Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

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Diestel
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Diestel » Fr 25. Okt 2019, 06:19

Im Grunde genommen geht es den Jammerern nur um 2 Themen: Um Flüchtlinge und Islam. Da möchten sie gern frei ihre Meinung äußern, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden. Es ist nur dumm, dass ihre Meinung exakt mit der Meinung der AfD übereinstimmt. Klar, dass sie sich daher nicht trauen, frank und frei ihre Meinung zu sagen, denn die AfD ist nunmal mehrheitlich in der Gesellschaft verpönt. Ein schlimmes Dilemma, in dem die armen Menschen stecken.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon watisdatdenn? » Fr 25. Okt 2019, 06:45

Diestel hat geschrieben:(25 Oct 2019, 06:19)
Im Grunde genommen geht es den Jammerern nur um 2 Themen: Um Flüchtlinge und Islam. Da möchten sie gern frei ihre Meinung äußern, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Jain.
Ja es geht um Flüchtlinge/teure planlose Massenimmigration, Demographie und den Islam.

Damit in die rechte Ecke gestellt zu werden oder Widerspruch zu ernten wäre aber nicht das Problem und sogar wünschenswert um eventuell irgendwann zu einen gesellschaftlichen Konsens zu kommen.

Das Problem ist, dass regelmäßig die wirtschaftliche Existenz von Leuten die solche Punkte kritisch ansprechen zerstört wird (Eva Herman war das erste mir bekannte prominente Beispiel, es folgten aber noch viele viele andere...) und wenn das nicht möglich ist sogar körperliche Übergriffe folgen (Magnitz, Stürzenberger, usw...)

Das Problem ist, wenn sogar Gewerkschaften wie die IG Metall dazu aufrufen "Hetzer" (also Leute die bei Pegida mitlaufen und oder die Massenimmigration kritisieren) zu entlassen!'


Das macht eine freie demokratische öffentliche Debatte über diese Themen (ohne massive persönliche Einschnitte) unmöglich und genau das scheint auch das Ziel zu sein.
Frei darüber reden können Menschen die keine geregelte Arbeit haben und keine Familie.

Kein Wunder, dass der Ton in der Debatte (wenn sie doch halb verborgen stattfindet) radikaler wird.
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pLenarum
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon pLenarum » Fr 25. Okt 2019, 07:24

Der Fall Magnitz wurde aufgeklärt?
Nichts ist eindeutig. Verallgemeinerungen sind Lügen. Alle Verallgemeinerungen sind falsch, diese eingeschlossen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Politics » Fr 25. Okt 2019, 08:11

PeterK hat geschrieben:(24 Oct 2019, 23:55)

Nein. Das ist Unsinn.


Das ist leider kein Unsinn. Wir leben wieder in Zeiten in denen politisches lieber anonym im Internet oder in der Wohnung diskutiert wird. Zeiten in denen Menschen am Arbeitsplatz Probleme bekommen, wenn sie sich politisch " falsch " äußern / orientieren. Aber in der Wahlkabine ist man alleine. Und das wird letztlich zählen.
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Politics » Fr 25. Okt 2019, 08:14

pLenarum hat geschrieben:(25 Oct 2019, 07:24)

Der Fall Magnitz wurde aufgeklärt?


Wahrscheinlich hat er sich selbst verprügelt. Wie AfD Politiker dies eben tun, wenn sie gerade nicht ihre Häuser beschmieren oder das eigene Auto anzünden....
"Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst."

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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon pLenarum » Fr 25. Okt 2019, 08:50

Wir Leben in Zeiten in der sich vermehrt Menschen schriftlich und öffentlich oftmals undiffernziert politisch offenbaren. Digitalisierung sei Dank. Oh wunder, sowas gab es in den 1950er nicht.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Politics » Fr 25. Okt 2019, 09:03

pLenarum hat geschrieben:(25 Oct 2019, 08:50)

Wir Leben in Zeiten in der sich vermehrt Menschen schriftlich und öffentlich oftmals undiffernziert politisch offenbaren. Digitalisierung sei Dank. Oh wunder, sowas gab es in den 1950er nicht.


Du meinst sicher undifferenziert . Undifferenziert ist aus meiner Sicht zuerst einmal, wenn man unliebsame Meinungsäußerungen reflexartig als undifferenziert bezeichnet. Wahlweise auch als " populistisch " . Das deutet auf ein Mangel an Argumenten hin.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon pLenarum » Fr 25. Okt 2019, 09:18

Undifferenziert ist in dem Fall eher eine Unterbwertung oder Vernachlässigung der Komplexität des politischen Sachverhaltes, deren Zusammenhänge sowie Auswirkungen oder einfach nur die angewandte Sprache.

Sowohl eine vorhergehende Meinung als auch eine Reaktion darauf können undifferenziert sein. Populismus ist ja schon der Vorsatz der Unsachlichkeit mit bestimmten Absichten.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon becksham » Fr 25. Okt 2019, 09:46

Skeptiker hat geschrieben:(24 Oct 2019, 23:27)

Nur leider sind nicht die Leute das Problem! Die Leute werden schon bei sachlicher Auseinandersetzung mit bestimmten Themen sofort diffamiert, und dann wird ihnen noch höhnisch hinterhergerufen sie könnten keinen Widerspruch ertragen und wären daher Weicheier.

Wer so von 80% der Menschen im Land denkt, der soll sich dann bitte nicht wundern, wenn er irgendwann die rechte Quittung erhält, weil von den 80% ein gewisser Anteil aus Wut zu den Radikalen überläuft.

Was das mit Meinungsfreiheit zu tun hat? In erster Linie hat es mit Freiheit zu tun. Freiheit ist das Gefühl keinen Zwängen zu unterliegen. Von links werden aber erhebliche Zwänge in der Debatte aufgebaut und, au weia, wo Druck aufgebaut wird, da fliegt einem der Kessel irgendwann mal um die Ohren. Das nennt sich dann Rääääächtsruck und ist phööööse, aber das soetwas mit der eigenen Diskussionskultur zu tun hat, darauf scheinen Linke im Leben nicht zu kommen :rolleyes: ... wenn man ihnen nicht unterstellt es mit Absicht zu tun, um aus einer radikalen Eskalation als Sieger hervorzugehen - was für unsere Gesellschaft ein radikales Desaster wäre.

Vielleicht sind ja bei den 80 %, die sich vorsichtig in der Öffentlichkeit äußern, auch Leute, die so denken wie Walter Lübcke und ungern dafür vom rechten Gesocks in den Kopf geschossen werden wollen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Fr 25. Okt 2019, 10:09

becksham hat geschrieben:(25 Oct 2019, 09:46)
Vielleicht sind ja bei den 80 %, die sich vorsichtig in der Öffentlichkeit äußern, auch Leute, die so denken wie Walter Lübcke und ungern dafür vom rechten Gesocks in den Kopf geschossen werden wollen.

Wenn Du den Artikel durchliest, dann ist das wohl nicht die primäre Sorge der Leute - die besteht eher in Vorverurteilung und aggressiver Debatte. Aber richtig, wenn man so fleißig die Ränder an beiden Seiten stärkt wie das die letzten Jahre getan wurde, dann steigt die Gefahr auch von Rechtsaussen. Und die sind bekanntlich dann auch eine Gefahr für Leib und Leben.

Ich habe ja einen ganzen Strang dazu aufgemacht, wie man die Affekte in der Gesellschaft reduzieren kann, um so Meinungsfreiheit und Sicherheit unter einen Hut zu bekommen. Ergebnis: Man will lieber in den Kampf ziehen (mein Eindruck). Tja, Gesellschaften leben in einem ständigen Zyklus von friedlichen und gewaltsamen Phasen. Wir hatten offenbar lange genug eine friedliche Phase, sodass man nun mal wieder Lust auf Konfrontation hat. Das endet üblicherweise in einem Katzenjammer, nachdem die rivalisierenden Gruppen festgestellt haben, dass sich beide nicht durchsetzen. Danach gibt es dann wieder ne friedliche Phase. Warten wir also auf den gesellschaftlichen Clash (eben mit solchen Sachen wie mit Lübcke) und den folgenden Katzenjammer - ist wohl leider unausweichlich, wenn man nicht erkennen will wie demokratische Kultur funktioniert ... :rolleyes:
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Unité 1 » Fr 25. Okt 2019, 10:30

Skeptiker hat geschrieben:(25 Oct 2019, 10:09)

Wenn Du den Artikel durchliest, dann ist das wohl nicht die primäre Sorge der Leute - die besteht eher in Vorverurteilung und aggressiver Debatte.
Kennt man von AfDinskis ja überhaupt nicht.

Ich habe ja einen ganzen Strang dazu aufgemacht, wie man die Affekte in der Gesellschaft reduzieren kann, um so Meinungsfreiheit und Sicherheit unter einen Hut zu bekommen. Ergebnis: Man will lieber in den Kampf ziehen (mein Eindruck).

Skeptiker hat geschrieben:(13 Oct 2019, 23:28)

Es gibt seit längerem schon den "Kampf gegen Rechts" - als vorgehaltenen Spiegel habe ich hier den "Kampf gegen Links" in den Raum geworfen. Nach Halle ruft man nach Bündnissen gegen Antisemitismus. Mir scheint die typische Reaktion ist die Gruppenbildung und der Weg in den Kampf.

[b]Ist das der richtige Weg? Macht uns das zu einer Gesellschaft, in der sich die Menschen frei in der Ausübung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung fühlen UND gleichzeitig eine maximale Sicherheit für Minderheiten hergestellt wurde?


Demokratische Kultur ist was? Genau, z.B. Antisemiten die Hand zu reichen, statt die Stirn zu bieten. Und mir ist schon klar, dass du nur ein drastisches Beispiel gewählt hast, um deinen Punkt zu unterstreichen. Danke dafür, denn das offenbart, worauf es letztlich hinausläuft, wenn die Vorsicht im Sinne der Besonnenheit aus der öffentlichen Diskussion verschwindet.
Unten stand ein Gummibaum.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Politics » Fr 25. Okt 2019, 11:09

Unité 1 hat geschrieben:(25 Oct 2019, 10:30)

Kennt man von AfDinskis ja überhaupt nicht.




Demokratische Kultur ist was? Genau, z.B. Antisemiten die Hand zu reichen, statt die Stirn zu bieten. Und mir ist schon klar, dass du nur ein drastisches Beispiel gewählt hast, um deinen Punkt zu unterstreichen. Danke dafür, denn das offenbart, worauf es letztlich hinausläuft, wenn die Vorsicht im Sinne der Besonnenheit aus der öffentlichen Diskussion verschwindet.


Im Grunde unterstreichst du recht eindrucksvoll was Skeptiker schrieb, merkst es aber selbst nicht ansatzweise.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon odiug » Fr 25. Okt 2019, 12:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Oct 2019, 21:47)

Auch so eine Sache: ihr meint, ihr hättet die Wahrheit und das Recht haben gepachtet. Habt ihr aber nicht. Und doch, all das, was du hier aufzählst, habe ich auch kritisiert. Und selbstverständlich habe ich auch die Propaganda kritisiert, da kämen bestens ausgebildete Menschen, die uns die Rente und die Altenpflege retten würden. Und natürlich habe ich auch angesprochen, dass jede Menge Gesocks ins Land kommt, wenn man unkontrollierte Einwanderung zulässt, was sich auch immer wieder als richtig herausstellt.

Gepachtet habe ich die Wahrheit nicht ... man muss dafür schon was tun.
Und wenn du Aspekte meiner Liste auch angesprochen haben solltest, so hast du die aber gut versteckt, weil mir sind die bisher nicht sonderlich aufgefallen in deinen Beiträgen.
Und die Einwanderung ... so nebenbei : eigentlich sind das ja Flüchtlinge und keine Einwanderer ... war auch nie unkontrolliert.
Die Behörden waren 2015 hoffnungslos überlastet und die Anträge konnten nicht zeitnah bearbeitet werden.
Das hat sich aber geändert.
Die Politik hat auf dieses Problem reagiert, dass sie zum Teil selbst verursachte mit dem etwas naiven Vertrauen auf Dublin 3 und dem fast schon sträflichen ignorieren was, schon weit vor 2015 an den Süd Grenzen der EU sich abspielte.
Was das etwas blöde Versprechen der Renten, Altenpflege und ob die Flüchtlinge tatsächlich wertvoller als "Gold" sind betrifft, so kommt es wesentlich darauf an, was wir tun.
Wenn wir die Fehler der Generation Gastarbeiter wiederholen, dann werden wir Probleme bekommen ... das stimmt.
Wobei wir ja im Vergleich zu zB Frankreich und seinem zerbrochenen Kolonialreich, uns noch glücklich schätzen können.
Wo ich bei dir bin, ist, dass wir mehr von den Asylbewerbern fordern müssen.
Dazu muss man ihnen aber auch was bieten.
Sprich: wir brauchen sowas wie ein Bewertungssystem, dass auch dem Flüchtling Vorteile verschafft und da sind die Abschiebungen von Lehrlingen aus dem Betrieb, oder Schülern aus der Schule einfach Mist.
Vor allem ist das nur blinder Aktionismus, um sich bei "Wutbürgern" einzuschleimen.
Halte ich für einen politischen Fehler der Konservativen, diesem "Instinkt" nachzugeben.
Den Effekt dieses verfehlten Aktionismus sehen wir in der zunehmenden Radikalisierung der AfD und Konsorten.
Je weiter die Politik deren Forderungen entgegen kommt, und mir geht das schon viel zu weit was in den letzten Jahren passierte, desto radikaler werden die Forderungen der AfD.
Deren Strategie besteht ja darin, sich vom "Mainstream" nach rechts abzusetzen ... von daher führt ein Entgegenkommen der Konservativen zu den Forderungen der AfD nur dazu, dass diese Partei immer weiter nach rechts sich verschiebt bis hin in den Extremismus.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon jack000 » Fr 25. Okt 2019, 12:13

becksham hat geschrieben:(25 Oct 2019, 09:46)

Vielleicht sind ja bei den 80 %, die sich vorsichtig in der Öffentlichkeit äußern, auch Leute, die so denken wie Walter Lübcke und ungern dafür vom rechten Gesocks in den Kopf geschossen werden wollen.

Genau das wird der Grund sein :rolleyes:
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Fr 25. Okt 2019, 12:15

jack000 hat geschrieben:(25 Oct 2019, 12:13)

Genau das wird der Grund sein :rolleyes:


Ich glaub, die gleichen 80% lassen sich auch äußerst ungern von einem LKW totfahren.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Okt 2019, 12:20

Den Extremisten geht es um Meinungsvorherrschaft. Zweitmeinungen sind da nicht vorgesehen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Okt 2019, 15:06

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Oct 2019, 11:04)

Ich habe nicht den geringsten Wunsch, everybodies darling zu sein.

Nur aus Neugierde....wie gestaltet sich denn dein Umfeld? Bei den meisten ist das Umfeld der Freundeskreis, die Kollegen, die Familie, die Nachbarn und Menschen, mit denen man unterwegs ins Gespräch kommt. Die wenigsten reisen tagtäglich um den Erdball.


Mein persönliches Umfeld ist sehr sehr heterogen. Es reicht von Leuten, die sich offen als AfD-Sympathisanten (oder Sympathisanten noch rechterer Parteien im Ausland) outen bis zu denen, die wie ich eher liberal und kosmopolitisch denken und vielen Leuten, denen alles Politische herzlich egal ist.

Ich sehe diese (zunehmende) Heterogenität überall in der Gesellschaft. Deshalb ist die Tatsache, dass es im öffentlich-rechtlichen TV "Nudges" und Beiträge mit übertriebener politischer Korrektheit gibt, auch nicht das Ding. Das ÖR-TV ist heute nur ein Steinchen unter vielen in den Informationskreisläufen. Wers nicht mag, schaut sichs halt nicht an.

In den 60,70er Jahren lief in der Ard um 20:00 Uhr die Tagesschau, in den dritten Programmen dieselbe Tagesschau und in dem mal als Adenauer-Staatsfernsehen angedachten ZDF die heute-Sendung. Und im Bundestag saßen zwei große Volksparteien und eine kleine Wirtschaftspartei. Die Regierung war mal etwas sozialdemokratischer und mal etwas konservativer ausgerichtet. Und dann gabs noch ein paar Chaoten von der APO. Was da in der Tagesschau lief, das war wirklich so etwas wie die "öffentliche Meinung". Die eigentlich nur mal in Nuancen variiert wurde. Heute haben wir zig Informationskreisläufe und alle möglichen Parteien im Bundestag. Man kann von einer auch nur halbwegs homogenen "Öffentlichen Meinung" überhaupt nicht mehr sprechen.

Das einzige was das Öffentlich-Rechtliche TV auszeichnet ist die Tatsache, dass ziemlich viele Bürger Schnappatmung bekommen, weil von den "ZWangsgebühren" nicht nur die Millionen in Form von Übertragungsrechtspreisen an schwerreiche Sport- und Fußballorganisationen fließen sondern auch noch ein paar Techniker, Nachrichtensprecher und Journalisten einige Brosamen abbekommen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 25. Okt 2019, 15:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(25 Oct 2019, 12:20)

Den Extremisten geht es um Meinungsvorherrschaft. Zweitmeinungen sind da nicht vorgesehen.

Ja. Und wenn sie die erlangt haben, dann sind es logischerweise keine Extremisten mehr.

Solange das normale Regelsystem funktioniert. Solange also einerseits Pressefreiheit herrscht und solange andererseits Verfassungsfeindlichkeit auch in der Presse nicht geduldet wird und vor allem solange es einen funktionierenden Rechtsstaat gibt und Diskussionen nur mit Argumenten erfolgen, braucht man sich um "Extremisten" eigentlich keine Gedanken machen. Es wird sie immer geben und ihr Extremismus besteht begriffsgemäß gerade darin, dass sie die Meinungsvorherrschaft eben nicht erlangen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Unité 1 » Fr 25. Okt 2019, 15:15

Nach dieser Allensbachumfrage sind übrigens 58% der Befragten der Meinung, über Hitler und das Dritte Reich zu reden sei heikel und man könne sich dabei leicht den Mund verbrennen.

Eine Frage an die Verfechter einer widerspruchslosen Meinungsfreiheit: Glaubt ihr, dass diese "Vorsicht" darauf zurückzuführen ist, dass jene 58% eine Meinung vertreten, die als NS-Verharmlosung etc. aufgefasst werden könnte? Denkt ihr, dass dieser Befund ein Indiz für eine "Unfreiheit" ist? Wenn nein, warum nicht?

Blödes Beispiel? Okay, dann ein anderes: Nach dieser Allensbachumfrage sind 62% der Befragten der Meinung, über Juden zu reden sei heikel und man könne sich dabei leicht den Mund verbrennen.

Glaubt ihr, dass diese "Vorsicht" darauf zurückzuführen ist, dass jene 62% eine Meinung vertreten, die als antisemitisch aufgefasst werden könnte? Denkt ihr, dass dieser Befund ein Indiz für eine "Unfreiheit" ist? Wenn nein, warum nicht?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 25. Okt 2019, 15:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(25 Oct 2019, 15:14)

Ja. Und wenn sie die erlangt haben, dann sind es logischerweise keine Extremisten mehr.

Solange das normale Regelsystem funktioniert. Solange also einerseits Pressefreiheit herrscht und solange andererseits Verfassungsfeindlichkeit auch in der Presse nicht geduldet wird und vor allem solange es einen funktionierenden Rechtsstaat gibt und Diskussionen nur mit Argumenten erfolgen, braucht man sich um "Extremisten" eigentlich keine Gedanken machen. Es wird sie immer geben und ihr Extremismus besteht begriffsgemäß gerade darin, dass sie die Meinungsvorherrschaft eben nicht erlangen.

Und wenn Unis nicht mehr ohne Saalschutz auskommen?
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