Mentalitätsunterschiede in Deutschland

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3x schwarzer Kater
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 3. Dez 2019, 23:50

Moses hat geschrieben:(03 Dec 2019, 19:14)

ich versteh nur nicht, wie man trotz des Wissens um eine Unmöglichkeit wegen fehlender Mehrheiten, an diesen "demokratischen Sozialismus" glauben kann (es ist doch keine Religion).


Drücken wir es mal so aus. Nur ein Idiot würde 5x mit dem Kopf gegen die Wand rennen um sicher zu sein, dass es weh tut. Bei unseren sozialistischen Freunden reicht 5x anscheinend nicht.
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Teeernte
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Teeernte » Mi 4. Dez 2019, 00:02

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(03 Dec 2019, 23:50)

Drücken wir es mal so aus. Nur ein Idiot würde 5x mit dem Kopf gegen die Wand rennen um sicher zu sein, dass es weh tut. Bei unseren sozialistischen Freunden reicht 5x anscheinend nicht.


Es ist das SELBE - davon auszugehen den demokratischen Sozialismus aufzubauen - der in der MEHRHEIT auf "gute Menschen" setzt -
also - genau dass - was man im MOMENT im Westen als MEHRHEIT propagiert.

Mann® arbeitet ja für die GEMEINSCHAFT...und die WELTÖKOLOGIE. Garnicht für den eigenen Bedarf----eher für noch mehr Flüchtlinge und gern geben WIR das letzte HEMD für noch ein Windrad !! :D :D :D

---------------------------------

Der demokratische Sozialismus lässt sich LEIDER mit dem VORHANDENEN "Material" nicht aufbauen.
....Eigennützigen Leuten - die nur schauen - dass sich LEISTUNG wieder LOHNEN muss.... (...also mit Ossis wird das nichts...)

Vielleicht wird das mit den "guten" Leuten im Westen.
:thumbup:
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Agesilaos Megas
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Agesilaos Megas » Mi 4. Dez 2019, 05:50

Selina hat geschrieben:(03 Dec 2019, 18:38)

Einen demokratischen Sozialismus gab es ja noch nie zuvor. Also kannst du davon auch nichts gesehen haben. Und kein Mensch sagt, dass es leicht ist, ihn zu machen, oder dass es hundertpro gelingen könnte. Das sind einfach nur Überlegungen. Und ja, auch das hab ich nie bestritten: Für solche Ziele gab und gibt es kein Mehrheiten. Sie werden aber diskutiert unter Linken, einigen Grünen und einigen Sozialdemokraten.


Heia, Selina! Ach, was wissen denn die Foristae schon. Angestaubte Menschlein, die auf ihr kleines Leben zurückschauen und ohne Zweifel Regeln aus der wenigen Lebenszeit ziehen wollen, fest daran glaubend, die Welt habe Ordnung und Ziel. Die Welt ist aber pures Chaos. Es gibt für nichts irgendeine Garantie. Und die Maßstäbe, die man jetzt an den Sozialismus anlegt, gelten natürlich auch für den Kapitalismus. Auch der Kapitalismus entstand aus dem Chaos und scheiterte an vielen Stellen, bis er die Gesellschaft beeinflussen konnte. Von der Feudalgesellschaft bis zum Frühkapitalismus vergingen glatt einmal 400 Jahre. Auch der Kapitalismus ist an bestimmte Ereignisse geknüpft, die, wenn sie ihre Bedeutung verlieren, auch den Kapitalismus als solches beeinträchtigen können.
Ach, und auch beim Thema "demokratisch" legt man gerne lockere Zügel an, wenn es um die Ehre des Kapitalismus geht: Der real existierende Kapitalismus konnte sich auch niemals "demokratischer Kapitalismus" nennen, ohne dass dieses Experiment in Oligarchien, Corporationismen etc. gerrutscht wäre, weshalb der Begriff selbst schon historisch ist. Die stabilen Demokratien, die den Kapitalismus haben, kamen allesamt nicht umhin, sozialistische Ideen zu implementieren, um die negativen Auswirkungen des Kapitalismus einzudämmen: Sozialisten sind in allen Parlamenten und regieren mit, nur so überleben die Demokratien überhaupt noch. Und das ist das eigentliche Problem. Ökonomische Systeme erfüllen ihren Zweck in einem Kontext, da von Menschen gemacht, schlägst Du aber eine neue Seite im Buch "Welt" auf, kannst Du jederzeit ein neues Kapitel erreichen. Der Leninismus hatte das Potential, postmonarchische und postkoloniale Agrarstaaten in die Industrialisierung zu führen. Was aber danach? Der Kapitalismus hat das Potential, Wachstum nach Südamerika, Afrika und Asien zu bringen. Was aber danach? Alles weiter so? Keine Veränderung? Und was, wenn? Genau das ist das Problem. Die Arroganz führt immer zur Ignoranz. Was macht dann die BeNaZ, die beste Nation aller Zeiten? Sich unter einer braunen Adenauer-Decke in kitschige westdeutsche Träume verkriechen? Den Hymnus auf die glorreiche und immer wachsende BRD singen? Ein Monument für Kohl, Schreiber und Schäuble - einen goldenen Aktenkoffer - auf den Platz des himmlischen Wohlstands setzen? Den Lucke-Sparbrief- und VW-Abgaszwang einführen? "Made in Germany" verziert auf alle Grundsicherungsbescheide und Hartz-Sanktionen drucken? tempus fugit.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Moses » Mi 4. Dez 2019, 08:17

Was der User Agesilaos Megas sehr gut beschrieben hat, die demokratischen Staaten mit marktwirtschaftlichem Wirtschaftssystem sind und waren immer in der Lage auf Veränderungen zu reagieren, waren in der Lage negative Auswüchse des Wirtschaftssystems abzufedern und u.a. eine soziale Marktwirtschaft auszugestalten. Auch heute zeigt sich, dass die Demokratien in der Lage sind auf aktuelle Probleme zu reagieren. Dass die Reaktionen in einer Demokratie immer mit langen Vorlaufzeiten und fast nie in einer 100% Umsetzung sondern fast immer in Kompromissen geschehen ist vielleicht nicht optimal aber immer noch besser als diktatorisch durchgewunken.
Es gibt (so weit ich das sehen kann) weltweit nur ein sozialistisches Experiment, dass tatsächlich eine gewisse Reaktionsfähigkeit zeigte und den Versuch gestartet hat ein Stückweit Markt in sein Konzept zu implementieren. China, zur Zeit durchaus erfolgreich.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Dez 2019, 08:18

Ammianus hat geschrieben:(03 Dec 2019, 20:38)

Ich erinnere mich noch wie auf einem S-Bahnsteig 75 ein Kumpel auf mich zukam und mir vom Verbot der Renft-Combo erzählte. Die Dreckschweine spielten sie noch eine Zeit lang im Radio, um das zu vertuschen.
Und dann der eine Morgen, vielleicht Ende Oktober oder Anfang November 89 und DT64, das damalige DDR-Jugendradio mit Rundumdieuhr-Programm ist an, da man zu der Zeit den Wandel gerade in den DDR-Medien so richtig spüren konnte. Und sie spielen Renft.

Aber es ist schon seltsam. "Der Apfeltraum", ein Song, den ich mir, weil er so leicht zu spielen ist, selbst raufgedrückt habe. Komponiert und gesungen hat ihn Peter Gläser, gestorben vor einigen Jahren an Krebs und der Text von Kurt Demmler. Der hat sich in der U-Haft weit nach dem Untergang der DDR aufgehängt. Er konnte die Finger nicht lassen von den kleinen Mädchen.

Und deshalb ist es auch nicht ganz einfach, da etwas angemessenes zu kommentieren. Pädophilie ist weiß Gott kein DDR-spezifisches Phänomen. Braucht man auch nicht. Man nehme einfach das weibliche Pendant zu Kurt Demmler: Die Schriftstellerin Gisela Steineckert. Auch wenn die (zusätzlich noch als Kulturfunktionärin) sicher um einiges systemkonformer als Demmler war (bzw. ist). Was die inflationäre Überschwemmung mit Liedtexten anbelangt, steht sie Demmler sicher kaum nach. Das Problem ist dieser Ozean an gehobener Mittelmäßigkeit. Der so typisch für Mitteldeutschland war. Und aus dem der Mitteldeutsche Rundfunk vermutlich noch tausend Jahre seine mittelmäßigen (N)ostalgie-Sendungen speisen wird. Dieses mittelmäßig lauwarme Aquarium DDR, in dem die einen wohlig herumschwammen und in dem die anderen beständig mit dem Erstickungstod infolge kulturellen Sauerstoffmangels kämpften.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 4. Dez 2019, 08:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Selina » Mi 4. Dez 2019, 08:24

Agesilaos Megas hat geschrieben:(04 Dec 2019, 05:50)

Heia, Selina! Ach, was wissen denn die Foristae schon. Angestaubte Menschlein, die auf ihr kleines Leben zurückschauen und ohne Zweifel Regeln aus der wenigen Lebenszeit ziehen wollen, fest daran glaubend, die Welt habe Ordnung und Ziel. Die Welt ist aber pures Chaos. Es gibt für nichts irgendeine Garantie. Und die Maßstäbe, die man jetzt an den Sozialismus anlegt, gelten natürlich auch für den Kapitalismus. Auch der Kapitalismus entstand aus dem Chaos und scheiterte an vielen Stellen, bis er die Gesellschaft beeinflussen konnte. Von der Feudalgesellschaft bis zum Frühkapitalismus vergingen glatt einmal 400 Jahre. Auch der Kapitalismus ist an bestimmte Ereignisse geknüpft, die, wenn sie ihre Bedeutung verlieren, auch den Kapitalismus als solches beeinträchtigen können.
Ach, und auch beim Thema "demokratisch" legt man gerne lockere Zügel an, wenn es um die Ehre des Kapitalismus geht: Der real existierende Kapitalismus konnte sich auch niemals "demokratischer Kapitalismus" nennen, ohne dass dieses Experiment in Oligarchien, Corporationismen etc. gerrutscht wäre, weshalb der Begriff selbst schon historisch ist. Die stabilen Demokratien, die den Kapitalismus haben, kamen allesamt nicht umhin, sozialistische Ideen zu implementieren, um die negativen Auswirkungen des Kapitalismus einzudämmen: Sozialisten sind in allen Parlamenten und regieren mit, nur so überleben die Demokratien überhaupt noch. Und das ist das eigentliche Problem. Ökonomische Systeme erfüllen ihren Zweck in einem Kontext, da von Menschen gemacht, schlägst Du aber eine neue Seite im Buch "Welt" auf, kannst Du jederzeit ein neues Kapitel erreichen. Der Leninismus hatte das Potential, postmonarchische und postkoloniale Agrarstaaten in die Industrialisierung zu führen. Was aber danach? Der Kapitalismus hat das Potential, Wachstum nach Südamerika, Afrika und Asien zu bringen. Was aber danach? Alles weiter so? Keine Veränderung? Und was, wenn? Genau das ist das Problem. Die Arroganz führt immer zur Ignoranz. Was macht dann die BeNaZ, die beste Nation aller Zeiten? Sich unter einer braunen Adenauer-Decke in kitschige westdeutsche Träume verkriechen? Den Hymnus auf die glorreiche und immer wachsende BRD singen? Ein Monument für Kohl, Schreiber und Schäuble - einen goldenen Aktenkoffer - auf den Platz des himmlischen Wohlstands setzen? Den Lucke-Sparbrief- und VW-Abgaszwang einführen? "Made in Germany" verziert auf alle Grundsicherungsbescheide und Hartz-Sanktionen drucken? tempus fugit.


Hallo, Agesilaos Megas, lange nicht gesehen. Ja, gute Situationsbeschreibung. Man kann auch gerade gut beobachten, wie auf kapitalistischem Boden wieder so allerhand braunes Unkraut gedeiht. Neoliberal bis zu den Haarwurzeln und rechtsradikal bis zu den Fußspitzen - ungute Mischung. Und ja, grenzenloses Wachstum führt uns immer schneller an die Klimakatastrophe heran. Beides keine netten Erfahrungen in diesem glorreichen hochgepriesenen System. Und früher oder später (besser früher) muss es einfach eine politische und wirtschaftliche Neuorientierung geben, wollen wir als Menschheit noch paar Jährchen existieren. Schönen Tag dir.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Dez 2019, 09:15

Moses hat geschrieben:(04 Dec 2019, 08:17)

Was der User Agesilaos Megas sehr gut beschrieben hat, die demokratischen Staaten mit marktwirtschaftlichem Wirtschaftssystem sind und waren immer in der Lage auf Veränderungen zu reagieren, waren in der Lage negative Auswüchse des Wirtschaftssystems abzufedern und u.a. eine soziale Marktwirtschaft auszugestalten. Auch heute zeigt sich, dass die Demokratien in der Lage sind auf aktuelle Probleme zu reagieren. Dass die Reaktionen in einer Demokratie immer mit langen Vorlaufzeiten und fast nie in einer 100% Umsetzung sondern fast immer in Kompromissen geschehen ist vielleicht nicht optimal aber immer noch besser als diktatorisch durchgewunken.
Es gibt (so weit ich das sehen kann) weltweit nur ein sozialistisches Experiment, dass tatsächlich eine gewisse Reaktionsfähigkeit zeigte und den Versuch gestartet hat ein Stückweit Markt in sein Konzept zu implementieren. China, zur Zeit durchaus erfolgreich.

Worauf der User Agesilaos Megas allerdings gar nicht eingegangen ist: Worum es hier eigentlich gehen soll: Mentalitätsunterschiede. Westdeutschland ist und die Westdeutschen sind eben nicht nur durch die Finsternisse der Adenauer-Zeit geprägt. Sondern eben auch durch den bedeutsamen Kultureinfluss aus Richtung Frankreich, Italien, USA, UK usw. Auch wenn das eigentlich nicht ihr eigener Verdienst ist. Zu Weltoffenheit in der DDR, als zweitem Kind des großen Problemfalls des 20. Jahrhunderts durch das schmale Fenster des Ostens zu finden ... das gelang nicht besonders vielen Menschen. Auch wenn es sie gab. Es gab Leute, die auf halblegalem Wege bis in die entferntesten und teils sozusagen verbotenen Regionen der ehemaligen UdSSR vordrangen. Eine kleine Szene. Dass Puhdys und Karat - bei allem Respekt - eben etwas zwischen Eberswalde und Spremberg war und ein Künstler wie der polnische Musiker Czesław Niemen etwas irgendwo zwischen Marlene Dietrich und Miles Davis ... zu der Erkenntnis sind auch nicht so sehr viele DDR-Bürger gekommen.

Das Ökonomische steht nochmal auf einem anderen Blatt. Der Historiker Sascha Ilko Kowalczuk, bekannt dafür, nicht eben zimperlich mit dem Phänomen DDR umzugehen (um es vorsichtig auszudrücken) ... hat ja kürzlich ein neues Buch vorgelegt. "Die Übernahme". Nach eigenem Bekunden geprägt von den jüngeren Banken- und FInanzkrisen. Die ganz aktuelle, topaktuelle Lage der westlichen Staaten-Gemeinschaft ist von Auflösungserscheinungen geprägt. Alles hat einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Dez 2019, 09:37

Selina hat geschrieben:(04 Dec 2019, 08:24)

Hallo, Agesilaos Megas, lange nicht gesehen. Ja, gute Situationsbeschreibung. Man kann auch gerade gut beobachten, wie auf kapitalistischem Boden wieder so allerhand braunes Unkraut gedeiht. Neoliberal bis zu den Haarwurzeln und rechtsradikal bis zu den Fußspitzen - ungute Mischung. Und ja, grenzenloses Wachstum führt uns immer schneller an die Klimakatastrophe heran. Beides keine netten Erfahrungen in diesem glorreichen hochgepriesenen System. Und früher oder später (besser früher) muss es einfach eine politische und wirtschaftliche Neuorientierung geben, wollen wir als Menschheit noch paar Jährchen existieren. Schönen Tag dir.

Jetzt mischst du aber allzu leichtfertig verschiedenes in einen Topf. "Neoliberale Rechtsradikale"? Wo bitte? Die besonders rechte Thüringer AfD setzt sich in Wirtschaftsfragen für eine "patriotische Politik" ein. Ortsansässige Kleinunternehmen sollen das Wirtschaftsleben prägen. Das Englische soll in wissenschaftlichen und technischen Publikationen durch das deutsche verdrängt werden. Familienpolitik. "Kinder statt Inder". Das alles ist vollkommen und hundertprozentig antineoliberal. Liberale Wirtschaftsverbände und Ökonomen warnen unaufhörlich davor.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 4. Dez 2019, 09:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:37)

Jetzt mischst du aber allzu leichtfertig verschiedenes in einen Topf. "Neoliberale Rechtsradikale"? Wo bitte? Die besonders rechte Thüringer AfD setzt sich in Wirtschaftsfragen für eine "patriotische Politik" ein. Ortsansässige Kleinunternehmen sollen das Wirtschaftsleben prägen. Das Englische soll in wissenschaftlichen und technischen Publikationen durch das deutsche verdrängt werden. Familienpolitik. "Kinder statt Inder". Das alles ist vollkommen und hundertprozentig antineoliberal. Liberale Wirtschaftsverbände und Ökonomen warnen unaufhörlich davor.


Wobei ich mich natürlich grundsätzlich an dem Begriff "neoliberal" in diesem Zusammenhang störe. Das ist ja auch nur ein politischer Kampfbegriff. Denn was bedeutet denn das Präfix "neo" eigentlich? Dass man eben nicht mehr nur liberal ist, sondern eben mit dem "neo" das Neue im Liberalismus akzeptiert. Und das neue ist der staatliche Eingriff, die staatliche Ordnungspolitik. Je neoliberaler also eine Politik ist, desto mehr staatlicher Eingriff also. Diejenigen, die den Neoliberalismus verfluchen sind eigentlich diejenigen, noch mehr Neoliberalismus wollen.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Selina » Mi 4. Dez 2019, 09:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:37)

Jetzt mischst du aber allzu leichtfertig verschiedenes in einen Topf. "Neoliberale Rechtsradikale"? Wo bitte? Die besonders rechte Thüringer AfD setzt sich in Wirtschaftsfragen für eine "patriotische Politik" ein. Ortsansässige Kleinunternehmen sollen das Wirtschaftsleben prägen. Das Englische soll in wissenschaftlichen und technischen Publikationen durch das deutsche verdrängt werden. Familienpolitik. "Kinder statt Inder". Das alles ist vollkommen und hundertprozentig antineoliberal. Liberale Wirtschaftsverbände und Ökonomen warnen unaufhörlich davor.


Ich hatte von "neoliberal" im Sinne eines Herrn Schröder gesprochen, der das so genannte Prekariat mit der bewussten Ausweitung des Niedriglohnsektors noch mehr vergrößerte. Und nichts anderes wollen die Blaunen: Weiteres Wirtschaftswachstum mit niedrigen Löhnen und niedrigen Renten (nicht mal von der SPD-Grundrente haben die meisten Ostdeutschen was, weil etliche von ihnen durch gebrochene Erwerbsbiografien nach der Wende nicht auf die geforderten 35 Beitragsjahre kommen). Und bei den Rechtsaußen-"Experten" kommt zu diesen neoliberalen Segnungen noch die Aussage hinzu, dass nur "biodeutsche" Niedriglöhner unterstützt werden, dass es Rente nur für "Biodeutsche" geben soll.

Aber ich weiß schon, gleich erzählst du mir wieder, es gäbe in Deutschland keine relative Armut und keine prekär Beschäftigten und keine in Papierkörben wühlenden, Flaschen sammelnden Rentner. Alles klar. So redet man sich den Kapitalismus schön.
Zuletzt geändert von Selina am Mi 4. Dez 2019, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Dez 2019, 10:00

Selina hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:56)

Ich hatte von "neoliberal" im Sinne eines Herrn Schröder gesprochen, der das so genannte Prekariat mit der bewussten Ausweitung des Niedriglohnsektors noch mehr vergrößerte. ll.


Der Wechsel von Langzeitarbeitslosigkeit in einen Job mit "Niedriglohn" ( DAS war das Ziel der Agenda2010, was ja auch funktioniert hat) ist jetzt genau in welcher Hinsicht etwas "schlechtes"? Wie erfolgt eine Ausweitung des Prekariats bei diesem Wechsel?

Weiteres Wirtschaftswachstum mit niedrigen Löhnen


Der Anteil am Wirtschaftswachstum derjenigen Unternehmern, wo die Niedriglöhner ihren Arbeitsvrtrag haben, ist sehr überschaubar...

und niedrigen Renten


Die Höhe der Renten ( bzw Rentenniveau) wird über die Rentenanpassungsformel und individuell nach dem Äquivalenzpinzip gesteuert

Inwieweit Langzeitarbeitslosigkeit einen positiveren Einfluss auf die individuelle Rentenhöhe haben soll als ein RV-pflichtiger "Niedriglohn-Job", kannst du ja mal erläutern...


Aber ich weiß schon, gleich erzählst du mir wieder, es gäbe in Deutschland keine relative Armut


das nennt sich relative Armutsgefährdung, worauf alle diesbezüglichen Statistikn beruhen

und keine prekär Beschäftigten


Gibt es , wobei jede prkäre Beschäftigung besser ist als arbeitlos zu sein

und keine in Papierkörben wühlenden, Flaschen sammelnden Rentner.


Gibt es, nur MUSS das niemand machen. Das ist Budgetoptimierung, genau wie die Tafel.

Wird übrigens von den Personen, die das nutzen, bei Interviews genau so beschrieben...
Zuletzt geändert von Realist2014 am Mi 4. Dez 2019, 10:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Selina » Mi 4. Dez 2019, 10:09

Und was die Mentalitäts-Unterschiede zwischen West und Ost anbelangt, das kann man so nicht verallgemeinern. Ich hab schon paar solidarische Wessis und paar unsolidarische Ossis kennen gelernt, paar freundliche witzige Westlinke und einige verbohrte humorlose Ostlinke. Aber alles eben jederzeit auch andersrum oder umgekehrt :D
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Bartleby » Mi 4. Dez 2019, 10:16

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:53)

Wobei ich mich natürlich grundsätzlich an dem Begriff "neoliberal" in diesem Zusammenhang störe. Das ist ja auch nur ein politischer Kampfbegriff. Denn was bedeutet denn das Präfix "neo" eigentlich? Dass man eben nicht mehr nur liberal ist, sondern eben mit dem "neo" das Neue im Liberalismus akzeptiert. Und das neue ist der staatliche Eingriff, die staatliche Ordnungspolitik. Je neoliberaler also eine Politik ist, desto mehr staatlicher Eingriff also. Diejenigen, die den Neoliberalismus verfluchen sind eigentlich diejenigen, noch mehr Neoliberalismus wollen.


Sicher? Ich dachte immer, neoliberal stünde für den ungezügelten Kasino-Kapitalismus (Finanzkapitalismus) im Gegensatz zum Ordoliberalismus :?
In der Massendemokratie ist Kommunikationsverweigerung die letzte offene Tür ins Freie.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 4. Dez 2019, 10:17

Selina hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:56)

So redet man sich den Kapitalismus schön.


Man muss sich den Kapitalismus nicht schön reden. Er gehört zur Demokratie dazu. Der Kapitalismus kennzeichnet sich durch Freiheit des Individuums, dem Recht auf Eigentum, der Vertragsfreiheit. Alles wesentliche demokratische Prinzipien. Und mir fällt auf dieser Erde auch kein einziger demokratischer Staat ein, in dem es keinen Kapitalismus gibt.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 4. Dez 2019, 10:24

Bartleby hat geschrieben:(04 Dec 2019, 10:16)

Sicher? Ich dachte immer, neoliberal stünde für den ungezügelten Kasino-Kapitalismus (Finanzkapitalismus) im Gegensatz zum Ordoliberalismus :?


Der Neoliberalismus umfasst verschiedene Strömungen in unterschiedlichen Ländern. Ordoliberalismus war die deutsche Ausprägung. Allen gemein ist aber eine staatliche Ordnungspolitik. Die Verwendung von Neoliberalismus als Kampfbegriff kam ja erst in den 80ern oder so auf. Nun kann man mal raten von welcher Seite. Natürlich von der, die den Sozialismus schon im Scheitern sah eben gerade weil der Neoliberalismus ein Erfolgsmodell ist. Da versucht man es dann halt mit Diskredierung. Kennt man ja ;)
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Dez 2019, 10:27

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(04 Dec 2019, 10:17)

Man muss sich den Kapitalismus nicht schön reden. Er gehört zur Demokratie dazu. Der Kapitalismus kennzeichnet sich durch Freiheit des Individuums, dem Recht auf Eigentum, der Vertragsfreiheit. Alles wesentliche demokratische Prinzipien. Und mir fällt auf dieser Erde auch kein einziger demokratischer Staat ein, in dem es keinen Kapitalismus gibt.



Selbst in den neuen Bundesländern hat der "böse Kapitalismus" in den letzten knapp 30 Jahren für steigende Lebensqualität gesorgt.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Selina » Mi 4. Dez 2019, 10:45

Realist2014 hat geschrieben:(04 Dec 2019, 10:27)

Selbst in den neuen Bundesländern hat der "böse Kapitalismus" in den letzten knapp 30 Jahren für steigende Lebensqualität gesorgt.


Bei einem Teil der Menschen ja, hat er, bei einem anderen Teil der Menschen nicht. Letzterer ist recht groß. Der wird aber in den schönen Wiedervereinigungs-Sonntagsreden meistens vergessen. Mit Absicht.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Dez 2019, 10:48

Selina hat geschrieben:(04 Dec 2019, 09:56)

Ich hatte von "neoliberal" im Sinne eines Herrn Schröder gesprochen, der das so genannte Prekariat mit der bewussten Ausweitung des Niedriglohnsektors noch mehr vergrößerte. Und nichts anderes wollen die Blaunen: Weiteres Wirtschaftswachstum mit niedrigen Löhnen und niedrigen Renten (nicht mal von der SPD-Grundrente haben die meisten Ostdeutschen was, weil etliche von ihnen durch gebrochene Erwerbsbiografien nach der Wende nicht auf die geforderten 35 Beitragsjahre kommen). Und bei den Rechtsaußen-"Experten" kommt zu diesen neoliberalen Segnungen noch die Aussage hinzu, dass nur "biodeutsche" Niedriglöhner unterstützt werden, dass es Rente nur für "Biodeutsche" geben soll.

Aber ich weiß schon, gleich erzählst du mir wieder, es gäbe in Deutschland keine relative Armut und keine prekär Beschäftigten und keine in Papierkörben wühlenden, Flaschen sammelnden Rentner. Alles klar. So redet man sich den Kapitalismus schön.


Das erzähle ich gewiss nicht. Aber: Wenn die Rechten kein tragfähiges sozialpolitisches Konzept haben, werden sie vielleicht kurzfristig dennoch reüssieren, langfristig aber marginal bleiben.


Die Sozialpolitik der AfD sieht noch immer so aus wie in der Rede des AfD-BT-Abgeordneten René Springer:

Rede zur Sozialpolitik

Liebe Freunde,
wir wissen alle warum wir heute hier sind. Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass es uns im Vergleich zu anderen Ländern unglaublich gut geht.

Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass das Allgemeininteresse wichtiger genommen wird, als die Interessen von rot-grünen Minderheiten, machtbesessenen Politikern, korrupten Lobbyverbänden und Brüsseler Eurokraten.

Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass Jahr für Jahr wertvolle Arbeitsplätze geschaffen werden und die Masse in unserem Land zu den großen Gewinnern der Globalisierung gehört.

Wir glauben das alles nicht mehr. Denn wenn wir uns in Deutschland, in Brandenburg und auch hier in Potsdam umschauen, dann haben wir das Gefühl, hier wird keine Politik mehr für’s Volk gemacht; dann überrennen uns keine Globalisierungsgewinner; dann sehen wir immer mehr Verlierer.

Das sind die Minijobber, die Teilzeitbeschäftigten, die Befristeten und die Verliehenen. Das sind die Aufstocker und all die, die mit zwei Jobs oder sogar mehr ums tägliche Überleben kämpfen. Das sind vor allem aber diejenigen, die 40 bis 50 Stunden in der Woche malochen und am Monatsende trotzdem nur 900 bis 1100 Euro netto auf dem Konto haben.

Für all die malochenden Kassierer, Paketausträger, LKW-Fahrer, Pflegekräfte und Gebäudereiniger ist nach zwanzig Jahren roter, schwarzer, grüner und gelber Versprechen der Traum vom bescheidenen Wohlstand geplatzt.
...
Wir kämpfen auf der Straße, in den Parlamenten und auf Plätzen wie diesen für eine Gesellschaft, die nicht durch die ungezügelten Kräfte des Marktes zerrissen wird, sondern sozial und gerecht ist.
...
http://rene-springer.info/2017/03/08/rede-zum-thema-sozialpolitik-auf-kundgebung-am-20-02-2017-auf-dem-johannes-kepler-platz-in-potsdam/

Usw. Usf. Das ist alles andere als eine "Leistung muss sich wieder lohnen"- oder "soziale Hängematten"-Rhetorik. Da ist auch nicht von "Biodeutschen" die Rede. René Springer ist nicht nur persönlicher Referent von Gauland sondern eben auch einer oder der in der AfD, der sich für "Sozialpolitik" zuständig fühlt. Und der aktiv mit seiner Ost-Biografie dafür steht.

Ganz im Ernst: Wie will man zu solchen programmatischen Verlautbarungen Abstand gewinnen? Die Flaschen sammelnden Rentner sehe ich Tag für Tag. Und schon in Kürze werden die größeren Bahnhöfe in Berlin wieder mit Obdachlosen gefüllt sein, die sich vor der Kälte schützen. Da brauch mich niemand weiter aufklären. Aber das politische Geschäft erfordert es, zu solchen Tönen wie oben Abstand zu gewinnen, wenn man nicht in denselben Topf geworfen werden will. Wenn man klar unterscheidbar sein will. Wie?

Nebenbei: Nirgendwo in der ganzen BUndesrepublik bekommen Rentnerinnen (derzeit jedenfalls) soviel Rente ausgezahlt wie in Ostberlin. Auch nicht in Hessen oder Bayern. Das muss man neben den Flaschen sammelnden Rentnern am Bahnhof Lichtenberg mit im Kopf haben.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 4. Dez 2019, 10:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Dez 2019, 10:51

Selina hat geschrieben:(04 Dec 2019, 10:45)

Bei einem Teil der Menschen ja, hat er, bei einem anderen Teil der Menschen nicht. Letzterer ist recht groß. .



Nö,

er hat bei praktisch ALLEN eine Erhöhung des objektiven Lebensniveaus verursacht.

Die "Jammerei" bezieht sich dann ja immer auf "steigender Egoismus", "verlorenes Gemeinschaftsgefühl" usw.
Also alles, was DU ja immer wieder beschreibst.

Was gestiegen ist, ist natürlich die Divergenz hinsichlich Einkommen und Vermögen in den neue Bundesländern.
DAMIT haben wohl einige auch ein "Problem"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Dez 2019, 10:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Dec 2019, 10:48)


Nebenbei: Nirgendwo in der ganzen BUndesrepublik bekommen Rentnerinnen (derzeit jedenfalls) soviel Rente ausgezahlt wie in Ostberlin. Auch nicht in Hessen oder Bayern. Das muss man neben den Flaschen sammelnden Rentnern am Bahnhof Lichtenberg mit im Kopf haben.



Tja, DAS ist doch nun sehr seltsam....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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