Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

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3x schwarzer Kater
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 24. Okt 2019, 09:40

Unité 1 hat geschrieben:(24 Oct 2019, 09:35)

Kurz: Meinungsfreiheit meinte Widerspruchslosigkeit. Also Freiheit von der Meinung der anderen.


Das ist genau der Punkt und das letztendlich absurde an der Diskussion.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Unité 1 » Do 24. Okt 2019, 09:57

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Oct 2019, 09:40)

Das ist genau der Punkt und das letztendlich absurde an der Diskussion.

So absurd finde ich das gar nicht, sieht für mich wie eine Machttaktik aus. Das kannst du analog zum Rechtsstaatsbegriff betrachten - es geht um die Umdeutung.
Unten stand ein Gummibaum.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon schokoschendrezki » Do 24. Okt 2019, 10:12

Ein anderer Aspekt ist der, dass man "Meinungsfreiheit" eigentlich nur im "Widersprochenwerden" bzw. in irgendeiner Art von Widerstand erfahrbar machen kann. Eine wirkliche Meinungsäußerung im positiven Sinne ist - für mich jedenfalls - eine Meinung gegen den Widerstand der Allgemeinheit. Alles andere ist konformistische Nach- und Mitplapperei.

Die Frage ist, ob und wenn ja wo Nonkonformismus an existenzielle Grenzen stößt. Ob ich meinen Job verliere, auf der Straße angespuckt werde oder gar im Knast für Meinungsäußerungen lande.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Do 24. Okt 2019, 10:13

Selina hat geschrieben:(24 Oct 2019, 07:18)

In Deutschland dürfe man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden, beklagt man sich. Siehe oben das Zitat. Was Schlechtes? Was soll das sein? Und ja, für solche pauschalen Äußerungen und Abwertungen erntet man natürlich Widerspruch. Was sonst? Und selbstverständlich wird in Deutschland tagtäglich ungefragt und ungestraft "Schlechtes" über Ausländer gesagt. Und wie! Da brechen Dämme und es wird gehetzt bis zum Gehtnichtmehr. Umgekehrt sollte man fragen: Was ist eigentlich nicht in Ordnung mit diesen Hetzern? Warum sind sie so dauerfrustriert? Was ist schiefgelaufen in ihrem Leben?


Pauschale Hetze gegen pauschal alle Ausländer geht gar nicht. Das tun aber nur rechtsextreme Dumpfbacken.
Kritik an Mißständen, schlechtem Verhalten einer Gruppe oder Kriminalität durch eine Gruppe wird jedoch auch gern als pauschale Hetze abgetan.... ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und positivem Rassismus.
Wer osteuropäische Einbrecherbanden nicht so toll findet, hetzt nicht pauschal gegen alle Osteuropäer.
Wer gruppenvergewaltigende junge Araber genauso scheiße findet wie deutsche, hetzt nicht pauschal gegen alle Araber.
Wer der Meinung ist, Gleichberechtigung von Mann und Frau sei ein hohes Gut, oder dass ein junges Mädchen sich seinen Freund selbst aussuchen sollte, oder dass in diesem Land sowohl Männern als auch Frauen zur Begrüßung die Hand geschüttelt wird, hetzt nicht pauschal gegen alle Muslime.
Ich weiß, dass du das völlig anders siehst und niemals auch nur einen Hauch von Mißstand an einem Nicht-Deutschen finden, geschweige denn kritisieren würdest.

Ich kann das überall öffentlich so sagen, denn die meisten sehen es ähnlich wie ich. Kritik, wenn sie angebracht ist, Hetze nicht dulden.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Do 24. Okt 2019, 10:17

Wenn der Widerspruch unsachlich und beleidigend ist, dann muss der keineswegs ausgehalten werden, weder von Künast, die als "Dreck Fotze" tituliert, noch von Lucke, der als "Nazi-Schwein" beschimpft wird. Solcherart "Meinungsfreiheit" ist von den Gesetzen nicht gedeckt, so etwas ist auch kein legitimer Protest gegen was auch immer.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 24. Okt 2019, 10:18

Unité 1 hat geschrieben:(24 Oct 2019, 09:57)

Das kannst du analog zum Rechtsstaatsbegriff betrachten - es geht um die Umdeutung.


Stimmt auch wieder. Widerspruch als Einschränkung der Meinungsfreiheit, obwohl sich Meinungsfreiheit (wie Schoko ja ausführte) tatsächlich nur im Widerspruch zeigen kann.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon schokoschendrezki » Do 24. Okt 2019, 10:39

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Oct 2019, 10:13)

Pauschale Hetze gegen pauschal alle Ausländer geht gar nicht. Das tun aber nur rechtsextreme Dumpfbacken.
Kritik an Mißständen, schlechtem Verhalten einer Gruppe oder Kriminalität durch eine Gruppe wird jedoch auch gern als pauschale Hetze abgetan.... ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und positivem Rassismus.
Wer osteuropäische Einbrecherbanden nicht so toll findet, hetzt nicht pauschal gegen alle Osteuropäer.
Wer gruppenvergewaltigende junge Araber genauso scheiße findet wie deutsche, hetzt nicht pauschal gegen alle Araber.
Wer der Meinung ist, Gleichberechtigung von Mann und Frau sei ein hohes Gut, oder dass ein junges Mädchen sich seinen Freund selbst aussuchen sollte, oder dass in diesem Land sowohl Männern als auch Frauen zur Begrüßung die Hand geschüttelt wird, hetzt nicht pauschal gegen alle Muslime.
Ich weiß, dass du das völlig anders siehst und niemals auch nur einen Hauch von Mißstand an einem Nicht-Deutschen finden, geschweige denn kritisieren würdest.

Ich kann das überall öffentlich so sagen, denn die meisten sehen es ähnlich wie ich. Kritik, wenn sie angebracht ist, Hetze nicht dulden.

Dazu müsste man allerdings etwas genauer betrachten, was denn unter "Öffentlichkeit" verstanden werden soll. "Öffentlichkeit" heute, 2019, ist gewiss nicht mehr dasselbe wie 1975. Für sehr viele Menschen - dir will ich das jetzt gar nicht unterstellen! - reduziert sich inzwischen "Öffentlichkeit" auf ihre jeweiligen Peergroups. Die realen und die in den Netzen. Da sagt sich das leicht, was auch die anderen so sagen.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine kurze Unterhaltung mit einer jungen Frau. Nur zufällig. Weil ich neben ihr saß und ein Schweigen irgendwie überbrücken wollte. Ich fragte: "Fahren Sie jeden Tag die hundert Kilometer von Berlin hier her und zurück?" Antwort: "Ja. Aber in einer Fahrgemeinschaft. Der öffentliche Verkehr hierher ist zu selten und unzuverlässig". Die Frau hat - glaube ich - in meiner Frage sofort irgendeine Art von Vorwurf herausgelesen der Art "Auto ist negativ besetzt. Man muss sich verteidigen, wenn man Auto fährt. Vor allem gegenüber jemandem, der mit dem Fahrrad gekommen ist."

Ja: Aber bitte! Was kann ich für einen derartig übersteigerten Sensualismus. Zumindest bei politischen Diskussionen dürfen doch auch ruhig mal argumentativ die Fetzen fliegen. Das hat doch nix mit eingeschränkter Meinungsfreiheit sondern mit einem übersteigerten Konsensbedürfnis zu tun. Wie schon mehrere male hier geschrieben: Wer frei seine Meinungen äußern will, darf nicht gleichzeitig everybodies darling sein wollen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Do 24. Okt 2019, 11:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Oct 2019, 10:39)

Dazu müsste man allerdings etwas genauer betrachten, was denn unter "Öffentlichkeit" verstanden werden soll. "Öffentlichkeit" heute, 2019, ist gewiss nicht mehr dasselbe wie 1975. Für sehr viele Menschen - dir will ich das jetzt gar nicht unterstellen! - reduziert sich inzwischen "Öffentlichkeit" auf ihre jeweiligen Peergroups. Die realen und die in den Netzen. Da sagt sich das leicht, was auch die anderen so sagen.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine kurze Unterhaltung mit einer jungen Frau. Nur zufällig. Weil ich neben ihr saß und ein Schweigen irgendwie überbrücken wollte. Ich fragte: "Fahren Sie jeden Tag die hundert Kilometer von Berlin hier her und zurück?" Antwort: "Ja. Aber in einer Fahrgemeinschaft. Der öffentliche Verkehr hierher ist zu selten und unzuverlässig". Die Frau hat - glaube ich - in meiner Frage sofort irgendeine Art von Vorwurf herausgelesen der Art "Auto ist negativ besetzt. Man muss sich verteidigen, wenn man Auto fährt. Vor allem gegenüber jemandem, der mit dem Fahrrad gekommen ist."

Ja: Aber bitte! Was kann ich für einen derartig übersteigerten Sensualismus. Zumindest bei politischen Diskussionen dürfen doch auch ruhig mal argumentativ die Fetzen fliegen. Das hat doch nix mit eingeschränkter Meinungsfreiheit sondern mit einem übersteigerten Konsensbedürfnis zu tun. Wie schon mehrere male hier geschrieben: Wer frei seine Meinungen äußern will, darf nicht gleichzeitig everybodies darling sein wollen.


Ich habe nicht den geringsten Wunsch, everybodies darling zu sein.

Nur aus Neugierde....wie gestaltet sich denn dein Umfeld? Bei den meisten ist das Umfeld der Freundeskreis, die Kollegen, die Familie, die Nachbarn und Menschen, mit denen man unterwegs ins Gespräch kommt. Die wenigsten reisen tagtäglich um den Erdball.

Selbstverständlich können verbal die Fetzen fliegen. Allerdings lege ich Wert auf körperliche Unversehrtheit, dass mein Eigentum nicht kaputt gemacht wird und mein Arbeitsplatz nicht gefährdet ist. Dieses ist nicht so, ich kann meine Meinung frei äußern ohne Gefahr.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon odiug » Do 24. Okt 2019, 11:33

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
Wenn die Menschen völlig enthemmt ihrer "Meinung" in der Öffentlichkeit kund tun, dann sieht das so aus:

Es ist ein Wesensmerkmal zivilisierter Gesellschaften, dass die Menschen über die Wirkung ihrer Äußerungen in der Öffentlichkeit erst reflektieren, bevor sie ihren Mund auf machen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Do 24. Okt 2019, 13:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Oct 2019, 08:55)

Wie schon in gefühlt unzähligen Diskussionen dazu schon: Wie sieht sie denn aus, die "gesellschaftliche Ächtung"? Ich sehe überall, in jedem WInkel dieser Gesellschaft den Rechtspopulismus aus allen Nähten und Ritzen quellen. Deine eigene Formulierung, "die Menschen haben eine scheiß Wut" bringt es genau auf den Punkt. Landauf, landab bestimmt der "Wutbürger" das gesellschaftliche Klima. Den soll ich jetzt als irgendwie "unterdrückt" oder gar "geächtet" betrachten? Bitte? Wie?

Nichts da. Ich kann sagen, was ich will. Ich kann schreiben, was ich will. Uneingeschränkt. Oder eingeschränkt nur von Recht und Gesetz. Und tu's auch. Den möcht' ich kennenlernen, der mich daran hindern könnte!


Sehr gut :thumbup: Dem kann man sich nur voll und ganz anschließen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Do 24. Okt 2019, 13:52

imp hat geschrieben:(24 Oct 2019, 08:15)

Das ist kein Verbot. Das ist nun mal so, dass viele Menschen Rassismus einfach nicht tolerieren.


Das ist ja auch normal, dass viele Menschen - immer noch eine deutliche Mehrheit - Rassismus nicht tolerieren. Wo kämen wir sonst hin?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Do 24. Okt 2019, 14:13

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Oct 2019, 10:13)

Pauschale Hetze gegen pauschal alle Ausländer geht gar nicht. Das tun aber nur rechtsextreme Dumpfbacken.
Kritik an Mißständen, schlechtem Verhalten einer Gruppe oder Kriminalität durch eine Gruppe wird jedoch auch gern als pauschale Hetze abgetan.... ist ein Zeichen von Hilflosigkeit und positivem Rassismus.
Wer osteuropäische Einbrecherbanden nicht so toll findet, hetzt nicht pauschal gegen alle Osteuropäer.
Wer gruppenvergewaltigende junge Araber genauso scheiße findet wie deutsche, hetzt nicht pauschal gegen alle Araber.
Wer der Meinung ist, Gleichberechtigung von Mann und Frau sei ein hohes Gut, oder dass ein junges Mädchen sich seinen Freund selbst aussuchen sollte, oder dass in diesem Land sowohl Männern als auch Frauen zur Begrüßung die Hand geschüttelt wird, hetzt nicht pauschal gegen alle Muslime.
Ich weiß, dass du das völlig anders siehst und niemals auch nur einen Hauch von Mißstand an einem Nicht-Deutschen finden, geschweige denn kritisieren würdest.

Ich kann das überall öffentlich so sagen, denn die meisten sehen es ähnlich wie ich. Kritik, wenn sie angebracht ist, Hetze nicht dulden.


Doch, selbstverständlich ist solch eine allgemein formulierte Kritik ein pauschales Hetzen, nennt man gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Wirst du selbst geschädigt von einer Bande, dann ist das was anderes, diese Dinge zu verurteilen. Weil man ja in seiner persönlichen Integrität verletzt worden ist. Aber "gruppenvergewaltigende junge Araber" ist nun wieder solch eine pauschale Hetze. Da sind immer ganz konkrete Täter, die man finden, verurteilen und bestrafen sollte, aber keine "jungen Araber" so ganz allgemein. Das ist ein Unterschied. Und ja, auch wenn diese Handschüttelei, die nicht wie gewünscht erfolgt, verbunden wird mit "bei uns ist das so und so", aber "ihr macht das nicht und das lehnen wir ab", das ist ebenso eine pauschale Verurteilung einer ganzen Gruppe. Eigentlich ganz leicht zu verstehen. Sprich doch mit deinem muslimischen Nachbarn darüber und erklär ihm, dass du die Sache so und so siehst, aber hör auf, alle und jeden und ganze Gruppen mal eben so pauschal zu verurteilen. Beziehungsweise machs weiter so. Das sagt dann halt viel aus...
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Do 24. Okt 2019, 14:29

odiug hat geschrieben:(24 Oct 2019, 11:33)

Wenn die Menschen völlig enthemmt ihrer "Meinung" in der Öffentlichkeit kund tun, dann sieht das so aus:

Und wegen dieser xxxlöcher ist es okay, einen Lucke niederzubrüllen und einen de Maiziere nicht reden zu lassen? Denn darum drehte sich ja die Diskussion, die du nicht verstehst.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Do 24. Okt 2019, 14:33

Selina hat geschrieben:(24 Oct 2019, 14:13)

Doch, selbstverständlich ist solch eine allgemein formulierte Kritik ein pauschales Hetzen, nennt man gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Wirst du selbt geschädigt von einer Bande und die ist aus Osteuropa, dann ist das was anderes, diese Dinge zu verurteilen. Weil man ja in seiner Integrität verletzt worden ist. Aber "gruppenvergewaltigende junge Araber" ist nun wieder solch eine pauschale Hetze. Da sind immer ganz konkrete Täter, die man finden, verurteilen und bestrafen sollte, aber keine "jungen Araber" so ganz allgemein. Das ist ein Unterschied. Und ja, auch wenn diese Handschüttelei, die nicht wie gewünscht erfolgt, verbunden wird mit "bei uns ist das so und so", aber "ihr macht das nicht und das lehnen wir ab", das ist ebenso eine pauschale Verurteilung einer ganzen Gruppe. Eigentlich ganz leicht zu verstehen. Sprich doch mit deinem muslimischen Nachbarn darüber und erklär ihm, dass du die Sache so und so siehst, aber hör auf, alle und jeden und in ganzen Gruppen zu verurteilen. Beziehungsweise machs weiter so. Das sagt dann halt viel aus...


Mir ging es immer um konkrete Gruppen und nicht um pauschal alle.
Gibt übrigens genug Muslime, die sehr wohl allen Anwesenden die Hand schütteln, insofern war meine Kritik nicht auf ausnahmslos alle gemünzt, das wäre doch Blödsinn. War auch nur ein Beispiel. Kritik oder Ablehnung konkreter Menschen hat eben nichts mit pauschaler Hetze zu tun oder Verurteilung ganzer Gruppen, kapierst du das nicht? Nimm es hin, dass fremdländische Herkunft oder exotisches Äußeres nicht für jeden Anlass ist, deren eventuelles schlechtes Benehmen kritiklos hinzunehmen. Ich kenne niemanden, der das anders sieht, außer vielleicht eine Freundin, die ausnahmslos jeden Ausländer kumpelhaft duzt, aber deutsche Erwachsene siezt.

PS wie kann man als Frau eigentlich nicht konkrete Gruppenvergewaltiger kritisieren? Woher kommt diese knietiefe Verbeugung?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Do 24. Okt 2019, 14:44

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Oct 2019, 14:33)

Mir ging es immer um konkrete Gruppen und nicht um pauschal alle.
Gibt übrigens genug Muslime, die sehr wohl allen Anwesenden die Hand schütteln, insofern war meine Kritik nicht auf ausnahmslos alle gemünzt, das wäre doch Blödsinn. War auch nur ein Beispiel. Kritik oder Ablehnung konkreter Menschen hat eben nichts mit pauschaler Hetze zu tun oder Verurteilung ganzer Gruppen, kapierst du das nicht? Nimm es hin, dass fremdländische Herkunft oder exotisches Äußeres nicht für jeden Anlass ist, deren eventuelles schlechtes Benehmen kritiklos hinzunehmen. Ich kenne niemanden, der das anders sieht, außer vielleicht eine Freundin, die ausnahmslos jeden Ausländer kumpelhaft duzt, aber deutsche Erwachsene siezt.

PS wie kann man als Frau eigentlich nicht konkrete Gruppenvergewaltiger kritisieren? Woher kommt diese knietiefe Verbeugung?


Konkreter Menschen? Das ist etwas anderes. Schrieb ich ja oben. Bitte genau lesen, wenn du Fragen stellst und Antworten erhalten willst. Sobald deine persönliche Integrität (oder die deiner dir nahestehenden Menschen) durch eine Bande oder einen Vergewaltiger verletzt wird, dann kannst/sollst du das doch selbstverständlich kritisieren und verurteilen. Und das ganz entschieden. Logisch. Mache ich doch auch. Macht jeder. Was aber nicht geht, ist, gleich mal für alle zu sprechen und den Stab über ganze Gruppen zu brechen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Do 24. Okt 2019, 14:50

Selina hat geschrieben:(24 Oct 2019, 14:44)

Konkreter Menschen? Das ist etwas anderes. Schrieb ich ja oben. Bitte genau lesen, wenn du Fragen stellst und Antworten erhalten willst. Sobald deine persönliche Integrität durch eine Bande oder einen Vergewaltiger verletzt wird, dann kannst/sollst du das doch selbstverständlich kritisieren und verurteilen. Und das ganz entschieden. Logisch. Mache ich doch auch. Macht jeder. Was aber nicht geht, ist, gleich mal für alle zu sprechen und den Stab über ganze Gruppen zu brechen.


Konkrete Gruppen oder Menschen sind eben nicht pauschal alle.
Wenn 10 über ein Mädchen herfallen, dann ist das eine konkrete Gruppe, die ungeachtet ihrer Herkunft oder Ethnie sehr wohl kritisiert werden darf, auch wenn einige Wohlmeinende das als Hetze ansehen.
Da wird kein Stab über ausnahmslos alle gebrochen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Do 24. Okt 2019, 15:10

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Oct 2019, 14:50)

Konkrete Gruppen oder Menschen sind eben nicht pauschal alle.
Wenn 10 über ein Mädchen herfallen, dann ist das eine konkrete Gruppe, die ungeachtet ihrer Herkunft oder Ethnie sehr wohl kritisiert werden darf, auch wenn einige Wohlmeinende das als Hetze ansehen.
Da wird kein Stab über ausnahmslos alle gebrochen.


Nur mal zur Veranschaulichung, was mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gemeint ist: Wenn der Vergewaltiger Wilhelm K. aus Offenburg festgenommen und später verurteilt wird, sagst du doch auch nicht, "die Offenburger sind Vergewaltiger". Warum nicht? Weil es um den konkreten Wilhelm K. geht und nicht um alle Offenburger. Und selbst bei einer Gruppenvergewaltigung geht es um soundsoviele einzelne Täter im Alter von ... bis..., und neuerdings in Polizeiberichten auch mit Nennung der Herkunft, aber immer konkret an den jeweiligen Tatverdächtigen gebunden. Pauschal "Nafris" oder anderen derartigen Mist zu verwenden, ist eben genau diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Do 24. Okt 2019, 15:23

Selina hat geschrieben:(24 Oct 2019, 15:10)

Nur mal zur Veranschaulichung, was mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gemeint ist: Wenn der Vergewaltiger Wilhelm K. aus Offenburg festgenommen und später verurteilt wird, sagst du doch auch nicht, "die Offenburger sind Vergewaltiger". Warum nicht? Weil es um den konkreten Wilhelm K. geht und nicht um alle Offenburger. Und selbst bei einer Gruppenvergewaltigung geht es um soundsoviele Täter im Alter von ... bis..., und neuerdings auch mit Nennung der Herkunft, aber immer konkret an den jeweiligen Tatverdächtigen gebunden. Niemals pauschal "Nafris" oder anderen derartigen Mist.


Richtig. Hat wer etwas anderes behauptet? Ich spreche von konkreten Gruppen/Menschen, du unterstellst eine pauschale Hetze gegen alle. Was ist denn so unklar an einer konkreten Gruppe? Wenn die Jungs allesamt aus Nafris bestehen, kann man von einer konkreten Gruppe Nafris sprechen, die etwas getan hat, was der eine oder andere kritisiert. Das ist dann keine pauschale Hetze gegen sämtliche Nordafrikaner.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Moses » Do 24. Okt 2019, 16:31

Selina hat geschrieben:(24 Oct 2019, 15:10)

Nur mal zur Veranschaulichung, was mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gemeint ist: Wenn der Vergewaltiger Wilhelm K. aus Offenburg festgenommen und später verurteilt wird, sagst du doch auch nicht, "die Offenburger sind Vergewaltiger". Warum nicht? Weil es um den konkreten Wilhelm K. geht und nicht um alle Offenburger. Und selbst bei einer Gruppenvergewaltigung geht es um soundsoviele einzelne Täter im Alter von ... bis..., und neuerdings in Polizeiberichten auch mit Nennung der Herkunft, aber immer konkret an den jeweiligen Tatverdächtigen gebunden. Pauschal "Nafris" oder anderen derartigen Mist zu verwenden, ist eben genau diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Hast Du Deine eigene Definition schon mal auf Deine pauschalen Urteile gegen AfD-Wähler angewendet?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon odiug » Do 24. Okt 2019, 16:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Oct 2019, 14:29)

Und wegen dieser xxxlöcher ist es okay, einen Lucke niederzubrüllen und einen de Maiziere nicht reden zu lassen? Denn darum drehte sich ja die Diskussion, die du nicht verstehst.

Ich habe mir glatt überlegt, ob ich nicht auch ein Video vom G20 Gipfel in Hamburg verlinken sollte ... ursprünglich hatte ich auch ein Video von den Randalen in Chemnitz ...
Dachte mir aber, beide Videos sind zuviel des Guten ... es geht ja nicht um Gewaltausschreitungen, sondern um ein eher unbestimmtes Gefühl der politisch korrekten Zensur.
Früher nannte man das einfach Anstand ... heute hat man halt einen neu-deutschen Begriff der politischen Korrektheit dafür.
Zum Thema de Maiziere: der Mann hat wirklich kein Problem seine Meinung in der Öffentlichkeit zu sagen.
Jeder Talk Show nimmt den mit Handkuss ... und Bücher schreibt er ja auch.
Bei dem Protest handelt es sich auch um Nötigung ... ist also eigentlich schon juristisch geklärt.
Die Frage ist nur, wird es auch verfolgt.
Dass die Polizei aber nicht mit Schlagstöcken den Weg freiprügelte, finde ich in Ordnung.
Man muss nicht alles eskalieren ... vor allem nicht so einen Schwachsinn.
Was nun Lucke betrifft: hier trifft Beamtenrecht auf Meinungsfreiheit und studentische Mitbestimmung an einer Universität.
Er ist ja wieder Prof, nachdem er in seiner politischen Karriere scheiterte und er wird auch weiter Vorlesungen veranstalten ... tut er jetzt ja auch ganz ohne Zwischenfälle.
Dass er sich aber vor den Studenten auch zu seiner Rolle bei der AfD zu rechtfertigen hat, halte ich eigentlich für richtig.
Ich fände ein solches Seminar von Lucke sogar für wichtig ... da könnten so einige was lernen bei.
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Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:

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