Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon imp » So 24. Mai 2020, 18:02

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 May 2020, 17:54)

Ja ist klar Zwangs- und Kinderprostitution sind verwerflich ( wie Kinderarbeit auch) nur bin ich gegen ein generelles Verbot von Prostitution die Emtkriminalisierung und nicht kriminalisieren und verbieten, dass wäre der wohl bessere Weg

Die Verschleppung von Erwachsenen, Heranwachsenden und zuweilen auch Kindern aus dem Ausland in die Zwangsprostitution ist skandalös. Sie ist Anlass zu entsprechenden Bemühungen aller möglicher Behörden. Sie ist hingegen kein Anlass für ein überbordendes Grenzregime oder Einreiseverbote. Wir verbieten auch nicht Motorräder, obwohl einige Motorradclubs eine gewisse Rolle in dem Milieu spielen könnten. Wir verbieten auch nicht generell die bezahlte Sexarbeit. So, wie wir wegen mieser Hygiene im Restaurant zwar die Aufsichtsbehörden einschalten, aber nicht generell die Gastronomie verbieten.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Alpha Centauri » So 24. Mai 2020, 18:04

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 17:48)

Ich denke auch, dass das eher ein Profilierungsthema bleiben wird. Wem ist damit gedient, wenn man die Kunden zum lügen und verschweigen drängt, die Anbieter verunsichert und Ärzte, Psychologen usw in eine schwierige Lage bringt? Mal abgesehen von Fragen wie Steuer und Sozialversicherung.


Ja denke ich auch da hat da Virus den Vorwand zu geliefert, zumal auch völlig unklar ist was mit Sexarbeiterinnen bei einem Verbot geschehen soll die dann ihre Einkommrnsquelle verlieren würde die meisten sin zumal ohne Ausbildung ,sprechen gar nicht oder kaum deutsch , Hartz4 dass ist so überbürokratisierten dass das viele Frauen eher abschrecken dürfte erst recht wenn dann die Familie im Heimatlsnd rasch auf Geldüberweisung angewiesen ist , und in anderen Niedriglohnjobd ohne besonders hohe Qualifizierung verdient man oft auch nicht mehr oder sogar noch weniger als im Sexgewerbe , für Frauen ohne Rücklagen auch wenig attraktiv und erstrebenswert .
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am So 24. Mai 2020, 18:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Alpha Centauri » So 24. Mai 2020, 18:06

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 18:02)

Die Verschleppung von Erwachsenen, Heranwachsenden und zuweilen auch Kindern aus dem Ausland in die Zwangsprostitution ist skandalös. Sie ist Anlass zu entsprechenden Bemühungen aller möglicher Behörden. Sie ist hingegen kein Anlass für ein überbordendes Grenzregime oder Einreiseverbote. Wir verbieten auch nicht Motorräder, obwohl einige Motorradclubs eine gewisse Rolle in dem Milieu spielen könnten. Wir verbieten auch nicht generell die bezahlte Sexarbeit. So, wie wir wegen mieser Hygiene im Restaurant zwar die Aufsichtsbehörden einschalten, aber nicht generell die Gastronomie verbieten.



So ist es ein guter Vergleich die Gastronomie, ist alles kein Grund für ein generelles Verbot.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Selina » So 24. Mai 2020, 18:06

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 May 2020, 17:54)

Ja ist klar Zwangs- und Kinderprostitution sind verwerflich ( wie Kinderarbeit auch) nur bin ich gegen ein generelles Verbot von Prostitution die Emtkriminalisierung und nicht kriminalisieren und verbieten, dass wäre der wohl bessere Weg


Entkriminalisierung ist erstmal die allererste Aufgabe, ja. Aber in späteren Schritten unter anderen politischen Verhältnissen sollte man überlegen, ob Prostitution generell noch nötig ist. So mal rein theoretisch: Stell dir mal 1000 Prostituierte vor, denen man sagen würde, sie könnten demnächst allesamt in einem anderen Job gutes und auskömmliches Geld verdienen und das auf unkomplizierte Weise (also nur mit kurzen praktikablen Umschulungen), was glaubst du wohl, wie viele von denen würden wohl freiwillig in der Prostitution bleiben?
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Selina » So 24. Mai 2020, 18:10

Also über Zwangs- und Kinder-Prostitution müssen wir hier ja nicht reden. Dass die verboten und illegal ist und bestraft gehört, dürfte ja nun Konsens sein.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:15

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 May 2020, 16:59)
und die andere verschaffen sich dann mit Gewalt den Sex denn sie brauchen, wollen wir so eine Gesellschaft tatsächlich haben?

Sorry, nein, das ist nicht der Fall, ansonsten hätten die Feministinnen ja recht, wenn sie sagen, jeder Mann wäre ein potentieller Vergewaltiger und gehört damit weg gesperrt.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon imp » So 24. Mai 2020, 18:17

Selina hat geschrieben:(24 May 2020, 18:06)

Entkriminalisierung ist erstmal die allererste Aufgabe, ja. Aber in späteren Schritten unter anderen politischen Verhältnissen sollte man überlegen, ob Prostitution generell noch nötig ist. So mal rein theoretisch: Stell dir mal 1000 Prostituierte vor, denen man sagen würde, sie könnten demnächst allesamt in einem anderen Job gutes und auskömmliches Geld verdienen und das auf unkomplizierte Weise (also nur mit kurzen praktikablen Umschulungen), was glaubst du wohl, wie viele von denen würden wohl freiwillig in der Prostitution bleiben?

Das ist dann eine Frage der Preise. Die mehr oder minder große Lust von Männern und Frauen auf Sex und Varianten, die sie zuhause nicht bekommen können, das hört ja nicht auf. Bei den Grünen gab es schon die Frage, ob Sexualassistenz möglicherweise eine Leistung der Krankenversicherung sein könnte.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:18

Und die Argumentation, das verlagert sich dann nur, hat auch ein Geschmäckle. Damit würde man auch keine Sklavenarbeit legalisieren, auch wenn es die de facto hier gibt.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon imp » So 24. Mai 2020, 18:22

Umetarek hat geschrieben:(24 May 2020, 18:18)

Und die Argumentation, das verlagert sich dann nur, hat auch ein Geschmäckle. Damit würde man auch keine Sklavenarbeit legalisieren, auch wenn es die de facto hier gibt.

Es gibt auch Leute, die von Verboten abgeschreckt werden - Anbieter und Nachfrager. Besonders die, die ihre Alternativen leicht finden. Ob das aber das angestrebte Ergebnis ist?
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:26

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 18:22)

Es gibt auch Leute, die von Verboten abgeschreckt werden - Anbieter und Nachfrager. Besonders die, die ihre Alternativen leicht finden. Ob das aber das angestrebte Ergebnis ist?

Ich bin mir über das angestrebte Ergebnis nicht ganz im Klaren, auch ich persönlich nicht, aber ich weiß genau, dass ich nicht will, dass meine Tochter sich prostituiert und das aus Gründen und ich möchte den hier sehen, der sagt wieso, ist doch ein toller Job.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Vongole » So 24. Mai 2020, 18:27

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 18:22)

Es gibt auch Leute, die von Verboten abgeschreckt werden - Anbieter und Nachfrager. Besonders die, die ihre Alternativen leicht finden. Ob das aber das angestrebte Ergebnis ist?

DAs angestrebte Ergebnis wäre m.E., aus Prostitution ein Arbeitsverhältnis wie jedes andere zu machen, angestellt oder selbstständig, ohne "Subunternehmer" und unter ständiger Überwachung dieser Regeln.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Selina » So 24. Mai 2020, 18:29

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 18:17)

Das ist dann eine Frage der Preise. Die mehr oder minder große Lust von Männern und Frauen auf Sex und Varianten, die sie zuhause nicht bekommen können, das hört ja nicht auf. Bei den Grünen gab es schon die Frage, ob Sexualassistenz möglicherweise eine Leistung der Krankenversicherung sein könnte.


Ist es schon... unter bestimmten Voraussetzungen. Hab ne Doku gesehen, wo eine Frau über ihre auf Krankenschein verordnete Sex-Arbeit mit ihren Klienten sprach. Natürlich anonymisiert.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Selina » So 24. Mai 2020, 18:33

Umetarek hat geschrieben:(24 May 2020, 18:15)

Sorry, nein, das ist nicht der Fall, ansonsten hätten die Feministinnen ja recht, wenn sie sagen, jeder Mann wäre ein potentieller Vergewaltiger und gehört damit weg gesperrt.


Sorry, ich kenne keine einzige Feministin (Feminist kann man im Übrigen auch als Mann sein), die solche mittelalterlichen Theorien vertritt.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:34

Selina hat geschrieben:(24 May 2020, 18:33)

Sorry, ich kenne keine einzige Feministin (Feminist kann man im Übrigen auch als Mann sein), die solche mittelalterlichen Theorien vertritt.

Doch das gabs mal und es war die direkte Reaktion auf so Sprüche.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon imp » So 24. Mai 2020, 18:36

Umetarek hat geschrieben:(24 May 2020, 18:26)

Ich bin mir über das angestrebte Ergebnis nicht ganz im Klaren, auch ich persönlich nicht, aber ich weiß genau, dass ich nicht will, dass meine Tochter sich prostituiert und das aus Gründen und ich möchte den hier sehen, der sagt wieso, ist doch ein toller Job.

Das verstehe ich sehr gut. Ich denke, die meisten wünschen sich für ihre Töchter und Söhne nicht ausgerechnet das. Ich bin mit meiner Meinungsbildung auch längst nicht am Ende. Kürzlich hatte ich nach langem mal wieder ein Gespräch mit einer Bekannten, die in dem Bereich forscht und publiziert. Einige ihrer Gedanken waren ziemlich gewöhnungsbedürftig und herausfordernd. Die meisten hier sind mit dem Thema konfrontiert, ohne uns selbst näher auszukennen und ohne die Thesen und Forderungen einzelner Akteure gut einordnen zu können. Ich jedenfalls auch.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:41

imp hat geschrieben:(24 May 2020, 18:36)

Das verstehe ich sehr gut. Ich denke, die meisten wünschen sich für ihre Töchter und Söhne nicht ausgerechnet das. Ich bin mit meiner Meinungsbildung auch längst nicht am Ende. Kürzlich hatte ich nach langem mal wieder ein Gespräch mit einer Bekannten, die in dem Bereich forscht und publiziert. Einige ihrer Gedanken waren ziemlich gewöhnungsbedürftig und herausfordernd. Die meisten hier sind mit dem Thema konfrontiert, ohne uns selbst näher auszukennen und ohne die Thesen und Forderungen einzelner Akteure gut einordnen zu können. Ich jedenfalls auch.

Also von außen hat das mehr so das Gefühl, jetzt issie schon Junkie, dann muß man das nicht auch noch kriminalisieren.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Alpha Centauri » So 24. Mai 2020, 18:48

Umetarek hat geschrieben:(24 May 2020, 18:26)

Ich bin mir über das angestrebte Ergebnis nicht ganz im Klaren, auch ich persönlich nicht, aber ich weiß genau, dass ich nicht will, dass meine Tochter sich prostituiert und das aus Gründen und ich möchte den hier sehen, der sagt wieso, ist doch ein toller Job.


Und selbst wenn ist nicht entscheidener was deine Tochter will wen sie es freiwillig machen würde und weil sie es mag gegen Geld Sex mit Männern zu haben anstatt was du für deine Tochter wollen würdest? Es ist bzw wäre ihr Leben und ihre Entscheidung.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Umetarek » So 24. Mai 2020, 18:51

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 May 2020, 18:48)

Und selbst wenn ist nicht entscheidener was deine Tochter will wen sie es freiwillig machen würde und weil sie es mag gegen Geld Sex mit Männern zu haben anstatt was du für deine Tochter wollen würdest? Es ist bzw wäre ihr Leben und ihre Entscheidung.

Ungefähr so freiwillig, wie man Junkie wird. Man rutscht rein und kommt nicht mehr raus. Und dann ist man als Elternteil auch noch mitschuldig, weil mans vergeigt hat.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon Selina » So 24. Mai 2020, 19:01

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 May 2020, 18:48)

Und selbst wenn ist nicht entscheidener was deine Tochter will wen sie es freiwillig machen würde und weil sie es mag gegen Geld Sex mit Männern zu haben anstatt was du für deine Tochter wollen würdest? Es ist bzw wäre ihr Leben und ihre Entscheidung.


Noch mal: Es gibt keine Frauen, die es mögen,"gegen Geld Sex mit Männern zu haben". Das ist eine reine Männerfantasie. Das sind Männerwünsche. Eine reine Kopfsache. Von 100 Prostituierten ist es vielleicht eine einzige, die es aus so einem Grund tut. Wenn überhaupt.
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Re: Der Streit im feministischen Lager: Verbot der Prostitution

Beitragvon imp » So 24. Mai 2020, 19:17

Umetarek hat geschrieben:(24 May 2020, 18:41)

Also von außen hat das mehr so das Gefühl, jetzt issie schon Junkie, dann muß man das nicht auch noch kriminalisieren.

Ich schaue auch von außen. Junkie ist ein Begriff, den ich mit Drogenabhängigkeit verbinde - mit einem Konsum, über den man nicht mehr ausreichend selbst die Kontrolle hat. Ich weiß nicht, ob man das heranziehen kann. Viele Prostituierte, hört man, haben Probleme mit Suchtmitteln. Meistens mit illegalen. Das Drogenthema möchte ich an dieser Stelle nicht weiter aufmachen.
Ich bin generell nicht der Meinung, dass all die Pillen frei verkäuflich sein sollten. Für Suchtprobleme muss es Therapieangebote geben. Für die Wahl eines Berufs oder Gelegenheits-Nebengewerbes kann man das so nicht sagen. Vorschriften sollen hier Gefährdungen für sich selbst und andere vermeiden.

Gehen wir aber davon aus, jemand ist in der Sexarbeit wegen des Geldbedarfs seiner Spiel- oder Pillensucht. Welche Vorteile und Nachteile bietet da die Kriminalisierung?

Bei der Sucht, in die man als Heranwachsender oder Erwachsener hereingerät, können die Eltern meist wenig dazu. Sie können es höchstens bemerken, ansprechen und - bei entsprechender eigener Bemühung - unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen. Mehr Möglichkeiten hat man nicht, wenn überhaupt. Die Vorwürfe macht man sich wahrscheinlich trotzdem.

Wenn das Kind aber in der Prostitution ist und damit aufhören möchte, dann ist wohl ein gesellschaftliches Umfeld hilfreich, in dem so eine Vorgeschichte erstens privat bleiben kann und zweitens im Fall des Falles möglichst wenig Stigmatisierung, Unverständnis, verschlossene Türen bedeutet. Wo man mit dem Arzt oder Psychologen unbesorgt reden kann. Wo es keine Gefahr gibt, durch Missgeschicke oder bösen Willen in irgendwelchen Ämtern "geoutet" zu werden.
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