Kampf gegen Links

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schokoschendrezki
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Nov 2019, 15:26

Fliege hat geschrieben:(05 Nov 2019, 13:48)

Die Kampfansage gegen Rechtsextrem ist bereits erfolgt, obgleich auch auf diesem Feld die Erfolge mau sind. So war der Lübcke-Attentäter beim hessischen Verfassungsschutz wohl insgeheim als NSU-Bekannter geführt worden. Das ist mehr als enttäuschend. Auch der Kampf gegen Islamamismus und türkisch/kurdischen Nationalismus in Deutschland kommt nicht voran, jedenfalls ist mir von Ausweisungen nichts bekannt geworden.

Das was du aufzählst, gehört allerdings weniger in die politische Auseinandersetzung, den politischen DIskurs und mehr in den Bereich Rechtstaat. Von Verfassungsschutz über Ermittlung bis Justiz.

Wollte man wirklich politisch einen "Kampf gegen Links" führen und wollte man diesen anhand der jeweils offiziell verkündeten Ideologie führen, dann müsste man vor allem gegen China vorgehen. Tut man ja, aber kaum hörbar, zum Beispiel in Hinsicht auf die Vorgänge in Hong Kong. Der Kommunismus hat mit dem heutigen China eine Weltmachtposition, gegen die die "Gefahr des Bolschewismus" zu Zeiten Lenins, Stalins oder gar seiner Nachfolger marginal sind. Wenn man mir entgegnet, China sei ja eigentlich gar nicht "kommunistisch" sondern - im Gegenteil - das Musterbeispiel für "Turbokapitalismus" - dann sollten wir "Ideologien" bei der politischen Analyse vielleicht doch etwas vorsichtiger und distanzierter betrachten. Heißt ja nicht, die, die bekannt sind, unbedingt positiv zu sehen. Aber ihre Rolle im Weltgeschehen ist kritisch zu hinterfragen.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon watisdatdenn? » Di 5. Nov 2019, 16:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Nov 2019, 15:26)
Wollte man wirklich politisch einen "Kampf gegen Links" führen und wollte man diesen anhand der jeweils offiziell verkündeten Ideologie führen, dann müsste man vor allem gegen China vorgehen.

Nur wenn man globalistisch denkt.

Mir ist es egal ob andere Länder links oder rechts sind.
Es ist gut wenn man fairen Handel treiben kann und offenen Wissensaustausch hat.
Mehr interessiert mich nicht, bzw. geht mich mehr auch nicht an!

Wie die Chinesen ihren Staat organisieren ist Sache der Chinesen.

Allerdings bin ich dagegen, dass man bereits entwickelten Ländern wie China Entwicklungshilfe zukommen lässt!

Mir geht es um die Organisation in meinem(!) Land. Das ist meine Sache und da gibt es auch mehr als genug zu tun!
Die Gefahr von links ist ja offensichtlich!

Vor kurzem hat haznain kazim (Spiegelautor) dazu aufgerufen AfD Wähler zu ächten und ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen, anstatt mit ihnen den Diskurs zu suchen!

Das interessiert mich mehr als Hongkong, da es das Potenzial hat mich persönlich zu betreffen..
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Tom Bombadil » Di 5. Nov 2019, 16:58

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Nov 2019, 15:26)

Wenn man mir entgegnet, China sei ja eigentlich gar nicht "kommunistisch" sondern - im Gegenteil - das Musterbeispiel für "Turbokapitalismus" - dann sollten wir "Ideologien" bei der politischen Analyse vielleicht doch etwas vorsichtiger und distanzierter betrachten.

Was bleibt denn noch vom Kommunismus übrig, wenn man den Wirtschaftsteil durch Manchesterkapitalismus ersetzt?
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Di 5. Nov 2019, 16:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(05 Nov 2019, 16:52)



Wie die Chinesen ihren Staat organisieren ist Sache der Chinesen.

Allerdings bin ich dagegen, dass man bereits entwickelten Ländern wie China Entwicklungshilfe zukommen lässt!


naja:

"Gerd Müller: Das stimmt so nicht. Die klassische Entwicklungszusammenarbeit haben wir schon seit Jahren beendet. Einige Vorhaben wurden für mehrere Jahre vereinbart, zum Beispiel für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Diese Projekte laufen derzeit aus. Ansonsten hat das Entwicklungsministerium China im letzten Jahr lediglich fünf Millionen Euro für die Zusammenarbeit zu mehr Rechtstaatlichkeit bereitgestellt. "

https://www.augsburger-allgemeine.de/po ... 81741.html
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Fliege » Di 5. Nov 2019, 17:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Nov 2019, 15:26)
Wollte man wirklich politisch einen "Kampf gegen Links" führen und wollte man diesen anhand der jeweils offiziell verkündeten Ideologie führen, dann müsste man vor allem gegen China vorgehen. Tut man ja, aber kaum hörbar, zum Beispiel in Hinsicht auf die Vorgänge in Hong Kong. Der Kommunismus hat mit dem heutigen China eine Weltmachtposition, gegen die die "Gefahr des Bolschewismus" zu Zeiten Lenins, Stalins oder gar seiner Nachfolger marginal sind. Wenn man mir entgegnet, China sei ja eigentlich gar nicht "kommunistisch" sondern - im Gegenteil - das Musterbeispiel für "Turbokapitalismus" - dann sollten wir "Ideologien" bei der politischen Analyse vielleicht doch etwas vorsichtiger und distanzierter betrachten. Heißt ja nicht, die, die bekannt sind, unbedingt positiv zu sehen. Aber ihre Rolle im Weltgeschehen ist kritisch zu hinterfragen.

Ich hätte nichts dagegen, würde sich die EU dem US-amerikanischen Wirtschaftskampf gegen China (wegen Wirtschaftsspionage, Marktabschottung, Dumpingpreisen usw.) angeschlossen haben oder nun anschließen.
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Skeptiker » Di 5. Nov 2019, 17:33

tarkomed hat geschrieben:(05 Nov 2019, 11:05)
Genau! Deutschland im Ausnahmezustand, weil ein paar Chaoten Randale machen, als hätte es das nicht schon immer hier gegeben.
Schon werden Morddrohungen, Exekutionen, Attentate auf Synagogen und ähnliches mehr relativiert. Versteht mich nicht falsch, ich versuche gar nicht erst, diese Chaoten zu verteidigen und wenn ihr und die Springerpresse sie als Linksextremisten bezeichnen wollt, ich habe nichts dagegen. Ich versuche nur dem Pappkameraden, der hier hingestellt wurde, ein paar Farbkleckse zu verpassen, damit er sich nicht so sehr in der Landschaft hervorhebt. Die Methode ist mir viel zu durchsichtig.

Es gibt sehr viele Stränge hier, die sich mit Rechtsextremismus befassen. Offensichtlich wird das als Problem erkannt und thematisiert. Was Du hier machst, ist allerdings umgekehrt Linksextremistische Aktivitäten zu relativieren bzw. sogar zu verharmlosen.

Die Aussage dass man sich mittlerweile auf der Ebene von Linksterrorismus befindet, stammt nicht von der Springerpresse, sondern vom Verfassungsschutz. Nur weil die Welt es zitiert, stammt es ja noch nicht von ihr.
In Großbritannien werden mehrere Abgeordnete und Minister nicht mehr kandidieren, weil sie und ihre Familien bedroht werden. Das ist für mich ein direkter Angriff gegen die Demokratie und das nimmt Ausmaße eines Ausnahmezustands in diesem Land an.

https://www.tagesschau.de/ausland/abgeo ... n-101.html

Falscher Strang. Darf man gerne thematisieren - HIER ist das whataboutism und SPAM.

Also, um mal wieder zum Thema zurückzukehren: Was würdest Du unternehmen, damit Linksextremismus zurückgedrängt wird? Irgendwelche Ideen wie man dem Unheil begegnen kann?
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Progressiver » Mi 6. Nov 2019, 00:44

Skeptiker hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:33)
Also, um mal wieder zum Thema zurückzukehren: Was würdest Du unternehmen, damit Linksextremismus zurückgedrängt wird? Irgendwelche Ideen wie man dem Unheil begegnen kann?


Was hat seinerzeit der erzkonservative Bismarck getan, um die aus seiner Sicht linksextreme und aufrührerische SPD erfolgreich zu bekämpfen? Ganz einfach: Er hat den deutschen Sozialstaat eingeführt. Damit hat er ihr den Wind derart aus den Segeln geholt, dass die SPD später in ihrer Mehrheit 1914 den Kriegskrediten zugestimmt hat.

Die heutige Regierungspolitik der letzten Jahrzehnte zielte aber darauf ab, den Sozialstaat so weit wie möglich zu demontieren. Vor ein paar Monaten habe ich in einer Zeitung gelesen, dass die Verteilung des Reichtums heutzutage in Deutschland so ungleich ist wie seit 1913 nicht mehr. Die deutschen Banken machen derweil Lobbyarbeit in den Schulen, wo sie erklären, dass der Satz "Eigentum verpflichtet", der im Grundgesetz steht, ja eigentlich nur eine Empfehlung darstellen solle. D.h., er verpflichte zu gar nichts. Währenddessen haben viele Leute hierzulande mit steigenden Mieten und Wohnungsnot zu kämpfen, während ihre Lohnentwicklung trotz riesigen Exportüberschüssen stagniert. Eigentlich wäre da jetzt auch die politische Linke gefragt. Aber die SPD beispielsweise rottet lieber weiter vor sich hin, bis sie unter die Fünf-Prozent-Hürde fällt. Dabei gibt es in diesem Land gute sozialdemokratische und progressive Leute. Aber ein einziger Jan Böhmermann kann da nichts bewirken. Es ist eher umgekehrt eine Schande, dass es eines Satirikers bedarf, der -wieder als einziger- auf Youtube jeden Montag mit seinem Team "Neustart ´19" Reden verfasst mit Ideen, von dem sich die SPD quasi alles abschreiben sollte. Aber nein: Böhmermanns Reden werden sowohl von der SPD als auch von den Leitmedien totgeschwiegen, anstatt sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Und lieber schafft die sieche SPD darauf hinaus, dass sie aus den ersten Parlamenten fliegt. Dies nicht, weil sozialdemokratische Politik unnötig geworden wäre. Sondern im Gegenteil: Diese blutleere Partei tut alles, um selbst die letzten SPD-Stammwähler zu vergraulen.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 6. Nov 2019, 06:57

watisdatdenn? hat geschrieben:(05 Nov 2019, 16:52)

Nur wenn man globalistisch denkt.

Mir ist es egal ob andere Länder links oder rechts sind.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 6. Nov 2019, 07:15

Fliege hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:31)

Ich hätte nichts dagegen, würde sich die EU dem US-amerikanischen Wirtschaftskampf gegen China (wegen Wirtschaftsspionage, Marktabschottung, Dumpingpreisen usw.) angeschlossen haben oder nun anschließen.

Die Zeichen stehen ganz anders. Ganz aktuell gibt es in der globalen Autoindustrie eine Megafusion von Fiat-Chrysler mit der Opel-Mutter PSA. Nach allem was ich an Kommentaren dazu lese und höre, geht es dabei vor allem um die Stärkung des China-Geschäfts. Sowohl was den Absatz betrifft als auch was die Eröffnung von Produktionsstandorten in China anbetrifft. Da wo's wirklich um Milliarden an Dollars und Tausende von Arbeitsplätzen und die Sicherung dieses sogenannten "westlichen Wohlstandsmodells" geht, wird der Kommunismus in Gestalt der KP Chinas nicht "bekämpft" sondern umworben. (Oder, wie gesagt, diese sogenannte "Kommunistische Partei Chinas" ist gar nicht "kommunistisch" und verbreitet ihre "kommunistische Ideologie" nur mit der Ausrichtung an - welche - Zielgruppe?)
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 6. Nov 2019, 07:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Nov 2019, 16:58)

Was bleibt denn noch vom Kommunismus übrig, wenn man den Wirtschaftsteil durch Manchesterkapitalismus ersetzt?

Ja. Eben. Genau das ist ja meine Ansicht. Man oder jedenfalls einige stürzen sich im "Kampf gegen Links" auf die offiziell verbreiteten linken Ideologien und nicht auf das, was wirklich ist und passiert. Die Ex-DDR hat in ihrer Spätphase doch auch so einiges versucht,, durch "Manchesterkapitalismus" das Ruder herumzureißen. Nicht nur mit spektakulären Methoden wie Häftlingsfreikauf, Häftlingsarbeitskraftverkauf oder Anitquitätenverscherbelung. Die sogenannte "Gestattungsproduktion" (siehe Wikipedia-Eintrag) war nix anderes als die DDR-Variante der chinesischen Sonderwirtschaftszonen der 80er und 90er. Nur eben kryptischer, verdeckter, aber auch kleinteiliger, inkonsequenter, erfolgloser und typisch DDR-ig provinzieller. Ich selbst habe als Student zum Geldverdienen im volkseigenen Kombinat "Narva" (Berliner Glühlampenwerk) in der Nachtschicht am Fließband gearbeitet für Glühbirnen, die komplett von Beschriftung bis Verpackung als Osram-Produkt in die Bundesrepublik geliefert wurden. Kein Mensch in Kassel oder Lübeck hätte irgendwie auf die Idee kommen können, dass diese Osram-Glühbirne, die er da gerade gekauft hat, von einem Ostberliner Studenten bei Narva in der Warschauer Straße eingepackt wurde. Für mich persönlich war es eine der Lehrstücke in Hinsicht auf "Ideologie"-Skepsis.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 6. Nov 2019, 08:10

Und damit nochmal zurück auf Anfang. Ich traue den Grönemeyers, Bonos und Campinos ebensowenig über den Weg wie den Honeckers, Höckes, Hoenessen, Gates oder Jinpings. Allesamt haben sie ihre eigene Agenda. Unabhängig davon, dass mich diese Rockmusikmassenevents - ich bin vorsichtig - sagen wir mal, ratlos zurücklassen. Musik erleben ist ein sinnlicher Vorgang und setzt Nähe und Unmittelbarkeit voraus. Was da an politischer Willensbekundung bei solchen Events läuft ist viel eher Selbstvergewisserung von Gemeinschaftlichkeit und ohnehin nicht hinterfragter Positionen.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 6. Nov 2019, 08:56

watisdatdenn? hat geschrieben:(28 Oct 2019, 15:59)
Schon wieder linke Gewalt!

Diesmal in Leipzig Connewitz.

https://www.bild.de/regional/leipzig/le ... .bild.html

Die Opfer: diejenigen die für unsere demokratischen Gesetze auf der Straße einstehen -> die Polizei!

Wann hört dieser linke Hass auf unsere Demokratie endlich auf?

Was ist denn los in connewitz?
Jetzt wurde auch schon eine Frau in ihrer Wohnung (!) zusammengeschlagen mit den Worten „schönen Gruß aus connewitz“.

Warum toleriert die regierende linke SPD in connewitz solche Zustände?!

Aber das ist vielleicht auch schon die Antwort.. die linke SPD..
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 6. Nov 2019, 10:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Nov 2019, 07:39)

Man oder jedenfalls einige stürzen sich im "Kampf gegen Links" auf die offiziell verbreiteten linken Ideologien und nicht auf das, was wirklich ist und passiert.

Was passiert denn wirklich? In Leipzig werden Polizisten, Feuerwehrleute und Immobilienmakler von Linken angegriffen, in Hong Kong werden Demonstranten, die für Freiheit und Demokratie demonstrieren, massiv bekämpft, in Nordkorea droht mal wieder eine Hungersnot, Venezuela siecht seit Jahren nur noch dahin, in Kuba müssen Ärzte Taxi fahren, um überleben zu können. Da brauchen wir die Historie noch nichtmal zu bemühen. Und begründet wird das alles mit dem Sozialismus/Kommunismus. Wenn man solche Zustände verhindern will, muss man sich auch auf die linken Ideologien "stürzen".
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Do 7. Nov 2019, 15:01

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Nov 2019, 10:40)

Was passiert denn wirklich? In Leipzig werden Polizisten, Feuerwehrleute und Immobilienmakler von Linken angegriffen, in Hong Kong werden Demonstranten, die für Freiheit und Demokratie demonstrieren, massiv bekämpft, in Nordkorea droht mal wieder eine Hungersnot, Venezuela siecht seit Jahren nur noch dahin, in Kuba müssen Ärzte Taxi fahren, um überleben zu können. Da brauchen wir die Historie noch nichtmal zu bemühen. Und begründet wird das alles mit dem Sozialismus/Kommunismus. Wenn man solche Zustände verhindern will, muss man sich auch auf die linken Ideologien "stürzen".

Die Betonung liegt auf "auch". Und Du schreibst ja ganz richtig: "begründet wird das" und nicht: "begründet ist das". Der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zum Beispiel. Das ist ja nicht nur eine Phrase sondern eine wirklich ziemlich ausgearbeitete Ideologie. Mit marxistischer Grundierung, dann aber auch mit weiteren Zugaben: Von Simón Bolívars Panamerikanismus bis hin zum deutschen Soziologen Heinz Dieterich und dem bekannten linken Intellektuellen Noam Chomsky. Was wurde in dem einen Staat, der offiziell für sich in Anspruch nahm, diesesn "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu errichten, davon umgesetzt? Nichts! Außer die Inanspruchnahme dieser Ideologie. Venezuela war zu allen Zeiten dieser Inanspruchnahme eine reine Klientelwirtschaft mit einer besonderen Stellung des Militärs. Es wurden einfach nur Erdöleinnahmen abgeschöpft. Bis das Zugpferd "Erdölwirtschaft" zuschanden geritten war. Sonst nix! Man kann ziemlich viel über die psychologische Wirkung der Persönlichkeit von Hugo Chavez auf das Volk und die Rolle, die die Ideologie "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" dabei spielte, lernen. Aber für die Erschließung der wirklichen Machtstrukturen, der Fäden der Macht und der Logik der realen politischen Abläufe ist das Studium dieser Ideologie komplett für die Tonne.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Bartleby » Do 7. Nov 2019, 15:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Nov 2019, 15:01)

Die Betonung liegt auf "auch". Und Du schreibst ja ganz richtig: "begründet wird das" und nicht: "begründet ist das". Der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zum Beispiel. Das ist ja nicht nur eine Phrase sondern eine wirklich ziemlich ausgearbeitete Ideologie. Mit marxistischer Grundierung, dann aber auch mit weiteren Zugaben: Von Simón Bolívars Panamerikanismus bis hin zum deutschen Soziologen Heinz Dieterich und dem bekannten linken Intellektuellen Noam Chomsky. Was wurde in dem einen Staat, der offiziell für sich in Anspruch nahm, diesesn "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu errichten, davon umgesetzt? Nichts! Außer die Inanspruchnahme dieser Ideologie. Venezuela war zu allen Zeiten dieser Inanspruchnahme eine reine Klientelwirtschaft mit einer besonderen Stellung des Militärs. Es wurden einfach nur Erdöleinnahmen abgeschöpft. Bis das Zugpferd "Erdölwirtschaft" zuschanden geritten war. Sonst nix! Man kann ziemlich viel über die psychologische Wirkung der Persönlichkeit von Hugo Chavez auf das Volk und die Rolle, die die Ideologie "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" dabei spielte, lernen. Aber für die Erschließung der wirklichen Machtstrukturen, der Fäden der Macht und der Logik der realen politischen Abläufe ist das Studium dieser Ideologie komplett für die Tonne.


Ist sicher etwas dran an dem Gedanken, dass man öfter einmal anstelle der postulierten Glaubenssätze die realen Macht(sicherungs)strukturen ansehen sollte. Das gilt für links- wie rechtsdrehende heilsgeschichtliche Narrative - ebenso aber auch für die, die sich selbst als Mitte als angeblich ideologiefreie Chorknaben in solcherart machtverschleierter Aufhübschung präsentieren.

Wobei bei Linken, um die es in diesem Strang geht, deshalb den Fokus mal auf diese Drehrichtung der Politsäuren gerichtet, stetig der eigene Anspruch unterlaufen wird. Denn was "linke" Atheisten/Humanisten oft der Religion mittels Erwähnung von Kreuzzügen, Kolonialismus oder Missbrauchsfällen usw. usf. anlasten, davon wollen sie in der Regel nichts hören, wenn sozialistische Ideen ins Spiel kommen. Da heißt es dann: »Die Ideen wurden missbraucht«, während bei der Religion ein Heer von Laientheologen in den alten Schriften liest und daraus süffisant lächelnd zitiert. Wendet man nun dieses Verfahren auf die Gesellschaftstheorien an, die die politische Grundlage der eigenen Gesellschaftsutopie darstellen, gilt dieser Ansatz nicht mehr und man bewegt sich wieder auf dem Niveau, wo das eigentlich ja alles ganz anders gemeint war, als später in der Praxis von Unfähigen/Böswilligen vollzogen.

Für die Gesellschaft viel wichtiger als dieses ganze Rechtslinksgedöns wäre es im Zusammenhang mit Gewalt, einmal darüber nachzudenken, wie sich der totale öffentliche Raum auf die Psyche bestimmter Typen von Frustrierten, Narzissten und/oder Zeloten auswirkt. Also von Menschen, die mehr und mehr verlernen, "Triebverzicht" zu leisten, die ihre Weltsicht, täglich bestätigt im öffentlichen Raum, an irgendeinem Punkt direkt und unmittelbar umsetzen müssen. Dieses Verlernen ist pädagogisch übrigens durchaus antrainiert, weil man inzwischen alle Negativität auszulöschen trachtet, statt den höcht unterschiedlichen Menschen zu vermitteln, wie mit ihr umzugehen, wie sie auszuhalten ist. Diese "Selbsttechnik" (der Foucaultsche Begriff gefällt mir besser als Ihr Sartrescher "Selbstentwurf") ist verpönt, weil man von der Gleichung ausgeht, dass gleiche Werte auch gleiche Köpfe erfordert - notfalls werden sie angepasst.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon tarkomed » Do 7. Nov 2019, 18:17

Skeptiker hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:33)

Es gibt sehr viele Stränge hier, die sich mit Rechtsextremismus befassen. Offensichtlich wird das als Problem erkannt und thematisiert. Was Du hier machst, ist allerdings umgekehrt Linksextremistische Aktivitäten zu relativieren bzw. sogar zu verharmlosen.

Ich habe nicht die linksextremistischen Aktivitäten relativiert, sondern auf den Versuch hingewiesen, die rechtsextremistischen Aktivitäten zu relativieren.
Skeptiker hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:33)
Die Aussage dass man sich mittlerweile auf der Ebene von Linksterrorismus befindet, stammt nicht von der Springerpresse, sondern vom Verfassungsschutz. Nur weil die Welt es zitiert, stammt es ja noch nicht von ihr.

Aus der Zeit der RAF?
Skeptiker hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:33)
Falscher Strang. Darf man gerne thematisieren - HIER ist das whataboutism und SPAM.

Ja, immer wieder dieser Whataboutism. Dieser Vorwurf kommt seltsamerweise immer aus derselben Ecke. Du wirst es trotzdem ertragen müssen, dass ich immer wieder auf deinen Pappkamerad hinweisen werde, den du hier postiert hast, um von der akuten Gefahr von rechts abzulenken, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und auch anderswo.
Skeptiker hat geschrieben:(05 Nov 2019, 17:33)
Also, um mal wieder zum Thema zurückzukehren: Was würdest Du unternehmen, damit Linksextremismus zurückgedrängt wird? Irgendwelche Ideen wie man dem Unheil begegnen kann?

Das ist die Aufgabe des Staates, nicht meine und auch nicht deine.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Bolero » Fr 8. Nov 2019, 09:54

Schande für Deutschland

Die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, sagt Brandenburgs Linken-Justizminister Stefan Ludwig (52, Die Linke).

Irre Begründung: In einem Unrechtsstaat würden Gegner oder Andersdenkende systematisch vernichtet. DAS habe es in der DDR aber nicht gegeben.


https://www.bild.de/politik/kolumnen/ko ... .bild.html

Typisches irres Denken von Ex-SEDlern!
„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

„Wo der Liberalismus seine äußersten Grenzen erreicht, schließt er den Mördern die Tür auf“
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 8. Nov 2019, 11:06

MäckIntaier hat geschrieben:(07 Nov 2019, 15:31)
Für die Gesellschaft viel wichtiger als dieses ganze Rechtslinksgedöns wäre es im Zusammenhang mit Gewalt, einmal darüber nachzudenken, wie sich der totale öffentliche Raum auf die Psyche bestimmter Typen von Frustrierten, Narzissten und/oder Zeloten auswirkt. Also von Menschen, die mehr und mehr verlernen, "Triebverzicht" zu leisten, die ihre Weltsicht, täglich bestätigt im öffentlichen Raum, an irgendeinem Punkt direkt und unmittelbar umsetzen müssen. Dieses Verlernen ist pädagogisch übrigens durchaus antrainiert, weil man inzwischen alle Negativität auszulöschen trachtet, statt den höcht unterschiedlichen Menschen zu vermitteln, wie mit ihr umzugehen, wie sie auszuhalten ist. Diese "Selbsttechnik" (der Foucaultsche Begriff gefällt mir besser als Ihr Sartrescher "Selbstentwurf") ist verpönt, weil man von der Gleichung ausgeht, dass gleiche Werte auch gleiche Köpfe erfordert - notfalls werden sie angepasst.

:) Weise Worte. Der "Wutbürger" findet sich sowohl bei Pegida wie auch bei den Stuttgart-21-Gegnern. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist der typische deutsche "Wutbürger" männlich, um die 50, bürgerlich gesinnt und hat ein mittleres Einkommen. Ich habe schon sehr oft darüber nachgedacht, was der eigentliche Kern und die Ursache dieser Agressionsabfuhr ist. Ein tatsächlicher Wohlstandseinbruch sicher nicht. Irgendeine Art von Zurücksetzungsgefühl. Einfach weil die Welt sich im rapiden Wandel befindet?
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Selina » Fr 8. Nov 2019, 12:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Nov 2019, 11:06)

:) Weise Worte. Der "Wutbürger" findet sich sowohl bei Pegida wie auch bei den Stuttgart-21-Gegnern. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist der typische deutsche "Wutbürger" männlich, um die 50, bürgerlich gesinnt und hat ein mittleres Einkommen. Ich habe schon sehr oft darüber nachgedacht, was der eigentliche Kern und die Ursache dieser Agressionsabfuhr ist. Ein tatsächlicher Wohlstandseinbruch sicher nicht. Irgendeine Art von Zurücksetzungsgefühl. Einfach weil die Welt sich im rapiden Wandel befindet?


Genau. Und zu diesem Wandel - also jetzt mal in größerem zeitlichem Bogen betrachtet - gehört es auch, dass sich Frauen emanzipiert haben und sich von den erwähnten Männern nichts mehr sagen lassen, wo es lang gehen soll im Leben. Diesen von dir genannten Männern schwimmen halt die Felle davon. Und da werden sie bockig, plärren wie kleine Kinder und suchen sich Sündenböcke zum Dampfablassen.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Fr 8. Nov 2019, 12:38

Selina hat geschrieben:(08 Nov 2019, 12:31)

Genau. Und zu diesem Wandel - also jetzt mal in größerem zeitlichem Bogen betrachtet - gehört es auch, dass sich Frauen emanzipiert haben und sich von den erwähnten Männern nichts mehr sagen lassen, wo es lang gehen soll im Leben. Diesen von dir genannten Männern schwimmen halt die Felle davon. Und da werden sie bockig, plärren wie kleine Kinder und suchen sich Sündenböcke zum Dampfablassen.



Interessanter Brückenschlag....

Gibt es da irgendwelche Analysn, die deine These belegen?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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