EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 8849
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 10. Sep 2019, 16:15

Mal abgesehen davon dass ihr Link zur Erkrankung von Frau Schwesig führt, fällt das was sie hier ständig von sich geben nicht unter Spam? Zitat "Nutzungsbedingungen"

"§ 8 Spam

In allen anderen Fällen inkl. Strangeröffnungen:
c. Beiträge die ohne eigenen Kommentar aus anderen Quellen kopiert und in das Forum eingefügt werden (copy & paste). Erforderlich sind der Quellnachweis mit Link und eine eigene Stellungnahme, die über die Strang- oder Textüberschrift hinaus geht und in einem angemessenem Verhältnis zum zitierten Text steht, …"

Oder ist "Brexit-Showdown im Unterhaus/Protest, Rebellion,Chaos" ihre Stellungnahme? Oder weiter oben "Brexit-Streit: Tumulte bei Parlamentsschließung in London", "Parlament schmettert Johnsons Antrag auf Neuwahlen ab"? Aber vielleicht hab ich auch ein falsches Verständnis von einer Stellungnahme, oder ich versteh die Nutzungsbedingungen falsch. Langer Rede kurzer Sinn, eigentlich interessiert mich ihre Meinung zu den Links die sie hier reinstellen. Ein Satz würde ja schon reichen.
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 3669
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: National Security Advisor

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 10. Sep 2019, 16:25

Ger9374 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 13:56)

Eine Verlängerung bringt keinerlei fortschritt.
Johnson wird so oder so der E.U den Schwarzen Peter versuchen unter zu jubeln . .Dabei werden die britischen Medien ihn mehrheitlich unterstützen.


Eben.
Es reicht auch irgendwann.
Man muss sich auch um anderes kümmern, sollen die Briten sich mit sich selber beschäftigen.
Die sollen einfach nur noch gehen!
Memento mori
-Römisches Sprichwort
lili
Beiträge: 6840
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Di 10. Sep 2019, 16:40

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 16:15)

Mal abgesehen davon dass ihr Link zur Erkrankung von Frau Schwesig führt, fällt das was sie hier ständig von sich geben nicht unter Spam? Zitat "Nutzungsbedingungen"

"§ 8 Spam

In allen anderen Fällen inkl. Strangeröffnungen:
c. Beiträge die ohne eigenen Kommentar aus anderen Quellen kopiert und in das Forum eingefügt werden (copy & paste). Erforderlich sind der Quellnachweis mit Link und eine eigene Stellungnahme, die über die Strang- oder Textüberschrift hinaus geht und in einem angemessenem Verhältnis zum zitierten Text steht, …"

Oder ist "Brexit-Showdown im Unterhaus/Protest, Rebellion,Chaos" ihre Stellungnahme? Oder weiter oben "Brexit-Streit: Tumulte bei Parlamentsschließung in London", "Parlament schmettert Johnsons Antrag auf Neuwahlen ab"? Aber vielleicht hab ich auch ein falsches Verständnis von einer Stellungnahme, oder ich versteh die Nutzungsbedingungen falsch. Langer Rede kurzer Sinn, eigentlich interessiert mich ihre Meinung zu den Links die sie hier reinstellen. Ein Satz würde ja schon reichen.


Sorry das war ein falscher Link. Ich habe ihn korrigiert.
Wer ein Beruf ergreift, ist verloren.

Henry David Thoreau
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10751
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » Di 10. Sep 2019, 16:46

Eiskalt hat geschrieben:(10 Sep 2019, 16:25)

Eben.
Es reicht auch irgendwann.
Man muss sich auch um anderes kümmern, sollen die Briten sich mit sich selber beschäftigen.
Die sollen einfach nur noch gehen!

Was ich nicht für möglich gehalten habe, ist eingetreten: Ja, ich bin auch dafür, dass GB die EU verlässt, mit Vertrag.
Nicht aus dem Grund, dass die EU Wichtigeres zu tun hätte, sondern weil diese Ausgeburt einer teuflischen Fantasie namens Johnson es in wenigen Wochen
geschafft hat, nicht nur im Parlament, sondern auch in der Bevölkerung eine Aggression zu erzeugen, deren Auswirkungen sich schon durch Familien und Freunde ziehen.

Ja, ein zweites Referendum wird vermutlich pro remain ausgehen, ja, die pro-europäischen Stimmen werden auch im Parlament eine Mehrzahl erreichen,
aber den Riss, der sich durch UK zieht, die gegenseitigen Verletzungen, die muss das brit. Volk alleine heilen, ohne den Ausweg, dabei nach der EU zu schielen.
Ich hoffe nur, es dauert nicht zu lange, und falls es zu einem Austritt ohne Vertrag kommen sollte, dass der zusätzliche Hass zwischen Nordirland und Dublin nicht wieder ausbricht.
Benutzeravatar
garfield336
Beiträge: 12323
Registriert: Mo 25. Mär 2013, 21:05

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 10. Sep 2019, 16:55

Eiskalt hat geschrieben:(10 Sep 2019, 13:31)

Was soll denn die Verlängerung bringen ausser weiterhin Unsicherheit?


Nichts, dennoch wird die EU einer Verlängerung zustimmen.

Ich bin mir sicher dass man der Verlängerung aber eine Bedingung anknüpft.
Auch das Datum 31.Jan scheint fraglich. Was soll eine solche kurze Verlängerung bringne?

Ich plädiere daher für 2Jahre.

Boris wird eh die Bedingungen zurückweisen, und dann haben die den No-Deal.
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 3669
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: National Security Advisor

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 10. Sep 2019, 17:01

garfield336 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 16:55)

Nichts, dennoch wird die EU einer Verlängerung zustimmen.

Ich bin mir sicher dass man der Verlängerung aber eine Bedingung anknüpft.
Auch das Datum 31.Jan scheint fraglich. Was soll eine solche kurze Verlängerung bringne?

Ich plädiere daher für 2Jahre.

Boris wird eh die Bedingungen zurückweisen, und dann haben die den No-Deal.


Ich bin mir auch sicher das man in der EU so doof sein und dem zustimmen wird.
Memento mori
-Römisches Sprichwort
Maikel
Beiträge: 594
Registriert: So 4. Jun 2017, 19:44

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Maikel » Di 10. Sep 2019, 18:13

Einen interessanten für mich neuen Apekt bringt die FAZ in gleich zwei Beiträgen:
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brexit-optionen-johnsons-fast-ausweglose-lage-16377523.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3
https://www.faz.net/aktuell/brexit/brexit-szenarien-wie-es-jetzt-fuer-boris-johnson-weitergehen-kann-16377314.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Demnach sind die Tories jetzt ja nicht mehr auf die DUP angewiesen (da sie auch zusammen mit denen keine Mehrheit haben); deshalb braucht weniger Rücksicht auf die nord-irischen Interessen genommen zu werden.

In einem Szenario könnte das dazu führen, daß Grenzkontrollen zwischen Nord-Irland und dem "Rest" von GB eingeführt werden (was Frau May noch strikt abgelehnt hatte). Somit könnte "Rest-GB" wie gewollt Freihandelsabkommen etc. mit beliebigen anderen Staaten abschließen.
Die menschliche Sprache ist einzigartig, aber nicht eindeutig.
Jeder Versuch, sich mitzuteilen, kann nur mit dem Wohlwollen der anderen gelingen.
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Di 10. Sep 2019, 19:00

Wähler hat geschrieben:(10 Sep 2019, 07:22)

EFTA - Kooperation mit der Europäischen Union
https://www.anwalt.org/europaeische-freihandelszone/
"1992 schlossen die damaligen sechs EFTA-Staaten ein Freihandelsabkommen mit der EU: Den Europäischen Wirtschaftsraum, EWR ...Der EWR unterscheidet sich vom Binnenmarkt der EU alleine durch die Tatsache, dass er keine Zollunion beinhaltet. Somit kann der Import von Gütern aus Nicht-EWR-Staaten nach Norwegen, Island oder in die Europäische Union mit jeweils unterschiedlichen Zöllen belegt werden.
Über die vier Grundfreiheiten hinaus kooperieren die Staaten dieser EFTA-EU-Freihandelszone in verschiedenen Bereichen wie Forschung, Umwelt- und Verbraucherschutz."

Fehlende Zollunion bedeutet, dass die EFTA-Staaten Aushandelsverträge mit Ländern außerhalb des EWR einzeln abschließen dürfen, um die WTO-Grundzölle und andere Handelsbarrieren abzuschaffen. In Zeiten eines Handelskrieges zwischen China und den USA sollte man auch die Vorteile des EWR sehen. Wenn die Briten "Einzelkämpfer" werden wollen, dann dürfen sie das auch.


Die am EWR (z.B. Norwegen) oder über bilaterale Verträge (z.B. Schweiz) teilnehmenden Länder müssen aber trotzdem in die EU-Kasse einbezahlen, und zwar nicht zu knapp. Warum eigentlich? Wofür wird das Geld verwendet?

Und warum gibt es die vier Grundfreiheiten nur im Viererpack?

Mir scheint, dass viele der Probleme, die hier im Strang diskutiert werden, mit der EU und ihrer Art, ihren Markt abzuschirmen, zu tun haben.

Dennoch fällt auf: Die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island - also alle westeuropäischen Ländern, die nicht in der EU sind, sind wesentlich reicher als vergleichbare Länder in der EU. Gibt es hier einen Zusammenhang?
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 6565
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Fliege » Di 10. Sep 2019, 19:17

Julian hat geschrieben:(10 Sep 2019, 19:00)
Die am EWR (z.B. Norwegen) oder über bilaterale Verträge (z.B. Schweiz) teilnehmenden Länder müssen aber trotzdem in die EU-Kasse einbezahlen, und zwar nicht zu knapp. Warum eigentlich? Wofür wird das Geld verwendet?

Der EU entstehen Kosten auch durch assoziierte Mitglieder.

Julian hat geschrieben:(10 Sep 2019, 19:00)
Und warum gibt es die vier Grundfreiheiten nur im Viererpack?

Die vier Grundfreiheiten beziehen sich auf EU-interne Vorgänge. Das könnte man auch anders handhaben, um Einwanderung in Sozialsysteme zu verhindern.

Julian hat geschrieben:(10 Sep 2019, 19:00)
Mir scheint, dass viele der Probleme, die hier im Strang diskutiert werden, mit der EU und ihrer Art, ihren Markt abzuschirmen, zu tun haben.

Marktabschirmung inssondere mit Blick auf Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion geht in Ordnung, um EU-auswärtige Billig- und Schrottanbieter vom fern zu halten. Der Nährstand, so nannte man früher alles rund um Landwirtschaft und Lebensmittelprodukton, hat, da es um Daseinsvorsorge geht, höchste Schutzpriorität.

Julian hat geschrieben:(10 Sep 2019, 19:00)
Dennoch fällt auf: Die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island - also alle westeuropäischen Ländern, die nicht in der EU sind, sind wesentlich reicher als vergleichbare Länder in der EU. Gibt es hier einen Zusammenhang?

Es handelt sich um Länder, die klar auf Marktwirtschaft setzen. Wer das tut, ist deutlich im Vorteil.
"Im Kanzleramt regiert eine No-Covid-Sekte" (Susanne Gaschke, Ex-SPD-Mitglied). — "Wir glauben euren Versprechungen nicht mehr" (Demonstranten, Italien).
Kohlhaas
Beiträge: 5077
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Di 10. Sep 2019, 20:11

Ger9374 hat geschrieben:(10 Sep 2019, 13:56)

Eine Verlängerung bringt keinerlei fortschritt.
Johnson wird so oder so der E.U den Schwarzen Peter versuchen unter zu jubeln . .Dabei werden die britischen Medien ihn mehrheitlich unterstützen.

Ja, genau das wird er versuchen. Ich finde nur, die EU sollte ihm dafür nicht auch noch die Munition liefern. Seit mehreren Monaten hat die EU genau gar nichts getan. Sie hat nur interessiert-entsetzt zugeschaut, wie sich die Briten selbst/gegenseitig zerlegen. So sollte das auch bleiben. Das dümmste, was die EU machen könnte, wäre, sich im inner-britischen Brexit-Streit zur "Partei" zu machen. Genau das würde aber passieren, wenn die EU eine Verlängerung ablehnt. Nochmnal: Lasst die Briten doch ihr Ding machen und in Schönheit sterben. Lehnen wir uns doch einfach zurück, schauen wir zu, und betonen wir unablässig, dass wir die Türen für alles denkbaren Alternativen offen halten. Am 31.10. ist GB doch ohnehin raus. Was würde es uns kosten, wenn wir jetzt mal ganz öffentlich sagen würden, dass wir den zerstrittenen Briten auch noch ein Jahr mehr Zeit geben würden?
Benutzeravatar
Misterfritz
Vorstand
Beiträge: 17114
Registriert: So 4. Sep 2016, 15:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badisch Sibirien

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 10. Sep 2019, 20:54

Maikel hat geschrieben:(10 Sep 2019, 18:13)

Einen interessanten für mich neuen Apekt bringt die FAZ in gleich zwei Beiträgen:
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brexit-optionen-johnsons-fast-ausweglose-lage-16377523.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3
https://www.faz.net/aktuell/brexit/brexit-szenarien-wie-es-jetzt-fuer-boris-johnson-weitergehen-kann-16377314.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Demnach sind die Tories jetzt ja nicht mehr auf die DUP angewiesen (da sie auch zusammen mit denen keine Mehrheit haben); deshalb braucht weniger Rücksicht auf die nord-irischen Interessen genommen zu werden.

In einem Szenario könnte das dazu führen, daß Grenzkontrollen zwischen Nord-Irland und dem "Rest" von GB eingeführt werden (was Frau May noch strikt abgelehnt hatte). Somit könnte "Rest-GB" wie gewollt Freihandelsabkommen etc. mit beliebigen anderen Staaten abschließen.
Das wäre echt die witzigste Lösung des Problems: BoJo macht einen Deal mit Backstopp und GB ist zum 31.10. raus.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 3669
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: National Security Advisor

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 10. Sep 2019, 20:55

Kohlhaas hat geschrieben:(10 Sep 2019, 20:11)

Ja, genau das wird er versuchen. Ich finde nur, die EU sollte ihm dafür nicht auch noch die Munition liefern. Seit mehreren Monaten hat die EU genau gar nichts getan. Sie hat nur interessiert-entsetzt zugeschaut, wie sich die Briten selbst/gegenseitig zerlegen. So sollte das auch bleiben. Das dümmste, was die EU machen könnte, wäre, sich im inner-britischen Brexit-Streit zur "Partei" zu machen. Genau das würde aber passieren, wenn die EU eine Verlängerung ablehnt. Nochmnal: Lasst die Briten doch ihr Ding machen und in Schönheit sterben. Lehnen wir uns doch einfach zurück, schauen wir zu, und betonen wir unablässig, dass wir die Türen für alles denkbaren Alternativen offen halten. Am 31.10. ist GB doch ohnehin raus. Was würde es uns kosten, wenn wir jetzt mal ganz öffentlich sagen würden, dass wir den zerstrittenen Briten auch noch ein Jahr mehr Zeit geben würden?

Wertvolle Zeit und Ressourcen.
Es reicht einfach
Memento mori
-Römisches Sprichwort
lili
Beiträge: 6840
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Di 10. Sep 2019, 21:56

Hoffnungsschimmer für die Brexit-Verhandlungen

https://www.sueddeutsche.de/politik/brexit-johnson-news-1.4594623

Hoffentlich kriegen sie es bald hin.
Wer ein Beruf ergreift, ist verloren.

Henry David Thoreau
Eulenwoelfchen

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Sep 2019, 01:00

lili hat geschrieben:(10 Sep 2019, 21:56)

Hoffnungsschimmer für die Brexit-Verhandlungen

https://www.sueddeutsche.de/politik/brexit-johnson-news-1.4594623

Hoffentlich kriegen sie es bald hin.


Da ist wohl mehr der Wunsch die Mutter Ihres Gedankens...und des der SZ.

Johnson hat während des letzten Parlamentsabends im Unterhaus gestern nochmals bekräftigt,
das für ihn eine Verschiebung des Austrittsdatums nicht in Frage komme.

Ob er dann nach der Sommerpause im Parlament zeitlich-taktisch genau dann zurücktritt,
falls es bis dahin kein Misstrauensvotum gibt, und es für das Parlament sehr schwierig werden dürfte,
innerhalb kürzester Zeit einen neuen Premierminister/in zu finden, der auch über eine Mehrheit des hohen Hauses verfügt,
ist nicht ausgemacht. Vor allem, wenn mit Johnson die gesamte Regierung geschlossen zurücktritt.

Oder aber er zockt gnadenlos und macht seine Drohung wahr, brav eine Verschiebung zu beantragen und parallel dazu
ein Regierungsschreiben beizulegen, indem er als amtierender Regierungschef erklärt, dass die Regierung Großbritanniens,
anders wie das Parlament, gegen eine Verschiebung des Austritts ist. Selbst einen no-deal akzeptieren würde.

Und dieser alte Aufguss, Nordirland so quasi als autonome Sonderwirtschaftszone zu akzeptieren, die nicht nur in der EU-Zollunion bliebe,
sondern auch allen anderen EU-Regeln verpflichtet wäre, wie der Niederlassungsfreiheit und dem freien, unkontrollierten Personenverkehr (EU-Reisefreiheitsgarantie innerhalb der EU-Staaten)
ist der allergrößte Witz.*** Und genau das, was besonders das Parlament an der wesentlich probritischeren Lösung des Maydeals zur dreimaligen Ablehnung bewog.
Besonders auch der scheinheiligen Labour-Opposition.

Johnson setzt natürlich raffiniert allerlei Gerüchte über Verhandlungen oder angeblich in Brüssel vorgelegte ernsthafte Lösungsvorschläge der Regierung in die Welt.
Ohne dies auch wirklich zu machen. EU-seitig hört man NULL und NICHTS, dass die britische Seite substanziell neue Lösungsvorschläge gemacht hätte oder sich
von jenen roten Linien wegbewege, die damals schon Theresa May nicht machen mochte und deshalb lediglich dem back-stop und einem Verbleib GBs für zwei Jahre in der Zollunion (nach dem Austritt) zustimmte,
wenn sichergestellt sei, dass man dann auch zügig und schnell seitens der EU zusammen mit GB einen gültigen Handelsvertrag zustande bringt. Der sowohl das Zollunionsproblem löst als auch
die back-stop-Frage löst. Die ja nur Übergangslösung darstellt, mit der man das innerhalb des Austrittsvertrags unlösbare Problem der irisch/nordirischen Grenzfrage zu den eigentlichen
Verhandlungen des neuen Handelsabkommens verschob.

Wenn Boris Johnson von möglichen Verhandlungslösungen spricht, dann meint er eine Lösung ohne back-stop und ohne zweijährige Bindung GBs an die EU-Zollunion nach dem Austritt.
Nichts anderes. Er kann auch gar nichts anderes fordern. Seine eigenen hardcore-Parteikollegen und Regierungsmitglieder würden ihn steinigen. Er wäre politisch tot, wenn er,
mit so einer Sonderlösung Nordirland als Teil Großbritanniens faktisch=sowohl politisch als auch ökonomisch der EU "ausliefern" würde. Und damit ein Teil Großbritanniens dem "Diktat" der
EU-Gesetze und Regeln unterliegen würde und nicht dem, was in Großbritannien gesetzlich gilt und von der Regierung ins Werk gesetzt wird.

No way... :D - Diesen spekulativen, schnell hingeschriebenen Artikel ohne besonders viel Hirnschmalz können Sie vergessen. Ein Artikel, der tagesaktuell einfach irgendwie
die Zeilen füllen musste. Aber in der politischen Analyse mit wenig oder keiner Sicht im Nebulösen umherirrt.

Viel interessanter ist, dass Corbyn offenbar hier im Forum mitliest. Denn erstaunlicherweise fordert er nun doch ein zweites Referendum. Möglicherweise ist in seinem
verbohrten Marxistenhirn doch noch eine letzte Warnlampe angegangen, die ihm leuchtend rot erklärte:
Wenn du weiterhin so doof und merkbefreit agierst und nicht merkst, dass du bei Neuwahlen endgültig abserviert wirst, weil damit der no-deal kommen wird, mit Boris-Hardcoremehrheit,
ist dir nicht mehr zu helfen. Es sei denn, du rufst das britische Volk in letzter Minute zuhilfe, mit einem zweiten Votum zum Brexit und dem jetzigen Wissenstand in der Bevölkerung.

Und natürlich auch mit eindeutiger Fragestellung bzw. Wahlmöglichkeit;

a) Brexit - auch als no-deal Austritt
b) Brexit - nur mit Austrittsvertrag
c) NO BREXIT (God save the UK)

---------------
***
Diese Lösung würde im übrigen bedeuten, dass damit die Grenze der EU zu GB nicht mehr an der physischen Grenzlinie zwischen EU-Staatsgebiet und dem GBs liegen würde,
sondern allein auf britischem Hoheitsgebiet. Was nichts anderes bedeutet, das dort weder EU-Zollbeamte oder Grenzhäuschen aufgestellt werden könnten.
Somit die Grenzkontrolle einer EU-Grenze zu einem Nicht-EU-Land nur vom Nichtmitglied kontrolliert würde, nicht aber von der EU selbst.
Selbsterklärend, dass das wohl weder juristisch noch verstandesmäßig Sinn macht.

Dass wäre in etwa dasselbe, als wenn die baltischen Staaten die EU Grenze auf russisches Territorium verlegen würden und nur Russland kontrolliert,
wer in die baltischen Staaten (möglicherweise gar nicht kontrolliert) einreisen kann und wer nicht. Gleiches würde auch für den Warenverkehr zutreffen.
Alles, was die Russen durchlassen, ist dann in der EU. Und muss von dieser akzeptiert werden.

So einen wirren Käse habe ich selten gelesen. Da kann die EU nämlich gleich alle Grenzkontrollen abschaffen oder zumindest an allen Grenzen zu Nicht-EU-Staaten
die eigenen Zoll- und Grenzkontrollen abschaffen. *scheibenwischer
Eulenwoelfchen

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Sep 2019, 02:14

Vongole hat geschrieben:(10 Sep 2019, 16:46)

Was ich nicht für möglich gehalten habe, ist eingetreten: Ja, ich bin auch dafür, dass GB die EU verlässt, mit Vertrag.
Nicht aus dem Grund, dass die EU Wichtigeres zu tun hätte, sondern weil diese Ausgeburt einer teuflischen Fantasie namens Johnson es in wenigen Wochen
geschafft hat, nicht nur im Parlament, sondern auch in der Bevölkerung eine Aggression zu erzeugen, deren Auswirkungen sich schon durch Familien und Freunde ziehen.


Nein. Ich bin nicht dafür. Weder mit, schon gar nicht ohne Vertrag. Den es auch nicht geben wird, weil es dafür nicht einmal unter der nach aktueller politischer Lage
gemäßigten Theresa May und ihrer Regierung eine Mehrheit im Parlament gab. Wieso sollte ausgerechnet unter Boris Johnson der Austrittsvertrag (May-deal) möglich werden?
Eine andere Lösung, etwa der totale Wegfall des backstop und GBs Verbleib für die Übergangsphase von zwei Jahren in der EU-Zollunion, bis ein eigentlicher Vertrag
ausgehandelt ist, ist für die EU unannehmbar, will sie sich nicht selbst auflösen und gegen Ihre eigenen Regeln und (demokratischen) Prinzipien verstoßen.
Die sie mit vielen Mühen und gegen viele Widerstände als weltweit einzigartiges Unionsmodell gegen alte Nationalismen und Egoismen zustande brachte und
bisher auch gegen neue rückwärtsgewandte, vor allem rechtspopulistische Nationalegoismen und Spaltungen gegen den wundervollen Geist
verteidigte, den dieser EU und ihre realen Vision eines friedlichen, und möglichst barrierelosen Miteinanders verkörpert. Egal, aus welchen EU-Mitglieds- oder Partnerland du kommst.

Mit Verlaub, es geht nicht nur darum, bei diesem Brexit, dass GB möglichst nicht noch mehr gespalten wird oder besser, wieder zusammenfindet.
Es geht auch um die Kleinigkeit, dass die EU dabei nicht gespalten wird oder auseinanderfliegt und weiter zusammensteht und -wächst.

Und die tiefe Spaltung bestand schon beim Referendum. Die Mehrheit war, wie du weisst, damals schon knapp, und vor allem, noch gestützt durch
aufhetzende Lüge genährt und andererseits auch von vielen naiven Nichtwählern/innen getragen. Die danach dafür umso entsetzter waren,
nicht zur Wahl gegangen zu sein, weil man einfach zu sicher war, dass es eine Mehrheit für den Austritt geben könne.

Danach wurden in der Folgezeit, nicht erst seit Boris Johnson auf den Plan trat, die Spaltungen und der Hass der beiden Positionen "Remainer" und "Brexiteers"
sowohl politisch als auch quer durch Familien immer tiefer. Gipfelten in dem Attentat auf eine Politikerin.
Und damals stand noch das Ringen um den Maydeal, also noch ein Austritt mit Vertrag, im Vordergrund.

Wieso sollte jetzt ein Austritt mit Vertrag, dessen möglichen Inhalt einer beidseitig akzeptierten Lösung wohl nur du und der da oben "en Detail" kennt,
den Riss kitten? Wieso kann ein zweites Referendum und ein NICHT-Austritt dazu führen, die Risse und Feindschaften irgendwann wieder kleiner werden?

Vor allem, wenn ein zweites Referendum des britischen Volkes einen Austritt mit Wissenstand anno 2019/20 ablehnen würde. Und damit
politische Hasardeure, Lügner und Falschspieler vom Schlage eines Boris Johnson als leere Hose endgültig entlarvt und (demokratisch) entmachtet würden.

Ein zweites Referendum, der Land vor einer fortdauernden politische Spaltung und in eine ökonomische Katastrophe bewahren könnte. Eine Katastrophe, von deren
akuten kurzzeitigen Verwerfungen, aber auch den schleichenden, längerfristigen negativen Folgen für GB und seine Ökonomie sich die
meisten Leuten vermutlich auch heute noch keine richtigen Vorstellungen machen.

Oder glaubt tatsächlich jemand, dass die WTO-Regeln eine gute Basis für ein künftiges Verhältnis zwischen EU und GB, auch und vor allem
für die britische Seite darstellen können? - Denn dass sich beide Seiten bald und schnell auf einen endgültigen (neuen) Handelsvertrag einigen werden,
kann man getrost als schönen Traum abhaken. Man war ja nicht mal imstande, innerhalb von drei Jahren eine Übergangslösung für zwei Jahre
zustande zu bringen. Im Gegenteil.

So eine Übergangslösung mit beidseitig akzeptablen Austrittsvertrag (wie dem "Maydeal") ist tot, wie nicht nur Johnson neuerdings erklärte. Obwohl diese Erkenntnis nicht von ihm stammt,
sondern vom britischen Unterhaus, das per Abstimmung genau das DREIMAL lange vor ihm nicht nur erklärte, sondern mehrheitlich beschloß. :dead:

Vongole hat geschrieben:(10 Sep 2019, 16:46)


Ja, ein zweites Referendum wird vermutlich pro remain ausgehen, ja, die pro-europäischen Stimmen werden auch im Parlament eine Mehrzahl erreichen,
aber den Riss, der sich durch UK zieht, die gegenseitigen Verletzungen, die muss das brit. Volk alleine heilen, ohne den Ausweg, dabei nach der EU zu schielen.
Ich hoffe nur, es dauert nicht zu lange, und falls es zu einem Austritt ohne Vertrag kommen sollte, dass der zusätzliche Hass zwischen Nordirland und Dublin nicht wieder ausbricht.


Der Riss quer durch die Gesellschaft, die politischen Parteien als auch bis tief in Familien hinein, der in GB entstanden ist, übrigens nicht durch die EU, sondern durch die
Politik und viele Anti-EU-Fakebotschaften über Jahrzehnte gegen die EU in Britannien selbst, kann natürlich nur von dem oder denen "geheilt" werden, die diesen
langjährigen Schaden auch angerichtet haben. Dem britischen Volk und dortigen Politikern, die diesen Katastrophenweg endlich korrigieren müssen, indem sie das
eigene Volk nicht länger belügen ... und um seine Zukunft, besonders die Generation der Kinder und Kindeskinder betrügen.

Der andere Weg ist für mich der erfolgsversprechendere, um die Spannungen abzubauen und wieder mehr Gemeinsamkeit herzustellen. Sofern er ehrlich angegangen würde,
zum Beispiel mit einem zweiten Referendum, bei dem es eine klare und differenzierte Fragestellung gibt:
Nachdem den Menschen die tatsächlichen Zusammenhänge und Folgen eines Austritts auch offen und ehrlich in ihren Folgen erklärt wurden bzw. werden.

Und andererseits auch endlich mal mehr darüber geredet würde, wie sehr und wieviel GB in der Vergangenheit VON der EU-Mitgliedschaft profitierte.
Vor allem die Menschen insgesamt in Britannien. Nicht etwa elitäre Holzköpfe wie Johnson, der in seiner existenziell privilegierten Geburtsherkunft und den damit verbundenen
Bildungschancen und Möglichkeiten sowieso jenseits von normalen Maßstäben und Herausforderungen/Schwierigkeiten lebte und weiter leben wird. Völlig andere Lebensumstände wie die des Boris Johnson, die ein Durchschnittsbrite/in vor der Brust hat und meistern muss.

Wieso sollte ein zweites Referendum, das für den Verbleib der EU votiert, nicht genauso heilsam sein können, um die Risse und Spannungen in der britischen Gesellschaft
wieder zu heilen und das Volk wieder zu mehr Gemeinsamkeit zu führen?

Es wäre -nicht nur Aufgabe der britischen Politik- sondern auch der EU, dafür eine gemeinsame Basis zu schaffen, die den Menschen in GB einfach besser zeigt,
dass eine Gemeinschaft wie die EU vorteilhaft und stark ist, und beide Seiten davon profitieren. Die politische Energie auf hier offene Baustellen beidseitig sachorientiert zu lenken,
wäre viel sinnvoller und auch lösungsmöglicher als dieses depperte Austrittsverhandlungs- und Grenzfragengedödel. Von dem mittlerweile jeder weiss, wie tödlich,
gegen die Menschen gerichtet, tiefer denn je spaltend, weil aus- bzw. abgrenzend, statt gemeinsam verbindend, das ist bzw. werden wird. Und zwar in tagtäglich gelebter und negativ erlebter Realität der
ganz normalen Menschen, diesseits und jenseits des Ärmelkanals.

Liebe Britinnen und Briten: ES MUSS UNBEDINGT ein zweites Referendum vor einer Neuwahl geben! HIMMELHERGOTTZAKRAMENTNOCHEINMAL! *Ohne euch ist Europa nur ein halbes Hemd, mit euch aber bärenstark. Wir brauchen euch einfach, wie damals gegen Hitler! - Don't leave us alone, please.
Ger9374

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Mi 11. Sep 2019, 05:39

Ein bemerkenswerter Beitrag für eine
an sich verlorene Sache.
Die Feinde von GB sitzen in der Downing Street 10. Den Umfragen nach vom Volk
positiv bewertet. Brüssel ist gut beraten das Elend nicht endlos laufen zu lassen.
Pro E.U ist nicht mehr gefragt.
lili
Beiträge: 6840
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Mi 11. Sep 2019, 08:28

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2019, 01:00)

Da ist wohl mehr der Wunsch die Mutter Ihres Gedankens...und des der SZ.

Johnson hat während des letzten Parlamentsabends im Unterhaus gestern nochmals bekräftigt,
das für ihn eine Verschiebung des Austrittsdatums nicht in Frage komme.

Ob er dann nach der Sommerpause im Parlament zeitlich-taktisch genau dann zurücktritt,
falls es bis dahin kein Misstrauensvotum gibt, und es für das Parlament sehr schwierig werden dürfte,
innerhalb kürzester Zeit einen neuen Premierminister/in zu finden, der auch über eine Mehrheit des hohen Hauses verfügt,
ist nicht ausgemacht. Vor allem, wenn mit Johnson die gesamte Regierung geschlossen zurücktritt.

Oder aber er zockt gnadenlos und macht seine Drohung wahr, brav eine Verschiebung zu beantragen und parallel dazu
ein Regierungsschreiben beizulegen, indem er als amtierender Regierungschef erklärt, dass die Regierung Großbritanniens,
anders wie das Parlament, gegen eine Verschiebung des Austritts ist. Selbst einen no-deal akzeptieren würde.

Und dieser alte Aufguss, Nordirland so quasi als autonome Sonderwirtschaftszone zu akzeptieren, die nicht nur in der EU-Zollunion bliebe,
sondern auch allen anderen EU-Regeln verpflichtet wäre, wie der Niederlassungsfreiheit und dem freien, unkontrollierten Personenverkehr (EU-Reisefreiheitsgarantie innerhalb der EU-Staaten)
ist der allergrößte Witz.*** Und genau das, was besonders das Parlament an der wesentlich probritischeren Lösung des Maydeals zur dreimaligen Ablehnung bewog.
Besonders auch der scheinheiligen Labour-Opposition.

Johnson setzt natürlich raffiniert allerlei Gerüchte über Verhandlungen oder angeblich in Brüssel vorgelegte ernsthafte Lösungsvorschläge der Regierung in die Welt.
Ohne dies auch wirklich zu machen. EU-seitig hört man NULL und NICHTS, dass die britische Seite substanziell neue Lösungsvorschläge gemacht hätte oder sich
von jenen roten Linien wegbewege, die damals schon Theresa May nicht machen mochte und deshalb lediglich dem back-stop und einem Verbleib GBs für zwei Jahre in der Zollunion (nach dem Austritt) zustimmte,
wenn sichergestellt sei, dass man dann auch zügig und schnell seitens der EU zusammen mit GB einen gültigen Handelsvertrag zustande bringt. Der sowohl das Zollunionsproblem löst als auch
die back-stop-Frage löst. Die ja nur Übergangslösung darstellt, mit der man das innerhalb des Austrittsvertrags unlösbare Problem der irisch/nordirischen Grenzfrage zu den eigentlichen
Verhandlungen des neuen Handelsabkommens verschob.

Wenn Boris Johnson von möglichen Verhandlungslösungen spricht, dann meint er eine Lösung ohne back-stop und ohne zweijährige Bindung GBs an die EU-Zollunion nach dem Austritt.
Nichts anderes. Er kann auch gar nichts anderes fordern. Seine eigenen hardcore-Parteikollegen und Regierungsmitglieder würden ihn steinigen. Er wäre politisch tot, wenn er,
mit so einer Sonderlösung Nordirland als Teil Großbritanniens faktisch=sowohl politisch als auch ökonomisch der EU "ausliefern" würde. Und damit ein Teil Großbritanniens dem "Diktat" der
EU-Gesetze und Regeln unterliegen würde und nicht dem, was in Großbritannien gesetzlich gilt und von der Regierung ins Werk gesetzt wird.

No way... :D - Diesen spekulativen, schnell hingeschriebenen Artikel ohne besonders viel Hirnschmalz können Sie vergessen. Ein Artikel, der tagesaktuell einfach irgendwie
die Zeilen füllen musste. Aber in der politischen Analyse mit wenig oder keiner Sicht im Nebulösen umherirrt.

Viel interessanter ist, dass Corbyn offenbar hier im Forum mitliest. Denn erstaunlicherweise fordert er nun doch ein zweites Referendum. Möglicherweise ist in seinem
verbohrten Marxistenhirn doch noch eine letzte Warnlampe angegangen, die ihm leuchtend rot erklärte:
Wenn du weiterhin so doof und merkbefreit agierst und nicht merkst, dass du bei Neuwahlen endgültig abserviert wirst, weil damit der no-deal kommen wird, mit Boris-Hardcoremehrheit,
ist dir nicht mehr zu helfen. Es sei denn, du rufst das britische Volk in letzter Minute zuhilfe, mit einem zweiten Votum zum Brexit und dem jetzigen Wissenstand in der Bevölkerung.

Und natürlich auch mit eindeutiger Fragestellung bzw. Wahlmöglichkeit;

a) Brexit - auch als no-deal Austritt
b) Brexit - nur mit Austrittsvertrag
c) NO BREXIT (God save the UK)

---------------
***
Diese Lösung würde im übrigen bedeuten, dass damit die Grenze der EU zu GB nicht mehr an der physischen Grenzlinie zwischen EU-Staatsgebiet und dem GBs liegen würde,
sondern allein auf britischem Hoheitsgebiet. Was nichts anderes bedeutet, das dort weder EU-Zollbeamte oder Grenzhäuschen aufgestellt werden könnten.
Somit die Grenzkontrolle einer EU-Grenze zu einem Nicht-EU-Land nur vom Nichtmitglied kontrolliert würde, nicht aber von der EU selbst.
Selbsterklärend, dass das wohl weder juristisch noch verstandesmäßig Sinn macht.

Dass wäre in etwa dasselbe, als wenn die baltischen Staaten die EU Grenze auf russisches Territorium verlegen würden und nur Russland kontrolliert,
wer in die baltischen Staaten (möglicherweise gar nicht kontrolliert) einreisen kann und wer nicht. Gleiches würde auch für den Warenverkehr zutreffen.
Alles, was die Russen durchlassen, ist dann in der EU. Und muss von dieser akzeptiert werden.

So einen wirren Käse habe ich selten gelesen. Da kann die EU nämlich gleich alle Grenzkontrollen abschaffen oder zumindest an allen Grenzen zu Nicht-EU-Staaten
die eigenen Zoll- und Grenzkontrollen abschaffen. *scheibenwischer



Das Problem ist, dass die EU zu viele Fehler macht. Da sind solche gegnerische Angebote ziemlich verführend. Ich bin jetzt keine Rechtspopulistin, aber die EU droht zu scheitern. Man sollte sich fragen warum einige Engländer gegen den Brexit stimmen?
Wer ein Beruf ergreift, ist verloren.

Henry David Thoreau
Benutzeravatar
garfield336
Beiträge: 12323
Registriert: Mo 25. Mär 2013, 21:05

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Mi 11. Sep 2019, 08:59

Die Mehrheit für die Tories ist alles andere als sicher.

Neueste Umfrage: https://www.comresglobal.com/polls/the- ... mber-2019/
Auftraggeber Daily Telegraph.

Cons 30
Labour 29
LibDem 17
Brexit 13


Ich glaube das 30% vermutlich nicht reichen um die Wahl zu gewinnen.
Benutzeravatar
garfield336
Beiträge: 12323
Registriert: Mo 25. Mär 2013, 21:05

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Mi 11. Sep 2019, 09:02

lili hat geschrieben:(10 Sep 2019, 21:56)

Hoffnungsschimmer für die Brexit-Verhandlungen

https://www.sueddeutsche.de/politik/brexit-johnson-news-1.4594623

Hoffentlich kriegen sie es bald hin.


Ich sehe keine Hoffnung. Denn all das ändert nichts an der Tatsache dass die Tories keine Mehrheit haben. Und einige Hardcore Brexiteers jeden Deal abschmettern und Stimmen von Labour nicht zu erwarten sind.
lili
Beiträge: 6840
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Mi 11. Sep 2019, 09:08

garfield336 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 09:02)

Ich sehe keine Hoffnung. Denn all das ändert nichts an der Tatsache dass die Tories keine Mehrheit haben. Und einige Hardcore Brexiteers jeden Deal abschmettern und Stimmen von Labour nicht zu erwarten sind.


Naja vielleicht bringt die EU irgendwann zusammen. Momentan sieht es so aus.
Wer ein Beruf ergreift, ist verloren.

Henry David Thoreau

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste