EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Alter Stubentiger
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » So 8. Sep 2019, 16:55

tabernakel hat geschrieben:(08 Sep 2019, 16:18)

Ich tippe mal drauf dass Johnson das No-Deal Gesetz am Ende schlicht ignoriert, und zur Not eine Verurteilung und ein paar Tage Gefängnis dafür in Kauf nimmt. Von daher wird Macron den Antrag nicht mal ablehnen müssen, es wird wohl keinen geben.

Aber noch ist für Johnson nicht aller Tage Abend, er wird weiterhin immer wieder versuchen die Opposition mit Neuwahlen vor Ende Oktober zu ködern, da er aufgrund der Entscheidung Labors fünf Jahre lang auf einen klassischen Sozialisten an der Spitze zu setzen sehr gute Chancen hat diese haushoch zu gewinnen - trotz Brexit-Debakel! Dann könnte er flugs das Gesetz kippen, und müsste nicht mal mehr einige Tage Gefängnis einkalkulieren. Aber am Ende wird ihm wohl auch das egal sein, Hauptsache "gewonnen" ... zudem Staatsverpflegung und staatlicher Reinigungsservice ja auch nicht zu verachten sind.

Wie viele krachende Wahlniederlagen - trotz eben jeder Johnsons - brauchen Europas Mitte-Linksparteien eigentlich noch bis sie anfangen ihre extrem-linken Flügel und deren Toleranz für Islamisten zu kappen um wieder eine ernstzunehmende Opposition auf die Beine stellen zu können? Gilt für die SPD genauso wie für GBs Labor; unsere Aussenminister waren mal das Aushängeschild deutscher Politik. Erst seit die SPD da einen Hamas- und Iran-Versteher nach dem anderen platziert, und auch sonst kaum noch von "der Linken" zu unterscheiden ist, sind die zum schämen ...


Deine rechtsnationalen Ausfälle gegen die SPD kannst du dir sparen. Es steht dir frei deinen radikalen Unsinn in den diversen Israel-Strängen zu schreiben. Da findest du genug Netanjahu Anhänger die dir zujubeln.

Hier geht es um die Briten. Die haben ganz andere Probleme.
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...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Eulenwoelfchen
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » So 8. Sep 2019, 16:57

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 12:39)

Offenbar ein Freihandelsraum, der sehr auf sich selbst fokussiert ist und seinen Markt gegen äußere Einflüsse eifrig abschottet. Kein Wunder, dass das Vereinigte Königreich mit seiner Weltoffenheit da nicht so recht reinpasst. London möchte sich eben eher mit New York, Schanghai oder Tokio vergleichen und sieht die Wachstumsmärkte eher in China, Indien oder sonstwo außerhalb der EU.


Sie sind einfach oberhalb der Haarspitzen auch noch ignorant und vor allem unwissend wie ein Sack Mehl...

Die EU hat jüngst mit JAPAN ein Handelsabkommen abgeschlossen, dass fast alle Zölle beidseitig eliminiert und diverse andere Handelshindernisse.
Vielleicht ist Ihnen als chronisch erkranktem EU-Diffamierer wenigstens bekannt, wie groß und bedeutend die japanische Ökonomie ist und vor allem,
wie bedeutend japanische Autokonzerne z.B. für GB sind. Und wie sehr auch GB (noch) von diesem Handelsabkommen profitiert...

Ob GB ausgerechnet mit Indien, jenem Land, das GB bis vor nicht allzulanger Zeit gnadenlos als Kolonie ausbeutete, ausgerechnet bessere Handelsoptionen bekommt
wie die EU, muss sich erst noch beweisen. Jedenfalls hat Indien schon mal erklärt, dass es bezüglich Handelsverträgen mit GB keine Eile hätte und man ausserdem
sehr sorgfältig und aufmerksam die Vertragsangebote bzw. -inhalte prüfen werde.

Kurz um, sie sind einfach nur ein verbohrter Stammtisch-Anti-Europäer, der zum Thema Brexit auch noch seine unsägliche Agenda präsentieren will.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » So 8. Sep 2019, 17:47

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 16:55)Deine rechtsnationalen Ausfälle gegen die SPD kannst du dir sparen. Es steht dir frei deinen radikalen Unsinn in den diversen Israel-Strängen zu schreiben. Da findest du genug Netanjahu Anhänger die dir zujubeln.

Hier geht es um die Briten. Die haben ganz andere Probleme.

Du, am Ende bin ich der Enkel einer Deutschen Widerstandskämpferin, also steck Dir Deine "rechtsnationalen Ausfall"-Vorwürfe sonst wo hin! Am besten mit Deinem ganzen Account!

Und am Ende ging es in meinem Vorgängerbeitrag genau um die UK, und zwar um die Folgen davon dass es dort schlicht aktuell keine mitte-links Opposition gibt.
Zuletzt geändert von tabernakel am So 8. Sep 2019, 18:00, insgesamt 1-mal geändert.
Kohlhaas
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » So 8. Sep 2019, 17:59

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 11:10)

Wer wird bei einem harten Brexit dann eigentlich die Grenzkontrollen in Nordirland einrichten?

Wenn ich Boris Johnson richtig verstanden habe, hat er daran kein Interesse; er will die offene Grenze erhalten. Würde also die EU die Grenzkontrollen einrichten, indem man Irland dazu zwingt? Dann hätte die EU den Schwarzen Peter, denn offenbar ist es die EU, die diese Grenze unbedingt haben will.

Dass hier in der Diskussion auch immer diese Formulierung „EU-Außengrenze“ benutzt werden muss! Das ist doch eine Steilvorlage für die Wortverdreher!

Tatsache ist: Wenn GB aus der EU austritt, dann entsteht eine Grenze zwischen der EU und GB. Verantwortlich dafür ist GB, denn GB will aus der EU ausscheiden, nicht umgekehrt. Die Grenze ist dann ebensosehr eine GB-Außengrenze wie eine EU-Außengrenze. Gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation ist dann GB in genau dem gleichen Maße wie die EU verpflichtet, den Warenverkehr zu kontrollieren, der diese Grenze überquert.

Die Behauptung, dass Johnson solche Kontrollen ja gar nicht will und einfach darauf verzichten könnte, ist absurd. Wenn also jemand den „schwarzen Peter“ hat, dann die Briten mit ihrem Brexitwunsch. Die Folgen werden dann auch die Menschen im (noch) britischen Nord-Irland tragen, denn dort – und nicht in der Republik Irland! - wird ein Konflikt wieder aufbrechen, den die EU mühsam befriedet hat.

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 12:22)

Offenbar will die EU ihre Grenze gegen illegale Einwanderer aus fremden Ländern doch eben gerade nicht sichern, wohl aber eine harte Zollgrenze zu einem der zivilisiertesten Staaten der Welt errichten. Das verstehe, wer will.

War ja klar, dass Du mit Deiner „Argumentation“ nur wieder auf das Thema Zuwanderung hinaus wolltest.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » So 8. Sep 2019, 18:00

Schnitter hat geschrieben:(08 Sep 2019, 12:58)

Welche Bedeutung London hat sehen wir dann 3 Jahre nach dem Brexit. :D

Das sehen wir heute schon. Vor ein paar Tagen wurde im Rundfunk berichtet, dass das Handelsvolumen deutscher Unternehmen mit Polen inzwischen höher ist als mit Großbritannien.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » So 8. Sep 2019, 18:05

Den zu erwarteten Verlust von Handelsvorteilen durch das Verlassen der E.U muss GB ersteinmal kompensieren.
Das ist aber allein durch den viel geringeren
GB Markt sehr unwahrscheinlich.
Der Ausgleich durch die Commonwealth
Staaten auch unwahrscheinlich.
Viele dieser Staaten befinden sich selbst in Handelsblöcken eingebunden.
Am wahrscheinlichsten wird GB am meisten durch das £ versuchen wettzumachen.Auf und Abwertung sind dann einfacher möglich.
Alles zusammen ein dickes ? zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung von GB.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » So 8. Sep 2019, 18:14

tabernakel hat geschrieben:(08 Sep 2019, 17:47)

Du, am Ende bin ich der Enkel einer Deutschen Widerstandskämpferin, also steck Dir Deine "rechtsnationalen Ausfall"-Vorwürfe sonst wo hin! Am besten mit Deinem ganzen Account!

Und am Ende ging es in meinem Vorgängerbeitrag genau um die UK, und zwar um die Folgen davon dass es dort schlicht aktuell keine mitte-links Opposition gibt.


Deswegen mußtest du auch gleich unreflektiert gegen alles austeilen was dir "links" erscheint. Und mein Opa war als SPD-Mitglied jemand der bei Nacht und Nebel vor den Nazis fliehen mußte. Bei deinen Ausfällen gegen "links" weiß man da schon was für jemand da schreibt. Wer nicht auf deiner Linie ist wird gleich zum Hamas-Freund und Iran-Versteher erklärt. Das nenn ich mal unverschämt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » So 8. Sep 2019, 18:32

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:14)

Deswegen mußtest du auch gleich unreflektiert gegen alles austeilen was dir "links" erscheint. Und mein Opa war als SPD-Mitglied jemand der bei Nacht und Nebel vor den Nazis fliehen mußte. Bei deinen Ausfällen gegen "links" weiß man da schon was für jemand da schreibt. Wer nicht auf deiner Linie ist wird gleich zum Hamas-Freund und Iran-Versteher erklärt. Das nenn ich mal unverschämt.



Ich befürchte das eure heldenhaften Opa's
sich im Grabe umdrehen würden über was für belanglosen Kram ihr euch aufregt.
Während ihr im warmen lamentiert und höchstens die "Gefahr eines Wunden Fingers besteht" hatten die damals echte
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » So 8. Sep 2019, 18:46

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:14)Deswegen mußtest du auch gleich unreflektiert gegen alles austeilen was dir "links" erscheint. Und mein Opa war als SPD-Mitglied jemand der bei Nacht und Nebel vor den Nazis fliehen mußte.

Was ich anklage ist nicht das traditionelle "links" a'la BRD-Prägung, sondern die Übertreibungen von "links" die sich in den letzten 10 Jahren u.A. in SPD und Labor eingerichtet haben. Die sind vielfältig und haben die SPD genauso unterminiert wie die britische Labor-Partei. Und wenn wir wieder etwas wie eine mitte-links Opposition wollen die bei Wahlen auch nur den Hauch einer Chance hat, dann muss sich das wieder grundlegend ändern.

Alter Stubentiger hat geschrieben:Bei deinen Ausfällen gegen "links" weiß man da schon was für jemand da schreibt. Wer nicht auf deiner Linie ist wird gleich zum Hamas-Freund und Iran-Versteher erklärt. Das nenn ich mal unverschämt.
Zum Hamas-Freund und Iran-Versteher erkläre ich genau diejenigen die sich dies durch ihre Beiträge und ihr tun verdienen. Und bei aktuellen Vorfällen hänge ich dazu noch das passende Zitat oder einen Artikel einer seriösen Quelle als Beleg an. Also genau das was auch Du Dir mal dringend angewöhnen solltest.
Zuletzt geändert von tabernakel am So 8. Sep 2019, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 8. Sep 2019, 18:48

tabernakel hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:46)

Was ich anklage ist nicht das traditionelle "links" a'la BRD-Prägung, sondern die Übertreibungen von "links" die sich in den letzten 10 Jahren u.A. in SPD und Labor eingerichtet haben. Die sind vielfältig und haben die SPD genauso unterminiert wie die britische Labor-Partei. Und wenn wir wieder etwas wie eine mitte-links Opposition wollen die bei Wahlen auch nur den Hauch einer Chance hat, dann muss sich das wieder grundlegend ändern.
Wenn man die SPD als links wahrnimmt, muss man schon sehr weit rechts angesiedelt sein.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » So 8. Sep 2019, 18:50

Misterfritz hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:48) Wenn man die SPD als links wahrnimmt, muss man schon sehr weit rechts angesiedelt sein.
Du, im Vergleich zu "die Linke", die KPD oder ihre Spießgesellen hast Du damit recht. Was mich nicht im geringsten kratzt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » So 8. Sep 2019, 18:58

Ove Haithabu hat geschrieben:(07 Sep 2019, 22:48)
Ich wohne und arbeite seit zwanzig Jahren in Irland, bin mit einer Irin verheiratet, politisch in Dublin involviert und kenne persönlich jemanden der in der mal in der Northern Ireland Assembly gesessen hat. Wenn Sie meinen, ich hätte mich noch nicht mit der irischen Frage befasst, so liegen Sie ein weiteres Mal falsch.

In diesem Fall muss ich Dir bescheinigen, dass Deine Beschäftigung mit der irischen Frage fruchtlos war und zu falschen Ergebnissen geführt hat. Anderenfalls hättest Du die folgenden Zeilen nämlich nicht schmerzfrei schreiben können:

Soviel sei allerdings gesagt : Irland war fester Teil Großbritanniens (mit Abgeordneten im Unterhaus) und keine Kolonie. Und auch die Iren haben nicht immer darauf beharrt, dass Irland unbedingt ein eigener Staat sein muss denn Teil Großbritanniens zu sein, hatte für viele ja auch Vorteile (Vergleichbar mit Schottland).


Schottland blieb eigenständig, wurde nicht kolonisiert, wurde stattdessen 1707 mit England zu einer Union zusammengeschlossen. Irland hingegen wurde systematisch kolonisiert von schottischen und vorwiegend nordenglischen Siedlern. Es gab von Beginn an massive Diskriminierungen der „eingeborenen“ irischen Bevölkerung. Diskriminierungen, die immer wieder zu zigtausenden Hungertoten und Aufständen und Auswanderungswellen geführt haben und in Nordirland bis in die jüngere Vergangenheit anhielten und bis heute spürbar sind.

Für den Fall, dass Dir in Dublin solche Informationen nicht zugänglich sein sollten, füge ich ein paar Links und einige Zitate daraus an:

https://www.nzz.ch/feuilleton/als-irlan ... 1.17633964
(Quellen zum Thema Kolonialismus)

https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag8256.html

Daraus: "Im späten 16., frühen 17. Jahrhundert wird Ulster zur Kolonie", sagt Richard Greyson, Professor für Geschichte an der Londoner Goldsmith University. "Die katholischen Landbesitzer werden verjagt und ihr Land beschlagnahmt, ähnlich wie die Briten es in Indien und Afrika machten im Zug des Kolonialismus." Aus dem katholischen Ulster wird die Hochburg der königstreuen Protestanten: der Kern des Nord-Irland-Konfliktes.“

sowie:

„Die Nachfolger von Heinrich VIII. setzen diese Siedlungspolitik fort. Mit einer Reihe von Strafgesetzen stellt London sicher, dass königstreue Protestanten das Sagen haben. Immer wieder kommt es zu Aufständen gegen die britischen Besatzer. Als 1798 mehr als 30.000 Menschen sterben, beschließt London, die letzten Reste irischer Autonomie zu beseitigen.“


https://www.deutschlandfunkkultur.de/en ... _id=446555
(Hier geht es um den Brexit vor dem Hintergrund des historischen Konflikts des Kolonialismus und der Diskriminierung katholischer Iren)

Zum Thema Diskriminierung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Antiirischer_Rassismus


http://www.ag-friedensforschung.de/regi ... nicra.html
Zitat daraus: „Im Jahr 1945 wurde im britischen Westminster-Parlament das allgemeine Wahlrecht eingeführt, nicht so jedoch in Nordirland. Die unionistischen Eliten wollten der irischen Unterschicht unter keinen Umständen volle Gleichberechtigung gewähren. Stimmbezirke wurden manipuliert, so daß stets eine probritische Mehrheit gesichert war. Zum Beispiel wählten in Derry, der zweitgrößten Stadt Nordirlands, 10000 probritische Unionisten mehr Abgeordnete in den Stadtrat als 20000 irische Nationalisten. Zudem war das Wahlrecht an Haus- oder Grundbesitz gekoppelt. Die britisch-protestantische Mittel- und Oberschicht konnte bei Wahlen mit bis zu zehn Stimmen votieren, die verarmte irisch-katholische Unterschicht mußte teilweise mit nur einer Stimme pro Haushalt auskommen.“

Damit beende ich für mich die Ausflüge in die irische Geschichte. Ich will nur nochmal darauf hinweisen, dass dieser Konflikt seit 800 Jahren mal schwelte und mal offen brannte. Beigelegt worden ist er bis heute nicht. Er konnte in den letzten paar Jahrzehnten lediglich ruhen, weil die EU-Mitgliedschaft sowohl Irlands als auch Großbritanniens es unnötig erscheinen ließ, den Konflikt gewaltsam auszutragen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Zacherli » So 8. Sep 2019, 19:51

Ger9374 hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:32)

Ich befürchte das eure heldenhaften Opa's
sich im Grabe umdrehen würden über was für belanglosen Kram ihr euch aufregt.
Während ihr im warmen lamentiert und höchstens die "Gefahr eines Wunden Fingers besteht" hatten die damals echte
Probleme.Aber als echte Sofa Soldaten könnt ihr wahrscheinlich gar nicht anders als Heldenhaft sich dem Gegner zu stellen;-))

Stehst du etwa vorm Sofa, während du hier große Angriffe startest :?:
Ger9374

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » So 8. Sep 2019, 20:00

Es wäre wünschenswert das der E.U Austritt GB's zu keiner erneuten Spirale der Gewalt in Nordirland führt wie in den 70-80er Jahren. Einer Irischen Wiedervereinigung stehen die Unionisten klar entgegen.Warscheinlich könnten nur klare wirtschaftliche Vorteile die GB treuen zu einer tolerierung einer Irischen Wiedervereinigung führen.
GB sollte froh sein Nordirland loszuwerden.
Muss doch ordentlich Geld zugeschossen werden.So mein Wissensstand!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » So 8. Sep 2019, 20:19

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 16:47)

Vermögen heißt nicht "bar zur Verfügung". Unheimlich viele Griechen und Italiener haben alte Häuschen und Grundstücke in heruntergekommenen Dörfern oder abgelegenen Inseln. Das ist aber Vermögen welches nicht wirklich nutzbar ist für den Italiener der aus diesen Dörfern in die Zentren oder Deutschland gezogen ist.

Deutschland dagegen ist ein Volk von Mietern. Bei uns wurde ja viel zerbombt und konnte nicht wie in den Südländern vererbt werden. Der Deutsche hat also ein sehr gutes Einkommen aber zu hohe Ausgaben. Vor allem für die Mieten. Und dann fehlt es eben an greifbaren Vermögenswerten bei der Unterschicht und unteren Mittelschicht.

Wenn du weiterdenkst erkennst du warum der typische Italiener nun trotzdem weniger für seinen Konsum oder zum sparen hat als der typische Deutsche.


Ich lebe in einer großen Stadt im angeblich prosperierenden Süddeutschland. Ich sehe täglich alte Leute im Müll stochern, ich beobachte die Infrastruktur verrotten, und spüre das Sicherheitsgefühl ob der Gewalt auf offener Straße abnehmen.

Gleichzeitig höre ich die Regierung und die regierungstreuen Medien davon sprechen, wie reich dieses Land doch sei, und wie moralisch gut und wirtschaftlich angemessen es sei, große Geldbeträge nach Süd- und Osteuropa zu transferieren, um dort teilweise viel reichere Menschen zu unterstützen mit Geld, was hierzulande über die viel zu hohen Steuern den Bürgern abgepresst wurde.

Ich finde es nur logisch, dass Großbritannien aus diesem Verein rauswill. Sie schauen eben: Was sind unsere Vorteile, was unsere Nachteile? und wägen ganz pragmatisch ab, ohne den ganzen Schuldkult und Weltrettungsattitüde wie in Deutschland.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon conscience » So 8. Sep 2019, 21:05

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 20:19)
Ich finde es nur logisch, dass Großbritannien aus diesem Verein rauswill. Sie schauen eben: Was sind unsere Vorteile, was unsere Nachteile? und wägen ganz pragmatisch ab, ohne den ganzen Schuldkult und Weltrettungsattitüde wie in Deutschland.


Die deutsche Erinnerungskultur an der Shoa ist an allem Schuld und wird als Schuldkult diffamiert.

Ich hätte nicht gedacht, dass man so tief sinken kann.

Der Boden der Niveaulosigkeit ist nach aller Voraussicht aber noch nicht erreicht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » So 8. Sep 2019, 21:09

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 20:19)

Ich lebe in einer großen Stadt im angeblich prosperierenden Süddeutschland. Ich sehe täglich alte Leute im Müll stochern, ich beobachte die Infrastruktur verrotten, und spüre das Sicherheitsgefühl ob der Gewalt auf offener Straße abnehmen.

Gleichzeitig höre ich die Regierung und die regierungstreuen Medien davon sprechen, wie reich dieses Land doch sei, und wie moralisch gut und wirtschaftlich angemessen es sei, große Geldbeträge nach Süd- und Osteuropa zu transferieren, um dort teilweise viel reichere Menschen zu unterstützen mit Geld, was hierzulande über die viel zu hohen Steuern den Bürgern abgepresst wurde.

Ich finde es nur logisch, dass Großbritannien aus diesem Verein rauswill. Sie schauen eben: Was sind unsere Vorteile, was unsere Nachteile? und wägen ganz pragmatisch ab, ohne den ganzen Schuldkult und Weltrettungsattitüde wie in Deutschland.


Du siehst dass was du sehen willst. Eine "gefühlte" Wirklichkeit. Die Realität sieht anders aus.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » So 8. Sep 2019, 21:12

tabernakel hat geschrieben:(08 Sep 2019, 18:46)

Was ich anklage ist nicht das traditionelle "links" a'la BRD-Prägung, sondern die Übertreibungen von "links" die sich in den letzten 10 Jahren u.A. in SPD und Labor eingerichtet haben. Die sind vielfältig und haben die SPD genauso unterminiert wie die britische Labor-Partei. Und wenn wir wieder etwas wie eine mitte-links Opposition wollen die bei Wahlen auch nur den Hauch einer Chance hat, dann muss sich das wieder grundlegend ändern.

Zum Hamas-Freund und Iran-Versteher erkläre ich genau diejenigen die sich dies durch ihre Beiträge und ihr tun verdienen. Und bei aktuellen Vorfällen hänge ich dazu noch das passende Zitat oder einen Artikel einer seriösen Quelle als Beleg an. Also genau das was auch Du Dir mal dringend angewöhnen solltest.

Was für ein Quatsch. Wird durch ständige Wiederholung nicht wahrer.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » So 8. Sep 2019, 21:20

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 21:09)

Du siehst dass was du sehen willst. Eine "gefühlte" Wirklichkeit. Die Realität sieht anders aus.


Die Realität sieht so aus, dass die Briten es ablehnen, neben den Südländern beispielsweise das stinkreiche Luxemburg - das ein Nettoempfänger der EU ist! - mit ihrem hart erarbeiteten Geld zu subventionieren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 8. Sep 2019, 21:58

Julian hat geschrieben:(08 Sep 2019, 21:20)

Die Realität sieht so aus, dass die Briten es ablehnen, neben den Südländern beispielsweise das stinkreiche Luxemburg - das ein Nettoempfänger der EU ist! - mit ihrem hart erarbeiteten Geld zu subventionieren.
Naja, dann sollen sie doch gehen!
Keiner hält sie, nur sie zieren sich.
Sollen sie doch bitte ihrer glorreichen Zukunft entgegen gehen und gut ist, oder?

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