nicht bekannt; vermutlich wird der "nach Corona" liegen. Duda "for ever"?
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 9. Mai 2020, 18:37

H2O hat geschrieben:(26 Apr 2020, 14:44)

Tja, es ist an der Zeit, die Entwicklung der EU mit dem nachbarlichen Verhältnis Deutschlands zu Polen wieder zu betrachten.

Wir lernen derzeit, daß Polen und Deutschland wirtschaftlich und menschlich so tief verbunden sind, daß beide Seiten sich auf Ausnahmeregeln im Grenzverkehr verständigen müssen.
Wir müssen gar nichts.
Ohne polnischen Nachschub und ohne polnische Lastwagenfahrer ist die deutsche Logistik nur ein Schatten ihre selbst.
Man wird auch in anderen Staaten Lastwagenfahrer finden.
Der polnische PM Morawiecki breitet seine Gedanken zur Finanzierung der Folgelasten der Pandemie in der FAZ aus, um doch wohl deutsche Leser zu erreichen und ihnen seine polnischen Vorstellungen zu verdeutlichen.
Den Deutschland- und Merkel-Hassern der PiS-Regierung wird hierzulande hoffentlich niemand zuhören.
So berichtet das heute die Rzeczpospolita. Vor 14 Tagen hat dies der italienische PM Conte in der DIE ZEIT getan. Beide PM erhoffen offenbar von deutscher Seite die Einsicht, daß sie sich ganz erheblich im Rahmen der EU und der Eurogruppe an den Lasten beteiligen muß, um gemeinsam wieder auf einem guten Wege aus der Wirtschafts- und Finanzkrise heraus zu kommen. Ähnliche Anliegen werden auch von französischer Seite vorgetragen, allerdings mehr als Reden zum offenen Fenster hinaus. Auch die sind zu hören und zu bedenken.
Ja, wenn man einen Idioten sucht der die Rechnungen zahlt denkt man europaweit zuerst an Deutschland.
Wir Deutschen, die gibt es offenbar wirklich, sind Teil von Hoffnungen unserer europäischen Nachbarn! Wir sollten nach Kräften versuchen, diese Hoffnungen zu erfüllen.
Das werden wir hoffentlich nicht tun.
Aber wir sollten unsererseits auch Hoffnungen vortragen, die die EU zu einer Wertegemeinschaft und zu einer Wirtschafts- und Finanzgemeinschaft weiter entwickeln. Wir sind bereit, unsere Nachbarn an unseren wirtschafts- und finanzpolitischen Entscheidungen auf der Ebene der EU zu beteiligen... erwarten unsere Mitsprache aber auch in deren Angelegenheiten in gleicher Weise. Will sagen, beide Seiten verzichten auf Teile ihrer Selbstbestimmung zugunsten ihrer Mitbestimmung in Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse. Wenn im Grundsatz darüber Einigkeit besteht, dann sollten inhaltliche Gespräche im Wirtschafts- und Finanzwesen ohne Vorbehalte möglich sein. Verträge der einen Art beruhen auf Verträgen der anderen Art; so zu besiegeln und zu verkünden.
Wir sollten keine Hoffnungen vortragen sondern knallharte Forderungen stellen. Und wenn die nicht erfüllt werden muss es einen Rückbau der EU geben.
Aus meiner Sicht wäre das ein großer Schritt in die gemeinsame Zukunft im europäischen Projekt, der Opfer aller Beteiligten rechtfertigt! Damit muß dann ja noch lange nicht Schluß sein, aber ein Anfang wäre gemacht... warum nicht mit Polen, Niederlanden, Finnland, Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Griechenland und Spanien? Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen!
Nein danke, inzwischen weiß man wer uns wohlgesonnen ist und wer nicht.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon H2O » Sa 9. Mai 2020, 18:43

@ Orbiter1

An Ihnen ist ein Diplomat verloren gegangen. ;) Aber die hatten wir in genügend großer Anzahl fast zu jeder Zeit seit der Reichsgründung 1871.

Nein, ich will nicht unfair sein; auch unsere Nachbarn waren und sind damit gesegnet. Darum verhakelt sich die EU in Partikularinteressen.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 9. Mai 2020, 18:57

H2O hat geschrieben:(09 May 2020, 18:43)

@ Orbiter1

An Ihnen ist ein Diplomat verloren gegangen. ;) Aber die hatten wir in genügend großer Anzahl fast zu jeder Zeit seit der Reichsgründung 1871.

Nein, ich will nicht unfair sein; auch unsere Nachbarn waren und sind damit gesegnet. Darum verhakelt sich die EU in Partikularinteressen.
Die EU befindet sich doch bereits im Niedergang, die Corona-Pandemie wird ihn hoffentlich beschleunigen. Vielleicht kommt ja was besseres nach. Große Hoffnung habe ich da aber nicht mehr. Dann sind wir halt wieder solo unterwegs. Davon geht die Welt nicht unter.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon H2O » Sa 9. Mai 2020, 19:34

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2020, 18:57)

Die EU befindet sich doch bereits im Niedergang, die Corona-Pandemie wird ihn hoffentlich beschleunigen. Vielleicht kommt ja was besseres nach. Große Hoffnung habe ich da aber nicht mehr. Dann sind wir halt wieder solo unterwegs. Davon geht die Welt nicht unter.


Nein, die Welt geht nicht unter, aber in Europa werden wieder Schönheitswettbewerbe das Klima vergiften; es wird wieder Bündnisse geben, wie man die Schönsten in Schach hält, wirtschaftlich und politisch, man wird sich bei außereuropäischen Weltmächten andienen (das versuchen die ihrerseits ja schon jetzt mit EU-Partnern).

Was also fast 1000 Jahre währte, das wird nun konsequent wiederholt, nun global. Unser Land sreckt die Fühler nach Rußland aus, und Rußland findet das gut, weil so ein europäischer Riese in überschaubare Teile zerlegt wird. Polen wird sich in Richtung USA rückversichern, wird die US-Atomwaffen bei sich aufbewahren.

Das sind traumhafte Aussichten für die USA, Rußland, China und was sich in den kommenden 50 Jahren noch so entwickeln mag.

Sie werden verstehen, daß ich nach den Erfahrungen eines Weltkriegs keinen Bock auf eine zerfallende EU habe, die zum altbekannten innereuropäischen Konfliktgeflecht führt. Wer diese Erfahrungen und diesen Blick auf die europäische Geschichte nicht so hautnah erlebt hat, de kann sich daran freuen. Der Kummer kommt unvermeidlich später. Dann bin ich hoffentlich schon zu Staub zerfallen.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 9. Mai 2020, 20:36

An irgendeinen der Großen wird man sich wohl anlehnen müssen. Russland wäre aufgrund seines Rohstoffreichtums sicher nicht uninteressant. Auf die könnte man wohl auch noch den meisten Einfluss ausüben. Beim Bruttoinlandsprodukt sind wir mehr als doppelt so stark. Wünschen würde man sich einen demokratischen Rechtsstaat. Aber da ist die Auswahl beschränkt.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon zollagent » Mo 11. Mai 2020, 09:12

Orbiter1 hat geschrieben:(09 May 2020, 20:36)

An irgendeinen der Großen wird man sich wohl anlehnen müssen. Russland wäre aufgrund seines Rohstoffreichtums sicher nicht uninteressant. Auf die könnte man wohl auch noch den meisten Einfluss ausüben. Beim Bruttoinlandsprodukt sind wir mehr als doppelt so stark. Wünschen würde man sich einen demokratischen Rechtsstaat. Aber da ist die Auswahl beschränkt.

An Diktaturen anlehnen, sorry, dies ist eine Schnapsidee.
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Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon H2O » Sa 27. Jun 2020, 13:47

Morgen schlägt wieder einmal so etwas wie eine Schicksalsstunde für Polen.

Der seit 5 Jahren im Amt befindliche Präsident Duda kämpft um seine Wiederwahl für ein national-konservatives Polen mit stark sozialer Schlagseite. Damit hat seine Partei PiS sich viele Wählerstimmen unter den sogenannten "kleinen Leuten" erworben: 500 zł Kindergeld, 13. Monatsrente, Rente wieder mit 65. Dafür leider aber auch mehr Autorität für den Staat in Kultur und öffentlichen Medien.

Mit ihm kämpfen weitere 5 oder 6 Bewerber um die nächsten 5 Jahre im Amt... und bis jetzt sah alles ganz gut für die Wiederwahl des Präsidenten Duda im 1. Wahlgang aus. Nun hat die Pandemie aber den Wahlkampf in die Länge gezogen, einige dunkle Wolken zeigen sich über den bislang guten Wirtschaftstdaten, und der etwas zu entschiedene Umgang mit dem politischen Gegner hat zum Verzicht der etwas blaß gebliebenen bürgerlich-liberalen Gegenkandidatin Kidawa-Błońska geführt.

In diese plötzlich entstandene Lücke hat sich der Oberbürgermeister von Warschau Trzaskowski gestürzt, um mit frischen bürgerlich-liberalen Vorstellungen seinen Hauptkonkurrenten Duda zu beerben. Duda liegt weit vorn, aber eben nicht mehr mit einer absoluten Mehrheit für einen Sieg im 1. Wahlgang. Trzaskowski hat um die 30% Zustimmung... und so könnte es morgen sein, daß Trzaskowski im 2. Wahlgang viele der Stimmen erhält, die im 1. Wahlgang anderen Bewerbern zukamen.

Das sah am Anfang Mai noch nach einem Durchmarsch für Präsident Duda aus. Morgen Abend wird es also ganz spannend bei der Stimmenauszählung! Das Ergebnis strahlt auch nach Europa aus, weil die bürgerlich-liberalen Kräfte stets sehr konstruktiv an der Entwicklung der EU mitgearbeitet hatten, während die national-konservativen Kräfte eher die Fördermittel der EU im Blick hatten..
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon conscience » Sa 27. Jun 2020, 14:26

Noch ist Polen nicht verloren !! :D
Gegen Antisemitismus und Antizionismus!! Unterstützt Israel!!
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Re: Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 27. Jun 2020, 15:18

H2O hat geschrieben:(27 Jun 2020, 13:47)

Morgen schlägt wieder einmal so etwas wie eine Schicksalsstunde für Polen.
Ist das nicht etwas übertrieben? Angenommen der neue Präsident kommt nicht von der PiS, was kann er als Einzelkämpfer schon ausrichten?
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Re: Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon Alexyessin » Sa 27. Jun 2020, 16:51

Orbiter1 hat geschrieben:(27 Jun 2020, 15:18)

Ist das nicht etwas übertrieben? Angenommen der neue Präsident kommt nicht von der PiS, was kann er als Einzelkämpfer schon ausrichten?



Alleine schon das moralische Zeichen nach außen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 27. Jun 2020, 17:00

Alexyessin hat geschrieben:(27 Jun 2020, 16:51)

Alleine schon das moralische Zeichen nach außen.
Dann warten wir mal ab welche Moral die Polen nach außen zeigen.
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Re: Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon H2O » Sa 27. Jun 2020, 17:27

Orbiter1 hat geschrieben:(27 Jun 2020, 15:18)

Ist das nicht etwas übertrieben? Angenommen der neue Präsident kommt nicht von der PiS, was kann er als Einzelkämpfer schon ausrichten?


Mich als überzeugten Europäer, der auf seine alten Tage nach Polen ausgewandert ist, würde der politische Kurswechsel schon freuen, obwohl Präsident Duda in seinem persönlichen Auftritt kein "Unsympath" ist. Aber er ist in seiner Funktion doch eine Art Erfüllungsgehilfe des Eigenbrötlers Jarosław Kaczyński, der auf jeden Fall nicht auf den Tisch haut, wenn wieder einmal das Thema Reparationen gegen Deutschland auf den Tisch kommt. So viele Rote Teppiche konnte man Polen gar nicht ausrollen, etwa mit dem "Weimarer Dreieck" die EU gestalten, wie diese Nationalen stramm daran vorbei marschiert sind.

Vielleicht arbeitet ein Liberaler wie Herr Trzaskowski dann freundschaftlicher mit seinen Nachbarn zusammen. Herr Tusk hat doch als Präsident des EU-Ministerrats eine gute Arbeit abgeliefert. Und als Ministerpräsident hat er es doch verstanden, sein Land durch freundschaftliche Zusammenarbeit wirtschaftlich voran zu bringen. Das wünsche ich mir eben auch von anderen polnischen Politikern.

Ich fühle mich in meiner polnischen Umgebung sehr wohl. Armleuchter gibt es überall, auch in Polen, aber die freundlichen und hilfsbereiten Begegnungen überwiegen das bei weitem.

Weitere 5 Jahre PiS-Präsidentschaft sind weitere 5 Jahre Hängepartie für die EU und Polen... leider.
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Re: Präsidentschaftswahl in Polen

Beitragvon H2O » Mo 29. Jun 2020, 00:23

Die Präsidentschaftswahlen in Polen sind mit erfreulich hoher Wahlbeteiligung abgeschlossen worden. Erst einmal gibt es keinen strahlenden Sieger: Amtsinhaber Duda hat etwa 42% Bestätigung erhalten, sein aussichtsreichster Herausforderer Trzaskowski etwa 30 % Zustimmung.

Die Stichwahlen werden in 2 Wochen zeigen, wie weit die Polen die europakritische Haltung der PiS-Partei satt haben: "Mamy dość!" Der amtierende Präsident hatte sich ja auch nicht gerade als Freund des europäischen Projekts erwiesen. Es ist wohl doch so, daß viele Polen den verhängnisvollen Kurs der PiS ablehnen, daß sie sich als Mitglieder der europäischen Familie empfinden. Die Wahl bleibt also spannend, die Stichwahl kann ein Wendepunkt der polnischen Entwicklung sein, weg von der überwiegend nationalen Ausrichtung und hin zu mehr europäischer Zusammenarbeit. Das wäre erfreulich aus meiner Sicht.
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon Vongole » Mo 29. Jun 2020, 00:29

Ich wünsche Trzaskowski jedenfalls viel Glück für die Stichwahl!
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Re: Parlamentswahl in Polen

Beitragvon Atue001 » Mo 29. Jun 2020, 00:48

Über kurz oder lang wird sich die Politik auch Polens gegenüber der EU neu ausrichten. Durch den Brexit besteht für Polen durchaus die Möglichkeit, mit zu einem der großen Gestalter der Union zu werden. Das Interesse der Bevölkerung dazu ist ausreichend vorhanden - doe PiS wird auf Dauer sich entweder nicht an der Macht halten, oder aber (was ich für wahrscheinlicher halte) die Vorteile einer abgestimmten Europapolitik entdecken.

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