Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Ger9374

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » So 11. Aug 2019, 11:04

Ich sähe es als gut an wenn das föderalistische Bildungssystem zentralisiert wird, Deutschland leistet sich da eine Schwäche im Europa Vergleich!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Carravaggio » So 11. Aug 2019, 11:15

Ger9374 hat geschrieben:(11 Aug 2019, 11:04)

Ich sähe es als gut an wenn das föderalistische Bildungssystem zentralisiert wird, Deutschland leistet sich da eine Schwäche im Europa Vergleich!

Du willst euer Bildungssystem mit unserem schlechten System verschneiden? Damit eures schlechter wird?
Ger9374

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » So 11. Aug 2019, 14:15

Carravaggio hat geschrieben:(11 Aug 2019, 11:15)

Du willst euer Bildungssystem mit unserem schlechten System verschneiden? Damit eures schlechter wird?



Unsere Bundesländer haben einen derartigen Leistungsunterschied untereinander im Vergleich das ich mich Frage woran das liegt.
Ein Zentralgesteuertes Bildungssystem
würde dies vereinheitlichen.
Wenn dies in Italien der Fall ist sollte dies doch gut sein.!?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Carravaggio » So 11. Aug 2019, 15:08

Das Bildungssystem in Italia ist nazionale. Aber Differenze sind enormi zwischen Sud und Nord.

Auch Università. Nord gut. Sud ganz schlecht.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » So 11. Aug 2019, 19:29

Ger9374 hat geschrieben:(11 Aug 2019, 14:15)

Unsere Bundesländer haben einen derartigen Leistungsunterschied untereinander im Vergleich das ich mich Frage woran das liegt.
Ein Zentralgesteuertes Bildungssystem
würde dies vereinheitlichen.
Wenn dies in Italien der Fall ist sollte dies doch gut sein.!?


Alle Bundesbürger wissen, daß unser föderales Bildungssystem viele Mängel hat, schon rein systemisch. Man stelle sich vor, eine Familie aus Schleswig-Holstein folgt einem guten Stellenangebot des Familienvaters nach Baden-Württemberg. Dann stehen die Schulkinder vor dem Problem, daß sie sich im Unterricht langweilen, weil sie den Stoff längst durchgekaut hatten, oder, schlimmer, sie verstehen nur noch "Bahnhof", weil sie schon die Vorbereitung für den Lehrstoff in Schleswig-Holstein nicht vermittelt bekamen.

Und nun stelle man sich dieses Theater auf europäischer Ebene vor. Zu den Sprachproblemen auch noch völlig unnütze Unterschiede in den Lehrplänen. Dann heißt es Nachhilfeunterricht nehmen, um nicht in einer ganz unangepaßten Altersklasse zu landen... oder eine nationale Schule besuchen, meist mit Internatscharakter. Ich habe Hochachtung vor unseren jungen Leuten, die diesen allgemeinen Wahnsinn meist wegstecken.

Wenn nun ein Umzug nach Neapel ansteht: Gibt es dort "deutsche Schulen", und ist das dann eine mit norddeutschem, westdeutschem, ostdeutschem oder süddeutschem Lehrplan? Na gut, die sprachliche Hürde ist sicher die schlimmste, aber unsere Kultusminister tun ihr Möglichstes, die unvermeidlichen Hürden um vermeidliche zu vermehren.

Dem Arbeitnehmer wird in der heutigen Arbeitswelt erhöhte Anpassungsfähigkeit an Ort und technischen Fortschritt abverlangt; als Familienwesen werden sie von Beamten gefordert, die sich nur selten aus dem Landkreis fortbewegt haben, in dem sie geboren wurden.

Es genügt aus meiner Sicht also nicht, darüber zu jammern, daß man das süditalienische Bildungssystem in der Pfeife rauchen kann (ich hatte diesen Eindruck eigentlich nicht!), oder daß man in Deutschland seit Jahrzehnten die bekannten Unterschiede nicht einebnet (bitte auf dem höchstmöglichen Leistungsstand der Altersklassen!). Wir werden auch unsere europäische Bildungslandschaft gemeinsam gestalten müssen, wenn das gemeinsame Europa gelingen soll.

Gaaanz dumme Frage: Wie hat die Schweiz das Problem mit ihren 3 oder 4 Sprachgruppen gelöst? Etwa auch nichts dazu überlegt?
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » So 11. Aug 2019, 19:37

H2O hat geschrieben:(11 Aug 2019, 19:29)

Alle Bundesbürger wissen, daß unser föderales Bildungssystem viele Mängel hat, schon rein systemisch. Man stelle sich vor, eine Familie aus Schleswig-Holstein folgt einem guten Stellenangebot des Familienvaters nach Baden-Württemberg. Dann stehen die Schulkinder vor dem Problem, daß sie sich im Unterricht langweilen, weil sie den Stoff längst durchgekaut hatten, oder, schlimmer, sie verstehen nur noch "Bahnhof", weil sie schon die Vorbereitung für den Lehrstoff in Schleswig-Holstein nicht vermittelt bekamen.

Und nun stelle man sich dieses Theater auf europäischer Ebene vor. Zu den Sprachproblemen auch noch völlig unnütze Unterschiede in den Lehrplänen. Dann heißt es Nachhilfeunterricht nehmen, um nicht in einer ganz unangepaßten Altersklasse zu landen... oder eine nationale Schule besuchen, meist mit Internatscharakter. Ich habe Hochachtung vor unseren jungen Leuten, die diesen allgemeinen Wahnsinn meist wegstecken.

Wenn nun ein Umzug nach Neapel ansteht: Gibt es dort "deutsche Schulen", und ist das dann eine mit norddeutschem, westdeutschem, ostdeutschem oder süddeutschem Lehrplan? Na gut, die sprachliche Hürde ist sicher die schlimmste, aber unsere Kultusminister tun ihr Möglichstes, die unvermeidlichen Hürden um vermeidliche zu vermehren.

Dem Arbeitnehmer wird in der heutigen Arbeitswelt erhöhte Anpassungsfähigkeit an Ort und technischen Fortschritt abverlangt; als Familienwesen werden sie von Beamten gefordert, die sich nur selten aus dem Landkreis fortbewegt haben, in dem sie geboren wurden.

Es genügt aus meiner Sicht also nicht, darüber zu jammern, daß man das süditalienische Bildungssystem in der Pfeife rauchen kann (ich hatte diesen Eindruck eigentlich nicht!), oder daß man in Deutschland seit Jahrzehnten die bekannten Unterschiede nicht einebnet (bitte auf dem höchstmöglichen Leistungsstand der Altersklassen!). Wir werden auch unsere europäische Bildungslandschaft gemeinsam gestalten müssen, wenn das gemeinsame Europa gelingen soll.

Gaaanz dumme Frage: Wie hat die Schweiz das Problem mit ihren 3 oder 4 Sprachgruppen gelöst? Etwa auch nichts dazu überlegt?



Stimmt die Schweizer müssen da was gelöst haben!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » So 11. Aug 2019, 19:47

Ger9374 hat geschrieben:(11 Aug 2019, 19:37)

Stimmt die Schweizer müssen da was gelöst haben!


Und die werden immer wieder gern als Erzkonservative karikiert! Mehr sein als scheinen!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Sa 24. Aug 2019, 07:32

Financial Times 23. August 2019 Westen muss sich gemeinsamer Interessen besinnen
https://www.eurotopics.net/de/225703/g- ... n-biarritz
"Erstens müssen die EU und Großbritannien sich darauf einigen, wie sie einen No-Deal-Brexit abwickeln, falls sich ein neues Abkommen als nicht machbar erweist. Zweitens sollten sich Europa und die USA darauf verständigen, dass die stärker werdende chinesisch-russische Allianz eine Herausforderung darstellt, der man sich besser gemeinsam stellt. Drittens müssen Frankreich und Italien das Kriegsbeil begraben. Und die Eurozone kann nur dann für die nächste Wirtschaftskrise gestärkt und gesichert werden, wenn auch Deutschland eingebunden wird."
Große Herausforderungen für die EU. Deutschland oder Frankreich allein können diese nicht schultern.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » Sa 24. Aug 2019, 07:47

D+F das wäre meine Kernaussage.
Deutschland oder Frankreich steht dagegen nicht zur Debatte .
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 08:58

Wähler hat geschrieben:(24 Aug 2019, 07:32)

Financial Times 23. August 2019 Westen muss sich gemeinsamer Interessen besinnen
https://www.eurotopics.net/de/225703/g- ... n-biarritz
"Erstens müssen die EU und Großbritannien sich darauf einigen, wie sie einen No-Deal-Brexit abwickeln, falls sich ein neues Abkommen als nicht machbar erweist. Zweitens sollten sich Europa und die USA darauf verständigen, dass die stärker werdende chinesisch-russische Allianz eine Herausforderung darstellt, der man sich besser gemeinsam stellt. Drittens müssen Frankreich und Italien das Kriegsbeil begraben. Und die Eurozone kann nur dann für die nächste Wirtschaftskrise gestärkt und gesichert werden, wenn auch Deutschland eingebunden wird."
Große Herausforderungen für die EU. Deutschland oder Frankreich allein können diese nicht schultern.


Tja, lieber Wähler, und was meinen Sie selbst dazu? Die FT ist sicher kein unparteiisches Blatt, schon gar nicht was die EU betrifft.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 09:03

Ger9374 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 07:47)

D+F das wäre meine Kernaussage.
Deutschland oder Frankreich steht dagegen nicht zur Debatte .


Allein schon der Gedanke "oder" gibt einen Hinweis, wovon die Leute bei der FT träumen. Teile und herrsche! Mit Italien in seinem derzeitigen politischen Zustand ist kein Staat zu machen; auf nüchternen Abstand gehen und das Beste daraus machen. Vor allem aber die Kräfte sttärken, die die Gemeinschaft der Europäer voran bringen!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon John Galt » Sa 24. Aug 2019, 09:42

Ger9374 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 07:47)

D+F das wäre meine Kernaussage.
Deutschland oder Frankreich steht dagegen nicht zur Debatte .


Bei der derzeitigen Zersetzung der EU sieht es wohl danach aus, dass am Ende nur noch Frankreich und Deutschland übrigbleiben.

Osteuropa, Italien und GB können jederzeit ihren eigenen Staatenverbund starten.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 09:49

John Galt hat geschrieben:(24 Aug 2019, 09:42)

Bei der derzeitigen Zersetzung der EU sieht es wohl danach aus, dass am Ende nur noch Frankreich und Deutschland übrigbleiben.

Osteuropa, Italien und GB können jederzeit ihren eigenen Staatenverbund starten.


Den eigenen Staatenverbund sähe ich als Fortschritt an; allerdings fürchte ich, daß jeder Staatenverbund danach aus einem einzigen Staat bestehen dürfte. Da wären D&F schon eine tolle Sache. Aber, wer will und kann, der darf mitspielen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Sa 24. Aug 2019, 10:44

Wähler hat geschrieben:(24 Aug 2019, 07:32)
Financial Times 23. August 2019 Westen muss sich gemeinsamer Interessen besinnen
https://www.eurotopics.net/de/225703/g- ... n-biarritz
"Erstens müssen die EU und Großbritannien sich darauf einigen, wie sie einen No-Deal-Brexit abwickeln, falls sich ein neues Abkommen als nicht machbar erweist. Zweitens sollten sich Europa und die USA darauf verständigen, dass die stärker werdende chinesisch-russische Allianz eine Herausforderung darstellt, der man sich besser gemeinsam stellt. Drittens müssen Frankreich und Italien das Kriegsbeil begraben. Und die Eurozone kann nur dann für die nächste Wirtschaftskrise gestärkt und gesichert werden, wenn auch Deutschland eingebunden wird."
Große Herausforderungen für die EU. Deutschland oder Frankreich allein können diese nicht schultern.

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 08:58)
Tja, lieber Wähler, und was meinen Sie selbst dazu? Die FT ist sicher kein unparteiisches Blatt, schon gar nicht was die EU betrifft.

Ohne eine deutsch-französische Achse dürfte es keine tiefere Integration innerhalb einer Kern-EU geben. Die Komplexität ist aber zu hoch, um genaue Prognosen abzugeben. Bei der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik dürfte es eher zu Ergebnissen kommen, als in anderen Politikfeldern. Ohne mehr Koordinierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik dürfte der Euro eher zu einer schwachen Währung werden neben einem schwachen Dollar und einem schwachen Yen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 10:52

Wähler hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:44)

Ohne eine deutsch-französische Achse dürfte es keine tiefere Integration innerhalb einer Kern-EU geben. Die Komplexität ist aber zu hoch, um genaue Prognosen abzugeben. Bei der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik dürfte es eher zu Ergebnissen kommen, als in anderen Politikfeldern. Ohne mehr Koordinierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik dürfte der Euro eher zu einer schwachen Währung werden neben einem schwachen Dollar und einem schwachen Yen.


Da stimme ich Ihnen zu. Aber so furchtbar "komplex" ist das Problem der vertieften Zusammenarbeit gar nicht. Wir leiden in Europa unter der Krankheit "Chauvinismus",
in der Politiker alles versprechen und auch ansteuern, was ihrer Zielgruppe Vorteile verschafft. Das Gemeinwohl in Europa ist sehr oft weit weg von regionaler Vorteilsnahme. Uns fehlt eine Gegenpartei, die den Europäern die Augen öffnet, auf welches dumme Spiel sie sich einlassen, wodurch längst Erreichtes wieder gefährdet wird.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Sa 24. Aug 2019, 11:11

John Galt hat geschrieben:(24 Aug 2019, 09:42)

Osteuropa, Italien und GB können jederzeit ihren eigenen Staatenverbund starten.
Na hoffentlich kommt das auch so. Geberländer sind dann GB und Italien, der Rest nimmt. Und wer investiert dann in Osteuropa, baut die Wirtschaft auf und schafft Arbeitsplätze? Die alte Rest-EU ja wohl nicht. Aber vielleicht ja die 20 Mio Osteuropäer die dann kein Aufenthaltsrecht mehr in der Alt-EU haben und wieder in ihre Heimat zurückkommen. Da wünsche ich Alles Gute für die Zukunft!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Sa 24. Aug 2019, 11:30

John Galt hat geschrieben:(24 Aug 2019, 09:42)
Bei der derzeitigen Zersetzung der EU sieht es wohl danach aus, dass am Ende nur noch Frankreich und Deutschland übrigbleiben.
Osteuropa, Italien und GB können jederzeit ihren eigenen Staatenverbund starten.

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 11:11)
Na hoffentlich kommt das auch so. Geberländer sind dann GB und Italien, der Rest nimmt. Und wer investiert dann in Osteuropa, baut die Wirtschaft auf und schafft Arbeitsplätze? Die alte Rest-EU ja wohl nicht. Aber vielleicht ja die 20 Mio Osteuropäer die dann kein Aufenthaltsrecht mehr in der Alt-EU haben und wieder in ihre Heimat zurückkommen. Da wünsche ich Alles Gute für die Zukunft!

"Nationalpopulistische Kurzschlüsse" führen nicht zu einer neuen Machtbalance innerhalb von Europa. Eine zunehmende Separation in Nord-, Ost- und Südeuropa schadet allen Nationalstaaten Europas.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Sa 24. Aug 2019, 12:08

Wähler hat geschrieben:(24 Aug 2019, 11:30)

Eine zunehmende Separation in Nord-, Ost- und Südeuropa schadet allen Nationalstaaten Europas.
Um den Rest zu retten muß da Schaden in Kauf genommen werden. Die EU hat in viel zu kurzer Zeit, viel zu viele Staaten aufgenommen die in der EU nichts verloren haben. Die Osteuropaerweiterung, ohne vorher den EU-Vertrag entsprechend anzupassen, war mit der größte Fehler den die EU überhaupt jemals gemacht hat. Jetzt bewegen sich dort einige Länder in Richtung Autokratie, treten Grundrechte mit Füßen und können nahezu jeden Fortschritt der Gesamt-EU blockieren.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Sa 24. Aug 2019, 12:10

Wähler hat geschrieben:(24 Aug 2019, 11:30)
"Nationalpopulistische Kurzschlüsse" führen nicht zu einer neuen Machtbalance innerhalb von Europa. Eine zunehmende Separation in Nord-, Ost- und Südeuropa schadet allen Nationalstaaten Europas.

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 12:08)
Um den Rest zu retten muß da Schaden in Kauf genommen werden. Die EU hat in viel zu kurzer Zeit, viel zu viele Staaten aufgenommen die in der EU nichts verloren haben. Die Osteuropaerweiterung, ohne vorher den EU-Vertrag entsprechend anzupassen, war mit der größte Fehler den die EU überhaupt jemals gemacht hat. Jetzt bewegen sich dort einige Länder in Richtung Autokratie, treten Grundrechte mit Füßen und können nahezu jeden Fortschritt der Gesamt-EU blockieren.

Eine EU der unteschiedlichen Geschwindigkeiten ist möglich. Eine stärker integrierte Kern-EU sollte aber eine kritische Größe besitzen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 13:40

Orbiter1 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 12:08)

Um den Rest zu retten muß da Schaden in Kauf genommen werden. Die EU hat in viel zu kurzer Zeit, viel zu viele Staaten aufgenommen die in der EU nichts verloren haben. Die Osteuropaerweiterung, ohne vorher den EU-Vertrag entsprechend anzupassen, war mit der größte Fehler den die EU überhaupt jemals gemacht hat. Jetzt bewegen sich dort einige Länder in Richtung Autokratie, treten Grundrechte mit Füßen und können nahezu jeden Fortschritt der Gesamt-EU blockieren.


Freundlicher Widerspruch: Die EU-Verträge sind schon ganz in Ordnung. Nur macht es wenig Freude, ihre Beachtung vor Gericht erstreiten zu müssen. Was helfen gute Verträge, wenn Vertragspartner sie bewußt und gezielt mißachten wollen?

Ich bin der Meinung, daß ein Kreis der Willigen einen Kern der EU bilden sollte, in dem alle Freiheiten der EU-Verträge gelten. Der Rest der EU kann dann tun, was er gern möchte; nur gibt es dazu keine Solidarmittel aus dem Kern mehr... und Grenzen mit den bekannten Personenkontrollen und Zollkontrollen.

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