Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon yogi61 » Mi 20. Mai 2020, 17:43

Offenbar gibt es jetzt eine Einigung mit der Lufthansa zu deren Rettung.

Die Spitzen der Bundesregierung haben sich geeinigt, wie der Staat bei der Lufthansa einsteigen soll. Nach SPIEGEL-Informationen ist ein Vertreter des Bundes auf dem Weg nach Frankfurt, um den Deal mit der kränkelnden Airline zu schließen.

Die Einigung soll vorsehen, dass der Bund sich mit 25 Prozent plus einer Aktie an der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Airline beteiligt und ihr darüber hinaus weiteres Kapital bereitstellt. Zwei Aufsichtsräte sollen demnach von der Bundesregierung besetzt werden. Insgesamt dürfte sich die Beteiligung auf neun Milliarden Euro addieren.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... 74d376107b
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Skull » Mi 20. Mai 2020, 17:57

yogi61 hat geschrieben:(20 May 2020, 17:43)

Die Einigung soll vorsehen, dass der Bund sich mit 25 Prozent plus einer Aktie an der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Airline beteiligt und ihr darüber hinaus weiteres Kapital bereitstellt. Zwei Aufsichtsräte sollen demnach von der Bundesregierung besetzt werden. Insgesamt dürfte sich die Beteiligung auf neun Milliarden Euro addieren.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unter ... 74d376107b

Finde ich jut. :thumbup:

Skull hat geschrieben:(12 May 2020, 13:52)

Der Vorstand will gerne „autonomer“ agieren. Es ist natürlich ein Unterschied,
ob da ein 25 Prozent Anteilseigner seiner Stimme erheben kann oder viele Kleinaktionäre,
die ihr Stimmrecht kaum wahrnehmen.

Und selbiges gilt natürlich für die Gewerkschaft. Man stelle sich vor,
dass dann ein Anteilseigner Bundesrepublik im Vorfeld von Arbeitskämpfen
innerhalb der Gremien schon Einfluss nimmt. Vermittelt oder zur Ordnung aufrufen könnte.

Dann sind diese langen, lauten und Machtarbeitkämpfe schwerer möglich.
Weil das KONFLIKTPOTENTIAL dann geringer sein könnte.

Am besten ist doch wenn Angestellte (Vorstand einerseits und Arbeitnehmer durch Gewerkschaften anderseits)
ihr eigenes Ding machen. Für die Angestellten natürlich. Oder nicht ? :?: Ohne lästige (Neu) Eigentümer.

Sehe aber beide Seiten der Kritik nicht als (Gegen) „Argumente“ zu meinem Posting.

Wer RISIKO übernimmt, sollte auch entsprechende RECHTE übernehmen.

mfg
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon yogi61 » Do 21. Mai 2020, 13:02

Skull hat geschrieben:(20 May 2020, 17:57)

Finde ich jut. :thumbup:


mfg



Im Gegenzug für das Steuergeld darf die Lufthansa keine Dividende zahlen. Auch bei der Bezahlung des Managements soll es Beschränkungen geben und die Bundesregierung bekommt wie erwartet zwei Sitze im Aufsichtsrat.

und Deutschland first.

https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... ngung.html
Zuletzt geändert von yogi61 am Do 21. Mai 2020, 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon yogi61 » Do 21. Mai 2020, 13:19

Hoffnung für die Zocker. :s

Hamburg (dpa/lno) - Eine Hamburger Spielhallenbetreiberin hat mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Hamburg Erfolg gehabt und darf wieder öffnen, falls die Entscheidung von der nächsten Instanz bestätigt werden sollte. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass die Verordnung des Senats zur Eindämmung des Coronavirus dem Betrieb der Spielhalle mit höchstens acht Besuchern und einem Hygienekonzept nicht entgegensteht (Az: 3 E 2054/20), teilte das Gericht am Donnerstag in der Hansestadt mit. Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, wenn alle Spielhallen geschlossen bleiben müssten, während gleichzeitig die gastronomischen Betriebe öffnen dürften.

https://www.hamburg.de/nachrichten-hamb ... chteiligt/
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 21. Mai 2020, 15:29

yogi61 hat geschrieben:(21 May 2020, 13:02)

m Gegenzug für das Steuergeld darf die Lufthansa keine Dividende zahlen. Auch bei der Bezahlung des Managements soll es Beschränkungen geben und die Bundesregierung bekommt wie erwartet zwei Sitze im Aufsichtsrat.

und Deutschland first.

https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... ngung.html


Das ist der Plan. Aber tatsächlich entscheidet darüber die Hauptversammlung. Auch über die Sitze im Aufsichtsrat. Aber es wird wohl so kommen, denn die Alternative ist nicht wirklich attraktiv.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 15:44

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(21 May 2020, 15:29)

Das ist der Plan. Aber tatsächlich entscheidet darüber die Hauptversammlung. Auch über die Sitze im Aufsichtsrat. Aber es wird wohl so kommen, denn die Alternative ist nicht wirklich attraktiv.


Die Alternative zu 20% Einstieg und 5% Wandelanleihe durch den Staat heißt Insolvenz in Eigenverwaltung.
Insofern ist Ersteres vorzuziehen. Es müssen zwei Sitze im Aufsichtsrat sein, damit nicht nur die Union, sondern auch die SPD ein lukratives Pöstchen verteilen kann. Wir werden sehen, welche fachferne Flachpfeife dort installiert wird.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 15:51

Skull hat geschrieben:(20 May 2020, 17:57)

Finde ich jut. :thumbup:


mfg


Mit wieviel % ist der Staat jetzt an TUI beteiligt?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Orbiter1 » Do 21. Mai 2020, 16:08

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 15:51)

Mit wieviel % ist der Staat jetzt an TUI beteiligt?
Mit Null Prozent.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 16:34

Orbiter1 hat geschrieben:(21 May 2020, 16:08)

Mit Null Prozent.


Eigenartig..
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Mendoza » Do 21. Mai 2020, 16:51

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 16:34)

Eigenartig..


Es ging zuletzt um die Lufthansa. Wie kommst du jetzt auf TUI?
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 18:14

Mendoza hat geschrieben:(21 May 2020, 16:51)

Es ging zuletzt um die Lufthansa. Wie kommst du jetzt auf TUI?


Weil auch TUI in Milliardenhöhe vom Staat gestützt wird, allerdings ohne dieselben Konditionen.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Skull » Do 21. Mai 2020, 19:18

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 15:51)

Mit wieviel % ist der Staat jetzt an TUI beteiligt?

Keine Ahnung. Knapp null ?

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 18:14)

Weil auch TUI in Milliardenhöhe vom Staat gestützt wird, allerdings ohne dieselben Konditionen.

Wäre dort auch eine Option. Warum auch nicht...

Bei der TUI geht es „nur“ um knapp 2 Milliarden. Bei der Lufthansa dagegen eher um 9 - 10 Milliarden.

Inhaltlich, volkswirtschaftlich...bei der Lufthansa geht es um DIE deutsche Airline.
Bei TUI dagegen „nur“ um einen (von vielen) Touristikkonzernen.

Ich kann da durchaus nachvollziehen, welche Rettung da „wichtiger“ erscheint.

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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 19:35

Skull hat geschrieben:(21 May 2020, 19:18)

Keine Ahnung. Knapp null ?


Wäre dort auch eine Option.

Bei der TUI geht es „nur“ um knapp 2 Milliarden. Bei der Lufthansa dagegen eher um 9 - 10 Milliarden.

Inhaltlich, volkswirtschaftlich...bei der Lufthansa geht es um DIE deutsche Airline.
Bei TUI dagegen „nur“ um einen (von vielen) Touristikkonzernen.

Ich kann da durchaus nachvollziehen, welche Rettung da „wichtiger“ erscheint.

mfg


Wir werden hier zwar schwerlich einig werden, aber das staatliche Gezeter um die Intensität des staatlichen Mitspracherechts ist für mich, als sog staatlich gebranntes Kind, schlichtweg widerwärtig und inakzeptabel.

TUI besitzt eine Flotte von 40 Flugzeugen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass im Zuge der Hilfe auch dort von Mitspracherecht und von Forderungen, wie “emissionsarmer fliegen“ je die Rede war.
Versteh mich nicht falsch, ich gönne TUI jeden Cent, der zur Rettung benötigt wird und TUI sollte als weltgrößter Reisekonzern jede Unterstützung zum Erhalt bekommen. Mich regt nur dieses Messen mit zweierlei Maß auf.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Skull » Do 21. Mai 2020, 19:39

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 19:35)

...schlichtweg widerwärtig und inakzeptabel.

So eine Wortwahl...halte ich... für überzogen.

Natürlich kann man darüber unterschiedlicher Meinung sein, wann, wie und ob der Staat Hilfen mit Einfluss verknüpft.

Wann und ob dieser Einfluss negative Impacts haben wird.

Bei der Commerzbank konnte ich das (bisher) noch nicht sehen.

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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon JJazzGold » Do 21. Mai 2020, 19:50

Skull hat geschrieben:(21 May 2020, 19:39)

So eine Wortwahl...halte ich... für überzogen.

Natürlich kann man darüber unterschiedlicher Meinung sein, wann, wie und ob der Staat Hilfen mit Einfluss verknüpft.

Wann und ob dieser Einfluss negative Impacts haben wird.

Bei der Commerzbank konnte ich das (bisher) noch nicht sehen.

mfg


Was für dich als Externer überzogen klingt, sind für mich als Interne Emotionen, die ich mir angesichts der staatlichen Debakel im Laufe der Jahrzente, getoppt durch die verursachte Insolvenz des SPD Zockers Ruhnau, zubillige.
Es ist für uns “Alte“ nur schwer zu ertragen, dass der Staat, heute schwarz-rot, morgen evtl schwarz-grün oder rrg durch Corona wieder in die Lage versetzt wird, mitzuentscheiden, allerdings nur bei uns und nicht bei anderen Firmen und Konzernen.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Skull » Do 21. Mai 2020, 20:59

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 19:50)

Was für dich als Externer überzogen klingt...

[…]

Es ist für uns “Alte“ nur schwer zu ertragen, dass der Staat, heute schwarz-rot, morgen evtl schwarz-grün
oder rrg durch Corona wieder in die Lage versetzt wird, mitzuentscheiden,
allerdings nur bei uns und nicht bei anderen Firmen und Konzernen.

Ich sehe das nicht so schwarz.

Faule Äpfel gibt es überall. Auch mache ich da Unterschiede. Damals...heute.
Der Wunsch und die „Kultur“ damals, als Politiker von „allem“ Ahnung zu haben.

Zwischen mitentscheiden und echten Einfluss nehmen, sehe ich immer noch Unterschiede.
Ob der Staat als Miteigentümer und Investor (temporär) tätig wird oder als Hauptentscheider und Möchtegern-Unternehmer.

Ich nehme gerne das Beispiel der West-LB auf. Der Staat als Möchtegernunternehmer und sein Einfluss.
Nein, so etwas schwebt mir bestimmt nicht vor. Wirst Du aber wohl vorher gewusst haben.

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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Calvadorius » Fr 22. Mai 2020, 00:23

JJazzGold hat geschrieben:(21 May 2020, 19:50)

Was für dich als Externer überzogen klingt, sind für mich als Interne Emotionen, die ich mir angesichts der staatlichen Debakel im Laufe der Jahrzente, getoppt durch die verursachte Insolvenz des SPD Zockers Ruhnau, zubillige.
Es ist für uns “Alte“ nur schwer zu ertragen, dass der Staat, heute schwarz-rot, morgen evtl schwarz-grün oder rrg durch Corona wieder in die Lage versetzt wird, mitzuentscheiden, allerdings nur bei uns und nicht bei anderen Firmen und Konzernen.


Dreh die Sicht mal um.
Der Steuerzahler soll rund 10 Mrd. € für die Rettung der Lufthansa ausgeben.
Das ist eine Stange Geld.

Würde ich mir bloß eine Aktie der Lufthansa kaufen (aktuell 8,35 € pro Aktie), hätte ich tatsächlich schon ein Stimmrecht.

Wieviele Aktien sind von der Lufthansa im Umlauf?
Aktuell sind nichtmal 500 Mio LH-Aktien "unterwegs" (ausgegeben).
Genau: 478.190.000

10.000.000.000 € : (aktuell) 8,35€ (je Aktie) = 1.197.604.790 Anteile.

Dh. also der Steuerzahler soll mehr als das Doppelte des Firmenwerts einfach mal so hinlegen.

OK, es gibt auch nicht stimmberechtigte Anteile (bei der Lufthansa auch? (das weiß ich jetzt echt nicht.)).
Aber wurscht: tun wir mal so als gäbe es die (nur für Spaß: 1:1), und teilen wir die gleichmäßig auf stimmberechtigte und nicht ~ Anteile auf (für Dummies: wir teilen schlicht durch Zwei).

Bleiben also knapp 600 Mio. stimmberechtigte Anteile.
(Mein Telefon sagt: 598.802.395kommanochwas)
Das ist immer noch deutlich mehr als überhaupt an Anteilen der LH gehandelt werden.

Wie bitte soll der Staat als Verwalter öffentlichen Vermögens diesen Verzicht rechtfertigen?
Und er muß sich -bitteschön- nicht vor der "Lufthansa" rechtfertigen, sondern vor dem Steuerzahler.
Zuletzt geändert von Calvadorius am Fr 22. Mai 2020, 00:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Sören74 » Fr 22. Mai 2020, 00:41

Calvadorius hat geschrieben:(22 May 2020, 00:23)

Wie bitte soll der Staat als Verwalter öffentlichen Vermögens diesen Verzicht rechtfertigen?
Und er muß sich nicht vor der "Lufthansa" rechtfertigen, sondern vor dem Steuerzahler.


Ganz allgemein gesprochen, der Staat beteiligt sich an der Lufthansa, weil sie deren Wert höher als nur das reine Aktienvolumen einschätzt. Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft. Wenn sie nicht mehr existiert, dann sind wir als deutsche Kunden auf das angewiesen, was an Flügen andere Fluglinien anbieten.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Calvadorius » Fr 22. Mai 2020, 00:49

Sören74 hat geschrieben:(22 May 2020, 00:41)

Ganz allgemein gesprochen, der Staat beteiligt sich an der Lufthansa, weil sie deren Wert höher als nur das reine Aktienvolumen einschätzt. Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft. Wenn sie nicht mehr existiert, dann sind wir als deutsche Kunden auf das angewiesen, was an Flügen andere Fluglinien anbieten.


Wir reden vom Zweieinhalbfachen des aktuellen Wertes.

Ich (persönlich) würde es Niemandem krumm nehmen, bei einem solchen Faktor tatsächlich über die Notwendigkeit einer bedingungslosen Rettung nachzudeken.
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Re: Negative und positive wirtschaftliche Folgen von Corona

Beitragvon Orbiter1 » Fr 22. Mai 2020, 06:00

Calvadorius hat geschrieben:(22 May 2020, 00:23)

Dreh die Sicht mal um.
Der Steuerzahler soll rund 10 Mrd. € für die Rettung der Lufthansa ausgeben.
Das ist eine Stange Geld.

Würde ich mir bloß eine Aktie der Lufthansa kaufen (aktuell 8,35 € pro Aktie), hätte ich tatsächlich schon ein Stimmrecht.

Wieviele Aktien sind von der Lufthansa im Umlauf?
Aktuell sind nichtmal 500 Mio LH-Aktien "unterwegs" (ausgegeben).
Genau: 478.190.000

10.000.000.000 € : (aktuell) 8,35€ (je Aktie) = 1.197.604.790 Anteile.

Dh. also der Steuerzahler soll mehr als das Doppelte des Firmenwerts einfach mal so hinlegen.
Naja, wenn 99% der Flugzeuge nicht mehr abheben dürfen sinkt verständlicherweise der Aktienkurs und damit der Firmenwert. Die Lufthansa hatte letztes Jahr einen Umsatz von über 36 Mrd €. Da entsprechen die 10 Mrd € des Rettungspakets gerade mal dem Umsatz von etwas mehr als 3 Monaten. Weltweit werden bisher wirtschaftlich gesunde Fluggesellschaften gerettet. Air France/KLM im benachbarten Frankreich z. B. ebenfalls mit 10 Mrd €. Die US-Fluggesellschaften haben bereits vor über 1 Monat ohne große Verhandlungen 25 Mrd $ von der Regierung erhalten um erstmal weitermachen zu können.

... Wie bitte soll der Staat als Verwalter öffentlichen Vermögens diesen Verzicht rechtfertigen?
Und er muß sich -bitteschön- nicht vor der "Lufthansa" rechtfertigen, sondern vor dem Steuerzahler.
Eine große Fluggesellschaft im eigenen Land ist für einen Staat ein strategisch wichtiges Unternehmen. Z. B. wenn es wie geschehen erforderlich ist kurzfristig mehrere 100.000 Staatsbürger aus der ganzen Welt zurückzuholen. Die Lufthansa ist auch Dienstleister für die Bundeswehr, müsste im Ernstfall das Militär logistisch unterstützen. Usw.

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