Kampf gegen Links

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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Sa 9. Nov 2019, 13:30

unity in diversity hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:19)

Wie kam es eigentlich, daß Ungarn die lustigste Baracke im sozialistischen Lager war?
Und neuerdings schon wieder?



Hm

In Finnland ( deren Bewohner ja irgendwann mal aus dem heutigen Ungarn gekommen sind) wird behauptet, die Intelligenz von dort ist nach Finnland weiter gezogen...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Selina
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Sa 9. Nov 2019, 13:31

Ammianus hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:08)

Welche individuellen Sichten auf die DDR kommen deiner Meinung nach nicht vor? Interessant z.B. fand ich in letzter Zeit eine aufkommende berechtigte Kritik, die eine zu starke Fixierung auf die Stasi anspricht. Manchmal bekomme man den Eindruck, die ganze DDR habe nur aus Mielkes Ministerium bestanden. Tatsächlich ist eine solche Sicht reichlich verzerrt. Das Leben, die Diktatur der Partei usw. waren natürlich bedeutend vielschichtiger. Ich bringe mal ein praktisches Beispiel:

Die ideologische Indoktrination, bzw. der Versuch derselben, begann bereits im Kindergarten, erstreckte sich über Schule, Berufsausbildung, Studium, den Zwangsdienst in der sogenannten NVA, bei Grenztruppen oder der Bereitschaftspolizei bis ins spätere berufliche und familiäre Dasein. Jeder war damit konfrontiert und jeder reagierte darauf anders, ging anders damit um.
Ich nehme hier nur mal meine Lehrzeit und dort die Lehrerin für Staatsbürgerkunde und ihre Kollegin für Sprachkommunikation (eine einfach andere Variante von Deutschunterricht). Bei der Staatsbürgerkundelehrerin, die ja eigentlich die parteiamtliche Dogmatik am klarsten und deutlichsten zu vermitteln hatte, wurde ich das Gefühl nicht los, dass die den ganzen Scheiß längst nicht mehr so richtig glaubte. Sie zog es einfach durch. Was sollte sie auch sonst machen? Die Alternative wäre Rausschmiss und vielleicht ein Job irgenwo am Fließband gewesen.
Im Gegenzug dazu dann deren Kollegin. Die war tatsächlich das, was man eine 180-Prozentige nennen konnte. Dazu kam noch, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte war - vielleicht eine nicht unwichtige Voraussetzung um gläubige Kommunistin zu sein. Alles was sie von sich gab war dermaßen dogmatisch und rot gefärbt, dass es heute in einem Film zu Lachanfällen führen könnte. Vor kurzem fischte ich aus einem Karton auf der Straße das damalige Lehrbuch für Sprachkommunkation. So konnte ich noch eimal all die penetranten Texte lesen. Doch das war schließlich die Regel. Ob deutscher Duden, Deutschlehrbücher oder Mathematikbücher. Alles in diesem Land war vollkommen auf Indoktrination gerichtet. Bereits eine Durchsicht der von mir aufgezählten Bücher könnte einen Unvoreingenommenen Leser dazu bringen, über die Definition der DDR als Unrechtsstaat nachzudenken.


Ja, das gab es alles. Meine "prägenden Jahre", wie man so schön sagt, waren jedoch mehr die 60er und 70er Jahre, wo es auch Zeiten der ideologischen Öffnung gab. Ich hatte neben dogmatischen Lehrern auch welche, mit denen man sehr offen reden konnte. Gerade der Stabü-Lehrer, ein älterer Genosse, war einer der am wenigsten Verbissenen. Dafür hatte es der Chemielehrer in sich. In dessen Gegenwart hütete man sich vor kritischen Äußerungen über den Staat. In meiner Abiturklasse waren viele Christen und ganz wenige DDR-freundliche Leute, auch ein späterer Bausoldat, der den "Dienst an der Waffe" verweigerte. Wir hatten neulich Klassentreffen und alle - bis auf eine Ausnahme - erzählten, dass sie studiert haben und in interessanten Berufen bis zur Rente arbeiten konnten. Die "eine Ausnahme", eine christliche Schulfreundin, durfte zwar wie die anderen auch studieren, erlebte jedoch während der Studienzeit wirkliche Indoktrination und auch Mobbing (was man damals sicher anders bezeichnete). Eine... von insgesamt etwa 25 Schülern. Später in Studium und Berufsleben war ich größtenteils mit weltoffenen, kritischen Leuten zusammen, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Sie kritisierten laut und deutlich die DDR, ohne sofort "abgeholt" worden zu sein, ließen aber auch an der BRD keinen trockenen Faden. Kein Wunder: Wir lebten mitten im Kalten Krieg und beide Seiten hackten ständig aufeinander ein. Politisch wache Menschen sahen immer diese beiden Seiten. Und natürlich auch die internationalen Seiten. Und viele von denen, die ich damals gut kannte und mit denen ich auch heute noch befreundet bin, meinten, dass für sie ein endgültiger Weggang aus der DDR nie in Frage gekommen wäre. Sie wollten im Inneren dieses verkrusteten dogmatischen Staates etwas verändern. Es gab immer auch Hoffnung. Eine hochspannende und interessante Zeit. Und sehr ambivalent.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon naddy » Sa 9. Nov 2019, 13:39

Realist2014 hat geschrieben:(09 Nov 2019, 12:42)

Die Mitte in D ist FDP/CSU/CDU/SPD und Grüne ...


Und wer repräsentiert die Mitte im ausdrücklich angesprochenen Thüringen?
"In der Sprache sind die Grundirrtümer der Vernunft versteinert." (Nietzsche).
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Vongole » Sa 9. Nov 2019, 13:40

Kritikaster hat geschrieben:(09 Nov 2019, 10:36)

Mal ein greifbares Beispiel zur Ergänzung bereits gegebener Antworten: Ein Staat, der die KSZE-Schlussakte von Helsinki unterzeichnet, inklusive des Passus' zur Reisefreiheit, dann aber beispielsweise das Stellen eines Antrages auf ständige Ausreise als "rechtswidriges Ersuchen" einstuft, kann nicht anders bewertet werden.

Und diese Einstufung um einen Schießbefehl ergänzt: 132 Mauertote.... :(
https://www.tagesspiegel.de/berlin/das- ... 08570.html

Nicht zu vergessen diejenigen, die für ihren Wunsch nach Freiheit in Gefängnissen, "Jugendwerkhöfen", Psychatrien eingesperrt wurden und oft auch mit dem zwangsweisen Verlust ihrer Kinder bezahlten.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon unity in diversity » Sa 9. Nov 2019, 13:45

naddy hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:39)

Und wer repräsentiert die Mitte im ausdrücklich angesprochenen Thüringen?

Die labile Entwertungsgemeinschaft befindet sich aktuell im Selbstfindungskurs.
Kann eine Weile dauern.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Sa 9. Nov 2019, 13:46

naddy hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:39)

Und wer repräsentiert die Mitte im ausdrücklich angesprochenen Thüringen?


Ich habe ausdrücklich von ganz D geschrieben

dort haben die SED Nachfolger gerade mal 8%
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon BlueMonday » Sa 9. Nov 2019, 13:51

Diestel hat geschrieben:(09 Nov 2019, 09:00)

Ich halte die Formulierung „unrechtstaat“ deshalb für den unglücklich, weil sie gleichzeitig das Leben der Menschen, die in diesem Staat gelebt haben, abwertet. Dass staatliches Unrecht begangen wurde, wird niemand bestreiten, aber in seiner Pauschalisierung trifft der Begriff eben auch die Menschen. Wer möchte gern damit leben, vielleicht über die Hälfte seines Lebens Teil eines Unrechts gewesen zu sein?


Mit "Unrechtsstaat" adressiert man die aliberale Aufstellung eines Staatswesens und nicht das Leben von Lieschen Müller. Da muss man schon schwer in einem kollektivistischen Denken verfangen sein, wenn man für die eigene Person eine Abwertung durch so eine Bezeichnung empfindet, nur weil man zufällig in einem Unrechtsstaat geboren ist, den zu verlassen bekanntlich auch nicht so leicht war. Es gab sicherlich eine Reihe von staatstragenden Menschen, die das Staatswesen der DDR mitverantworten. Die dürfen sich natürlich adressiert und getroffen fühlen. Solche staatstragenden Menschen gibt es ja auch heute und die haben sich im geschichtlichen Rahmen ebenso dafür zu verantworten. Aber auch hier wäre es ja nun absurd, den einzelnen Menschen allein qua seiner staatsbürgerlichen Zugehörigkeit abzuqualifizieren.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon unity in diversity » Sa 9. Nov 2019, 13:51

Realist2014 hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:46)

Ich habe ausdrücklich von ganz D geschrieben

dort haben die SED Nachfolger gerade mal 8%

Der Trend:
Die Labildemokraten aller Parteien werden von Extremisten eingekesselt.
Das kann ich nicht billigen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon odiug » Sa 9. Nov 2019, 14:06

Ammianus hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:15)

Die Machthaber der DDR waren überzeugt Kommunisten. Die hätten auch so gehandelt, wenn Ostdeutschland Führungsmacht im Warschauer Pakt gewesen wäre und DDR-Panzer dort für die Diktatur des Proletariats gesorgt hätten. Ceaucescu bemühte sich immer betont um eine gewisse Distanz zu Moskau und sein Regime war das Schlimmst im roten Teil Europas. Zwischen China und der SU gab es sogar bewaffnete Auseinandersetzungen. Nein, auch eine völlig unabhängige DDR wäre das gewesen was sie eben war.
Nirgendwo auf der Welt sind Kommunisten durch demokratische Prozesse an die Macht gekommen. Immer hatten sie einen Großteil bzw. meist die Mehrheit des Volkes gegen sich und mussten ihre Macht mit allen möglichen Formen der Gewalt verteidigen. Wie stark ihr Rückhalt in der Bevölkerung tatsächlich war, dass zeigte sich vor 3 Jahrzehnten. Die Prophezeiung eines amerikanischen Politikers, der Kommunismus würde sich mit einem Quicken aus der Weltgeschichte verabschieden, traf das, was dann geschah doch ziemlich genau.

Ja ... mag so sein.
Oder eben auch nicht.
Letztlich kann man das nicht beantworten, ohne eine "Was wäre wenn ..." Frage zu stellen.
Also: was wäre wenn Stalin bereits 1946 einem Schlaganfall erlegen und sich der Reformkurs eines Chruschtschow durchgesetzt hätte :?:
Hätte das auch sich auf die DDR ausgewirkt :?:
Ich schätze ja.
Stalinisten wie Mielke hätten nie den Einfluss genommen, den sie nahmen und Betonköpfe wie Honecker wären nie an die Macht gekommen.
Oder vielleicht doch ... wer weiß ... ich nicht und du auch nicht.
Der Punkt ist aber: man kann die Geschichte und damit auch die staatlichen Verbrechen in der DDR nicht unabhängig von der Geschichte und den Verbrechen in der UdSSR bewerten.
Die Verbrechen des NS Regimes haben diese Einschränkung nicht.
Sie stehen für sich und nur für sich alleine.
Und das ist schon ein fundamentaler Unterschied, ganz abgesehen vom Ausmaß und Ideologie.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Sa 9. Nov 2019, 14:08

unity in diversity hat geschrieben:(09 Nov 2019, 13:51)

Der Trend:
Die Labildemokraten aller Parteien werden von Extremisten eingekesselt.
Das kann ich nicht billigen.


Links gibt es diesen Trend ja nicht
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon BlueMonday » Sa 9. Nov 2019, 14:35

Ammianus hat geschrieben:(09 Nov 2019, 12:52)

Gerade in diesem Strang ist mir so richtig aufgefallen wie ähnlich sich teilweise ab einer bestimmten Stufe Leute entgegengesetzter Gesellschaftsvorstellungen sind. Dabei bedient man sich scheinbar gern von Varianten Umdeutungen und Relativierungen. Mehr zu Rechts tendierende versuchen, das fiel mir schon in den 90ern auf, die Nationalsozialisten der Linken zuzuordnen. Hier im Strang geschah durch einen User das Gegenstück. Er erklärte die DDR zum faschistischen Staat.
Die andere Variante ist die, welche gerade angewandt wird bzw. schon längere Zeit.


Was soll sonst Grund und Gegenstand von Diskussionen sein? Wenn alles nur eine Deutung hätte, dann gäbe es keinen Raum, irgendetwas zu diskutieren. Die Nationalsozialisten haben sich bspw. selbst als links gesehen. Sicherlich kann man das diskutieren, auch was nun an ihnen stattdessen rechts gewesen sein soll. Was überhaupt "links" und "rechts" bedeuten soll. Wogegen kämpft man, wenn man gegen links kämpft? Ich sage mal, im Wesentlichen, wenn es darum geht, private Arrangements politisch zu überstimmen, möglichst alles zu einer öffentlichen Sache zu machen, dieser ganze "Gemeinwohl geht vor Eigennutz"-Gedanke, materielle Gleichheit durch irgendeine Form der Enteignung herzustellen.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Sa 9. Nov 2019, 15:46

BlueMonday hat geschrieben:(09 Nov 2019, 14:35)

Wogegen kämpft man, wenn man gegen links kämpft? Ich sage mal, im Wesentlichen, wenn es darum geht, private Arrangements politisch zu überstimmen, möglichst alles zu einer öffentlichen Sache zu machen, dieser ganze "Gemeinwohl geht vor Eigennutz"-Gedanke, materielle Gleichheit durch irgendeine Form der Enteignung herzustellen.


Genau so schaut es aus.

Somit gegen alle "Ziele" im Parteiprgram der Partei DieLinke.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon JJazzGold » Sa 9. Nov 2019, 16:19

odiug hat geschrieben:(09 Nov 2019, 12:56)

Doch natürlich hat das mit der Bewertung als Unrechtsstaat zu tun.
Kannst du dich noch an den Wojciech Jaruzelski erinnern, der die Solidarność Opposition in Polen niederschlug :?:
Seine Alternative war, er lässt sich auf die geforderten Reformen ein und erleidet das Schicksal eines Dubcek im Prager Aufstand, mit sowjetischen Panzern in den Straßen von Warschau, oder er geht selbst repressiv gegen die polnische Opposition vor und vermeidet ein Eingreifen der UdSSR in Polen.
Das Gleiche gilt so auch für die Regierung der DDR.
Adolf Schinkelgruber und seine Spießgesellen hatten dieses Problem nie.


Moskau ist schuld haben nicht einmal die Hardcore Kommunisten der SED als spätere Entschuldigung für die Zementierung ihres Unrechtsstaats aufgeführt. Der war gewollt und dessen inhumane Auswüchse völlig ohne Druck seitens Moskau etabliert. Es war nicht Moskau, welches die Mauer anwies zu bauen, es waren die SED Führer, die diese bauen wollten.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Vongole » Sa 9. Nov 2019, 16:43

JJazzGold hat geschrieben:(09 Nov 2019, 16:19)

Moskau ist schuld haben nicht einmal die Hardcore Kommunisten der SED als spätere Entschuldigung für die Zementierung ihres Unrechtsstaats aufgeführt. Der war gewollt und dessen inhumane Auswüchse völlig ohne Druck seitens Moskau etabliert. Es war nicht Moskau, welches die Mauer anwies zu bauen, es waren die SED Führer, die diese bauen wollten.

Ohne das jetzt auf Odiug zu beziehen, im Verlauf solcher Diskussionen frage ich mich immer öfter, ob die Verklärung der eigenen DDR-Vergangenheit mit dazu führt, dass eine Großzahl ostdeutscher Wähler ihr Kreuz
bei einer Partei setzt, die mit Parolen wie "Vollende die Wende" und bestimmten Ausdruckweisen aus dem Wörterbuch der DDR-Nomenklatura die Rückkehr in ein ähnliches System anstrebt.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Teeernte » Sa 9. Nov 2019, 17:15

Vongole hat geschrieben:(09 Nov 2019, 16:43)

Ohne das jetzt auf Odiug zu beziehen, im Verlauf solcher Diskussionen frage ich mich immer öfter, ob die Verklärung der eigenen DDR-Vergangenheit mit dazu führt, dass eine Großzahl ostdeutscher Wähler ihr Kreuz
bei einer Partei setzt, die mit Parolen wie "Vollende die Wende" und bestimmten Ausdruckweisen aus dem Wörterbuch der DDR-Nomenklatura die Rückkehr in ein ähnliches System anstrebt.


Mann® hat RICHTIGEN Kapitalismus erwartet .... (Leistung muss sich wieder Lohnen)

Nicht "Beziehungen" und D Mark.

...und die MEISTEN haben NICHT im Knast gesessen...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Sa 9. Nov 2019, 17:17

Vongole hat geschrieben:(09 Nov 2019, 16:43)

Ohne das jetzt auf Odiug zu beziehen, im Verlauf solcher Diskussionen frage ich mich immer öfter, ob die Verklärung der eigenen DDR-Vergangenheit mit dazu führt, dass eine Großzahl ostdeutscher Wähler ihr Kreuz
bei einer Partei setzt, die mit Parolen wie "Vollende die Wende" und bestimmten Ausdruckweisen aus dem Wörterbuch der DDR-Nomenklatura die Rückkehr in ein ähnliches System anstrebt.


Woraus schließt du, dass jemand seine eigene höchstpersönliche Vergangenheit verklärt? Weil dessen Äußerungen nicht mit den Lehrbuch-Meinungen übereinstimmen? Du vergleichst quasi dein eigenes Wissen über die DDR mit dem, was einer aus seinem Leben erzählt und kommst zu dem Schluss, es kann sich nur um "Verklärung" handeln? Schon ziemlich schräg. Das eigene Leben kann nur derjenige, der es geführt hat, erklären und bewerten. Niemand anderes sonst. Außerdem strebt doch niemand die Rückkehr in den "real existierenden Sozialismus" an. Die Linke schon mal nicht. Und das, was viele AfD-Wähler anstreben, ist ein neuer "Führer" in einem neuen "Faschismus". Auch wenn sie das natürlich nie so sagen und nie zugeben. Brauchst dir nur die oben zitierten Höcke-Aussprüche anschauen. Gruselig.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon JJazzGold » Sa 9. Nov 2019, 17:28

Vongole hat geschrieben:(09 Nov 2019, 16:43)

Ohne das jetzt auf Odiug zu beziehen, im Verlauf solcher Diskussionen frage ich mich immer öfter, ob die Verklärung der eigenen DDR-Vergangenheit mit dazu führt, dass eine Großzahl ostdeutscher Wähler ihr Kreuz
bei einer Partei setzt, die mit Parolen wie "Vollende die Wende" und bestimmten Ausdruckweisen aus dem Wörterbuch der DDR-Nomenklatura die Rückkehr in ein ähnliches System anstrebt.



Oder die Treuhand als Wurzel allen Übels identifiziert. Was, interessanter Weise, deckungsgleich mit der Die Linke ist.

Offen gestanden, Vongole, ich weiß nicht, was Menschen dazu treibt ihr Kreuz bei Extremisten und Systemveränderern zu setzen, obwohl man sich deren Worte und Taten, sowie der Auswirkungen bewusst ist. Denn es gab auf die DDR insgesamt, auf das staatliche System bezogen, keine “gute alte Zeit“. Das mag der Eine oder Andere aus den unterschiedlichsten Gründen subjektiv so empfinden und sich den einen oder anderen Aspekt herauspicken, der in der Rückblende als positiv bewertbar ist, objektiv hält das keiner Überprüfung stand. Bedauerlicherweise bildet aber diese Subjektivität heutzutage den neuen Schutzwall und das finde ich nicht nur bedauerlich, es ist auch hinderlich auf dem längst vorgegebenen Weg einer gemeinsam zu meisternden Zukunft.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Sa 9. Nov 2019, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Sa 9. Nov 2019, 17:33

Teeernte hat geschrieben:(09 Nov 2019, 17:15)

Mann® hat RICHTIGEN Kapitalismus erwartet .... (Leistung muss sich wieder Lohnen)

N ...



Leistung lohnt sich ja.

Nur beurteilt den Wert der Leistung eben nicht mehr "die Partei" wie im Arbeiter & Bauernstaat- sondern der "Markt" in Form von Kunden...

Daher bekommen die "im Schweiße ihres Agesichts hart arbeitenden" eben viel weniger als die Kopfarbeiter, die wesentlich mehr zur Wertschöpfung eines Unternehmens beitragen...
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Vongole » Sa 9. Nov 2019, 17:36

Selina hat geschrieben:(09 Nov 2019, 17:17)

Woraus schließt du, dass jemand seine eigene höchstpersönliche Vergangenheit verklärt? Weil dessen Äußerungen nicht mit den Lehrbuch-Meinungen übereinstimmen? Du vergleichst quasi dein eigenes Wissen über die DDR mit dem, was einer aus seinem Leben erzählt und kommst zu dem Schluss, es kann sich nur um "Verklärung" handeln? Schon ziemlich schräg. Das eigene Leben kann nur derjenige, der es geführt hat, erklären und bewerten. Niemand anderes sonst. Außerdem strebt doch niemand die Rückkehr in den "real existierenden Sozialismus" an. Die Linke schon mal nicht. Und das, was viele AfD-Wähler anstreben, ist ein neuer "Führer" in einem neuen "Faschismus". Auch wenn sie das natürlich nie so sagen und nie zugeben. Brauchst dir nur die oben zitierten Höcke-Aussprüche anschauen. Gruselig.

Wer sich nicht dazu durchringen kann, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, der verklärt die Vergangenheit.
Wer nicht begreift, dass er 30 Jahre nach der Wende nicht von "Blockparteien", einem "Politbüro", einem "Kartell einer kleinen Führungsgruppe"regiert wird, sondern in einer Demokratie lebt - auch wenn sie Schwächen hat -
kann aus der DDR-Geschichte nichts gelernt oder sie so verklärt haben, dass er die durchsichtige Agitation dieser Behauptungen nicht durchschaut.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Teeernte » Sa 9. Nov 2019, 17:46

Realist2014 hat geschrieben:(09 Nov 2019, 17:33)

Leistung lohnt sich ja.

Nur beurteilt den Wert der Leistung eben nicht mehr "die Partei" wie im Arbeiter & Bauernstaat- sondern der "Markt" in Form von Kunden...

Daher bekommen die "im Schweiße ihres Agesichts hart arbeitenden" eben viel weniger als die Kopfarbeiter, die wesentlich mehr zur Wertschöpfung eines Unternehmens beitragen...


Wenn man mit Doppel-Null anfängt ist es schon blöd.....

Das Finanzamt will die Hälfte.... Ungeachtet wieviel Leute man beschäftigt.

Da gibts keinen Bonus.

Besser wenn man KEINEN beschäftigt - nur sich selbst vermarktet ....
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